Drei und eine Axt – Teil 45

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 45

reiter_neuNoch vor dem Morgengrauen wurde Halef vor Kälte wach. Er bereute es nun kein Feuer gemacht zu haben, aber ihm war es lieber halb erfroren nicht gefunden zu werden, als am warmen Feuer überfallen und umgebracht zu werden. Der Hund schlief und er ärgerte sich darüber, dass sie so nachlässig gewesen waren, der Köter und er. Aber das Lächeln auf dem Gesicht seiner schlafenden Lamina versöhnte seinen Groll für einen Moment. Er hatte nicht zu hoffen gewagt, dass es so bald dazu gekommen wäre. Allein der Gedanke daran, erregte ihn erneut. Die Kälte des Morgen war gleich wieder vergessen, aber ein schlechtes Gewissen hatte er trotzdem, er hoffte dass er gestern Nacht nicht zu weit gegangen war.

Sie erwachte, weil sie sich beobachtet vorkam. Lächelnd blickte sie ihn an und ihr Gesicht strahlte, also schien sie überglücklich zu sein. Schlaftrunken klammerte sie sich an seinen Oberkörper und lies ihren Körper auf seinen Schoss sinken. Mit zitternden Fingern strich er ihr die Haare aus dem Gesicht und flüsterte: ‚Guten Morgen, schöne Frau, alles in Ordnung!‘

‚Mir ist kalt!‘ gähnte sie ihn an.

Das hatte er nicht gemeint, aber er nahm sie in den Arm und rieb über ihren Rücken. Er beschloss nicht weiter zu fragen und meinte dann nur: ‚Mir auch!‘

Sie ritten bald los und kamen noch bevor die Sonne über den großen Berg linste an ihrem Ziel an. Doch sie fanden nur Rauch und Asche an dem Ort, wo einst die alte Schmiede stand. Das einzige feste Haus in der ganzen Gegend war nun dem Erdboden gleich gemacht worden. Die Banditen waren sehr gründlich gewesen. Die Tiere waren auf der Ebene versprengt. Die Schweine, Hühner und Ziegen jagten sich verwirrt umher und 3 Kühe standen vor dem verbrannten Stall und plärrten, weil sie keiner gemolken hatte. Einige Pferde grasten im hohen Gras neben dem Fluss.

Der Hund fing übermütig an die Tiere zusammen zu treiben. Weit und breit war niemand zu sehen. Nur die verstreuten Kleintiere stoben durchs Unterholz. Lamina fing die Hühner ein und fand einige Eier im Gestrüpp. Halef fand ein paar kaputte Fässer, die sie zum Transport der Kleintiere nutzen konnten. Lamina molk die Tiere und summte dabei, um ihre Angst etwas zu vertreiben, während Halef die verbrannten Leichen begrub. Sie war heilfroh, wenn sie hier so schnell wie möglich wieder verschwinden würden. Es war ganz schön unheimlich hier. Die Tiere waren ziemlich unruhig, war ja auch kein Wunder.

Sie schreckte hoch, als sie etwas hörte, dann sprang sie jemand von oben aus an und warf sie zu Boden. Ihr entwich ein kurzer Schrei, der unlängst von einem Hieb unterbrochen wurde. Ihr schwanden fast die Sinne. Der Angreifer redete mit ihr: ‚Süßes Täubchen, hab ich dich erschreckt. Ja, dass tut mir leid. Hättest mal lieber auf dem Felsen nachschauen sollen, als so wunderschön zu summen.‘

Seine Stimme war für einen Mann ziemlich hell, er redete schleppend und kicherte nach jedem Satz. Er schien verrückt zu sein und er stank aus dem Mund. Sie musste den Brechreiz unterdrücken, als er ihr über die Wange leckte. Aus Leibeskräften versuchte sie sich zu wehren, doch ihre Mühe war vergebens, er war ihr körperlich völlig überlegen. Er packte sie grob am Hals und hielt sie auf den Boden gedrückt, durch das Gewicht seines Körpers bewegungslos auf den Boden gepinnt. ‚Ich hab euch gehört, von meinem Versteck aus. Da oben!‘ Er wies auf den Felsen über ihnen. ‚Dieses Summen, Täubchen! Süßes Täubchen! Seid ihr beide Schuld, dass meine Männer nicht zurückkommen? Habt ihr das Mädchen gefunden? Süßes Kind!‘

‚Du Bastard.‘ spie sie ihm förmlich ins Gesicht.

Er schlug ihr wieder ins Gesicht, so dass ihre Lippe aufplatzte. Mit einem widerlichen Stöhnen leckte er das Blut von ihren Lippen, bis sie würgen musste.

‚Wenn ich das süße Kind nicht wieder haben kann, dann werd ich wohl dich nehmen müssen. Auch wenn du mich nicht zu mögen scheinst, dass werd ich dir schon noch beibringen.‘ Er riss ihr die Tunika auf und biss ihr in die Brust. Dann blickte er auf, sie spuckte ihm ins Auge, dafür schlug er ihr erneut hart ins Gesicht. Ihr schwanden wieder die Sinne. Der Angreifer nestelte an seiner Hose herum und lies sie einen Moment los, diese Gelegenheit nutzte sie und versuchte unter ihm heraus zu kriechen. Dabei trat sie ihn ins Gemächt. Das heizte ihn erschreckender Weise noch mehr an, er hechtete ihr hinterher, packte sie und zog sie zu sich her. Er riss ihr die Tunika vollends vom Leib, warf sie zu Boden und stütze seinen Unterarm auf ihrer Brust ab, während er ihre Hose aufriss und wieder an seiner herum nestelte. Ihr blieb die Luft weg, sie konnte kaum noch schreien, aber dass musste sie auch nicht mehr, sie sah einen Schatten hinter dem Banditen und eine Klinge blitzte im Sonnenlicht auf. Als der Bandit die Klinge an seiner Kehle spürte, war es bereits zu spät sich zur Wehr zu setzen. Halef hatte dem Angreifer in der Hast, ihn von Lamina fortzuziehen, die Kehle durchstochen. Sie blickte beide völlig entsetzt an. Er zog das Messer aus dem offenen Hals des Angreifers und blickte ihn hasserfüllt an.

Der Ausdruck in seinem Gesicht machte ihr noch mehr Angst, als dass das gescheiterte Vorhaben des Banditen es je hätte tun können. Wie von einem Blitz getroffen lies er erst den leblosen Körper des Mannes los und dann das blutverschmierte Messer fallen, dass zitternd im Boden stecken blieb. In dem Moment blickte sie auf ihren Körper herab und sah das Blut, dass ihr auf den nackten Oberkörper gespritzt war. Sie raffte die zerrissene Tunika vor ihrer Brust zusammen und versuchte sich das Blut vom Körper zu reiben, dabei verschmierteverschmierte sie das Blut nur noch mehr. Er wollte ihr zur Hilfe eilen, erblickte dann aber seine blutverschmierten Hände.

Nach einem langen Zögern, stürzte er zu ihr und versuchte sie in den Arm zu nehmen.

Sie schluchzte: ‚Er hat mich von da oben beobachtet!‘

Er nahm sie mit versteinerter Miene lieblos in den Arm.

‚Du machst mir Angst, Halef.‘

Wortlos hob er sie hoch und brachte sie zum Fluss. Er pfiff nach dem Hund.

‚Wasch dich bitte, schnell, ich schaffe die Leiche fort. Wir müssen schnellstens fort von hier!‘

Fortsetzung folgt…. 

Drei und eine Axt – Teil 44

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 44

reiter_neu

Zur selben Zeit in der Jurte der weißen Hexe:

Alur konnte die Hitze des Feuers auf seinem Gesicht spüren, noch bevor er das Knistern hörte. In seinem Kopf rauschte es und er hatte das Gefühl es würde sich alles um ihn herum drehen. Er öffnete nur ein Auge und musste mehrmals den Kopf schütteln, um ein klares Bild vor Augen zu haben.

Fassungslos ertappte er seine Tanten wie sie ums Feuer herumsprangen. Erst nach mehrmaligem Blinzeln erkannte er, dass Vira nur das Feuer hochschürte und Ziska eigentlich Tee eingegossen hatte. Was war denn nur mit ihm los und warum lag er in der falschen Jurte?

Tante Ziska kam auf ihn zu und lächelte ihn an. Er bewegte sich und dann wurde ihm erst gewahr, dass er nicht alleine im Bett lag. Das Mädchen wimmerte im Schlaf und klammerte sich an seine Brust, wie eine Ertrinkende an den rettenden Baumstumpf.

‘Pünktlich zur Nachtwache!’ flüsterte Ziska.

‘Was? Warum hab ich geschlafen?’ stotterte Alur und zog die Decke über den Rücken des Mädchens.

‘Eigentlich wollte ich nur das Mädchen beruhigen.’ meinte sie kleinlaut. ‘Aber sie hat dann die letzten Stunden so friedlich geschlafen.’

‘Hat sie schon ihren Namen gesagt?’

Ziska schüttelte nur den Kopf und meinte dann: ‘Komm schon, steh auf und hilf mir sie zu euch rüber zu tragen. Die Jurte des Sippenführers ist nicht beheizt, sie schläft heut Nacht bei euch!’

Er versuchte sich aufzusetzen, ohne das Mädchen zu wecken. Sie hatte immer noch seine Tunika in Händen.

Als er mit dem Mädchen auf dem Arm barfuß aus der Jurte trat, wurde ihm erst gewahr, dass er keine Schuhe trug. Seine Mutter nickte ihm zu und stellte einen Napf mit Suppe auf den Tisch, sein Vater und Ainur saßen am Tisch und Elger strich mit dem Hund über den Hof. Die weiße Hexe kam hinter ihm her und bog dann aber zum Tisch ab, also ging er alleine in die Jurte seiner Eltern. Seine beiden kleinen Schwestern lagen in seinem Bett und Lona und Fina lagen in ihremihrem eigenen Bett und schliefen schon. Er legte das Mädchen in sein Bett und deckte alle drei Mädchen sorgsam zu. Er zog seine Schuhe an und ging wieder nach draußen.

Während der Nachtwache war er einerseits erschreckend wach, aber andererseits fror er und nichts konnte ihn so recht erwärmen. Also war er heilfroh, als sein Vater ihn im Morgengrauen ablöste und er endlich in sein Bett kriechen konnte.

Als er dann endlich vor seinem Bett stand, lag nur noch das kleine Mädchen in seinem Bett und starrte an die Jurtendecke. Er nahm einen Becher mit Tee, der neben seinem Bett abgestellt worden war und setzte sich auf die Bettkannte.

‘Du musst viel trinken!’ flüsterte er ihr zu und versuchte ihr ein wenig aufzuhelfen. Sie lies sich den Inhalt des Bechers verabreichen und blickte ihm dann für einen kurzen Moment in die Augen. Beide konnten dem jeweiligen Blick des Anderen nicht standhalten, also blickten sie für einen viel zu langen Moment aneinander vorbei, bis Alur das Schweigen mit einem Räuspern unterbrach.

Leise flüsterte er ihr zu und stellte den leeren Becher wieder ab. ‘Magst du mir deinen Namen verraten?’

Sie blieb ihm die Antwort schuldig, deshalb überging er ihr Schweigen und zog seine Schuhe aus. Während er seinen Klappenmantel auszog beobachtete sie ihn neugierig, wand sich dann aber ab und drehte sich um. Er legte sich neben sie hin und versuchte sich irgendwie zuzudecken, ohne ihr dabei ihre Decken wegzuziehen.

Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis er endlich richtig lag, vollständig zugedeckt war und irgendwie nicht mehr fror. Endlich schloss er die Augen und atmete erleichtert aus.

Irgendwann drehte sie sich wieder um, kroch mit ihren Decken unter seine Decken und lies sich seufzend auf seiner Schulter nieder und murmelte: ‘Liirii!’

Vorsichtig nahm er sie in den Arm, küsste die Überreste ihres Haaransatzes und wiederholte ihren Namen: ‘Liri?’

Fortsetzung, wiederholt und bereits bekannt, da dieser Artikel als Lückenfüller eingefügt wurde, der Teil 44 ist jetzt Teil 45… 

Drei und eine Axt – Teil 43

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 43

reiter_neuWeit nach Mitternacht machten Halef und Lamina endlich Halt, um sich ein paar Stunden auszuruhen. Sie würden morgen noch ein paar Stunden reiten müssen ehe sie ankommen würden. Lamina war völlig erschöpft.

Der Mond erhellte den Wald, als wäre es Tag und er beschloss kein Feuer zu machen. Er hielt Wache obwohl er auch schlafen müsste. Auch wenn der Hund wachsam neben ihm saß und scheinbar niemand in der Nähe war, außer ein paar Viechern, die durchs Unterholz schlichen, wollte er nicht riskieren unaufmerksam zu sein. Es konnte immer noch sein, dass einer der Banditen im Wald unterwegs war.

Lamina lag neben ihm und schlief. Er streichelte über ihr Haar und deckte sie sorgsam zu.

Irgendwann kroch sie zu ihm, weil sie fror. Sie kuschelten sich aneinander und küssten sich. Plötzlich rückte er von ihr ab, weil er ziemlich erregt war.

Sie lag zwischen seinen Beinen und blickte ihn an. Mit einem milden Lächeln gab sie ihm zu verstehen, dass sie bemerkt hatte, dass sein Schwanz langsam steif geworden war. Seinen Gesichtausdruck konnte sie nur erahnen, da der Mond in seinem Rücken stand.

‚Anscheinend wollen mich alle Männer nur zu Boden ringen und ihre Männlichkeit in mich hineinzwängen, nur du nicht.‘

Er blickte sie entrüstet an und stotterte, er suchte verzweifelt nach den passenden Worten.

‚Nur du nicht!‘ wiederholte sie und strich ihm übers Gesicht.

‚Aber, aber ich hoffe doch das Kejnen, Ainur, Elger und Otar das auch nicht vorhaben, hatten, werden….‘

‚Nein, natürlich nicht!‘

‚Ich muss dich nicht zu Boden ringen, du liegst meistens auf mir drauf und… und außerdem habe ich kein Verlangen danach, wenn du mir wieder ins Gesicht trittst.‘

Sie haute ihn gespielt und zischte ihm zu: ‚Mach keine Witze!‘

‚Warum sollte ich dich zu etwas drängen, wenn du doch jede Nacht in meinem Bett liegst. Wenn dir danach ist, dann wirst du mich schon zu Boden ringen.‘

Sie blickte ihn erbost an, lächelte aber dann und er redete weiter: ‚Nein, schau mal, solange ich dich küssen und dich berühren darf und dich trösten, solange drängt es mich zu nichts, was nicht noch Zeit hätte.‘

Sie blickte ihn nachdenklich an.

‚Nicht dass ich mir da nicht schon oft Gedanken darüber gemacht hätte.‘ ergänzte er noch.

Sie schmunzelte und ihr stiegen die Tränen in die Augen. Er zog sie weiter zu sich hoch und drückte sie fest an sich.

‚Erschreckenderweise ertappe ich mich sehr oft bei dem Gedanken daran, weiter zu gehen als dich auf den Mund zu küssen.‘ säuselte er ihr ins Ohr, wurde schlagartig rot im Gesicht, was sie in der Dunkelheit nicht sah, aber sie spürte die Hitze, die in ihm aufstieg.

Lamina strich ihm über die Wange, dann flackerte ein Hauch von rot über ihr Antlitz, bevor sie zu reden begann. ‚Ich ertappe mich auch zu Weilen bei dem Gedanken…!’ Sie unterbrach sich selbst, in dem sie ihn küsste.

Er erwiderte den Kuss nur einen Moment und stammelte dann: ‚Ich…Ich…möchte dich an Stellen küssen, an denen ich dich noch nie geküsst habe.‘ Ihre Hände glitten unter seine Tunika, sie stemmte sich von seinen Hüften auf, um wieder seinen Mund zu erreichen. Sie küsste ihn kurz und tauchte dann unter seine Tunika. Sie leckte ihn über seine Brust und küsste schließlich seine Brustwarzen, die sich sofort aufrichteten.

Langsam fuhr sie mit ihrer Hand in seine Bruche. Er zuckte zurück, lies es aber doch zu, weil es sich richtig gut anfühlte. Er zog seine Tunika aus und beugte sich zu ihr herab, um sie zu küssen. Ihre Finger umschlossen seinen Schwanz und er befürchtete den Verstand zu verlieren. Kurzzeitig kam sein Verstand zurück, er entzog sich ihrem Griff und stammelte: ‚Bitte, ich möchte dir auf keinen Fall zu Nahe treten und ich weiß nicht ob ich es nicht doch tue, wenn du weiter machst.‘

‚Halt deinen Mund und küss mich!‘ rief sie einfach nur.

Er küsste sie und sie machte da weiter wo er sie vorhin gestoppt hatte. Es dauerte auch nicht lange, bis sein Schwanz zum Bersten gespannt war. Und dann wurde es immer besser, er atmete schwer und begann zu stöhnen, es war unbeschreiblich, und besser, bis dieses unbeschreibliche Gefühl in seiner Körpermitte explodierte und er sich zuckend in ihre Hand ergoss. Er weinte fast, als er wieder zu Atem kam. Sie küsste ihn weiter und er wollte sie wirklich an Stellen küssen, der er sie vorher noch nie geküsste hatte. Und zwar jetzt. Er griff unter ihre Tunika und zog sie hoch. Er hielt sich nicht damit auf, ihre Brüste anzufassen, er begann ihre Brüste zu küssen, er blickte aber nochmal auf: ‚Du trittst mir eh ins Gesicht, wenn ich dir zu weit gehe.‘

Sie lächelte und schob seine Kopf wieder zu ihren Brüsten. Er küsste ihre Brustwarzen und sog daran. Dann zog er die Tunika über ihren Kopf, sie erschauderte. Er packte sie und schob sie zu ihrer Bettstatt zurück. Hastig kroch er mit ihr zusammen unter die Decken und küsste sie dabei und nahm ihre Brüste fest in seine Hände. Er küsste ihren Bauch und zog mit den Zähnen die Schleife ihrer Bruche auf und küsste dann ihren Flaum. Und ihre Schamlippen. Er blickte noch einmal auf, er konnte im Halbdunkeln ihr Gesicht kaum mehr erkennen, deswegen griff er mit einer Hand wieder nach oben und erfasste ihre Wange. Sie legte den Kopf auf die Seite, um seine Hand zu küssen. Und er küsste nochmal ihre Schamlippen, glitt mit der Zungenspitze zwischen ihre Schamlippen und sog vorsichtig daran. Sie begann schwer zu atmen und ihr entglitt ein fast unmerkliches Stöhnen. Er wusste eigentlich nicht was er da tat, aber es schien ihr zu gefallen, also er machte weiter. Ihr Stöhnen erregte ihn erneut, er achtete aber nicht auf seinen immer steifer werdenden Schwanz und machte weiter. Sie biss ihm plötzlich in die Hand und vor Schreck biss er auch zu, sie stöhnte lustvoll auf. Er fuhr mit der Zunge in sie hinein und nahm dann seinen Finger zur Hilfe. Sie wand sich unter seinen Küssen und Berührungen, bis sie ihnen zuckend und stöhnend erlag. Er beobachtete sie einen Moment, bis sie die Augen wieder öffnete und ihn mit Tränen in den Augen anlächelte. Sie zog ihn wieder hoch, um ihn auf den Mund zu küssen. Ihm wurde im ersten Moment nicht gewahr, dass bei der letzten Bewegung seine Bruche von seinen Hüften gerutscht war und er nun nackt auf ihr lag. Es wurde ihm erst bewusst, als sie ihm mit einer Hand wieder an den Schwanz griff und ihn wieder massierte, wie sie es eben schon getan hatte.

‚Oh, bitte hör auf, ich weiß nicht, ich weiß nicht, ob ich an mich halten kann.‘ Er versuchte von ihr runter zu rollen, aber nachdem sie seinen Schwanz immer noch fest mit ihren Fingern umschloss, blieb er reglos auf ihr liegen.

‚Vielleicht musst du ja nicht an dich halten.‘ flüsterte sie und küsste ihn, schob ihm dabei ihre Zunge in den Mund und führte gleichzeitig seinen Schwanz zwischen ihre Beine. Dann löste sie sich kurz von seinem Mund um ihn ins Ohr zu flüstern: ‚Bitte, bevor ich es mir anders überlege.‘

Sein Herz sprang fast aus seiner Brust und sein Schwanz wurde noch härter.

‚Ja, wirklich, bist du sicher?‘ keuchte er ihr zu. Er spürte ihr Nicken, als er zu einem weiteren Kuss ansetzte. Sie öffnete ihre Schenkel und seine Schwanzspitze glitt fast von alleine in sie hinein. Die warme Feuchtigkeit umschloss seine Schwanzspitze und seine Zweifel verflogen, als wären sie nie da gewesen. Langsam glitt er weiter in sie hinein. Sie stöhnte laut auf und er kam ins Stocken und flüsterte ihr ins Ohr: ‚Sag mir wenn ich dir weh tue, ja?‘

Sie griff ihm an den Hintern und hielt sein darauffolgendes Zurückweichen auf, um ihm dann zu zuzischen: ‚Ich bin mir ganz sicher!‘

Er küsste sie und schob seinen Schwanz so vorsichtig wie möglich in sie hinein. Sie atmete tief ein und er verlor fast den Verstand, als seine Hoden gegen sie stießen. Er musste inne halten, weil er verhindern wollte, dass es gleich wieder ein Ende finden würde. Sie bewegte sich langsam unter ihm und er stöhnte auf, er musste sich auf die Lippen beißen, um sich nicht gleich in sie zu ergießen. Dann suchte sie seinen Mund und er begann sich langsam in ihr zu bewegen. Sie klammerte sich an seinen Hals und atmete ihn ins Ohr, bevor sie ihn wieder küsste. Ihre Bewegungen wurden erst immer gleichmäßiger und dann immer schneller. Sie verbiss sich in seinem Hals, als sie sich unter ihm zuckend ergab. Er konnte ihre Erregung spüren und nun konnte er sich nicht mehr zurück halten. Stöhnend ergoss er sich in ihr und brach über ihren Brüsten schwer atmend zusammen. Ihr Körper kam nur langsam zur Ruhe.

Ihre Hände suchten die Seinen und sie klammerte sich fest an seine Hände. Irgendwann wälzte er sich von ihr hinunter und nahm sie in den Arm. Sie kuschelte sich an seine Brust.

Er bemerkte, dass sie weinte und säuselte ihr ins Ohr: ‚Du wolltest mir doch ins Gesicht treten, wenn ich zu weit gehe.‘

Sie lächelte und gab ihm einen gespielten Kinnhacken. ‚Ich bin nie glücklicher gewesen, du Blödian.‘

Der Stein, der ihm nun vom Herzen fiel, hätte eigentlich die Erde erbeben lassen müssen.

‚Ich hätte mir nie zu träumen gewagt, dass es so gut ist, dass es mir Freudestränen…!‘ flüsterte sie, bis sie schwer schluckte.

Ein Kuss seinerseits hinderte die Vollendung ihres Satzes.

Fortsetzung folgt… 

Drei und eine Axt – Teil 42

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 42

reiter_neuNach Stunden kam Lamina vor die Tür der Jurte getreten und platzte in ein Gespräch, das Vira, Ainur, Wena, Otar, Elger und Halef miteinander führten. Alur saß interessiert am Tisch und blickte abwechselt zu seinen Eltern und zu Halef und Vira hinüber.

‘Bist du dir sicher, dass es die Tochter vom alten Schmied ist?’ fragte Halef seine Mutter.

‘Es ist ewig her, als wir der alten Handelsstraße gefolgt sind, aber alle seine Kinder sind so blond wie er.’

‘Ihr pflegt eure Nachbarschaft ja nicht gerade!’ meinte Ainur fast schon ein wenig schnippisch.

‘Der Schmied war vor dem Krieg schon ein seltsamer Mann!’ meinte Otar.

‘Ja, die Leute sagen, es sei ein Fluch der Götter!’ rief Wena und blickte ehrfürchtig nach oben.

‘Was für Leute überhaupt? Wir sind hier völlig alleine! Langsam spinnen doch echt alle, meine Haare sind rot, ist das auch der Fluch der Götter.’ rief Halef streng und zog an seinen eigenen Haaren.

‘Und er züchtet nur noch Schweine, seit dem er seinen Hammer nicht mehr halten kann.’ mischte sich Wena wieder ein.

‘Wahrscheinlich sind dort alle tot. Ihr seid so unglaubliche Tratschweiber. Aber was ist wenn da noch jemand lebt? Ich werde sofort aufbrechen!’ herrschte Halef seine Tante an und machte Anstalten aufstehen zu wollen.

‘Halef du kannst nicht alleine gehen!’ meinte Vira in ihrem üblichen Ton.

‘Ich bin die einzige Wahl und Elger sollte bei seiner Frau bleiben!’ rief Halef in einem sehr herrischen Ton.

Lamina trat hinter ihn und meinte: ‘Ich komme mit, nur für den Fall, dass einer der Bastarde noch lebt, der sich an dem Kind vergangen hat, dann will ich es sein, die ihm die Haut abzieht!’

Halef drehte sich zu ihr um und fragte: ‘Wie gehts ihr, hat sie was gesagt?’

Alle blickten auf Lamina, die ziemlich wütend in die Runde blickte, sie trug eine Borte in der Hand an der eine kleine Glocke hing. ‘Alur, sie lässt deine Tunika nicht los, ich würde sie aber gerne waschen!’ meinte Lamina zu dem Jungen, setzte sich dann aber völlig erschöpft neben Halef. Sie legte die Borte mit der Glocke auf den Tisch und fuhr fort. ‘Sie trug das bei sich und sie sagt nur immer: Schweini!!’

Plötzlich sprang Wena auf, lief in ihre Jurte, kam wenig später Arme wedelnd wieder und plapperte vor sich hin: ‘Diese Glocken hat der Schmied immer gemacht und hat sie den Kindern geschenkt, an einer Borte, die seine Frau gemacht hat.’ Dabei hielt sie eine längere Borte hoch, an deren Ende eine Glocke baumelte.

‘Dann ist das eine beschlossene Sache, wir reiten heute noch los.’ rief Halef. ‘Alur du bekommst das Fernglas und passt auf die Ebene auf und Elger, du kümmerst dich darum, dass niemand deinen Bruder umbringt, ehe ich wieder da bin.’

‘Was willst du mit ihm machen?’ fragte Elger.

‘Ich will ihn möglichst lebend zum Khan schaffen und ihm seiner Verantwortung überlassen! Es klebt schon genug Blut an unseren Händen.’

‘Der kleine Köter macht sich aber so gut zu unseren Füßen!’ meinte Wena und warf Kel einen Kanten Brot hin.

‘Wena spiel nicht mit dem Wahnsinnigen, irgendwann rächt sich das!’ meinte Otar.

‘So hab ich ihn aber immer im Blick!’

‘Ich lass euch Nyùl da!’ meinte Halef noch bevor er aufstand, um seine Sachen zu packen.

Lamina und Halef ritten am späten Nachmittag los. Im Wald unweit der alten Handelsstraße trafen sie auf die beiden Hunde. Er schickte Nyùl zurück zu den Jurten und Ròka voraus.

Als Nyùl bei den Jurten ankam, waren Wena und Otar damit beschäftigt Pferdefleisch zu räuchern. Merle saß mit dem Neugeborenen am Tisch und versuchte sich nützlich zu machen. Die Kinder waren mit Vira bei den Tieren. Ainur hackte Holz und Elger hatte Alur gerade am Fernglas abgelöst, der sogleich in der Jurte verschwand, um nach seinen Schwestern zu sehen.

Etwas später schlich Alur sich zu dem Mädchen in die Jurte seiner Tanten. Er hatte etwas unter seiner Tunika versteckt.

Ziska blickte auf und fragte: ‘Ist Fina schon aufgewacht?’

‘Nein, noch nicht! Lona weicht ihr nicht von der Seite!’ antwortete Alur. ‘Wie gehts Kejnen und dem Mädchen?’

‘Kejnen war auch noch nicht wach, aber das Mädchen!’ meinte Ziska und blickte zu dem Mädchen hinüber. Sie lag mit offenen Augen im Bett und starrte ans Jurtendach ohne zu blinzeln, in ihren Händen hielt sie immer noch seine Tunika. Alur ging zum Bett hinüber und kniete sich auf den Boden.

‘Ich bin Alur, der Sippenführer und ich, wir haben dich gefunden… ähm… nachdem dich die Hunde gefunden haben.’

Sie drehte ihren Kopf, blickte jedoch an Alur vorbei und flüsterte: ‘Wau…!’

‘Der eine Hund heißt Nyùl!’

Das Wort ‘Hase!’ stolperte aus ihrem Mund.

‘Ja, Hase. Er ist draußen!’

‘Hase?’ flüsterte sie wieder.

‘Magst du mir die Tunika geben.’ meinte er und er griff nach der Tunika. Das Mädchen fing augenblicklich zu winseln an und Alur erntete den bösen Blick der weißen Hexe.

‘Ich mach dir nen Vorschlag. Wir tauschen. Ich hab nur 2 Tunikas die mir passen, aber ich hab noch eine, die mir nicht mehr passt. Du kannst sie haben, für immer!’ meinte er und zog ein Stück Stoff unter seiner Tunika hervor. Er hielt es ihr hin und zog gleichzeitig an der Anderen. Einen Moment blickten sie sich an und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Wie vom Blitz getroffen lies sie die Tunika los und Alur stürzte mit samt der Tunika nach hinten. Als er sich wieder aufrappelte, hatte sie sich bereits umgedreht. Ihr Körper bebte und er konnte ein ersticktes Schluchzen hören. Langsam lies er sich auf das Bett sinken und flüsterte ihr zu: ‘Magst du mir noch deinen Namen verraten?’

Vorsichtig tätschelte er ihren Rücken und nach einem ziemlich langen Moment bewegte sie sich endlich. Weinend klammerte sie sich an Alur und brach dann vollends zusammen. Seine Tante zündete irgendwas an, was sie dem Mädchen unter die Nase hielt. Und im nächsten Moment trat sein Verstand durch eine Tür und war im Reich der Träume verschwunden.

Fortsetzung folgt… 

Drei und eine Axt – Teil 41

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 41

reiter_neuHalef ritt am Fluss entlang und hielt Ausschau nach seinen Hunden. Das Bellen hallte durch den Wald.

Auf der alten Handelsstraße unweit des Flusses kamen ihnen die Hunde entgegen. Sie schleppten etwas mit sich, dass er nicht gleich erkennen konnte.

Alur sprang vom Pferd und schaute nach den Hunden. Der Körper eines kleinen Mädchens klammerte sich an den Rücken von Nyùl. Ihre Kleider waren zerfetzt und verkohlt, darunter konnte man das blanke Fleisch sehen und ihre Gliedmaßen waren vor Schmerz verkrümmt.

Alur hatte sofort wieder den Geruch von verbrannten Menschenfleisch in der Nase.

Kurzer Hand warf er den Köcher zu Boden, zog seine Tunika aus und legte sie vorsichtig über den blanken Rücken des Mädchens. Behutsam nahm er das Mädchen vom Rücken des Hundes und drückte es Halef in die Hand, der immer noch auf dem Rücken seines Pferdes saß.

‘Gib mir den Bogen und reite los!’ rief der Junge und im nächsten Moment klatschte seine flache Hand auf den Hintern des Tieres und es sprengte los.

Elger kam ihm entgegen. Halef preschte mit dem Pferd an Elger vorbei. Alur kam mit den beiden Hunden zu Fuß hinterher gelaufen. Ratlos stand Elger mit seinem Pferd auf dem Weg und wusste nichts recht was er nun tun sollte. Er ließ seinen Blick durch den Wald streifen, konnte aber auch nichts weiter erblicken, außer den keuchenden Alur, der sein Pferd schon fast erreicht hatte.

Er zischte den Hunden etwas zu, bevor er auf den Rücken des Pferdes sprang. Die Hunde liefen wieder in den Wald und waren gleich darauf im Dickicht verschwunden.

Halef kam als erster mit seinem Pferd bei den Jurten an. Ainur stand mit dem Fernglas am Gatter und Ziska kam gerade aus der Jurte gewankt. Sie hatte sich nur einen Klappenmantel über ihr Unterkleid gezogen und war barfuß.

Halef glitt vorsichtig mit dem Mädchen im Arm vom Pferd, um es im nächsten Moment Ziska in den Arm zu drücken. Sie ging gleich in die Knie und schrie, als sie die Wunden des Mädchen berührte. Wena brachte eine saubere Decke und Wasser, doch Ziska wollte sich nicht von dem Mädchen trennen. Sie hielt das Kind in ihren Armen, weinte und schrie, als hätte sie die selben Schmerzen.

Irgendwann brach sie über den leblosen Kinderkörper zusammen. Für einen Moment lag sie reglos da und alles war still. Aber plötzlich bäumte sie sich auf und schrie: ‚Ihr Götter, sind nicht schon zu viele gestorben hier, aber doch nicht dieses Kind, es kann nichts dafür.‘

Lamina stützte Ziska von hinten, während Halef und Wena versuchte, den Rücken des Kindes in ein sauberes Tuch zu wickeln, als ihm auffiel, dass das Kind nicht mehr atmete. Er griff an den Hals des Kindes und konnte auch keinen Herzschlag mehr spüren.

‘Ziska, es ist zu spät!’ flüsterte er und legte seine Hand auf die Hand der weißen Hexe, die immer noch panisch das Kind festklammerte.

Dann geschah etwas Unerklärliches, er fühlte sich als würde sein Gedärm aus seinem Körper gerissen und er blickte in Laminas Augen und die Angst in ihren Augen verriet ihm, dass sie gerade etwas Ähnliches erlebte. Wie durch ein Wunder riss das Mädchen die Augen auf und atmete langsam ein, der Ton den sie dabei machte, rasselte als würde sie Steine einatmen, aber sie lebte.

‘Sie lebt, was Anderes lasse ich nicht zu!’ stammelte Ziska und drückte das Kind an sich.

‘Nur zu welchen Preis, Ziska! Sie ist am ganzen Körper verbrannt, sie wird ihr Leben lang entstellt sein und leiden!’ rief Wena entsetzt, sie war nach hinten gestürzt und hatte die Schüssel mit Wasser dabei zu Boden fallen lassen.

‘Die Wege der Götter sind manchmal sehr eigen und unergründlich!’ rief Ziska und lies sich von Ainur aufhelfen, ohne jedoch das Kind loszulassen, während Halef und Lamina immer noch auf dem Boden lagen und sich krümmten.

Elger und Alur waren mittlerweile angekommen und sprangen gleichzeitig vom Pferd. Sie blickten auf ihren Sippenführer, der sich am Boden wälzte vor Schmerz.

‘Was ist passiert?’ fragten Elger und Alur wie aus einem Mund.

Halef stöhnte nur: ‘Allghoi Khorkhoi!’

Wena baute sich auf und sprach in herrischen Ton: ‘Der Todeswurm, spinn dich aus, der Wahnsinn der weißen Hexe ist jetzt auch auf dich übergesprungen!’

Lamina hatte sich bereits aufgerappelt und folgte Ainur und Ziska in die Jurte.


Fortsetzung folgt…

Drei und eine Axt – Teil 40

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 40

reiter_neuWena und Otar waren noch mit dem Zerteilen der Pferde beschäftigt, so mussten Alur und Halef die erste Wache übernehmen. Elger gesellte sich zu ihnen und löste Alur ab. Halef streife mit seinen Hunden durch das Dickicht und stellte ein paar Fallen auf, bis Ainur ihn ablöste.

Die ganze Nacht passierte nichts und auch der Morgen war ziemlich ruhig. Die Hunde streiften immer noch durch die Gegend, hatten aber auch keine Fährte mehr aufgespürt. Der letzte Späher hatte sich wohl endgültig aus dem Staub gemacht. Die Frage war nur, ob da noch mehr im Wald darauf warteten in einem unbeachteten Moment nochmal zuzuschlagen.

Als Halef in seine Jurte schlich, war das Feuer fast runter gebrannt, er legte ein paar Scheite in die Glut und schon erhellte sich sein kleines Reich und er blickte seine Mutter, Lamina und die ganzen Kinder in seinem Bett. Niedergeschlagen zog er ein Fell aus einer seiner Kisten und legte sich ans Feuer. Seufzend deckte er sich mit seinem Klappenmantel zu.

Als Lamina erwachte, blickte sie aus dem Bett und sah wie Halef an der runtergebramnten Feuerstelle lag und schlief. Sein Körper zitterte. Sie stand auf, deckte die Kinder wieder zu und schlich zur Feuerstelle, um ein paar Scheite in die Glut zu legen. Dann hob sie eine Decke vom Boden auf und legte sie über seinen zitternden Körper. Er erwachte und blinzelte sie an, seine Finger tasteten nach ihrem Bein. Daraufhin kniete sie sich zu ihm hinunter und küsste ihn auf die kalte Nase. Er packte sie und zog sie unter seinen Klappenmantel, um sie zu küssen.
Ainur stand plötzlich in der Tür: ‘Frühstück ist fertig!’
Die beiden blickten zu recht erwischt zur Tür und grinsten verlegen. ‘Hat mein Sippenführer kein eigenes Bett?’
‘Nein, da liegt deine Frau mit einem Stall voll fremder Kinder!’
‘Die hab ich schon gesucht!’ rief Wena von draußen herein.

Nach dem Frühstück saß Halef auf dem Kreuz seiner Jurte und blickte mit dem Fernglas über die Ebene und drehte sich in Richtung Fluss und hin zum Wald. Elger und Ainur versuchten währenddessen aus Kel und den überlebenden Späher etwas heraus zu bekommen.

Plötzlich hörte Halef seine Hunde weit entfernt bellen. Vor Schreck wäre ihm beinahe das Fernglas runtergefallen und im nächsten Moment war er schon wieder in die Jurte geklettert. Vor der Tür blieb er nochmal stehen und lauschte. Nach dem Gebell zu urteilen, waren sie nicht in Gefahr.

‘Die Hunde haben etwas gefunden!’ rief er, schwang sich seinen Gürtel um die Hüften und lief zu seinem Pferd.
Alur reichte ihm seinen Bogen und sprang mit einem vollen Köcher hinten aufs Pferd.
Ainur blickte Elger an: ‘Das der Sippenführer immer ohne Sattel reiten muss und er bringt dem Jungen nur Unsinn bei!’
Elger trottete zu seinem Pferd und sprang in einem Satz auf den Rücken des Pferdes: ‘Ich schau was sie da machen.’
‘Nimm deinen Bogen mit!’ rief ihm Ainur noch nach und schon hatte Elger den Bogen und einen vollen Köcher vom Gatter genommen und ritt weiter.
‘Ich kümmer mich weiter um deinen schwindligen Bruder!’ flüsterte Ainur und bemerkte gar nicht, dass Wena hinter ihm stand.
‘Lass mich mal!’ meinte sie.
‘Wir sollen ihn nicht umbringen!’ ermahnte Ainur sie.
‘Wer hat das gesagt?’ rief sie schnippisch.
‘Der Sippenführer!’
‘Der ist noch nicht alt genug, als dass ich ihn nicht übers Knie legen würde.’ mahnte nun Wena und drehte sich zu ihrem Bruder Kel.
‘Du hast deine Schwester gehört! Zu wieviel wart ihr! Und warten da noch welche auf uns im Wald?’
Kel lachte einfach nur verrückt vor sich hin und blickte zu seinem Kumpanen hinüber, der gerade in diesem Moment seinen letzten Atemzug aushauchte.
‘Ich bring ihn zu den Anderen und helf Otar beim Verscharren!’ rief Wena, kniete sich zu ihrem Bruder, grinste ihn an und fuhr dann fort: ‘Ich werd deine Wunden verbinden und dich aufpäppeln, dir saubere Kleider geben und dann werde ich dich ganz nah an meinem Tisch anbinden und werde dich wie einen Hund behandeln. Und irgendwann wenn du nicht mehr darauf gefasst bist, dann werde ich dich einfach umbringen. Und dann werde ich persönlich deinen Kopf von deinen Schultern schneiden und damit ich ihn dann deinem Vater vor die Füße werfen kann.’
Pfeifend begann sie seine Wunden zu reinigen. Als sie damit fertig war, führte sie ihn an einem Strick vor den Tisch und band ihn an. Dann flößte sie ihm lauwarme Suppe ein, bis er sich fast übergeben musste. Und mit dem selben Liedchen auf den Lippen ging sie wieder an ihre Arbeit, während ihr Bruder vor ihren Füßen im Dreck kauerte.

Fortsetzung folgt…

Drei und eine Axt – Teil 39

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 39

reiter_neuZiska versuchte Kejnen so gut es ging zu heilen, doch sie war bereits am Ende ihrer Kräfte als sie Vira und Fina geheilt hatte. Ihr Kopf sauste, ihr war schwindlig und schlecht, als der Ast endlich aus seinem Bein raus war. Sie mussten die Beinwunde sicherheitshalber schienen und konnten die Blutung irgendwann stoppen. Doch sie versuchte dennoch einen zweiten Heilzauber an Kejnen durchzuführen. Dabei griff sie Ainurs Hand und er hatte dabei das Gefühl, sie würde ihm Energie entziehen, um sie Kejnen zu schenken. Aber wenn es seinem Freund helfen würde, gab er gerne seinen Teil dazu, auch wenn er von diesem Götterzauber keine Ahnung hatte. Am Ende wurde sie fast ohnmächtig und er zog sie von Kejnen fort.

‘Das wird ihm erst mal helfen, Ziska!’ flüsterte Ainur ihr ins Ohr, während sie sich zitternd an seinen Arm klammerte. Sie war völlig außer Atem.

‘Die Götter sind böse mit mir!’ murmelte sie.

‘Nein, weiße Hexe!’ flüsterte Ainur. ‘Wie können die Götter mit dir böse sein! Gibst du doch alles was du hast und noch viel mehr…!’

Sie musste sich setzen. ‘Ich hab zwei der Männer getötet!’

‘Ja, Lamina hat bestimmt 5 erschossen.’ versuchte Ainur sie zu beruhigen.

‘Ja, sie ist schneller als der Wind!’ faselte sie mehr beiläufig.

‘Du lenkst ab!’ murmelte Ainur, während er Kejnen die Lippen mit Wasser benetzte.

‘Der Allghoi Khorkhoi!’ rief sie bedeutungsschwanger. ‘Er tötete durch meine Hand, ich bin verflucht!’

‘Also, jetzt krieg dich mal wieder ein. Ich weiß ja nicht, wie lange du es uns noch verheimlichen kannst!’ meinte Ainur reichlich ungeduldig.

Ziska blickte ihn verwirrt an und stammelte: ‘Was bitte, wie meinst du das?’

‘Ich hab die Leichen gesehen. Zwei davon haben keine Verletzung und sind trotzdem tot. Allghoi Khorkhoi hin oder her, du wolltest nur dich beschützen, oder soll ich vielmehr sagen, euch!’ Als er ihr das an den Kopf geworfen hatte, tat es ihm schon wieder Leid, dass er damit angefangen hatte.

Sie packte ihn am Arm und fragte unsicher: ‘Euch?’

‘Du weißt es wirklich nicht! Ich bin vielleicht der falsche… Mann dir das zu sagen… Ziska!’ stammelte nun Ainur, nahm ihre Hände in die Seinen und schüttelte den Kopf. ‘Ihr Weiber bringt mich noch ins Grab! Alle miteinander!’

‘Jetzt redest du wirres Zeug!’ rief sie fast schon wütend und versuchte vergeblich ihm ihre Hände zu entziehen.

‘Du bist blass, kriegst morgens keinen Bissen runter, dann ist dir schlecht und weil du nichts isst, ist dir oft schwindlig. Und doch hast du ganz schön zugelegt. Ich würde sagen, wenn der Allghoi Khorkhoi nicht gerade in deinem Magen wohnt, dann bist du wohl eher schwanger.’

Sie blickte ihn fassungslos an, verdrehte die Augen und bevor sie ohnmächtig vom Bett fallen konnte, hatte er sie schon aufgefangen und neben Kejnen gelegt.

Als Lamina mit frischen Wasser herein kam, wollte er sich gerade aufrichten, um frisches Wasser zu holen.

‘Du kannst Gedanken lesen!’ flüsterte er.

‚Wie geht’s ihnen!‘ fragte sie und drückte ihm die Schüssel in die Hand. Das Wasser schwappte fast über.

‚Die Blutung hat sie gestoppt, aber ich glaube sie hat zu viel gegeben, er ist noch nicht übern Berg!‘ flüsterte Ainur. ‘Und sie ist schwanger!’

‘Nein!’ rief Lamina überrascht.

‘Sie hat geglaubt der Allghoi Khorkhoi hat sie verflucht!’

‘Naja, dann schauen wir dass wir die drei übern Berg bekommen!’ grinste Lamina und zog die Decken zurecht.

Lamina kümmerte sich rührend um die beiden und Ainur hatte einen Moment nach seiner Vira zu sehen. Die Kinder waren wach und Halef hatte ihnen allen gerade Suppe gebracht. Vira wurde von Lina gefüttert. Ein Bild bei dem selbst die Götter geweint und gelacht hätten zu gleich.

Er stand eine ganze Weile in der Tür, ehe es ihnen gewahr wurde, dass er dort stand.

‘Haben wir einen Plan für heute Nacht?’ fragte Ainur seinen Sippenführer.

Halef stand auf und ging ihm entgegen. ‘Lass uns mit Otar, Wena und Alur drüber reden, wer heute Nacht Wache hält.’

Drei und eine Axt – Teil 10

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 10

Er schreckte plötzlich hoch, als seine Hunde anschlugen. ‚Halef, deine Hunde mögen mich einfach nicht.‘ hörte er Meister Kejnen sich von draußen lauthals beschweren. Halef pfiff nur leise und bettet die Kleine dabei wieder auf die Felle zurück und deckte sie sachte zu. Sie wollte im Schlaf seinen Arm kaum loslassen.

Kejnen stand bereits vor dem Zelt als Halef, seinen Klappenmantel überziehend, aus dem Zelt trat.

‚Verzeih die Verspätung, aber die Damen hier und Neuigkeiten haben mich aufgehalten.‘

Eine Schar älterer Damen strömten in gebückter Haltung in ihr Lager. Sie legten ihm viele Dinge vor die Füße und küssten seine Hände. Er hatte Einige davon gestern im Lager des Khan gesehen.

‚Sie wollten dir helfen und dir die Sachen bringen, aber deine Hunde haben sie nicht ins Lager gelassen. Und sie sind steif und fest der Meinung, dass du von den Göttern gesandt wurdest.‘

Halef blickte Meister Kejnen nur ungläubig an und schüttelte den Kopf.

‚Wie geht es dem Mädchen?‘ fragte er und blickte ihn dabei ernst an.

‚Ich habe sie gewaschen und ihre Wunden versorgt und die Damen sollten besser dafür beten, dass sie keinen Wundbrand bekommt… Am Liebsten würde ich morgen schon mir ihr aufbrechen und sie zu Tante Ziska bringen.‘

‚Ja, da hast du wohl recht…es wird das Beste sein.‘

‚Was für Neuigkeiten haben dich aufgehalten?‘

‚Überraschende! Ein alter Kriegskamerad will sich mit mir treffen. Deswegen muss ich gleich noch einmal los.‘

Während die Beiden sich unterhalten hatten, machten sich die Damen an der Kochstelle zu schaffen und setzten frisches Wasser auf. Sie fütterten die Hunde mit dem Kesselinhalt und machten ihnen neues Essen.

Kejnen durfte erst gehen, als er etwas gegessen hatte. Auch Halef flößten sie Tee ein und drückten ihm die verschiedensten Köstlichkeiten in die Hand. Er konnte sich ihrer erst erwehren, als das Mädchen im Zelt wieder zum Wimmern begann. Sich immer noch bedankend verschwand er rücklings im Zelt. Das Mädchen saß aufrecht und völlig verschreckt auf den Fellen und ihr liefen gerade wieder Tränen die Wangen herab, als er sich zu ihr umdrehte. Eine der Damen folgte ihm und brachte ein Tablett voll mit Essen und Tee herein und stellte es ab. Genauso lautlos wie sie ihm gefolgt war und verschwand sie auch wieder. Halef kniete sich zu dem Mädchen und nahm sie in den Arm.

‚Wir haben Besuch vieler netter alter Damen!‘ flüsterte er ihr ins Ohr, während sie sich weinend an ihn klammerte. ‚Sie haben uns zu Essen gebracht!‘ Er hangelte nach dem Tablett, schnappte sich eine der süßen Köstlichkeiten und bot es ihr an. Sie schüttelte nur den Kopf.

Genüsslich biss er selbst davon ab und man konnte es wirklich an seinem Gesicht ansehen, dass er nie etwas Köstlicheres zu sich genommen hatte. Ihm standen fast die Tränen in den Augen, als er ihr die andere Hälfte davon anbot. Sie öffnete ganz leicht den Mund und lies sich füttern. Der unglaubliche Geschmack explodierte schier in ihrem Mund und die Tränen, die nun aus ihren Augen schossen, mussten Freudentränen gewesen sein, weil sie ihn überglücklich dabei anlächelte. Bei diesem Lächeln ging ihm schier das Herz auf, er drückte sie noch fester an sich und küsste ihre Stirn.

Irgendwann schloss sie die Augen und sackte dann ganz langsam wieder in die Felle zurück. Er rückte die Felle zurecht, räumte das übrige Verbandszeug in Ziska’s Beutel zurück und legte ihn in Reichweite der Schlafstätte ab.

‚Man kann ja nie wissen!‘ flüsterte er. Er kramte eine weitere Decke hervor und setzte sich neben das Mädchen.

Die Dame von eben kam wieder ins Zelt, brachte einen Stapel mit Kleidung und legte ihn zu ihren Füßen ab. Oben auf dem Stapel lagen ein Paar gebundene Strümpfe. Er griff unter die Decke und fühlte nach ihren Füßen, die wie er vermutet hatte eiskalt waren. Die Decke beiseite schiebend zog er ihr die Strümpfe an, klappte das Letzte der Felle am Fußende über ihre Beine und deckte sie wieder sorgfältig zu. Er griff sich die zweite Decke und legte auch diese über das Mädchen. Dann ging er zum Zelteingang und streckte den Kopf hinaus, draußen waren noch immer einige Damen, die gleich aufgeregt zu ihm stürmten, um ihm wieder die Hände zu küssen. Sie drückten ihm noch eine Decke in die Hand und ein Öllicht. Er pfiff nach seinen Hunden und wies sie wortlos an, am Feuer Wache zu halten. Ebenso wortlos bedankte er sich bei den Damen und verschwand wieder im Zelt. Die Damen schlossen das Zelt hinter ihm. Er hängte das Öllicht an eine Kette, die von der Mittelstange herab hing, dann setzte er sich zu ihren Füßen und zog endlich seine Schuhe aus.

Währenddessen humpelte Meister Kejnen zum Treffpunkt, an dem er einen seiner alten Kriegskameraden Ainur treffen wollte, den er gleich zu Beginn ihrer Ankunft auf die Männer der drei Damen angesetzt hatte.

Sein Kamerad führte ihn gleich nach ihrem Zusammentreffen in eine Kaschemme. Am Tresen kauerte ein Mann, der ziemlich heruntergekommen und völlig betrunken war. Kejnen humpelte zu ihm hinüber.

‚Bist du Otar, Sohn des Alur?‘ fragte Kejnen ihm gerade auf den Kopf zu.

Der Mann schreckte hoch und starrte ihn fassungslos an.

‚Deine Frau Wena und deine Kinder vermissen dich!‘

Der Mann, der wohl tatsächlich Otar war, brach vor Kejnen auf die Knie und weinte.

‚Deine Schwägerinnen würde gerne wissen, wo ihre Männer sind, deine Brüder!‘

Otar klammerte sich an seinen Füßen fest und schrie: ‚Ich hab sie verloren!‘

‚Wie verloren?‘ rief Kejnen fassungslos.

Ainur stand nun hinter Otar und machte eine kreisende Handbewegung auf Stirnhöhe. ‚Ich sagte doch, er ist nicht nur ein Säufer, sondern auch ganz schön verrückt!‘

‚Das ist mir egal, wir nehmen ihn mit, wenn der Junge ihn erkennt, dann bringen wir ihn morgen heim, die Frauen werden ihn schon wieder hinkriegen.‘

‚Gut, dann lass uns verschwinden!‘ meinte Ainur.

Kejnen warf dem Wirt einen Goldklumpen hin und überließ es seinem Freund, den betrunkenen Otar hochzuziehen und mitzuschleifen.

Halef saß immer noch zu ihren Füßen zusammengesunken und hielt seinen Kopf. Seine Gedanken und Gefühle rauschten völlig wirr durch seinen Kopf. Sie erwachte wieder, öffnete langsam ihre Augen und sah ihn im schummrigen Licht zu ihren Fußen sitzen. Sie versuchte etwas zu flüstern. ‚Ha…h…!‘

Er schreckte hoch und wand sich um. Sie versuchte es nochmal. ‚Halef?‘ Schon war er an ihrer Seite und griff nach ihrer Hand. Sie blickte zu ihrem Becher, der unweit des Tablett stand. Halef goss ihr Tee ein und reichte ihr den Becher. ‚Danke!‘ sagte sie leise. Ihre Stimme war heiser und unsicher, ihm aber machte es so glücklich, dass sie sprach. Er hatte schon die Befürchtung gehabt, sie könnte stumm sein. ‚Ist doch selbstverständlich, kann ich dir noch etwas Gutes tun?‘

Sie zuckte nur mit den Schultern, verzog dann schmerzverzerrt das Gesicht und lies beinahe den Becher fallen. Gelassen griff er nach ihrem Becher und fragte: ‚Soll ich dir was gegen die Schmerzen geben?‘ Sie nickte nur. Er wühlte in dem Beutel nach Ziska’s schönen Träumen und goss ihr einen Schluck davon in den Becher. Sie trank ihn brav aus, während er ihren Kopf etwas hochhielt, damit sie besser trinken konnte. Nachdem sie den Becher wieder absetzte, beutelte es sie und sie kämpfte damit, nicht wieder alles von sich zu geben. Lächelnd lies er ihren Kopf langsam wieder sinken, nahm ihr den Becher ab und rückte mal wieder die Felle zurecht. Als er sich wieder abwenden wollte, hielt sie ihn an seiner Hand fest. Er griff aber nur nach der Decke, die ihm vorhin die Damen gegeben hatten. Schlagartig lies sie seine Hand wieder los und lies ihn sich die Decke über die Schultern werfen. Nach ihren Händen greifend, setzte er sich etwas näher zu ihr hin und blickte sie sanft an. Ihre Augen waren schon fast wieder geschlossen, als sie wieder zum Flüstern ansetzte. ‚La…mi…na…‘

Er lächelte ihr entgegen und sprach ihr nach: ‚Lamina.‘ Auf seine eigene Art hatte er ihren Namen so betont, so dass sie auch lächeln musste. Mit diesem Lächeln auf den Lippen schlief sie wieder ein.

Die Hunde schlugen wieder an, er schnellte hoch und lies ihre Hände los, um im nächsten Moment behände, unter der Zeltplane hindurch, nach draußen zu schlüpfen.

Ihm stockte der Atem, als er drei Gestalten vor dem Zelt erblickte. Eine Gestalt löste sich und trat näher, es war unverkennbar Meister Kejnen.

‚Junge, komm näher und leg ein paar Scheite nach!‘ meinte Kejnen in seinem ihm üblichen Befehlston. Er folgte und bückte sich nach dem Holz und legte es auf die Glut.

‚Wie geht es dem Mädchen?‘

‚Gut, soweit! Wer sind die…!‘ meinte Halef, stockte aber, als einer der Männer, den Anderen losließ und dieser auf die Knie stürzte und ihn gleichzeitig völlig wahnsinnig anstarrte.

‚Halef, Junge. Du bist aber groß geworden!‘ lallte der Mann, der nun in Richtung seiner Füße kroch.

Halef stürzte zu ihm herab und packte ihn an seiner völlig verdreckten Tunika. ‚Du betrinkst dich, anstatt nach Hause zu kommen, Onkel!‘

‚Ich hab den Weg nicht gefunden! Den Weg nicht mehr gefunden‘ jammerte Otar und klammerte sich an Halef’s Bein fest.

‚Wo ist mein Vater?‘ schrie Halef ihn mit einem angewiderten Gesichtsausdruck an. ‚Verdammt, wo sind deine Brüder?‘

‚Ich hab sie verloren! Verloren! Den Weg nicht gefunden!‘ winselte Otar.

Kejnen hielt Halef an der Schulter fest und sprach ganz ruhig: ‚Die Leute erzählen sich, dass er in der letzten Schlacht einen Schlag auf den Kopf bekommen hatte und seit dem hat er sie nicht mehr alle beieinander!‘

‚Ja, und! Er soll mir meine Frage beantworten! Das wird er ja wohl noch können!‘

Kejnen hatte Halef nie so wütend erlebt, deswegen zog er ihn von Otar fort, um ihm ins Gewissen zu reden: ‚Halef, die Leute erzählen sich auch, dass…!‘

Doch er wurde von Otar weinend unterbrochen. ‚Ich wollte ihre Körper heim bringen, aber ich habe sie verloren! Den Weg nicht gefunden!‘ Otar griff wieder nach seinen Füßen, doch der andere Mann hielt ihn zurück und sprach ganz ruhig: ‚Die Kameraden aus seiner Einheit erzählten mir, dass er seine Brüder retten wollte und dabei hat er einen Hieb auf den Kopf bekommen und…!‘

Halef riss sich aber schon von Meister Kejnen los und wand sich ab. Einen Moment später, war er im Zelt verschwunden. Meister Kejnen folgte ihm, so schnell es ihm möglich war.

‚Halef?‘ flüsterte er und griff ihn an der Schulter, als er sich im Zelt wieder aufrichtete. ‚Hast du noch von Ziska’s schöne Träume?‘ Er wand sich nur halb um und nickte dann.

‚Verstecke es so, dass er es nicht findet! Ich möchte morgen früh aufbrechen! Versuch etwas zu schlafen! Wir schlafen draußen.‘

Meister Kejnen packte sich sein Bündel Felle und humpelte wieder nach draußen.

‚Gib mir die Jurtenhaut raus, Junge!‘ meinte Meister Kejnen leise.

Halef tat was ihm befohlen und als er die Jurtenhaut unter seinem Sattel herauszog, blickte ihn Lamina fragend an. Sie sah, dass er Tränen in den Augen hatte, als er sich wieder abwandte. Draußen nahm Kejnen ihm die Jurtenhaut ab und setzte sie auf dem Boden ab.

‚Junge…!‘ sagte Kejnen und packte ihn dann, um ihn in eine Umarmung zu ziehen.

Halef lies es für einen Moment zu, wand sich dann aber aus der Umarmung und sagte kurz: ‚Ist schon gut, Meister Kejnen!‘

Seine Hunde lauschten auf und kamen auf ihn zu gelaufen. Sie hatten in seiner Stimme mehr gehört, als Kejnen verstand. Kejnen griff in seine Hose und drückte ihm die Beutel mit Gold in die Hand. ‚Man kann ja nie wissen!‘ Beide versuchten zu lächeln, es gelang ihnen aber nicht wirklich.

Halef ging zurück ins Zelt, seine Hunde krochen ihm hinterher. Mit einer beiläufigen Handbewegung wies er seinen Hunden den Platz vor seiner Schlafstätte zu, wo die Beiden sich sofort zusammenrollten.

Halef packte seine Schuhe, die immer noch vor seiner Schlafstätte standen, steckte die Beutel hinein und legte sie unter seinen Sattel. Dann griff er nach der Flasche, entkorkte sie, trank einen Schluck, und steckte sie verschlossen zu seinen Schuhen. Noch bevor der Trunk seine Kehle hinunter ran, setzte er sich zu seinem Sattel und legte den Kopf auf seine Knie. Schwer seufzend konnte er die Tränen nun nicht mehr aufhalten. Lamina griff nach seiner Hand und zog ihn zu sich auf die Felle. Er lies es kraftlos zu. Bevor es ihm gewahr wurde, befand er sich bereits mit dem Gesicht auf ihrer Decke. Sie nahm ihn liebevoll in den Arm und zog seinen Kopf auf ihre Brust. Sein ganzer Körper bebte vor Aufgewühltheit, so dass sie ihn kaum beruhigen konnte. Behutsam strich sie ihm durchs Haar und drückte ihn noch fester an sich. Als er sich nach einer Weile wieder halbwegs gefangen hatte, krächzte er: ‚Eigentlich müsste ich dich im Arm halten und dich trösten!‘ Es war ihm ein Wenig peinlich in ihren Armen zu liegen und so liebevoll von ihr umsorgt zu werden. Sie regte sich und flüsterte in sein Haar: ‚Ja, aber mir tut gerade nichts weh!‘ Er seufzte schwer und zog sich den Rotz in der Nase hoch. Sie musste schmunzeln und küsste dann sein Haar. Irgendwann lies sie ihn aber doch los und er drehte sich auf den Rücken. Mit einer Hand nach seiner Decke suchend, nahm er sie in den Arm und deckte sie beide mit der dritten Decke zu, so schliefen sie beide ein.

Drei und eine Axt – Teil 9

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 9

Der Sklaventreiber war stehen geblieben und schon sammelten sich ekelhaft geifernde Kaufwillige um das Mädchen. Sie konnte kaum älter als Halef sein. Als ihr einer den letzten Fetzen vom Leib riss, sah Kejnen, dass nicht nur ihre Schenkel blutverschmiert waren, sondern auch ihr Rücken.

Kejnen humpelte in die Menge und packte sich den Sklaventreiber.

‚Das ist aber keine wohl feine Ware mehr, wenn sie schon benutzt ist!‘

‚Damit Ihr keine Scherereien mehr mit ihr habt, habe ich sie schon mal eingeritten.‘ lachte der Sklavenhändler süffisant. Der Geifer lief ihm dabei aus dem Maul. Kejnen musste sich wirklich zurückhalten, ihn nicht auf der Stelle danieder zu strecken.

‚Sie taugt ja kaum zum Arbeiten, so wie Ihr sie zugerichtet habt, da müsst Ihr mir teures Gold geben, damit ich die Heiler bezahlen kann. Nicht dass sie mir weg stirbt, bevor ich mit ihr zu hause ankomme.‘

‚Wollt Ihr sie nun, oder wollt Ihr sie nur schlecht machen?‘ brüllte der Sklavenhändler laut. Er wollte wohl die Aufmerksamkeit der anderen Interessenten auf sich lenken.

Kejnen spielte nur mit den drei Goldbrocken in seiner Hand.

‚Gebt mir die drei Gold und dann verschwindet mit ihr! Bevor ich meine Geduld verliere!‘

Kejnen schlug in den Handel ein und als sich seine Hand wieder von der des Sklaventriebers löste, war er drei Gold ärmer, aber die Kleine war nun in Sicherheit. Das Mädchen hatte sich ängstlich am Boden zusammengekauert und umklammerte die Überreste ihrer Kleidung. Kejnen packte sich den Strick und zog sie aber an ihrer Schulter aus der Menge. Als sie außer Sichtweite waren, wickelte er sie erst in seinen Klappenmantel, zückte dann sein Messer und schnitt ihr die Fesseln und den Knebel durch. Verstört blickte sie ins Leere, es schien so, alles hätte sie keine Kraft mehr zu weinen.

‚Dir wird nichts mehr angetan werden, du bist jetzt in Sicherheit.‘ flüsterte ihr Kejnen zu, es hatte aber den Anschein, dass sie nicht begriff, was er sagte.

Irgendwann blickte sie ihn endlich an. Er hatte das Gefühl, dass sie sich von seinem Anblick erschrocken haben muss, weil ihr jetzt doch die Tränen in den Augen standen. So liebevoll wie möglich, nahm er sie in den Arm und versuchte sie mehr schiebend als tragend in Richtung ihres Zeltes zu befördern.

Dort angekommen hatte Halef bereits Feuer gemacht, Wasser aufgekocht, das Pferd abgeladen und Tee und Essen zubereitet. Wie er das in dieser kurzen Zeit vollbracht hatte, war ihm wahrscheinlich selbst völlig unerklärlich.

‚Kümmere dich um sie, ich berichte dem Khan und ich besorge ihr etwas zum Anziehen und Schuhe.‘ meinte Kejnen, als er Halef die Kleine übergab, dann wand er sich ab und verschwand fluchend wieder.

Vorsichtig bugsierte er das Mädchen ins Zelt und versuchte sie auf seine Felle zu setzen, die seine Bettstatt darstellten. Ihr Blick war leer und sie starrte einfach nur nach draußen zum Feuer. Frische Tränen waren auf ihrem verdreckten Gesicht getrocknet. Behutsam nahm er sie am Kinn, strich ihr die zerzausten Haare aus dem Gesicht und hielt ihr gleichzeitig einen Becher mit Tee hin, den er ihr sogleich an den Mund führte. Sie trank vorsichtig und blickte ihn dabei über den Becherrand hinaus mit ihren unglaublichen Augen an. Tränen standen darin. Er war mit der Situation mehr als überfordert und wusste im ersten Moment nicht so richtig, was er zu ihr sagen oder was er machen sollte. Mit zitternden Fingern nahm sie den Becher von ihren Lippen und hielt ihn Halef mit beiden Händen wackelig hin. Da er leer war goss er neuen Tee hinein und sprach zu seiner eigenen Überraschung mit einer festen aber ruhigen Stimme: ‚Vorsicht heiß!‘ Sie trank ein wenig. Beim Versuch, den Becher abzustellen, hätte sie ihn beinahe verschüttet, wenn er ihn nicht festgehalten hätte. Er stellte den Becher in sicherer Reichweite ab und stand dann auf und rührte im Kessel, der über der Feuerstelle hing. Hastig füllte er eine Schale mit dem, was er auf die Schnelle zusammen gekocht hatte. Dazu reichte er ihr Gewürzbrot. Sie war so kraftlos, dass sie kaum die Schale halten konnte, also fütterte er sie. Nach ein paar Bissen verweigerte sie die Nahrungsaufnahme. Er überspielte dies mit einem Achselzucken, nahm den Löffel selbst in den Mund und stellte die Schale neben ihnen ab. Er goss das restliche Wasser in eine Schüssel und suchte nach einigen Kräutern und Tinkturen, die Ziska ihnen mitgegeben hatte. Ohne seinen Blick von ihr zu wenden, warf er einige Kräuter ins Feuer und goss ein wenig Öl ins Wasser. Mit Seife, dem Wasser, mehreren Tüchern und Ziska’s Notfallbeutel bewaffnet, kniete er sich zu ihr und begann ganz vorsichtig ihr Gesicht, ihre Hände und Füße zu waschen. Ganz vorsichtig versorgte er ihre Schrammen.

Der Duft der Kräuter, die auf der Glut ihr volles Aroma entfalteten, drangen ins Zelt. Er schickte ein Stoßgebet an alle Götter und dankte dafür, dass seine Tante ihm die Tinktur gegen Wundbrand mitgegeben hatte. ‚Man kann ja nie wissen!‘ hatte sie zu ihm gesagt und dann hatte sie ihm noch Ziska’s Schöne Träume eingepackt, mit den Worten: ‚Doppelt genäht hält besser.‘ Zum Glück war er selber immer der beste Patient seiner Tante gewesen und so hatte er am eigenen Leib gelernt, was jetzt zu tun war.

Er bedeckte sie zuerst mit einer Decke, bevor er sie von dem Mantel befreien wollte. Ohne Gegenwehr lies sie das alles über sich ergehen. Als er den Mantel über den Rücken hinunter zog, stockte ihm der Atem. Sie war ausgepeitscht worden, denn ihr Rücken bestand eigentlich nur aus fleischig roten Striemen. Er rang nicht nur mit seiner Fassung, sondern kämpfte auch mit seinen eigenen Tränen. Mit zitternden Händen zog er ihre Arme unter der Decke hervor und legte den Mantel nur lose um ihre Hüften. Er wickelte die Überreste des Lederstricks von ihren Handgelenken und warf diese ins Feuer, bevor er ihre Arme wusch. Durch die Fesselung war auch die Haut an ihren Gelenken bis aufs Fleisch durch gescheuert. Sorgsam behandelte er diese Wunden zuerst und verband sie, bevor er sich ihrem Rücken widmen würde. Mit einer verkrampften Körperhaltung klammerte sie die Decke mit beiden Armen gegen ihre Brust. Sie erahnte bereits, dass die Behandlung ihres Rücken keineswegs schmerzfrei werden würde. Er zog eine Flasche aus Ziska’s Tasche und schüttete einen Schluck des Inhalts in ihren Becher. ‚Das hier hilft gegen einfach alles, aber es brennt wie Feuer!‘ meinte er und hielt ihn ihr vor die Nase. ‚Verdünnt kann man es fast trinken.‘

Sie nahm den Becher mit beiden Händen und blickte ihn fragend an. Er war aufgestanden und goss sich ebenfalls einen Becher Tee ein und schüttete sich einen Schluck aus der Flasche dazu. ‚Einen großen Schluck von Ziska’s schöne Träume und es sind alle Sorgen nur noch Schäume, sagt meine Tante immer.‘ rezitierte Halef und stürzte sich den Inhalt des Bechers in den Rachen. Bereits beim Schlucken beutelte es seinen ganzen Körper. Als er den Becher abgesetzt hatte, trank das Mädchen noch. Mit einem angewiderten Ausdruck in ihrem Gesicht nahm sie den Becher von ihren Lippen und lies ihn dabei fast fallen. Halef fing ihn auf und lächelte ihr entgegen. ‚Jetzt kennst du schon meine Tante, ihren Kräutertrunk und ihre Lebensweisheit und ich habe mich selbst noch gar nicht vorgestellt.‘ meinte Halef. Der Trunk hatte ihm die Zunge etwas gelockert. Er zog ein Band unter einem Fell hervor und begann ganz vorsichtig ihre langen braunen, völlig zerzausten und verschmutzen Haare vom verklebten Rücken zuziehen und sie zusammen zubinden. ‚Ich bin Halef! Willst du mir deinen Namen verraten?‘

Der Knebel hatte sich in ihren Haaren verfangen gehabt und war nun auf den Mantel gefallen. Er blickte ihr von der Seite aus ins Gesicht, sie blickte ihn aber nur an und sagte nichts. Er hielt ihren Bernsteinaugen nicht stand und senkte den Blick zum Boden, wo er dann den Knebel entdeckte. Fast beiläufig nahm er ihn auf und betrachtete ihn etwas genauer. Das grobe Stück Holz war völlig zerbissen und Blut getränkt. Plötzlich schossen ihm viele grausame Bilder durch seinen Kopf. Er riss die Augen auf, er zog blitzartig die Luft ein und als er die Luft wieder aus seinen Lungen stieß, waren die Bilder weg. Seine Augen füllten sich mit Tränen. Er machte eine hastige Bewegung, sprang auf und wand sich ab. Wütend warf er den Knebel ins Feuer und schaute noch einen Moment in die Flammen, bis ihn ihr Gewimmer aus seinen Gedanken riss.

Genauso hastig wie er aufgesprungen war, stürzte er wieder an ihre Seite. Ihr angstvoller Blick lies ihn in der Bewegung erstarren, dann begriff er, dass er sie gerade ziemlich erschreckt haben musste. Während ihm völlig unbewusst beruhigende Laute über seine Lippen kamen, versuchte er sie behutsam aber umständlich in den Arm zu nehmen, ohne dabei ihre Wunden zu berühren. Mit einer Hand fischte er den Lumpen aus dem Wasser und lies das mittlerweile handwarme Wasser über ihren Rücken laufen. Ein Zucken schoss durch ihren Körper und sie klammerte sich zitternd an seinem Oberkörper. Das Wasser löste den gröbsten Schmutz und floss in den Mantel, auf dem sie immer noch saß. Er schöpfte mit der Hand immer wieder Wasser über ihren Rücken und tupfte mit einem sauberen Tuch die Wunden trocken. Bei jeder Berührung, so sanft sie auch gewesen waren, zuckte sie schmerzerfüllt zusammen und klammerte sich noch fester an seinen Körper. Vorsichtig beträufelte er die Wunden mit der Tinktur. Noch bevor er mit der Prozedur fertig war, sank sie kraftlos auf seinen Schoß und blieb dort erschöpft liegen. Ihr Körper bebte vor Schmerzen und er versuchte sie irgendwie davon abzulenken, in dem er ihr behutsam ihr Haar streichelte.

Als sie sich wieder ein wenig beruhigt hatte, machte er ihr noch einen Kräuterumschlag, auf den er sie bettete. Dabei versuchte er gleichzeitig den Mantel unter ihrem Hintern herauszuziehen und ihr eine gefaltete Decke unter den Kopf zu schieben. Mit ausgestreckten Armen brachte er den nassen Mantel nach draußen, um ihn dort irgendwo aufzuhängen. Es dämmerte bereits. Er setzte noch einmal Wasser auf und streute wieder Kräuter in die Glut. Der Wind blies erneut den betörenden Duft ins Zelt. Als er wieder das Zelt betrat, war das Mädchen bereits eingeschlafen. Schwer seufzend setzte er sich neben ihren schlafenden Körper und zog die Decke bis auf ihre Hüfte herab und fuhr mit der Waschung fort. Die Worte seiner Tante schossen ihm durch den Kopf: ‚Wer anfängt, muss auch weitermachen!‘

Selbst in dem schummrigen Licht, dass vom spärlichen Feuer herrührte, konnte er erkennen, dass ihr Oberkörper von vielen Blutergüssen und Bissspuren übersät war. Er band die Enden des Rückenumschlags quer über ihre Brust, bevor er sie wieder zudeckte. Seine Hände begannen wieder an zu zittern, als er sich daran machte ihre Oberschenkel und ihren Unterleib zu waschen. Vor Scham hielt er dabei die Augen weitestgehend geschlossen, deswegen bemerkte er auch nicht, dass sie bereits wieder erwacht war. Ihr Gesicht war Tränen überströmt, aber sie blickte ihn mit einem fast unmerklichen Lächeln dankbar an. Mit einer fahrigen Bewegung lies er den blutigen Lappen in die Schüssel fallen. Der Versuch das Lächeln zu erwidert, erstarb auf seinem Gesicht, als er seine eigenen blutigen Hände sah. Hastig nahm er die Schüssel mit dem blutigen Waschwasser und eilte aus dem Zelt. Draußen goss er das Wasser aus und erneute es. Er zog seinen Gürtel und eine seiner Tuniken aus und wusch sich rasch.

Als er mit der Schüssel mit frischen Wasser und seiner Tunika unter dem Arm das Zelt wieder betrat, hatte sie sich aufgesetzt und die Decke immer noch fest klammernd, versuchte sie gerade aufzustehen. Hastig stellte er die Schüssel am Zelteinfang ab und eilte ihr entgegen. Die Decke rutschte ihr aus der Umklammerung, als sie strauchelte. Geschickt hielt er ihren Sturz auf und wickelte sie gleichzeitig wieder in die Decke. Angestrengt blickte sie ihn an. Ihre Beine knickten wieder ein und sie griff sich zwischen die Beine.

Als er begriff, dass sie sich wahrscheinlich nur erleichtern wollte, riss sie sich bereits wieder los. Er stürzte ihr hinterher und konnte ein weiteres Straucheln nur verhindern, weil er sie hoch hob und an der Feuerstelle vorbei trug. Behutsam setzte er sie wieder ab und half ihr dabei die Decke hoch zuraffen. Sie konnte sich kaum in der Hocke halten, so stützte er sie weiter. Zitternd klammerte sie sich an ihm fest. Ihm kamen wieder beruhigende Laute aus der Kehle, während sie sich erleichterte. Sie wimmerte und stöhnte schmerzerfüllt und mit einem erstickten Schrei brach in seinen Armen zusammen, noch bevor sie fertig war. Zitternd bugsierte er sie zum Feuer zurück und wusch sie erneut. Die Decke war wie durch ein Wunder sauber geblieben, bloß der Kräuterumschlag war bei dem Gerangel ein wenig verrutscht. Sicherheitshalber zog er ihr doch lieber seine Tunika an, bevor er sie wieder ins Zelt brachte.

Liebevoll legte er sie auf seine Felle zurück und deckte sie behutsam zu. Ihr Atem war ruhig und gleichmäßig. Am Ende seiner Kräfte und nervlich völlig am Ende sackte er neben ihr auf die Knie. Nach einer Weile lehnte er sich gegen seinen Sattel, den er vorhin auf die neue Jurtenhaut gelegt hatte und deckte sich mit seinem eigenen Klappenmantel zu.

Nach einer Weile kam sie wieder zu sich und bemerkte, dass er neben ihr eingeschlafen war. Sie kroch zu ihm hinüber, legte den Kopf auf seinen Bauch und klammerte sich an seinen Arm. Genau so schlief sie sofort wieder ein.

Drei und eine Axt – Teil 8

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 8

Eine der Frauen des Khan kam herein und half ihm beim Anziehen. Dann verließ er beschwingt die Jurte. Wenig später konnten sie von draußen lautes Rufen hören, Klatschen und Gelächter hören. Der Khan bat alle zu Tisch, während Ziska drinnen ihre Suppe auslöffelte und Kejnen sie dabei beobachtete.

‚Werdet Ihr zur Zusammenkunft reiten?‘ fragte sie mit vollen Mund.

‚Ja, ich werde mit Halef reiten!‘

‚Ich habe Angst vor dem, was Ihr dort findet.‘

‚Wenn ich Eure Männer finde, werde ich nicht wieder kommen.‘ flüsterte er traurig.

Sie lächelte ihn an, packte sich seine freie Hand und küsste sie. ‚Ihr werdet zurück kommen.‘

Warum hab ich immer das Gefühl, dass Ihr vor allen Anderen seht, was das Schicksal noch alles bereit hält.‘

‚Bis auf eindeutige Dinge, verrate ich niemals davon. Weil Träume können auch nur Schäume sein.‘ Sie schluckte schwer. ‚Das Schicksal meint es zu Weilen nicht so gut mit uns und ich möchte niemanden enttäuschen, wenn ich meine Träume falsch gedeutet haben sollte.‘

Sein Magen knurrte so laut, dass sie lachen musste. ‚Ich langweile Euch mit meinen Weissagungen?‘

‚Nein, aber mein Magen weiß, wie viel Essen da draußen auf uns wartet.‘

‚Dann geht schon mal, ich zieh mir was anderes an.‘

Kejnen humpelte aus der Jurte, wurde sofort freudig begrüßt und zu seinem Stuhl begleitet. Mittlerweile waren zwischen den großen Stühlen noch zwei kleinere Stühle aufgebaut worden. Zwischen Vira und dem Khan saß Orsolya und zwischen Kejnen und dem Khan war noch frei. An der Tafelseite von Vira saß Wena und alle anderen Töchter, Frauen und Schwiegertöchter des Khan. An der anderen Tafelseite saßen Halef und Elger und alle Söhne und Schwiegersöhne des Khan. Es wurden Kejnen auch alle Anwesenden vorgestellt. Es war nur völlig hoffnungslos, dass sich Kejnen nur einen weiteren Namen hätte merken können, sein Kopf schwirrte bereits seit er der Heilung des Khan beigewohnt hatte.

Ziska trat vor die Jurte und wurde in seine Richtung geführt. Sie hatte ihr Festgewand an, dass nun endgültig verriet, dass sie einen hohen Stand genoss, als weiße Hexe des Khan. Kejnen konnte sich nicht daran erinnern, dass Ziska auch nur einmal in den letzten Tagen einen langen Rock getragen hatte, ganz zum Gegensatz der beiden anderen Damen hier am Hof. Zum Arbeiten trug sie ausschließlich Hosen und robuste Tuniken und ansonsten hatte sie nur knielange Unterkleider an und darüber allerhöchstens einen kurzen Klappenmantel. Seine Gedanken drifteten zur letzten Nacht ab und erst als sie neben ihm Platz nahm, riss es ihn aus seinen Gedanken.

Der Khan stand auf, erhob seinen Krug und sprach: ‚Ich danke heute meinen Weibern für das vortreffliche Mahl und den Männern, weil sie fast alles hier her schleppten. Und ich danke vor allem der weißen Hexe, dass ich dieses Mahl fast ohne Schmerz erleben darf. Und ich danke dem Allghoi Khorkhoi, dass er mir nur meinen Gaul nahm. Ich danke meinem neuen Freund Kejnen, dass Ihm sein Weg hier her geführt hat. Auf dass ich in Zukunft wieder etwas besser schlafen kann und auf dass es uns im Winter nicht an Geschichten mangeln wird.‘  Er setzte den Krug an seine Lippen und blickte umher. Kejnen blickte ihn, so verstohlen wie es ihm eben möglich war, an und musste dann doch grinsen. Der Khan setzte nochmal ab und sprach weiter: ‚Und auf diesen vortrefflichen Tropfen, meine Damen.‘ Endlich trank er und alle anderen tranken auch. Ziska nahm ihren Krug und blickte zu Kejnen hinüber, der sie aus den Augenwinkeln unsicher ansah. ‚Nun, esst und trinkt, meine Kinder!‘ Und das taten sie auch. Sie feierten einen zweiten Tag in Folge und keiner von ihnen dachte an den Schatten, der über den drei Damen zu schweben schien.

Wie Kejnen ins Bett gekommen war, konnte an seinem Zustand am nächsten Morgen zu urteilen, nur auf allen Vieren gewesen sein. Sein Bein tat unglaublich weh. Er öffnete die Augen und Ziska lag auf ihm und auf seinem Bein. Vor Schmerz fiel er wieder in einen tiefen Schlaf.

An diesem Tag saß Kejnen nur still in seinem Stuhl und beobachtete das Geschehen. Der Khan und seine Sippe blieben noch diesen Tag und am nächsten Morgen würden sie weiterziehen, um frühzeitig bei der Zusammenkunft einzutreffen. Sie ließen die Hälfte der Herden da und ein paar seiner Leute, die sich darum kümmerten, dass für den Winter genug Holz gesucht und Dung getrocknet wurde. Kejnen versprach dem Khan, dass er und Halef in ein Paar Tagen auch aufbrechen würden. Vira bläute ihnen immer und immer wieder die Einkäufe, die sie besorgen sollten, ein. Sie mussten sie wieder und wieder vorsagen, dass sie auch ja nichts vergessen würden. Ziska war die letzten Tage sehr still gewesen, seit sie den Todeswurm im Traum gesehen hatte, war sie wie ausgewechselt. Kejnen nahm von dem Damen kein Geld und auch keine Tauschware an. Er lies auch nicht mit sich darüber reden. Und so ritten sie vier Tage nach dem Khan los. Die beiden Hunde folgten ihnen. In der Mitte der großen Ebene würden sich alle Stämme treffen.

Unweit der Jurten wies er den Jungen an, abzusteigen und unter einer Wurzel etwas für ihn zu holen. Es waren kleine Packtaschen, die schwer waren und beim Schütteln klimperte deren Inhalt.

‚Wie konntet ihr Euch sicher sein, dass es noch da ist!‘ fragte Halef neugierig, als er ihm die Taschen übergab.

‚Wer soll, in einer von den Göttern verlassenen Gegend, danach suchen, wenn nur ich davon weiß.‘ meinte Kejnen und schob sich die Beutel in die Hose.

‚Deshalb sagtet ihr vorhin, dass wir uns um die Bezahlung nicht sorgen sollten!‘ meinte Halef, als er sich wieder auf sein Pferd schwang. Es war ein weiter Weg bis zum Zentrum zur großen Ebene.

Zwei Tage später kamen sie am Rande eines riesigen Zeltlagers an. Sie ritten hindurch und fanden in Mitten unzähliger Jurten, die Fahne des Etem Khan. Es wurde ihnen von Elger ein Lagerplatz zugewiesen, wo sie Kejnens Zelt aufstellen konnten. Kejnen überließ es dem Jungen, sich ums Lager zu kümmern, er wollte sich ein Bild machen und sehen, ob er alte Kameraden traf.

Der Khan lud Kejnen und Halef am Abend zum Festmahl ein. Der Khan ehrte Halef und nahm ihn in die Reihen der Krieger seiner Sippe auf, aber nur weil er so einen guten Lehrer an seiner Seite hat. Und er hoffte, Halef würde bei seiner nächsten Zusammenkunft bei den großen Kämpfen teilnehmen und eine seiner unzähligen Töchter zur Frau nehmen. Halef war sehr gerührt und bedankte sich beim Khan für sein Vertrauen. Es wurde viel getrunken. Die Töchter des Khan schenkten Halef immer mehr nach, als den Anderen. Es war Halef nicht sonderlich recht, dass sie sich alle um ihn zu reißen schienen. Seine Hunde bellten draußen, er entschuldigte sich und verschwand. Er war heil froh endlich aus dem Zelt zu sein. Bei ihrem Lager angekommen, schlief er mit seinem Hunden am Feuer ein.

Im Zelt des Khan sprach der Khan mit Kejnen.

‚Unser Halef hält sich immer nie lange in Zelten auf, der Junge hat eine unruhige Seele. Ich weiß nicht, ob dass gut ist oder schlecht.‘ meinte der Khan fast beiläufig.

‚Da sprecht Ihr wohl wahr, mein Khan. Ich bin noch nicht so ganz zu ihm durchgedrungen. Ich glaube aber, dass er der Last, die er auf seinen Schultern tragen muss, manchmal einfach entfliehen will.‘

‚Sie leiden alle sehr unter der Abwesenheit der drei Männer.‘

Kejnen seufzte schwer und stimmte ihm mit einem Nicken bei.

‚Was macht Ihr, wenn wir die Drei tatsächlich finden?‘ fragte der Khan. ‚Ich habe gesehen, wie Ziska und Vira Euch anblicken und wie Ihr Ziska anblickt. Ich mag ein alter Mann sein, aber die Begierde in den Augen der Weiber kann ich noch sehr gut sehen.‘

Kejnen zog die Schultern hoch und meinte: ‚Ich weiß eigentlich nicht was ich da mache, ich bin auf keinen Fall auf Streit aus, wenn wir sie alle Drei finden, werd ich wohl weiterziehen und den Göttern für die schönen Tage danken, die ich bei den Damen verbringen durfte.‘

‚Bei uns findet Ihr immer ein schönes Plätzchen und meine Töchter sind noch nicht alle verheiratet.‘ meinte der Khan und grinste Kejnen listig an.

‚Euer Angebot ehrt mich. Mal sehen wohin mich die Zeiten und die Götter noch bringen werden!‘

‚Es wäre mir eine Ehre, einen alten Kriegshelden in meiner Mitte begrüßen zu dürfen.‘

‚So oder so, werde ich immer wieder in Eure Mitte zurückkehren.‘

‚Auf Eurer Wort, Kejnen.‘

Kejnen kaufte am nächsten Tag viele mehr Dinge ein, als Vira ihnen aufgetragen hatte, da er sich der Familie erkenntlich zeigen wollte. Und Halef war sein Mitwisser. Als sie gerade eine neue Jurtenhaut erstanden hatten und noch über neue Dachverstrebungen diskutierten, sah Halef ein junges Mädchen, dass von einem Sklaventreiber an einem Lederstrick an ihnen vorbei geschleift wurde. Als sie auf Augenhöhe waren, sah er, dass man sie mit einem Holzstück geknebelt hatte. Ihre spärlichen Kleider waren völlig zerfetzt, ihre Haut war mit Schmutz und Blut beschmiert und sie war Barfuß. Sie stolperte über einen Stein und fiel hin. Halef machte einen Satz und wollte ihr auf helfen. Mit einem Ruck war sie wieder auf den Beinen, da der Sklaventreiber sie unerbittlich weiter zog. Für den Bruchteil einer Sekunde hatte sie ihn mit riesigen, bernsteinfarbenen Augen angeblickt, bevor der nächste Ruck sie von ihm fort riss. Das Letzte was er bei jedem ihrer Schritte erkennen konnte war, dass die Innenseiten ihrer Oberschenkel blutüberströmt waren. Halef hatte unbewusst seine Hand bereits an seinem Dolch und machte Anstalten dem Sklaventrieber zu verfolgen. Kejnen legte ruhig die Hand auf seinen Dolch und zischte Halef zu: ‚Ich kümmere mich darum, bring das Packpferd fort, wir treffen uns beim Zelt!‘ Dann griff er in seine Hose und zog einen der Beutel hervor, nahm 3 Goldklumpen heraus und ging gelassen auf seinen Stab gestützt dem Sklaventreiber hinterher. Der Verkäufer hatte die Jurtenhaut bereits auf dem Pferd verschnürt. Halef zog das Packpferd schnell zu ihrem Lagerplatz zurück.

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