Ich glaub ich steh’ aufm Schlauch!

1024px-Pressure_WashIch glaub ich steh’ aufm Schlauch!

Mein Tag braucht 36 Stunden und ich bräuchte minimum 3 Klone von mir, um im Moment meinen Arbeitsablauf zu schaffen, damit ich mich nebenbei um meine Kunst kümmern kann, um noch genug Zeit zum Recherchieren zu haben und oben drein vielleicht noch ein bisschen Privatleben und dabei vielleicht sogar ein bisschen Spaß. Hm!

Leider hat mein Tag nur 24 Stunden und ich schlafe tatsächlich zwischen 6 und 8 Stunden und 8 Stunden nur an guten Tagen und ich kann mich nicht erinnern, wann ich in letzter Zeit mal einen guten Tag gehabt hatte.

Es war mal wieder so ein Morgen, an einem freien Tag, wo ich eigentlich hätte ausschlafen können und aber trotzdem um 8 Uhr wach war und obwohl ich eigentlich hätte können, wie soll es auch anders sein, nicht mehr einschlafen konnte. Aufstehen ging irgendwie auch nicht, dazu war ich zu fertig. Es ist wie ein Dornröschenschlaf bei vollem, wenn auch wankelmütigen Bewusstsein, aber körperlich völlig gelähmt.

Da passiert es in letzter Zeit auch immer öfter, dass ich mit der Hand in der Chipstüte einschlafe, ungegessener Weise, wohlgemerkt! Nur neulich ist mir das mit Schokoladenrosinen passiert, das ist mal ekelhaft.

Ich kontrolliere meine Finger und muss irgendwann doch aufstehen, weil ich doch zum Aufbau nach Kaltenberg musste. Also ab unter die Dusche und rein in die Klamotten und nur nicht vergessen, wir hatten ja mal wieder einen strammen Zeitplan und am Abend noch eine Feuershow.

Ich also vollbepackt mit allen Sachen, mehr Taschen als ich eigentlich Hände habe, die Treppen runter. Ihr wisst ja lieber in der Gefahr laufen, dass alles runter fällt, als zweimal zu gehen zu müssen. Da wäre ein Klon mit 4 bis 6 Armen schon irgendwie geil gewesen, aber nein eine Octobine gibt es leider noch nicht.

Der Hinterhof ist erschreckend sauber und leicht feucht, als ich ihn mit, wie sollte es auch anders sein, offenen Schuhbanteln betrat.

Ich husche grazil wie ein junges Reh um die Häuserecke und genau so erstarrt muss ich gewesen sein, als mich die blanke Brust meines, doch so geilen, Nachbarn anblitzte. RRR.

Und er hatte nur eine Egelbert-Strauss Arbeitshose an und eine Kurze obendrein. Doppel-RRR. Eine richtig Kurze!!

Und dann sprach er zu mir: ‘Hey, Derndl! Soll i deinen a no abspritzn?’

Meine Gedanken muss ich an dieser Stellung leider zensieren, weil ich wahrscheinlich einem 80jährigen Bordellbesitzer noch die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Und als ich mit meinen schmutzigen Gedanken fertig war und mein Kopfkino gerade in etwas echt pornöses überging, hörte ich ein zischendes Geräusch und begriff aber erst, dass er einen Schlauch in der Hand hielt, dessen Ende in einem Kärcher Hochdruckreiniger verschwand, als er einen Schwall seines Krächer-Gerätes über den Wagen meiner Nachbarin entlud.

Dann fragte er nochmal auf Hochdeutsch: ‘Soll ich dein Auto auch abspritzen!?!’

Ich antwortete immer noch gedanklich in meinem persönlichen Nachbarschaftsporno verstrickt: ‘Mei Auto kerat scho putzt, aber i muss jetzt glei auf Koitaberg!’ (Ja, auch ich bin der bayowarischen Mundart mächtig, auch wenn ich abundzu ein wenig Bedenkzeit beim Verstehen benötige!)

‘Joh, Koitaberg, ist des a scho wieda. Bled, i muss den Kärcher in a Stund wieda zruckbringa!’

‘Ja, i bin froh, wenn i mit meim Zelt, trockenen Fußes in mein Auto gelangen könnte!’ antworte ich, zum Ende hin wieder im gewohnten Hochdeutsch. Das war der Punkt, wo sich mein Gehirn wohl wieder angeschalten haben muss.

Am Ende half er mir auch noch halbnackt wie er war meine Zeltstangen und das ganze Aufbaugedöhns in mein Auto zu tragen, nicht dass die Zeltheringe noch rosten.

Im Auto wurde mir die sexuellen Brisanz seiner Anmache erst so richtig bewusst und ich Depp hatte keine Zeit meinen doch so geilen Nachbarn auf nicht mal seinem Kärcher Hochdruckreinger zu nageln. Vorallem, da hätten die anderen Nachbarn echt was zu schauen und zu tratschen gehabt. Verdammt!

Und ich gräme mich seit einer Woche damit, dass ich die Anmache meines doch so geilen Nachbarn nicht geschnallt habe. Aber so ist sie die Bine, eine große Klappe und wenn dann mal ein großer, halbnackter, muskulöser Kerl vor mir steht, krieg ich die Klappe nicht auf und ich spiele an meinen imaginären blonden Zöpfen.

Aber das wird sich wohl nie ändern: ‘Ich habe eine Melone getragen!’ In diesem Sinne, vielleicht gibt es ja noch ein Happy End.

Das Bayowarische Brüllhuhn

Das Bayowarische Brüllhuhn

Guten Abend liebe Leser, wir nehmen uns heute wieder ein bisschen Zeit für die Wunderwelt der Tiere.

Heute ist wieder Tierzeit und ich berichte von meiner Expedition in den tiefen Süden Deutschlands. Also begleiten Sie mich und erfahren Sie mehr über das fast vom Aussterben bedrohte Bayowarische Brüllhuhn.

Mein Name ist Dr. Willfried Bürgel und mein wunderbarer Beruf als Ornithologe (Vögelforscher) verdanke ich meiner Vorliebe, die mich schon als kleiner Junge in die Wälder meiner Heimat trieb, wo ich dann mit dem Feldstecher meines Großvaters bewaffnet, die heimischen Vögel bei ihrem Brunft- und Balzverhalten beobachtete.

Heute nun, bin ich ein Wenig älter, habe aber doch meine Vorliebe zum Beruf gemacht. Also lassen Sie sich von mir nach Süddeutschland entführen, wo ich ihnen das interessante Leben des Bayowarischen Brüllhuhnes näher bringen möchte.

Das Bayowarische Brüllhuhn (Gallus clamat bavarie) tritt oft auf Festivitäten in der Nähe von Bierzelten oder im Umkreis von historischen Bierschänken auf. Meist mit dem Schnabel einem Krug mit Hopfenkaltschale getaucht, vernimmt man dann den Brumpftlaut, der meist weiblichen Brüllhühner, wenn sie kurz den Hals strecken, um zu schlucken. Dann muss man sich schon zu Weilen die Lauscher zu halten, das kann dann schon mal ohrenbetäubend werden. Wenn ich das mal vorführen darf: ‚Brüüüüöööööhllll!‘

Wenn man diese Brüllhuhner dann in ihrer natürlichen Umgebung beobachten will, muss man eigentlich nur auf einer Festivität in landestypische Tracht gekleidet im stillen Gedenken verharren und auf die typischen Laute warten, die dann auch gleich über den ganzen Platz schallen.

Ich bin einer der ersten Ornithologen, der die Brüllhühner bei ihrem Balztanz beobachten durfte und ich habe sogar den ein oder anderen Brüllhahn beobachten dürfen, wie er sich an ein Weibchen heranpirscht.

Diese kleinen possierlichen Tierchen sind nahezu vom Aussterben bedroht und sind nur noch in Bayern zu finden. Durch die immer größere Verbreitung von 24-Stunden-Tankstellen, werden die Bayowarischen Brüllhühner immer mehr ins Voralpengebiet zurück gedrängt. Das grelle Licht verschreckt diese scheuen Gesellen, so dass sie sich nur noch zum Oktoberfest in die Große Stadt trauen, wo man sie dann früh Morgens noch aufgeregt Bröllen hören kann, wenn sie die Norgerl aus den Masskrügen zuzeln.

Ich hoffe diese kleine Exkursion hat ihnen Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal. Wir sehen uns wieder, wenn im Frühjahr die kleinen Brüllkücken schlüpfen.

Vielen Dank und auf Wiedersehen und sein sie immer gut zu Vögeln.

Ihr Dr. Willfried Bürgel

Des Ohrenkneifer längste Reise

Des Ohrenkneifer längste Reise.

Es torkelte ein Unkeler Ohrenkneifer aus einem Schaffell und ihm war sehr schwindelig nach seiner langen, flauschigen Reise. Er war aus seiner Heimat eher unfreiwilliger Weise verschleppt worden und fand sich im tiefsten Bayern auf einem Häusler Hof wieder. Völlig allein muss er sich in dieser für ihn seltsamen Welt zurecht finden.

‚Kölle Allaf!‘ sprach der Ohrenkneifer, als er endlich einen Artgenossen fand, der auf einem Holzweg stand. ‚Tafeälll besetzeön!‘

‚Ja, was bist’n du für a g’spinnerter Vogl?‘ meinte der bayowarische Ohrenwutzler.

‚Ich bins, der Rutgeär, Schätzeöllllein!‘ schallmeite der Ohrenkneifer, ein seiner Scheren merkwürdig abspreitzend und beäugte das Hinterteil des bayowarischen Ohrenwutzler mit einem leicht glasigen Blick.

‚I bins da Wutzler Karle! Sog a moi, host du grod mein Arsch beaugäpfelt?‘

‚Da simmer dabei! Dat is prima! Viva Colonia!‘

‚Dir hams ja wohl auch ins Hirn g’schiss’n!?‘

‚Wir lieben das Leben, die Liebe und die Lust!‘

‚Ja, und wir glaum an den Herrn, der über uns wohnt und ham a g’scheit Bier, Prost!‘

‚Una paloma blanca…!‘

‚Ja, genau. Sag a mal, host du da Schminke im G’sicht?!‘

‚Kamelle gibt’s das ganze Jahr!‘

‚Ja, Prost, Neujahr!‘

‚Von der Mitte, zur Titte, zum Sack, Zack – Zack!‘

‚Sag a mal, host du mir grad aufm Arsch droschen‘

‚Wie sagt man bei euch, das war ein Liebesdaatscherrl, Schätzeölllein!

‚Liebesdatscherl, Liebesdatscherl, i geb da glei a Liebesdascherl, da foit glei da Watschnbaum um, wenn du net deine Finger bei dir b’hoitst!‘

‚Jetzt haben Sie sich nicht so, schönes Frölllein!‘ meint der Ohrenkneifer und zückt ein Buch ‚Die schönsten Apre Ski Hits – Lyriks!‘

‚I zeig dir glei a schen’s Weiberleit. Du bist du auf da Brennsuppn daher g’schwommen, Depp, damischer?‘

‚Mai Hosenträöga ist ma abgerissen!‘ salbadert der Ohrenkneifer, aus dem Buch zitierender Weise.

Der bayowarische Ohrenwutzler haut dem Ohrenkneifer das Buch aus der Hand und plärrt ihn an: ‚Jetzt ham ma’s aber wirklich g’nau beianander, ich verpass dir glei a Ladehämmung, du Hinterlader!‘

Eine Horde bayowarische Brüllhühner kreuzen ihren Weg. ‚Brüüüüöööööhllll!‘

Der Ohrenkneifer macht sich in die Büsche auf und davon und der bayowarische Ohrenwutzler steht, wie ein Fels in der Brandung, auf dem Weg und harrt der Dinge und lässt sie an sich vorüberziehen. ‚Lauter G’spinnerte, heit ‚z Dog! Ich geh a Bier dringa! Habe’d Ehre!‘

Fortsetzung folgt ‚Das bayowarische Brüllhuhn‘ und Nix fuar unguat!

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