Call me maybe oder sitzt ne Frau an der Bar…

Call me maybe oder sitzt ne Frau an der Bar…

limospritzer

Es sitzt eine Frau an der Bar und weil nur irgendwelche Typen im Gastraum saßen, die ihr nur unnötig auf die Möpse glotzten, kramte sie in ihrer Handtasche nach etwas total Wichtigen. Dabei kann sich ein Weibchen schon mal ein Stündchen beschäftigen.

Aus der futuristischen Jukebox schallmeite es: ‘Call me maybe!’

Plötzlich stand ein Kerl in der Tür, den sie mit einem flüchtigen Blick musterte und sofort wusste, dass er ihr einfach nur gefährlich werden würde. Groß und von muskulöser Gewalt, verstrubbelte Haare und erschreckender Weise einen ziemlich gepflegten Bart. Ein flüchtiges Lächeln seinerseits flatterte wie ein wunderschöner Schmetterling durch den Gastraum zu ihr hinüber. Und in der Zeit wie das Lächeln den Raum durchquerte, zog vor ihrem inneren Auge ihr Leben an ihr vorbei und sie hatte es einfach nur satt. Sie hatte einfach alles satt. Und sie brauchte einfach nur ihre Ruhe.

Die Zeit schien stehengeblieben zu sein und das flatterhafte Lächeln des überaus gutaussehende Typen schwebte für einen Moment vor ihr in der Luft.

Das war ganz genau das, was sie gerade echt nicht gebrauchen konnte. Ein Kerl, der ihr mit seiner puren Anwesenheit schon den Kopf verdrehte. Grad heute, wo sie fest entschlossen allein in die Kneipe gegangen war, weil sie ihre Ruhe haben wollte. Weil sie es satt hatte, sich in Probleme Anderer verstricken zu lassen und dann langsam aber sicher daran zu ersticken drohte, sie bekam keine Luft mehr, weil ihr die ganze Scheiße um sie herum langsam aber sicher die Luft abschnürte.

Es ist unglaublich, dass ein Mensch allein so destruktiv sein kann, aber das war das Einzige was sie im Moment wirklich sehr gut konnte. Melancholisch in einer Ecke an der Bar sitzen und ein leeres Glas solange böse anzustarren bis es endlich zerspringen würde.

Herrgott im Himmel, was hat sie nur in dieser Welt verbrochen, dass sie das Universum so strafen muss. Es ist ja nichtmal so, dass immer die Anderen Schuld sind, um die Schuldfrage ging es ihr garnicht, weil sie eh immer schuld war, egal wie rum man den Spieß drehte, sie war immer der verdammte Fußabstreifer, der alleine und völlig verdreckt vor der Tür ins Ungewisse liegt und es will eigentlich keiner den Schritt wagen, also liegt sie da wahrscheinlich noch in ein paar Jahren herum, um nur darauf zu warten, dass ihr wieder jemand einen Arschtritt verpasst. Der Fußabstreifer in der verstaubten Welt, die sich selbst für so fortschrittlich hält, darauf kann man doch sch…?!

Der nervige Song bohrte sich immer noch durch alle Ohren und suggerierte allen Zuhörern, das der Traumprinz am Ende doch anrufen wird. Nein, er wird nicht anrufen. Das Leben ist kein Wunschkonzert und heute hat wohl einer seinen Finger auf der Repeat-Taste. Der Song fing wieder von vorne an…und die Welt drehte sich wieder in gewohnter Schnelligkeit.

Der Kerl, der eben noch wie ein Fels in der Brandung in der Tür gestanden hatte, bewegte sich durch den Raum. Sein Lächeln war mittlerweile an seinem Bestimmungsort angekommen und sein scharfer Blick setzte dem lachenden Schmetterling hinterher und im nächsten Augenblick stand er schon an der Bar.

‘Einen Absinth Sprite bitte!’ rief der Kerl dem Barkeeper zu. Und am anderen Ende der Bar lief ein Höschen voll.

‘Und ich dachte, die Irre da drüben mit der Handtasche wäre die Einzigste, die diese flüssiggewordene Blasphemie säuft.’ murmelte der Barkeeper und zapfte ein Bier und stellte es seinem neuen Gast hin.

‘Einzige!’ meinte der Typ und schob dann ganz lässig das Bier von sich weg. ‘Ich hab einen Absinth Sprite bestellt und mach gleich zwei draus…!’

Beim Barte des Propheten und aller bayowarischer Großmütter, welche halbwegs intelligente Frau kann bei so was schon wiederstehen?

Sie kramte immer noch in ihrer Handtasche, die fadenscheinige Maskerade aufrecht erhaltend, also suchte sie weiter, fand es nicht, wurde langsam wütend und kippte den kompletten Inhalt ihrer Handtasche auf die Theke. Es schien so, als würde sich ihr halber Hausstand über den Tresen ergießen. Eine kleine Sintflut von Dingen die die Welt nicht braucht. Allen voran ihr Lippenbalsam, den sie angeblich wie verrückt gesucht hatte, der just in dem Moment als sie ihn erblickte, über die Kannte der Bar nach unten kullerte.

Sie tauchte hinter dem Lippenbalsam her, der bereits über den Boden rollte. Kurz bevor sie ihn erreichen konnte, tauchte erst wie in Zeitlupe eine enorme Pranke vor ihr auf und dann das Grinsen des Typen. Er hatte den Labello vor ihr zu fassen bekommen und beim Auftauchen stießen sie beide mit den Köpfen zusammen.

Sie kam ins Taumeln, denn sein Kopf war wohl wesentlich härter als der ihre. Um nicht wieder auf allen Vieren vor ihm zu landen, wollte sie sich an einem der leeren Barhocker festhalten, griff jedoch ins Leere. Bevor sie umstürzen konnte, griff er nach ihrer Hüfte, hielt sie fest und stellte sie gleichzeitig auf die Füße.

‘Alles in Ordnung, schöne Frau?’ fragte er und versuchte ihr in die Augen zu blicken, die sie in dem Moment wieder aufschlug, als er seinen Griff lockerte, um sie an der Schulter zu berühren.

‘Ja, ne. Glaub schon.’ stammelte sie und musste sich erst mal setzen.

Der Barkeeper stellte die beiden Drinks auf die Theke und murmelte etwas in sich hinein, dass sich nach: ‘Da ham sich ja zwei g’sucht und g’fundn!’ anhörte.

In dem Moment als sie sich setzte, sprang sie auch schon wieder auf und lief zum Inhalt ihrer Handtasche hinüber.

‘Sorry, mein halber Hausstand liegt auf dem Tresen!’ rief sie und machte sich daran, alles wieder in ihre Handtasche zu stopfen. Nur mit dem Unterschied, dass nicht mehr alles hineinzupassen schien, was vor wenigen Minuten noch genug Platz in der Handtasche hatte.

Der Kerl schnappte sich die beiden Drinks und folgte ihr: ‘Erstmal einen Schluck auf den Schreck?’

‘Sorry, ist nicht mein Tag heute!’ meinte sie und schüttelte die Handtasche, in der Hoffnung der Inhalt würde sich dadurch ein wenig komprimieren.

‘Meiner auch nicht, aber was soll’s!’ prostete er ihr zu und grinste sie dabei an, er bückte sich nochmal und hob noch etwas auf, was zu Boden gepurzelt war. Es war ihr Personalausweis.

Als er wieder auftauchte, grinste er noch breiter: ‘Wie kann man nur mit so einem schönen Namen, so schlechte Laune haben?’

‘Ist ne lange Geschichte, aber jetzt wissen sie eh schon fast alles über mich…!’ rief sie und machte Anstalten ihm den Ausweis wegzunehmen.

‘Ja, Bambi Müller, 170 groß, Augenfarbe blau-grau, Wohnhaft…!’ meinte er, bis sie ihm ihren Ausweis endlich abluxen konnte und ihn böse anfunkelte: ‘Wenn Sie nicht wollen, dass ich sie Blume nenne, verraten sie mir ihren Namen!’

‘Sie werden es nicht glauben, aber ich würde sie gerne duzen, bevor ich meinen Namen preisgebe!’

Sie nickte kurz und dann hielt er seinen Ausweis hoch.

‘Hans Klopfer, 195 groß, Augenfarbe grün und du wohnst hier gleich ums Eck!’ meinte sie und ein unmerkliches Lächeln stolperte über ihr Gesicht.

‘Jupp!’ meinte er und prostete ihr wieder zu und flüsterte mehr in sich hinein, als zu ihr: ‘Danke für das erste Lächeln des Tages!’

Sie hatte es jedoch gehört und lächelte nochmal, er lächelte auch und er schien das erste Mal ein wenig unsicher zu sein. Betretenes Schweigen und Strohhalmgeschlürfe, bis sie die Stille unterbrach. ‘Und warum hab ich dich hier noch nie gesehen?’

‘Bist du öfter hier?’ antwortete er die Frage mit einer Gegenfrage.

‘Jupp!’ meine sie kurz, sie hasste es, wenn ihre Fragen mit einer Gegenfrage nicht beantwortet wurden. Wieder betretenes Schweigen und Strohhalmgeschlürfe, das nun er brach. ‘Ich war beruflich viel unterwegs.’

Er kramte in seiner Hosentasche und hielt ihr den Labello hin, sie nahm ihn ansich, aber nicht ohne ihn zu öffnen und sich die Lippen einzuschmieren. Nebenbei stolperte ein: ‘Soso!’ aus ihrem Mund.

‘In Grönland!’ meinte er.

‘Lassen sie mich raten, sie haben nach Öl gebohrt?’ fragte sie mit leicht ironischem Unterton und trank von ihrem Drink.

‘Waren wir nicht beim Du?’

‘Ja Du!’ meinte sie fast schon schnippisch. War das seine Masche, eine Frage immer mit einer Gegenfrage zu beantworten?

‘Es war Erdgas!’ antwortete er, wenn auch verspätet.

‘Und jetzt?’

‘Hab ich erstmal Homeoffice!’

Der Barkeeper kam wieder vorbei, bückte sich, hob etwas auf und legte etwas auf den Tresen. Es war ein Kondom. Dann grinste er: ‘Nehmt euch ein Zimmer!’

Sie wurde augenblicklich knallrot im Gesicht, schnappte sich das Kondom und flüsterte: ‘Muss mir wohl aus der Tasche geputzelt sein!’

Er grinste sie an und meinte nur: ‘Zahlen!’  

Werbeanzeigen

Alpenroadmovie – Happy End

Alpenroadmovie – Happy End

Krankenhaus Trapani

12.05.2013 13.40 Uhr

naudersEnzo saß an ihrem Bett, in einem neuen Anzug und mit einem neuen Haarschnitt. Er strich sich übers Gesicht. Die Nonna hatte ihn mit der Rasierklinge ihres Vaters rasiert und ihm den Kopf geschoren. Es war ein ungewohntes Gefühl, aber auch irgendwie befreiend. Blume lag im Bett und schlief. Sie sah immer noch ziemlich angespannt aus, selbst im Schlaf. Sie hatte ein paar Falten auf der Stirn, die sich einfach nicht entspannen wollten, so oft er auch darüber strich.

Eine Schwester kam herein und brachte den Kleinen und fragte, ob sie ihn tatsächlich Bambi nennen wollten.

‚Wenn meine Frau sagt, dass er Bambi heißen soll, dann wir es schon stimmen!‘ meinte er unwirsch und nahm seinen Sohn entgegen und schloss ihn in die Arme. Er hatte Tränen in den Augen, als sein Sohn die seinen öffnete.

‚Sag mal heulst du?‘ gähnte Blume, die gerade erwacht war.

‚Ja verdammt!‘

‚Kannst du aufhören, vor dem Bambini zu fluchen?‘

‚Natürlich, wie die Signora es wünscht!‘

ENDE

Alpenroadmovie – Sicilian Standoff

 

Alpenroadmovie – Sicilian Standoff

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Krankenhaus Trapani

12.05.2013 06.40 Uhr

naudersEnzo saß am Krankenbett. Man konnte ihn wirklich kaum wiedererkennen. Sein Bart war ungepflegt und ziemlich lang, genauso wie seine Haare, die völlig ausgebleicht waren. Seine Haut war braungebrannt und faltiger, als man es in Erinnerung hatte. Er trug schmutzige, schwarze Militärkleidung, die an einigen Stellen durch gescheuert war. Seine Stiefel waren kaputt und waren mit Tape und Lederbändern umwickelt, damit die Sohle nicht abfiel. Eine kaputte Sonnenbrille steckte in der Brusttasche seiner Jacke. Seine Finger waren schmutzig und doch hielt er ihre Hand.

Blume lag im Bett und hielt ihr Baby in ihren Armen. Die Schwestern hielten es für besser, das Kind bei der Mutter zu lassen, da es Komplikationen bei der Geburt gegeben hatte. Dem Kind ging es gut, sehr gut sogar, nur Blume war, so befürchteten die Ärzte, von einer frühen Wochenbettdepression befallen. Sie wollten die Bindung von Mutter und Kind unterstützen, sie aber nicht ohne Aufsicht lassen. Deswegen wurde Enzo auch von einer Nonne misstrauisch beäugt.

Blume regte sich, während das Kind seelenruhig weiterschlief. Enzo rutschte mit dem Stuhl näher an das Bett und zischte ihr zu. ‚Blume! Ich bin hier!‘

Erschrocken riss sie beide Augen auf, erblickte den bärtigen Mann an ihrem Bett und entzog ihm ruckartig ihre Hand. Ihr Kind an sich drückend versuchte sie sich aufzusetzen.

‚Blume ich bins, Bambi! Ich bin zurück.‘ rief er etwas lauter und eilte an ihre Seite.

Sie fluchte auf italienisch, was er sehr sexy fand, obwohl er gemeint war. Die Schwester war aufgesprungen und eilte auf sie zu. Blume holte aus und verpasste ihm eine saftige Ohrfeige.

‚Dafür das du nicht da warst und dafür, dass sie mich für verrückt halten!‘

‚Ich war da, ich stand vor der Tür. Sie haben mich nicht reingelassen!‘

Die Schwester sprach auf italienisch mit ihnen und versuchte sie zu beschwichtigen. Blume drehte sich zu ihr um, benützte eine Hand zum Reden und zischte ihr auf italienisch zu, dass sie sie mal könne und das sie sich besser nicht in Familienangelegenheiten mischen sollte, das wäre nämlich ‚unsere Sache‘. Kreidebleich verließ die Nonne rückwärts das Zimmer.

Enzo musste sich setzen, seine Knie zitternden, genauso wie seine Hände.

‚Du siehst scheiße aus, Bambi!‘ zischte sie ihm zu, als sie sich wieder hinlegte. ‚Und Weihnachten ist längst vorbei und Ostern auch!‘

‚Tut mir leid, ich konnte nicht eher kommen!‘

‚Die Nonna hat die Sache mit den Münchnern und den Vinschgauern längst geklärt!‘

‚Farid war anderer Meinung.‘ meinte Enzo und zog ein Paar Schuhe aus einer Tasche. Sie sahen erschreckend sauber aus, im Gegensatz zu seinem ganzen Erscheinungsbild. ‚Er wollte die Schuhe nicht wieder hergeben. Giovanni musste erst kommen und ihm drohen.‘

‚Giovanni, dieser Stronzo hat der Nonna ein paar Schuhe geklaut und ist abgehauen!‘

‚Die Schuhe von der Nonna stehen ihm auch viel besser als Deine!‘ lächelte Enzo. Blume war erschöpft und schloss die Augen, lächelte aber leicht.

‚Ich bleib jetzt hier, ich geh nicht mehr fort.‘ flüsterte er und musste sich eine Träne aus dem Gesicht wischen.

‚Bambi, fang jetzt nicht an zu heulen!‘

‚Ich heul nicht, mir ist nur was ins Auge gefallen!‘

Sie klopfte mit der Hand auf die Matratze, sie war einfach zu schwach um zu reden.

‚Flirtest du etwa mit mir?‘ fragte er kleinlaut und setzte sich aufs Bett.

‚Hatte grad nichts anderes..!‘ Ihre Stimme brach, sie schluckte schwer, als ihr die Tränen durch die geschlossenen Augen rannen. Hastig nahm er ihre Hand und küsste sie.

‚Willst du deinen Sohn nicht in den Arm nehmen?‘ flüsterte sie krächzend.

‚Ich will ihn nicht schmutzig machen.‘

‚Stronzo!‘ zischte Blume.

gun‚Der Stronzo bin wenn dann ich!‘ kam es von der Tür. Der Auftragskiller stand in der Tür, mit einer Knarre in der Hand. Er schob einen Rollstuhl mit einer Frau herein, die auch ein Baby auf dem Arm trug. Es war Ellen, die Tochter vom Münchner.

Enzo war mit einem Satz über das Bett gesprungen und hatte zwei Waffen gezogen. Es wird nicht einfach sein, einen blonden Bengel großzuziehen, im Kreise der Familie!‘ schrie Enzo.

‚Chapeau!‘ meinte Ellen. ‚Dieser verrückte Araber hat einen Taliban aus dir gemacht, Enzo!‘

‚Ja, kleine Cousine! Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs. Wie geht’s der Familie?‘

‚War ein interessantes Weihnachtsfest!‘ meinte Ellen und zog ebenfalls eine Waffe, die sie unter dem Baby versteckt hatte.

Sie hörten das typische Geräusch einen Schrotflinte, die durch geladen wurde.

‚Der Münchner wird seinen Enkel allein großziehen müssen, wenn ihr die Waffen nicht weglegt.‘ hörten sie die krächzende Stimme von der Nonna.

Rutger zog eine zweite Waffe und zielte auf die Nonna, die gerade zur Tür reinkam, gefolgt von Giovanni. Die Nonna zielte auf Ellens Kopf und Giovanni kam mit einer zweiten Schrotflinte herein und zielte auf die Eier von Rutger.

‚Und Enzo, wie siehst du überhaupt aus?!‘

‚Mama!‘ meinte Enzo und blickte auf Ellen und Rutger.

‚Gut, wir beschließen einen Waffenstillstand und feiern stattdessen die Geburt zweier blonder Bengel für den Kreise der Familie.‘ meinte die Nonna und spuckte auf den Boden. Dann nahm sie die Waffe runter. ‚Enzo, geh dich waschen, du machst das Kind noch schmutzig.‘

Dann drehte sie sich einfach um und ging aus dem Zimmer.

Alle Anderen blickten sich verwundert an und nahmen tatsächlich die Waffen runter. Enzo streckte Ellen die Hand hin und sie gab sie ihm. Rutger nahm Giovanni in den Arm und flüsterte: ‚Nur so ein Tipp am Rande, wenn ein Auftragskiller deine Oma bedroht, dann ziele nie auf seine Eier.‘

‚Nur mal so am Rande, Killer. Ich hab auf die Handgranate gezielt.‘ meinte er cool, wand sich aus der Umarmung und bückte sich. Im Netz des Rollstuhles war eine Handgranate versteckt.

Ende… 

WüstenRoadMovie

WüstenRoadMovie

Irgendwo im Nirgendwo, Tunesien

08.05.2013

nauders

Farid und Enzo saßen in einem Zelt an einem Tisch und spielten ein Spiel, so schien es zumindest. Auf dem Tisch lagen Karten, Geldscheine, Waffen, Gläser mit einer goldener Flüssigkeit, eine Flasche Dattelwein und Skorpione in umgedrehten Gläsern. Enzo war kaum wieder zu erkennen. Die Zeit in der Wüste hatte nicht nur sein Gesicht gezeichnet. Er sah schon fast wie ein Einheimischer aus, bis auf die Haare.

‚Enzo, mein Freund, du siehst langsam so aus wie Lawrence von Arabien!‘ meinte Farid. ‚Bis auf deine Augen!‘

‚Ich bin längst nicht so nett wie Lawrence von Arabien!‘ meinte Enzo, strich sich übers ausgebleichte Haar und zog einen Dolch. Er nahm einen Becher hoch und spießte den Skorpion auf, der rasch über den Tisch lief.

Von draußen kamen Geräusche durch die Zeltwand.

‚Vaffanculo, Stupido…!‘ rief eine bekannte Stimme.

Sie konnten die Geräusche einer Schlägerei hören und schon kam Giovanni durch den Zelteingang gestolpert. Zwei bewaffnete Männer von Farid stürzten ihm hinterher. Farid hatte eine Waffe gezogen und zielte auf den Jungen. Enzo hielt ihm blitzschnell das Messer mit dem Skorpion ins Gesicht und nahm ihm mit der anderen Hand die Waffe ab und bedrohte damit die Wachen.

‚Sie haben einen Taliban aus dir gemacht, Onkel!‘ meinte Giovanni und rappelte sich auf.

‚Dummes Kind, mich so zu erschrecken! Ich bin ein alter Mann, ich hab noch drei Monate zu leben!‘ rief Farid und griff sich ans Herz.

‚Sagt, der Mann, der 3 Jahre jünger ist als ich, schon seit einem halben Jahr!‘ meinte Enzo und gab den Wachen mit einer Handbewegung zu verstehen, dass sie sich verpissen konnten. Vorsichtig entließ er den Skorpion in ein leeres Glas und drehte es blitzschnell um.

‚Ach schickt deine Großmutter die Bomben nicht mehr mit der Post?‘ meinte Farid und trank den Dattelwein gleich aus der Flasche.

‚Es ist die Zeit gekommen, dass ich dir ein Angebot unterbreite, dass du nicht ablehnen kannst.‘ meinte Giovanni und grinste dann dreckig.

‚Mit Einem, der beim Manne liegt, mache ich keine Geschäfte!‘ spie Farid ihm förmlich vor die Füße. 

‚Sagt mir ein Mann, der heimlich Frauenschuhe trägt!‘ konterte Giovanni und wedelte dabei mit einem Foto, auf dem Farid eindeutig in Frauenkleidung zu sehen war. ‚Ich habe deinen Frauen schöne Abzüge geschickt, Farid! Wenn ich du wäre, würde ich schnell heim fahren zu deinen lieben Frauen. In diesem Land kann man ja nie wiesen, wann die Post ankommt!‘

‚Du bist ein grausamer Bengel!‘ zischte Farid und blickte sich hastig im Zelt um. ‚Maschallah!‘

Enzo grinste bis über beide Ohren, doch Giovanni blickte sehr skeptisch drein. ‚Wir sollten uns lieber beeilen, ich hab nen Jeep geklaut und die Barkasse wird im Hafen nicht ewig warten!‘

Farid lief wie ein aufgeschrecktes Huhn durchs Zelt, packte seinen Seesack und wollte das Zelt verlassen.

‚Halt, Farid mein Freund!‘ flüsterte Enzo.

Farid hielt inne und blickte ihn schnippisch an: ‚Was ist nun noch?‘

‚Die Schuhe!‘

‚Nein, Sahib. Tut mir das nicht an. Das ist alles was ich noch habe!‘

‚Deswegen schickt dir die Nonna die hier!‘ meinte Giovanni und hob ein paar ausgelatschte, aber wunderschöne schwarze Damenschuhe.

‚Die passen viel besser zu deinem Kopftuch, Farid.‘ rief Enzo.

‚Darf ich dran riechen?‘ wimmerte Farid sehnsüchtig.

‚Gib uns die anderen Schuhe und dann kannst du machen was du willst damit.meinte Giovanni ziemlich angewidert.

Wenig später saßen Enzo und Giovanni im Jeep und Enzo hetzte den Wagen Richtung Küste und Giovanni hatte Blumes Schuhe auf seinem Schoss liegen und beäugte sie scheel.

‚Was is’n das für eine Barkasse?‘ fragte Enzo. 

‚Ach, der Schwager vom Pepe hat da so ein paar kleine Fischerboote.‘ rief Giovanni fast beiläufig.

‚Du bist schon ein Hund!‘ 

‚Die Nonna sagt immer, doppelt genäht hält besser. Der Schwager vom Pepe hat auch unsere Cruise Missile an Bord.‘

‚Was zur Hölle ist das für ein Boot, wenn da die Abschussvorrichtung von einer Cruise Missile drauf passt.‘

‚Es ist ja nur eine Kleine… eine kleine Yacht!‘

‚Sag mal, was meinte Farid mit: Einer, der beim Manne liegt?‘

‚Genau dass, was die Wörter bedeuten!‘ meinte Giovanni und spreizte den kleinen Finger von seiner Hand ab.

‚Aha, und was sagt da die Nonna dazu?‘ fragte Enzo und zog eine Augenbraue hoch. 

‚Sie ignoriert es gekonnt!‘

‚Ist Blume noch in der Casa di Nonna?‘

Giovanni blickte auf sein Handy und zählte dann etwas mit den Fingern ab. ‚Vielleicht sollten wir gleich nach Trapani…!‘

‚Was wollen wir in Trapani?‘

‚Es ist wahrscheinlich der falsche Zeitpunkt es dir zu sagen, aber es ist auch der Grund, warum ich so überstürzt gekommen bin.‘

Enzo machte eine Vollbremsung und blickte seinen Neffen entgeistert an.

‚Bis wir wieder auf Sizilien sind, wird Blume schon im Krankenhaus sein.‘

Enzo packte Giovanni am Kragen und rüttelte ihn, brachte aber keinen Ton heraus.

‚Mann, Onkel! Du hast sie angebumst und die Nonna hat ihre Tasche fürs Krankenhaus schon gepackt.‘

Enzo ließ ihn los, so dass Giovanni in den Sitz zurück fiel und zählte ebenfalls an den Finger etwas ab.

Giovanni war ausgestiegen, zog einen Flachmann aus der Hosentasche und kam an die Beifahrertür. ‚Da trink und rutsch rüber, ich fahr besser weiter!‘

Enzo sagte kein Wort, bis der den Flachmann vollends geleert hatte. Vor ihnen tauchte bereits die Küste auf, als er endlich wieder einen Ton heraus brachte. ‚Aber ihr geht’s sonst schon gut, oder?‘

‚Naja, wie man’s nimmt. Ihre Stimmung ist halt ganz schön scheiße und sie isst nicht genug, sagt die Nonna.‘

‚Und das Baby?‘

Er zog einen schwarzen Zettel aus der Hemdtasche und gab ihn Enzo. ‚Ganz der Papa würd ich mal sagen. Sie will ihn Bambi nennen.‘

Enzo sah auf den Zettel und erblickte ein Ultraschallbild und mit viel Fantasie erkannte man ein menschliches Wesen auf dem Bild.

‚Ich glaub ich muss kotzen!‘ stotterte Enzo.

‚Das Kind muss von dir sein, dass muss ich mir schon seit guten neun Monaten von Blume anhören!‘

Weiter geht es im Alpenroadmovie – Sicilian Standoff – Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

 

Manchmal kommt es anders…Der Killer wird zum Koch!

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt.

Der Killer wird zum Koch!

Grünwald bei München

24.12.2012, 20.00 Uhr

gunEin schwarzer Mercedes fährt eine lange Zufahrtsstraße hinauf zu einer riesigen Villa. An der Tür stand Ellen. Onkel Don stieg aus dem Wagen und lief ihr entgegen.

‚Ich grüße dich, schönes Kind!‘ meinte er und küsste sie auf die Stirn. Sie ging zur Tür herein.

‚Ich wünsche dir schöne Weihnachten, Onkel Don!‘ meinte Ellen und versuchte mit der Hand ihren Bauch zu verdecken.

‚Wo ist dein Vater?‘ fragte Onkel Don und blieb dann mit dem Blick auf ihrem Bauch hängen.

‚In der Bibliothek!‘ meinte Ellen und grinste.

‚Wer hat’n dich aufpumpt?‘ fragte Alfons, der einfach hereingekommen war. Er stellte zwei Koffer ab.

‚Alfons, solltest du nicht auf einem anderen Weihnachtsfest sein?‘ fragte Ellen.

‚Die Nonna hat gedroht mich zu erschießen!‘ stammelte Alfons.

‚Ich hab im Sommer deinen Sohn getroffen!‘ meinte Ellen.

‚Das habe ich gehört. Die Kugeln gingen knapp vorbei!‘

‚Schön zu hören!‘

Der Don stand immer noch mit offenen Mund da und blickte auf Ellen und stammelte: ‚Wer…?‘

Jemand, mit einer Kochschürze bekleidet, huschte über den Gang, meinte kurz: ‚Das war ich!‘

Und verschwand im Speisesaal, um gleich wieder aufzutauchen. ‚Das Essen ist gleich fertig!‘

‚Der Koch hat dich angebumst!‘ riefen Alfons und der Don gleichzeitig.

‚Der Koch ist tot!‘ grinste Ellen und machte Anstalten in die Küche zu flüchten.

‚Stronzo!‘ kam eine keuchende Stimme aus der Bibliothek.

Der Don lief in die Bibliothek und sah, einen Mann in einem Rollstuhl sitzen. Die Schiebetür zum Esszimmer war ganz offen und im Esszimmer stand eine ältere Dame auf einer Leiter und schmückte den Weihnachtsbaum.

‚Ah, guten Tag! Sie müssen Herr Don sein und ihr Chauffeur?‘ rief die Dame und stieg von der Leiter. Der Don eilte durch den Raum und griff nach ihrer Hand und half ihr, bis sie mit beiden Beinen wieder auf dem Boden stand.

‚Ernesto hat sich schon so gefreut, gell Ernesto!‘ meinte sie und ging zu dem Mann im Rollstuhl.

‚Stronzo!‘ rief er wieder. Der Don musste sich an der Leiter festhalten. Es hatte schon eine halbe Ewigkeit niemand mehr seinen Bruder Ernesto genannt.

‚Sehen Sie, wie er sich freut?‘ rief sie erregt und drehte den Rollstuhl in ihre Richtung. ‚Aber noch mehr freut er sich auf Silvester!‘

‚Kabumm!‘ rief er.

‚Seit dem Schlaganfall, hat er schon drei Wörter gelernt! Und wir können schon wieder alleine Essen, gell Ernesto?‘ rief sie und wischte ihm den Sabber vom Mund ab.

Der Münchner hatte stark abgenommen, aber er sah so zufrieden aus. Der Don fiel vor dem Rollstuhl auf die Knie und jammerte: ‚Mein Bruderherz, hätte ich gewusst…!‘

‚Schwuchtel!‘ rief Ernesto und tätschelte seinem Bruder auf dem Kopf herum.

‚Er freut sich Sie zu sehen, Herr Don!‘ rief sie und erschrak sich dann. ‚Ach, was bin ich denn für ein Schussel. Da plappere ich und plappere ich und hab mich gar nicht vorgestellt. Ich bin Ruth Hehnlein, Frau Dr. Ruth Hehnlein. Die Mutter vom Rutger!‘

‚Stronzo!‘ rief Ernesto.

‚Ja, mein Lieber und das Essen ist gleich fertig!‘ meinte die Frau Dr. und strich Ernesto über den Kopf.

‚I brauch an Schnaps!‘ meinte Alfons, zog seinen Flachmann aus der Tasche und ging kopfschüttelnd ins Esszimmer.

‚Wäre der ungehobelte Naturbursche gewillt, seine groben Bergstiefel gegen Hausschuhe einzutauschen! Sie ruinieren den guten Perser!‘ meinte sie spitz.

Alfons blieb vor dem Teppich stehen, drehte sich um und ging wieder in die Eingangshalle. Er leerte seinen Flachmann mit einem Zug und zog sich fluchend die Schuhe aus. Ruth stand neben ihm, als er sich wieder erhob. ‚So und jetzt tausche ich Hausschuhe gegen ihre beiden Knarren, Alfons!‘ meinte sie, grinste zuckersüß und fuhr fort. ‚Ich möchte nicht, dass sich Ernesto unnötig aufregen muss!‘

‚Wer sind Sie eigentlich?‘

‚Ich bin die höchst überqualifizierte Krankenpflegerin vom Münchner!‘ meinte sie bedrohlich, nahm einen blauen Gummihandschuh aus der Tasche und zog ihn an.

‚Is ja scho guad!‘

‚Sehen Sie, schon sind wir einer Meinung!‘

Sie drehte sich auf der Stelle um und ging Richtung Esszimmer, wo Ellen ihr über den Weg lief. ‚Ellen, Kind. Du sollst doch nicht so schwer heben.‘

‚Ja Mama!‘ rief Ellen, trug aber dennoch den Weihnachtsbraten ins Esszimmer. 

Fortsetzung folgt im WüstenRoadMovie

 

AlpenRoadMovie21 – Unsere Sache

AlpenRoadMovie21 – Unsere Sache

Marsala, Sizilien.
24.12.2012, 18.00 Uhr

naudersBlume stand auf der Terrasse und blickte aufs Meer. Das machte sie, seit dem sie im Sommer angekommen war. Man konnte die Uhr nach ihr stellen. Jeden Abend stand sie da. Sie schaute nicht wirklich der Sonne beim Untergehen zu, nein sie blickte übers Meer in Richtung Bizerte.

Langsam konnte man ihren Bauch sehen. Sie war schwanger. Die Nonna hatte dies relativ gut aufgenommen, dass heißt sie schimpft noch mehr über den räudigen Ziegenbock Farid und schickt immer wieder Briefbomben an verschiedene Adresse in München, in der Nähe von Nauderns oder nach Bizerte. Die Cruise Missile hatte sie abgeben müssen, da war der Polizeichef sehr deutlich gewesen.

Die Polizei war schon lange nicht mehr da gewesen. Sie haben die Anklage gegen Enzo mittlerweile fallengelassen, seit dem Brand neulich. Seltsame Sachen passieren zuweilen. Dinge verschwinden, tauchen woanders wieder auf. Sachen explodieren. Autos zum Beispiel. Der Nonna konnte man nie etwas nachweisen. Natürlich nicht. Würde sich auch nie einer erlauben. Giovanni ist letzte Woche fortgeschickt worden und er ist noch nicht wieder da. Die Nonna war außer sich.

Es klingelte an der Tür. Wenig später kam jemand auf die Terrasse geschritten.

‚Schöne Weihnachten wünsch ich dir, mein Kind!‘ meinte eine ältere Dame, die nun über die Terrasse schwebte.

Blume drehte sich um und blickte ihre Mutter entsetzt an.

‚Wir haben dein Auto mitgebracht und ein Paar von deinen Sachen, ich habe es nicht übers Herz gebracht alles zu verkaufen.‘

Giovanni stand in der Terrassentür und grinste. Die Nonna konnte man von drinnen lautstark telefonieren hören. Als sie auflegte, konnte man das im ganzen Haus hören. ‚Mein Gott spuckt auf den Seinen! Dieser räudige Hund einer läufigen Ziege. Ich sprenge ihm sein verdammtes Camp in die Luft!‘

‚Die Nonna redet nur deutsch, wenn sie sichergehen möchte, dass ich auch jedes Wort verstehe.‘ meinte Blume und ging nach drinnen.

Heute war ein guter Tag. An guten Tagen machte Die Nonna ihr Hoffnung, Enzo würde schon bald kommen. An schlechten Tagen schaffte es nicht mal Giovanni sie aufzumuntern.

‚Krieg ich eigentlich mal erklärt was eigentlich los ist?‘ fragte ihre Mutter, während sie ihrer Tochter hinterher lief.

Giovanni setzte an zu reden: ‚Frau Müller…!‘ und wurde aber gleich wieder von Frau Müller unterbrochen: ‚Und erzähl mir nicht wieder, es wäre ‚eure Sache‘, mit dem Cosa Nostra-Mist brauchst du mir nicht mehr kommen.‘

‚Ja, aber wenn er es Ihnen erzählt, dann muss ich ihn erschießen!‘ meinte die Nonna und winkte sie ins Esszimmer. Ziemlich mürrisch gingen ihr alle hinterher. 

‚Los jetzt essen wir erst Mal was, dann lässt es sich besser erzählen.‘ meinte die Nonna und blickte Giovanni an, rümpfte die Nase und meinte: ‚Und du, wasch dich erst mal!‘

Im Esszimmer angekommen, saßen schon 5 Kinder am Tisch und Giovannis Mutter tischte auf. ‚Wie will er denn je eine Frau finden, wenn er immer herum läuft wie ein Landstreicher!‘

‚Nonna, ich bin schwul!‘ meinte Giovanni, als er das Esszimmer betrat.

Blume erhob das Glas und meinte: ‚Ich wünsch euch auch allen ein schönes Weihnachtsfest!‘ Die Ironie in ihrer Stimme fegte über alle hinweg.

‚Das sagt er nur immer, um mich zu ärgern.‘ meinte die Nonna und hob ihr Glas.

‚Kind, ist das Wein, den darfst du nicht trinken, wenn du schwanger bist!‘ meinte Frau Müller.

‚Mutter! Den Wein kriegen hier sogar die Kinder und ehrlich mal, möchte ich nicht wissen, was du alles genommen hast, als du mich in Goa empfangen hast.‘

‚Außerdem erlaube ich ihr nur einen Schluck!‘ meinte die Nonna streng.

‚Und warum bist du überhaupt schwanger?‘ fragte Frau Müller ziemlich schnippisch. 

‚Mutter bitte!‘ zischte ihr Blume zu und trank. 

‚Mein Sohn Enzo hat diese wunderschöne Blume bestäubt!‘ grinste die Nonna und schenkte sich nochmal nach.

‚Und wo ist dieser Enzo?‘

‚In Bizerte!‘ rief Giovanni.

‚In Ägypten! Und was macht er da? Skifahren?‘ kreischte Frau Müller dem Wahnsinn anheim zu fallend. 

‚Auf seine Auslieferung warten!‘ meinte Blume ernst.

‚Bitte was?‘ rief Frau Müller erstickt und goß sich das volle Glas Rotwein hinter die Binde. 

‚Das Essen wird kalt!‘ schluchzte die Mutter von Giovanni leise. Sie war fast den Tränen nahe.

‚Ja esst erst mal!‘ meinte die Nonna ernst.

Fortsetzung folgt in Manchmal kommt es anders… Der Killer wird zum Koch!

 

Manchmal kommt es anders… Killer 17

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!
Killer 17

Sonntag, 19.08.12, 18.05 Uhr

Krankenhaus Trapani, Sizilien

gunEllen war eingeschlafen und lag mit dem Kopf auf dem Krankenbett. Rutger war schon eine Weile wach und blickte sie einfach nur an. Er versuchte sich unter Schmerzen zu bewegen und konnte mit den Fingerspitzen an ihr Haar gelangen. Behutsam strich er mit zwei Fingern über eine ihrer Haarsträhnen.
Sie machte merkwürdige Geräusche im Schlaf, bevor sie erwachte. Mit einer hastigen Bewegung wischte sie sich Spucke aus dem Mundwinkel und blickte ihn mit verquollenen Augen an.
‚Guten Morgen, Schöne Frau!‘ flüsterte er.
‚Rutger?‘ stammelte sie.
‚Ich kann ja hier nicht weg!‘ meinte er und zog behutsam an dem Schlauch seines Tropfes.
‚Ja und du musst noch ein paar Wochen hier bleiben!‘
‚Es sei denn…!‘
‚Was…?‘
‚Gibt mir mal dein Handy!‘
‚Ja, aber!‘ meinte sie und drückte ihm das Handy in die Hand.
‚Kann ich ein Auslandsgespräch führen?‘ fragte Rutger, wartete ein Nicken ihrerseits ab und grinste sie geheimnistuerisch an. Während er eine ellenlange Nummer eintippte, versuchte er sich unter Schmerzen aufzurichten.
‚Ja god dag, kan du forbinde mig med Dr. Hehnlein?‘
Ellen blickte ihn verwundert an.
‚Ja, ich bins!‘
Man konnte eine hohe kreischende Stimme hören. Er hielt sich das Handy ein Stück vom Ohr weg und meinte nach einer Weile: ‚Ja, Mama!‘

Es geht weiter im AlpenRoadMovie21 – Unsere Sache! Es wird sich lohnen!

AlpenRoadMovie20

AlpenRoadMovie20

Sonntag, 19.08.12, 14.10 Uhr

Auf dem Weg von Trapani nach Marsala, Sizilien

naudersIm Wagen war eine bedrückende Stimmung, seitdem Die Nonna zugestiegen war.

Sie war doch einfach am Wegesrand gestanden, mit einem aufgespannten schwarzen Regenschirm in der Hand. Und dabei war es heute ein wunderschöner Sommertag und keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen. Außerdem hatte sie eine enorme Sonnenbrille auf, die sie sich erst im Auto etwas über die Nase nach vorne schob, um Giovanni und Blume gründlich zu mustern.

‚Junge, wie siehst du überhaupt aus?‘ fragte Die Nonna.

‚Nonna, ich bin angeschossen worden und zwar von der eigenen Familie!‘ jammerte Giovanni.

‚Hätte dich jemand versucht zu erschießen, der tatsächlich zu der Familie gehören würde, dann wärst du jetzt tot, junger Mann!‘ meinte Die Nonna unwirsch.

‚Ellen gehört ja wohl mehr zur Familie, als so manch Anderer!‘ flüsterte Giovanni schnippisch.

‚Das hab ich gehört, junger Mann. Gib mir die Luger wieder!‘ flüsterte Die Nonna ihrem Enkel ins Ohr, aber genauso laut, wie Giovanni noch einem Moment zuvor. Doch da Blume direkt daneben saß, konnte sie jedes Wort hören. 

‚Oh, die ist in meiner Handtasche im Kofferraum.‘ flüsterte Blume schüchtern.

‚Und wie schießt sie sich, Signorina Fiore?‘

‚Für mein erstes Mal, ziemlich gut!‘

‚Sie hat den Killer erschossen und Ellen knapp verfehlt.‘ plapperte Giovanni.

Es war kaum zu glauben, aber Die Nonna lächelte zum ersten Mal an diesem Tag. 

Es geht weiter in Manchmal kommt es anders…Killer 17! Es lohnt sich!

Manchmal kommt es anders…Killer 16

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Killer 16

Sonntag, 19.08.12, 14.05 Uhr

Krankenhaus Trapani, Sizilien

gunEllen saß auf einen Stuhl neben einem Krankenbett und döste. Rutger lag regungslos im Bett. Er hing an einem Tropf und war ziemlich blass im Gesicht.

Es klopfte an der Tür und jemand trat ein: ‚Signorina Ellen?‘

Sie schreckte hoch. Es war einer der Handlanger ihres Vaters, der auf sie zulief und unterwürfig zu faseln begann: ‚Hier sind die Wagenschlüssel, Ihre Tasche und Vera liegt im Kofferraum, sie ist wie neu! Sie sollen so schnell wie es irgend möglich nachhause kommen, ihr Vater…!‘

Sie hob die Hand und unterbrach ihn unwirsch: ‚Ich komme dann, wenn ich hier nicht mehr gebraucht werde!‘

‚Aber die Geschäfte?!‘

‚Die Geschäfte werden ein paar Tage auf mich warten müssen.‘ zischte sie ihm zu und ihr Gesichtsausdruck ließ keine Widerrede zu.

‚Sollen wir jemanden hier lassen, der Sie mit dem Wagen zurückbringt, wenn Sie…!‘

‚Nein, nein. Ich kann den Wagen selbst zurückfahren. Sie können alle zurück nach München fahren und kümmern Sie sich um meinen Vater, bis ich wieder da bin, ja!‘

‚Aber natürlich! Kann ich sonst noch was tun?‘

‚Nein, nein. Ich werd der Eisernen eine Glückwunschkarte schicken und ihr zu ihrem Sieg gratulieren.‘

‚Die Eiserne war hier in der Stadt und ist dann mit einem weißen Fiat mit französischen Kennzeichen Richtung Marsala gefahren. Am Steuer saß diese Frau Müller und Giovanni daneben.‘

‚Lebt er noch, ich glaube ich hab ihn getroffen!‘

‚Er sah nicht gut aus, aber er wird es überleben. Diese Frau Müller ist eine Krankenschwester und die Eiserne wäre längst hier, wenn es was Ernstes wäre.‘

Ellen seufzte schwer.

‚Ich geh dann mal!‘ meinte der Handlanger und lief rückwärts aus dem Krankenzimmer.

‚Ja ja. Gute Fahrt!‘ sagte sie abwesend.

Weiter geht es im AlpenRoadMovie20! Es lohnt sich!

AlpenRoadMovie19

AlpenRoadMovie19

Sonntag, 19.08.12 08.55 Uhr

Auf der Fähre vor Cagliari, Sardinien nach Trapani, Sizilien

naudersBlume saß mit Giovanni auf der umgeklappten Rückbank und sie verarztete ihn hastig. Er biss die Zähne zusammen.

‚Okay, das dürfte erstmal halten. Ich geb dir ein sauberes Shirt und Enzo hat seine Kappe da gelassen. Ich zieh mir was anderes an und wir lassen alles im Kofferraum verschwinden.‘ plapperte sie hastig.

‚Ich fasse es nicht, dass meine Großcousine versucht hat mich abzuknallen!‘meinte Giovanni.

Blume kramte in ihrer Tasche herum und zog ein pinkes Shirt hervor.‚Oh, das sieht ein bisschen schwul aus…!‘ meinte sie und warf ihm das Shirt hin.‚Die Frau auf dem Boot hab ich nur fast erwischt, aber dafür den Typen dafür zweimal.‘

‚Hey, Blume. Du bist ganz schön cool!‘ rief Giovanni.

‚Ach, wirklich. Dann schein ich eine gute Schauspielerin zu sein. Ich hätte mir vorhin beinahe in die Hose gemacht.‘ grinste sie ihn an und half ihm ins Shirt.

Dann putzte sie ihm das Blut aus dem Gesicht, setzte ihm die Kappe auf den Kopf und begann wieder zu plappern: ‚Schaffst du es allein auf den Vordersitz. Du musst viel trinken. Ich such dir noch was gegen die Schmerzen. Zum Glück ist deine Großcousine eine lausige Schützin!‘

‚Ja, ich schaffe das schon. Danke!‘ meinte Giovanni und kroch langsam aus dem Wagen und setzte sich stöhnend auf den Beifahrersitz.

‚Der Münchner wird nicht gerade beigeistert sein über die Entwicklung.‘ kicherte Giovanni.

Blume drückte ihm ein paar Tabletten in die Hand und meinte: ‚Zwei jetzt gleich mit viel Wasser!‘

Hastig kramte sie nach ihrer Tasche, zog sich rasch um und schob alle Sachen in den Kofferraum. Dann stieg sie aus und klappte die Rücksitzbank wieder zurück und schloss den doppelten Boden. Als sie sich auf den Fahrersitz setzte, war Giovanni bereits eingenickt. Sie nahm ihm die Wasserflasche aus der Hand und legte eine Jacke über seinen Oberkörper.

Zitternd klammerte sie sich ans Lenkrad und starrte gefühlte Stunden auf die Klappe der Fähre. Sie wollte einfach nur hier raus, sie wusste zwar nicht wohin, aber hier bleiben wollte sie auch nicht. Giovanni schlief neben ihr am Beifahrersitz. Irgendwann legte sie für einen Moment ihren Kopf aufs Lenkrad und im nächsten Augenblick war sie bereits eingeschlafen.

Das Nebelhorn der Fähre erschallte und schreckte sie beide aus dem komatösen Schlaf. Giovanni blickte sie ziemlich verstört an und dann konnte sie sehen, wie ihn der Schmerz langsam übermannte. Er krümmte sich und sie versuchte ihn zu beruhigen. Ein Rucken ging durch das ganze Schiff und wenig später ging endlich die Klappe der Fähre auf. Und nach einer Weile fuhren sie aus dem Bauch der Fähre und versuchten sich so schnell wie möglich vom Hafen wegzukommen, als sie am Straßenrand eine ältere schwarz gekleidete Dame entdeckten, die am helllichten Tag und bei Sonnenschein einen geöffneten Regenschirm in der Hand trug.

Aus Giovannis Mund kamen nur zwei Worte: ‚Die Nonna!‘ 

Es geht weiter in Manchmal kommt es anders…Killer 16! Es lohnt sich!

%d Bloggern gefällt das: