Drei und eine Axt – Teil 45

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 45

reiter_neuNoch vor dem Morgengrauen wurde Halef vor Kälte wach. Er bereute es nun kein Feuer gemacht zu haben, aber ihm war es lieber halb erfroren nicht gefunden zu werden, als am warmen Feuer überfallen und umgebracht zu werden. Der Hund schlief und er ärgerte sich darüber, dass sie so nachlässig gewesen waren, der Köter und er. Aber das Lächeln auf dem Gesicht seiner schlafenden Lamina versöhnte seinen Groll für einen Moment. Er hatte nicht zu hoffen gewagt, dass es so bald dazu gekommen wäre. Allein der Gedanke daran, erregte ihn erneut. Die Kälte des Morgen war gleich wieder vergessen, aber ein schlechtes Gewissen hatte er trotzdem, er hoffte dass er gestern Nacht nicht zu weit gegangen war.

Sie erwachte, weil sie sich beobachtet vorkam. Lächelnd blickte sie ihn an und ihr Gesicht strahlte, also schien sie überglücklich zu sein. Schlaftrunken klammerte sie sich an seinen Oberkörper und lies ihren Körper auf seinen Schoss sinken. Mit zitternden Fingern strich er ihr die Haare aus dem Gesicht und flüsterte: ‚Guten Morgen, schöne Frau, alles in Ordnung!‘

‚Mir ist kalt!‘ gähnte sie ihn an.

Das hatte er nicht gemeint, aber er nahm sie in den Arm und rieb über ihren Rücken. Er beschloss nicht weiter zu fragen und meinte dann nur: ‚Mir auch!‘

Sie ritten bald los und kamen noch bevor die Sonne über den großen Berg linste an ihrem Ziel an. Doch sie fanden nur Rauch und Asche an dem Ort, wo einst die alte Schmiede stand. Das einzige feste Haus in der ganzen Gegend war nun dem Erdboden gleich gemacht worden. Die Banditen waren sehr gründlich gewesen. Die Tiere waren auf der Ebene versprengt. Die Schweine, Hühner und Ziegen jagten sich verwirrt umher und 3 Kühe standen vor dem verbrannten Stall und plärrten, weil sie keiner gemolken hatte. Einige Pferde grasten im hohen Gras neben dem Fluss.

Der Hund fing übermütig an die Tiere zusammen zu treiben. Weit und breit war niemand zu sehen. Nur die verstreuten Kleintiere stoben durchs Unterholz. Lamina fing die Hühner ein und fand einige Eier im Gestrüpp. Halef fand ein paar kaputte Fässer, die sie zum Transport der Kleintiere nutzen konnten. Lamina molk die Tiere und summte dabei, um ihre Angst etwas zu vertreiben, während Halef die verbrannten Leichen begrub. Sie war heilfroh, wenn sie hier so schnell wie möglich wieder verschwinden würden. Es war ganz schön unheimlich hier. Die Tiere waren ziemlich unruhig, war ja auch kein Wunder.

Sie schreckte hoch, als sie etwas hörte, dann sprang sie jemand von oben aus an und warf sie zu Boden. Ihr entwich ein kurzer Schrei, der unlängst von einem Hieb unterbrochen wurde. Ihr schwanden fast die Sinne. Der Angreifer redete mit ihr: ‚Süßes Täubchen, hab ich dich erschreckt. Ja, dass tut mir leid. Hättest mal lieber auf dem Felsen nachschauen sollen, als so wunderschön zu summen.‘

Seine Stimme war für einen Mann ziemlich hell, er redete schleppend und kicherte nach jedem Satz. Er schien verrückt zu sein und er stank aus dem Mund. Sie musste den Brechreiz unterdrücken, als er ihr über die Wange leckte. Aus Leibeskräften versuchte sie sich zu wehren, doch ihre Mühe war vergebens, er war ihr körperlich völlig überlegen. Er packte sie grob am Hals und hielt sie auf den Boden gedrückt, durch das Gewicht seines Körpers bewegungslos auf den Boden gepinnt. ‚Ich hab euch gehört, von meinem Versteck aus. Da oben!‘ Er wies auf den Felsen über ihnen. ‚Dieses Summen, Täubchen! Süßes Täubchen! Seid ihr beide Schuld, dass meine Männer nicht zurückkommen? Habt ihr das Mädchen gefunden? Süßes Kind!‘

‚Du Bastard.‘ spie sie ihm förmlich ins Gesicht.

Er schlug ihr wieder ins Gesicht, so dass ihre Lippe aufplatzte. Mit einem widerlichen Stöhnen leckte er das Blut von ihren Lippen, bis sie würgen musste.

‚Wenn ich das süße Kind nicht wieder haben kann, dann werd ich wohl dich nehmen müssen. Auch wenn du mich nicht zu mögen scheinst, dass werd ich dir schon noch beibringen.‘ Er riss ihr die Tunika auf und biss ihr in die Brust. Dann blickte er auf, sie spuckte ihm ins Auge, dafür schlug er ihr erneut hart ins Gesicht. Ihr schwanden wieder die Sinne. Der Angreifer nestelte an seiner Hose herum und lies sie einen Moment los, diese Gelegenheit nutzte sie und versuchte unter ihm heraus zu kriechen. Dabei trat sie ihn ins Gemächt. Das heizte ihn erschreckender Weise noch mehr an, er hechtete ihr hinterher, packte sie und zog sie zu sich her. Er riss ihr die Tunika vollends vom Leib, warf sie zu Boden und stütze seinen Unterarm auf ihrer Brust ab, während er ihre Hose aufriss und wieder an seiner herum nestelte. Ihr blieb die Luft weg, sie konnte kaum noch schreien, aber dass musste sie auch nicht mehr, sie sah einen Schatten hinter dem Banditen und eine Klinge blitzte im Sonnenlicht auf. Als der Bandit die Klinge an seiner Kehle spürte, war es bereits zu spät sich zur Wehr zu setzen. Halef hatte dem Angreifer in der Hast, ihn von Lamina fortzuziehen, die Kehle durchstochen. Sie blickte beide völlig entsetzt an. Er zog das Messer aus dem offenen Hals des Angreifers und blickte ihn hasserfüllt an.

Der Ausdruck in seinem Gesicht machte ihr noch mehr Angst, als dass das gescheiterte Vorhaben des Banditen es je hätte tun können. Wie von einem Blitz getroffen lies er erst den leblosen Körper des Mannes los und dann das blutverschmierte Messer fallen, dass zitternd im Boden stecken blieb. In dem Moment blickte sie auf ihren Körper herab und sah das Blut, dass ihr auf den nackten Oberkörper gespritzt war. Sie raffte die zerrissene Tunika vor ihrer Brust zusammen und versuchte sich das Blut vom Körper zu reiben, dabei verschmierteverschmierte sie das Blut nur noch mehr. Er wollte ihr zur Hilfe eilen, erblickte dann aber seine blutverschmierten Hände.

Nach einem langen Zögern, stürzte er zu ihr und versuchte sie in den Arm zu nehmen.

Sie schluchzte: ‚Er hat mich von da oben beobachtet!‘

Er nahm sie mit versteinerter Miene lieblos in den Arm.

‚Du machst mir Angst, Halef.‘

Wortlos hob er sie hoch und brachte sie zum Fluss. Er pfiff nach dem Hund.

‚Wasch dich bitte, schnell, ich schaffe die Leiche fort. Wir müssen schnellstens fort von hier!‘

Fortsetzung folgt…. 

Advertisements

Drei und eine Axt – Teil 44

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 44

reiter_neu

Zur selben Zeit in der Jurte der weißen Hexe:

Alur konnte die Hitze des Feuers auf seinem Gesicht spüren, noch bevor er das Knistern hörte. In seinem Kopf rauschte es und er hatte das Gefühl es würde sich alles um ihn herum drehen. Er öffnete nur ein Auge und musste mehrmals den Kopf schütteln, um ein klares Bild vor Augen zu haben.

Fassungslos ertappte er seine Tanten wie sie ums Feuer herumsprangen. Erst nach mehrmaligem Blinzeln erkannte er, dass Vira nur das Feuer hochschürte und Ziska eigentlich Tee eingegossen hatte. Was war denn nur mit ihm los und warum lag er in der falschen Jurte?

Tante Ziska kam auf ihn zu und lächelte ihn an. Er bewegte sich und dann wurde ihm erst gewahr, dass er nicht alleine im Bett lag. Das Mädchen wimmerte im Schlaf und klammerte sich an seine Brust, wie eine Ertrinkende an den rettenden Baumstumpf.

‘Pünktlich zur Nachtwache!’ flüsterte Ziska.

