Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 5 – No Chili

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 5 – No Chili

284361_1907130644615_3356853_nNachdem mein Körper mich nicht nur mit einer Bier- und Weinallergie gestraft hat, muss es wirklich den Anschein haben, als hätte ich meine halbe Kindheit tatsächlich in einer Plastikblase verbracht. Im Gegenteil, ich war sogar ziemlich viel draußen und hab mich meistens und zum Leidwesen meiner Eltern vornehmlich dreckig gemacht. Aber das mit der Chiliallergie hätte ja wirklich nicht sein müssen. Mittlerweile versuche ich es niemand mehr zu erklären, gegen was ich allergisch bin. Ich sag einfach nur noch, ich muss sterben, wenn da Chili oder Pfeffer drin ist. Das funktioniert ganz gut, die Leute sind nicht mehr beleidigt, wenn ich das Angebotene nicht esse und ich muss nicht sterben. Fairer Deal. Neben dem ganzen Trara mit dem Chili, bin ich auch noch auf Apfel, Ananas und Erdbeeren allergisch, da muss ich nicht sterben davon, da bekomme ich nur allergisches Herpes, obwohl ich eigentlich kein Herpes kriegen kann, ich hab mich testen lassen. Aber ich merke sofort, wenn Mann versucht seinen Geschmack mit Ananassaft zu verbessern! Und alle Anderen sehen es dann auch, am nächsten Tag! Da muss ich noch nicht mal einen Blog drüber schreiben.

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Eine bitter süße Wahrheit…

Eine bitter süße Wahrheit…

Hab am Wochenende eine witzige Geschichte gehört, die ich leider nur als Solche wiedergeben kann. Ob der Inhalt nun wissenschaftlich so stimmt oder ich ihn wissenschaftlich richtig wiedergebe, kann ich mit meinem baumschulärischen, halb fundierten Fachwissen leider nur ansatzweise bestätigen, geschweige denn erklären.

Also zur Geschichte. In der Uni, schätzungsweise in einer Chemievorlesung, kommt die These oder Feststellung auf, dass der Aufbau von Zucker und Sperma nahezu identisch sei. Worauf eine Studentin fragte, warum dann Sperma nicht süß schmecke. Dann begriff sie die Peinlichkeit ihrer Frage und verließ Hals über Kopf und roten Hauptes den Hörsaal. Der Dozent rief ihr noch hinterher, dass die Geschmacksrezeptoren für süß nicht im Rachen wären.

Jetzt habe ich mir ein paar Tage darüber Gedanken gemacht. Das Sperma aus verschieden Gründen nicht gut schmecken kann, sollten mittlerweile alle mitbekommen haben. Wozu der Konsum von Bier, Nikotin und Schweinefleisch wahrscheinlich die Hauptübeltäter sind und auch mit Zuhilfenahme von Ananas oder anderen Urban Legends kann da wohl kurzfristig auch keine Abhilfe geschafft werden, zumindest nicht, wenn man an der Ursache des schlechten Geschmackes nichts ändert. (Also, die Einnahme von Toast oder Pizza Hawaii bringt niemanden in kulinarische Ekstase!) Aber das nur so am Rande. (Mir ist noch dazu aufgefallen, dass zu viel Metall anscheinend auch zu einer Geschmacksbeeinträchtigung führen kann. Von der erhöhten Unfallgefahr mal ganz abgesehen.) Aber zu dem ganzen wissenschaftlichen Background müsste ich nochmal einen Chemiker konsultieren, der mich ein Wenig mehr in die Thematik einführt. Hm.

Wenn Einige oder Viele die bittere Pille im Rachenraum nicht schlucken wollen, wären auf dem Weg des Ausspuckens dann noch alle anderen Geschmacksrezeptoren von der Geschmacksverirrung betroffen. Also salzig, sauer und süß, die sich an den Seiten und am vorderen Teil der Zunge befinden. Wobei salzig und süß nahe beieinander liegen. (Muss unweigerlich an den Spruch denken: ‚Magst was Süßes? Kannst mir einen Blasen!Hab Zucker!‘ Das gibt dem Witz irgendwie eine neue Note!)

Erklärt auch, warum Pornodarstellerinnen immer so freundlich in die Kamera schauen, wenn ihnen die Soße aus dem Mund rinnt. Vorne an der Zungenspitze schmecken wir bekanntermaßen süß. Und in diesem Sinne…

Soviel zu dem Thema, ich kann mich nur immer und immer wieder wiederholen: Blasen für den Weltfrieden, meine Damen. Und das mit dem Schlucken, könnt ihr euch ja nochmal durch den Kopf gehen lassen.

666 – Der Adventskalender aus der Hölle

666 – Der Adventskalender aus der Hölle

M226091-b2373In der Nacht vom 5. auf den 6. schlafe ich wie ein Toter. In der Nacht, in der alle Kinder darauf Fiebern, dass der Nikolaus ihnen was aus seinem Sack in die Strümpfe steckt. Ich schlafe den Schlaf der Gerechten, nachdem meine letzte Nacht schon nicht sehr ergiebig war. Mein Kopf arbeitet auch im Schlaf weiter, es erschreckt mich auch immer wieder, aber irgendwie kommen mir über Nacht die besten Ideen, vorausgesetzt ich schlafe auch mal richtig. Ich frage mich was dieser Adventskalender aus der Hölle übers Wochenende mit meinem Büro anstellt und ich frage mich wie meine Gewerkschaft zu diesem Teufelswerk gekommen ist. Irgendwann schrecke ich aus dem Schlaf auf, weil mir jemand feucht ins Ohr schreit. ‚Frau Rösner, Sie sind angeklagt, dienstlich geträumt zu haben, ohne die Erlaubnis zu haben, im Schlaf arbeiten zu dürfen. Und ohne diese Erlaubnis können sie keinen Antrag auf Zeitkorrektur stellen und somit kann Eure Durchlaucht, Ihnen die verträumte Zeit nicht erstatten! Zufrüh geträumt, Frau Rösner!‘

Die Person, die mich so unsanft und sabbernd geweckt hatte, dreht mir den Rücken zu und geht von mir weg. Es scheint ein männlicher Buckliger zu sein. ‚Eure Magnifizenz, soll ich jetzt die Stichliste holen.‘

‚Ja,ja. Mein buckliger Handlanger!‘ höre ich eine keuchende Stimme einer Frau und dann höre ich ein fürchterliches Schmatzen. Mir tun die Knie irgendwie weh und langsam realisiere ich meine Umgebung. Es ist verdammt heiß hier und staubtrocken. Überall liegen Blätter herum, die Geräusche von uralten Schreibmaschinen übertönen das monotone Stempelgeräusch. Arbeitszombies schleppen hinkend Papierstapel hin und her. Ich knie auf einer alten, knorrigen Gebetsbank. Meine Hände sind auf der Bank mit Tesafilm fixiert. Unter anderen Umständen hätte die Szenerie wahrscheinlich sogar Spaß gemacht, aber nun erkenne ich die Frau, von der auch das schmatzende Geräusch ausgeht. Das Geräusch kommt von einer riesigen Zigarre, die sie zwischen ihren langen, vom Nikotin gelbgewordenen Fingern balanciert und unentwegt an den Mund führt. Sie zieht schmatzend einen ellenlangen Moment lang an der Zigarre und keucht dann blaue Dunstschwaden aus, die ihre nicht nur aus Mund und Nase wabern, sondern auch aus den Ohren. In dieser Hölle scheint kein Rauchverbot zu herrschen. Sie sitzt auf einem Thron, der mit alten Aktendeckeln aus der Vorkriegszeit überzogen war. Um sie herum sind unzählige Konsolen und Bildschirme und auf dem Boden liegt die Asche von abertausenden Zigarren. Die Zigarrenstummel liegen links neben ihrem Thron und werden von einem sechsköpfigen Höllenhund genüsslich zerkaut. In den Köpfen des Hundes kann ich auch mehrere Gesichter wieder erkennen, die behalte ich jetzt besser mal lieber für mich. Die Frau hustet und zieht schwer die Luft ein. Ihr Teint geht von knallrot bis pechschwarz. Die Lippen sind aufgesprungen und total verkohlt. Auf ihrer Stirn prangen zwei stattliche Hörner und dazwischen schwebt ein brennendes Matschauge. Hm. Herr der Ringe meets Hellboy. Ich bin mir nicht sicher, ob ich lachen oder weinen soll, aber wenn ich hier für meine freiwillige Arbeiten bestraft werden soll, dann werde ich bestimmt bald aus diesem dienstlichen Alptraum aufwachen, auf das ich mich morgen wieder mit den Erfüllungsgehilfen meines Arbeitgebers herumschlagen darf. ‚So, Frau Rösner, nun zu Ihnen. Auf Grund Ihrer Zuwiderhandlung verurteilte ich Sie in Ausübung meines Amtes zu 100 Stunden zwangsstempeln, die Ihnen sofort von ihrem Zeitkonto abgebucht werden. Die Erlaubnis für das dienstliche Träumen, kann ihnen nach Antragsstellung frühestens in 5 Jahren erteilt werden. Innerhalb dieser Sperrfrist, wird jede weitere Zuwiderhandlung hart bestraft.‘ diese Kettenraucherin aus der Hölle, schloss meine Akte und drückte auf einen roten Knopf auf ihre Thronlehne. Mein Name taucht auf einem Bildschirm auf und eine Hupe ertönt. Das Geräusch erinnert mich an Aliens. 118.27 Stunden minus stehen unter meinem Namen, die Zeit zählt allerdings vorwärts. ‚Jede Sekunde, die Sie nicht arbeiten, arbeitet die Uhr gegen Sie. Abführen!‘ Mit ihrem letzten Wort geht der Tesafilm in Flammen auf und der Bucklige steht neben mir. ‚Dann wollen wir Sie mal zu ihrem Platz geleiten!‘ Meine Füße sind mit schweren Fußschellen gefesselt und der Bucklige zerrt an der Kette, die an meinen Fußfesseln befestigt ist. Ich stolpere hinter ihm her. In der hinteren Tasche seiner Hose, steckt ein kleines Klemmbrett. Es ist eine Strichliste darauf zu erkennen. Himmel, der Empfangsroboter aus alten Stasibeständen. Der Buckel kleidet ihn richtig gut. Ich werde unsanft aus meinen Gedanken gerissen und an einen Schreibtisch buxiert. Meine Kette wird mit einem riesigen Vorhängeschloss am Schreibtisch befestigt. Der Schreibtisch biegt sich unter den Akten, die ich anscheinend zu bearbeiten hatte. Von aktenloser Bearbeitung haben die hier wohl auch noch nichts gehört. Ich bekam einen Stempel in die Hand gedrückt, auf dem ‚Abgelehnt!‘ steht. Zwei Schreibtische weiter sitzt Adolf H. und stempelt mit einem kleinen Hakenkreuzstempel eine Akte nach der Anderen. Schuppkarrenweise werden ihm die Akten herangekarrt. ‚Ja, der hat noch 493 Jahre zwangsstempeln für fehlende Schlussverfügungen seiner Zukunftspläne abzuarbeiten! Sie sind übrigens jetzt Betriebsratsvorsitzende hier und Herr H. hat da noch die ein oder andere Beschwerde. Er fühlt sich hier ungerecht behandelt.‘ meint der Bucklige pflichtbewusst.

‚Sie wissen nicht, wo man hier eine Ananas herbekommt?‘ frage ich und wache mit einem Lächeln im Gesicht auf. Wenn ich eines Tages doch in die Formularhölle kommen sollte und die Chance bekomme, dem Adolf jeden Tag eine Ananas in den Arsch zu schieben und ihn dann mit dem ‚Abgelehnt‘-Stempel seine Beschwerden in seinen Hals zurückzuschieben, dann hat es sich wirklich gelohnt ein Sünder zu sein.

Schönen Nikolaus-Türchen-Tag.

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