Drei und eine Axt – Teil 28

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 28

reiter_neu‚Ich bin als Sippenführer zu nicht zu gebrauchen.‘ meinte Halef, während Lamina ihn wusch.

‚Ach red doch keinen Unsinn!‘ rief Lamina.

‚Wie lange lieg ich schon im Bett und kann nicht helfen? Der Winter wird kommen!‘

‚Mach dir keine Gedanken, Ainur arbeitet für drei.‘

‚Ich müsste für drei arbeiten!‘

Ainur kam herein und rief: ‚Dazu hast du bald Gelegenheit.‘

Er kam ans Bett und blickte Lamina an.

‚Er hat schlechte Laune.‘ meinte sie, deckte ihn liebevoll zu und stand auf.

‚Ich werd deine Laune nicht verbessern können, ich muss gehen. Der Winter naht unablässig.‘ meinte Ainur ernst.

‚Ich weiß, Mutter hat es mir gesagt, oben bei den Ahnen schon!‘ meinte Halef und blickte Lamina hinterher, die gerade aus der Jurte schlich.

‚Mein Sippenführer, ich reite schnell und komme wieder und im Frühjahr bauen wir eine Brücke.‘

‚Bevor du gehst, müsstest du mich noch zum Donnerbalken bringen!‘

‚Sofort?‘

‚Nachher.‘

Einen Tag bleibe ich noch!‘

‚Ich möchte, dass du ein zweites Pferd mitnimmst.‘

‚Mein Dank ist Dein!‘

‚Und ich möchte dass du Róka mitnimmst. Damit du den Weg nach Hause findest.‘

‚Ich bringe dir deinen Hund heil zurück.

‚Und ich werde auf meine Mutter acht geben!‘

Vira stand in der Tür und zog eine Augenbraue hoch. Halef blickte auf.

‚Nimm mein Pferd!‘ meinte sie kurz, drehte sich um und ging. Ainur stürzte ihr hinterher.

Später kam Ainur mit Ziska zu ihm und sie flößten ihm etwas Grausames ein und dann brachte Ainur ihn zum Abort. Es war ihm sehr peinlich, dass er mit quasi runtergelassenen Hosen von seiner Tante auf den Abort gesetzt wurde. Sie drückte ihm einen Becher in die Hand und grinste: ‚Wenn du noch einen Becher trinkst, dann lassen wir dich einen Moment in Ruhe!‘

Er erwachte und sah Lamina an der Bettkante sitzen. Er konnte sich nicht erinnern, wie er hier her gekommen war, das Letzte an was er sich erinnern konnte war, dass Ainur ihn zum Donnerbalken gebracht hatte und an das widerliche Zeug, was er trinken musste. Sein Kopf sauste, aber ansonsten fühlte er sich eigentlich gut. Er regte sich und blickte auf Lamina. Das Licht, das vom Feuer herrührte schimmerte auf ihren Fingern. Sie versuchte ihren Rücken einzuschmieren, was ihr nur bedingt gelang. Er konnte nicht anders, als sie dabei zu beobachten. Sie hatte quasi nichts an, soweit er das erkennen konnte. Er bewegte sich in ihre Richtung und wollte ihr zur Hand gehen, doch sie bemerkte seine Bewegung, drehte sich halb um und blickte über ihre Schulter. Ihr Haare verdeckten ihre Brüste, sie hatte sich ihre Zöpfe über die Schulter gelegt und sie bedeckten gerade so viel, dass es ihn leicht erregte. Schwindel überkam ihn.

‚Lass mich dir helfen!‘ flüsterte er benommen. Sie zog die Beine aufs Bett und rutschte in seine Richtung. Er umarmte sie und nahm ihre Hände vor ihrem Körper in die Seinen, um das Öl von ihren Fingern aufzunehmen. Sie goss ihm etwas von dem Öl in die Hand. Er rieb über ihre Schultern und dann über den Rücken bis zum Ansatz ihres Hinterns. Als er damit fertig war, lehnte sie sich nach hinten und griff nach seiner Hand. Sie rieb ihm seine Handgelenke mit dem Öl ein. Und er die ihren, dabei wickelte er geschickt ihren Verband von der Hand, um sie zu küssen. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Er nahm sie in den Arm und sie legte sich zu ihm. Er versuchte sie zuzudecken. Mit seinen und ihren Armen verdeckte er ihre Brüste.

Es war so ein unschuldiger Augenblick, wie sie bei ihm lag, der ihn doch so erregte, dass ihm fast die Sinne schwanden. Besser wäre es wahrscheinlich, er würde wirklich ohnmächtig, sonst käme er noch auf dumme Gedanken.

Sie blickten beide ins Feuer und er hielt sie einfach weiter fest. Ihr ganzer Körper zitterte. Und er hielt sie so lange, bis sich ihr Körper beruhigte. Irgendwann stand sie doch auf und zog sich eine leichte Tunika an. Dann legte sie genug Holz nach, damit sie wieder unter seine Decke kriechen konnte. Sie küsste ihn, bevor sie sich wieder zu ihm legte.

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Published in: on 9. April 2013 at 20:58  Schreibe einen Kommentar  
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Drei und eine Axt – Teil 27

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 27

reiter_neu‚Wir können einfach keine Blutegel mehr finden!‘ meinte Ainur leise. ‚Der Herbst ist bald zu Ende!‘

‚Dann muss es so gehen!‘ krächzte Lamina. Sie versuchte ein Schluchzen zu unterdrücken.

‚Das wird schon alles wieder. Das Bein von dem alten Krüppel da draußen hat viel länger geeitert und viel schlimmer ausgesehen und wir mussten es auch nicht abschneiden.‘ Ainur versuchte sie aufzumuntern, was ihm aber nur bedingt gelang.

Ein Geräusch, dass vom Bett herrührte, lies sie aufblicken. ‚Nyúl… Róka!‘

Die Tür ging sprang auf und beiden Hunde stolperten herein. Sie hatten ihren Herren gehört und konnten es kaum erwarten ans Bett zu gelangen. Halef wand den Kopf und hielt seine Hand aus dem Bett und wieder kamen Geräusche aus seinem Mund. Lamina lief den Hunden hinterher und zischte: ‚Nicht so stürmisch, ihr Beiden! Sitz!‘

Die Hunde folgten aufs Wort und setzten sich brav neben das Bett, aber noch so nah, dass ihr Herr sie streicheln konnte.

‚Ainur. Wenn du Blutegeln finden willst. Geh in Richtung meiner Höhle. Dort ist am Fuße des Berges ein Sumpf und ein paar Tümpel. Róka bringt dich hin.‘ krächzte Halef leise.

Róka sprang auf und wedelte mit dem Schwanz.

‚Was würden wir nur ohne unseren Sippenführer machen.‘ rief Ainur, kniete sich hastig vors Bett und küsste Halef. Dann sprang er auf und lief aus der Jurte. Als er schon draußen war, rief er noch: ‚Róka los, schnell!‘

‚Aber geht nicht in meine Höhle, das ist Meine!‘ meinte Halef, doch sein Hund war schon aus der Jurte gelaufen.

‚Du hast eine Höhle?‘ fragte Lamina erstaunt, während sie ihm half sich etwas aufzurichten.

Halef nickte und versuchte zu lächeln.

Wena kam kopfschüttelnd in die Jurte, sie brachte Suppe und Brot. ‚Was war das jetzt? Erst machen die Köter die Tür auf und dann läuft Ainur, wie eine angestochene Sau, zum Gatter und klaut mein Pferd.‘

‚Er kommt wieder, mit Blutegeln! Hoffe ich!‘ meinte Lamina.

‚Und er hat mich geküsst!‘ stammelte Halef. Nyúl war aufs Bett gekrabbelt und kuschelte sich an den Körper seines Herren.

‚Du warst die letzten zwei Nächte wieder im Fieber und völlig weggetreten. Und dein Bein macht uns große Sorgen.‘ meinte Lamina und setzte sich zu ihm ans Bett und küsste ihn auf die Stirn. ‚Und jetzt musst du erst mal was essen und dann…!‘

‚Und dann schau ich mir dein Bein an!‘ rief Ziska von der Tür her.

Als sie nach dem Essen seinen Verband wechselten, wurde er während der Waschung ohnmächtig und wurde erst wieder wach, weil er ein komisches Gefühl an seinem Bein fühlte. Ziska saß an der Bettkante und wedelte mit rauchenden Käutern über seinem Bein rum.