‘Was? Warum hab ich geschlafen?’ stotterte Alur und zog die Decke über den Rücken des Mädchens.

‘Eigentlich wollte ich nur das Mädchen beruhigen.’ meinte sie kleinlaut. ‘Aber sie hat dann die letzten Stunden so friedlich geschlafen.’

‘Hat sie schon ihren Namen gesagt?’

Ziska schüttelte nur den Kopf und meinte dann: ‘Komm schon, steh auf und hilf mir sie zu euch rüber zu tragen. Die Jurte des Sippenführers ist nicht beheizt, sie schläft heut Nacht bei euch!’

Er versuchte sich aufzusetzen, ohne das Mädchen zu wecken. Sie hatte immer noch seine Tunika in Händen.

Als er mit dem Mädchen auf dem Arm barfuß aus der Jurte trat, wurde ihm erst gewahr, dass er keine Schuhe trug. Seine Mutter nickte ihm zu und stellte einen Napf mit Suppe auf den Tisch, sein Vater und Ainur saßen am Tisch und Elger strich mit dem Hund über den Hof. Die weiße Hexe kam hinter ihm her und bog dann aber zum Tisch ab, also ging er alleine in die Jurte seiner Eltern. Seine beiden kleinen Schwestern lagen in seinem Bett und Lona und Fina lagen in ihremihrem eigenen Bett und schliefen schon. Er legte das Mädchen in sein Bett und deckte alle drei Mädchen sorgsam zu. Er zog seine Schuhe an und ging wieder nach draußen.

Während der Nachtwache war er einerseits erschreckend wach, aber andererseits fror er und nichts konnte ihn so recht erwärmen. Also war er heilfroh, als sein Vater ihn im Morgengrauen ablöste und er endlich in sein Bett kriechen konnte.

Als er dann endlich vor seinem Bett stand, lag nur noch das kleine Mädchen in seinem Bett und starrte an die Jurtendecke. Er nahm einen Becher mit Tee, der neben seinem Bett abgestellt worden war und setzte sich auf die Bettkannte.

‘Du musst viel trinken!’ flüsterte er ihr zu und versuchte ihr ein wenig aufzuhelfen. Sie lies sich den Inhalt des Bechers verabreichen und blickte ihm dann für einen kurzen Moment in die Augen. Beide konnten dem jeweiligen Blick des Anderen nicht standhalten, also blickten sie für einen viel zu langen Moment aneinander vorbei, bis Alur das Schweigen mit einem Räuspern unterbrach.

Leise flüsterte er ihr zu und stellte den leeren Becher wieder ab. ‘Magst du mir deinen Namen verraten?’

Sie blieb ihm die Antwort schuldig, deshalb überging er ihr Schweigen und zog seine Schuhe aus. Während er seinen Klappenmantel auszog beobachtete sie ihn neugierig, wand sich dann aber ab und drehte sich um. Er legte sich neben sie hin und versuchte sich irgendwie zuzudecken, ohne ihr dabei ihre Decken wegzuziehen.

Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis er endlich richtig lag, vollständig zugedeckt war und irgendwie nicht mehr fror. Endlich schloss er die Augen und atmete erleichtert aus.

Irgendwann drehte sie sich wieder um, kroch mit ihren Decken unter seine Decken und lies sich seufzend auf seiner Schulter nieder und murmelte: ‘Liirii!’

Vorsichtig nahm er sie in den Arm, küsste die Überreste ihres Haaransatzes und wiederholte ihren Namen: ‘Liri?’

Fortsetzung, wiederholt und bereits bekannt, da dieser Artikel als Lückenfüller eingefügt wurde, der Teil 44 ist jetzt Teil 45… 

Drei und eine Axt – Teil 43

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 43

reiter_neuWeit nach Mitternacht machten Halef und Lamina endlich Halt, um sich ein paar Stunden auszuruhen. Sie würden morgen noch ein paar Stunden reiten müssen ehe sie ankommen würden. Lamina war völlig erschöpft.

Der Mond erhellte den Wald, als wäre es Tag und er beschloss kein Feuer zu machen. Er hielt Wache obwohl er auch schlafen müsste. Auch wenn der Hund wachsam neben ihm saß und scheinbar niemand in der Nähe war, außer ein paar Viechern, die durchs Unterholz schlichen, wollte er nicht riskieren unaufmerksam zu sein. Es konnte immer noch sein, dass einer der Banditen im Wald unterwegs war.

Lamina lag neben ihm und schlief. Er streichelte über ihr Haar und deckte sie sorgsam zu.

Irgendwann kroch sie zu ihm, weil sie fror. Sie kuschelten sich aneinander und küssten sich. Plötzlich rückte er von ihr ab, weil er ziemlich erregt war.

Sie lag zwischen seinen Beinen und blickte ihn an. Mit einem milden Lächeln gab sie ihm zu verstehen, dass sie bemerkt hatte, dass sein Schwanz langsam steif geworden war. Seinen Gesichtausdruck konnte sie nur erahnen, da der Mond in seinem Rücken stand.

‚Anscheinend wollen mich alle Männer nur zu Boden ringen und ihre Männlichkeit in mich hineinzwängen, nur du nicht.‘

Er blickte sie entrüstet an und stotterte, er suchte verzweifelt nach den passenden Worten.

‚Nur du nicht!‘ wiederholte sie und strich ihm übers Gesicht.

‚Aber, aber ich hoffe doch das Kejnen, Ainur, Elger und Otar das auch nicht vorhaben, hatten, werden….‘

‚Nein, natürlich nicht!‘

‚Ich muss dich nicht zu Boden ringen, du liegst meistens auf mir drauf und… und außerdem habe ich kein Verlangen danach, wenn du mir wieder ins Gesicht trittst.‘

Sie haute ihn gespielt und zischte ihm zu: ‚Mach keine Witze!‘

‚Warum sollte ich dich zu etwas drängen, wenn du doch jede Nacht in meinem Bett liegst. Wenn dir danach ist, dann wirst du mich schon zu Boden ringen.‘

Sie blickte ihn erbost an, lächelte aber dann und er redete weiter: ‚Nein, schau mal, solange ich dich küssen und dich berühren darf und dich trösten, solange drängt es mich zu nichts, was nicht noch Zeit hätte.‘

Sie blickte ihn nachdenklich an.

‚Nicht dass ich mir da nicht schon oft Gedanken darüber gemacht hätte.‘ ergänzte er noch.

Sie schmunzelte und ihr stiegen die Tränen in die Augen. Er zog sie weiter zu sich hoch und drückte sie fest an sich.

‚Erschreckenderweise ertappe ich mich sehr oft bei dem Gedanken daran, weiter zu gehen als dich auf den Mund zu küssen.‘ säuselte er ihr ins Ohr, wurde schlagartig rot im Gesicht, was sie in der Dunkelheit nicht sah, aber sie spürte die Hitze, die in ihm aufstieg.

Lamina strich ihm über die Wange, dann flackerte ein Hauch von rot über ihr Antlitz, bevor sie zu reden begann. ‚Ich ertappe mich auch zu Weilen bei dem Gedanken…!’ Sie unterbrach sich selbst, in dem sie ihn küsste.

Er erwiderte den Kuss nur einen Moment und stammelte dann: ‚Ich…Ich…möchte dich an Stellen küssen, an denen ich dich noch nie geküsst habe.‘ Ihre Hände glitten unter seine Tunika, sie stemmte sich von seinen Hüften auf, um wieder seinen Mund zu erreichen. Sie küsste ihn kurz und tauchte dann unter seine Tunika. Sie leckte ihn über seine Brust und küsste schließlich seine Brustwarzen, die sich sofort aufrichteten.

Langsam fuhr sie mit ihrer Hand in seine Bruche. Er zuckte zurück, lies es aber doch zu, weil es sich richtig gut anfühlte. Er zog seine Tunika aus und beugte sich zu ihr herab, um sie zu küssen. Ihre Finger umschlossen seinen Schwanz und er befürchtete den Verstand zu verlieren. Kurzzeitig kam sein Verstand zurück, er entzog sich ihrem Griff und stammelte: ‚Bitte, ich möchte dir auf keinen Fall zu Nahe treten und ich weiß nicht ob ich es nicht doch tue, wenn du weiter machst.‘

‚Halt deinen Mund und küss mich!‘ rief sie einfach nur.

