8/12 – Die Wunderbare Welt der Numerologie

8/12 – Die Wunderbare Welt der Numerologie

1011836_10200129866636053_2028327123_nWieder ein Jahr älter und es hat sich in meinem Leben nicht viel verändert. Nicht viel, naja! Gut ich bin wieder im Besitz meines eigenen Haupthaares und die Nummer mit der Glatze ist wirklich das Einzige in meinem Leben was ich bereue. Das Einzige was sich wohl nie ändert ist die unglaubliche Menge an Exemplaren der Cinema, die sich in meiner Wohnung auftürmen und noch ein paar Ausgaben der Beef mehr. Die unglaubliche Menge an DVD’s  die meine Regale langsam ans Ende ihrer Kräfte bringen. Und seit dem ich endlich mein Fenster zum Hof digitalisiert habe, musste ich aus den Videokassetten ein Regal für meine BluRay basteln.

Naja hat sich ja doch einiges geändert. Ich habe mittlerweile drei Brüder und einen Mann, während meine eigentliche Familie immer mehr schrumpf, bin ich ganz glücklich damit, erstmal keinen Mann mehr suchen zu müssen. Auch wenn meine ‚Ich suche einen Mann!‘ Reihe meine erfolgreichsten Artikel waren, geb ich die Hoffnung nicht auf, dass meine Leser vielleicht auch mal längere Texte lesen, die weniger Lustig sind als meine fast schon vergessene Einsamkeit.

Das Einzige was sich wirklich nie ändern wird. Alle Jahre wieder. Ich in meinem Büro wieder einen gewerkschaftlich gelieferten Adventskalender stehen, der hoffentlich wieder alles andere als ungewöhnlich zu sein scheint.
Die neuen Büroräume riechen mittlerweile nicht mehr so neu, dennoch ist meine Nase stehts zu, meine Augen tränen und die Schmerzen zwischen den Ohren bringen meinen eh schon wankelmütigen Verstand zu weilen schon arg aus dem Gleichgewicht.

Den alten Empfangsroboter aus alten Stasibeständen hätte ich schon fast vergessen, wenn er nicht alle Jahre wieder in meinem schriftlichen Adventskalender auftauchen würde. Er arbeitet wahrscheinlich immer noch an einer einsamen Tankstelle und führt seine Strichlisten. Und es gibt bestimmt noch eine alte Akte mit meinem Namen drauf.

Nun zur Zahl 8. Die 8 ist immer noch meine Glückszahl. Und ich hab mit eigentlich vorgenommen mich von Glückskeksen fernzuhalten, nachdem letztes Mal in einem stand, dass ich der Führer wäre. Hm. Egal. Aber ich kann mich manchmal einfach nicht zurückhalten.

IMG_20151104_113446255Nachdem meine Pechsträhne vorbei zu sein scheint, habe ich auch wieder mit den Glückskeksen angefangen. Und nun scheint auch der Glückskeksfluch gebrochen zu sein. Ich scheine auf dem richtigen Weg zu sein…

Die wunderbare Welt der Numerologie geht leider erst in zwei Jahren wieder auf, deshalb schönes achtes Türchen und danke für die Blumenwiese…

Advertisements

Das Fest der Liebe ohne Fußnote

Das Fest der Liebe ohne Fußnote

10346535_966087070087908_4047236016310723406_nDas Fest der Liebe rückt näher und ich krieg einfach nur das Kotzen, von den Heucheleien, die man täglich so vorgesetzt bekommt. Nächstenliebe ist nicht nur auf die Weihnachtszeit begrenzt, dass kann man übrigens das ganze Jahr machen!
Aber Weihnachten ist ja das Fest der Liebe und der Nächstenliebe. Es ist das Fest der Liebe ohne Fußnote, ohne Wenn und Aber und vor allem das des warmen Gefühls im Herzen und der Besinnlichkeit. Die stade Zeit, wo alle Menschen aus Nächstenliebe ein Bisschen zusammenrücken. Jeder schaut auch mal über den Tellerrand und läd jemanden auf einen Kaffee ein, der es sich vielleicht nicht leisten kann. Schön wärs.
Aber in der heutigen Zeit wo wir selbst schon kaum mehr eine Entscheidung treffen können, ohne jede Eventualität zu durchdenken und abzuwägen und vor allem immer daran zu denken, was denn die Anderen sagen könnten, anstatt einfach dem Ruf des eigenen Herzschlages zu folgen.
Wie kann man da selber von Toleranz reden, wenn wir uns selbst schon nicht akzeptieren können, wie wir selber sind, wie sollen es dann die Anderen tun.
In einer Welt wo jeder nur nach seinem eigenen Vorteil bedacht ist, während manch Anderer um sein Überleben hart arbeiten muss, damit man zum Weihnachtsabend die obligatorischen Würstel auf den Tisch bringen kann, kann ich nicht guten Gewissens das Fest der Liebe feiern, während in Deutschland die rechten Arme wieder hochgerissen werden und ein paar Deppen auf die Straße gehen und anfangen zu der Angst der Menschen, die täglich um ihr Leben kämpfen müssen, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen und genau so hat es schon mal angefangen.
Ich hab bei den aktuellen Geschehnissen in Deutschland noch weniger Lust Weihnachten zu feiern, als sonst! Mir geht Weihnachten sonst schon unglaublich auf den Sack. Die Idiotie und Bigotterie, die hier zur Zeit herrscht, will einfach nicht in meinen Kopf gehen, wie dumm man eigentlich sein kann. Während die Einen in diesen Tagen der Völlerei frönen, werden die Anderen von der Trägheit der eigenen Existenz in den Neid getrieben werden.
Seht in euer Grippal auf die drei Weisen aus dem Morgenland hernieder und denkt mal ein Bisschen über die Weihnachtsgeschichte nach und esst dabei den Christstollen mit den ‘orientalischen’ Gewürzen. Am keltischen BrauchtumsChristbaum hängen die Weihnachtskugeln aus ‚Made in aller Welt‘. In der Schale neben den heimischen Plätzchen (Zimt aus Cylon und Kadarmom aus Tibet) liegen die Mandarinen aus Israel und die Bananen aus Brasilien (Bananen kommen ja nicht unbedingt aus Afrika).
Die Päckchen unter dem Weihnachtsbaum sind von Amazon und DHL gebracht, einen Arbeitgeber den es scheißegal ist welche Hautfarbe seine Mitarbeiter haben.
Schaut doch mal über den eigenen Tellerrand, wenn ihr eure Plätzchen gefressen habt und lest vielleicht noch mal in dem ein oder anderen (Geschichts)Buch oder gar in der Bibel. Spendet was an Bedürftige, schaut nicht zu wie Menschen nebenan verhungern. Haltet zusammen und zwar ohne den rechten Arm zu heben.

Wehret den Anfängen!

‚Selbstverständlich klauen dir Ausländer deinen Job! Aber wenn dir jemand ohne Geld, Kontakte und Sprachkenntnisse deinen Job wegnehmen kann, bist du vielleicht einfach nur Scheiße!’ Louis C.K.

Eine politisch inkorrekte Weihnachtsgeschichte

Eine politisch inkorrekte Weihnachtsgeschichte

nicoDunkel wars der Mond schien fahl. Und obwohl der Nebel sich in der heutigen Nacht so gar nicht verziehen wollte, kamen doch an der ein oder anderen Stelle ein paar Lichtelein durch den Nebel und erhellten die trübe Nacht. Zwei ältere Herren standen am Straßenrand. Der Eine trug einen Sack über der Schulter und der Andere hielt eine Rute in der Hand. Sie richteten sich die Mäntel und schienen lautstark miteinander zu streiten.

