Glückskeks Calling Episode 7

Glückskeks Calling Episode 7

IMG_20151119_190801594_HDRIch wache auf, weil alles ziemlich still ist. Zu still. Ich fühle mich merkwürdig leicht und irgendjemand muss ernsthaft den Ton abgestellt haben. Dumpfer Druck bringt mich dazu, dass ich doch versuche meine Augen zu öffnen. Ich muss pissen. Schlagartig brachen unglaublich viele Eindrücke auf mich ein. Und in Windeseile wurden mir viele meiner Fragen beantwortet, obwohl ich eigentlich keine einzige Frage gestellt hatte. Man könnte fast sogar ein Bisschen sagen, too much information. Das warf seltsamerweise noch mehr Fragen auf. Nachdem außer mir scheinbar niemand sieht was ich sehe, versuche ich das in Worte zu fassen was mich irrsinnig und sprachlos macht. Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr…. keine Ahnung. Bling. Bling. Die Anzeige an meinem Raumanzug muss eingefroren sein. Es ist eh ziemlich kalt hier drinnen. Kann da mal jemand die Heizung anschalten? An der Scheibe meines Raumanzuges kann ich ein paar Eiskristalle über mein Goldfischglas wandern sehen, als wären die Eiskristalle eine halbwegs intelligente Lebensform, die völlig stumm versuchen mit mir Kontakt aufzunehmen. Die Unterhaltung der Stummen innerhalb und außerhalb des Gildfischglases wirft wiederum noch mehr Fragen auf.

Die Schwerkraft ist völlig außer Kraft gesetzt und ich treibe stumm, ratlos und ziellos durch eine ziemlich runtergekommene Schrottmühle. Im Licht der Notbeleuchtung schaue ich mich um.

Neben zwei Spielzeugdinosaurier, die auf einer Konsole stehen, kann ich eine Vorrichtung erkennen, wo man ordinäre Kassetten abspielen könnte, wenn man welche hätte. Ich hab so ein bisschen Angst davor, wenn das Licht noch völlig ausfällt, dass ich dann der fleischgewordene Goldfisch in einem echt abartigen Jackson Pollock Bild werde.

Ach ja, aufgrund der fehlenden Schwerkraft trudel ich immer noch durch das Innere des Raumschiffes. Wie ein Quastenflosser in der Tiefsee. Auf der Suche nach Plankton oder irgendetwas was sich zu fressen lohnt. Einen Anglerfisch könnte ich jetzt schon verdrücken. Ich muss nicht nur Pissen, sondern ich hab auch noch tierischen Hunger.

Ich trudel wieder an den riesigen Fenstern vorbei und sehe den Weltraum. Unendliche Weiten. Ein Raumschiff mit einer eine Frau starken Besatzung unterwegs um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen…halt…fremde Welten zu erforschen wäre ja schon geil, aber Raumanzüge und Enterprise passt ja nicht ganz zusammen. Die Nummer mit der Schwerkraft haben die Jungs von der Nasa etc. ja noch nicht gelöst. Hm. Also ist das hier eher die Nummer von 2001 Odyssee durchs Weltall.

Naja, 2001 ist ja schon lange vorbei. Ganz schön schräg eigentlich, wenn man mal bedenkt, welche SiFi Filme sich schon selbst überdauert haben. Irre gell, dass Marty Mac Fly in diesem Jahr in der Zukunft gelandet ist, um dann wieder in seine Vergangenheit ähm Gegenwart zu reisen. Da könnte man sich schon ganz schön den Kopf verbiegen, wenn nicht schon alles klar wäre. So klar war es selten, trotz beschlagener Scheiben. Ach ja, ich bin ja schon wieder abgeschwiffen, ich sollte erstmal zu meinen Fragen und vorallem zu den Antworten, die mir die Stille und der Ausblick hier innerhalb von 3 Sekunden verraten haben, Stellung nehmen. Boa hab ich einen Klugscheißer gefrühstückt? Naja, auf jeden Fall hat man im Weltall Hunger und zwar so einen Großen! Und Pupsen im Raumanzug ist weniger zu empfehlen, außer man hat Freude an dem fleischgewordenen Atem des Golgataner vor dem man nicht flüchten kann, außer man zieht den Tod durch extremen Druckabfall, Blitzerfrierung und Ersticken vor. Und wer will schon so aussehen wie der Arnie, wie es ihm auf dem Mars die Augen quasi aus dem Schädel gedrückt hat. Gar nicht schön.

Die wichtigste Frage ist eigentlich, wenn es im Weltall völlig still wäre, würde dann auch der vorlaute Tinnitus endlich die Fresse halten? Nein tut er nicht. Er piepst. Aber gepiepst hat er ja noch nie. Normalerweise rauschen Dieter Bohlen und Thomas Anders in zwei verschiedenen Frequenzen. Manchmal pfeift einer der Beiden.Und manchmal sogar aus dem letzten Loch. Aber gerade hält der Dieter endlich die vorlaute Fresse und Thomas verhält sich anders. Er piept. Piep. Piep.

Nein, es ist ein fiep, fiep. Oh mei, vielleicht handelt es sich ja vielleicht doch um eine zwei Mann große Besatzung. Ich und der Hundopus.

Wo is er denn? Ganz ein Braver. Ich versuche mich gezielt durch den Raum zu bewegen und dann fand ich ziemlich schnell die Ursache des Fiepsen. Naja das Fiepsen, dass urplötzlich in einen lästiglauten Warnton umschwenkte und eine ziemlich nervige Stimme kam durch den Lautsprecher in meinem Helm: ‘Sie haben die automatische Selbstzerstörung gewählt, Sie haben noch 10 Minuten das Raumschiff zu verlassen. Ich wünsche noch einen angenehmen Tag.’

Einen blöden Scheiß hab ich. Wer zum Teufel drückt denn freiwillig auf die automatische Selbstzerstörung? Wie blöd kann man denn sein?

Naja, ich hab ja noch 10 Minuten, vielleicht kann ich das Ding ja ausschalten. Ich suche eine Konsole, die so aussieht, als würde sie wie ein Weihnachtsbaum blinken.

Süßer die Glocken nie klingen, da ist sie ja schon. Ich drücke den großen roten Knopf in der Mitte einer bunt blinkenden Konsole und hoffe, dass die Bedienung des Bordcomputer in einfacher Sprache erklärt werden würde.

‘Geben Sie die den Sicherheitscode ein!’ sprach die nervige Stimme wieder. ‘Geben Sie den Sicherheitscode ein!’

Ich versuche mich zu konzentrieren. Was mach ich eigentlich im Weltall und IMG_20151104_113446255wer hat mich hier hergebracht. Ich krame in der Außentasche meines Raumanzuges und als ich die Hand wieder herauszog, kamen nur ein paar Krümel und ein rotes Plastiktütchen aus meiner Tasche gepurzelt und schwebten mit mir zusammen um die Konsole herum. Der rote Plastikfetzen trieb an meinem Goldfischglas vorbei. Ach du Scheiße, der Glückskeks hat wieder zugeschlagen. Du Drecksack, so haben wir nicht gewettet, du hast zuletzt gesagt, dass ich auf dem richtigen Weg sei und jetzt bist du ganz plötzlich über den Knopf der automatische Selbstzerstörung gestolpert. Ich glaub es hackt. Das Fiepsen war mittlerweile unerträglich geworden. Der Zettel des Glückskeks trudelt an mir vorbei und darauf stand: ‘Du musst jetzt aufwachen!’

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Glückskeks Calling Episode 6

Glückskeks Calling Episode 6

FortunecookieIch wache auf und bin nackt. Was nicht weiter verwunderlich ist. Ich scheine völlig alleine zu sein und als ich die Augen öffne, finde ich meine alten Wohnung im gewohnten Chaos vor. Ich drehe mich auf die Seite und will eigentlich weiterschlafen. Vor meiner Nase liegt irgendwas. Hm. Ich versuche es zu fassen zu bekommen und ich schlage mir dabei auf die Nase. Meine Hände sind noch ein wenig unkontrolliert. Beim zweiten Versuch klappt es. Es ist ein Stringtanga. Hm. Vielleicht hab ich gestern Nacht schlafgewandelt und dabei Pornos geschaut. Ich blicke mich nochmal um, und mein Laptop steht fast in Reichweite, aber an seinem gewohnten Platz. Er scheint auch aus zu sein. Also vielleicht doch keine Pornos geschaut.

Ich beschließe irgendwann doch aufzustehen und springe wie ein junger Gott aus dem Bett und will mir irgendwie instinktiv zwischen den Beinen kratzen und rutsche aber auf etwas aus, worauf ich eher unsanft den Boden küsse, bevor meine Hand meine Körpermitte hätte erreichen können. Vor meiner Nase liegt ein benutztes Kondom. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und kratze mich am Kopf, den ich mir wohl gerade angeschlagen habe.

Dann beginnt mein Hirn endlich an zu arbeiten und ich fasse mir nun wirklich zwischen die Beine, um zu kontrollieren, ob ich in letzter Zeit irgendwie freiwillig oder unfreiwillig Sex gehabt haben könnte und was ich da ertastete entzückte mich einerseits, erschreckte mich allerdings auch. Zwischen meinen Beinen stand eine mehr oder weniger phantasmagorische Morgenlatte auf Halbmast. Heiliger Glückskeks, ist denn jetzt schon November?

Und wo sind meine Titten hin. Böser Glückskeks, nimm mich doch nicht immer so wörtlich! Schlechter Tausch. Oder eigentlich, HM.  Aber was will ich auch erwarten von einem Glückskeks, der nie hält war er verspricht.

Wenn ich schon mal einen Penis habe, könnte ich ja den ganzen Tag Pornos schauen und mir einen Wedeln und mir bis Freitag überlegen, wie ich das meinem Mann beibringe. Und vielleicht wache ich ja gleich schreiend auf und es war alles nur ein Traum.

Fortsetzung folgt… vielleicht!?

Glückskeks Calling Episode 4

Glückskeks Calling Episode 4

vokuIch wache auf weil ich laufe. Ich laufe sonst nie! Seltsam, meine Brüste gehen mir dabei gar nicht im Weg um. Was sie sonst immer tun, wenn ich mal laufen sollte.

Ich laufe an einer ellenlangen Straße entlang, neben mir sind Häuserfronten von spiegelverglasten Bürogebäuden und ich kann mich, wer hätte es anders gedacht, im Glas der Scheiben Spieglein, Spieglein…Da waren sie wieder meine zwei Probleme. Der Märchenvirus und der Glückskeksfluch!

Ich hätte es mir ja gleich denken können, dass da was nicht stimmt. Meine Brüste gehen mir die letzten 24 Jahre im Weg um, und nach einem 12jährigen Mädchen mit blonden Zöpfen sehe ich ja nicht gegrade aus. Ich laufe übrigens immer noch. Ich habe einen ziemlich hässlichen und viel zu engen roten Lycraanzug an und komme mir ein Bisschen so vor wie ein Bobfahrer im Sommer.

Plötzlich sehe ich, wie jemand hinter dem Bürogebäude auftaucht und ziemlich schnell hinter dem nächsten Bürogebäude wieder verschwindet. Das Ganze ging so schnell, dass ich einerseits gar nicht festgestellt habe, dass ich selbst noch schneller gelaufen bin, um ihm hinterher zu kommen. Und andererseits muss mein Verstand irgendwie auf der Stecke geblieben sein. Alter war der Kerl schnell. Es muss Captain America sein. Und was war ich? Eine weibliche (und kleinere und dickere) Version von Flash? Wohl eher die uneheliche Zwillingsschwester vom Hackl Schorsch.

Keuchend erreichte ich die nächste Lücke in der Häuserfront. Da zischte er wieder an mir vorbei. Er muss ein Hybrid zwischen Flash und Captain America sein. Man, ist der schnell. Ich versuche ihn, so schnell es mir möglich war, zu verfolgen, aber ich scheine ihn zu verlieren. Er ist einfach zu schnell.

Als ich am Ende meiner Kräfte um die nächste Straßenecke bog, war der Kerl wohl an seinem Ziel angekommen. Er stand vor einer Bushaltestelle und ich konnte gerade noch die Rücklichter des Busses am Ende der Straße erkennen.

Der Kerl war ähnlich fertig wie ich, nur dass ich gar nicht mit dem Bus fahren wollte, weil ich ja nur auf der Jagd nach einer personifizierten Comicfigur war. Und er sieht auch nicht annähernd so aus wie Captain America und/oder Flash. Nein, ratet mal. Nein, es ist nicht Edward aka Ignaz und auch nicht Zweischwerthans aka Tyron Nightfire. Igor ist es auch nicht und nachdem ich auch ausnahmsweise grad nicht im Knast bin, ist es zu meinem Leidwesen auch nicht Malakili, der corellianische Rancorwächter aus Jabbas Palast. Es ist Vokuhila Tschortsch!!!

Super, hab ich keine Fußnote gemacht Frl. Reophanu? Jetzt hetzt sie mir doch tatsächlich den Vokuhila Tschortsch 1) (Beachte die Schreibweise!) auf den Hals. Nicht dass ich mit dem Glückskeksfluch schon genug um die Ohren hätte. Und gejagd hat er mich auch nicht, ich hab ihn gejagd. What the fuck. Was haben wir bei: ‚Von einem Ork durch den Wald gejagd werden!‘ nicht verstanden?

Ich kann so nicht arbeiten, ich bin in meinem Wohnwagen.

Von wegen, dass man seine Träume nicht beeinflussen kann… Ich stehe auf einem öden Feld, ein rollender Busch holpert an mir vorbei. ‚Runter von meinem Rasen!‘ höre ich eine krächzende Reibeisenstimme rasseln, begleitet von dem Durchladen einer Schrotflinte.

Ich drehe mich langsam um. High Noon. Die Hand an meinem Gürtel, ich bin gespannt wie die Feder meiner Smith & Wesson.

Vor mir steht ein ehemals pinker, verkohlter Wohnwagen und ich stehe auf einem verdreckten Kunstrasenteppich. Rund um alles ist nur Ödnis, Staub und Sonne. Vor dem Wohnwagen steht eine Alubadewanne voll Kronkorken und in der Badewanne sitzend, grinst mir eine sonnenbebrillte ältere Dame mit einem verkohlten Strohut auf den Kopf, an. Im Mundwinkel hat sie einen Zigarrenstummel.

Ich höre nochmal ein ‚Runter von meinem Rasen!‘ und den Knall, der in der Regel auf das Betätigen des Abzuges folgt…

Mit Schmerzen in der Brust wache ich auf… ach keine blutige Wunde… Kein Blutspritzmassaker in meinem Bett, ich dreh mich um, zieh die Decke über den Kopf und schlafe weiter.

1)Vokuhila Tschortsch: Kurze Begrifferklärung fehlt Frl. Reophanu!

Glückskeks Calling Episode 3

Glückskeks Calling Episode 3

FortunecookieIch werde von einem nervösen Zucken überhalb meines Auges wach und denke mir, dass ich eigentlich nach entspannenden Träumen vielleicht morgens nicht mit einem kinskiesken Zucken in der Fresse aufwachen sollte. Es sei denn, meine Träume halten mich wieder dermaßen auf Trab, dass ich morgens schon total gestresst mit dem skrat’schen Augenzucken aufwache.

‚Noch einen Wunsch, Mylady!‘ flüsterte ich in mich hinein und öffne nur ein Auge und rümpfe gleichzeitig die Nase. Wo bin ich denn jetzt wieder gelandet? Hey Glückskeks, hast du mich nicht schon genug leiden lassen? Jetzt ist aber langsam mal gut mit dieser verunglückten Wunscherfüllung.

Warum ich meine Nase gerümpft habe? Es lag zumindest nicht an der gesiebten Luft, die ich schon wieder atmen muss. Danke mal dafür, lieber Glückskeks und die letzte Nummer im Männerknast hat mir ehrlich gelangt. Aber das nach Fäkalien und Verwesung stinkende Loch, in das du mich heute Nacht gesteckt hast, ist ja wirklich eine Zumutung. So kann ich nicht arbeiten. An der rustikalen Steinmauer wuchert der Schimmel und irgendwie freu ich mich doch, in der wahnwitzigen Hoffnung, dass mir wenigstens obszöne Plizgewächse lüstern entgegen nicken würden. Aber nein, keine obszönen Pilzgewächse für Frau Rösner heute.

Langsam bewegt sich meine Laune gen China und einen schwarzen Tee krieg ich hier bestimmt auch nicht. Was hab ich eigentlich verbrochen, dass mich das Universum immer so strafen muss. Weil ich nicht bis November warten wollte. Ist es das? Genau, gibt es eigentlich irgendjemand der noch ganz bei Trost ist, der 11 Monate wartet, bis sich ein Glückskeksspruch erfüllt. Nach 11 Monaten kann man den von Google übersetzten Spruch auf den von koreanischen Kinderhänden mit krebserregenden Farben billig bedruckten Glückskeksschnipseln bestenfalls gar nicht mehr lesen. Und Der Führer bin ich auch nicht geworden, obwohl diese weltverändernde Weissagung aus einem Glückskeks stammte.

Ich höre wie sich eine alte Holztür öffnete und dieses Geräusch riss mich aus meinen verwirrten Gedanken. Ich höre ein schlurfendes Geräusch und freue mich inständig auf meinen ersten Igor oder wahlweise einen echten Gamorreaner als Gefängniswärter! Aber nein, es muss der hässlichere und obendrein bucklige und wahrscheinlich uneheliche Zwillingsbruder von Malakili, der corellianische Rancorwächter aus Jabbas Palast, sein. Dieser zu groß geratene Buckelfips stand nun vor meiner Gitterzelle und sabberte vor sich hin, während er mit seinen groben Fleischpranken versuchte die Tür zu meinem Gefängnis aufzuschließen. Ohne große Reden zu schwingen oder sich wenigstens sich vorzustellen, schleifte er mich am Kragen aus meiner Zelle, eine steinerne Wendeltreppe hinunter, über einen Burghof und wieder steinerne Stufen hinauf, bis ich endgültig von diesem ungehobelten und ungewaschenen Grobian in den Staub geworfen wurde. Vor mir stand eine Person in verboten gutaussehenden Lacklederstiefeln vor einem riesigen goldenen Spieglein, Spieglein. (Mir schwant arges!)

Ein ‚Rugedigu, Rugedigu!‘ kam über meine Lippen gestolpert, das ich versuchte es in einem nervigen Husten enden zu lassen, was mir wahrscheinlich nicht wirklich gelang. Dieser verfickte Märchenvirus wird mir hier meinen Kopf kosten. Ich kann ein: ‚Ab mit ihrem Kopf!‘ zwischen Dieter Bohlen und Thomas Anders hören und ich schiebe meine Zitathalluzination auf einen meiner beiden Tinnitus.

Weil die Person vor dem Spieglein, Spieglein hatte bis jetzt nicht wirklich was gesagt und drehte sich jetzt erst ziemlich schwul um und kam wie ein 12jähriges Mädchen mit imaginären blonden Zöpfen auf mich zugelaufen. Keine Tasche, keine Competition!

Und mein Gesicht muss mir in dem Moment dermaßen entglissen sein, weil das was ich da sah, war wirklich nicht das was ich erwartet hatte. Skurrile und verkehrte Welt würde ich mal sagen. Der inzestuöse Bruder der bösen Königin aus Snow White steckte in einem viel zu engen Kleid und blickte mich ziemlich eingebildet und zugleich lüstern an. Mein Mageninhalt schreit gewaltig nach Freiheit!