‚Sch..sch…sch. Du musst dein Bein ruhig halten. Sonst fallen die Maden runter.‘ meinte Ziska leise, legte den rauchenden Zweig in eine kleine Feuerschale und strich ihm mit der anderen Hand über den Kopf. ‚Sie fressen das brandige Fleisch weg.‘

‚Wo ist Lamina?‘ fragte er leise.

‚Sie hat den Hund rausgebracht. Nyúl ist ganz heiß auf dein Bein.‘

‚Der Köter wollt mich doch nicht fressen?‘

‚Nein, aber dieser Mistköter wollte Lamina fressen.‘

‚Bitte was?‘ schrie er heiser.

‚Sie hat nur einen Kratzer abbekommen!‘

‚Nyúl!‘ schrie er, bis sein Schrei von einem trockenen Husten gestoppt wurde. Ziska half ihm eine Wenig hoch und drückte ihm einen Becher Tee in die Hand.

Die Tür ging auf und der Hund tapste herein und er tat so als wäre nichts geschehen.

‚Was fällt dir ein, mein Bein oder meine Frau fressen zu wollen. Böser Hund.‘

Der Hund japste unschuldig.

‚Raus hier. Komm mir nicht mehr unter die Augen.‘

‚Halef, es ist doch nur ein Kratzer!‘ rief Lamina. Sie stand in der Jurtentür und hielt sich eine Hand. Ein blutiger Verband war darum gewickelt.

‚Los raus hier, Nyúl!‘

Der Hund ging rückwärts aus der Jurte und verzog sich geknickt.

Lamina schloss die Tür und ging langsam aufs Bett zu. Ihr liefen Tränen übers Gesicht und sie rang heftig mit ihrer Fassung.

‚Der dumme Köter kommt wieder, keine Sorge.‘ meinte Halef und griff nach ihrer Hand. ‚Hat er dir arg weh getan?‘

‚Es ist nichts, ich hab mich nur erschrocken!‘

Er wickelte den Verband ab und blickte auf die Wunde. ‚Nichts, sieht aber anders aus!‘

Die Tür ging wieder auf und Ainur kam herein gestolpert, gefolgt von Róka.

‚Róka, geh zu Nyúl, er war ein böser Hund.‘ rief Halef und der Hund machte kehrt und lief nach draußen, noch ehe Ainur die Tür schließen konnte.

‚Es hatte jemand Blutegel bestellt?‘ meinte Ainur und übergab Ziska einen verschlossenen Krug.

Published in: on 18. März 2013 at 22:58  Comments (1)  
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Sprechstunde – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 7

Sprechstunde – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 7

schweiniIn der Wohnstube roch es nach deftigen Eintopf, gebratenen Zwiebeln und Speck. Bruna kochte gerade das Abendessen.

‚Aber das sieht doch schon ganz gut aus!‘ meinte der Heiler zum Holzfäller und erneuerte den Verband.

‚Kann ich aufstehen?‘ fragte Branu ungestüm und war im Begriff aus dem Bett springen zu wollen. Der Heiler hielt ihn zurück und meinte: ‚Na, na, na, morgen, vielleicht!‘

‚Kann ich wenigstens zum Abort gehen?‘

‚Morgen dann, aber überanstrenge dein Bein nicht, sonst waren unsere ganzen Bemühungen für die Katz. Der Eimer wird es heute Nacht für deine kleinen Geschäfte noch tun.‘

‚Muss ich die ganze Zeit im Bett liegen?‘

‚Nein, wenn du eh schon raus humpelst, kannst du morgen ein Bisschen in der Sonne sitzen, aber leg dein Bein hoch!‘

Bruna schaute durch einen Spalt im Vorhang.

‚Ah Bruna, komm nur rein!‘ meinte der Heiler. ‚Sehr gute Arbeit! Ich werd bei Zeiten auf dein inneres Feuer zurückkommen, du kannst viel Leid lindern.‘

‚Ich habe aber keine Ahnung was ich gemacht habe!‘

‚Dein Handabdruck ist auf seiner Wunde eingebrannt.‘

Ein erschrockenes ‚Oh!‘ kam aus ihrem Mund gestolpert, doch der freundliche Gesichtsausdruck des Heilers besänftigte ihren Schrecken und sie fuhr fort. ‚Ich hab einen Moment nicht aufgepasst und dann fing der Verband schon flammen.‘

‚Sehr gut, weiter so!‘ meinte der Heiler und war in der Versuchung ihr auf die Schulter zu klopfen.