‚Ich hab dir doch gesagt, wir sind hier falsch.‘ meinte der Mann mit der Rute missgelaunt.

‚Warum bin ich jetzt wieder schuld?‘ rief der andere Mann ziemlich eingeschnappt.

‚Wer hat denn den Schlitten in den Graben gefahren?‘

‚Wenn der alte Schlitten nun mal kein ABS hat.‘

‚Wie oft hab ich dir denn gesagt, dass du dir einen neuen Sicherheitsschlitten kaufen sollst.‘

‚Wir müssen sparen!‘

‚Sagt wer?‘

‚Deine Mutter!‘

‚Lass meine Mutter da aus dem Spiel!‘

‚Der Sack ist ja so schwer!‘

‚Du bist auch den ganzen lieben langen Tag nur am Jammern!‘

‚Und du am Motzen!‘

‚Manchmal finde ich, sollte man dich auf deine alten Tage noch übers Knie legen!‘ meinte der eine Mann und zückte seine Rute, die aus Reisigzweigen kunstvoll gebunden war.

‚Schau mal, die haben schon die Lichter angezündet!‘ rief der andere Mann und lief ohne zu schauen mit seinem Sack über die Straße. Der Mann mit der Rute folgte ihm und zischte grimmig: ‚Er tut immer so, als wäre er alt und gebrechlich, lässt mich den halben Weg den blöden Sack tragen und dann springt er wie eine junge Gams über die Straßen, mit samt Sack, der Sack!‘

Der Mann mit dem Sack hatte bereits bedeutungsschwanger an der Tür geklopft und rief: ‚HOHOHO!‘

‚Du kannst es einfach nicht lassen, oder!? Können wir nicht die traditionelle Nummer machen?‘

Der Mann mit dem Sack machte dem anderen Mann platz und winkte einladet mit seinem Arm, auf dass der Mann mit der Rute an die Tür trat, klopfte und sprach:
‚Draußt, vom Walde komm ich her; ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Überall auf den Tannenspitzen, sah ich goldene Lichtlein blitzen,
und droben aus dem Himmelstor, sah mit großen Augen des Christkind hervor.

Und wie ich strolch‘ durch des finstern Tann, da rief’s mich mit heller Stimme an:
‚Knecht Ruprecht‘, rief es, ‚alter Gesell, heb deine Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an, das Himmelstor ist aufgetan,
alt und jung sollen nun, von der Jagd des Lebens einmal ruhn,
und morgen flieg ich hinab zur Erden; denn es soll wieder Weihnachten werden!“

Ein junger Bursche öffnete ruckartig die Tür: ‚Ey Leute, schaut euch mal die zwei Vollspasten an!‘ Der Mann mit der Rute blickte finster drein und man konnte die Rute knirschen hören, weil er sie in seiner Wut so fest zudrückte.
Der Mann mit dem Sack richtete sich zu voller Größe auf und meinte: ‚HOHOHO! Na, meine Kinder wart ihr denn auch alle brav?‘

‚Ey, seid ihr Schwul oder was?‘

‚Ich finde es ja ziemlich unfreundlich eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten!‘ meinte der Mann mit der Rute, der nun seine Brille aufgezogen hatte und auf einer ellenlange Liste nachsah, ob die jungen Männer tatsächlich alle brav gewesen waren.

‚Sagt mal, arbeitet ihr nicht in dem Dominastudio?‘ fragte der junge Bursche.

Der Mann mit dem Sack, schnürte den rustikalen Leinensack auf und blickte hinein. Er war schon kurz davor, die neue PS3 zu behalten, nachhause zu trampen und sich ins Bett zu legen, um sich die Decke über den Kopf zu ziehen, während der Knecht Ruprecht dann Punisher auf der Play Station spielt.

‚Hey Boss, die waren tatsächlich alle brav!‘ meinte der Mann mit der Rute.

‚Bist du dir sicher, die schauen mir ganz schön gefährlich aus!‘

‚Da schau!‘ flüsterte der Mann mit der Rute und hielt ihm die Liste hin.
‚Du bist Hans, da hinten ist Severin und Serkan und sein Bruder Justin. Na, sauber!‘ meinte der alte Mann resigniert und kramte in seinem Sack.
‚Eigentlich solltet ihr ja einen Duden und ein Ausgabe des Brockhaus bekommen, aber irgendjemand hat wohl eine PS3 eingepackt, auch wenn ihr die gar nicht verdient habt, so ungehobelt wie ihr zu sein scheint.‘ meinte der Mann mit der Rute und der andere Mann überreicht die PS3 und für jeden Jungen ein Spiel.

Neben ihnen war ein junges Mädchen aufgetaucht. Sie kam wohl auch draußt vom Walde her. Indess konnte man die jungen Bruschen hören: ‚Boa geiel, Punisher, lass gleich mal spielen.‘

Das junge Mädchen hatte einen Weihnachtsstrickpulli an und zupfe dem Mann mit dem Sack am roten Mantel: ‚Entschuldigen Sie mal, Herr Nikolaus! Ich glaub Sie sind hier falsch, der Pfarrsaal ist da hinten und wir warten schon alle auf Sie!‘
Der Mann mit der Rute drehte sich zu ihr, las wieder auf seine Liste und meinte: ‚Öhm, Nö!‘

axtxmas‚Ja und Sie, Herr Knecht haben wir gar nicht bestellt. Weil sie völlig veraltet, sexistisch, politisch inkorrekt und gewaltverherrlichend sind.‘

‚Da hörst es, meine Rede! Ich kündige, ich hab ein Vorstellungsgespräch im Dominastudio!‘ meinte der Knecht Ruprecht, warf die Liste hin, packte seine Rute unter den Arm und zog beleidigt ab.
Die ellenlange Liste flatterte immer noch zu Boden, als der Knecht Ruprecht schon längst hinter der nächsten Häuserecke verschwunden war.

Der Mann mit dem roten Mantel lies den Sack los und griff sich die Liste.
‚So junge Dame! Die Frage, ob du brav warst, kann ich mir jetzt wohl sparen. Deine intolerante Haltung gegenüber deinen Mitmenschen finde ich im höchsten Maße bedenklich und somit bekommst du das Buch ‚Der Geist der Weihnacht!‘ und ich hoffe du ließt es aufmerksam, junge Dame. Du warst nicht artig!‘ tadelte der Mann mit dem roten Mantel das junge Mädchen, die ihn völlig unbeeindruckt anblickte. Er machte eine Pause, um den Finger zu erheben und sprach dann aber etwas sanfter weiter: ‚Ist es nicht jetzt die Zeit mit offenen Herzen auf alle Mitmenschen zuzugehen? Denk mal darüber nach!‘ Dann wollte er ihr das buchförmige Päckchen in die Hand drücken.

‚Meine Mutter hat gesagt, ich darf von fremden Männern nichts annehmen!‘ meinte das junge Mädchen und zog schimpfen ab. ‚Außerdem hatten wir das Christkind bestellt und nicht so nen alten Sack!‘
Der Mann mit dem roten Mantel drehte sich kopfschüttelnd um und machte Anstalten verschwinden zu wollen.

‚Hej, Sie. Wollens nicht reinkommen in die warme Stube.‘ fragte der ungezogene Bengel, der immer noch an der Tür stand. ‚Der Knecht Ruprecht kam grad durch den Kamin und spielt schon Punisher!‘

Die neunte Pforte 2.0

Die neunte Pforte 2.0

‚Die Echtheit meiner neun Pforten ist über jeden Zweifel erhaben.‘ Baroness Frieda Kessler – Die Neun Pforten

Mittlerweile hab ich mir den Film auch tatsächlich gekauft, in der Steelbookausgabe und thront seither zwischen Da Vinci Code und Der blutige Pfad Gottes und es ist mir gestern auch wieder mal aufgefallen, wie schlecht mein DVD Regal sortiert ist. Aber nachdem mir mittlerweile Der Letzte Tempelritter zum 2. Mal auf den Kopf gefallen ist, muss ich da wohl mal andere Seiten aufziehen.

Trotz dessen dass ich bereits eine Filmkritik über Der letzte Tempelritter geschrieben habe, muss ich sie anscheinend auch in meinem Blog veröffentlichen, damit der ruhelose Geist meines DVD-Regal endlich zu Ruhe kommt. Wenn des jetzt nicht hilft, dann steck ich ihn zu den Supernatural Staffeln und das hat er dann davon.

Also, die äußerst kurze Filmkritik zu Der letzte Tempelritter: Der Zweithaar-Award geht wie immer an Nicolas Cage, der geht ja eigentlich auch immer an ihn, deshalb könnte ich mir die Erwähnung wirklich sparen. Aber Zweithaar mit Helm ist echt der Brüller.

Mein spezieller Dank geht an die Autoren des Films, die haben wohl auch die Doku über die Aufzeichnungen des Hans Talhoffer (1420 bis 1490) gesehen, nur was ich grad nicht so kapiere, ist der Film beginnt 1344 mit der Schlacht um Smyrna.

Aber es geht ja auch um Hexen und Dämonen…halte schon meine Schnauze…gibt bei weiten schlechtere Filme zu dem Thema!

Aber ein kleines Zugeständnis muss man schon machen, mir ist fast Einer abgegangen als, Robert Sheehan als Kay (welch mittelalterlicher Name) sein Schwert an der Klinge packt und zum Parieren benützt und dann Ron Perlman, der mal gefühlte 100 Kilo mehr Kampfgewicht auf die Wage bringt, beinahe aus den Latschen drischt. Unkonventionell hat halt schon immer geholfen.

devil_bloodAber zurück zum Thema, wir waren bei der neunten Tür stehen geblieben und genau Die neunte Pforte ist es, die mich so fasziniert, dass ich es immer noch nicht Worte fassen kann. Aber der santanische Sex mit Johnny Depp und Emmanuelle Seigner (die einen kleinen Kinski Award verdient hat, weil ich sie fast mit Nastasia Kinski verwechselt hatte.) muss schon erwähnt werden.

Es ist mir also auch nach vier Jahren nichts mystisches über Die neun Pforten eingefallen, aber manchmal gibt es auch nicht mehr hinzuzufügen, außer dass es ein echter Klassiker ist, der sich den Platz in meinem Regal wirklich verdient hat. Danke!

Fazit:

Zweithaar-Award geht Nicolas Cage.

Ein kleines RRR für Robert Sheehan, den ich schon seit Misfits ziemlich geil finde und mir mit seiner Talhoffer Parade ein feuchtes Höschen verschafft hat. Danke!

19376102_jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxxEin großes RRR für Johnny Depp, Emmanuelle Seigner und Roman Polanski, der seine Frau für die satanische Sexszene ausgeliehen hat. Danke!

Der kleine KlausKinski Award für Emmanuelle Seigner.

Danke: An die Autoren, die so wie ich die Talhoffer Doku geschaut haben. Ich würde wahnsinnig gerne mal das Original in Händen halten.

Merke: Muss mir ein neues DVD Regal kaufen.

ninth791

24

24

image002Ich wache auf… von einem Orgasmus! Man muss das ein Hammertraum gewesen sein. Ich dachte ich träume, aber nachdem ich von meinem eigenen Stöhnen aufgewacht bin, war er doch real genug. Ich kann mich an den Traum nicht erinnern, ich kann mich nur erinnern, dass jemand einen Schlüsselsatz zu mir gesagt hat, der dann die Körperreaktion ausgelöst zu haben scheint. Bäm! Ist ja fast wie Weihnachten und Neujahr…

Als ich dann mit einem Lächeln auf den Lippen meine Augen öffnete, beschlich mich das dumpfe Gefühl, dass irgendjemand die Adventskalendertür für den 24. bereits geöffnet hat.

Ding Dong, die Iluminaten. Nein. Ich nicke wieder ein und träume wohl wieder, weil ich in meinem Adventskalender einen riesigen Raum sehe, am Ende sehe ich einen Tempel, Flammen züngeln heraus. Ich komme mir gerade vor wie bei Ghostbusters und ich bin der Torwächter, und blicke in meinen Kühlschrank und warte ganz inbrünstig auf meinen Steuerberater, der Schlüsselmeister. Oder bin ich schon wieder in der Matrix? Und ehe ich mich versehe, ist es wirklich so als würde ich in einen Kühlschrank sehen und am Ende ist nicht Zuul und auch nicht der Schlüsselmeister, nein es ist ein obszönes Pilzgewächs und es spricht mit mir: ‚Sieh was du verloren hast ist zurückgekommen, nun hast du sie wieder alle beisammen..!‘

Ich wache schreiend auf und blicke auf meinen Adventskalender, den ich vom Büro mitgenommen habe, damit ich an diesem legendären Tag, mein 24. Adventskalendertürchen selber öffnen kann.

Alle Türchen stehen offen, bis auf Eines, dass steht nur halboffen. Wer hat von meinem Adventskalender gegessen? Ich ziehe den Adventskalender zu mir heran und blicke in das 24. Türchen und erblicke einen weiten Raum. Flammen züngeln heraus und am Ende über einem Art Altar hängt ein Plakat. Und eine Leuchtschrift kommt auf mich zu, nicht so wie bei Star Wars, aber so ähnlich. Éí ‚Aaníígóó ‚Áhoot’é … die Leuchtschrift verschwindet wie ein Grinsen, bevor sie das Türchen erreicht hat…auf dem Plakat steht ‚I want to believe‚!

Ja, ich würde auch gerne Glauben, dass ich noch träume oder dass ich endgültig den Verstand verloren habe. Ich werfe meinen Adventskalender weg, nicht dass noch mehr aus dem Adventskalender raus kommt. Heute ist Weihnachten und dann hat der Spuk ein Ende. Der Adventskalender purzelt über die Bettkante und ich höre, wie er auf etwas Weiches fällt.Vorsichtig blicke ich über die Bettkante. Muss von unten wie Kilroy aussehen. Kilroy was here… alles klar. Der Adventskalender wird gerade unter mein Bett gezogen. Die sockenfressende Spinne existiert doch noch! Ich höre noch einen schrecklichen Rülpser und ein alter Pizzakarton fliegt unter dem Bett hervor. Ist ja wie bei einem Sarlacc. Ich kann mich nämlich nicht erinnern, wann ich das letzte mal eine Pizza mit Karton bestellt habe. Die Pizzaschachtel wurde wahrscheinlich schon seit einer halben Ewigkeit unter qualvollen Schmerzen langsam verdaut. So sieht sie nämlich auch aus.

Ich kann meine Neugierigkeit kaum bremsen, mit einer Nagelfeile und einer Häkelnadel bewaffnet, versuche ich nach dem Pizzakarton zu hangeln und öffne ihn eher versehentlich.

Und was ist das? In dem fast verdauten Pizzakarton ist mein lange Zeit verschollenes, angebissenes Käseschinkentoast – Taufrisch, nicht bepelzt oder bepilzt und lächelt mich obszön nickend an…ich habe sie endlich wieder alle beieinander. Alles ist gut, auch wenn ich immer noch keine Weihnachtsgeschenke gekauft habe, es ist alles gut.
In 24 Jahren zur absoluten Nerdhaftigkeit und bis zur Unendlichkeit und immer weiter…

Last Day before X-Mas

Last Day before16367_1268489271088l X-Mas

(Aus dem Jahre 2009 vs. 2012)

Ich habe noch keine Geschenke gekauft, so eine scheiße. Ich schrecke im Büro hoch, die Uhr schlägt von 19.59 auf 20.00 Uhr um und ein Alarm ertönt. Ich habe mich wohl bewegt, weil um 19.30 wird unsere Alarmanlage scharf gemacht und ich hoffe, es kommt jemand um mich zu retten. Der Ton des Alarms ist schlimmer, als meine zwei Dieter Bohlen zusammen. Da könnt ich echt Amok laufen, aber es ist niemand hier, sonst wäre der Alarm schon viel früher los gegangen. Ich mache meine Schublade auf und hole einen Tampon hervor. Ich zerfiesel es fast panisch und mache mir zwei Watteohrpfropfen daraus und stecke sie in meine Ohren….macht es nicht besser, aber doofe Ohren. Und aus einem Ohr hängt mir der Faden… Hm. Dann renne ich zum Klo, ich habe vor mit den Handtüchern aus den Handtuchrollenhalter ein Seil zu basteln und mich aus dem 4. Stock abzuseilen, dann klettere ich über den Zaun zum ADAC und verpiss mich. Hört sich so an, als hätte ich mir da schon oft Gedanken drüber gemacht, im Büro eingesperrt zu werden. Blöd ist nur, dass wir mittlerweile mit dem Amt umgezogen sind, ich sitze jetzt im 3. Stock und den ADAC kann ich von hier aus sehr gut sehen. Und am aller Blödsten ist, dass wir keine Handtuchhalter mehr haben. Und mit den Papiertüchern könnte ich höchstens eine hübsches Feuerchen machen. Ich könnte auch den Feuerwehrschlauch nehmen, oder gleich den Feueralarm drücken, dann werde ich von einer Horde steiler Feuerwehrmännern gerettet, wie geil. Ich renne nicht aufs Klo sondern zurück zu meiner Handtasche, ich habe doch immer ein Feuerzeug dabei. Und damit ab in den Druckerraum, da ist ein Rauchmelder. Ich schiebe die Papiertonne unter den Feuermelder und bin gerade dabei einige Faxprotokolle anzuzünden, als ich die Glastüre aufschwingen höre. Da stimmt doch was nicht, wir sind doch in ein neues Gebäude gezogen. Ich höre ein merkwürdiges Klingeln. Es ist aber nicht das Geräusch der neuen Türöffner und habe auch kein Klacken gehört.

Frau Rösner, das ist wieder die Matrix. Das alte Amt und das Neue verschwimmen in meinem Kopf und vor meinen Augen zu einem selbständigen Ganzen. Ich schreie drei Mal Grönland. Das Klingeln kommt stetig näher. Ich schreie drei Mal Dakota. Ein Mann steht vor dem Druckerraum und dreht sich langsam in meine Richtung. Schuldbewusst wedele ich mit den brennenden Faxprotokollen und verstecke das Feuerzeug hinter meinem Rücken. Mein jugendlicher Charme kann nicht punkten. Es ist der Klemmbrettfetischist und Empfangsroboter aus alten Stasibeständen. Er hat einen Rindertreiber in der Hand und einen Hund am Start, auf seiner Hundemarke steht ‚Herr Honecker‘.

‚Alles klar, mein alter, längst zwangspensionierter Freund?‘ frage ich. Er komplimentiert mich wieder auf den Boden der Tatsachen und zerrt mich aus dem Druckerraum. Die Gänge sind nicht gerade, sondern rund. Wir sind wieder im alten Gebäude. Da müsste doch eigentlich jetzt die Kriminalpolizei sein. Schemen ziehen an mir vorbei. Ein Riss im Raumzeitkontinuum. Woher man dass immer weiß, war doch noch keiner in einem Loch im Raumzeitkontinuum gefangen oder ist gar durch Raum und Zeit gereist, aber wir wissen es immer ganz genau, wenn mal was seltsames passiert, dass muss ein Riss im Raumzeitkontinuum sein!
Er schleift mich wortlos aus dem Quadranten. Hinter der Glastür am Ende des Ganges kann ich gerade noch den alten Wachmann erkennen, wie er mit einer alten Dieselkanne vom Speicher herunter kommt und Richtung Aufzug schleicht. Wie hat er es nur geschafft, die Leiter runter zu klettern, ohne dabei den Elektroschocker und die Dieselkanne aus der Hand zu legen. Der Köter vom Klemmbrettfetischtisen lenkt mich ab, weil er sich vor meinen Füßen auf den Boden wirft, auf den Rücken dreht und wohl gestreichelt werden will.

‚Honecker, böser Hund. Los Fass, da ist sie die Übeltäterin.‘

Der Hund winselt nur.

‚Um 19. Uhr wird hier zugeschlossen und dann wird zurückgeschossen.‘

Warum hört er sich nun an, wie ein kleiner Österreicher. Himmel, was für Drogen mixen die hier ins trübe Wasser. Hitlerhorrorvisionen verheißen ja wohl nie was Gutes. Ihm befällt jetzt bestimmt gleich der Größenwahn. Er richtet die rechte Hand zum Gruß auf und kommt mit dem Rindertreiber auf mich zu. Ich ducke mich weg und laufe, trotz dessen dass es mir eigentlich bewusst sein hätte müssen, dass ich mich immer noch in einem matrixähnlichem Alptraum befinde, davon. Drei mal ‚Bazinga!‘ schreiend laufe ich durch die Gänge und schlage im Vorbeilaufen den Feueralarmknopf ein und die Sicherheitstür schließt sich hinter mir.

Die Sicherheitstür, die wir in der neuen Verwaltung gar nicht haben hätte dürfen und wo eigentlich dieses Wachmannsgespann gar keinen Zutritt hätte haben sollen. Aber nach dem wir nun endgültig in der alten Verwaltung angekommen sind, klappt der Trick mit dem Feueralarm. Der Feueralarm ertönt zu der Alarmanlage. Meine beiden Dieter Bohlen geben sich heute die Hand. Ich drehe mich ihm lauf um und stolpere über meine eigenen Beine. Ich lauf halt auch im Traum, wie ein 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen. Der Hund kam gerade noch durch den Spalt der Tür, doch der Klemmbrettdiktator prallt gegen die verschlossene Metalltür und mit einem lauten Rumsen schließt sich die Tür vollends. Bazinga. Jetzt muss ich mit Herr Honecker nur noch warten, bis mich die Feuerwehr rettet…

‚Frau Rösner, wollen sie nicht nach Hause, morgen ist schon Weihnachten.‘ meinte der neue Wachmann leicht näselnd. ‚Aber vorher hab ich noch ein Gespräch für Sie!‘
Ich bin wach, an meiner Backe klebt ein Stück Papier, ich hab den Telefonhörer in der Hand und der neue Wachmann redet mit mir. Mir ist erschreckender Weise bewusst, dass mir ein Faden aus dem Ohr hängt. Das Gespräch wird durchgestellt. Frau Anita Lackleder vom Bund bayrischer Landfrauen wünscht mir schöne Weihnachten. Ich zieh den Zettel von meiner Backe. Nun ist es wirklich zu spät, um Weihnachtseinkäufe zu machen. Dann gibt’s diesmal halt nichts.

Schönes Fest, was auch immer ihr da feiert.

22-12-12 – The day after yesterday

22-12-12 – The day after yesterday

axtIch wache zitternd auf. Alter, ist des kalt. Ich kann es nicht fassen, gefrorenes Kondenswasser auf meiner Stirn. Ich schaue auf mein Handy, die Uhrzeit steht da, aber das Netz ist aus. Hm. Ich muss wirklich irgendwann umziehen, dass ist ja wirklich eine Zumutung hier. Am Arsch der Welt gibt’s kein Netz. Muss meine Miete kürzen, wegen irgendwas.

Habe vergessen, wie spät es eigentlich ist. Ich suche die Fernbedienung, finde sie und drücke auf den Knopf. Nichts passiert. Ich drücke wie eine Verrückte auf den Knopf, nichts passiert. Ich blicke nach vorne, da leuchtet auch kein Standby-Licht. Hm. Mein Blick schweift durchs Zimmer. Internetkastel aus. DVD-Player Licht aus. Das Ladekabel meines Laptops flimmert nur noch schwach und geht dann auch aus. Ich wollte mir doch noch einen neuen Akku kaufen. Verdammt. Ich stehe widerwillig auf und tappe ins Bad. Gegen den Arsch abfrieren hätte ich gar nichts, wenn es nicht so kalt wäre. Das Licht geht nicht und es ist im Bad noch kälter. Ich geh pinkeln und putze mir die Zähne mit eiskaltem Wasser. Zu mehr fehlt mir der Mut. Eiskalt Duschen ist nicht so mein Ding. Der Wasserkasten meiner Klospülung gibt seltsame Geräusche von sich. Kalt Duschen ist wohl auch nicht so sein Ding. Verwöhntes, teures Dreckstück. Nur weil meine bescheuerte Vermieterin die Klospülung ans Warmwasser angeschlossen hat, macht der Spülkasten jetzt Stress. Fick dich! Mir ist scheiß kalt und du machst Zicken!

Wollte doch meine Miete kürzen.

Ich zieh mich, den Temperaturen angemessen, an. Dann mache ich mein Dachfenster auf, stelle meinen Fußhocker auf meinen Lesesessel und klettere aufs Dach. Es hat gefühlte -4 °C! Irgendwie hat es immer -4°C, wenn ich auf ein Thermometer blicke. Deswegen habe ich Keines. Ich blicke in alle Fenster meiner Nachbarn und die Straße entlang. Keine Zombies. Es brennt aber auch kein Lichtlein und das zwei Tage vor Weihnachten. Da hat wohl jemand seine Stromrechnung nicht bezahlt. Haha! Das ist die Rache für die übertriebene Weihnachtsbeleuchtung. Ich reibe mir die Hände, nicht nur vor Kälte, sondern auch vor lauter Schadenfreude. Ich muss für unliebsame Beobachter aussehen, wie ein blau gefrorener Grinch! Aber wer bespannt die Spanner. Keiner?

Warum auch immer, beschließe ich in die Arbeit zu fahren. Und ich beschließe mich nicht unbewaffnet auf den Weg zu machen. Es ist immer absolut unabdinglich seine Axt mit sich zu führen. Laufe mit meiner Axt in einem Stoffbeutel, einem Handtuch über der Schulter und blauen Gummihandschuhen zum Auto. Warum der Stoffbeutel, weil ich Angst habe, es könnte einer sehen, dass ich eine Axt dabei habe. Muss mich erst dran gewöhnen, dass hier keiner ist. Ich stecke die Axt hinter meine Feuerkiste. Hehe. Mit genug brennbaren Material kann ich zumindest noch ein hübsches Feuerchen machen. Hab gehört, dass Zombies ganz gut brennen sollen. Die rechnen ja auch nicht damit, dass sie auf einen Feuerkünstler treffen, wenn sie so durch die Gegend schlurfen. Ich nehme die Axt wieder aus dem Kofferraum und steige ein.

Ich fahre los. Die Axt, angeschnallt, am Beifahrersitz. Safty First! Kein Radiosignal. Ich lasse den Sendersuchlauf suchen, nichts. Die Straßen sind menschenleer, leider auch keine Zombies!

Ich schau nochmal aufs Handy, kein Netz, auch nicht als ich am O² Gebäude vorbeifahre.

Ich blicke an den Himmel und suche nach den Großen Alten. Ist ja nicht so, als hätte ich mich nicht auf Cthulhu und Co. vorbereitet. Außer dem typischen Hochnebel kann ich aber nichts erkennen. Für den Weltuntergang ist es mir entschieden zu ruhig. Mann, ich wollte doch mit einem lauten Knall abtreten. Mit einer riesigen Party. In einem Shortbus, bei Sodom und Gomorrha…Und nun, Stille, soweit das Auge reicht.

Als ich begonnen habe die Adventskalendergeschichten zu schreiben, hätte ich nicht gedacht, dass ich einen Zeitsprung über 3 Jahre machen würde. Drei Jahre auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und dann so was. Keiner da. Nur ich und Mikroben. Der Sinn ist es wohl, dass ich am 22.12.12 in die Arbeit fahre. Frau Rösner, im Jahr 2009 wäre es Dienstag gewesen, aber heute ist Samstag. Wir lernen es wohl nie!

Da brauche ich mich nicht wundern, dass keiner hier ist, die machen alle noch Weihnachtseinkäufe. Aber auch in der Innenstadt ist nichts los. Ist vielleicht schon Heilig Abend und ich habe es nicht mitbekommen? Oder haben die Großen Alten zu viel Julfest gefeiert. Oder die Aliens waren da und haben die ganzen Idioten mitgenommen, aber warum haben die mich vergessen. Und wen haben die noch vergessen? Ich will nicht der letzte Mensch auf Erden sein. Wer bumst mich dann. Mann, es ist Winter und es hat -4 ° Grad. Für eine Rettichzucht ist es entschieden zu kalt und ohne Strom kann ich auch kein Treibhaus aufmachen.

So geht die Welt zu Grunde, einsam, allein, ohne Schwanz! Und Rettiche züchten und Dildos schnitzen bis ans Ende aller Tage fällt auch aus. Verdammt. So macht der Weltuntergang einfach gar keinen Spaß. Menno.

Ich fahre zum Saturn, der Hort meiner Inspiration im letzten Jahr. Die Theresienwiese ist leer gefegt. Sogar das Tollwood ist verschwunden.

Aber was ist dass, da sind Menschen, ganz viele und sie marschieren in Reih und Glied. Zwar nicht nackt, aber das kann ja noch kommen. Ich fahre verbotener Weise durch die Absperrung auf die Theresienwiese und halte auf die Herde strammer Gesellen zu. Eine ganze Herde 1Euronazis nur für mich. Das wäre doch nicht nötig gewesen. Aber ist denn jetzt schon Weihnachten? Endlich hab ich sie gefunden meine Lebensaufgabe. Ich halte an und krame gleichzeitig nach meiner Muskatreibe von der Tupperware. Dann steige ich aus und gebe mich als die uneheliche Enkeltochter von Adolf Hitler aus. Entnazifizierung 2.0. mit blauen Gummihandschuhen. Das wird ein Spaß. Danke, Großer Alter, ich habe verstanden, du willst auch nicht, dass die Zucht und Ordnung die Weltherrschaft an sich reißt. Ich auch nicht. Aber eine Familienpackung Wund und Heilsalbe wäre schon sachdienlich gewesen. Wie gut, dass ich wenigstens mein Handtuch dabei habe. Das wird euch mehr weh tun wie mir.

Flug 2112: Gewinn ins Paradies

Flug 2112: Gewinn ins Paradies

Ich konnte mich gar nicht daran erinnern, in letzter Zeit bei einem Preisausschreiben mitgemacht zu haben. Aber ich bin unterwegs zum Flughafen. In meinem Koffer habe ich Sonnencreme und den perfekten Badeanzug, für den nicht ganz so perfekten Körper.

Beim Check-In zum Flug 2112 fallen mir die gelben Kreise an der Wand kaum auf. Ich muss auch kaum anstehen. Mein Gewinnschein macht mir den Weg frei.

Ich bin ja auch noch nie erste Klasse geflogen. Macht keinen großen Unterschied zu sonst. Die Portionen sind mikroskopisch klein, aber dafür hat man mehr Platz zum Sitzen. Die weiblichen Saftschupsen sind noch eingebildeter und die männlichen Saftschupsen spielen Schwule im Weltall.

So lange wird der Flug ins Paradies schon nicht dauern!? Man kann kaum glauben, dass ein Abstecher zum Mond, weniger Zeit in Anspruch nehmen würde, als ins Paradis zu kommen…

Endlich am paradiesischen Flughafen angekommen, komme ich mir nicht nur vor wie Korben Dallas, ich suche auch völlig paranoid nach den gelben Kreisen, die hier komischer Weise nicht sind. Ich kann mich wage an die gelben Kreise am Flughafen München erinnern. Bruce Willis Tagträume hatte ich doch schon lange nicht mehr…

Ich werde von folkloristischen Einheimischen zum Hotel gefahren und genauso wie die Zeit im Flieger nicht vergangen zu sein schien, ist sie hier wohl gänzlich stehen geblieben. Palmen über Palmen und kleine bunte Hütten mit Strohdächern.

Eine Mischung aus Jet-Leg und außerkörperlicher Nahetoderfahrung lässt mich das Erreichen des Hotelkomplexes nur körperlich wahrnehmen. Ich werde auf mein Zimmer gebracht. Dort muss ich gefühlte zwei Tage meines Urlaubs verschlafen haben. Weil genauso ausgekotzt fühle ich mich in dem Moment als ich wach wurde. Ich kann den Fruchtteller neben meinem Bett riechen, noch bevor ich versuche die Augen aufzuschlagen. Verdammt nochmal, ich hätte es nicht tun sollen, die grelle Fratze brennt mir schier die Augen aus. Der stechende Schmerz der sich zwischen meinen Ohren ausbreitet, kann nur mit dem Kopf unter dem Kissen gelindert werden. Es klopft an der Tür.

‚Roomservice, Miss Dallas!‘ Ohne auf eine verbale Regung meinerseits zu warten, wird die Türe aufgerissen und Miss Roomservice watschelt ins Zimmer. Ich komme mir schier vergewaltigt vor, so wie morgens um 6.30 Uhr im Krankenhaus, wenn die Putzleute durchs Zimmer wienern und versuchen den Krankenhausbakterien Herr zu werden. Dann wird einem das Frühstück vor die Nase geschoben, dabei könnte man noch 4 Stunden einen komatösen Schlaf haben, wenn man nicht schamlos geweckt worden wäre.

So schnell wie Miss Roomservice gekommen war, war sie auch wieder verschwunden. Der Duft einer Tasse schwarzen Tees kriecht mir in die Nase. Ich mache nur ein Auge auf und bete inbrünstig. ‚Bitte kein Earl Grey, Bitte kein Earl Grey!‘

Auch wenn der gehörnte Hirschgott hier nicht wirklich heimisch ist, hat er doch meine Gebete erhört und mir einen richtigen schwarzen Tee geschickt, ohne Aroma oder ohne sonstigen Räucherrückständen.

Ich schließe mein Auge wieder und denke inbrünstig: ‚Ich will einen Dackel, ich will einen Dackel, ich will einen Dackel‘

Nachdem ich meine Wünsche für heute wohl schon verbraucht habe, stehe ich auf, kippe den gesamten Zucker in den Tee und tappe ins Bad. Duschen. Anziehen. Tee trinken und aus dem Zimmer. Keine gelben Kreise ersichtlich. Gut, erst mal zur Rezeption. Ich wurde tatsächlich als Miss Korben Dallas eingecheckt und nachdem ich meinen Multipass nicht finden kann, bleibe ich halt Miss Korben Dallas und schau mal, ob ich Mister Korben Dallas irgendwo an der Bar finden kann. Hm.

Ich laufe geschlagene 2 Stunden durch die Anlage, ich habe alle Bars gefunden, aber Mister Korben Dallas war leider nicht aufzutreiben. Als ich an der VIP Lounge vorbei latsche, wird mir die Tür geöffnet und ich wandle nun tatsächlich im Paradies. Auf frischen, feuchten Moos geht es zum Strand hinunter. Überall kleine Sitzgelegenheiten unter großen Schirmen oder zwischen Hecken aus Pflanzen, die ich nur völlig verkümmert und viel kleiner aus dem Büro kenne.

Ich werde zu meinem Liegestuhl gebracht und wenig später bekomme ich einen Schirmchendrink gereicht. Wo die hier Holundersirup her haben, weiß ich nicht, aber mein Cocktail ist herrlich erfrischend. Ich lege mich wieder hin und nicke ein, bis mich Stimmengewirr aus meinen verwirrten Träumen riss.

Hinter der nächsten Hecke sind auch ein paar Gäste. Sie reden Englisch und die Stimmen kommen mir merkwürdiger Weise sehr bekannt vor. Ich schleiche näher an die Hecke und kann nur durch das Dickicht linsen, weil ich ein paar Zweige zur Seite halte. Ich sehe das Seitenprofil eines Mannes mit Sonnenbrille und Tolle und blicke einer gutaussehender blonden Frau mit Sonnenbrille entgegen, die Marilyn Monroe verteufelt ähnlich sieht. Sie schlürfen auch an Schirmchendrinks und sonnen sich. Der Mann mit der Tolle summt grummelnd eine Melodie: ‚Love me, Tender!‘

Ich presse meine Hand vor den Mund und versuche mich schnell zu beruhigen. ‚Ich kann tote Menschen sehen!‘ kam es mir doch über die Lippen und natürlich kann ich auch meinen Atem sehen. Auf allen Vieren krieche ich die Hecke entlang, bis ich am Ende meiner Hecke im Sand ins Straucheln komme. Als ich wieder aufblicke, sehe ich in meinen Augenwinkeln einen weißen Mann mit schwarzen Haar und weißen Handschuhen, der im Sand sitzt und eine Sandburg baut. Michael Jackson hat sichtlich Freude dabei seine Nimmerland Ranch in Sand nachzubauen, als ein kleiner Mann in Safarihosen über die Sandburg trampelt. Michael Jackson stürzt sich schreiend auf… Adolf Hitler und wird samt Schnauzer und Seitenscheitel unter den Überresten von Nimmerland begraben. Das Erschreckende daran ist nicht, dass Hitler und Jackson noch leben, oder dass ich vielleicht mitten in der Jahreshauptversammlung des Weltverbands Doppelgänger mysteriös verstorbener Berühmtheiten e.V. gelandet bin. Nein. Die beiden Haben einen Mords Spaß dabei. Sie Lachen. Adolf hat Sand in den Mund gekriegt und pustet lachend.

Ich höre wie vor mir etwas in den Sand fällt. Aufgeregtes Bellen und ich fresse ebenfalls Sand als ein Schäferhund vor mir einen Gegenstand aus dem Sand schnappt und wieder davon rennt. Ich konnte die Hundemarke gerade noch lesen, bevor mir der Sand die Sinne verschleiert hatte: ‚Blondie 5.0!‘

‚Brrings Stöckchen!‘ Ich kotze Sand auf den Boden, schüttle meinen Kopf und blicke in Richtung des Mannes, der diesen Satz befehligt hatte. Dr. Mengele nimmt Blondie den Stock ab und wirft und der blöde Stock kommt wieder in meine Richtung. Ich weiche zurück, bevor mich noch der Stock erschlägt. Der vor mir gelandete Stock entpuppt sich auch eh als menschlicher Oberschenkelknochen. Neben Dr. Mengele kann ich zwei Frauen in Richtung Meer laufen sehen. Eine davon ist Eva Braun. ‚Magda warte, ich komme mit!‘ Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mir je träumen zu lassen, zu behaupten das Goebbels in Badehosen echt bescheuert aus sieht. Aber als er mit den Worten: ‚Uropa, schau mal!‘ einen Wasserball ins die Fresse bekam und ins Wasser stürzte, konnte ich mein Lachen nicht mehr unterdrücken.

Osama Bin Laden rennt an mir vorbei mit deinem Federballschläger in der Hand. Und Che läuft ihm hinterher. Ich schüttle den Kopf. Weil Che würde doch nicht mit Osama Bin Laden Federball spielen. Nein. Tut er auch nicht, sie Spielen ein Doppel mit Saddam Hussein und Leni Riefenstahl. Ich glaub mir wird jetzt endgültig schlecht. Und J.F.K und Jürgen Möllemann spielen Schach, oder wie? Nein, J.F.K spielt mit Uwe Barschel und Möllemann liest die Bild. Ich bekomme Kopfschmerzen.

Kurt Cobain steht hinter der Bar und mixt antialkoholische Drinks für Lady Di. Ich werde nicht nur wahnsinnig, ich bin es schon. Himmel, was für Drogen waren in meinem Drink, vielleicht kann mir Curt Kobain da Auskunft geben. Ich hole meinen Drink und gehe an die Bar. Lady Di lächelt mich an, als sie an mir vorbei geht. Sie hat auch so ein All – Inklusive Bändel am Handgelenk, wie ich.

Kurt Kobain wird von Heath Ledger abgelöst. Auch gut. Mister Korben Dallas werde ich hier wohl nicht finden. Bruce Willis wird bestimmt noch 100 Jahre alt.

Mir klopft jemand auf die Schulter. Ich drehe mich um, und werde von Falco zur Seite geschoben. Er führt Jopie Heesters an seinen Platz neben Heinz Rühmann und Heath Ledger serviert ihnen frischgepressten Melonensaft. Die beiden alten Säcke machen Witze über Adolf Hitler.

‚Wie er sich von dem ’schwarzen‘ Mann wieder unterbuttern lässt. Hehehe!‘

‚Ja, er hat doch schon immer seine Gewinnchancen maßlos unterschätzt!‘

Sie kommen mir so vor wie die beiden alten Säcke Waldorf und Statler aus der Muppet Show. Bevor jetzt noch Rasputin und Attila eine Latte Macchiato bestellen, ist es besser, wenn ich einfach tot umfalle. Einen Herzinfarkt vortäuschend, denke ich darüber nach, ob ich vielleicht doch diesen Gewinn ‚Erholungsurlaub im Paradies‘ mit der Kreuzfahrt auf dem Eisbrecher nach Grönland und ein paar wunderschöne Moonboots eintauschen hätte sollen. In Grönland bekommt man bestimmt nicht einfach so harte Wahnvorstellungen von toten Menschen.

‚Nein, Rasputin ist nicht Tod, junge Dame! Auf den Warten wir schon eine sehr lange Zeit.‘ sagt Judas zu mir. Ja, Judas. Ich muss schon tot sein und zur Hölle gefahren sein. ‚Ja, du bist in der Hölle, aber nicht tot! Ungläubige! Das Fegefeuer für die Christen ist im Keller, die wollen das so!‘ Judas lacht ziemlich dreckig und machte eine entschuldigende Geste für den kleinen Witz, den er sich ja anscheinend nicht verkneifen konnte.

‚Und was macht Saddam Hussein und Osama Bin Laden dann hier. Die müssten doch mit ihren 72 Jungfrauen im Himmel sein.‘

‚Die beiden machen hier Urlaub, so wie du!‘

‚Und was ist mit dir, Judas.‘

‚Hafturlaub. Super Ferienjob hier! Noch ein neues Handtuch, Miss Korben Dallas.‘ meinte Judas und drückt mir ein gerolltes Handtuch in die Hand. Ich rolle es auf und mein Multipass fällt aus der Rolle. Miss Korben Dallas – Multipass. Ich schreie drei mal Grönland…

Kalter Wind prescht mir ins Gesicht. Bei meinem nächsten Atemzug kleben meine Nasenlöcher zu. Ein komisches Gefühl, wenn die Nasenlöcher zusammen gefrieren. Ich stehe am Bug des Eisbrechers Rasputin und frage mich gerade in welchen Berufen man Geschäftsreisen nach Grönland unternehmen kann. Ich breite meine Arme aus und schreie laut: ‚Elvis lebt und ist der König der Welt. Willkommen im Wahnsinn, schöne Weihnachten, an guten Rutsch, alles Gute zum Geburtstag und frohe Ostern.‘

Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt…

20. Türchen: Der einzige Grund morgens nicht aufzustehen…

20. Türchen: Der einzige Grund morgens nicht aufzustehen…

Ich wache auf. Der Wecker ging nicht. Es ist 10 Uhr und ich hätte doch schon längst im Büro sein sollen. Ich stolpere ins Bad und stolpere über meine Schuhe und stürze. Vor meiner Nase blinkt was.

Mist, ich hab die Waschmaschine gestern nicht eingeschaltet. Zwischen Pinkeln und Zähne putzen, schalte ich schnell die Waschmaschine ein und stürme wieder ins Wohnzimmer um mich anzuziehen. Mit einem Bein in der Hose hüpfe ich im Wohnzimmer umher und suche meine Schuhe.

Die sind natürlich im Bad. Bin ich ja vorhin auch drüber gestolpert. Toll. Als ich mir die Schuhe zubinde, was ich eigentlich nie mache, da hätte es mir eigentlich schon auffallen müssen, dass hier irgendwas nicht stimmt. Ich starre meine Waschmaschine an, weil ich etwas Blaues im Augenwinkel gesehen habe. Da wieder. Was ist das bloß. Das Wasser füllt sich hinter der Scheibe und meine Stempelkarte schwimmt vorbei. Hm. Ich schüttle den Kopf und blicke nochmal ins Innere meiner Waschmaschine. Was für ein Mist. Wie komme ich jetzt in die Arbeit? Ohne meine Stempelkarte komme ich doch nicht in den Hochsicherheitstrakt.

Kurzerhand ziehe ich den Stecker meiner Waschmaschine. 21. 22. Und den Stecker wieder in die Steckdose, drehe den Regler auf Abpumpen und harre der Dinge, die sich vor meinen Augen in Zeitlupe abspielen, als ich auf Starten drücke. Alle Lichter fangen heftig zum Blinken an und meine Waschmaschine macht ein seltsames Geräusch. Ein sehr seltsames Geräusch. Was sich wenige Momente später als das Pfeifen aus dem letzten Loch entpuppte. Wusa. Verdammt. Ohne Waschmaschine bin ich ja mal völlig aufgeschmissen. Was für eine verschissene Scheiße. Und scheiß auf die Stempelkarte, meine Waschmaschine…ein langer durchdringender Schrei meinerseits weckte mich. Verwirrt schau ich auf meine Uhr es ist 10.20 Uhr. Ich stehe auf und renne aus der Wohnung zu meinem Auto. In meinem Auto liegt auch tatsächlich meine Stempelkarte. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich in Unterhemd und Shorts in meiner Einfahrt stehe. Meine Zipfelmütze ist mir in den Nacken gerutscht. Nun schauen mich alle meine Nachbarn an, die natürlich alle draußen sind, um Schnee zu schippen. Der Schnee schmilzt unter meinen Füßen und meine Socken werden nass. ‚Schönen Sonntag, Frau Rösner!‘

Ich gehe leicht debil grinsend rückwärts wieder zur Haustür. Ich gehe hoch und lege mich wieder ins Bett. Am Sonntag muss keiner ins Amt. Und scheiß auf die Waschmaschine. Der einzige Grund morgens nicht aufzustehen ist, es ist Sonntag. Verfickte Scheiße. Sonntag verdammt.

Eine der lang verschollenen Adventskalendergeschichten aus dem Jahre 2009

The Winchester 1912 Way of Live – Sushi für den Superzombie

The Winchester 1912 Way of Live – Sushi für den Superzombie

Ich habe mein 19. Türchen bereits aufgemacht, ohne weitere Zwischenfälle, vielleicht doch kein Fluch. Hm. Mitten in meinem Morgenritual höre ich die Glastür schwingen. Ich schlurfe wie ein Zombie über den Gang, weil meine bescheuerte Teetasse sich irgendwie nicht gescheit tragen lässt. Also bringe ich sie lieber im Schneckentempo ins Büro zurück, ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten. Bei Supernatural hätten mich die geilen Winchester-Brüder schön längst gekillt, in dem sie mir den Kopf mit einer Axt abgehackt hätten. So in Gedanken versunken kann ich gerade noch eine rote Feuerwehraxt erkennen, wie sie haarscharf an meinem Kopf vorbei saust und im Türrahmen stecken bleibt. Wenn ich volles Haupthaar hätte, hätte ich wohl ganz schön Wolle gelassen.

Für einen Zombie bin ich ziemlich schnell und reagiere fauchend, schmeiße meinem Angreifer die volle Teetasse in die Fresse und mache eine Flugrolle in mein Büro. Erschreckend behände verschwinde ich hinter meiner Stellwand. Viele Legolas-in-geilen-Rüstungen-Poster grinsen Richtung Tür.

‚Für nen Zombie ist sie ziemlich schnell, Sam!!‘ Ich höre das Repetieren einer Schrotflinte. ‚Sam, alles in Ordnung?‘ meinte… Dean Winchester. Ja, Dean Winchester, wie geil. Er kommt mit einer wunderschönen Winchester 1912 Pump-Action in mein Büro gestiefelt. Traumhaft. Aber was ist das?

Himmel, was hat er da an? Ein pullundertragender Dämonenkiller in meinem Büro. Die geile Drecksau in einem Pullunder, das sieht ja mal richtig Kacke aus. Und hat er da eine Fliege um seinen Hemdskragen? Igitt.

Was habe ich nun heute schon wieder verbrochen, dass mich das Universum immer so strafen tut. Ich hab mir die Beiden doch nackt und gebondaged von der Decke hängend mit Sushi dekoriert gewünscht. Hm. Und Wasabi mit Sojasoße im Bauchnabel. Rrrrrr. Kalte Dusche. Kalte Dusche. Eiskalte Dusche.

Dean schießt durch die Trennwand und macht Legolas ein hübsches Loch, wo einmal sein Gesicht gewesen war. Ich bin stinksauer, blicke durch das Loch in meiner Trennwand. Beim zweiten Schuss, hopse ich wie ein Frosch auf die Stellwand, balanciere einen Moment auf der Kante und springe auf Dean. Während ich ihm genüsslich, die Fliege vom Hals reiße, sein Hemd zerfetzte und ihm dann in aller Seelenruhe die Kehle zerbeiße, kommt Sam mit einem ziemlich roten Gesicht in den Raum geschossen. Der Tee scheint ihm anscheinend nicht sonderlich bekommen zu sein. Er naggelte an der Axt, bekommt sie aber nicht aus dem Rahmen. Kein Wunder! Er hat ja auch so ein brechreizerregendes Outfit an. Dachten die Beiden etwa, dass wir hier im Amt alle so herumlaufen? Genau! Ich putze mir den Mund mit dem bestulpten Ärmel ab und verschmiere dabei Dean’s Blut noch mehr in meinem Gesicht, während ich von Dean’s reglosen Körper aufspringe. Ich blicke auf den Boden, sehe aber nur meine blutbespritztes Dekolletee. Blut läuft mir aus dem Mund und tropft über meine Brüste auf den Boden. Fauchend springe ich, wieder wie ein Frosch, auf Sam. Durch die Wucht meines Aufpralles, reißt der Axtstiel vom Blatt ab und Sam fällt um. Im Sturz verbeiße ich mich schon in seinem Hals. Mit letzter Kraft treibt er mir den Axtstiel in den Leib und wir bleiben beide reglos übereinander liegen. Naja, zumindest kann ich von mir behaupten, ich wäre mal auf dem geilen Sam gelegen. Hm.

Im Augenwinkel sehe ich unglaublich schöne Schuhe und einen Mantel auf mich zu fliegen.

‚Talentiert, Frau Rösner! Sie können ja mal gar nichts, aber Hauptsach‘ literweise Blut verbritscheln.‘ Diese eindringliche Stimme bohrt sich in meinen Kopf, so wie der Axtstiel so eben durch meinen Magen gebohrt wurde. Ich blicke auf und sehe zwei zu einem Dreieck gefalteten Hände mit unglaublich langen Fingern und tollen langen, schwarzen Nägeln. ‚Und Sie, Herr Winchester, auch sehr talentiert! Einen Zombie können auch Sie nicht durch einen Holzpflock töten und erst reicht nicht, wenn man den Pflock von Hinten durch den Magen treibt. Sehen Sie, was ihre Spezialisierung auf Dämonen ihnen gebracht hat? Einen Scheißdreck!‘

Ich sehe noch einen schönen Schuh in Sam’s Seite treten. Ein Ruck zieht sich durch meinen Körper, weil der Axtstiel aus meinem Körper gezupft wurde. Die Schuhe und der Mantel entfernen sich wieder von mir, ich kann nur noch den wabernden Mantel sehen und einen Stehkragen, der hinter der Ecke verschwindet.

Eure Magnifizenz!‘ Höre ich hinter mir, als Dean bereits wieder auferstanden war. ‚Zu Diensten!‘

Sam schlägt seine milchigen Augen auf und röchelt mich an. Toll, so hab ich mir das Zusammentreffen mit Dean und Sam nicht vorgestellt. Ich küsse ihn trotzdem, auch Superzombies haben ein Privatleben…Mit einem Schmunzeln auf den Lippen werde ich in meinem warmen, weichen Felltraum wach. Ich kann Blut in meinem Mund spüren…ich glaub ich geh‘ heute Sushi essen. Woher ich wusste, dass es ein Traum ist, heute ist Samstag verdammt! Heute geht noch nicht mal der Wachmann ins Amt. Und ich wurde vor elf, ausnahmsweise mal nicht von den Zeugen Jehovas geweckt, sondern von den Winchester Brüdern. Wie geil!

%d Bloggern gefällt das: