Glückskeks Calling Episode 7

Glückskeks Calling Episode 7

IMG_20151119_190801594_HDRIch wache auf, weil alles ziemlich still ist. Zu still. Ich fühle mich merkwürdig leicht und irgendjemand muss ernsthaft den Ton abgestellt haben. Dumpfer Druck bringt mich dazu, dass ich doch versuche meine Augen zu öffnen. Ich muss pissen. Schlagartig brachen unglaublich viele Eindrücke auf mich ein. Und in Windeseile wurden mir viele meiner Fragen beantwortet, obwohl ich eigentlich keine einzige Frage gestellt hatte. Man könnte fast sogar ein Bisschen sagen, too much information. Das warf seltsamerweise noch mehr Fragen auf. Nachdem außer mir scheinbar niemand sieht was ich sehe, versuche ich das in Worte zu fassen was mich irrsinnig und sprachlos macht. Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr…. keine Ahnung. Bling. Bling. Die Anzeige an meinem Raumanzug muss eingefroren sein. Es ist eh ziemlich kalt hier drinnen. Kann da mal jemand die Heizung anschalten? An der Scheibe meines Raumanzuges kann ich ein paar Eiskristalle über mein Goldfischglas wandern sehen, als wären die Eiskristalle eine halbwegs intelligente Lebensform, die völlig stumm versuchen mit mir Kontakt aufzunehmen. Die Unterhaltung der Stummen innerhalb und außerhalb des Gildfischglases wirft wiederum noch mehr Fragen auf.

Die Schwerkraft ist völlig außer Kraft gesetzt und ich treibe stumm, ratlos und ziellos durch eine ziemlich runtergekommene Schrottmühle. Im Licht der Notbeleuchtung schaue ich mich um.

Neben zwei Spielzeugdinosaurier, die auf einer Konsole stehen, kann ich eine Vorrichtung erkennen, wo man ordinäre Kassetten abspielen könnte, wenn man welche hätte. Ich hab so ein bisschen Angst davor, wenn das Licht noch völlig ausfällt, dass ich dann der fleischgewordene Goldfisch in einem echt abartigen Jackson Pollock Bild werde.

Ach ja, aufgrund der fehlenden Schwerkraft trudel ich immer noch durch das Innere des Raumschiffes. Wie ein Quastenflosser in der Tiefsee. Auf der Suche nach Plankton oder irgendetwas was sich zu fressen lohnt. Einen Anglerfisch könnte ich jetzt schon verdrücken. Ich muss nicht nur Pissen, sondern ich hab auch noch tierischen Hunger.

Ich trudel wieder an den riesigen Fenstern vorbei und sehe den Weltraum. Unendliche Weiten. Ein Raumschiff mit einer eine Frau starken Besatzung unterwegs um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen…halt…fremde Welten zu erforschen wäre ja schon geil, aber Raumanzüge und Enterprise passt ja nicht ganz zusammen. Die Nummer mit der Schwerkraft haben die Jungs von der Nasa etc. ja noch nicht gelöst. Hm. Also ist das hier eher die Nummer von 2001 Odyssee durchs Weltall.

Naja, 2001 ist ja schon lange vorbei. Ganz schön schräg eigentlich, wenn man mal bedenkt, welche SiFi Filme sich schon selbst überdauert haben. Irre gell, dass Marty Mac Fly in diesem Jahr in der Zukunft gelandet ist, um dann wieder in seine Vergangenheit ähm Gegenwart zu reisen. Da könnte man sich schon ganz schön den Kopf verbiegen, wenn nicht schon alles klar wäre. So klar war es selten, trotz beschlagener Scheiben. Ach ja, ich bin ja schon wieder abgeschwiffen, ich sollte erstmal zu meinen Fragen und vorallem zu den Antworten, die mir die Stille und der Ausblick hier innerhalb von 3 Sekunden verraten haben, Stellung nehmen. Boa hab ich einen Klugscheißer gefrühstückt? Naja, auf jeden Fall hat man im Weltall Hunger und zwar so einen Großen! Und Pupsen im Raumanzug ist weniger zu empfehlen, außer man hat Freude an dem fleischgewordenen Atem des Golgataner vor dem man nicht flüchten kann, außer man zieht den Tod durch extremen Druckabfall, Blitzerfrierung und Ersticken vor. Und wer will schon so aussehen wie der Arnie, wie es ihm auf dem Mars die Augen quasi aus dem Schädel gedrückt hat. Gar nicht schön.

Die wichtigste Frage ist eigentlich, wenn es im Weltall völlig still wäre, würde dann auch der vorlaute Tinnitus endlich die Fresse halten? Nein tut er nicht. Er piepst. Aber gepiepst hat er ja noch nie. Normalerweise rauschen Dieter Bohlen und Thomas Anders in zwei verschiedenen Frequenzen. Manchmal pfeift einer der Beiden.Und manchmal sogar aus dem letzten Loch. Aber gerade hält der Dieter endlich die vorlaute Fresse und Thomas verhält sich anders. Er piept. Piep. Piep.

Nein, es ist ein fiep, fiep. Oh mei, vielleicht handelt es sich ja vielleicht doch um eine zwei Mann große Besatzung. Ich und der Hundopus.

Wo is er denn? Ganz ein Braver. Ich versuche mich gezielt durch den Raum zu bewegen und dann fand ich ziemlich schnell die Ursache des Fiepsen. Naja das Fiepsen, dass urplötzlich in einen lästiglauten Warnton umschwenkte und eine ziemlich nervige Stimme kam durch den Lautsprecher in meinem Helm: ‘Sie haben die automatische Selbstzerstörung gewählt, Sie haben noch 10 Minuten das Raumschiff zu verlassen. Ich wünsche noch einen angenehmen Tag.’

Einen blöden Scheiß hab ich. Wer zum Teufel drückt denn freiwillig auf die automatische Selbstzerstörung? Wie blöd kann man denn sein?

Naja, ich hab ja noch 10 Minuten, vielleicht kann ich das Ding ja ausschalten. Ich suche eine Konsole, die so aussieht, als würde sie wie ein Weihnachtsbaum blinken.

Süßer die Glocken nie klingen, da ist sie ja schon. Ich drücke den großen roten Knopf in der Mitte einer bunt blinkenden Konsole und hoffe, dass die Bedienung des Bordcomputer in einfacher Sprache erklärt werden würde.

‘Geben Sie die den Sicherheitscode ein!’ sprach die nervige Stimme wieder. ‘Geben Sie den Sicherheitscode ein!’

Ich versuche mich zu konzentrieren. Was mach ich eigentlich im Weltall und IMG_20151104_113446255wer hat mich hier hergebracht. Ich krame in der Außentasche meines Raumanzuges und als ich die Hand wieder herauszog, kamen nur ein paar Krümel und ein rotes Plastiktütchen aus meiner Tasche gepurzelt und schwebten mit mir zusammen um die Konsole herum. Der rote Plastikfetzen trieb an meinem Goldfischglas vorbei. Ach du Scheiße, der Glückskeks hat wieder zugeschlagen. Du Drecksack, so haben wir nicht gewettet, du hast zuletzt gesagt, dass ich auf dem richtigen Weg sei und jetzt bist du ganz plötzlich über den Knopf der automatische Selbstzerstörung gestolpert. Ich glaub es hackt. Das Fiepsen war mittlerweile unerträglich geworden. Der Zettel des Glückskeks trudelt an mir vorbei und darauf stand: ‘Du musst jetzt aufwachen!’

Glückskeks Calling Episode 6

Glückskeks Calling Episode 6

FortunecookieIch wache auf und bin nackt. Was nicht weiter verwunderlich ist. Ich scheine völlig alleine zu sein und als ich die Augen öffne, finde ich meine alten Wohnung im gewohnten Chaos vor. Ich drehe mich auf die Seite und will eigentlich weiterschlafen. Vor meiner Nase liegt irgendwas. Hm. Ich versuche es zu fassen zu bekommen und ich schlage mir dabei auf die Nase. Meine Hände sind noch ein wenig unkontrolliert. Beim zweiten Versuch klappt es. Es ist ein Stringtanga. Hm. Vielleicht hab ich gestern Nacht schlafgewandelt und dabei Pornos geschaut. Ich blicke mich nochmal um, und mein Laptop steht fast in Reichweite, aber an seinem gewohnten Platz. Er scheint auch aus zu sein. Also vielleicht doch keine Pornos geschaut.

Ich beschließe irgendwann doch aufzustehen und springe wie ein junger Gott aus dem Bett und will mir irgendwie instinktiv zwischen den Beinen kratzen und rutsche aber auf etwas aus, worauf ich eher unsanft den Boden küsse, bevor meine Hand meine Körpermitte hätte erreichen können. Vor meiner Nase liegt ein benutztes Kondom. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und kratze mich am Kopf, den ich mir wohl gerade angeschlagen habe.

Dann beginnt mein Hirn endlich an zu arbeiten und ich fasse mir nun wirklich zwischen die Beine, um zu kontrollieren, ob ich in letzter Zeit irgendwie freiwillig oder unfreiwillig Sex gehabt haben könnte und was ich da ertastete entzückte mich einerseits, erschreckte mich allerdings auch. Zwischen meinen Beinen stand eine mehr oder weniger phantasmagorische Morgenlatte auf Halbmast. Heiliger Glückskeks, ist denn jetzt schon November?

Und wo sind meine Titten hin. Böser Glückskeks, nimm mich doch nicht immer so wörtlich! Schlechter Tausch. Oder eigentlich, HM.  Aber was will ich auch erwarten von einem Glückskeks, der nie hält war er verspricht.

Wenn ich schon mal einen Penis habe, könnte ich ja den ganzen Tag Pornos schauen und mir einen Wedeln und mir bis Freitag überlegen, wie ich das meinem Mann beibringe. Und vielleicht wache ich ja gleich schreiend auf und es war alles nur ein Traum.

Fortsetzung folgt… vielleicht!?

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