‚Irgendwann brennt sie noch das ganze Haus nieder, wenn sie nicht aufpasst!‘ hörten sie Meister Ulgur rufen, der gerade am Vorhang vorbeigelaufen war.

Der Heiler sprang auf und meinte noch: ‚Also immer schön das Bein hochlegen und nicht überanstrengen. Ich schau morgen Abend wieder vorbei.‘

Er war schon hinter dem Vorhang verschwunden, bevor sie ihn rufen hörten: ‚Meister Ulgur!‘

Schweini lief durch den Vorhang und verhedderte sich im ausgerissenen Saum des Vorhangs. Bruna lief zum Schwein und befreite es. ‚Wär ja mal a G’schicht, wenn du durch die Öffnung laufen würdest.‘

Schweini grunzte erbost, so schien es zumindest dem Holzfäller.

‚Ist ja schon gut, ich wollt den Saum schon lang mal um nähen.‘ meinte sie und wand sich wieder zum Holzfäller, der sie belustigt angrinste.

Plötzlich kroch ihr der Geruch von Verbrannten in die Nase. Sie lies das Schwein aufs Bett fallen und blickte auf ihre Hände. Nun roch auch der Holzfäller etwas Verbranntes. Sie drehte sich um und versuchte auf ihren Hintern zu blicken und dann fiel es ihr ein. ‚Bei allen Göttern, mein Kuchen!‘

Und schon stolperte sie durch den Vorhang und er konnte nur noch ein Zischen hören. Bruna hatte wohl wieder den Herd mit bloßen Händen geöffnet.

‚Ach du gute Güte, da wären mir doch beinahe meine Küchlein verbrannt!‘

Der Holzfäller hielt sich die Hand vor den Mund, um ein lautes Loslachen zu verhindern, was ihm nur bedingt gelang.

‚Hör bloß auf zu Lachen!‘ meinte Bruna mürrisch.

‚Ich lach ja gar…!‘ und schon war es um ihn geschehen. Ohrenbetäubendes Gelächter drang durch den Vorhang. Er hielt erst inne, als Bruna ihr wütendes Gesicht im Spalt des Vorhanges auftauchte.

‚Da will wohl einer keinen Kuchen!‘

‚Doch Bruna, sehr gerne.‘

‚Dann hör auf zu Lachen!‘

‚Es tut mir leid, ich höre von dir nur so selten so Sachen wie: Vorhang versäumen und ach du gute Güte, da wären mir doch beinahe meine Küchlein verbrannt!‘ meinte der Holzfäller mit verstellter Stimme.

‚Versucht sie wieder das Haus anzuzünden?‘ meinte Metzger Ulgur, der gerade wieder in die Wohnstube getreten war.

‚Nein, sie hat versucht einen Kuchen zu backen!‘ rief der Holzfäller.

Der Metzger blickte auf den leicht verkohlten Kuchen auf der Anrichte. ‚Ah, die alten Äpfel mussten eh weg. Aber was hast du mit dem Zwiebelkuchen von vorhin gemacht?‘

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Aufgeschreckt – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 6

Aufgeschreckt – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 6

schweiniEin dumpfer Schmerz zerrte an seinen Träumen und riss ihn unsanft aus dem Schlaf. Er war benommen und sein Kopf rauschte. Sein Bein fühlte sich taub an, schmerzte aber unvorstellbar und er konnte sich nicht bewegen, auch die Arme nicht. Vorsichtig öffnete er ein Auge und sofort rannen ihm Schweißperlen hinein. Hastig kniff er das Auge wieder zu und versuchte sich doch zu bewegen. Er bekam kaum Luft. Es schien so als würde etwas auf seiner Brust sitzen. Röchelnd versuchte er zu sprechen, doch seine Stimme brach und er hustete. Bruna wurde wach und schreckte von seiner Brust hoch. Sie war wohl am Bett sitzend eingeschlafen. Als sie wieder aufrecht da saß, begriff sie erst, das der Holzfäller wach war und panisch versuchte sich aus seiner Verschnürung zu winden. Beruhigende Laute kamen ihr über die Lippen während ihre Hände nach den Seinen suchte, um die Fesseln zu lösen. ‚Sch sch sch! Ich musste dich am Bett festbinden, du bist im Fieber handgreiflich geworden.‘

‚Bruna?‘ hustete der Holzfäller hervor. ‚Hab ich…!‘ Und seine Stimme brach wieder.

Sie legte einen Finger auf seinen Mund und wischte ihm mit einem feuchten Lumpen übers Gesicht. Vorsichtig öffnete er die Augen und blickte in ihre lächelnde Gesicht. ‚Nein, du hast dir keine Schande gemacht und dein Bein ist auch noch dran.‘ Sie musste ein Gähnen unterdrücken und nestelte weiter an seinen Fesseln. Endlich waren seine Hände frei. Und in einer ungeschickten Bewegung ergriff er sie an ihren Schultern, dass ihr vor Schreck der Lumpen aus der Hand fiel. ‚Hab ich dir Schande gemacht?‘ keuchte er ihr ins Gesicht.

Sie schüttelte verschmitzt den Kopf und als ihr Gewahr wurde, dass ihr das Blut in den Kopf stieg, riss sie sich los. Hastig griff sie nach der Wasserkanne und fing auch genauso hastig an zu reden: ‚Du musst viel trinken…!‘ Mit zitternden Fingern goss sie Wasser in einen Becher und setzte ihn an seine Lippen. Er nahm einen Schluck und griff dann nach ihrer Hand.

‚Halt, bevor du mir weiter was einflößt, müsste ich langsam mal was loswerden.‘ sagte er grade heraus.

‚Ja, natürlich! Lass mich erst die Fesseln lösen.‘ Was sie auch machte, dann drückte sie ihm eine Tunika in die Hand und half ihm hoch. ‚Langsam solltest du dir wirklich was anziehen.‘

Dann schob sie ihm einen Eimer vor die Füße und meinte: ‚Ich hoffe, dass schaffst du alleine!‘

Und ehe er sich versah, eilte sie von ihm fort und zog den Vorhang hinter sich zu. Er hörte wie sie sich am Ofen zu schaffen machte, als er sein Bein aus dem Bett hob. Jetzt spürte er es und es schmerzte. Er biss sich auf die Lippe, um ein Stöhnen zu unterdrücken. Nichts desto trotz zog er sich erst seine Tunika an und stutzte nicht schlecht, als er begriff, dass es tatsächlich eines seiner leichten Hemden war.

‚Das ist ja meine Tunika?‚ fragte Branu, über den Vorhang hinweg, während er schwerfällig seine Tunika anzog.

‚Ja, ich war heute untertags bei deiner Hütte und hab dir ein paar Sachen eingepackt und deinen Ochsen geholt. Du hast gestern Nacht im Fieberwahn ziemlich viel wirres Zeug geredet.‘ meinte sie und fuhr umgehend weiter fort, als sie das Plätschern hörte. ‚Aber nachdem du immer nach deinem Ochsen geplärrt hattest, beschloss ich ihn einfach herzuholen. Hab auch die paar Stämme mitgebracht. Nur die Kiefer hab ich liegen lassen.‘

‚Ich werd jeden einzelnen Spreißel von dem krummen Bastard einschüren.‘ fluchte er.

Fortsetzung folgt vielleicht…

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Wundbrand – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 5

Wundbrand – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 5

schweini‚Er wird Fieber kriegen!‘ hatte der Heiler immer wieder gesagt. Und da lassen sie Bruna mit dem armen Holzfäller allein, wo sie doch gar nichts Kühlendes mehr an sich hatte. Sie betete inbrünstig an die Götter und zwar alle die ihr einfielen, dass sie bis zum Morgengrauen nicht Feuer fing.

Der Holzfäller lag in ihrem Bett und das Fieber beutelte seinen Körper. Der Heiler hatte ihr Kräuterschnaps da gelassen, der gegen Krämpfe helfen sollten, die er auch noch bekommen würde.

‚Du wirst ihn am Bett festbinden müssen! Nicht dass die Wunden wieder aufgehen!‘ Hatte er noch gesagt, bevor er wieder verschwinden wollte. Im Lauf drehte er sich nochmal um und rief über seine Schulter hinweg: ‚Ach, wenn die Wunde durchnässt, versuch vorsichtig den Verband zu wechseln.‘ Er wand sich wieder in ihre Richtung und drückte ihr gleich seinen ganzen Korb in die Hand und verschwand. Des Holzfällers Glück war, dass sie den Heilern in den letzten Tagen gut über die Schulter geschaute hatte, also wusste sie so ungefähr, was zu tun war. Sein Körper fing tatsächlich an zu Krampfen und sie flößte ihm den Schnaps ein. Als er sich wieder ein Wenig beruhigt hatte, stand sie auf und suchte einen Strick. Sie band seinen gewaltigen Körper ordentlich an ihrem Bett fest und blickte dann zufrieden auf ihr Werk. Er faselte wirres Zeug, dass sie kaum verstehen konnte. Sie legte ihm vorsichtig ein feuchtes Tuch auf seine Stirn und als sie sich wieder abwenden wollte, packte er sie an ihrer Tunika und zog sie zu sich aufs Bett. Vielleicht hätte sie ihm auch noch die Hände fesseln sollen. Schweini lief quietschend übers Bett, bevor Bruna das Gleichgewicht verlor und aufs Bett krachte.

Er riss die Augen auf und fing an völlig klar mir ihr zu reden: ‚Holz macht vier mal warm! Einmal beim Umschneiden und einmal beim aus dem Wald holen. Dann beim Hacken und natürlich beim Einschüren!‘

Genauso plötzlich wie er sie ergriffen hatte, löste er seine Umklammerung und sie fiel vor Schreck fast vom Bett. Als sie sich wieder gefangen hatte, band sie auch seine Hände fest. Als sie ihn zudecken wollte, bemerkte sie, dass seine Beinwunde tatsächlich stark nässte und beschloss den Verband zu wechseln.

Sie pfriemelte den Verband ab und noch bevor sie die letzten Lagen des Verbandes abgewickelt hatte, drang schon der Eiter durch die verkrusteten Leinenwickel. Der Gestank des verdorbenen Fleisches, den sie nur zu gut kannte, brachte sie zum Würgen.

Sie band sich ein schnapsgetränktes Tuch um Nase und Mund und wusch sorgfältig seine Wunden aus. Er musste wirklich unglaubliche Schmerzen haben. Tränen standen ihr in den Augen und sie schluckte schwer, als sie den frischen Verband an legte. Sie hatte wohl eine Weile nicht aufgepasst, denn ihre Hände fingen Feuer und brannten sich durch den Verband und als sie sein brandiges Fleisch zischen hörte, zuckte sie zurück.

Nach hinten stolpernd, hechtete sie zum Wassereimer und versenkte ihre Hände darin. Sie versuchte sich zu beruhigen, atmete tief durch und blickte zu dem Bein hinüber. Der Verband schmurgelte noch vor sich hin. Mit einem nassen Lumpen um die Hände schlich sie wieder zum Bett und versorgte erneut die Wunde. Die brandigen Stellen waren nun kross gebacken. Zumindest würde es nun nicht mehr eitern. Sie schmierte mit einem frischen Tuch eine Wundsalbe über die ausgebrannten Stellen und machte erneut einen Verband.

Diese Nacht sollte tatsächlich die Schlimmste werden, denn nach dem versehentlichen Ausbrennen, stieg das Fieber nochmal an und er fieberte wieder lautstark vor sich hin.

Er rief nach seinem Zweiender. Doch sie brauchte bis zum Morgengrauen, bis sie verstand, was er da vor sich hin faselte. Er befürchtete, dass sein Ochse, auch Zweiender genannt, verhungern oder erfrieren könnte. Außerdem schreckte er mehrmals hoch und war sich ziemlich sicher das Feuer in seiner Hütte angelassen zu haben. Er arbeitete gegen die Fesseln und kämpfe gegen seine Bewegungsunfähigkeit an. Sie war heilfroh, dass sie ihn ordentlich fixiert hatte, aber dafür schien sein Verstand mit ihm durchzugehen.

Fortsetzung folgt vielleicht…

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

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