Das Klagelied des Fuchses – Nach dem Fall an die Front

Das Klagelied des Fuchses – Nach dem Fall an die Front

arcticfoxWegen Zuspätkommens und Missachtung der Befehle wurde ich an die Front versetzt. Das habe ich nun davon, dass ich meine Nase in Dinge gesteckt habe, die mich nichts angehen. Zumindest konnte ich im Vorbeireiten die Fibel und die Stofffetzen an Alveradis und Thôn zurückgeben und das Pferd meiner Mutter gegen mein Eigenes tauschen.

So jetzt sitze ich im Dreck, in einem Schlammloch und der Regen ist in Graupel übergegangen. Der Sommer schickt sich an uns nicht mit seiner Aufwartung zu behelligen. Ist ja nicht so, als wären wir hier nicht schon völlig durch gefroren.

Wir wurden seit Tagen immer wieder angegriffen, von Kriegern der Spinne. Sie trugen kupferne Masken und schlichen nahezu so geschickt, wie wir durch den Wald.

So jagten wir seit Tagen durchs Gehölz und versuchten die Spinnenkrieger in kleinere Kämpfe zu verwickeln. Wir versuchten sie zu schwächen, ohne uns zu schwächen. Genau deshalb haben wir uns in 6 Mann Trupps aufgeteilt und sprengten durch den Wald. Mittlerweile war es auch völlig egal ob Nebelwölfe oder Grünfänge, wir waren ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Gegründet aufgrund der hohen Verluste in den vergangenen Scharmützeln.

Ich habe keine Ahnung, ob unser Plan aufgehen möge, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Eines Morgens ging doch tatsächlich die Sonne auf und die Strahlen erwärmten unsere müden  Glieder. Ein Pfeil mit einer Nachricht, eines benachbarten Trupps schoss an meinem Ohr vorbei und blieb in einem Baum hinter mir stecken. Der Pfeil vibrierte noch von der Wucht seines Einschlages, als ich ihn aus dem Baum ziehen wollte. Ich las die Nachricht und pfiff zum Sammeln.

Ein versprengte Gruppe unweit unserer Stellung wurde angegriffen und wir eilten schon zur Hilfe, ehe wir darüber nachdachten, was wir taten.

Unachtsam wie wir waren, rannten wir beinahe in eine Falle. Die Krieger der Spinne hatten unsere Mannen gefangen genommen und folterten sie. Kurz bevor sie uns entdecken konnten, kreuzte der weiße Fuchs meinen Weg. Er lief auf einen kleinen Hügel, drehte sich nochmal zu mir um und sang dann sein jammervolles Lied. Wir gingen hinter einer Kuppe in Deckung und dann erblickte ich ihn. Faran, Thôns Sohn, er trug noch seine zerrissene Clanshose und lief an unserem Versteck vorbei. Die weißen Haare waren zu einem zerzausten Zopf gebunden. Als er seinen Kopf drehte, erkannte ich die kupferne Halbmaske. Seine Züge waren hart und steif und er schien nicht nur gewachsen zu sein, sondern auch gleichsam gealtert. Die Wochen in den Händen des Feindes haben ihn um Jahre altern lassen. Sein trüber Blick streifte den Blick des Fuchses und für einen Moment kam es mir so vor, als würde sich sein Blick für den Bruchteil eines Augenblickes wieder aufklaren. Er hob seinen Bogen, legte an und schoss auf den Fuchs.

Blitzschnell zog ich meinen Bogen aus und lenkte seinen Pfeil mit meinem Pfeil ab, dann pfiff ich zum Angriff. Das Lied des Fuchses verstummte an diesem Abend nicht, doch der Körper Farans verschwand.

Einen Teil unserer Mannen konnten wir tatsächlich retten, auch wenn ein Paar von ihnen an der Folter gestorben waren, so entkam an diesen Tag nur der Körper des Jungen Faran.

Und ich will nicht eher ruhen, ehe ich ihn nicht gefunden habe und zu den Seinen zurück gebracht habe. Vielleicht konnte die Liebe der Seinen ihn wieder heilen oder zumindest zur Ruhe bringen.

Brian, Sarolfs Sohn

Reiter im Dienste des ehrenwerten Guiskard Ragin Grünfang

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Ich suche einen Mann… Teil 44 – Mein Masseur

Ich suche einen Mann… Teil 44 – Mein Masseur

b1Ich benötige äußerst dringend einen Masseur wahlweise einen Bäcker, der muss nicht gut sein, der muss nur Armen haben wie der Schmied von Kochel und sich im Kneten verstehen, damit er durch meinen Berg der Verspannung auf meinem Rücken durchkommt. Sonst muss ich mein weiteres Leben damit verbringen mir eine männliche Esmeralda zu suchen, damit ich dann quasi hinter ihm herhumpeln kann, um immer wieder Folgendes zu wiederholen: ‚Esmeralda, die Glocken! Esmeralda Wasser!‘

P.S. Ich kann im Moment nur in Naturalien bezahlen und der Masseur kann sich ja die netten Bildchen auf meinem Rücken ansehen. 

Anmerkung: Dies ist der 44. Teil und eine ernst gemeinte Jobanzeige von mir, Callabutterfly.

Zuschriften bitte via Facebook/Callabutterfly per PM

Das Klagelied des Fuchses – Hochmut kommt vor dem Fall

Das Klagelied des Fuchses – Hochmut kommt vor dem Fall

arcticfoxDie Zeit vergeht wie im Flug und mein Dienst nimmt mich mehr denn je in Anspruch. So konnte ich es mir leider nicht mehr erlauben, weiteren Nachforschungen nachzugehen, weil ich noch eiligere Nachrichten von einem Teil des Landes zum Anderen bringen durfte. So gingen endlos lange Tage ins Land, bis ich wieder an der Stelle war, wo ich das Tagebuch gefunden hatte. Ich war unterwegs mit Nachrichten aus Raurikor und von den Nantwiga. Die Nacht hatte mich überrascht und ich musste absteigen. Ich bin schon so verwirrt, dass mich tatsächlich die Nacht überraschen konnte. Kommt sie doch nach jedem Tag zur selben Zeit.

So ist es nicht die Zeit die sich verändert hat, sondern unser Treiben, dass geschäftiger geworden ist, so dass die Zeit wie im Fluge verronnen ist und mich die Nacht auf dem falschen Fuß erwischte.

Kalt ist es geworden, obwohl der Sommer schon vor der Tür stehen sollte, kann ich meinen Atem sehen, wie er im Vollmondlicht nach jedem Atemzug aus meinem Mund getrieben wird.

Ich lief einen unwegsamen Weg entlang, den ich für sicherer gehalten hatte. In den schweren Zeiten ist mir eine unkomfortable Abkürzung lieber, als das Aufsehen, was ein Meldereiter auf dem großen Weg, hervorrufen würde.

Mein Pferd trottete gelangweilt hinter mir her. Naja, eigentlich war es immer noch das Pferd meiner Mutter. Sie wird mich umbringen, wenn ich mal wieder nach Hause komme.

So in meinen Gedanken versunken, machte ich einen unachtsamen Schritt und stürzte, aber anstatt auf dem Boden aufzukommen, fiel ich. Die Zügel machten einen Ruck, als sie sich strafften und das Pferd hielt meinen Sturz auf. Es gab keinen Laut von sich, obwohl mein ganzes Gewicht am Zaumzeug hing. Ich pfiff leise und es zog mich aus dem Loch, in dass ich gefallen war.

Als meine Beine wieder auf dem Waldboden waren, legte ich mich auf den Boden, entzündete ich eine Fackel und warf sie in das Loch. So tief wie ich erst dachte, war das Loch gar nicht. Ich versteckte mein Pferd und schlich mit dem Zaumzeug und einem Seil wieder zum Loch. Meine Fackel brannte noch. Ich band das Seil an einer Wurzel fest und kletterte nach unten.

Ich lief die restliche Nacht in den Höhlen herum. Und fand neben Unmengen von Spinnenweben nichts außer ein Paar Fetzen Clansstoff und eine verrostete Fibel.

Im Morgengrauen kletterte ich wieder herauf und ritt so schnell ich konnte nach Vargranja zurück.

Brian, Sarolfs Sohn

Reiter im Dienste des ehrenwerten Guiskard Ragin Grünfang

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Das Klagelied des Fuchses – Die Wege der Götter sind unergründlich

Das Klagelied des Fuchses – Die Wege der Götter sind unergründlich

arcticfoxKaum war ich in Vargranja angekommen, erstattete ich Bericht und mein Guiskard schickte mich nach Raurikor, um eine wichtige Nachricht zu überbringen. Also ritt ich gen Raurikor und stellte keine Fragen. Ich diente meinem Guiskard, so wie mein Vater vor mir. Sein Vertrauen lag mir im Blut und mein Guiskard konnte sich voll und ganz auf mich verlassen.

In der Stunde in dem ein Krieg in der Hag Raurik entfesselt wurde, ritt ich von einem Ende des Landes zum Anderen, um eine Nachricht meines Herren zu übermitteln. Das kam mir ganz gelegen und langsam glaubte ich, dass selbst mein Guiskard schon Vorahnungen hatte. Er gab mir die Möglichkeit ein Rätsel zu lösen und ich wette mein Pferd und dass meiner Mutter, dass der Schlüssel für unser Schicksal mit dem Tod des Jungen Faran zu tun haben muss. Ich habe es quasi im Urin.

Ich sputete mich, so dass ich genau an der Stelle, wo wir den Jungen Faran fanden, eine Rast einlegen musste. Meine Mutter wird mich umbringen, wenn ich ihr Pferd zu Grunde richte.

Ich baute ein verstecktes Lager auf, lies den Gaul zurück und schlich dann durchs Unterholz, bis ich an die Stelle kam, wo sich der gewundene Pfad durchs Gehölz schlängelte. Gerade mal so breit, dass zwei Gäule versetzt nebeneinander reiten konnten. Ich blickte nach oben, ich konnte die Wolken durch die Baumwipfel kaum sehen, die über dem Weg ein dichtes Dach aus Ästen bildeten.

An der Stelle, an der Faran in meinen Armen starb, hielt ich inne und betete. Ich bat um einen Segen der Götter, damit sie die arme Seele des Jungen sicher zu den Ahnen geleiteten. Dann kroch ich den Weg entlang, von wo er gekommen war. Man konnte seine Spuren immer noch deutlich sehen. Einige tote Spinnen lagen noch herum. Wie nachlässig, wir hätten alle anzünden sollen, nur für den Fall, dass sie auch Eier in sich trugen. Ich sammelte die Spinnen zusammen und nachher werde ich ein hübsches Feuerchen machen.

Den Spuren folgend irrte ich durchs Unterholz und dann verlor sich die Spur. So was ist mir auch nicht nie passiert, ich beschloss wieder ein paar Schritte zurück zulaufen. Ich musste irgendwas übersehen haben. Plötzlich stolperte ich über einen Ast und kam zu Fall. Das darf man echt niemanden erzählen, dass einer der Grünfänge zu blöd zum Laufen ist. Aber wenn ich nicht gestürzt wäre, hätte ich das Tagebuch des Jungen Faran nie gefunden, es lag halb in Dreck und Schlamm versteckt und wenn ich nicht direkt mir der Nase darauf gestoßen wäre, hätte ich es nie gefunden.

So schnell ich konnte rannte ich wieder zu meinem Pferd und las es hastig. Die halbe Nacht fertigte ich eine Abschrift, die der Beginn meiner Aufzeichnungen werden sollten. Und an dem Punkt, wo ich endlich davon erzählen kann, wie ich zu dem Tagebuch gekommen bin, fallen mir keine geeigneten Zeilen dafür ein. Vor allem weil ich mittlerweile weiß, dass die Leiche des Jungen Faran verschwunden war.

Im Morgengrauen werde ich erst mal gen Raurikor reiten, meine Nachricht abliefern und mich umhören. Beim Rückweg bleibt mir vielleicht noch die Zeit nach der Höhle zu suchen. Genug Kräuter gegen Gift hatte ich den letzten Tage ja sammeln können. Und so nebenbei hatte ich jetzt endlich eine Probe von dem Gift nehmen können, dass den jungen Faran danieder gestreckte hatte. Vielleicht kann mir ja die Hüterin der Halle weiterhelfen, ich hatte Leuten hören, sie hatte bereits die ‚Schlonze‘ untersucht, die die Nantwiga aus ihrem Grenzgebiet gebracht hatten.

Ich warf die letzte Spinne ins Feuer und legte mich zum Schlafen hin. In meinen Träumen selbst verfolgte mich der Junge. Der starre Blick sein trüben, toten Augen lies mich nicht zur Ruhe kommen.

Brian, Sarolfs Sohn

Reiter im Dienste des ehrenwerten Guiskard Ragin Grünfang

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Das Klagelied des Fuchses – Brief eines Freundes

Das Klagelied des Fuchses – Brief eines Freundes

arcticfoxBrian mein Freund, ich hoffe mein Brief erreicht dich schnell, denn ich habe düstere Nachrichten zu überbringen. Mein Dank gilt dir auf Lebenszeit, dass du uns unseren Sohn heim gebracht hast und alles sei vergessen, was früher war.

Ich beginne von dem Moment als du aufgebrochen warst. Wir brachten unseren Sohn ins Haus und wuschen ihn und bahrten ihn dann im Stall auf, damit sich alle, die ihn kannten, von ihm verabschieden konnten. Am Abend gingen wir selbst in den Stall und wollten zu unseren Ahnen beten, damit sie seinen Geist zu sich holten.

Meine Frau zündete einige Kräuter an und reinigte den Ort. Ich kniete bei dem Jungen, hielt seine Hand und strich ihm über sein schlohweißes Haar. Was muss er nur für einen Schrecken erlebt haben, dass seine Haare innerhalb der kurzen Zeit, die er auf Wanderschaft war, weiß geworden waren. Mein Herz vermag es sich gar nicht auszumalen, aber doch will ich es wissen.

Seine Hand war merkwürdig warm, gar nicht so wie sonst bei toten Körpern. Ich beugte mich über ihn und betrachtete ihn. Seine kalten bleichen Augen starrten mich düster an und ich war mir sehr sicher, dass sie geschlossen waren, als wir ihn gewaschen hatten. Der Schauder lief mir nicht nur einmal über den Rücken. Ich untersuchte den Körper meines Sohnes erneut und es lies mir den Atem gefrieren was ich da sah. Die Bisse, die von den Spinnen zu sein schienen, waren nun geschwollen, eitrig und schillerten in merkwürdigen Farben. Und trotz der Kräuter, die immer noch brannten, roch ich den Gestank von Tod und Verwesung. Und schlimmer noch als das.

Draußen konnte man wieder den Fuchs jaulen hören und meine Frau brach weinend zusammen. Ich legte die Hand meines Sohnes auf seine Brust zurück und erschrak, so als hätte mich ein Blitz getroffen. Etwas unter seiner Haut bewegte sich. Die eitrigen Bisse brachen auf und ich konnte etwas unter der schillernden Eitermasse sehen. Würgend schreckte ich zurück und brachte meine Frau aus dem Stall. Ich habe sie zu deiner Mutter geschickt. Sie war uns in den letzten Tagen eine große Hilfe. Und du wirst dir ja denken können, dass wir den Sperber von ihr haben, weil ich sonst nicht gewusst hätte, wie wir dich in der Wildnis erreicht hätten.

Als ich wieder in den Stall gehen wollte, kamen mir Unmengen kleiner Spinnen entgegen, die krabbelten über alles hinweg, was sich ihnen in den Weg stellten. Es kam nichts zu schaden, aber durch diese Flut der Spinnen war ich so abgelenkt, dass ich gar nicht bemerkt hatte, dass der Körper meines Sohnes verschwunden war.

Auf dem Tisch lag nur noch das Leintuch, mit dem wir seinen Körper bedeckt hatten und Überreste von Blut und Eiter. Ich scheuchte die Hunde auf und suchte ihn die ganze Nacht und einen weiteren Tag. Von Faran keine Spur. Und auch dieser Fuchs war verschwunden, der sich immer in der Nähe des Hofes aufgehalten hatte, seit dem Zeitpunkt, als du uns verlassen hast.

Alveradis spricht kein Wort mehr, sie summt nur immer ihr Lied und reagiert auf keinerlei Zuwendung unsererseits.

Ich hoffe inständig, du kannst dir ein Reim aus all dem machen und bitte halte Ausschau nach all den Merkwürdigkeiten, die in diesen Tagen durchs Land ziehen.

Komm gesund zurück. Mein Haus steht dir immer offen.

Dein Freund

Thôn

Ich erhielt den Brief als ich vom Grenzgebiet der Nebelwölfe wieder auf den Weg zurück Richtung  Vargranja war. Die letzten Tage standen mir nicht nur ins Gesicht geschrieben, nein mein Gaul begann zu lahmen und ich zog es vor zu Fuß weiter zu gehen und mein Pferd zu führen. Ich kam an eine Lichtung und da lief mir wieder dieser weiße Fuchs über den Weg und bevor ich mich versah, stand ich unter einem riesigen Vogelbeerbaum und musste unweigerlich an Faran denken und an den Brief, den ich seither in meiner Tasche aufbewahrte.

Mein Blick blieb an dem Stamm schier kleben, als meine Augen die Schriftzeichen erkannte. Bei allen Göttern, der Stammbaum. Ich viel auf die Knie und betete.

Der weiße Fuchs war verschwunden und ich untersuchte alles im Umkreis des Baumes. Ich drehe jeden Stein um, doch fand ich nur ein paar alte Spuren und eine kleine Feuerstelle unter dem Vogelbeerbaum, in deren Asche ich nichts weiter fand, als den schalen Geruch verbrannten Haares.  Ich beschloss meinem Pferd keine Pause zu gönnen und ritt wie der Wind nach Hause. Und bettelte meiner Mutter ein frisches Pferd ab und dann ritt ich zum Haus vom Thôn und Alveradis.

Das Haus lag im Dunkeln, als ich vom Pferd abstieg und fand Thôn in der Küche sitzend. Alveradis schlief bereits. Wir tauschten uns kurz aus und ich versprach ihm, bei nächster Gelegenheit nochmal an den Ort zu reiten, wo unsere Delegation auf Faran traf, bevor er starb.

Ich lies Thôn ein paar meiner Elixiere für Alveradis da und versprach ihm bald Nachricht zu schicken.

Brian, Sarolfs Sohn

Reiter im Dienste des ehrenwerten Guiskard Ragin Grünfang

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen um Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Das Klagelied des Fuchses – Alveradis Klagelied

Das Klagelied des Fuchses – Alveradis Klagelied

arcticfoxIch Brian, Sarolfs Sohn, brachte die dunkle Kunde der Spinnenflut nach Vargranja zum Sitz des Ragin Grünfang und ritt dann gleich weiter zum Haus von Thôn und Alveradis. Ich hatte den Leichnam des Jungen Faran auf ein Geflecht von gebogener Zweigen und Ästen gelegt und schleifte ihn etwas Würdevoller hinter mir her, als ihn nur auf dem Hintern meines Pferdes liegen zu haben. Außerdem wurde mir der Körper des Jungen langsam unheimlich. Ich hatte schon viele tote Körper nach der Schlacht nach Hause gebracht, aber dieser Junge war wirklich ein sehr eigenwilliger toter Junge.

Vielleicht schwindet auch langsam mein Verstand, aber ich schwöre auf meine Mutter und all meine Ahnen und alle Götter, dass mein Guiskard dem Jungen die Augen geschlossen hatte, doch blickte der Junge mich nach der ersten Nacht mit seinen starren bleichen Augen an, worauf ich ihm persönlich die Augen schloss. Das tat ich nun jeden Morgen und langsam bekomme ich es mit der Angst zu tun. Hätte ich nur den Pferdejungen dabei, der hatte mehr Ahnung von solch wunderlichen Dingen. Dann ist mir aufgefallen, dass der Junge nicht in die übliche Starre verfallen ist, die sich sonst über Tote legte. Ich zermartere mein Gehirn, ich musste irgendwas übersehen haben. Irgendwas stimmte da ganz und gar nicht, von den riesigen Spinnen mal ganz abgesehen.

Ich trauerte um den jungen Faran, weil er in meinen Armen gestorben war und weil ich ihm nicht mehr helfen konnte, zweifelte ich an meinem Können. So bin ich nicht nur ein Krieger und Reiter des Guiskard und sondern kenne mich mit den Kräutern gut aus. Ich vermag es, Wunden zu schließen mit meinen Tränken, aber wenn einer keine Wunde hat und trotzdem stirbt, was hätte ich da schon machen können. Meine Tränke haben sonst immer gegen allerlei Gift gewirkt und ich hab ihm die doppelte Menge eingeflößt und es zeigte einfach keine Wirkung.

Und dann war da noch was Anderes. Der Junge hätte mein Junge sein können, wenn der Gehörnte damals mein Flehen erhört hätte. Aber die Götter entschieden es anderes. Und so war es Thôn vergönnt, die schöne Alveradis zu heiraten und nun bringe ich, gerade ich, den toten Jungen heim.

Wie soll ich ihnen unter die Augen treten mit so einer Botschaft, so konnte ich doch vorher kaum unter ihre Augen treten. War ihre Heirat nicht der Grund warum ich damals fort ging.

Wie habe ich es jeden Winter gehasst nach Hause zu kehren und ihr Glück zu sehen und nun komme ich im Frühling und bringe die Leiche des Erstgeborenen heim, zu denen, die ich mein halbes Leben verflucht habe.

Mein Gewissen nagt an mir und nun will ich nicht eher ruhen, bis ich ergründet habe, warum dieser arme Junge sterben musste.

Das Klagelied des weißen Fuchses begleitete meinen Weg und ich stimmte ein, so kommen mir die Worte der Wildelben so leicht über die Lippen, als wäre es meine eigene Muttersprache:Dankar Qualin,Abglam macil,Vanwal nai otha, Im quen isil, Im quen nai, Thalion im quen Anduril…‘

Nicht nur mein Herz weinte, auch dieses Tier litt da draußen vor sich hin. Der Fuchs will uns irgendetwas sagen, nur ist es mir nicht vergönnt, mit dem Krafttier eines Toten zu sprechen. Ich werde bei den Schamanen um Rat bitten, sobald ich wieder in Vargranja bin, aber vorher habe ich noch einen Auftrag, den ich erledigen muss.

In der Ferne konnte ich eine Rauchfahne erkennen, bald würde ich der Liebe meines Lebens unter die Augen treten müssen und nur bei dem Gedanken an sie, stieg mir das Blut in den Kopf. Ich atmete tief ein, versuchte mein Herz zu beruhigen und ritt weiter.

Ich erblickte das Haus von Thôn und kaum war ich vom Pferd abgestiegen, kam er auch schon aus dem Haus gelaufen. Er blickte grimmiger, als ich es in Erinnerung hatte. Die hässliche Fratze erschreckt jeden Angreifer, bevor er den Mut aufbringen konnte, sein Schwert gegen Thôn zu erheben. Mittlerweile empfand ich höchsten Respekt gegenüber diesem Mann, dass war Beiweiten nicht immer so. Thôn knurrte mich an, zog sein Messer aus dem Gürtel und warf es fort. Dieser Mann hasste mich einfach, wahrscheinlich bringt er mich jetzt mit bloßen Händen um.

Wie von einem Blitz getroffen blieb Thôn vor mir stehen, sein vernarbtes Gesicht begann zu zittern, als er erkannte, wer da auf der Trage lag. Ich öffnete die Riemen, die die Trage am Sattel befestigten und lies ganz langsam die Trage auf den Boden sinken. Thôn glitt ganz langsam auf die Knie.

‚Mein Herr schickt mich euch euren Sohn zu bringen. Ich konnte nichts mehr für ihn tun.‘ versuchte ich mich zu erklären. ‚Ich spreche im Namen von Ragin Grünfang. Seine Trauer konnte er kaum in Worte fassen.‘

‚Brian, ich weiß wie schwer es dir fallen muss, mir unter die Augen zu treten…‘ flüsterte Thôn, er musste schwer schlucken und fuhr dann fort. ‚Ich rechne es dir hoch an, dass du in dieser Stunde zu uns gekommen bist.‘ Thôn war aufgestanden und hielt mir die Hand hin. ‚Freund!?‘

Ziemlich verblüfft darüber streckte ich ihm beide Hände hin und Thôn zog mich in eine Umarmung. Ich vermochte keinen Laut von mir zu geben, nicht dass er es sich nicht doch noch anders überlegte. Doch sein Körper bebte in meinen Armen und als seine Frau aus dem Haus kam, trennte er sich von mir. Sie wischte sich die Hände an ihrer Schürze ab, lief auf die Bahre zu und rief erstickt: ‚Faran…!‘ Ihre Stimme brach in dem Moment, als sie auf die Knie sank, um den toten Körper von der Trage zu ziehen und ihn in ihre Arme zu schließen.

Ihr Klagelied zerriss nicht nur das Herz ihres Mannes, sondern auch das Meine. Sie wiegte ihren toten Sohn hin und her und Tränen flossen ununterbrochen über ihr Gesicht. Ihre Lippen vermochten die Worte kaum zu formen und so war ihr Lied von einem Schluchzen und Wimmern begleitet, aber doch verstand jeder die Worte: Yenillor morne a ley, Tulinte I Quettar, Tercano nuruvia, H lasta Qutetes, H firmain o mor, i dhu ely siriair, Mornie utulie à H firmain yenillor morne, Mornie alantie, à i lir en el Luitha uren,i lir en el Luitha uren…!‘

Thôn nahm mich bei Seite und blickte mich fragend an: ‚Er kam auf uns zu, als wir gen Raurikor zogen, er wurde von Spinnen verfolgt. Sie müssen ihn zu oft gebissen haben, meine Tränke konnten ihn nicht mehr retten. Er sprach noch von seinem Stammbaum, den er gefunden hatte.‘

In dem Moment brach der Gesang von Alveradis ab und sie ließ den bleichen Körper ihres Sohnes sinken. Dabei glitt die Hand von seinem Brustkorb und man konnte die Schriftzeichen erkennen, die er sich in die Hand geritzt hatte. Thôn erbleichte, als er die Zeichen erkannte und ich musste ihn stützen. Ich hätte nie gedacht, dass diese drei Zeichen diese knorrige Kiefer von einem Mann zu Fall bringen hätte können, aber in seiner Trauer erkannte ich, dass die zerfurchte, harte Rinde nur die Fassade für einen weichen Kern war und nun begriff ich endlich, warum Alveradis ihm sein Herz geschenkt hatte. Die Sanftmütigkeit die ich in der Stunde seines Todes in dem Jungen gesehen hatte, hatte er gleichsam von seiner Mutter und von seinem Vater geerbt.

‚Er wollte nicht vergessen, um nicht vergessen zu werden.‘ flüsterte ich, aber es kam nicht mehr als ein Krächzen aus meiner Kehle, doch mein Krächzen gab Thôn die Kraft, nicht vollends zusammenzubrechen.

Am Waldrand trat der weiße Fuchs durchs Dickicht und sprang geschmeidig auf einen erhöhten Stein. Und dann sang er wieder sein Lied. Alveradis stimmte mit ein: O mor henion I dhu, ely siriair el sila, Ai Anrion Undumiel, Ti iro el eria, Im quen nai isil, quen bruin anduril, Mornie utulie à H firmain yenillor morne, Mornie alantie à i lir en el Luitha uren, i lir en el Luitha uren!‘

Sie letzten Silben verklangen im Wind und ich sprach zu Thôn und schickte mich an aufbrechen zu wollen: ‚Thôn, mein Herz ist mir schwer, dass ich euch in eurer dunkelsten Stunde verlassen muss, aber ich muss weiter. Gebt acht, die Spinnen sind größer geworden, als sie je waren und gebt auf euch Acht. Mein Herz trauert mich euch!‘

‚Mein Dank gilt dir, Brian, mein Freund. Mein Haus steht dir immer offen!‘sprach Thôn mit erschreckend fester Stimme.

Ich nickte und stieg auf mein Pferd und lies Alveradis Klagelied hinter mir, aber nicht aus meinem Herzen.

Brian, Sarolfs Sohn
Reiter im Dienste des ehrenwerten Guiskard Ragin Grünfang.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen um Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Narr in dröger Gesellschaft

Narr in dröger Gesellschaft

jokerNun sitzt er da, der arme Tor, auf den Stufen vor dem Thron und wartet darauf, dass etwas Aufregendes geschehen möge. Denn die unachtsamen Tritte und spitzen Kommentare und sonstige Anzüglichkeiten langweilten ihn schon so lange er denken konnte.

Sonst ist bei Hofe leider nichts los und wenn er heute Tod umfallen würde, würde der Hofstaat wahrscheinlich in einen tiefen, tiefen Schlaf versinken und nie wieder erwachen. Weil selbst seit dem er am Hofe seine Aufwartung gemacht hatte, gingen die Meisten doch immer noch zum Lachen in den Keller.

Das Aufregendste was in den letzten Jahren passiert ist, war als er in seinem ersten Jahr von den Stufen zum Thron stolperte und dabei einen unbesetzten Stuhl mit sich gerissen hatte, der dann umfiel! Es haben tatsächlich ein Paar geschmunzelt. Das ist nun 8 Jahre her.

Einmal hatte er eine unpassende Bemerkung darüber gemacht, dass hier alle zum Lachen in den Keller gehen würden und dass für diese traurige Tatsache der Thronsaal aber immer ziemlich überfüllt wäre. Und dafür hatte der dröge König ihn mit einer Zitrone beworfen. Diese zerplatze auf seinem Kopf und die Wucht des Aufpralls lies ihn zurück taumeln. Er rappelte sich wieder auf und meinte nur lautstark: ‚Mein Herr, Ihr habt mich befruchtet.‘ Das war sein größter Moment. Und diesen einen Lacher würde er bis an sein Lebensende nie vergessen.

Das war aber das Einzige mal, als man ihm einen Ball zugeworfen hatte und er betete inständig jeden verdammten Tag hier am Hofe, es möge ihm doch jemand einen Ball zuwerfen. Nur er würde ihn aufheben, damit spielen und sich dann im Gelächter der Menge suhlen.

Seine Tagträume wurden je unterbrochen, weil die Königin nichts Besseres zu tun hatte, als vor den Augen ihres Mannes mit ihrem hochwohlgeborenen Fuße dem armen Narren am Hintern herumzuwirtschaften. Der König war aber seit jeher nur mit dem Zelebrieren seiner Langweile beschäftigt, dass er es wahrscheinlich nicht mal merken würde, wenn die Königin nackt auf seinem Gesicht säße. Nicht, dass sie es schon mal getan hätte. Der Narr grinste breit und ein besticktes Taschentuch flatterte vor seinem Gesicht vorbei. Die Königstochter war zum Spielen aufgelegt. Und er würde umgehend am Halse aufgehängt werden und von der höchsten Zinne baumeln, wenn die Königin heraus fände, dass der Narr es auch mit der Tochter triebe.

Aber nachdem dem Narren die Tage schon zu dröge waren, konnte er in den Nächten den Damen aber auch gar nichts abschlagen. So stahl er sich des Nächtens wie ein Dieb durchs Schloss und beglückte erst die Königin und wenn diese danach endlich eingeschlafen war, zerrten schon die Hände der Prinzessin an seinen Hosen. Und er machte was von ihm verlangt wurde. Und der König schlief jede Nacht den Schlaf des zu Recht Gelangweilten und bekam davon zum Glück überhaupt nichts mit.

Die Tochter beugte sich zu ihm runter und er hatte ihre prallen Brüste voll im Blick, als er ihr das Taschentuch reichte. Sie tätschelte ihm auf dem Kopf herum und setzte sich wieder aufrecht auf ihren Stuhl. In seinem Schoß lag nun ein Zettel.

‚Heute Nacht an der großen Eiche!‘ Er steckte den Zettel in seinen Schuh und langweilte sich weiter zusammen mit dem Hofstaat. Nach dem Essen schlich er in seine Kammer, doch die Königin passte ihn ab und schleifte ihn in ihre Kemenate.

Als sie ihm seiner Gewandung entledigte, fiel der Zettel aus seinem Schuh.

‚Was hat er da für einen Zettel?‘ rief die Königin und gähnte gelangweilt.

‚Was für ein Zettel?‘ stammelte der Narr.

‚Dieser da, der soeben aus dem Schuh purzelte!‘ rief die Königin und wollte sich tatsächlich danach bücken. Er war aber schneller. Sie blickte ihn grimmig an und dann schrie sie fast: ‚Wage er es nicht den Zettel zu essen, sonst schreien wir so laut, dass der König es hören muss.‘

Der Narr hatte den Zettel schon im Mund und hielt dann inne. Dann streckte er folgsam die Zunge heraus.

‚Spuckt er ihn aus!‘ meinte sie und hielt ihn die Hand hin.

Er tat was ihm geheißen. Sie nahm den feuchten Zettel und blätterte ihn auf. ‚Heute Nacht an der großen Eiche!‘ sprach sie und zog eine Augenbraue hoch.

‚Ich wollte Euch den Zettel vorhin zustecken!‘ stotterte er.

‚Er hat doch nicht gedacht, dass wir bei dem Wetter und in stockdüsterer Nacht das Schloss verlassen würden?‘

‚Ich wollte nur etwas zu Euer Erheiterung beitragen.‘

‚Ja, wir sind erheitert über den Erfindungsgeist den du an den Tag legst.‘ meinte sie und verzog dabei keine Miene.

Sie zog einen Cricketschläger unter dem Bett hervor und meinte trocken: ‚Versohl er uns den Hintern, wir waren ein böses Mädchen!‘

Er versuchte nicht die Augen zu verdrehen und tat was ihm geheißen. Als er mit ihr fertig war, schlich er zum Abbild der großen Eiche. Dort wartete schon die Nächste, er packte die Königstochter und zerrte sie in eine Nische hinter einen Wandbehang. Er hob den Finger an den Mund, während sie ihm umgehend an die Wäsche ging. Sie machte sich an seiner Hose zu schaffen und kniete sich langsam vor ihn hin.

Er hörte ein Geräusch auf dem Gang und hielt inne. Die zügellose Königstochter hatte sein Gemächt bereits erfasst und war im Begriff seinen kleinen Schelm in den Mund zu nehmen. Jemand kam über den Gang geschritten. Er packte ihren Kopf und hielt sie fest, dass spornte sie aber nur noch mehr an und sie saugte unablässig an seinem Schaft.

Die Königin schritt an ihrem Versteck vorbei und blieb vor dem Wandbehang mit der großen Eiche stehen. Und dann ging ihr tatsächlich ein Licht auf. Hastig riss sie den Wandbehang zur Seite und schnappte pikiert nach Luft.

Er drückte den Kopf der Tochter fest an seine Lenden und das Letzte was sie zu atmen versuchte, war sein Schwanz. Als er kam, ging sie, für immer. Er zerdrückte tatsächlich eine kleine Träne darüber. Aber zum Trübsalblasen war jetzt keine Zeit, er lies von ihrem schlaffen Körper ab und die letzte Geste die ihr regloser Körper machte, war theatralisch zu Boden zu gleiten und ihre Hand landete angewinkelt auf ihrer Stirn. Ein letzter Seufzer entwich ihrem Mund.

Die Königin stand einen erschreckend langen Moment einfach nur da und beobachtete sie skurrile Darbietung. Sie zog die Luft zwischen die Zähne ein, erhob ihren Cricketschläger und wollte ihn damit vermöbeln. Er wich dem ersten Schlag aus und bekam den Schläger zu fassen. Ehe ihm bewusst wurde, was er da tat, lag die Königin schon in ihrem Blute da und das Erste mal hatte sie keinen gelangweilten Ausdruck auf den Lippen. Sie war erlöst und lächelte sogar. Und er stand blutüberströmt mit heruntergelassen Hosen da und blickte auf sein Werk und lachte.

‚Was ist das für ein ungeheuerlicher Lärm, Possenreißer!‘ rief der König, der noch mit seiner Schlafbrille auf der Nase aus seinem Gemach stolperte. Der Narr zog hastig seine Hose hoch und hob den Schläger und grinste: ‚Ich musste einfach etwas Schönes kaputt machen!‘

Dann lies er den Schläger sinken, drehte sich schwungvoll um und ging. Den Schläger hinter sich her schleifend.

Manchmal kommt es anders…Killer 16

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Killer 16

Sonntag, 19.08.12, 14.05 Uhr

Krankenhaus Trapani, Sizilien

gunEllen saß auf einen Stuhl neben einem Krankenbett und döste. Rutger lag regungslos im Bett. Er hing an einem Tropf und war ziemlich blass im Gesicht.

Es klopfte an der Tür und jemand trat ein: ‚Signorina Ellen?‘

Sie schreckte hoch. Es war einer der Handlanger ihres Vaters, der auf sie zulief und unterwürfig zu faseln begann: ‚Hier sind die Wagenschlüssel, Ihre Tasche und Vera liegt im Kofferraum, sie ist wie neu! Sie sollen so schnell wie es irgend möglich nachhause kommen, ihr Vater…!‘

Sie hob die Hand und unterbrach ihn unwirsch: ‚Ich komme dann, wenn ich hier nicht mehr gebraucht werde!‘

‚Aber die Geschäfte?!‘

‚Die Geschäfte werden ein paar Tage auf mich warten müssen.‘ zischte sie ihm zu und ihr Gesichtsausdruck ließ keine Widerrede zu.

‚Sollen wir jemanden hier lassen, der Sie mit dem Wagen zurückbringt, wenn Sie…!‘

‚Nein, nein. Ich kann den Wagen selbst zurückfahren. Sie können alle zurück nach München fahren und kümmern Sie sich um meinen Vater, bis ich wieder da bin, ja!‘

‚Aber natürlich! Kann ich sonst noch was tun?‘

‚Nein, nein. Ich werd der Eisernen eine Glückwunschkarte schicken und ihr zu ihrem Sieg gratulieren.‘

‚Die Eiserne war hier in der Stadt und ist dann mit einem weißen Fiat mit französischen Kennzeichen Richtung Marsala gefahren. Am Steuer saß diese Frau Müller und Giovanni daneben.‘

‚Lebt er noch, ich glaube ich hab ihn getroffen!‘

‚Er sah nicht gut aus, aber er wird es überleben. Diese Frau Müller ist eine Krankenschwester und die Eiserne wäre längst hier, wenn es was Ernstes wäre.‘

Ellen seufzte schwer.

‚Ich geh dann mal!‘ meinte der Handlanger und lief rückwärts aus dem Krankenzimmer.

‚Ja ja. Gute Fahrt!‘ sagte sie abwesend.

Weiter geht es im AlpenRoadMovie20! Es lohnt sich!

Manchmal kommt es anders…Killer 15

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Killer 15

Sonntag, 19.08.12, 08.35 Uhr

Gewässer vor Cagliari, Sardinien

gunIn dem Moment, als Ellen die Sirene der Küstenwache vernommen hatte, hatte sie sämliche Waffen von Bort geworfen, ihre kugelsichere Weste ausgezogen und machte sich an der Weste Rutgers zu schaffen.

‚Rutger, drück deine Hand auf die Beinwunde. Die Küstenwache ist da!rief sie und zog ihm seine kugelsichere Weste aus, er schrie vor Schmerz. Hastig warf sie die Westen von Bort und stellte sich mit erhobenen Händen hin.

‚Bitte nicht schießen, wir sind nur deutsche Touristen!‘ rief Ellen, mit den blutigen Hände wedelnd. ‚Wir brauchen einen Arzt, schnell! Helfen Sie uns! Bitte!‘

Dann kniete sie sich wieder hin, zog ihr Shirt aus und zerriss es. Sie verband hastig seinen Arm und drückte dann die Beinwunde ab.

Die Yacht wurde längseits gezogen und im nächsten Moment waren die Männer der Küstenwache an Bord. Rutger wurde versorgt und Ellen spielte die völlig verstörte, deutsche Touristin. Sie wurde in eine Decke gewickelt und auf das Schiff der Küstenwache gebracht.

Weiter geht es im AlpenRoadMovie19! Es lohnt sich!

Published in: on 4. Februar 2013 at 23:02  Comments (1)  
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Manchmal kommt es anders…Killer 14

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Killer 14

Sonntag, 19.08.12, 08.20 Uhr

Gewässer vor Cagliari, Sardinien

gunEinige zwielichtige Gestalten standen an Deck einer Barkasse und kreuzten die Schifffahrstlinie immer wieder. Während Ellen auf einer kleinen Yacht saß und mit dem Fernglas die Barkasse beobachtete.

‚Das da sind unter Garantie Farids Männer!‘ rief sie zu Rutger hinüber, der das Schiff steuerte.

‚Wie kommst du da drauf?‘fragte er und blickte sie mit einem Seitenblick an.

‚Die schauen aus wie Terroristen!‘

‚Und wie sehen Terroristen deiner Meinung nach aus!‘

‚Sie haben lange Bärte und Militärklamotten an, Rucksäcke und Waffen und ein Paar tragen Pali und Kaftan!‘

Und was ist, wenn die nur das Fastenbrechen feiern!‘

‚Du nimmst mich einfach nicht ernst!‘

‚Doch tu ich, aber deine Vorurteile sind echt hahnebüchen.‘

‚Deine Arbeitsleistung lässt im Moment auch zu wünschen übrig.‘

‚Ich hab eben nur Augen für dich und das ist einem toten Mann doch nicht übel zu nehmen, oder?‘

‚Keine Sorge, mein Vater tut dir nichts!‘

‚Was macht dich da so sicher?‘

‚Vorher erschieße ich dich, Mann!‘

‚Was mich. Du würdest mich erschießen? Ich könnte der Vater deiner ungezeugten Kinder sein.‘

Plötzlich wurde sie ziemlich still und blickte wieder durch das Fernglas. Die Fähre kam näher und auf der Barkasse begann reges Treiben.

‚Ich glaube die machen klar zum Entern!‘ krächzte sie.

‚Wie kommst’n jetzt da drauf!‘ fragte er und drehte bei.

‚Die schwingen Enterhaken!‘ meinte sie schnippisch.

‚Du verarscht mich jetzt, oder?‘ rief er und blickte sie ungläubig an.

Sie schüttelte den Kopf und schrie dem Fahrtwind entgegen. ‚Kannst du versuchen nicht draufzugehen!‘

Er blickte sie etwas verschreckt an und meinte: ‚Hatte ich ehrlich gesagt nicht vor!‘

Sie zog ein Gewehr aus einer Tasche, die zu ihren Füßen lag und legte den Lauf auf der Reling auf.

‚Pass bitte auf Vera auf!‘

Ein ‚Häh!‘ stolperte aus ihrem Gesicht und sie blickte ihn fragend an.

‚Mein Gewehr Vera!‘

‚Wenn du sonst keine Probleme hast!‘ meinte Ellen kopfschüttelnd, presste den Schaft der Waffe gegen ihre Schulter und blickte durch das Zielfernrohr.

Weiter geht es im AlpenRoadMovie18! Es lohnt sich!

Published in: on 3. Februar 2013 at 18:05  Kommentar verfassen  
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