Er küsste sie und sie machte da weiter wo er sie vorhin gestoppt hatte. Es dauerte auch nicht lange, bis sein Schwanz zum Bersten gespannt war. Und dann wurde es immer besser, er atmete schwer und begann zu stöhnen, es war unbeschreiblich, und besser, bis dieses unbeschreibliche Gefühl in seiner Körpermitte explodierte und er sich zuckend in ihre Hand ergoss. Er weinte fast, als er wieder zu Atem kam. Sie küsste ihn weiter und er wollte sie wirklich an Stellen küssen, der er sie vorher noch nie geküsste hatte. Und zwar jetzt. Er griff unter ihre Tunika und zog sie hoch. Er hielt sich nicht damit auf, ihre Brüste anzufassen, er begann ihre Brüste zu küssen, er blickte aber nochmal auf: ‚Du trittst mir eh ins Gesicht, wenn ich dir zu weit gehe.‘

Sie lächelte und schob seine Kopf wieder zu ihren Brüsten. Er küsste ihre Brustwarzen und sog daran. Dann zog er die Tunika über ihren Kopf, sie erschauderte. Er packte sie und schob sie zu ihrer Bettstatt zurück. Hastig kroch er mit ihr zusammen unter die Decken und küsste sie dabei und nahm ihre Brüste fest in seine Hände. Er küsste ihren Bauch und zog mit den Zähnen die Schleife ihrer Bruche auf und küsste dann ihren Flaum. Und ihre Schamlippen. Er blickte noch einmal auf, er konnte im Halbdunkeln ihr Gesicht kaum mehr erkennen, deswegen griff er mit einer Hand wieder nach oben und erfasste ihre Wange. Sie legte den Kopf auf die Seite, um seine Hand zu küssen. Und er küsste nochmal ihre Schamlippen, glitt mit der Zungenspitze zwischen ihre Schamlippen und sog vorsichtig daran. Sie begann schwer zu atmen und ihr entglitt ein fast unmerkliches Stöhnen. Er wusste eigentlich nicht was er da tat, aber es schien ihr zu gefallen, also er machte weiter. Ihr Stöhnen erregte ihn erneut, er achtete aber nicht auf seinen immer steifer werdenden Schwanz und machte weiter. Sie biss ihm plötzlich in die Hand und vor Schreck biss er auch zu, sie stöhnte lustvoll auf. Er fuhr mit der Zunge in sie hinein und nahm dann seinen Finger zur Hilfe. Sie wand sich unter seinen Küssen und Berührungen, bis sie ihnen zuckend und stöhnend erlag. Er beobachtete sie einen Moment, bis sie die Augen wieder öffnete und ihn mit Tränen in den Augen anlächelte. Sie zog ihn wieder hoch, um ihn auf den Mund zu küssen. Ihm wurde im ersten Moment nicht gewahr, dass bei der letzten Bewegung seine Bruche von seinen Hüften gerutscht war und er nun nackt auf ihr lag. Es wurde ihm erst bewusst, als sie ihm mit einer Hand wieder an den Schwanz griff und ihn wieder massierte, wie sie es eben schon getan hatte.

‚Oh, bitte hör auf, ich weiß nicht, ich weiß nicht, ob ich an mich halten kann.‘ Er versuchte von ihr runter zu rollen, aber nachdem sie seinen Schwanz immer noch fest mit ihren Fingern umschloss, blieb er reglos auf ihr liegen.

‚Vielleicht musst du ja nicht an dich halten.‘ flüsterte sie und küsste ihn, schob ihm dabei ihre Zunge in den Mund und führte gleichzeitig seinen Schwanz zwischen ihre Beine. Dann löste sie sich kurz von seinem Mund um ihn ins Ohr zu flüstern: ‚Bitte, bevor ich es mir anders überlege.‘

Sein Herz sprang fast aus seiner Brust und sein Schwanz wurde noch härter.

‚Ja, wirklich, bist du sicher?‘ keuchte er ihr zu. Er spürte ihr Nicken, als er zu einem weiteren Kuss ansetzte. Sie öffnete ihre Schenkel und seine Schwanzspitze glitt fast von alleine in sie hinein. Die warme Feuchtigkeit umschloss seine Schwanzspitze und seine Zweifel verflogen, als wären sie nie da gewesen. Langsam glitt er weiter in sie hinein. Sie stöhnte laut auf und er kam ins Stocken und flüsterte ihr ins Ohr: ‚Sag mir wenn ich dir weh tue, ja?‘

Sie griff ihm an den Hintern und hielt sein darauffolgendes Zurückweichen auf, um ihm dann zu zuzischen: ‚Ich bin mir ganz sicher!‘

Er küsste sie und schob seinen Schwanz so vorsichtig wie möglich in sie hinein. Sie atmete tief ein und er verlor fast den Verstand, als seine Hoden gegen sie stießen. Er musste inne halten, weil er verhindern wollte, dass es gleich wieder ein Ende finden würde. Sie bewegte sich langsam unter ihm und er stöhnte auf, er musste sich auf die Lippen beißen, um sich nicht gleich in sie zu ergießen. Dann suchte sie seinen Mund und er begann sich langsam in ihr zu bewegen. Sie klammerte sich an seinen Hals und atmete ihn ins Ohr, bevor sie ihn wieder küsste. Ihre Bewegungen wurden erst immer gleichmäßiger und dann immer schneller. Sie verbiss sich in seinem Hals, als sie sich unter ihm zuckend ergab. Er konnte ihre Erregung spüren und nun konnte er sich nicht mehr zurück halten. Stöhnend ergoss er sich in ihr und brach über ihren Brüsten schwer atmend zusammen. Ihr Körper kam nur langsam zur Ruhe.

Ihre Hände suchten die Seinen und sie klammerte sich fest an seine Hände. Irgendwann wälzte er sich von ihr hinunter und nahm sie in den Arm. Sie kuschelte sich an seine Brust.

Er bemerkte, dass sie weinte und säuselte ihr ins Ohr: ‚Du wolltest mir doch ins Gesicht treten, wenn ich zu weit gehe.‘

Sie lächelte und gab ihm einen gespielten Kinnhacken. ‚Ich bin nie glücklicher gewesen, du Blödian.‘

Der Stein, der ihm nun vom Herzen fiel, hätte eigentlich die Erde erbeben lassen müssen.

‚Ich hätte mir nie zu träumen gewagt, dass es so gut ist, dass es mir Freudestränen…!‘ flüsterte sie, bis sie schwer schluckte.

Ein Kuss seinerseits hinderte die Vollendung ihres Satzes.

Fortsetzung folgt… 

Drei und eine Axt – Teil 42

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 42

reiter_neuNach Stunden kam Lamina vor die Tür der Jurte getreten und platzte in ein Gespräch, das Vira, Ainur, Wena, Otar, Elger und Halef miteinander führten. Alur saß interessiert am Tisch und blickte abwechselt zu seinen Eltern und zu Halef und Vira hinüber.

‘Bist du dir sicher, dass es die Tochter vom alten Schmied ist?’ fragte Halef seine Mutter.

‘Es ist ewig her, als wir der alten Handelsstraße gefolgt sind, aber alle seine Kinder sind so blond wie er.’

‘Ihr pflegt eure Nachbarschaft ja nicht gerade!’ meinte Ainur fast schon ein wenig schnippisch.

‘Der Schmied war vor dem Krieg schon ein seltsamer Mann!’ meinte Otar.

‘Ja, die Leute sagen, es sei ein Fluch der Götter!’ rief Wena und blickte ehrfürchtig nach oben.

‘Was für Leute überhaupt? Wir sind hier völlig alleine! Langsam spinnen doch echt alle, meine Haare sind rot, ist das auch der Fluch der Götter.’ rief Halef streng und zog an seinen eigenen Haaren.

‘Und er züchtet nur noch Schweine, seit dem er seinen Hammer nicht mehr halten kann.’ mischte sich Wena wieder ein.

‘Wahrscheinlich sind dort alle tot. Ihr seid so unglaubliche Tratschweiber. Aber was ist wenn da noch jemand lebt? Ich werde sofort aufbrechen!’ herrschte Halef seine Tante an und machte Anstalten aufstehen zu wollen.

‘Halef du kannst nicht alleine gehen!’ meinte Vira in ihrem üblichen Ton.

‘Ich bin die einzige Wahl und Elger sollte bei seiner Frau bleiben!’ rief Halef in einem sehr herrischen Ton.

Lamina trat hinter ihn und meinte: ‘Ich komme mit, nur für den Fall, dass einer der Bastarde noch lebt, der sich an dem Kind vergangen hat, dann will ich es sein, die ihm die Haut abzieht!’

Halef drehte sich zu ihr um und fragte: ‘Wie gehts ihr, hat sie was gesagt?’

Alle blickten auf Lamina, die ziemlich wütend in die Runde blickte, sie trug eine Borte in der Hand an der eine kleine Glocke hing. ‘Alur, sie lässt deine Tunika nicht los, ich würde sie aber gerne waschen!’ meinte Lamina zu dem Jungen, setzte sich dann aber völlig erschöpft neben Halef. Sie legte die Borte mit der Glocke auf den Tisch und fuhr fort. ‘Sie trug das bei sich und sie sagt nur immer: Schweini!!’

Plötzlich sprang Wena auf, lief in ihre Jurte, kam wenig später Arme wedelnd wieder und plapperte vor sich hin: ‘Diese Glocken hat der Schmied immer gemacht und hat sie den Kindern geschenkt, an einer Borte, die seine Frau gemacht hat.’ Dabei hielt sie eine längere Borte hoch, an deren Ende eine Glocke baumelte.

‘Dann ist das eine beschlossene Sache, wir reiten heute noch los.’ rief Halef. ‘Alur du bekommst das Fernglas und passt auf die Ebene auf und Elger, du kümmerst dich darum, dass niemand deinen Bruder umbringt, ehe ich wieder da bin.’

‘Was willst du mit ihm machen?’ fragte Elger.

‘Ich will ihn möglichst lebend zum Khan schaffen und ihm seiner Verantwortung überlassen! Es klebt schon genug Blut an unseren Händen.’

‘Der kleine Köter macht sich aber so gut zu unseren Füßen!’ meinte Wena und warf Kel einen Kanten Brot hin.

‘Wena spiel nicht mit dem Wahnsinnigen, irgendwann rächt sich das!’ meinte Otar.

‘So hab ich ihn aber immer im Blick!’

‘Ich lass euch Nyùl da!’ meinte Halef noch bevor er aufstand, um seine Sachen zu packen.

Lamina und Halef ritten am späten Nachmittag los. Im Wald unweit der alten Handelsstraße trafen sie auf die beiden Hunde. Er schickte Nyùl zurück zu den Jurten und Ròka voraus.

Als Nyùl bei den Jurten ankam, waren Wena und Otar damit beschäftigt Pferdefleisch zu räuchern. Merle saß mit dem Neugeborenen am Tisch und versuchte sich nützlich zu machen. Die Kinder waren mit Vira bei den Tieren. Ainur hackte Holz und Elger hatte Alur gerade am Fernglas abgelöst, der sogleich in der Jurte verschwand, um nach seinen Schwestern zu sehen.

Etwas später schlich Alur sich zu dem Mädchen in die Jurte seiner Tanten. Er hatte etwas unter seiner Tunika versteckt.

Ziska blickte auf und fragte: ‘Ist Fina schon aufgewacht?’

‘Nein, noch nicht! Lona weicht ihr nicht von der Seite!’ antwortete Alur. ‘Wie gehts Kejnen und dem Mädchen?’

‘Kejnen war auch noch nicht wach, aber das Mädchen!’ meinte Ziska und blickte zu dem Mädchen hinüber. Sie lag mit offenen Augen im Bett und starrte ans Jurtendach ohne zu blinzeln, in ihren Händen hielt sie immer noch seine Tunika. Alur ging zum Bett hinüber und kniete sich auf den Boden.

‘Ich bin Alur, der Sippenführer und ich, wir haben dich gefunden… ähm… nachdem dich die Hunde gefunden haben.’

Sie drehte ihren Kopf, blickte jedoch an Alur vorbei und flüsterte: ‘Wau…!’

‘Der eine Hund heißt Nyùl!’

Das Wort ‘Hase!’ stolperte aus ihrem Mund.

‘Ja, Hase. Er ist draußen!’

‘Hase?’ flüsterte sie wieder.

‘Magst du mir die Tunika geben.’ meinte er und er griff nach der Tunika. Das Mädchen fing augenblicklich zu winseln an und Alur erntete den bösen Blick der weißen Hexe.

‘Ich mach dir nen Vorschlag. Wir tauschen. Ich hab nur 2 Tunikas die mir passen, aber ich hab noch eine, die mir nicht mehr passt. Du kannst sie haben, für immer!’ meinte er und zog ein Stück Stoff unter seiner Tunika hervor. Er hielt es ihr hin und zog gleichzeitig an der Anderen. Einen Moment blickten sie sich an und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Wie vom Blitz getroffen lies sie die Tunika los und Alur stürzte mit samt der Tunika nach hinten. Als er sich wieder aufrappelte, hatte sie sich bereits umgedreht. Ihr Körper bebte und er konnte ein ersticktes Schluchzen hören. Langsam lies er sich auf das Bett sinken und flüsterte ihr zu: ‘Magst du mir noch deinen Namen verraten?’

Vorsichtig tätschelte er ihren Rücken und nach einem ziemlich langen Moment bewegte sie sich endlich. Weinend klammerte sie sich an Alur und brach dann vollends zusammen. Seine Tante zündete irgendwas an, was sie dem Mädchen unter die Nase hielt. Und im nächsten Moment trat sein Verstand durch eine Tür und war im Reich der Träume verschwunden.

Fortsetzung folgt… 

Drei und eine Axt – Teil 41

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 41

reiter_neuHalef ritt am Fluss entlang und hielt Ausschau nach seinen Hunden. Das Bellen hallte durch den Wald.

Auf der alten Handelsstraße unweit des Flusses kamen ihnen die Hunde entgegen. Sie schleppten etwas mit sich, dass er nicht gleich erkennen konnte.

Alur sprang vom Pferd und schaute nach den Hunden. Der Körper eines kleinen Mädchens klammerte sich an den Rücken von Nyùl. Ihre Kleider waren zerfetzt und verkohlt, darunter konnte man das blanke Fleisch sehen und ihre Gliedmaßen waren vor Schmerz verkrümmt.

Alur hatte sofort wieder den Geruch von verbrannten Menschenfleisch in der Nase.

Kurzer Hand warf er den Köcher zu Boden, zog seine Tunika aus und legte sie vorsichtig über den blanken Rücken des Mädchens. Behutsam nahm er das Mädchen vom Rücken des Hundes und drückte es Halef in die Hand, der immer noch auf dem Rücken seines Pferdes saß.

‘Gib mir den Bogen und reite los!’ rief der Junge und im nächsten Moment klatschte seine flache Hand auf den Hintern des Tieres und es sprengte los.

Elger kam ihm entgegen. Halef preschte mit dem Pferd an Elger vorbei. Alur kam mit den beiden Hunden zu Fuß hinterher gelaufen. Ratlos stand Elger mit seinem Pferd auf dem Weg und wusste nichts recht was er nun tun sollte. Er ließ seinen Blick durch den Wald streifen, konnte aber auch nichts weiter erblicken, außer den keuchenden Alur, der sein Pferd schon fast erreicht hatte.

Er zischte den Hunden etwas zu, bevor er auf den Rücken des Pferdes sprang. Die Hunde liefen wieder in den Wald und waren gleich darauf im Dickicht verschwunden.

Halef kam als erster mit seinem Pferd bei den Jurten an. Ainur stand mit dem Fernglas am Gatter und Ziska kam gerade aus der Jurte gewankt. Sie hatte sich nur einen Klappenmantel über ihr Unterkleid gezogen und war barfuß.

Halef glitt vorsichtig mit dem Mädchen im Arm vom Pferd, um es im nächsten Moment Ziska in den Arm zu drücken. Sie ging gleich in die Knie und schrie, als sie die Wunden des Mädchen berührte. Wena brachte eine saubere Decke und Wasser, doch Ziska wollte sich nicht von dem Mädchen trennen. Sie hielt das Kind in ihren Armen, weinte und schrie, als hätte sie die selben Schmerzen.

Irgendwann brach sie über den leblosen Kinderkörper zusammen. Für einen Moment lag sie reglos da und alles war still. Aber plötzlich bäumte sie sich auf und schrie: ‚Ihr Götter, sind nicht schon zu viele gestorben hier, aber doch nicht dieses Kind, es kann nichts dafür.‘

Lamina stützte Ziska von hinten, während Halef und Wena versuchte, den Rücken des Kindes in ein sauberes Tuch zu wickeln, als ihm auffiel, dass das Kind nicht mehr atmete. Er griff an den Hals des Kindes und konnte auch keinen Herzschlag mehr spüren.

‘Ziska, es ist zu spät!’ flüsterte er und legte seine Hand auf die Hand der weißen Hexe, die immer noch panisch das Kind festklammerte.

Dann geschah etwas Unerklärliches, er fühlte sich als würde sein Gedärm aus seinem Körper gerissen und er blickte in Laminas Augen und die Angst in ihren Augen verriet ihm, dass sie gerade etwas Ähnliches erlebte. Wie durch ein Wunder riss das Mädchen die Augen auf und atmete langsam ein, der Ton den sie dabei machte, rasselte als würde sie Steine einatmen, aber sie lebte.

‘Sie lebt, was Anderes lasse ich nicht zu!’ stammelte Ziska und drückte das Kind an sich.

