Glückskeks Returns – Ride of the Channing Tram

Glückskeks Returns – Ride of the Channing Tram

chann4Manchmal träumt man und denkt man ist wach und manchmal ist man wach und man denkt man träumt. Manchmal jedoch ist man sich nicht so ganz sicher in welchem Zustand man sich gerade befindet.

Warum auch immer ich mich auf einer Pferde Ranch befinde, kann ich nicht sagen, aber hier bin ich nun. Eine alte Schulfreundin ist auch dabei und es ist eine wie auch immer geartete Veranstaltung im Gange, bei der wir und viele andere mithelfen. Es ist grad so, als gehörten wir dazu. Selbstgemachtes vom Kuchen bis zum eingelegten Kürbis weit und breit. Und wir mittendrin. Und alles aus Kürbis. Komisch ich kann mich gar nicht erinnern, dass eine von uns einmal ein Pferdenarr gewesen war, aber nun sitzen wir am Rande einer Koppel und ein paar waschechte Cowboy reiten ein paar störrige Hengste zu.

Ein riesiger Kürbis bekommt einen Preis und der Kürbisbauer des Selbigen auch.

Ich weiß zwar immer noch nicht was ich hier soll, aber alle loben mich für meinen Kürbiskuchen. Wenn die wüssten, dass ich ihnen da Zucchini untergejubelt habe, aber ich lasse sie in ihrem Glauben, dass alles auf der Welt aus Kürbis besteht und lache in mich hinein.

Ich traue mich nicht recht an mir runter zu schauen, weil mir schwant arges. Weil das, was ich im Augenwinkel über mein Dekollete hinweg sehe, ist gruselig bis untragbar. Ich vermute eine Art Festumhang aus dem Hause Weasley, wenn ich mir die Rüschen so betrachte. Das wäre ja halb so wild, wenn da die schlimmen Karomuster nicht wären.

Um zu verhindern, dass es mir mein Erbrochenes in meine Mundhöhle spült, schaue ich in die untergehende Sonne und sehe in der Ferne tatsächlich einen rollenden Busch, der erst an einem phantasmagorischen Penis-Kaktus vorbei rollt und dann an einem Kojoten, der der Sonne sein letztes Lied vorheult, um dann weiter den Mond anzuheulen.

Ich mache mir überhaupt keine Gedanken darüber was ich in Amerika überhaupt zu suchen habe, wie konnten die mich nur ins Land lassen und wie es sein kann, dass von meinem Mann weit und breit nichts zu sehen ist. Und warum mich hier jeder versteht, obwohl ich kein Strich englisch kann. Aber warum fragen, es ist doch noch Kürbis da.

Ich werde natürlich auch nicht stutzig als mein Unterbewusstsein chann1einen channigartigen Cowboy versucht zu erkennen. Aber irgendwas scheint mein Nerdbewusstsein gelähmt zu haben, dass ich nicht gleich kreischend auf das Channing Tatum Double losgerannt bin, ich ertappe mich nur, wie ich ihn ebenfalls aus dem Augenwinkel beäuge, wie er so im Sattel sitzt.

chann2Eigentlich hätte ich hart stutzig werden müssen, als ich diesen jungen Cowboy eindeutig als Channing Tatum identifiziert hatte, weil er tanzt. Nein nicht so, wie ihr wieder denkt, hier wird Line Dance praktiziert. Um Himmels Willen, ich glaub der will uns zum Tanzen auffordern. Er schaut stierl zu uns rüber. Mich kriegen keine 10 Pferde und auch keine 10 Pferdejungen auf die Tanzfläche, selbst wenn sie alle wie Channing Tatum aussehen sollten. Ich beschäftige mich mit Tische abräumen.

Oh mein Gott, jetzt kommt er rüber zu uns und frägt uns, ob er uns helfen kann. Meine alte Schulfreundin spannt ihn gleich gehörig ein und er sagt immer nur: ‘Yes Ma’am!’ und tippt mit der Hand an seinen Hut und macht was ihm angeschafft worden ist.

Dann blickt er immer verstohlen zu uns rüber, als wären wir ein besonders guter Kürbispudding. Meine Fresse, es kann nicht Channing sein, der ist doch nicht schüchtern, oder?

Es muss doch ein Traum sein, hier stimmt doch irgendwas ganz und gar nicht. Channing ist da, von seiner Frau ist weit und breit nichts zu sehen, von meinem Mann auch nicht. Er tanzt und hat noch alle seine Klamotten an und er ist ein Cowboy und hat noch nicht den Kopf weggeschossen bekommen. Da stimmt doch was nicht.

Also gehen wir mal davon aus, es ist tatsächlich ein Traum und gehen wir mal davon aus der abartige Glückskeks steckt wieder dahinter.

Ich dachte ja ich hätte es hinter mir, weil sich der Glückskeks solange nicht mehr gemeldet hat. Wahrscheinlich war er eifersüchtig. Insgeheim war ich ja schon ein bisschen froh, die Glückskeksträumerei ist mir halt schon ganz schön abgegangen.

Naja, die Feier ist jetzt wohl auch zu Ende und der Channing hilft uns noch das Auto zu beladen. Er ist sehr zuvorkommend und öffnet uns immer die Türen und alles andere macht er immer sehr schwungvoll, so als wäre unser Cowboy ein waschechter Pirat.

Am Ende sitzen wir im Pickup von meiner alten Schulfreundin und ich würde ganz gerne im Erdboden versinken. Also er steht offensichtlich auf sie. Sie hält aber so garnichts von diesem schicken Cowboy. Ich hatte sie eigentlich auch nicht so zickig in Erinnerung, wie sie ihm jetzt die kalte Schulter zeigt. Der arme Channing. Ich sitze im wahrsten Sinne des Wortes zwischen zwei Stühlen, also zwischen der neuen Eisprinzessin und dem Channing auf der durchgehenden Sitzbank des uralten Pickups und nachdem sie nicht die allergrößte Person ist, hat sie die Sitzbank ganz nach vorne geschoben, damit sie an die Pedale kommt. Und so hat der Channing die Knie ungefähr zwischen den Ohren und ich sitze wie ein Würfel aus Knien und Brüsten zwischen drin.

Mir macht es irgendwie gar nichts aus, dass er sie so anschmachtet, eigentlich ist es ja ganz lustig, wenn ich mich nicht so fremdschämen würde. Meine Fresse wer würde schon Channing Tatum von der Bettkante schubsen? Meine alte Schulfreundin!

Ich hab mit dem armen Channing langsam echt Mitleid. Ja, da kommen auch schon die Muttergefühle (Ich werd alt!), weil er gar so wie ein geprügelter Köter aus der Wäsche schaut. Apropo Wäsche. Anfangs hatte er ja Jeans und Hemd an und seinen Cowboyhut natürlich. Später muss mein Unterbewusstsein dann noch Cowboystiefel und Chaps dazugedichtet haben, aber so genau kann ich das jetzt auch nicht mehr sagen, was er denn nun wirklich anhatte.

Es kommt wie es kommen muss. Und ich sitze am Ende mit dem Channing in der Trambahn, weil er meine alte Schulfreundin halt so gar nicht erweichen konnte.

Wie wir jetzt so schnell mit dem alten Pickup von Wyoming in die bayrische Landeshauptstadt gekommen sind, kann ich auch nicht so genau sagen und warum ich mit ihm jetzt gerade in einer Trambahn sitze, keinen blassen Schimmer. Die Tram fährt bekanntlicherweise nicht nach Wolfratshausen.

So sitzen wir da, wie bestellt und nicht abgeholt in der Tram und er wippt zu einer Musik, die offensichtlich nur er hört und tut das was er am Besten kann. Ja, das was ihr denkt.

Und mir ist es mords peinlich.

Jetzt stellt sich die Frage, wie komme ich mit der Tram nach chann3Wolfratshausen und was sagt mein Mann dazu, wenn ich den Channing mitbringe, der mittlerweile sich seiner Klamotten entledigt hatte und an der Stange in der Tram seine geilsten Moves zum Besten gibt. Eine alte Oma wird gerade ohnmächtig weil er sie grad pornomäßig auf Gesichtshöhe angetanzt hat, als ich schweißgebadet auf dem Sofa wach werde.

Meine Fresse, Glückskeks du hast doch echt nen Clown gefrühstückt. Ich schleiche ins Bett und da liegt mein Mann und schnarcht, wie ein Holzfäller aus Kanada. Ob ich ihm vom Channing erzählen soll? Hm. Vielleicht werde ich ihm einfach einen Cowboyhut kaufen, vielleicht sagt er dann auch: ‘Yes Ma’am!’ zu mir und tippt sich dabei an den wunderschönen Hut.

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Glückskeks Calling Episode 7

Glückskeks Calling Episode 7

IMG_20151119_190801594_HDRIch wache auf, weil alles ziemlich still ist. Zu still. Ich fühle mich merkwürdig leicht und irgendjemand muss ernsthaft den Ton abgestellt haben. Dumpfer Druck bringt mich dazu, dass ich doch versuche meine Augen zu öffnen. Ich muss pissen. Schlagartig brachen unglaublich viele Eindrücke auf mich ein. Und in Windeseile wurden mir viele meiner Fragen beantwortet, obwohl ich eigentlich keine einzige Frage gestellt hatte. Man könnte fast sogar ein Bisschen sagen, too much information. Das warf seltsamerweise noch mehr Fragen auf. Nachdem außer mir scheinbar niemand sieht was ich sehe, versuche ich das in Worte zu fassen was mich irrsinnig und sprachlos macht. Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr…. keine Ahnung. Bling. Bling. Die Anzeige an meinem Raumanzug muss eingefroren sein. Es ist eh ziemlich kalt hier drinnen. Kann da mal jemand die Heizung anschalten? An der Scheibe meines Raumanzuges kann ich ein paar Eiskristalle über mein Goldfischglas wandern sehen, als wären die Eiskristalle eine halbwegs intelligente Lebensform, die völlig stumm versuchen mit mir Kontakt aufzunehmen. Die Unterhaltung der Stummen innerhalb und außerhalb des Gildfischglases wirft wiederum noch mehr Fragen auf.

Die Schwerkraft ist völlig außer Kraft gesetzt und ich treibe stumm, ratlos und ziellos durch eine ziemlich runtergekommene Schrottmühle. Im Licht der Notbeleuchtung schaue ich mich um.

Neben zwei Spielzeugdinosaurier, die auf einer Konsole stehen, kann ich eine Vorrichtung erkennen, wo man ordinäre Kassetten abspielen könnte, wenn man welche hätte. Ich hab so ein bisschen Angst davor, wenn das Licht noch völlig ausfällt, dass ich dann der fleischgewordene Goldfisch in einem echt abartigen Jackson Pollock Bild werde.

Ach ja, aufgrund der fehlenden Schwerkraft trudel ich immer noch durch das Innere des Raumschiffes. Wie ein Quastenflosser in der Tiefsee. Auf der Suche nach Plankton oder irgendetwas was sich zu fressen lohnt. Einen Anglerfisch könnte ich jetzt schon verdrücken. Ich muss nicht nur Pissen, sondern ich hab auch noch tierischen Hunger.

Ich trudel wieder an den riesigen Fenstern vorbei und sehe den Weltraum. Unendliche Weiten. Ein Raumschiff mit einer eine Frau starken Besatzung unterwegs um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen…halt…fremde Welten zu erforschen wäre ja schon geil, aber Raumanzüge und Enterprise passt ja nicht ganz zusammen. Die Nummer mit der Schwerkraft haben die Jungs von der Nasa etc. ja noch nicht gelöst. Hm. Also ist das hier eher die Nummer von 2001 Odyssee durchs Weltall.

Naja, 2001 ist ja schon lange vorbei. Ganz schön schräg eigentlich, wenn man mal bedenkt, welche SiFi Filme sich schon selbst überdauert haben. Irre gell, dass Marty Mac Fly in diesem Jahr in der Zukunft gelandet ist, um dann wieder in seine Vergangenheit ähm Gegenwart zu reisen. Da könnte man sich schon ganz schön den Kopf verbiegen, wenn nicht schon alles klar wäre. So klar war es selten, trotz beschlagener Scheiben. Ach ja, ich bin ja schon wieder abgeschwiffen, ich sollte erstmal zu meinen Fragen und vorallem zu den Antworten, die mir die Stille und der Ausblick hier innerhalb von 3 Sekunden verraten haben, Stellung nehmen. Boa hab ich einen Klugscheißer gefrühstückt? Naja, auf jeden Fall hat man im Weltall Hunger und zwar so einen Großen! Und Pupsen im Raumanzug ist weniger zu empfehlen, außer man hat Freude an dem fleischgewordenen Atem des Golgataner vor dem man nicht flüchten kann, außer man zieht den Tod durch extremen Druckabfall, Blitzerfrierung und Ersticken vor. Und wer will schon so aussehen wie der Arnie, wie es ihm auf dem Mars die Augen quasi aus dem Schädel gedrückt hat. Gar nicht schön.

Die wichtigste Frage ist eigentlich, wenn es im Weltall völlig still wäre, würde dann auch der vorlaute Tinnitus endlich die Fresse halten? Nein tut er nicht. Er piepst. Aber gepiepst hat er ja noch nie. Normalerweise rauschen Dieter Bohlen und Thomas Anders in zwei verschiedenen Frequenzen. Manchmal pfeift einer der Beiden.Und manchmal sogar aus dem letzten Loch. Aber gerade hält der Dieter endlich die vorlaute Fresse und Thomas verhält sich anders. Er piept. Piep. Piep.

Nein, es ist ein fiep, fiep. Oh mei, vielleicht handelt es sich ja vielleicht doch um eine zwei Mann große Besatzung. Ich und der Hundopus.

Wo is er denn? Ganz ein Braver. Ich versuche mich gezielt durch den Raum zu bewegen und dann fand ich ziemlich schnell die Ursache des Fiepsen. Naja das Fiepsen, dass urplötzlich in einen lästiglauten Warnton umschwenkte und eine ziemlich nervige Stimme kam durch den Lautsprecher in meinem Helm: ‘Sie haben die automatische Selbstzerstörung gewählt, Sie haben noch 10 Minuten das Raumschiff zu verlassen. Ich wünsche noch einen angenehmen Tag.’

Einen blöden Scheiß hab ich. Wer zum Teufel drückt denn freiwillig auf die automatische Selbstzerstörung? Wie blöd kann man denn sein?

Naja, ich hab ja noch 10 Minuten, vielleicht kann ich das Ding ja ausschalten. Ich suche eine Konsole, die so aussieht, als würde sie wie ein Weihnachtsbaum blinken.

Süßer die Glocken nie klingen, da ist sie ja schon. Ich drücke den großen roten Knopf in der Mitte einer bunt blinkenden Konsole und hoffe, dass die Bedienung des Bordcomputer in einfacher Sprache erklärt werden würde.

‘Geben Sie die den Sicherheitscode ein!’ sprach die nervige Stimme wieder. ‘Geben Sie den Sicherheitscode ein!’

Ich versuche mich zu konzentrieren. Was mach ich eigentlich im Weltall und IMG_20151104_113446255wer hat mich hier hergebracht. Ich krame in der Außentasche meines Raumanzuges und als ich die Hand wieder herauszog, kamen nur ein paar Krümel und ein rotes Plastiktütchen aus meiner Tasche gepurzelt und schwebten mit mir zusammen um die Konsole herum. Der rote Plastikfetzen trieb an meinem Goldfischglas vorbei. Ach du Scheiße, der Glückskeks hat wieder zugeschlagen. Du Drecksack, so haben wir nicht gewettet, du hast zuletzt gesagt, dass ich auf dem richtigen Weg sei und jetzt bist du ganz plötzlich über den Knopf der automatische Selbstzerstörung gestolpert. Ich glaub es hackt. Das Fiepsen war mittlerweile unerträglich geworden. Der Zettel des Glückskeks trudelt an mir vorbei und darauf stand: ‘Du musst jetzt aufwachen!’

Glückskeks Calling Episode 6

Glückskeks Calling Episode 6

FortunecookieIch wache auf und bin nackt. Was nicht weiter verwunderlich ist. Ich scheine völlig alleine zu sein und als ich die Augen öffne, finde ich meine alten Wohnung im gewohnten Chaos vor. Ich drehe mich auf die Seite und will eigentlich weiterschlafen. Vor meiner Nase liegt irgendwas. Hm. Ich versuche es zu fassen zu bekommen und ich schlage mir dabei auf die Nase. Meine Hände sind noch ein wenig unkontrolliert. Beim zweiten Versuch klappt es. Es ist ein Stringtanga. Hm. Vielleicht hab ich gestern Nacht schlafgewandelt und dabei Pornos geschaut. Ich blicke mich nochmal um, und mein Laptop steht fast in Reichweite, aber an seinem gewohnten Platz. Er scheint auch aus zu sein. Also vielleicht doch keine Pornos geschaut.

Ich beschließe irgendwann doch aufzustehen und springe wie ein junger Gott aus dem Bett und will mir irgendwie instinktiv zwischen den Beinen kratzen und rutsche aber auf etwas aus, worauf ich eher unsanft den Boden küsse, bevor meine Hand meine Körpermitte hätte erreichen können. Vor meiner Nase liegt ein benutztes Kondom. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und kratze mich am Kopf, den ich mir wohl gerade angeschlagen habe.

Dann beginnt mein Hirn endlich an zu arbeiten und ich fasse mir nun wirklich zwischen die Beine, um zu kontrollieren, ob ich in letzter Zeit irgendwie freiwillig oder unfreiwillig Sex gehabt haben könnte und was ich da ertastete entzückte mich einerseits, erschreckte mich allerdings auch. Zwischen meinen Beinen stand eine mehr oder weniger phantasmagorische Morgenlatte auf Halbmast. Heiliger Glückskeks, ist denn jetzt schon November?

Und wo sind meine Titten hin. Böser Glückskeks, nimm mich doch nicht immer so wörtlich! Schlechter Tausch. Oder eigentlich, HM.  Aber was will ich auch erwarten von einem Glückskeks, der nie hält war er verspricht.

Wenn ich schon mal einen Penis habe, könnte ich ja den ganzen Tag Pornos schauen und mir einen Wedeln und mir bis Freitag überlegen, wie ich das meinem Mann beibringe. Und vielleicht wache ich ja gleich schreiend auf und es war alles nur ein Traum.

Fortsetzung folgt… vielleicht!?

Glückskeks Calling Episode 5

Glückskeks Calling Episode 5

imm034_32Ich wache auf und wundere mich. Ich sitze an einer Bushaltestelle und muss wohl eingenickt sein. Ein laues Lüftchen weht um meine Waden und es fröstelt mich.

Seit wann lungere ich denn an irgendwelchen Bushaltestellen herum? Und wo ist mein Auto? Ich blicke mich um und es ist außer mir und dem Bushäuschen keiner da.

Lauthals gähnend krame ich in meiner Handtasche nach meinem Handy, mal sehen, wann der nächste Bus geht. Generation Smartphone lässt grüßen, könnte ja auch auf dem Fahrplan schauen, wann der nächste Bus kommt und da steht dann auch wo ich bin.

Und nachdem ich mein Handy auch nicht finden kann, tue ich das sogar. Es war kein Fahrplan da, noch nicht mal eine Anschlagtafel. Hm. Ich finde auch keinen Fahrplan, als ich das Bushäuschen zum 5. Mal umrundet hatte. Das wird doch nicht wieder eine Fakehaltestelle sein?

Ich blicke mich um, rund um mich herum ist nichts außer abgeerntete Felder und verdammt viel Batz und die Straße.

Da kann ich mich nur an die Straße stellen, den guten alten Daumen raushalten und bis zum Sankt Nimmerleins Tag warten oder ‘I’m walking’ machen und hoffen, dass bald eine Tankstelle auftaucht, oder wenigstens ein Haus mit einem Telefon. Nur wen rufe ich an? Ich checks halt mal wieder nicht, was eigentlich los ist. Nicht, dass mir wieder jemand K.O. Tropfen in meinen letzten Drink gekippt hat. Hm.

Ich habe keine Ahnung, mein allgemeiner Gesundheitszustand fühlt sich gerade nicht so an, als hätte ich einen Drink mit Schuss genossen und mein Körper fühlt sich auch nicht so an, als wäre er in jüngster Vergangenheit genossen worden. So’n Mist.

Ich begebe mich auf Urschachenforschung und kippe den Inhalt meiner Handtasche einfach auf die Straße. Ist ja eh keiner hier, also krame ich in der Vergangenheit und finde keine wirklichen Anhaltspunkte. Das Einzige was mich echt stutzig macht, ist dass ich einen weißen Handschuh trage. Bin ich jetzt unter die Teilzeit-Butler gegangen?

Ich hör ein Auto in der Ferne mit einem echt gutem Sound und blicke auf, während ich meine Sachen wieder in die Handtasche zu stopfen versuche.

Es hält ein schwarzer 1967 Chevy Impala mit bekanntem Inhalt vor meiner Nase. Danke, es muss November sein.67schw

Und als Sam die Tür öffnet, drischt er mir die Tür voll auf den Schädel und ich mache einen Ausflug ins Traumland. Anmerkung: Der November scheint schon vorbei zu sein. Warum immer ich? Nicht, dass ich höchstwahrscheinlich vorher schon geträumt habe, weil in welchen meiner Leben kommt wirklich ein 1967 Chevy Impala vorbeigerauscht, der auch noch schwarz ist? Und wieviele Mädchen würden ihre Seele dafür geben, dass sie von Sam niedergeschlagen werden?

Ganz weit entfernt, kann ich jemanden reden hören:

‘Saubere Arbeit, Sam! Die hast du mal voll erwischt!’

‘Dean, es könnte einfach nur eine zufällige Passantin sein.’

‘Schau dir die Gegend doch mal an, hier ist weit und breit nichts außer Matsch!’

‘Vielleicht wartet sie auf jemanden?’

‘Auf wen? Auf den Weihnachtsmann? Lassen wir sie liegen, wir haben zu tun!’

Ich höre, wie eine Augenbraue hochgezogen wird.

‘Ist ja schon gut, lass sie uns ins Auto schaffen und zum nächsten Arzt fahren!’

Ich werde mehr geschoben als ins Auto getragen und Dean sammelt wohl meine Habseligkeiten von der Straße auf.

‘Was die für einen Scheiß in ihrer Handtasche hat…. Ui, Sam, schau mal, was ist das?’

Oh nein, er hat meinen Notfalltanga entdeckt!?!

‘Die Lady war nicht zufällig hier, die hat auf uns gewartet!’

Ich drifte völlig weg und wurde erst wieder wach, als ich eine Ladung Wasser ins Gesicht geschüttet bekam.

‘Sie ist schon mal kein Dämon, Sam!’

‘Dean, du bist sowas von paranoid!’

Ich bekam irgendein Putzmittel in die Fresse geschüttet, es brannte wie die Hölle und ich schrie wie am Spieß.

‘Ich habs dir doch gesagt, dass es ein Leviathan sein muss!’ rief Dean ganz aufgeregt und ich konnte ein großes Messer hören, dass aus einer metallernen Scheide gezogen wurde. Wahrscheinlich war es ein Bajonett. Bevor sie mir den Schädel runterschlagen konnten, konnte ich sie zumindest noch anschreien: ‘Ihr Penner, hab ihr euch schon mal überlegt, dass es Menschen gibt, die Allergisch reagieren, wenn ihr ihnen so ne Domestosplörre in die Fresse kippt. Habt ihr noch alle beieinander, ich glaub es hackt…’ Ich befreite mich von der dilettantischen Fesselung und versuchte aufzustehen, da ich aber nichts sehen konnte, weil meine Augen zugeschwollen waren, stolperte ich einem von den Beiden schreiend in die Arme. ‘Und fesseln könnt ihr auch nicht!’

‘Steht über Allergiker was in Dad’s Tagebuch?’ frug Dean seinen Bruder.

Ich röchelte nur noch: ‘Wasser, Handtasche!’

Ich bekam wieder einen Schwall Wasser ins Gesicht geschüttet und konnte zumindest die Augen wieder ein wenig öffnen. Dean hatte gerade meine Handtasche auf den Boden gekippt und zog zielsicher wieder meinen Tanga aus meinen Sachen, bevor er ein paar Tabletten fand.

‘Nein, bitte nicht die Durchfalltabletten!’ versuchte ich zu schreien. Sam hatte zum Glück die Antiallergika gefunden und nachdem ich mit drei erhobenen Fingern der Ohnmacht nahe zu Boden gesunken war, legte er mir 3 Tabletten unter die Zunge. Er tätschelte meine Wangen und hielt mir eine Flasche Wasser hin.

Als ich mich wieder einigermaßen gefangen hatte, meinte Dean zu mir: ‚Halt mal kurz!‘ Er drückte mir einen Silberlöffel in die Hand.

‚Boa, Alter! Ich bin kein Werwolf und du musst mir jetzt auch nicht mit einem Kreuz aus Knoblauch kommen. Ich bin ein verdammter Nerd, der von einem winterlichen Glückskeksfluch befallen ist.’ schrie ich aufgebracht und warf ihm den Silberlöffel hinterher.

‘Sam, steht in Dad’s Tagebuch etwas über Glückskeksflüche?’

‘Nein, aber über Nerds hab ich was reingeschrieben!’ meinte Sam, blätterte durch das Tagebuch und machte Anstalten etwas vorlesen zu wollen.

‘Ich weiß was Nerds sind, die Liverollenspiel Nummer hat mir gelangt.’

‘Danke dafür, ich hab mich weggeworfen vor lachen!’ kicherte ich und hatte endlich Zeit mich ein wenig umzusehen. Wir waren an einem Ort, wo man meine Schreie bestimmt nicht hören würde. Es war alles ziemlich runtergekommen und das spärliche Licht, dass durch die Fenster hereinkam, war nicht der Rede wert.

‘Wie, du hast dich weggeworfen vor lachen?’ wollte Sam ziemlich herrisch wissen.

‘Ja, als ich mir die Folgen auf DVD angeschaut habe und ich liebe es, wenn du so herrisch bist, Sam!’ kicherte ich wieder.

‘Das kommt mir irgendwie ziemlich bekannt vor!’ rief Dean und plötzlich sprang ein Funke über und wir plapperten beide los, wie aus einem Mund: ‘Sam Winchester schminkt sich…Sam Winchester weint, wenn er Sex hat…Sam Winchester hat ein Lineal im Bett und jeden morgen wenn er aufwacht…!’

‘Okay, Okay, es reicht!’ schrie Sam und war sichtlich angepisst von unserem Ausbruch. Er atmete tief durch bevor er fortfuhr: ‘Es gibt uns also auf DVD? Wir müssen Chuck finden, wenn wir wieder in den Staaten sind.’

‘Ich hoffe ich werde von Karl Urban gespielt?’ meinte Dean und strich sich die verstrubbelten Haare zurück.

‘Darf ich von meinem Recht gebraucht machen, die Aussage zu verweigern und eine Frage stellen?’ meinte ich und grinste sie an.

Beide nickten neugierig und ich schoss wie aus der Pistole geschossen los: ‘Was, bei allen guten Geistern macht ihr in einer so gottverlassenen Gegend?’

‘Wir sind nach Bayern gekommen, weil wir von einem seltsamen Vorkommen gehört haben!’

‘Wie, dass man hier nach 2 Maß noch fahren darf!?’

‘Mass?’ wollte Dean wissen.

‘Maß, ist die Maßeinheit für 1 Liter Bier in Bayern, Dean!’ maßregelte Sam seinen Bruder.

‘Ja, Oktoberfest! Oans, Zwoa, Gsuufah!’ rief Dean und machte Anstalten einen Schuhplattler zu beginnen. Hoffentlich hat der Glückskeks bald ein Einsehen mit mir und beendet diesen Traum, bevor es noch merkwürdiger wird.

‘Eigentlich suchen wir nach dem Erben der Werwolfsbrigade!’ meinte Sam eher beiläufig.

‘Die Nazis sind alle tot, du Spasti! Habt ihr die Zeitung nicht gelesen? Das sind nicht die Werwölfe, die ihr sucht. Es war alles nur eine riesige Drogenparty und eins rate ich dir, raus aus meinem Kopf und raus aus meinem Plot!’

‘Volltreffer, Schätzchen! Jetzt erzähl uns alles!’ meinte Dean und hielt mir ein japanisches Bajonett aus dem 2 Weltkrieg unter die Nase.

‘Damals im Ferienlager…!’ begann ich und grinste sie saublöd an.

‘Das hab ich nicht gemeint! Was ist nun mit der Werwolfsbrigade?’ herrschte mich Sam wieder an und ich muss zugeben, dass mir so ein Bisschen mein Höschen volllief.

‘Jetzt nochmal langsam und zum Mitschreiben. Steckt die Nase mal lieber in eure Angelegenheiten und haltet euch aus meinem Plot raus, das Con ist längst vorbei und wer nicht da war, ist selber schuld.’

‘Con?’ fragte Dean und zog eine Augenbraue hoch.

‘Con, die! Abkürzung für Convention…!’ rezitierte Sam aus Dad’s Tagebuch.

‘Ich versteh kein Wort!’ pienzte Dean rum und fuchtelte wieder mit seinem Bajonett vor meiner Nase rum.

‘Larp – Life Action Role playing, Dean!’

‘Ach, du bist Larper!?’

‘Was ist denn das für ein Genremix?’ witzelte Sam und grinste das erste Mal in diesem Traum.

‘Das ist der – ich schieb dir die Faust bis zum Anschlag in den Arsch, wenn du nicht die Finger von meinem Plot nimmst-Genremix!’

‘Ist ja schon gut! Hier gibt es also nichts Außergewöhnliches?’ wollte Sam noch wissen.

‘Bis auf die Nummer mit dem Glückskeksfluch, nichts! Aber das könnt ihr in meinem Blog nachlesen, ihr müsst nur Sparklefool und/oder Glückskeks Calling googeln. Und nix füar unguat…’

In dem Moment wache ich auf, weil ich wieder Wasser in die Fresse geschüttet bekomme. Diese unfreiwillige Dusche will gar nicht mehr aufhören und als der Wasserstrahl endlich versiegte, befand ich wieder an der Bushaltestelle und ich blickte wie ein begossener Pudel den Rücklichtern eines Busses hinterher.

Es ist kein FortunecookieFluch, nein es muss eine großangelegte Verschwörung sein, oder kann mir jemand erklären, warum mir immer so eine Scheiße passiert und warum ich immer so bescheuerte Glückskekssprüche bekomme. Nicht dass ich laut meinem Dezember-Glückskeks bis November warten muss, dass endlich etwas Wundervolles in meinem Leben passiert. Mein Neujahrs-Glückskeks versprach mir, dass ich bald etwas bekommen würde, was ich mir schon lange gewünscht habe. Der Wasserschaden stand genausowenig auf meinem Wunschzettel, wie ein kaputter Kühler! Danke Glückskeks! Und dann der Oster-Glückskeks mit leichter Verzögerung: ‚Dein Wunsch wird nach einer kurzen Verzögerung erfüllt werden!‘

Kurze Verzögerung? November? Ich glaub es hackt! Ich komm mir vor wie auf einem Bahnsteig und die nette Dame von der Bahn teilt allen Wartenden eine kurze Verzögerung mit. Jetzt ist der nächste November vorbei und der Einzige der mir ins Gesicht spritzt ist der vorbeifahrende Bus. Ich bin in einer Glückskekswarteschleife gefangen, holt mich hier raus!

Glückskeks Calling Episode 4

Glückskeks Calling Episode 4

vokuIch wache auf weil ich laufe. Ich laufe sonst nie! Seltsam, meine Brüste gehen mir dabei gar nicht im Weg um. Was sie sonst immer tun, wenn ich mal laufen sollte.

Ich laufe an einer ellenlangen Straße entlang, neben mir sind Häuserfronten von spiegelverglasten Bürogebäuden und ich kann mich, wer hätte es anders gedacht, im Glas der Scheiben Spieglein, Spieglein…Da waren sie wieder meine zwei Probleme. Der Märchenvirus und der Glückskeksfluch!

Ich hätte es mir ja gleich denken können, dass da was nicht stimmt. Meine Brüste gehen mir die letzten 24 Jahre im Weg um, und nach einem 12jährigen Mädchen mit blonden Zöpfen sehe ich ja nicht gegrade aus. Ich laufe übrigens immer noch. Ich habe einen ziemlich hässlichen und viel zu engen roten Lycraanzug an und komme mir ein Bisschen so vor wie ein Bobfahrer im Sommer.

Plötzlich sehe ich, wie jemand hinter dem Bürogebäude auftaucht und ziemlich schnell hinter dem nächsten Bürogebäude wieder verschwindet. Das Ganze ging so schnell, dass ich einerseits gar nicht festgestellt habe, dass ich selbst noch schneller gelaufen bin, um ihm hinterher zu kommen. Und andererseits muss mein Verstand irgendwie auf der Stecke geblieben sein. Alter war der Kerl schnell. Es muss Captain America sein. Und was war ich? Eine weibliche (und kleinere und dickere) Version von Flash? Wohl eher die uneheliche Zwillingsschwester vom Hackl Schorsch.

Keuchend erreichte ich die nächste Lücke in der Häuserfront. Da zischte er wieder an mir vorbei. Er muss ein Hybrid zwischen Flash und Captain America sein. Man, ist der schnell. Ich versuche ihn, so schnell es mir möglich war, zu verfolgen, aber ich scheine ihn zu verlieren. Er ist einfach zu schnell.

Als ich am Ende meiner Kräfte um die nächste Straßenecke bog, war der Kerl wohl an seinem Ziel angekommen. Er stand vor einer Bushaltestelle und ich konnte gerade noch die Rücklichter des Busses am Ende der Straße erkennen.

Der Kerl war ähnlich fertig wie ich, nur dass ich gar nicht mit dem Bus fahren wollte, weil ich ja nur auf der Jagd nach einer personifizierten Comicfigur war. Und er sieht auch nicht annähernd so aus wie Captain America und/oder Flash. Nein, ratet mal. Nein, es ist nicht Edward aka Ignaz und auch nicht Zweischwerthans aka Tyron Nightfire. Igor ist es auch nicht und nachdem ich auch ausnahmsweise grad nicht im Knast bin, ist es zu meinem Leidwesen auch nicht Malakili, der corellianische Rancorwächter aus Jabbas Palast. Es ist Vokuhila Tschortsch!!!

Super, hab ich keine Fußnote gemacht Frl. Reophanu? Jetzt hetzt sie mir doch tatsächlich den Vokuhila Tschortsch 1) (Beachte die Schreibweise!) auf den Hals. Nicht dass ich mit dem Glückskeksfluch schon genug um die Ohren hätte. Und gejagd hat er mich auch nicht, ich hab ihn gejagd. What the fuck. Was haben wir bei: ‚Von einem Ork durch den Wald gejagd werden!‘ nicht verstanden?

Ich kann so nicht arbeiten, ich bin in meinem Wohnwagen.

Von wegen, dass man seine Träume nicht beeinflussen kann… Ich stehe auf einem öden Feld, ein rollender Busch holpert an mir vorbei. ‚Runter von meinem Rasen!‘ höre ich eine krächzende Reibeisenstimme rasseln, begleitet von dem Durchladen einer Schrotflinte.

Ich drehe mich langsam um. High Noon. Die Hand an meinem Gürtel, ich bin gespannt wie die Feder meiner Smith & Wesson.

Vor mir steht ein ehemals pinker, verkohlter Wohnwagen und ich stehe auf einem verdreckten Kunstrasenteppich. Rund um alles ist nur Ödnis, Staub und Sonne. Vor dem Wohnwagen steht eine Alubadewanne voll Kronkorken und in der Badewanne sitzend, grinst mir eine sonnenbebrillte ältere Dame mit einem verkohlten Strohut auf den Kopf, an. Im Mundwinkel hat sie einen Zigarrenstummel.

Ich höre nochmal ein ‚Runter von meinem Rasen!‘ und den Knall, der in der Regel auf das Betätigen des Abzuges folgt…

Mit Schmerzen in der Brust wache ich auf… ach keine blutige Wunde… Kein Blutspritzmassaker in meinem Bett, ich dreh mich um, zieh die Decke über den Kopf und schlafe weiter.

1)Vokuhila Tschortsch: Kurze Begrifferklärung fehlt Frl. Reophanu!

Glückskeks Calling Episode 3

Glückskeks Calling Episode 3

FortunecookieIch werde von einem nervösen Zucken überhalb meines Auges wach und denke mir, dass ich eigentlich nach entspannenden Träumen vielleicht morgens nicht mit einem kinskiesken Zucken in der Fresse aufwachen sollte. Es sei denn, meine Träume halten mich wieder dermaßen auf Trab, dass ich morgens schon total gestresst mit dem skrat’schen Augenzucken aufwache.

‚Noch einen Wunsch, Mylady!‘ flüsterte ich in mich hinein und öffne nur ein Auge und rümpfe gleichzeitig die Nase. Wo bin ich denn jetzt wieder gelandet? Hey Glückskeks, hast du mich nicht schon genug leiden lassen? Jetzt ist aber langsam mal gut mit dieser verunglückten Wunscherfüllung.

Warum ich meine Nase gerümpft habe? Es lag zumindest nicht an der gesiebten Luft, die ich schon wieder atmen muss. Danke mal dafür, lieber Glückskeks und die letzte Nummer im Männerknast hat mir ehrlich gelangt. Aber das nach Fäkalien und Verwesung stinkende Loch, in das du mich heute Nacht gesteckt hast, ist ja wirklich eine Zumutung. So kann ich nicht arbeiten. An der rustikalen Steinmauer wuchert der Schimmel und irgendwie freu ich mich doch, in der wahnwitzigen Hoffnung, dass mir wenigstens obszöne Plizgewächse lüstern entgegen nicken würden. Aber nein, keine obszönen Pilzgewächse für Frau Rösner heute.

Langsam bewegt sich meine Laune gen China und einen schwarzen Tee krieg ich hier bestimmt auch nicht. Was hab ich eigentlich verbrochen, dass mich das Universum immer so strafen muss. Weil ich nicht bis November warten wollte. Ist es das? Genau, gibt es eigentlich irgendjemand der noch ganz bei Trost ist, der 11 Monate wartet, bis sich ein Glückskeksspruch erfüllt. Nach 11 Monaten kann man den von Google übersetzten Spruch auf den von koreanischen Kinderhänden mit krebserregenden Farben billig bedruckten Glückskeksschnipseln bestenfalls gar nicht mehr lesen. Und Der Führer bin ich auch nicht geworden, obwohl diese weltverändernde Weissagung aus einem Glückskeks stammte.

Ich höre wie sich eine alte Holztür öffnete und dieses Geräusch riss mich aus meinen verwirrten Gedanken. Ich höre ein schlurfendes Geräusch und freue mich inständig auf meinen ersten Igor oder wahlweise einen echten Gamorreaner als Gefängniswärter! Aber nein, es muss der hässlichere und obendrein bucklige und wahrscheinlich uneheliche Zwillingsbruder von Malakili, der corellianische Rancorwächter aus Jabbas Palast, sein. Dieser zu groß geratene Buckelfips stand nun vor meiner Gitterzelle und sabberte vor sich hin, während er mit seinen groben Fleischpranken versuchte die Tür zu meinem Gefängnis aufzuschließen. Ohne große Reden zu schwingen oder sich wenigstens sich vorzustellen, schleifte er mich am Kragen aus meiner Zelle, eine steinerne Wendeltreppe hinunter, über einen Burghof und wieder steinerne Stufen hinauf, bis ich endgültig von diesem ungehobelten und ungewaschenen Grobian in den Staub geworfen wurde. Vor mir stand eine Person in verboten gutaussehenden Lacklederstiefeln vor einem riesigen goldenen Spieglein, Spieglein. (Mir schwant arges!)

Ein ‚Rugedigu, Rugedigu!‘ kam über meine Lippen gestolpert, das ich versuchte es in einem nervigen Husten enden zu lassen, was mir wahrscheinlich nicht wirklich gelang. Dieser verfickte Märchenvirus wird mir hier meinen Kopf kosten. Ich kann ein: ‚Ab mit ihrem Kopf!‘ zwischen Dieter Bohlen und Thomas Anders hören und ich schiebe meine Zitathalluzination auf einen meiner beiden Tinnitus.

Weil die Person vor dem Spieglein, Spieglein hatte bis jetzt nicht wirklich was gesagt und drehte sich jetzt erst ziemlich schwul um und kam wie ein 12jähriges Mädchen mit imaginären blonden Zöpfen auf mich zugelaufen. Keine Tasche, keine Competition!

Und mein Gesicht muss mir in dem Moment dermaßen entglissen sein, weil das was ich da sah, war wirklich nicht das was ich erwartet hatte. Skurrile und verkehrte Welt würde ich mal sagen. Der inzestuöse Bruder der bösen Königin aus Snow White steckte in einem viel zu engen Kleid und blickte mich ziemlich eingebildet und zugleich lüstern an. Mein Mageninhalt schreit gewaltig nach Freiheit!

‚Ach wie gut dass niemand weiß…!‘ stolpert über meine Lippen und dafür bekomme ich gleich eine geknallt. Ein Mann in einem Kleid ist immer noch ein Mann und der Kinnhaken hat mal ziemlich gesessen. Der Segen einer Ohnmacht befreit mich von weiteren Augenvergewaltigungen. Als kinskiesker Bruder der bösen Hexe war der Kerl irgendwie voll in Ordnung, aber als Tunte war er einfach nur ein ziemlich hässliches Frauenzimmer.

Ich werde wieder von einem Gesichtszucken wach und spüre dann nur noch Schmerzen zwischen den Augen und mein Mageninhalt schwappte mir in meine Mundhöhle. Ich musste schwer schlucken und war augenblicklich wach. Ich lag bäuchlings auf einem Pferd, mit gefesselten Händen auf dem Rücken und schaute mir Pferdegenitalien von unten an. Epona ich bitte dich, verschone mich vor sämtlichen, tierischen Ausscheidungen! Und danke Glückskeks, die Angst vor großen Tieren war wieder da und ich revidiere jede meiner Aussagen bezüglich jeglicher Aktivität, mir einen Penis ins Gesicht zu halten.

Mein Überlebenstrieb lasst mich nach vorne blicken, auch wenn da ein überphantasmagorischer Megapenis vor meiner Nase baumelt. Ich versuche mir zu überlegen, wie ich mich ohne mir das Genick zu brechen aus der Affäre ziehen kann, als ich durch mein Rumgehampel ganz alleine vom Pferd gefallen bin. Aua, ich bin auf meinen Schlüssel gefallen! Aber solange ich Schmerzen habe, lebe ich wohl noch. Ich liege mit der Fresse im Matsch und ich kann die bösen, bösen Schmetterlinge sehen, die um meinen verwirrten Verstand herum falterten.

Der Reiter ist ja nicht so ganz der Helle und ich tauche im Dreck ab und versuche irgendwie die Fesseln loszuwerden, ohne im Schlamm zu ertrinken.

Mein Versuch mich geschickt selbst zu entfesseln wurde je von ziemlich starken Armen aufgehalten und ich wurde aus dem Schlamm gezogen.

Vor mir stand ein ziemlich steiler Huntsman. Bingo. Auch wenn er ziemlich schmuddelig aussah und ich seine Fahne auch gegen den Wind vernahm, war der Hutsman ja schon irgendwie eine ziemlich geile Drecksau. Es muss November sein. Danke. Endlich ist der Glückskeksfluch gebrochen und ich bekomme den Jägersmann als Hauptpreis. Danke, ganz lieb!

‚Wer wird denn da weglaufen, hübsches Täubchen!‘ grinste er mich breit an und ich konnte seine widerlichen Zähne sehen. Die Kotze schwappte wieder in meinen Mund und es fehlte nur noch eine klitzekleine Kleinigkeit, dass mir die Kotze nicht aus der Nase schießt. Ich habe mir seinen Mundgeruch nur vorgestellt. Zum Glück haben meine Geruchsnerven gerade gekündigt, weil nur die nasale Vorstellung von der Zahnbaracke war schlimmer, als alles was sich mein paranoides Gehirn in meinen schlimmsten Alpträumen je geruchsmäßig hätte vorspielen können.

Ich werde zum zweiten Mal an diesem Tag am Kragen durch den Dreck gezogen und ich kann mir den geilen Arsch von dem Hinterwäldler noch eine ganze Weile ansehen. Wenigstens ein kleines Trostpflaster. Das Einzige was dieses Aussicht entschieden störte, war die Tatsache, dass er keine Axt bei sich hatte. Also der Huntsman aus dem schlechten Beispiel einer grimm’schen Märchenverfilmung hatte ja zumindest ein bis zwei Äxte dabei und ist der Film auch noch so schlecht, Hauptsache irgendjemand hat eine Axt dabei und dann ist meine Welt schon wieder in Ordnung. Aber nein, ich hätte es mir ja denken können, das mein glückskeks’sche Touchdown mal wieder gewaltig nach Hinten losgehen muss. Es ist nicht der Huntsman, Jägersmann oder auch nur der Jagdaufsehergehilfe. Nein, die zwei Schwerter auf dem Rücken haben ihn verraten. Es ist der Zweischwert-Hans. Neeeeeeiiiiiinnn!

(Zweischwert-Hans ¹) kurze Begriffserklärung: Das ist der typische Zweischwert-Larper und unehelicher, gehirnamputierte Zwillingsbruder von Tyron Nightfire, der grundsätzlich zwei Schwerter ninjamäßig ohne dazugehörige Schwertscheide auf dem Rücken trägt, um sie dann auch noch wie ein zugekokster Schlagzeuger einer TrashMetalBand stakkato zu benutzen, egal ob man grad In-Time oder Out-Time ist, während er immer wieder ‚Eis-Drei-Direkt‘ und/oder ‚verflucht, heilig und dämonisch‘ schreit. Und wenn man dann unter Schmerzen endlich zu Boden gegangen ist, nochmal nachschlägt, weil man noch nachgezuckt hat und einem dann noch einen blöden Out-Time–Spruch reindrückt, wie z.B. ‚Heil Das!‘ oder ‚Jetzt mal OT!‘ oder ‚Spiels aus!‘ oder ‚Larp mit, du Sau!‘ und sich auch nicht durch eine rote Karte eines Spielleiter aus dem Konzept bringen lässt.)

Blöd ist nur, ich bin grad in einem richtigen Traum gefangen und nicht auf einem Larp! Hier in meinem Traum gibt es keine Spielleitung und selbst wenn ich in meinem Traum In-Time wäre, würde es keinen interessieren, vor allem nicht Zweischwert-Hansman!

Wo wir grad beim Hansman sind, der hat mich grad ein bisschen unflätig und ziemlich dilettantisch angetatscht, als er mich aufs Pferd gehievt hatte. Nicht mal das kann er.

Er sitzt hinter mir aufs Pferd auf. Ich drehe mich nochmal zu ihm um und treue meinen Augen nicht. Nein, es ist nicht der Vokuhila des Hansman. Ich kann mein Spiegelbild in seinen blankgeputzten Waffen sehen. Damit kommt er bestimmt nicht durch den Waffencheck. Verdammt! Ich fasse mir ans Haupthaar und ziehe es in mein Blickfeld. Die Hölle muss zugefroren sein, meine Haare sind BRAUN!!!!

Schreiend werde ich wach, ich befühle mein Haar und es fühlt sich zumindest schwarz an. Mein Wecker klingelt noch. Danke. Mein Wecker hat mich gerettet. Es ist glaub ich das erste Mal, dass ich mich mal freue, dass mein Wecker klingelt, obwohl es Sonntag ist.

¹) Ich bedanke mich hochachtungsvoll bei Frl. Reophanu für die Wortneuschöpfung des Zweischwerthanses! Vielen Dank!

Published in: on 20. April 2014 at 17:21  Schreibe einen Kommentar  
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Glückskeks Calling Episode 2

Glückskeks Calling Episode 2

snow_tentIch wache auf, weil ich Gehirnfrost habe, man sollte nicht mit dem Gesicht in der Eispackung einschlafen. Und mein Zähneklappern lässt mich nicht wieder einschlafen. Was geht da ab, haben die Eisbären endlich eine kleine Eiszeit mitgebracht und ich hab über Nacht einfach nur wieder das Fenster aufgelassen? Winter is coming! Jeah! Ich konnte einen kalten Wind spüren und hatte immer noch Gehirnfrost. Doch nicht so jeah! Auf meiner Stirn war irgendwas festgefroren! Kondenswasser? Aber ich wollte doch nie wieder im Winter Zelten gehen. Mit gefrorenen Kondenswasser in der Fresse aufwachen, hatte ich schon mal. Nein, danke!

Ich öffne ein Auge und ich liege doch tatsächlich in einem Zelt. Aber nicht in meinem. Es ein Keilzelt, mehr oder weniger historisch. Ich liege unter einer knastartigen Filzdecke und friere wie ein junger Hund.

Ich riskiere ein Blick nach draußen. Schnee so weit das Auge reicht. Und am Horizont sehe ich den… ach du Scheiße… was hab ich nun wieder verbrochen… der Brokeback Mountain.

Ist denn schon November? Ich glaube nicht, das hätte ich mitbekommen!

Hey Glückskeks, der Winter ist schon längst vorbei, du Spasti!

Aber das Winterwonderland nehm ich trotzdem, danke schon mal, auch wenn ich mir hier meinen Arsch abfriere.

Ich höre ein Pferd wiehern, also krieche ich mürrisch aus dem Zelt und kratze mir am Sack. Moment mal. Wenn ich einen Sack habe, dann muss ich auch einen Penis haben. Bingo! Blöd ist nur, dass der Schnitzel und Blowjob Tag schon vorbei ist.

Ach, egal! Ding Dong: ‚Sie haben ein Schnitzel zum Mitnehmen bestellt?‘

Vor mir taucht das Pferd auf, was ich vorhin gehört habe und auf dem Gaul sitzt Jake Gyllenhaal. Jackpot Baby, dann muss ich wohl Heath Ledger sein. Gott hab ihn selig.

‚Hey du abartiger Bastard, ich frier mir die ganze Nacht da oben den Arsch ab und hier brennt noch nicht mal das Feuer!‘ mault mich Jake an. Er scheint wütend zu sein, ach hat er sich den Arsch abgefroren. Ich werd ihn dir warm rubbeln.

Ich schmachte ihm einfach nur an, weil wenn das hier der Brokeback Mountain ist und ich Heath Ledger bin. Breitunddreckiggrins! Wenn ich jetzt sterben würde, würde man das dreckige Grinsen wohl nicht mehr aus meinem Gesicht kriegen. Und wenn heute einer in den Arsch gefickt wird, werde das wohl nicht ich sein.

‚Was hab ich nur verbrochen, dass ich mit dir hier am Berg festsitze, du bist ja sogar zu blöd das Feuer in Gang zu halten, Ignaz!‘

Ignaz? Hat er jetzt Edward oder Eduard gesagt, oder vielleicht doch Ignaz. Warum bin ich jetzt Ignaz. Was hab ich jetzt wieder verbrochen.

‚Los Hinterwäldler, mach Feuer!‘ meinte Jake Gyllenhaal zu mir und ich mache mich ans Werk, humpelnd. Mein Rücken ist irgendwie gebeugt und ich ziehe ein Bein nach.

Super, ich bin weder Edward noch Eduard und für einen Ignaz laufe ich ganz schön unrund.

Bei allen Göttern, ich bin ein Igor und wahrscheinlich ist das Harte in meiner Hose, mein Glasauge. Und soweit ich das sehe, hab ich keine Rolle Hartgeld in der Hose.

Zumindest bin ich nicht der Glitzerdepp. Ist ja schon mal was, der Sparklefool wäre auch heute Nacht wahrscheinlich erfroren. Was für ein Dienst an der Menschheit, aber ich kann ja nicht alles haben, wäre ja auch zu schön um war zu sein.

Dann werd ich halt heute dem geilen Gyllenhaal ein Ladung Feenstaub in den Arsch blasen. Harhar. Mann, bin ich aber heute wieder witzig. Ich Schelm!

‚Wird das heute noch was?‘ maunzt der geile Gyllenhaal.

Und es kullert ein: ‚Ja Meister!‘ aus meinem Mund. ‚Ich muss nur pissen!‘

Ich stelle mich an den Bach und knöpfe meine Hose auf. Und auf der Suche nach meinem Schwanz, hätte ich mir beinahe in die Hose gepisst.

‚Sag bescheid, wenn ich dir eine Pinzette bringen soll?‘ lachte der nicht mehr so geile Gyllenhaal. Langsam geht er mir echt auf den Sack.

Egal, ich muss ja immer noch pissen wie ein Rentier. Ja, wo ist er denn? Ja, da ist er ja der Schlingel, es muss wirklich ganz schön kalt sein. Ist das normal, das der so klein ist?

Ich hätte den Glückskeks vorhin nicht so schwach anreden sollen. Ich krieche untertänigst im Straub, das hab ich einfach nicht verdient. Mir huscht ein Schrei über die Lippen, der sich erschreckend nach dem Wilhelm Scream anhört. Warum zum Teufel bekomme ich einen Mirkopenis? Und noch so ein Schrei und ich glaube ich bin doch ein Mädchen und wenn ich grad nur annähernd so aussehe, wie ich mir Igor vorgestellt habe, bin ich kein besonders hübsches Mädchen. Das ist doch alles ganz schön Kacke. Das hat ja noch nicht mal irgendwas mit einem meiner Wünsche zu tun.

Ich bin auf dem Brokeback Mountain mit dem bösen Bruder von Jake Gyllenhaal eingeschneit und bekomme nur einen Mikropenis. Ich wach bestimmt gleich auf und es ist alles gut, weil ich nur das Fenster aufgelassen habe und es wahrscheinlich in meine Wohnung geschneit hat. Ich kneife in meinen kleinen Igor, aber ich wache einfach nicht auf. Der Wilhelm Scream ist das Letzte was ich höre… bevor ich endlich aufwache.

Ich liege in meinem Bett, mit der Hand in einer Chipstüte und im Fernsehen läuft Brokeback Mountain.

Glückskeks Calling Episode 1

Glückskeks Calling Episode 1

aliceschwarzerIch wache auf, mein Schädel brummt. So wie fast jeden Tag, also ist eigentlich alles gut. Die Luft ist stickig. Bäh. Ich müsste ja eigentlich nur aufstehen und das Fenster aufmachen.

Jemand hustet. Ups, dann bin ich wohl nicht allein. Hm. Hastig taste ich meinen Körper ab, ich bin angezogen und hatte scheinbar keinen Geschlechtsverkehr. Doppel-Hm! Gut, ich kann mich ja auch nicht daran erinnern. Hm, oder schlecht! Die KO-Tropfen-Paranoia ist wieder da! Mist!

Auf was für einer Scheißparty muss ich gewesen sein, letzte Nacht? Neben mir pfurzt jemand. Boa, bei was für Assis bin ich denn gelandet. Ich öffne ein Auge. Das grelle Licht von einer flackernden Neonröhre blendet mein eines Auge, fast!

Ein unterbehemdter, hässlicher, fetter und über die Maßen behaarter Kerl mit ziemlich asozialen und schlecht gestochenen Tattoos an beiden Armen, steht vor mir und blickt mich seltsam an, während er sich fast schon genüsslich seinen Sack kratzt.

‚Das Prinzesschen ist wach!‘ zischt er noch seltsamer als er schaut.

‚Who the fuck is Alice?‘ erschallt es aus dem Hintergrund.

‚Alice, pack deine Brüste aus?‘ sang die Meute dann weiter.

Ich rapple mich auf und blicke durch den Raum, der am Ende von Gitterstäben verschlossen ist. Und eine singende und johlende Gruppe von runtergekommenen Knackis veranstalten so was, wie Stadelheim sucht den Superknacki – die Musicalsensation!

‚Hey, Alice.‘ meinte einer der Kerle, der bis eben noch gesungen hatte. ‚Mich nennt man hier den Hutmacher!‘

‚Ja, er hat ‚Iss mich!‘ auf seinem Zipfel stehen!‘ riefen die Anderen.

Warum bin ich im Knast? Ich kann doch keiner Fliege was zu leide tun und ich bin ein Staatsdiener mit einer blütenreinen Weste! Ich stolpere auf und laufe Richtung Kloschüssel. Allein von dem abartigen Gestank muss ich schon kotzen.

Nach gefühlten Stunden, gab es nichts mehr in meinem Magen, dass sich noch zu kotzen lohnte. Und als ich aufblicke, konnte ich mein verschwommenes Spiegelbild in den blanken Armaturen des Standard Knast-WC sehen.

Mein ‚Neeeeeeeeeiiiiiiiiinnnnnnnn!‘ lies die Gesänge der Insassen verstummen. Ich springe auf und starre fassungslos in den verschmutzten Spiegel, der quer über dem Klo hing. Ich knete wie eine Verrückte mein Gesicht und raufe mir die Haare. Ich hab Haare, ganz schlimme!

Sag mal, Universum, was hab ich eigentlich verbrochen, dass du mich so strafen tust. Oder waren es die Glückskekse, muss ich jetzt etwa bis November warten, bis ich aus der Scheiße wieder raus komme.

Ich weiß, ich wünschte mir immer eine Nacht im Männerknast und einen Mann mit einem tätowierten Penis, aber ich in der Gestalt von Alice Schwarzer? Das ist nicht dein Ernst! Alice Schwarzer will doch keiner bohnern, noch nicht mal die abartigen, tätowierten Bastarde hier.

Diese scheiß Drecksglückskekse, erst sollen mir unglaublich tolle Dinge widerfahren. Der November ist schon längst vorbei, du Spasti! Dann geht mir mein sehnlichster Wunsch in Erfüllung und dann so was. Und ich kann nicht noch mehr kotzen.

Eine Nacht im Männerknast und einen Mann mit einem tätowierten Penis. Das waren wohl zwei Wünsche auf einmal. Da musste ja irgendwas schief laufen. Verdammt.

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