‚Ach wie gut dass niemand weiß…!‘ stolpert über meine Lippen und dafür bekomme ich gleich eine geknallt. Ein Mann in einem Kleid ist immer noch ein Mann und der Kinnhaken hat mal ziemlich gesessen. Der Segen einer Ohnmacht befreit mich von weiteren Augenvergewaltigungen. Als kinskiesker Bruder der bösen Hexe war der Kerl irgendwie voll in Ordnung, aber als Tunte war er einfach nur ein ziemlich hässliches Frauenzimmer.

Ich werde wieder von einem Gesichtszucken wach und spüre dann nur noch Schmerzen zwischen den Augen und mein Mageninhalt schwappte mir in meine Mundhöhle. Ich musste schwer schlucken und war augenblicklich wach. Ich lag bäuchlings auf einem Pferd, mit gefesselten Händen auf dem Rücken und schaute mir Pferdegenitalien von unten an. Epona ich bitte dich, verschone mich vor sämtlichen, tierischen Ausscheidungen! Und danke Glückskeks, die Angst vor großen Tieren war wieder da und ich revidiere jede meiner Aussagen bezüglich jeglicher Aktivität, mir einen Penis ins Gesicht zu halten.

Mein Überlebenstrieb lasst mich nach vorne blicken, auch wenn da ein überphantasmagorischer Megapenis vor meiner Nase baumelt. Ich versuche mir zu überlegen, wie ich mich ohne mir das Genick zu brechen aus der Affäre ziehen kann, als ich durch mein Rumgehampel ganz alleine vom Pferd gefallen bin. Aua, ich bin auf meinen Schlüssel gefallen! Aber solange ich Schmerzen habe, lebe ich wohl noch. Ich liege mit der Fresse im Matsch und ich kann die bösen, bösen Schmetterlinge sehen, die um meinen verwirrten Verstand herum falterten.

Der Reiter ist ja nicht so ganz der Helle und ich tauche im Dreck ab und versuche irgendwie die Fesseln loszuwerden, ohne im Schlamm zu ertrinken.

Mein Versuch mich geschickt selbst zu entfesseln wurde je von ziemlich starken Armen aufgehalten und ich wurde aus dem Schlamm gezogen.

Vor mir stand ein ziemlich steiler Huntsman. Bingo. Auch wenn er ziemlich schmuddelig aussah und ich seine Fahne auch gegen den Wind vernahm, war der Hutsman ja schon irgendwie eine ziemlich geile Drecksau. Es muss November sein. Danke. Endlich ist der Glückskeksfluch gebrochen und ich bekomme den Jägersmann als Hauptpreis. Danke, ganz lieb!

‚Wer wird denn da weglaufen, hübsches Täubchen!‘ grinste er mich breit an und ich konnte seine widerlichen Zähne sehen. Die Kotze schwappte wieder in meinen Mund und es fehlte nur noch eine klitzekleine Kleinigkeit, dass mir die Kotze nicht aus der Nase schießt. Ich habe mir seinen Mundgeruch nur vorgestellt. Zum Glück haben meine Geruchsnerven gerade gekündigt, weil nur die nasale Vorstellung von der Zahnbaracke war schlimmer, als alles was sich mein paranoides Gehirn in meinen schlimmsten Alpträumen je geruchsmäßig hätte vorspielen können.

Ich werde zum zweiten Mal an diesem Tag am Kragen durch den Dreck gezogen und ich kann mir den geilen Arsch von dem Hinterwäldler noch eine ganze Weile ansehen. Wenigstens ein kleines Trostpflaster. Das Einzige was dieses Aussicht entschieden störte, war die Tatsache, dass er keine Axt bei sich hatte. Also der Huntsman aus dem schlechten Beispiel einer grimm’schen Märchenverfilmung hatte ja zumindest ein bis zwei Äxte dabei und ist der Film auch noch so schlecht, Hauptsache irgendjemand hat eine Axt dabei und dann ist meine Welt schon wieder in Ordnung. Aber nein, ich hätte es mir ja denken können, das mein glückskeks’sche Touchdown mal wieder gewaltig nach Hinten losgehen muss. Es ist nicht der Huntsman, Jägersmann oder auch nur der Jagdaufsehergehilfe. Nein, die zwei Schwerter auf dem Rücken haben ihn verraten. Es ist der Zweischwert-Hans. Neeeeeeiiiiiinnn!

(Zweischwert-Hans ¹) kurze Begriffserklärung: Das ist der typische Zweischwert-Larper und unehelicher, gehirnamputierte Zwillingsbruder von Tyron Nightfire, der grundsätzlich zwei Schwerter ninjamäßig ohne dazugehörige Schwertscheide auf dem Rücken trägt, um sie dann auch noch wie ein zugekokster Schlagzeuger einer TrashMetalBand stakkato zu benutzen, egal ob man grad In-Time oder Out-Time ist, während er immer wieder ‚Eis-Drei-Direkt‘ und/oder ‚verflucht, heilig und dämonisch‘ schreit. Und wenn man dann unter Schmerzen endlich zu Boden gegangen ist, nochmal nachschlägt, weil man noch nachgezuckt hat und einem dann noch einen blöden Out-Time–Spruch reindrückt, wie z.B. ‚Heil Das!‘ oder ‚Jetzt mal OT!‘ oder ‚Spiels aus!‘ oder ‚Larp mit, du Sau!‘ und sich auch nicht durch eine rote Karte eines Spielleiter aus dem Konzept bringen lässt.)

Blöd ist nur, ich bin grad in einem richtigen Traum gefangen und nicht auf einem Larp! Hier in meinem Traum gibt es keine Spielleitung und selbst wenn ich in meinem Traum In-Time wäre, würde es keinen interessieren, vor allem nicht Zweischwert-Hansman!

Wo wir grad beim Hansman sind, der hat mich grad ein bisschen unflätig und ziemlich dilettantisch angetatscht, als er mich aufs Pferd gehievt hatte. Nicht mal das kann er.

Er sitzt hinter mir aufs Pferd auf. Ich drehe mich nochmal zu ihm um und treue meinen Augen nicht. Nein, es ist nicht der Vokuhila des Hansman. Ich kann mein Spiegelbild in seinen blankgeputzten Waffen sehen. Damit kommt er bestimmt nicht durch den Waffencheck. Verdammt! Ich fasse mir ans Haupthaar und ziehe es in mein Blickfeld. Die Hölle muss zugefroren sein, meine Haare sind BRAUN!!!!

Schreiend werde ich wach, ich befühle mein Haar und es fühlt sich zumindest schwarz an. Mein Wecker klingelt noch. Danke. Mein Wecker hat mich gerettet. Es ist glaub ich das erste Mal, dass ich mich mal freue, dass mein Wecker klingelt, obwohl es Sonntag ist.

¹) Ich bedanke mich hochachtungsvoll bei Frl. Reophanu für die Wortneuschöpfung des Zweischwerthanses! Vielen Dank!

Published in: on 20. April 2014 at 17:21  Schreibe einen Kommentar  
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Glückskeks Calling Episode 1

Glückskeks Calling Episode 1

aliceschwarzerIch wache auf, mein Schädel brummt. So wie fast jeden Tag, also ist eigentlich alles gut. Die Luft ist stickig. Bäh. Ich müsste ja eigentlich nur aufstehen und das Fenster aufmachen.

Jemand hustet. Ups, dann bin ich wohl nicht allein. Hm. Hastig taste ich meinen Körper ab, ich bin angezogen und hatte scheinbar keinen Geschlechtsverkehr. Doppel-Hm! Gut, ich kann mich ja auch nicht daran erinnern. Hm, oder schlecht! Die KO-Tropfen-Paranoia ist wieder da! Mist!

Auf was für einer Scheißparty muss ich gewesen sein, letzte Nacht? Neben mir pfurzt jemand. Boa, bei was für Assis bin ich denn gelandet. Ich öffne ein Auge. Das grelle Licht von einer flackernden Neonröhre blendet mein eines Auge, fast!

Ein unterbehemdter, hässlicher, fetter und über die Maßen behaarter Kerl mit ziemlich asozialen und schlecht gestochenen Tattoos an beiden Armen, steht vor mir und blickt mich seltsam an, während er sich fast schon genüsslich seinen Sack kratzt.

‚Das Prinzesschen ist wach!‘ zischt er noch seltsamer als er schaut.

‚Who the fuck is Alice?‘ erschallt es aus dem Hintergrund.

‚Alice, pack deine Brüste aus?‘ sang die Meute dann weiter.

Ich rapple mich auf und blicke durch den Raum, der am Ende von Gitterstäben verschlossen ist. Und eine singende und johlende Gruppe von runtergekommenen Knackis veranstalten so was, wie Stadelheim sucht den Superknacki – die Musicalsensation!

‚Hey, Alice.‘ meinte einer der Kerle, der bis eben noch gesungen hatte. ‚Mich nennt man hier den Hutmacher!‘

‚Ja, er hat ‚Iss mich!‘ auf seinem Zipfel stehen!‘ riefen die Anderen.

Warum bin ich im Knast? Ich kann doch keiner Fliege was zu leide tun und ich bin ein Staatsdiener mit einer blütenreinen Weste! Ich stolpere auf und laufe Richtung Kloschüssel. Allein von dem abartigen Gestank muss ich schon kotzen.

Nach gefühlten Stunden, gab es nichts mehr in meinem Magen, dass sich noch zu kotzen lohnte. Und als ich aufblicke, konnte ich mein verschwommenes Spiegelbild in den blanken Armaturen des Standard Knast-WC sehen.

Mein ‚Neeeeeeeeeiiiiiiiiinnnnnnnn!‘ lies die Gesänge der Insassen verstummen. Ich springe auf und starre fassungslos in den verschmutzten Spiegel, der quer über dem Klo hing. Ich knete wie eine Verrückte mein Gesicht und raufe mir die Haare. Ich hab Haare, ganz schlimme!

Sag mal, Universum, was hab ich eigentlich verbrochen, dass du mich so strafen tust. Oder waren es die Glückskekse, muss ich jetzt etwa bis November warten, bis ich aus der Scheiße wieder raus komme.

Ich weiß, ich wünschte mir immer eine Nacht im Männerknast und einen Mann mit einem tätowierten Penis, aber ich in der Gestalt von Alice Schwarzer? Das ist nicht dein Ernst! Alice Schwarzer will doch keiner bohnern, noch nicht mal die abartigen, tätowierten Bastarde hier.

Diese scheiß Drecksglückskekse, erst sollen mir unglaublich tolle Dinge widerfahren. Der November ist schon längst vorbei, du Spasti! Dann geht mir mein sehnlichster Wunsch in Erfüllung und dann so was. Und ich kann nicht noch mehr kotzen.

Eine Nacht im Männerknast und einen Mann mit einem tätowierten Penis. Das waren wohl zwei Wünsche auf einmal. Da musste ja irgendwas schief laufen. Verdammt.

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 35 – Ehrlicher, kleiner Basterd

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 35 – Ehrlicher, kleiner Basterd

970082_10200207019844835_627248111_nFür Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit. Ich bin ein Bisschen wie eine Mischung aus Robin Hood, Punisher und Sailor Moon. Ich versuche immer so ehrlich wie möglich zu sein, auch wenn ich da oft bei denen anecke, die es vielleicht grad nicht hören wollen. Manche Sachen kann man manchen Leuten eh nicht ins Gesicht sagen, ohne dass ihre heile Welt wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Aber was soll ich machen, die Wahrheit sprudelt geradezu aus mir heraus. Es geht schon soweit, dass ich die Wahrheit aus Personen herauskitzle, wenn ich merke, dass mein Gegenüber mich anlügen will oder mir etwas verheimlichen will. Es ist ein Fluch und ich finde es mehr belastend, ich würde gerne lieber wie ein 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen über eine wunderschöne Blumenwiese laufen, obszöne Pilzgewächse pflücken und mich dann vielleicht ein Bisschen von Orks durch den Wald jagen lassen, als mich um die Probleme von Anderen zu kümmern. Aber was soll ich machen, ich kann auch nicht aus meiner Haut, ich hab für alles und jeden eine Antwort, nur für mich selbst fällt mir nichts ein…

vom 4.12.2013

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 34 – Tollpatsch vor dem Herrn

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 34 – Tollpatsch vor dem Herrn

IMG_0361Ich bin ein Tollpatsch vor dem Herrn. Nicht dass ich es immer noch nicht gelernt habe auf 2 Beinen zu laufen. Mit dem Essen mit Messer und Gabel hapert es auch zu weilen und außerdem kann ich weder werfen, noch fangen. Was mir immer wieder ziemlich viele Lacher einbringt, aber leider ist mein eher unfreiwilliger Slapstick keineswegs bühnenreif… Aber Hauptsache wir sind Mitglied im Jonglierverein.

Was mein spezielles Fachgebiet ist, Fettnäpfchen aller Art und dabei lasse ich wirklich keines aus und wenn es noch so klein ist. Ich treffe zielsicher bei allerlei Peinlichkeiten immer mitten ins Schwarze und was ich besonders gut kann, (sexuelle) Unzulänglichkeiten riechen. Und dann sprudelt die Wahrheit aus mir raus und ich kann es meist nicht aufhalten. (Dazu später mehr!)

ADSCN5763uch wenn ich einen Bildungsauftrag habe, warum werden mir immer Dinge erzählt, die ich nie in meinem Leben wissen wollte. Ich scheine erschreckend vertrauensselig zu sein. Man, es ist nicht nur ein Fluch, es ist ein Alptraum. Bildungsauftrag hin oder her. Manchmal wird es selbst mir zu viel. Weil ich mir halt immer alles bildlich vorstellen muss.

Matrix 5 – Reloaded BlackBieberl

Matrix 5 – Reloaded BlackBieberl

chick-48008_640Draußen ist es Dunkel und ich schleiche in die Arbeit. Die Lichter der Stadt strahlen mir entgegen, als ich über die Donnersberger Brücke ziehe. Es sind kaum Menschen unterwegs. Nur vereinzelnd stehen Arbeitszombies herum und warten auf ein Weiterkommen. Es muss wirklich noch echt früh sein. Ich sehe eine schwarze Katze um eine Ecke verschwinden, als ich am Hauptzollamt vorbei laufe. Ich blicke zurück und sehe die schwarze Katze nochmal um eine Ecke verschwinden. Die Ampel ist grün und ich laufe über die Straße. Jetzt geht es durchs Viertel, das übrigens von Tag zu Tag immer verkommener wird. Nachdem es noch nicht hell ist, krauchen die Ratten noch nicht aus ihren Löchern, um ihren Tag mit einem Bier und einem Chantre zu beginnen. Die herumhartzenden Menschen in diesem Viertel, sind um 10 Uhr schon auf dem ‚richtigen‘ Level, wenn ich an einem normalen Arbeitstag mit einem Auto vorbeifahre. Was ist eigentlich mit meinem Auto, dass muss ja schon ziemlich kaputt sein, wenn ich mal mit der S-Bahn fahre. Hm. Egal. Ich laufe an einem Schnapsladen vorbei und gehe auf das große Haus zu, mit der roten Schüssel auf dem Turm über dem ein roter Ball schwebt. Liebevoll Matschauge genannt, beheimatet es den Hort meiner täglichen Arbeit. (Von mir manchmal liebevoll Gehirnpresse genannt!) Ich gehe durch die Drehtür und durch den Glasdurchgang und muss unwillkürlich an meine Lieblingsgeschichte, geschreiben von H.P. Lovecraft, denken. Ja, die Stelle mit den obszönen Pilzgewächsen. Da gehen die Romanfiguren durch eine schleimige Höhle. Und im Dunkeln mit sehr viel Vorstellungskraft könnte der Glasdurchgang auch obszöne Pilzgewächsen beherbergen, vor allem wenn man das Putzpersonal hier im Haus nur zur Genüge kennt. Wenn es nach den Talenten unserer Putzfirma gehen würde, wären die Pilzgewächse schon groß geworden und hätten ihr eigenes Bewusstsein.

Ich gehe zur Stempeluhr. Der Empfangsroboter aus alten Stasibeständen sitzt nicht an seinem Platz und die Stempeluhr macht ein merkwürdiges Geräusch. So ein Piepsen. Fiep. Fiep. Fiep. Ich fahre mit dem gläsernen Fahrstuhl nach oben und höre immer noch dieses komische Fiepen. In meinem Büro ist alles Dunkel, auch meine Kollegin ist noch nicht da. Hm. Komisch. Mein gewerkschaftlich gelieferter Adventskalender steht auf dem Siteboard und ich höre wieder dieses Fiepen. Ich öffne das fünfte Türchen und ein gelbes Bieberl springt heraus. Es sagt: ‚Follow the white Rabbit!‘ und springt vom Siteboard. Im Flug wechselt das Bieberl mehrmals die Farbe auf schwarz und dann wieder zurück auf gelb. Es scheint irgendwie so, als wäre dieses Bieberl plötzlich zweidimensional, also eine Fläche und es wäre auf einer Seite gelb und auf der Anderen schwarz. Ich habe nicht gemerkt, das mittlerweile ein weiteres Bieberl aus dem Kalender gesprungen war. ‚Follow the white Rabbit!‘ Und noch eins ‚Follow the white Rabbit!‘ und noch eins ‚Follow the white Rabbit!‘. Die Worte lappen übereinander. Ich stolpere nach hinten zu meinem Schreibtisch. Ein Bieberl nach dem anderen springt sprechend aus dem Adventskalender. Ein Meer aus gelben und schwarzen Bieberl überströmen mein Büro. Ich ziehe die Beine hoch und setze mich auf meinen Schreibtisch. Die Bieberl wechseln zwischen schwarz und gelb und zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. Surreal ist nur annähernd der Ausdruck, für das was da gerade in meinem Büro abgeht. Das Meer aus bunten Bieberl steigt und steigt. ‚Follow the white Rabbit!‘. Wäre ich am ersten Tag doch nur dem blöden Osterhasen gefolgt und hätte den Adventskalender in die Tonne getreten. Die Bieberl steigen weiter an und ich stehe irgendwann auf meinem Schreibtisch und die Bieberl gehen mir bis zum Hals. So geht die Welt für mich zu Grunde. An einem BlackBieberl erstickt. Eine nicht gerade erquickende Vorstellung. Die Bieberl steigen mir über den Kopf und ich kriege keine Luft mehr. Ich muss wirklich ein schwarzes Bieberl im Mund haben. So eine Scheiße und warum ist keiner im Amt, der mich rettet… man kann sich nicht mal auf seinen Staat verlassen… ich werde wach und ringe nach Luft. Ich liege in meinem Bett. Hustend taste ich nach der Flasche Cola, die neben mir liegt. Ich kriege sie nicht auf. Ich ziehe keuchend die Luft ein, dann huste ich nochmal und bringe einigen Federn hervor, die nun aus meinem Mund fliegen. Sie sind schwarz und gelb. Die Colaflasche geht mit einem Rück auf und verspritzt ihren Inhalt über mich und meine halbe Wohnung. Ich bin nass und klebrig… und erschreckend wach, ohne auch nur einen Schluck von der Cola getrunken zu haben. Überall liegen angesiffte Feder herum. Geld und schwarz. Himmel, heute ist Samstag, da geht doch kein Staatsdiener freiwillig ins Amt. So einen (sur)realen Alptraum hatte ich schon lange nicht mehr.

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