‘Nur zu welchen Preis, Ziska! Sie ist am ganzen Körper verbrannt, sie wird ihr Leben lang entstellt sein und leiden!’ rief Wena entsetzt, sie war nach hinten gestürzt und hatte die Schüssel mit Wasser dabei zu Boden fallen lassen.

‘Die Wege der Götter sind manchmal sehr eigen und unergründlich!’ rief Ziska und lies sich von Ainur aufhelfen, ohne jedoch das Kind loszulassen, während Halef und Lamina immer noch auf dem Boden lagen und sich krümmten.

Elger und Alur waren mittlerweile angekommen und sprangen gleichzeitig vom Pferd. Sie blickten auf ihren Sippenführer, der sich am Boden wälzte vor Schmerz.

‘Was ist passiert?’ fragten Elger und Alur wie aus einem Mund.

Halef stöhnte nur: ‘Allghoi Khorkhoi!’

Wena baute sich auf und sprach in herrischen Ton: ‘Der Todeswurm, spinn dich aus, der Wahnsinn der weißen Hexe ist jetzt auch auf dich übergesprungen!’

Lamina hatte sich bereits aufgerappelt und folgte Ainur und Ziska in die Jurte.


Fortsetzung folgt…

Drei und eine Axt – Teil 40

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 40

reiter_neuWena und Otar waren noch mit dem Zerteilen der Pferde beschäftigt, so mussten Alur und Halef die erste Wache übernehmen. Elger gesellte sich zu ihnen und löste Alur ab. Halef streife mit seinen Hunden durch das Dickicht und stellte ein paar Fallen auf, bis Ainur ihn ablöste.

Die ganze Nacht passierte nichts und auch der Morgen war ziemlich ruhig. Die Hunde streiften immer noch durch die Gegend, hatten aber auch keine Fährte mehr aufgespürt. Der letzte Späher hatte sich wohl endgültig aus dem Staub gemacht. Die Frage war nur, ob da noch mehr im Wald darauf warteten in einem unbeachteten Moment nochmal zuzuschlagen.

Als Halef in seine Jurte schlich, war das Feuer fast runter gebrannt, er legte ein paar Scheite in die Glut und schon erhellte sich sein kleines Reich und er blickte seine Mutter, Lamina und die ganzen Kinder in seinem Bett. Niedergeschlagen zog er ein Fell aus einer seiner Kisten und legte sich ans Feuer. Seufzend deckte er sich mit seinem Klappenmantel zu.

Als Lamina erwachte, blickte sie aus dem Bett und sah wie Halef an der runtergebramnten Feuerstelle lag und schlief. Sein Körper zitterte. Sie stand auf, deckte die Kinder wieder zu und schlich zur Feuerstelle, um ein paar Scheite in die Glut zu legen. Dann hob sie eine Decke vom Boden auf und legte sie über seinen zitternden Körper. Er erwachte und blinzelte sie an, seine Finger tasteten nach ihrem Bein. Daraufhin kniete sie sich zu ihm hinunter und küsste ihn auf die kalte Nase. Er packte sie und zog sie unter seinen Klappenmantel, um sie zu küssen.
Ainur stand plötzlich in der Tür: ‘Frühstück ist fertig!’
Die beiden blickten zu recht erwischt zur Tür und grinsten verlegen. ‘Hat mein Sippenführer kein eigenes Bett?’
‘Nein, da liegt deine Frau mit einem Stall voll fremder Kinder!’
‘Die hab ich schon gesucht!’ rief Wena von draußen herein.

Nach dem Frühstück saß Halef auf dem Kreuz seiner Jurte und blickte mit dem Fernglas über die Ebene und drehte sich in Richtung Fluss und hin zum Wald. Elger und Ainur versuchten währenddessen aus Kel und den überlebenden Späher etwas heraus zu bekommen.

Plötzlich hörte Halef seine Hunde weit entfernt bellen. Vor Schreck wäre ihm beinahe das Fernglas runtergefallen und im nächsten Moment war er schon wieder in die Jurte geklettert. Vor der Tür blieb er nochmal stehen und lauschte. Nach dem Gebell zu urteilen, waren sie nicht in Gefahr.

‘Die Hunde haben etwas gefunden!’ rief er, schwang sich seinen Gürtel um die Hüften und lief zu seinem Pferd.
Alur reichte ihm seinen Bogen und sprang mit einem vollen Köcher hinten aufs Pferd.
Ainur blickte Elger an: ‘Das der Sippenführer immer ohne Sattel reiten muss und er bringt dem Jungen nur Unsinn bei!’
Elger trottete zu seinem Pferd und sprang in einem Satz auf den Rücken des Pferdes: ‘Ich schau was sie da machen.’
‘Nimm deinen Bogen mit!’ rief ihm Ainur noch nach und schon hatte Elger den Bogen und einen vollen Köcher vom Gatter genommen und ritt weiter.
‘Ich kümmer mich weiter um deinen schwindligen Bruder!’ flüsterte Ainur und bemerkte gar nicht, dass Wena hinter ihm stand.
‘Lass mich mal!’ meinte sie.
‘Wir sollen ihn nicht umbringen!’ ermahnte Ainur sie.
‘Wer hat das gesagt?’ rief sie schnippisch.
‘Der Sippenführer!’
‘Der ist noch nicht alt genug, als dass ich ihn nicht übers Knie legen würde.’ mahnte nun Wena und drehte sich zu ihrem Bruder Kel.
‘Du hast deine Schwester gehört! Zu wieviel wart ihr! Und warten da noch welche auf uns im Wald?’
Kel lachte einfach nur verrückt vor sich hin und blickte zu seinem Kumpanen hinüber, der gerade in diesem Moment seinen letzten Atemzug aushauchte.
‘Ich bring ihn zu den Anderen und helf Otar beim Verscharren!’ rief Wena, kniete sich zu ihrem Bruder, grinste ihn an und fuhr dann fort: ‘Ich werd deine Wunden verbinden und dich aufpäppeln, dir saubere Kleider geben und dann werde ich dich ganz nah an meinem Tisch anbinden und werde dich wie einen Hund behandeln. Und irgendwann wenn du nicht mehr darauf gefasst bist, dann werde ich dich einfach umbringen. Und dann werde ich persönlich deinen Kopf von deinen Schultern schneiden und damit ich ihn dann deinem Vater vor die Füße werfen kann.’
Pfeifend begann sie seine Wunden zu reinigen. Als sie damit fertig war, führte sie ihn an einem Strick vor den Tisch und band ihn an. Dann flößte sie ihm lauwarme Suppe ein, bis er sich fast übergeben musste. Und mit dem selben Liedchen auf den Lippen ging sie wieder an ihre Arbeit, während ihr Bruder vor ihren Füßen im Dreck kauerte.

Fortsetzung folgt…

Drei und eine Axt – Teil 39

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 39

reiter_neuZiska versuchte Kejnen so gut es ging zu heilen, doch sie war bereits am Ende ihrer Kräfte als sie Vira und Fina geheilt hatte. Ihr Kopf sauste, ihr war schwindlig und schlecht, als der Ast endlich aus seinem Bein raus war. Sie mussten die Beinwunde sicherheitshalber schienen und konnten die Blutung irgendwann stoppen. Doch sie versuchte dennoch einen zweiten Heilzauber an Kejnen durchzuführen. Dabei griff sie Ainurs Hand und er hatte dabei das Gefühl, sie würde ihm Energie entziehen, um sie Kejnen zu schenken. Aber wenn es seinem Freund helfen würde, gab er gerne seinen Teil dazu, auch wenn er von diesem Götterzauber keine Ahnung hatte. Am Ende wurde sie fast ohnmächtig und er zog sie von Kejnen fort.

‘Das wird ihm erst mal helfen, Ziska!’ flüsterte Ainur ihr ins Ohr, während sie sich zitternd an seinen Arm klammerte. Sie war völlig außer Atem.

‘Die Götter sind böse mit mir!’ murmelte sie.

‘Nein, weiße Hexe!’ flüsterte Ainur. ‘Wie können die Götter mit dir böse sein! Gibst du doch alles was du hast und noch viel mehr…!’

Sie musste sich setzen. ‘Ich hab zwei der Männer getötet!’

‘Ja, Lamina hat bestimmt 5 erschossen.’ versuchte Ainur sie zu beruhigen.

‘Ja, sie ist schneller als der Wind!’ faselte sie mehr beiläufig.

‘Du lenkst ab!’ murmelte Ainur, während er Kejnen die Lippen mit Wasser benetzte.

‘Der Allghoi Khorkhoi!’ rief sie bedeutungsschwanger. ‘Er tötete durch meine Hand, ich bin verflucht!’

‘Also, jetzt krieg dich mal wieder ein. Ich weiß ja nicht, wie lange du es uns noch verheimlichen kannst!’ meinte Ainur reichlich ungeduldig.

Ziska blickte ihn verwirrt an und stammelte: ‘Was bitte, wie meinst du das?’

‘Ich hab die Leichen gesehen. Zwei davon haben keine Verletzung und sind trotzdem tot. Allghoi Khorkhoi hin oder her, du wolltest nur dich beschützen, oder soll ich vielmehr sagen, euch!’ Als er ihr das an den Kopf geworfen hatte, tat es ihm schon wieder Leid, dass er damit angefangen hatte.

Sie packte ihn am Arm und fragte unsicher: ‘Euch?’

‘Du weißt es wirklich nicht! Ich bin vielleicht der falsche… Mann dir das zu sagen… Ziska!’ stammelte nun Ainur, nahm ihre Hände in die Seinen und schüttelte den Kopf. ‘Ihr Weiber bringt mich noch ins Grab! Alle miteinander!’

‘Jetzt redest du wirres Zeug!’ rief sie fast schon wütend und versuchte vergeblich ihm ihre Hände zu entziehen.

‘Du bist blass, kriegst morgens keinen Bissen runter, dann ist dir schlecht und weil du nichts isst, ist dir oft schwindlig. Und doch hast du ganz schön zugelegt. Ich würde sagen, wenn der Allghoi Khorkhoi nicht gerade in deinem Magen wohnt, dann bist du wohl eher schwanger.’

Sie blickte ihn fassungslos an, verdrehte die Augen und bevor sie ohnmächtig vom Bett fallen konnte, hatte er sie schon aufgefangen und neben Kejnen gelegt.

Als Lamina mit frischen Wasser herein kam, wollte er sich gerade aufrichten, um frisches Wasser zu holen.

‘Du kannst Gedanken lesen!’ flüsterte er.

‚Wie geht’s ihnen!‘ fragte sie und drückte ihm die Schüssel in die Hand. Das Wasser schwappte fast über.

‚Die Blutung hat sie gestoppt, aber ich glaube sie hat zu viel gegeben, er ist noch nicht übern Berg!‘ flüsterte Ainur. ‘Und sie ist schwanger!’

‘Nein!’ rief Lamina überrascht.

‘Sie hat geglaubt der Allghoi Khorkhoi hat sie verflucht!’

‘Naja, dann schauen wir dass wir die drei übern Berg bekommen!’ grinste Lamina und zog die Decken zurecht.

Lamina kümmerte sich rührend um die beiden und Ainur hatte einen Moment nach seiner Vira zu sehen. Die Kinder waren wach und Halef hatte ihnen allen gerade Suppe gebracht. Vira wurde von Lina gefüttert. Ein Bild bei dem selbst die Götter geweint und gelacht hätten zu gleich.

Er stand eine ganze Weile in der Tür, ehe es ihnen gewahr wurde, dass er dort stand.

‘Haben wir einen Plan für heute Nacht?’ fragte Ainur seinen Sippenführer.

Halef stand auf und ging ihm entgegen. ‘Lass uns mit Otar, Wena und Alur drüber reden, wer heute Nacht Wache hält.’

Drei und eine Axt – Teil 38

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 38

reiter_neu‚Im Umkreis der Jurten ist keiner mehr. Otar hält mit Alur Wache. Ich hab deine Mutter mit den Kindern in dein Bett gesteckt. Lamina ist bei Lona und Fina.‘ berichtete Ainur.

‚Sag mal, wo ist eigentlich Kejnen!‘ fragte Halef, der immer noch vor Kel stand und sich überlegte, ob er ihn einfach gleich umbringen sollte. Er hatte ihn ans Gatter gebunden und auch geknebelt. Seine Schreie hätten ihn sonst Wahnsinnig gemacht.

‚Ähm, war er nicht bei euch im Wald.‘ meinte Ainur.

Halef pfiff nur nach seinen Hunden. Er hörte sie bellen, aber sie kamen nicht.

‚Alur, hab ein Auge auf ihn. Deine Mutter soll ihn nicht umbringen, ich will ihm noch ein paar Fragen stellen. Wir suchen Kejnen und diese nichtsnutzigen Köter!‘ rief Halef. Sie liefen dem Gebell entgegen. Nach wenigen Momenten hatten sie die Hunde gefunden. Und die Hunde hatten nicht nur noch einen weiteren Späher gefunden, sondern auch Kejnen. Er war gestürzt und hatte einen Ast im Bein stecken und war mit dem Kopf auf einen Stein gefallen.

Ainur nahm Kejnen hoch und Halef schleifte den Späher mit sich. Während Ainur mit Kejnen direkt in der Jurte der weißen Hexe verschwand, lies Halef den Späher im Hof liegen und zog es vor, ihn über den Platz zu stiefeln.

Alur hatte bereits die Pferde der Banditen eingefangen und am Gatter angebunden. Otar und Wena plünderten die Leichen der Banditen und trugen sie anschließend auf einen Haufen. Halef band den Späher ebenfalls ans Gatter, die Hunde hatten ihn ganz schön zugerichtet. Er beugte sich zu seinen Hunden hinunter und flüsterte ihnen zu: ‚Nyul bleib hier und bewachte die Bastarde und Roka lauf und such mir noch Einen von denen!‘

Dann stand er auf und lief in die Jurte von Wena. Lamina saß auf dem Bett der Kinder, Lona lag schlafend in ihrem Schoss und Fina lag gerade im Bett und schlief ebenfalls.

‚Wie geht’s euch?‘ flüsterte er.

‚Gut soweit, Ziska hat sich ihren Kopf bereits angeschaut und alles andere sind nur Kratzer.‘ flüsterte Lamina und versuchte zu lächeln. Er trat an ihre Seite und küsste sie auf die Stirn. ‚Habt ihr alles was ihr braucht?‘

‚Ich würde gerne aufstehen und für alle was kochen, es haben doch bestimmt alle großen Hunger.‘ meinte Lamina. ‚Ich will Lona aber nicht wecken, sie schläft gerade so friedlich!‘

Er nickte ihr zu und sie versuchte aufzustehen, dabei hielt er Lona fest und bettete sie neben ihre Schwester. Wena stand in der Tür und blickte sie erschöpft an. ‚Die nächsten Tage gibt es Pferd, deine Mutter hat eins gefällt und deine Frau hat zwei erschossen.‘

Neben der Jurte lag ein Haufen aus Waffen, Gürtel, Köcher, Schuhen, Sättel, Mäntel, Rüstteilen und ein paar Kleidungsstücken.

‚Sie hatten es nicht gerade nötig uns zu überfallen, ihre Taschen waren voller Gold!‘ meinte Otar. ‚Alur bring die Waffen und Sättel in die Viehjurte, den Rest teilen wir später auf und sammle dann die Pfeile ein, die überall verstreut liegen.‘

‚Ich setz Tee auf und würd dann was Kochen für alle!‘ meinte Lamina kurz und machte sich daran die Kochstelle aufzuräumen.

‚Ja gut. Wir sollten die Pferde zerlegen, bevor sie noch die Viecher anlocken.‘ meinte Wena und ging mit Otar zu den Kadavern der Tiere.

Am Fluss brannte ein großes Feuer und der süßliche Gestank von verbrannten Menschenfleisch kroch allen in die Nase. Otar hatte die Leichen der Banditen einfach angezündet.

Halef ging in seine Jurte, um nach seiner Mutter zu sehen. Sie lag auf dem Bett und die Kinder lagen um sie herum und alle schliefen friedlich. Als Halef aus seiner Jurte kam, war Elger gerade vor die Tür getreten, er hatte seine Frau auf dem Arm. In ihrem Arm lag ein kleines zappelndes Bündel. Er zwinkerte Halef lächelnd zu und ging dann langsam zu seiner Jurte hinüber.

‚Magst du das Essen machen, dann versuch ich das Kindsbett sauber zu kriegen.‘ schlug Lamina vor. ‚Ich hab die Suppe und frisches Wasser schon aufgestellt!‘

‚Ja gut und frag Ainur, ob er Hilfe braucht. Kejnen hat es ganz schön erwischt.‘

Drei und eine Axt – Teil 37

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 37

reiter_neuDie Hunde kamen aus dem Wald gelaufen, Halef und Alur folgten ihnen. Pferde irrten auf dem Hof umher. Unzählige Pfeile steckten irgendwo, vibrierten teilweise noch oder lagen herum. Ein totes Pferd lag neben seiner Jurte. Ein Weiteres plärrte vor Schmerz. Einige der Angreifer waren vom Pfeil getroffen vom Pferd gestützt und rappelten sich gerade wieder auf. Die Hunde sprangen sie an und als Halef an ihnen vorbeilief waren die restlichen Männer bereits tot.

Die Hunde machten sofort kehrt und liefen um die Jurten herum, sie hatten eine Fährte aufgenommen. Alur bemerkte den kleinen Thorn, der unter dem Tisch saß und schrie wie am Spieß, während Halef schnurstracks in die Jurte seiner Mutter lief. Von dort hatte er Schreie gehört.

Wena saß apathisch am Boden der Jurte, hatte Fina im Arm und begriff gar nichts mehr. Fina war bewusstlos und blutete stark am Kopf. Komischerweise war es Lona, die mit einer Hand ein Tuch auf die Wunde ihrer Schwester presste, während sie mit der anderen Hand versuchte ihr Kleid zusammen zu halten. Merle lag auf dem Bett seiner Mutter und schrie und wand sich unter Schmerzen. Ihre Mädchen knieten verängstigt auf dem Bett und wussten ihrer Mutter nicht zu helfen. Lamina stand mit gespannten Bogen mitten in der Jurte und zielte auf Kel, der sich unter ihr wand. Sie stand mit dem Fuß auf seiner Kehle und schrie ihn an. In seinem Bein steckten zwei Pfeile und einer steckte in seiner Schulter. Ihre Hände zitternden, ihre Tunika und ihr Unterkleid waren aufgerissen und er konnte blaue Flecken an ihrem Hals erkennen.

Beruhigende Laute stolperten ihm über die Lippen, als er von der Seite an sie heran trat und ihr vorsichtig den Pfeil vom Bogen nahm. Dann griff er ihre Hand und entspannte den Bogen. Er schob sie auf die Seite und meinte kühl: ‚Kümmere dich um Merle!‘

Im selben Moment packte er Kel und schleifte ihn am Hals aus der Jurte. Ziska kam ihm entgegen, die hinter ihm sofort in der Jurte verschwand.

Elger war der Erste, der bei den Jurten ankam und blieb für einen Moment bei Halef stehen, der Kel über den Hof prügelte.

‚Bring ihn nicht um, noch nicht!‘ rief Elger, aber als er seine Frau in der Jurte schreien hörte, lief er weiter.

Otar lief an ihnen vorbei direkt in die Jurte und kam wenig später mit seinen zwei jüngsten Töchtern heraus gelaufen, die völlig verstört zu sein schienen und drückte sie Alur in die Hand, der neben dem Tisch gekniet hatte und immer noch versuchte den jungen Thorn zu beruhigen.

Halef hörte Ainur, bevor er ihn sah. Er war völlig außer Atem und keuchte: ‚Es waren zwei Späher im Gebüsch. Wo ist deine Mutter?‘

Halef blickte auf und drehte sich Richtung Jurte. In dem Moment rappelte sich Kel auf, zog den Dolch aus seinem Rücken und versuchte sich auf Halef zu stürzen. Ainur war schneller, er brach ihm einfach die Hand mit einem einzigen Schlag.

‚Binde ihn, dass er sich nicht mehr bewegen kann, ich möchte ihm einige Fragen stellen, später!‘ rief Ainur und lief dann weiter. Vira kam gerade aus der Jurte des Sippenführers. Sie musste sich am Türpfosten abstützen und hielt ihren Bauch. Ainur sah nur das Blut auf ihrem Kleid und stürmte ihr entgegen.

‚Es ist alles gut, glaub ich. Es blutet nicht mehr. Meine Hand ist gebrochen… Ziska hat schon getan was sie kann…!‘ keuchte sie und lies sich von ihm auf ihren Stuhl befördern. ‚Schau erst nach den Anderen!‘

Alur setzte Lina auf die Lehne ihres Stuhles, weil nun auch Nala unter dem Tisch saß und mit Thorn zusammen um die Wette zu schreien schien. Wena kam aus der Jurte und hielt Fina in den Armen. Lona folgte ihr, stützte dann aber auf die Knie und brach nun weinend zusammen. Ainur hob sie auf und Wena drückte ihm auch Fina in den Arm, als sie Merle wieder schreien hörte. Otar war bereits hinter Ainur aufgetaucht und half ihm dabei, die beiden Mädchen in die Jurte zu bringen. Elger kam mit seinen beiden Töchtern aus der Jurte und schrie nach Thorn.

‚Er ist hier unter dem Tisch!‘ rief Alur aufgebracht.

Elger setzte seine Kinder einfach nur am Tisch ab und lief dann wieder in die Jurte, wo seine Frau immer noch schrie.

Sommer, Sonne, Sonnenschein im Park

Sommer, Sonne, Sonnenschein im Park

IMG_20140605_151353021Geräusche drangen an ihr Ohr. Waren das Vögel? Nein, die Zirkaden zirpen ihr Lied. Sie sind nicht mehr in Kansas!!

In ihrem Kopf wummerte es. Die Zirkaden schienen in ihrem Kopf zu sein. Ja und eine Party scheinen sie da auch zu feiern. Sie wollte sich bewegen, es ging aber nicht. Leichte Panik kam über sie. Sie hatte keine Kontrolle über ihren Körper. Es war so, als wäre sie in der Tiefschlafphase von einem bösen Traum geweckt worden. Sie lag völlig gelähmt da und wusste nicht wo sie war. Sie konnte einen frischen Luftzug auf ihrer Haut spüren und sie konnte spüren, dass sie nur noch einen Schuh trug. Von dem fehlenden Schuh mal abgesehen, schien sie zumindest noch irgendwie bekleidet zu ein. Sie hatte nur den Eindruck, als wäre ihre Strumpfhose irgendwie kaputt gegangen… Verdammt, die war echt teuer!

Entweder war die Party letzte Nacht echt hart gewesen oder sie hatte einfach vergessen den zweiten Schuh auszuziehen. Oder beides! In ihrem Bett lag sie dennoch nicht und sie ärgerte sich immer noch über die kaputte Strumpfhose.

Aber wo sollte sonst der frische Luftzug um sie herum herkommen und die Zirkaden? Wenn nicht, weil sie draußen war? Und Warum? Wo war sie nur? Und was hat sie da nur geritten, bei der Kälte draußen zu pennen?

Zwei Krähen plärrten und sie konnte Flügelschlagen hören. Sie musste wirklich irgendwo draußen liegen. Das könnte auch den harten Untergrund erklären. Erst jetzt spürte sie die Steine in ihrem Gesicht, sie lag so halb auf der Seite und offensichtlich mit der Fresse im Dreck.

Als sie eines ihrer Augen öffnen wollte, schaffte sie es nicht, irgendwie war ihr Auge verklebt. Reflexartig versuchte sie ihre Hand zu bewegen. Sie wollte sich übers Gesicht wischen, doch sie konnte ihren Arm nicht bewegen. Sie konnte beide Arme nicht bewegen!! War sie gefesselt? Ja, verdammt!

Die Fesseln schnitten in ihre Handgelenke. Sie wollte schreien, vor Schmerz und um Hilfe! Doch ihr Mund war auch verklebt, so dass sie nur ein Wimmern von sich geben konnte. Bei jeder Bewegung ihrer Handgelenke schnitten die Fesseln noch mehr ins Fleisch. Sie hatte das Gefühl, als würden die Fesseln auf dem blanken Knochen scheuern. Sie konnte sich nur unter Schmerzen bewegen und sehen konnte sie auch nichts. Und schreien auch nicht!

Das war der Moment wo man in der Regel in Panik verfällt. Doch sie versuchte so ruhig wie möglich zu atmen. Sie bekam noch dazu kaum Luft, ihre Nase war irgendwie zu und ihr Mund, war das ein Knebel?

Wenn das ein schlechter Scherz sein soll, dann wäre jetzt der Punkt, wo alle lachen, bis auf eine. Aber es lachte keiner. Oder doch?

Sie hörte Stimmen und Geräusche, die schnell näher zu kommen schienen.

‘…wenn man sich dann immer rumärgern muss…!’

‚…hätt ich auch keinen Bock mehr…!‘

Die Geräusche entfernten sich wieder, wie die beiden Personen, die eben noch gesprochen hatten. Dann kam wieder ein Geräusch. Ein Fahrrad auf einem Kiesuntergrund. Sie musste unweit von einem Weg im Dreck liegen. Warum bemerkte sie keiner? Hilfe!

Sie versuchte noch einmal die Augen zu öffnen. Mit einem Ruck und unter Schmerzen sprang ihr Auge endlich auf und die grelle Fratze am Himmel stach ihr förmlich ins Auge, deshalb schloss sie das Auge wieder, auch auf die Gefahr hin, dass sie es nie wieder aufbekommen würde. Wahrscheinlich hatte sie sich eh ein paar Wimpern ausgerissen. Was war das für ein klebriger Scheißdreck in ihrem Gesicht?

Sie versuchte sich auf die Seite zu wälzen und blinzelte.

Wieder Stimmen. Diesmal kamen sie langsam auf sie zu.

‘Wenn ich abends alleine bin, muss ich immer an dich denken…!’

IMG_20140603_175445817Wie gut, dass sie die Antwort nicht mehr mitbekommen hatte. Ihr schwappte Erbrochenes in ihre Mundhöhle. Dort war allerdings ziemlich wenig Platz und der Knebel versperrte den Weg nach draußen, also schluckte sie schwer…War wohl nicht ihr Tag heute?! Und warum konnte sie sich an die Party nicht erinnern?! Sie versuchte sich erneut herumzudrehen, und unter unglaublichen Schmerzen gelang es ihr. Doch ihre Drehung wurde je von etwas Harten in ihrem Rücken aufgehalten. Mit ihren gefesselten Händen konnte sie den Stamm eines knorrigen Baumes ertasten. Sie öffnete wieder ihr Auge, dass andere wollte einfach nicht aufgehen. Sie blickte den Stamm einer buckligen Trauerbuche hinauf. Das passt ja. Irgend so ein armer Irrer hatte ein Herz auf den Stamm der Trauerbuche gemalt. C + R? Hat wohl nicht geklappt, was?

Dann blickte sie an ihrem Körper herab. Sie trug ihr Lieblingskleid, die Strumpfhose war tatsächlich kaputt und von dem zweiten Schuh fehlte tatsächlich jede Spur. Sie war mit Klebeband gefesselt worden, dass konnte sie zumindest an ihren Füßen sehen. Aufstehen wird ziemlich schwer werden. Aber sie musste es versuchen. Sie mühte sich einen Moment ab und blieb dann erschöpft an Ort und Stelle liegen. Luft bekam sie nun fast gar nicht mehr. Sie spürte warme Flüssigkeit, wie sie über ihr Gesicht kroch. War das Blut? War sie verletzt? Dem Ersticken nahe drehte sie sich wieder mit dem Kopf nach unten. Und dann sah sie das Blut. Es musst aus ihrer Nase kommen!

Die Angst gleich ersticken zu müssen, übermannte sie und sie wusste sich nicht mehr anders zu helfen, also versuchte sie mit ihren gefesselten Beinen gegen den Stamm zu schlagen. Sie musste Lärm erzeugen. Irgendwie.

Durch die Schläge gegen den Stamm wurde das Tape durchgewetzt und ihre Beine kamen frei. Endlich! Sie versuchte erst gar nicht aufzustehen, weil sie versuchte sich einfach umzudrehen und zumindest auf die Knie zu kommen. Und wenn sie aus der Scheiße kriechen musste!

Gedacht, getan! Bloß robbte sie mehr, als dass sie auf Knien über den Waldboden kroch. Durch die Anstrengung bekam sie zumindest wieder besser Luft und sie versuchte den Geräuschen entgegen zukriechen.

Irgendeiner dieser Jogger oder Biker muss sie doch sehen oder hören. Das Leben rannte in bunten Radlerhosen an ihr vorbei auf der Jagd nach verbrannten Kalorien. Und sie verhungerte an der ausgesteckten Hand mit der Fresse im Dreck. Sie wollte schreien, sie schaffte es aber nicht. Ihre Arme bekam sie auch nicht frei. Ihre Knie waren schon wund, aber sie musste weiter. Dornen rissen an ihren Klamotten. Die Schmerzen spürte sie schon lange nicht mehr, sie wollte nur weg hier. Nach da vorne in die Sonne, da wo die Leute sind, die arglos ihrem Sport nachgingen. Sie konnte vor sich schon den Weg sehen. Doch zwischen ihr und der Freiheit war noch eine Dornenhecke. Da musste sie jetzt durch.

Beherzt warf sie sich seitlich in die Hecke und versuchte sich mit den Beinen durch das Gestrüpp zu drücken. Die Dornen rissen an ihren Haaren und stachen in ihre Kopfhaut. Sie konnte kurz den weißen Kiesweg sehen, als sie plötzlich an beiden Beinen gepackt wurde und mit einem Ruck nach hinten gezogen worden. Sie kam gar nicht auf die Idee sich zu wehren, sie war von der plötzlichen Bewegung so schockiert, dass sie wieder wie gelähmt schien. War sie doch beinahe am Ziel angekommen. Die weißen Kiesel hatte sie doch schon im Blickfeld gehabt. Und da vorne müssen doch Leute sein.

Sie konnte ein fröhliches Pfeifen hören, während ihr Körper über den unebenen Waldboden gezogen wurde.

Irgendwann wurde von ihr abgelassen und sie versuchte im selben Moment zu flüchten, als ihre Beine freigegeben wurden. Besonders weit kam sie diesmal nicht, weil sie erneut gepackt wurde. Eine schleppenden, krächzende, männliche Stimme drang an ihr Ohr.

‘Mein Täubchen, du willst mich verlassen, ohne Aufwiedersehen zu sagen. Das macht mich wirklich sehr, sehr traurig.’

Während der Mann sprach, packt er ihren Kopf und zog ihn nach Hinten, so dass sie gezwungen war, ihm ins Gesicht zu sehen.

Dann fiel es ihr wie Schuppen aus den Haaren. Gestern Nacht war sie allein in der Stadt unterwegs und jemand hatte ihr einen Drink ausgegeben. Dieser Jemand! Dieser Grobian! Er packte sie an den Haaren und schlug sie hart ins Gesicht.

‘Ich hab gedacht, dass du mich liebst und dass du für immer bei mir bleibst!’ zischte er ihr zu, machte dann ein abfälliges Geräusch, riss ihr Kleid mit einem Ruck auf, bevor er fortfuhr: ‘Aber wenn du mein Vertrauen so mit Füßen trittst…!’

Er begann sie grob zu befummeln und schlug sie immer wieder ins Gesicht.

Mehr bekam sie gar nicht mehr mit, eine erlösende Ohnmacht ersparte ihr zumindest kurzzeitig die Schmerzen. Aber genau die Schmerzen waren es, die sie wieder zurück brachten.

Ihre Beine waren wieder gefesselt und sie hatte unglaubliche Schmerzen am Kopf. Ihr war kalt. Ziemlich kalt. Bevor ihr klar wurde, dass sie kaum mehr was anhaben musste, versuchte sie erneut die Augen zu öffnen. Es gelang ihr kaum, ihr Gesicht war wohl von den Schlägen ziemlich angeschwollen. Und genauso fühlte es sich auch an. Sie lag in einer klebrigen Pfütze und es roch nach Blut. Ihr Blut!

Von weit entfernt konnte sie wieder Geräusche hören. Sie röchelte vor sich hin, trotz des Knebels konnte sie Blut schmecken. Die Geräusche wurden lauter.

‘Was ist denn mit dir los? Du willst doch jetzt nicht schon wieder fahren?’ hörte sie eine hysterische Frauenstimme in der Ferne. Die Schritte kamen näher. ‘Wir sind andernhalb Stunden hier hergefahren und jetzt willst du sofort wieder heim? Was ist denn mit dir los, Herbert? So kenn ich dich ja gar nicht!’

‘Schau mal da liegt ein Schuh!’ meinte Herbert.

‘Diese Jugend heutzutage, keine Werte mehr. Lassen einfach ihre Schuhe hier liegen!’

‘Es ist nur ein Schuh, Edeltraut!’

‘Ein Schuh, ein Schuh! Trotzdem verantwortungslos! Wenn hier jemand stolpert. An dem spitzen Ding könnte man sich ja die Augen ausstechen.’

‘Sag mal ist das Blut, da am Schuh!’

‘Schau, hab ichs dir nicht gesagt, wie gefährlich so ein Schuhwerk sein kann!’

‘Da wird doch nichts passiert sein?’

‘Spinn dich aus Herbert, lass uns wieder heimfahren!’

Die Schritte entfernten sich wieder von ihr und sie blieb völlig fassungslos im Dreck und ihrem eigenen Blut liegend zurück. Diese ignorante Menschheit heutzutage. Ihr war so kalt und versuchte sich nochmal umzudrehen, damit sie die Sonne sehen konnte, wie sie durch die Trauerbuche schien. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages streichelten über ihr zerschundenes Gesicht und ein Tropfen Blut fiel vom Baum herab und landete direkt in ihrem Auge.

C steht für Charlotte. Die nächsten Radfahrer und Jogger hörte Charlotte schon gar nicht mehr…

IMG_20140603_175432448

 

Und R ist der Grobian. Am nächsten Tag würde man es in der Zeitung lesen können…

%d Bloggern gefällt das: