Morgengrauen nach durchzechter Nacht

brunaMorgengrauen nach durchzechter Nacht

Als Bruna ihren Gaul wieder Richtung Hoimarshold hetzte, bemerkte sie, dass sie ein Falke schon eine Weile verfolgt hatte. Es dauerte noch eine Weile, bis sie endlich den Arm nach ihm ausstreckte und ihren Gaul stoppte. Sie las die Zeilen und blickte in den Himmel.

‚Nun Bruna,

auch wenn Teutates es mehr als gut mit dir meint, wirst du uns auf diesem Kriegszug noch nicht begleiten. Zum Einen ist es ein zu großes Risiko für unsere eigenen Krieger solange du deine Macht nicht kontrollieren kannst und zum Anderen wäre es Taktisch unklug wenn der Gegner von deinen Fähigkeiten erführe bevor es unvermeidlich ist. Also bleib hier und erwarte meine Nachricht. Bis ich dich rufe übe dich in Selbstkontrolle und meditiere wie ich es dir gezeigt habe. Und zur Sicherheit, bleib großen Ritualen fern…..du weißt was sie in dir auslösen können.‘

 Der Falke kreiste über ihr und sie kam sich merkwürdig beobachtet vor. Vielleicht sollte sie zuerst damit beginnen etwas weniger zu trinken, obwohl sie während des Umtrunkes mit Asbirg und diesem Rutger, Sohn des Fellhändlers zu Grimgard, keine größeren Brandrodungen oder Hitzewallungen hatte. Was der olle Tankred in Hoimarshold zu suchen hatte, wollte sie sich gar nicht ausmalen. Aber ein Wenig seltsam kam es ihr schon vor, dass sie nicht einmal eine einfach Wurstlieferung tätigen konnte, ohne dass sie unter Beobachtung stand. Aber den alten Esel von dem Heiler hatte sie ja eh gehörig abgehängt. Und doch dachte sie über die Worte nach, die dieser Rutger gesprochen hatte, als sie ihre Geschichte erzählt hatte. ‚Nichts gegen die ehrenwerten Kriegspriestes des Teutates. Aber das ist ja die dümmste Anmache die ich je gehört habe.‘ ‚Ja, aber es ist nichts Sexuelles!‘ hatte sich Bruna verteidigt. ‚Ja, aber ihr macht was ein Mann zu euch sagt, obwohl ihr keine guten Erfahrungen mit dem Mannsvolk bisher gemacht hattet.‘ Sie wurde je aus ihren Gedanken gerissen, da der Falke ihr auf den Kopf geschissen hatte. Also schrieb sie doch einen Brief und schickte den Falken damit fort.

‚Mein werter Kriegspriester,

so ist mir nicht mal klar, wie ich euch anzureden habe, wenn ich einen Brief schicke, aber der Sturmfalke ließ mir keine Wahl und dem Vogel sein großes Glück war es, dass ich es noch nicht schaffe das Feuer durch die Luft schleudern, als er mir mehrmals auf den Kopf gekackt hat. Verzeiht meine harten Worte, ich bin etwas in Rage. Seit dem ich wieder auf der Heimreise bin und die Tage immer wärmer werden, fällt es mir schwer, Ruhe zu bewahren und Schnaps scheint mir auch keine Lösung zu sein. Mir brennt da Einiges auf den Nägeln, was mich ziemlich nachdenklich stimmt. Einmal habe ich Tankred in Grimgard getroffen, was für ein Zufall?! Was sucht er denn so weit ab vom Swajut? Ich hoffe doch nicht, dass ich der Grund war, weil das würde mich doch sehr verwundern, weil eine einfach Wurstlieferung bekomme ich schon noch alleine ausgeliefert, ohne das mir der Quacksalber hinterher dackelt. Und sein Esel ist ja nicht gerade der Allerschnellste. Aber so wie die Falken ihren Weg immer wieder nach Hause finden, wird er schon wieder zurück finden und feststellen müssen, dass der Swajut des ehrenwerten Falken ausgeflogen ist. Hm.

Dann stimmt es mich im Moment ein Wenig traurig, dass ich scheinbar unbedacht mein Blut mit, im Grunde genommen völlig Fremden, aber ehrenwerten Persönlichkeiten vermischt habe, aber trotzdem unwissend in meinem Geburtshaus festsitze und auf Gedeih und Verderb der schlechten Laune meiner Verwandtschaft ausgeliefert bin. So ist die Stimmung im Hause Ulgur seit meinem Beitritt beim Swajut dermaßen frostig, dass ich mich da eigentlich echt wohl fühlen müsste. Tut es aber nicht! Das Haus, das mir immer mein Heim war und mir immer Unterschlupf bot, wird mir langsam zu eng und ich fühle mich nicht mehr wohl. So treibe ich mich meist im Wald herum und nehme jede Möglichkeit an, von Hoimarshold wegzukommen, nur um meinem Vater nicht mehr unter die Augen treten zu müssen.

Und doch reite ich wieder zurück, weil wo soll ich sonst hin, wenn die Meinen mich nicht haben wollen und ihr aber auch irgendwie nicht. Und dass ich in Abwesenheit von Grimmar die Post des Swajut erledige, ist nicht gerade die Arbeit einer angeblichen Feuertänzerin. Ist ja nicht so, als würde ich nicht schon mein ganzes Leben die Briefe lesen, die mir Andere unter die Nase halten.

Ach, da ist ein eiliger Brief mit einer Probe von dieser Schlonze, mit der Bitte sie anzuzünden. Ihr braucht euch die Mühe nicht machen, es zu versuchen. Hab ein Loch in den Tisch gebrannt, bei dem Versuch.

Die Schlonze brennt nicht, noch nicht mal wenn ich sie mit dem Unaussprechlichen Schnaps übergieße, der meinen Großvater ins Grab brachte, als seine Destille in die Luft flog. Ich schweife ab, ich werde des Meditierens langsam Müde und ruhiger werde ich davon auch nicht. Also habe ich beschlossen, mich an den Ort zu begeben, wo alles angefangen hat. An den Ort, an dem ich meine erste Vision hatte. Euer Falke wird mich schon finden, am Gipfel des Hügels unweit von Hoimarshold.

Werde wohl ein Feuer machen und mal sehen was passiert, wenn die Nacht hereinbricht…

In aufrichtiger Ergebenheit, eure Bruna, was auch immer die Götter mit mir vor hatten, als sie meine Seele in Brand gesteckt haben.‘

Einige Tage später: Dieser, in den Augen einer Blankarderin, kleine, gefiederte Störenfried riss Bruna aus der Konzentration, als er seinen Schrei über das Tal schallen lies. Da wäre ihr doch beinahe der Ball aus Feuer ausgekommen, den sie von einer Hand zur Anderen warf. Sie hielt inne und blickte nach oben, atmete tief durch, bis sie den Schnee riechen konnte und wie in Trance lies sie den Feuerball in die Glut gleiten, wo er die Asche und die verbrannte Erde noch ein Mal anzufachen schien. Sie rieb sich die verkohlten Hände und streckte dann langsam die Hand aus, damit ihr ganz spezieller Freund darauf Platz nehmen konnte. Wieder ein Brief von ihrem Herrn und Meister. Hastig rollte sie das kleine Pergament auf, und wusste gar nicht, wo sie zu lesen beginnen sollte, er hatte es auf beiden Seiten beschreiben.

‚Bruna, unruhig und unberechenbar, wie das Feuer eben ist. Du gibst dir selbst schon die richtigen Antworten, nichts Anderes habe ich erwartet. Ich verstehe, dass du dich verloren fühlst, mir selbst ist es nicht anders ergangen, als ich die Ausbildung zum Priester begann. Es war mein Lehrer, Ramfior kun Isanbara, der mir sagte: ‚Ich kann dir eine kleine Hilfe geben, aber die Macht in deiner Seele kannst nur du kontrollieren. Also geh in die Hügel und lerne warum die Dinge so sind, wie sie sind!‘ Auch ich dachte mir, was ich lernen soll, ohne einen Lehrer, dem ich meine Fragen stellen kann. Doch habe ich es getan. Ich habe in diesen Tagen ein Wenig mit meinen Fähigkeiten experimentiert und glaub mir, ich habe durchaus für Aufsehen gesorgt …wenn auch ungewollt…! Doch der Sinn dahinter, allein durch die Hügel zu streifen, war wie ich jetzt weiß, zum Einen, dass ich niemanden mit meinen Experimenten gefährde und zum Anderen, dass ich meine eigenen Antworten finde. Also kam ich nach ein paar Wochen zu meinem Lehrer zurück und erzählte ihm von meinen Erlebnissen. Dabei stellte ich fest, dass ich fast keine Fragen mehr hatte… und plötzlich verstand ich seine Worte, die bis dahin immer rätselhaft für mich waren. Also geh und mach was du für das richtige hältst… aber tu es allein. Beim nächsten Vollmond werde ich, so die Götter es wollen, in Hoimarshold sein. Dort werden wir uns wieder sehen. Und dann wirst du einiges verstehen… so hoffe ich.

Mein Name ist Modorok kun Ramfior, Kriegshetzer, Teutatespriester, Schlachtenrufer und Feuerseele …. aber nenn mich Modorok, wir sind aus einem Clan und seit Beltane vom selben Blut. Deinem Vater habe ich ein paar meiner schnellsten Falken zukommen lassen. Damit können wir in Kontakt bleiben! Vergiss bei allem nicht, es ist Teutates, der dich beobachtet… hadere nicht mit deinem Schicksal, nimm die Gabe an und verstehe sie als einen Teil von dir. Du bist eine Erwählte, und als solche gehört dein Leben Teutates selbst. Er hat dein Schicksal in der Hand, ob du willst oder nicht. Als ich das damals eingesehen habe, ging mir vieles leichter von der Hand. Von Feuerseele zu Feuertänzerin….sichere Wege.‘

 Im Lesen liefen ihr Tränen übers Gesicht, die langsam auf ihrem Gesicht verdampften. Sie brauchte eine Weile, bis sie sich wieder fing. Sie kritztelte ein paar hastige Worte auf dem Zettel:

 ‚Modorok Feuerseele,

ich hoffe, ich vergesse nicht die Zeit bis zum Vollmond, ist es doch recht einsam hier oben und doch merke ich, wie sich meine Seele zu beruhigen scheint. Mir kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen, als ihr euch schrieb. Und doch muss es einige Tage her sein, da ich bereits wieder in Hoimarshold war und mich dann zu Fuß aufgemacht habe in die Hügel zu ziehen… und ich saß bestimmt schon einen Tag hier, bis ich es schaffte einen Ball aus Feuer in meiner Hand zu formen und bis der Vogel mich eben aus meiner Konzentration riss, brauchte ich auch mindestens einen Tag, um mich von dem Feuerball lösen zu können. Von werfen kann da aber keine Rede sein. Wir werden es sehen, wenn wir uns wieder sehen.

Die Bruna

P.S. Es ist wahrscheinlich nicht der richtige Zeitpunkt, aber ich kann doch gar nicht tanzen.‘

Der Brief riecht nach Feuer und Rauch und ist an einigen Stellen verkohlt. Es scheint so, als wären verbrannte Fingerabdrücke auf dem Papier.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker, der freundlichen Unterstützung von Modorok kun Ramfior, Kriegshetzer, Teutatespriester, Schlachtenrufer und Feuerseele und den Ereignissen nach Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Werbeanzeigen

Kommt eine Frau in eine Schwulenbar

Kommt eine Frau in eine Schwulenbar

WeissbierNachdem sie sich nur nach einem Feierabendabsacker sehnte, bemerkte sie nichts Ungewöhnliches.

Zwei Herren saßen an der Bar und tranken Weißbier. Der Barkeeper machte das was Barkeeper eben so tun, wenn sie so tun, als wären sie beschäftigt.

Sie setzte sich an die Bar und las die Tageskarte. ‚Krieg ich so einen Bruna?‘

‚La Bruna!‘ meinte der Barkeeper.

‚Krieg ich so einen La Bruna, bitte!‘ sagte sie und dachte sich: ‚Gott, ist der zickig!‘

‚Kommt sofort.‘

Der Koch kam aus der Küche und servierte den beiden Herren einen griechischen Salat und zweimal Besteck. Und bei dem Anblick dieses Salates kam bei ihr enormer Futterneid auf, obwohl sie bereits gegessen hatte.

Erst als sie ihren Drink serviert bekam, fiel es ihr wie Schuppen von den Haaren, dass die beiden Männer sich tatsächlich einen Salat teilten. Wenn die Beiden jetzt auch noch zusammen aufs Klo gingen, war sie wohl definitiv in der falschen Bar gelandet.

Sie zuzelte an ihrem Strohhalm und der Drink war wirklich lecker, wenn es jetzt noch richtig Sommer wäre, dann wäre der ‚La Bruna‘ perfekt zum Dunstlöschen und zum Betrunken werden.

Die beiden Herren bestellten noch 2 Weißbier. Und der Barkeeper zapfte das Weißbier von der Schankanlage zu zwei Drittel voll, dann richtete er das Glas langsam in eine aufrechte Position und entließ mit einer geschickten Handbewegung am Zapfhahn noch ein Schwall des Schaumes in das Weißbierglas. Das Weißbier war fast perfekt eingeschenkt und er tippte den Zapfhahn noch einmal an und ein letzter Spritzer ergoss sich in das Glas. Perfekt.

Er wiederholte die Prozedur beim zweiten Weißbier und erst als der Barkeeper die beiden Biere servierte, wurde ihr Gewahr, dass ihr ein leichtes Stöhnen entwichen sein musste, weil die beiden Herren sie pikiert anblickten. Sie war wohl nicht die Einzige, der bei dem Anblick des erotischen Einschenkens eines perfekten Weißbieres beinahe einer Abgegangen war.

An diesem Abend wurden noch viele Weißbiere getrunken, dabei mochte sie gar kein Weißbier. Als die beiden Herren zusammen aufs Klo gingen, legte sie 30 Euro auf den Tresen und meinte: ‚Den Rest kannste behalten!‘

Knuspriger Strudelkuchen nach Blankard Art

Knuspriger Strudelkuchen nach Blankard Art

brunaAuch wenn es in den Zeiten des Krieges wohl ein eher unpraktikables Rezept ist, weil man es nicht unterwegs machen kann und weil man es nur schwerlich mitnehmen kann. Aber bevor das gute, alte Familienrezept noch in Vergessenheit gerät, schreibe ich es lieber gleich auf.

Man nehme Möhren, wahlweise auf Kohlrabi und was sonst noch so weg muss, Zwiebeln und Knoblauch, schneidet alles klein und was grad sonst noch an frischen und getrockneten Kräutern oder Pilzen den Weg in eine ordentliche Portion Gehacktes findet mischt man zusammen und brät es kurz an.

Dann legt man eine Reine mit Strudelteig aus, so dass der Teig am Ende reichlich übersteht. Den Teig mit zerlassener Butter bestreichen.

So jetzt kann man je nach Geschmack Eier mit Schmand und Milch mischen und mit der Fleischfüllung vermischen und in die ausgelegte Reine tun. Oder man nimmt Käse, der sich zum Schmelzen lohnt und vermischt es mit Schmand und Milch und der Fleischfüllung. Je nach Geschmack.

Nun gibt man die Fleischmasse in die Reine und bedeckt sie mit den überstehenden Teig.

Aus dem übrigen Studelteig 10 gleiche Ecken schneiden. Jeweils die Ecken von jedem Teigstück zu einem Beutelchen zusammenlegen und leicht eindrehen. Mit der Spitze nach oben leicht in die Hackmasse drücken.

Beim Backen darauf achten, dass die Teigspitzen nicht verbrennen.

Eure Bruna

P.S. Statt Kohlrabi kann man auch Kartoffeln nehmen!

Dieses Rezept basiert auf dem Hintergrund der Rauriker, der Hintergrundgeschichte von Bruna, der Metzgerstochter und den Ereignissen nach Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Der Blankarder Schinkenstrudel

Der Blankarder Schinkenstrudel

brunaMan nehme übrigen Brotteig und schlägt ihn so lange auf den Tisch bis der ganz platt ist. Wahlweise kann die Frau von Welt ihn auch noch mit dem Nudelholz bearbeiten.
Dann geht man in die Vorratskammer und nimmt Schinken, Käse, Zwiebeln und Knoblauch und alles was für einen klassischen Rumfort ansteht, also alles was rumliegt und fort muss.
Wichtig ist frischer Milchrahm oder Schmand, wenn man keinen zur Hand hat, tun es auch zwei Eier und ein Schluck Milch.
Alle Zutaten kleinschneiden und mit dem Schmand zu einer festen Masse verrühren. Mit Kräutern oder Pilzen verfeinern, getrocknet oder frisch.
Dann streicht man die Masse über den Teig und rollt kleine handliche Strudel daraus. Ab in den Brotofen damit und Vorsicht, er ist schnell fertig als man denkt.

Der Blankarder Strudel kann heiß oder kalt genossen werden. Geschnitten oder am Stück. Er hält sich mehrere Tage und ist zum Mitnehmen sehr gut geeignet und enthält alles was der Blankarder Jungkrieger für zwischendurch braucht.

Aus den Rezepten meiner Großmutter und sie sagte immer Rumfort ist kein berühmter Alchemist aus einem fernen Land, sondern gute alte Hūsmanskost.

Eure Bruna

Dieses Rezept basiert auf dem Hintergrund der Rauriker, der Hintergrundgeschichte von Bruna, der Metzgerstochter und den Ereignissen zu Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 6

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 6 – Grimgard hin und wieder zurück

brunaNachdem ich die letzten Tage und Wochen damit verbracht habe, das Heimchen am Herd für meine zwei Herren zu spielen, kam kurz vor Beltane ein gelungene Abwechslung ins Haus geflattert. Eine graue Taube, mit einem Zettel und einem kleinen Goldstück am Bein. Die Taube war so zerzaust und verhungert, dass sie in meiner Hand verreckte, war ausnahmsweise mal nicht meine Schuld. Ein Wunder, dass des ausgemergelte Ding es überhaupt bis zu uns geschafft hatte.

Eine Bestellung eines Bolkheimer Händlers aus Grimgard, er wollte 30 von der groben fetten Räucherwürsten. Mein Vater schickte mich also mit den Würsten los und ich machte einen heißen Ritt gen Grimgard.

Als ich dort ankam, stand ich vor der leeren Ladentheke des Bolkheimer Allerlei und sah nur Spinnweben und einen verwitterten Zettel: ‚Bin gleich wieder da!‘

Ich stellte meinen Gaul unter und nachdem alle anderen Läden auch geschlossen waren, ging ich in die Taverne ‚Zum roten Keiler‘, in der Hoffnung sie hätten einen Fransen gebratenen Fleisches für mich.

Dort trat ähm traf ich auf Fafnir und Darion. Wie gut, dass ich eine Flasche von Vaters besten Met dabei hatte, die hatte ich Fafnir doch versprochen, weil ich doch seinen Bart angezündet hatte.

Ich setzte mich hinzu und wir kamen ins Gespräch mit zwei Grimgarder Damen, die am anderen Ende unserem Tisch saßen. Rinelda, eine Schankmaid vom roten Keiler, die ihren freien Tag feierte und eine werte Asbirg.

Wir erfuhren, dass an dem Abend der Handelsrat zu Grimgard tagte und deswegen waren auch alle Geschäfte geschlossen, außer der Laden des Bolkheimers, der Laden war schön länger nicht mehr geöffnet worden.

Ich genoss meinen Fransen gebratenen Fleisch und versuchte meine Würste unter der Hand zu verkaufen. Zum Nachtisch gab es einen Kuchen mit einem flüssigen Kern aus geschmolzenen, braunen Süsszeug aus Neuandorien. Bei den Göttern, die Neuandorier wissen aber, was eine Sünde wert ist.

Hrothar und Grimmar stolperten bei der Tür herein. Grimmar bestellte sich ein Schmalzbrot, was in Grimgard quasi die Leibspeise ist und er war gleichsam so fasziniert von seinem Schmalzbrot, wie ich von meinem Fransen Fleisch und von dem sündigen Kuchen. Ich glaube, er wird uns eine Ode an das Schmalzbrot dichten.

Die Grimgarder Damen erklärten uns warum das Schmalz in Grimgard so wichtig war. Weil sie im Sommer zu Ehren der Rosmerta ein Schmalzfest abhielten. Und ich traute meinen Ohren kaum, sie schmieren dort die Statue der Rosmerta mit Schmalz ein, wahlweise auch die Geldbeutel. Und vor ein paar Jahren haben sie sogar eine Jungfrau mit Schmalz eingeschmiert.

Nachdem der Halbzwerg ja eigentlich in Grimgard war, um Zwerge zu suchen, erzählte ich eine Geschichte von meiner Großmutter, die sie mir immer erzählte, wenn sie sich an ihre Jugendtage erinnerte. Was in den letzten Jahren vor ihrem Tod immer öfter der Fall war und deshalb ist mir die Geschichte auch so in Erinnerung geblieben. Auch wenn sie mir keiner der Anwesenden glaubte, glaube ich fest daran. Meine Oma war einst auf Wanderschaft und ist auf der Suche nach ihrem Krafttier ziemlich vom Weg abgekommen. Sie ist schnurstraks bis nach Halvor gelaufen und weil es anscheinend noch nicht genug war, ist sie auch noch um den Drachenkamm herumgelaufen. Irgendwo auf den Weg ist ihr der Proviant zu schwer geworden und sie Trank alle Flaschen Met auf einmal aus, damit sie nicht mehr so schwer zu schleppen hatte. Darauf konnte sie wohl nicht mehr gut gerade aus laufen und sie kroch auf allen Vieren weiter.

Und als unter einem querstehenden Ast eines Baumes hindurch kroch, erblickte sie auf der Rückseite des Drachenkamms ein phantasmagorisches Übertor, das von gigantischen Säulen eingefasst war. Eine steinerner Steig führte dort hin und im Berg konnte man es hämmern und rumoren hören. Sie war so überwältigt von dem Anblick, das sie an Ort und Stelle einschlief.

Am nächsten Morgen stand sie auf und blickte auf den Drachenkamm und das Tor, die Säulen und der Steig war verschwunden. Auch wenn sie das Tor nie wieder erblicken durfte, glaubte sie daran. Bis zu ihrem letzten Atemzug erzählte sie mir von dem großen Tor hinter dem Drachenkamm und sie lies sich von nichts und niemanden davon abbringen. Und ich auch nicht.

Asbirg taute langsam auf und erzählte mir, dass sie bei einem Bäcker im Ort arbeitete. Und im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass der hiesiger Bäcker niemand anderes war, als mein Onkel Notker und dass mein Vetter Trudbert nicht gerade ein ehrenwerter Mensch geworden war. Sie erzählten mir, dass während alle Bürger Grimgards, auch die Frauen, vor den Toren der Stadt gegen die Untoten kämpften, versteckte sich Trudbert unter den Mehlsäcken in der Vorratskammer der Bäckerei, wo Asbirg ihn dann fand. Naja, früher hat er sich immer im Schweinetrog vor mir und dem Branu versteckt. Er war schon immer ein kränkliches, weinerliches Kind und sein Kraftier muss der Grottenolm sein. Ich überlege mir ihm morgen einen Besuch abzustatten und ihm einen gehörigen Schrecken einzujagen. Schade dass ich Schweini nicht mitgenommen habe, aber das dumme Schwein wollte unbedingt beim Holzfäller bleiben.

Wir redeten allerlei Blödsinn daher und vor allem der Schiffbau hat es uns besonders angetan. Nachdem Hrothar fast schon davon besessen war ein Schiff zu bauen, um damit den Lorsak runter zu fahren, standen wir ihm mit Rat bei Seite.

Die Grimmgarder Damen brachten ihn auf die Idee, dass er das Boot außen doch mit Schmalz einschmieren sollte, dann würde es bestimmt nicht wieder sinken.

Und ich bot an, den Schmalz mit meinen eigenen nackten Händen einzubrennen, nicht dass jeder Reisende mit seinem Brot in der Hand, Hand an den Bootsrumpf legt, um an das gute Schmalz zu gelangen. Und wenn man ein frisch geschmalztes Boot über den Sand ans Ufer zog, dann würde es Riebenschmalz ergeben. Hrothar, du bist schon ein Hund und ich glaube ganz fest daran, dass unser Schmalzschiff fährt. So wie man mit den Kekse von meiner Oma eine Familie einen ganzen Winter ernähren kann, Hauptsache man hat genug Milch um die Kekse ordentlich aufzuschwemmen.

Wir witzelten umher, wie man denn am Besten das Schmalz aufs Boot bekäme und wenn dass Schiff dann fertig ist, würde Grinelda eine Taverne darauf errichten.

Der feucht fröhliche Abend ging zu Ende und ich torkelte Richtung Stallungen und schlief einen unruhigen Schlaf und träumte von barbusigen Damen, die das Schmalz mit ihren bloßen Körpern am Bootsrumpf auftrugen. Ich träumte von einem Boot aus den Keksen meiner Oma und Dampfmaschinen und von einem Schiff dass Lady Captain hieß. Ein Matrose schuppte nackt das Deck und eine Frau schrie: ‚Erlebnisurlaub auf der Lady Captain!‘

Verwirrt von meinen Träumen erwachte ich. Nach einer Katzenwäsche im Pferdetrog ging ich wieder in die Taverne und brachte Rinelda die Würste, die ich noch zu verkaufen hatte. 28 an der Zahl wechselten seinen Besitzer. Eine hatte ich gestern noch an Hrothar als Wegzehrung verkauft und eine wollte ich meiner schwindligen Verwandschaft bringen. Weil ich so ein netter Mensch bin. Das Gesicht von Trudbert werd ich nie vergessen. Allein das war die Reise nach Grimgard wert. Ich spuckte noch vor den Stand des Bolkheimers bevor ich mich auf machte.

Jeden Tag eine Gute tat, sagen die Grimgarder Damen immer und diese Gute Tag lies ich hinter mir und zog wieder zurück nach Grimgard. Nur lies ich mir bei der Heimreise wesentlich mehr Zeit.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Published in: on 26. März 2013 at 22:32  Comments (1)  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Blut ist dicker als Wasser – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 9

Blut ist dicker als Wasser – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 9

schweiniBranu humpelte Schweini hinterher, Richtung Waldrand. Er war auf der Suche nach Bruna, die war schon seit Stunden fort und langsam machte er sich wirklich Sorgen um sie. Auf seiner Wange leuchtete immer noch ihr Handabdruck und in seinem Kopf sang der Met manch rauschendes Lied.

Er hatte nicht nur die eine Flasche Met zusammen mit dem Meister Ulgur vernichtet und deswegen spürte er jetzt auch keinen Schmerz. Der Heiler hatte ihm eigentlich verboten, den Hof zu verlassen und er würde es morgen bitter bereuen, dass er so weit gelaufen war. Aber wenn die Götter ihm nun endlich eine richtige Familie geschenkt haben, dann musste er sich auch darum kümmern. Und sein Vater, also der Meister Ulgur, war zu betrunken um sie zu suchen.

Er hatte ihn vorhin ins Bett bringen müssen, weil er so besoffen gewesen war, dass er nicht mehr laufen konnte und das am helllichten Tag. Aber es war ja auch durchaus ein Grund zu feiern. Mann wurde ja nicht jeden Tag, zum zweiten Mal Vater und Mann bekam auch nicht jeden Tag seinen richtigen Vater zu Gesicht. Das Schwein verschwand im Dickicht und das riss ihn aus seinen betrunkenen Gedanken.

Als er zum Bachlauf kam, sah er schon den Rauch aufsteigen. Und wenig später stieg ihm der Geruch verbrannten Haares in die Nase. Bruna lag im Bach, blickte ohne auch nur einmal zu blinzelnd nach oben und das Wasser dampfte um sie herum. Der Wasserdampf ergoss sich schon über das ganze Tal.

Er versuchte möglichst unbeschadet die Böschung runter zu rutschen. Sein Bein tobte jetzt auch noch oder schon, aber er würde nicht ohne Bruna wieder zurück gehen, nach Hause. Er humpelte weiter auf den Bach zu und kniete sich umständlich ans Ufer in den Schlamm und flüstere: ‚Bruna, für ein Bad ist es entschieden zu kalt!‘ Dann griff er nach ihrer Hand und kam fast aus dem Gleichgewicht. Das Bachwasser schien tatsächlich erwärmt zu sein. ‚Komm da raus. Ich würd mich gerne bei dir entschuldigen.‘

Mit einer ruckartigen Bewegung wand sie ihren Kopf in seine Richtung und Tränen liefen unentwegt aus ihren Augen und verdampften in nächsten Moment auf ihrer Haut. Ihre Hand schien in Flammen aufzugehen und er ließ sie schlagartig wieder los.

‚Komm bitte da raus, du musst mir helfen. Ohne dich komme ich die Böschung nie wieder rauf.‘

Ihre Hand brannte tatsächlich, obwohl sie halb im Wasser lag. Er musste den Kopf schütteln, das musste am Met liegen. Die Hand brannte immer noch. Er kniff die Augen zu und sie brannte immer noch, als er seine Augen wieder geöffnet hatte.

‚Ich glaub, du brennst Bruna?!‘ stotterte er.

Plötzlich schloss sie die Hand und das Feuer erlosch. Er konnte sie atmen hören und er dachte er hätte so was wie ein Seufzer gehört. Sie blinzelte und hielt einen schrecklich langen Moment ihre Augen geschlossen und als sie endlich ihre Augen wieder öffnete, stand das Blau ihrer Augen voll Tränen. Ihr Kinn zitterte und ihre Maske zerbrach, so wie die Tränen über ihr Gesicht flossen.

Beherzt griff er wieder nach ihrer Hand und zog sie zu sich heran.

‚Du heulst doch nicht wegen mir?‘ fragte er unverblümt.

Ein feuriger Schlag in seine Nieren, war ihm Antwort genug. Ihm blieb für einen Moment die Luft weg, hielt sie aber eine Weile im Arm und während ihm beruhigende Laute über die Lippen huschten. Endlich regte sie sich und blickte ihn mit verheulten Augen an.

‚Verzeihst du mir den kleinen Ausrutscher? Ich war irgendwie verwirrt!‘ fragte Branu.

‚Wenn hier Einer verwirrt ist, dann bin ich das wohl und was fällt dir überhaupt ein, deine Zunge in meinen Hals stecken zu wollen. Ich glaub es hackt.‘ plapperte sie los, bis der Rauch wieder von ihr aufstieg. Dann fing sie wieder an zu weinen und krächzte. ‚Der Einzige, der mich je berührt hat, war das wandelnde Feuer…! Und das ist schon schlimm genug und der Nächste ist dann mein Bruder…‘ Den Rest des Satzes konnte er nicht mehr verstehen, aber er glaubte, dass sie ihn zwischen den ganzen Schluchzern ganz schön beleidigt hatte. Sie heulte, wie sie es als 12 jähriges Mädchen nicht getan hätte und dann fing sie sich wieder. ‚Wenn du das irgendjemanden erzählt, schleife ich dich an deinen … Ohren… in den Wald und leg dich wieder unter den Baum!‘

Sie zog den Rotz hoch und lächelte ihn an. Mit einer zarten, ja einer erschreckend zarten Bewegung berührte sie seine Wange, an der Stelle wo ihr Handabdruck immer noch feuerrot leuchtete und tierisch brannte.

‚Das gibt, ich brenn dir Eine, eine ganz neue Bedeutung!‘ meinte sie. Beide mussten Lachen.

‚Der Phönix aus der Asche, Schwesterlein! Der Phönix aus der Asche.‘ meinte er und versuchte zu grinsen, doch sein Gesicht tat ihm fast mehr weh als sein Bein.

ENDE

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Erwischt – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 8

Erwischt – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 8

schweiniNach einer Woche war der Holzfäller mehr oder weniger wieder auf den Beinen. Er versuchte sich zumindest nützlich zu machen. Nachdem Meister Ulgur die Heiler bezahlt hatte, würde er seine Schuld in den nächsten Monaten abarbeiten müssen. Das Gehen fiel ihm noch schwer und irgendwie hatte er immer das Gefühl er würde dem Metzger und seiner Tochter nur im Weg umgehen. Er musste wirklich noch viel über das Metzgerhandwerk lernen.

Im Großen und Ganzen ging es ihm einen Tag gut und am nächsten Tag wieder schlecht. An schlechten Tagen hatte er wieder Fieber und Bruna wachte an seinem Bett und es schien ihm so, als würde sie seine Hitze anziehen und in sich aufsaugen. Und am nächsten Tag ging es ihm wieder gut.

Heute war so ein Tag, es ging ihm mehr als gut und er wurde leicht übermütig. Er hatte sich in der Küche nützlich gemacht, der Meister hat seine Blutwürste gemacht und der Holzfäller hatte ihm dabei über die Schulter gesehen und versucht zu helfen.

Nun waren sie fertig und der Holzfäller trat in die Metzgerstube und erblickte Bruna, die gerade den Boden wischte. Sie kniete neben einem grintigen Eimer auf den blutigen Dielen und er konnte den Blick nicht von ihr wenden. Einen Moment musste er auf ihren Hinter gestarrt haben, bis es ihm Gewahr wurde. Hastig begann er zu faseln. ‚Bruna? Ich wollt mich noch bei dir bedanken.‘

‚Für was denn? Bedank dich lieber bei Schweini!‘ meinte sie mehr zum Putzeimer, als zu ihm.

‚Ich hab die Nächte sehr genossen, in denen du an meiner Seite wachtest!‘

‚Zeit wann redest du so geschwollen daher?‘ fragte Bruna, die den blutigen Lumpen ins Putzwasser warf und den Holzfäller entsetzt anstarrte.

‚Ich wollte…!‘ stotterte der Holzfäller und ging einen Schritt auf sie zu. Bruna nahm den blutigen Lappen, wand ihn aus und stand dann aber auf, weil Branu ihr irgendwie zu Nahe gekommen war.

‚Sag mal hast du wieder Fieber, soll ich dir nen Tee und kalte Wickel machen.‘ meinte sie fast beiläufig.

‚Ja, es muss das Fieber sein, es verbrennt mich.‘ meinte er ziemlich ernst und griff nach ihrer Schultern. ‚Es ist Etwas in mir entbrannt und ich vermag es nicht zu löschen!‘ säuselte er ihr ins Gesicht und kam ihr immer näher.

‚Und da kommst du zu mir?‘ fragte sie ihn ungläubig und versuchte sich aus seinem Griff zu winden. Er kam ihr noch näher und machte Anstalten sie küssen zu wollen. Als sich ihre Lippen sich flüchtig berührten, scheuerte sie ihm Eine und zwar so heftig, dass er nach hinten taumelte. Beinahe wäre er über den Putzeimer gestolpert. Er hielt sich die Wange, die nicht nur wie Feuer brannte, sondern auch so aussah. Aber der Schmerz war es wohl nicht, was ihn so erschreckte. Es war irgendwas anderes. Bruna blickte ihn wutschnaubend an, eine Ader pulsierte auf ihrer Stirn und ihre Finger fingen an zu rauchen.

‚Es tut mir leid, ich konnte nicht anders, ich musste es dir sagen!‘ meinte er und humpelte wieder auf sie zu.

‚Was sagen? Dass du den Verstand verloren hast!‘ rief sie aufgebracht und ging rückwärts durch die Stube, bis ihr Rücken an der Wand anstieß. Er versperrte ihr den Weg, packte sie unsanft und zog sie in eine Umarmung.

‚Nein Bruna, ich habe mein Herz verloren!‘ meinte er und versuchte sie erneut zu küssen, dabei glitten seine groben Finger an ihrem Rücken entlang und vergruben sich in den Stoff ihrer Tunika, die ihren mächtigen Hintern verdeckte. Er presste sie gegen die Wand und küsste sie hart und unnachgiebig, bis ein Räuspern ihn unterbrach.

‚Nimm deine Drecksbatschen von deiner Schwester.‘ stolperte dem Metzger Ulgur aus dem Mund.

Bruna und Branu stoben auseinander und sie blickten erst den Metzgermeister und dann sich gegenseitig verwirrt an.

‚Was zu Beltane passiert, weiß nur der Zwölfender!‘ meinte Ulgur und machte Anstalten nach draußen gehen zu wollen.

‚Ich glaub es hackt. Ich komme seit dem ich laufen kann in dein Haus, Bruna und ich haben unsere halbe Kindheit miteinander verbracht und dann so was und du siehst mir nicht mal ins Gesicht…‚ rief Branu völlig außer sich, bis seine Stimme brach.

Ulgur drehte sich noch mal um, legte den Finger an den Mund und sprach leise aber eindringlich genug: ‚Scht. Deine schwindlige Verwandtschaft darf davon nie etwas erfahren und jetzt beruhige dich, ich geh eine gute Flasche Met holen und dann werde ich dir ins Gesicht sehen, mein Sohn.‘

Bruna konnte nicht fassen, was sie da hörte. Ihr ganzer Körper bebte vor Wut, ihre Finger fingen wieder an zu qualmen und zu rauchen und sie stürzte hastig nach draußen. Ihr Vater kam ihr entgegen, als sie über den Hof lief. Wutentbrannt knallte sie ihm Eine. Und die hatte er sich wohl verdient. Bruna strafte ihn mit einem wütenden Blick und verließ den Hof Richtung Wald.

Als Meister Ulgur mit der Flasche Met in Händen in sein Haus zurück ging, stand Branu immer noch an der selben Stelle mitten in der Metzgerstube und rieb sich die Wange.

‚Die haben wir wohl beide verdient!‘ meinte Ulgur und rieb sich ebenfalls die Wange. ‚Deine Schwester hat nen ziemlichen Schwinger drauf!‘

Branu musste grinsen und blickte Ulgur in die Augen. Ulgur erwiderte den Blick. Sie umarmten sich kurz. Ulgur klopfte Branu auf die Schulter und flüsterte ihm ins Ohr: ‚Ich hätte es dir schon viel früher sagen müssen, mein Sohn!‘

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Sprechstunde – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 7

Sprechstunde – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 7

schweiniIn der Wohnstube roch es nach deftigen Eintopf, gebratenen Zwiebeln und Speck. Bruna kochte gerade das Abendessen.

‚Aber das sieht doch schon ganz gut aus!‘ meinte der Heiler zum Holzfäller und erneuerte den Verband.

‚Kann ich aufstehen?‘ fragte Branu ungestüm und war im Begriff aus dem Bett springen zu wollen. Der Heiler hielt ihn zurück und meinte: ‚Na, na, na, morgen, vielleicht!‘

‚Kann ich wenigstens zum Abort gehen?‘

‚Morgen dann, aber überanstrenge dein Bein nicht, sonst waren unsere ganzen Bemühungen für die Katz. Der Eimer wird es heute Nacht für deine kleinen Geschäfte noch tun.‘

‚Muss ich die ganze Zeit im Bett liegen?‘

‚Nein, wenn du eh schon raus humpelst, kannst du morgen ein Bisschen in der Sonne sitzen, aber leg dein Bein hoch!‘

Bruna schaute durch einen Spalt im Vorhang.

‚Ah Bruna, komm nur rein!‘ meinte der Heiler. ‚Sehr gute Arbeit! Ich werd bei Zeiten auf dein inneres Feuer zurückkommen, du kannst viel Leid lindern.‘

‚Ich habe aber keine Ahnung was ich gemacht habe!‘

‚Dein Handabdruck ist auf seiner Wunde eingebrannt.‘

Ein erschrockenes ‚Oh!‘ kam aus ihrem Mund gestolpert, doch der freundliche Gesichtsausdruck des Heilers besänftigte ihren Schrecken und sie fuhr fort. ‚Ich hab einen Moment nicht aufgepasst und dann fing der Verband schon flammen.‘

‚Sehr gut, weiter so!‘ meinte der Heiler und war in der Versuchung ihr auf die Schulter zu klopfen.

‚Irgendwann brennt sie noch das ganze Haus nieder, wenn sie nicht aufpasst!‘ hörten sie Meister Ulgur rufen, der gerade am Vorhang vorbeigelaufen war.

Der Heiler sprang auf und meinte noch: ‚Also immer schön das Bein hochlegen und nicht überanstrengen. Ich schau morgen Abend wieder vorbei.‘

Er war schon hinter dem Vorhang verschwunden, bevor sie ihn rufen hörten: ‚Meister Ulgur!‘

Schweini lief durch den Vorhang und verhedderte sich im ausgerissenen Saum des Vorhangs. Bruna lief zum Schwein und befreite es. ‚Wär ja mal a G’schicht, wenn du durch die Öffnung laufen würdest.‘

Schweini grunzte erbost, so schien es zumindest dem Holzfäller.

‚Ist ja schon gut, ich wollt den Saum schon lang mal um nähen.‘ meinte sie und wand sich wieder zum Holzfäller, der sie belustigt angrinste.

Plötzlich kroch ihr der Geruch von Verbrannten in die Nase. Sie lies das Schwein aufs Bett fallen und blickte auf ihre Hände. Nun roch auch der Holzfäller etwas Verbranntes. Sie drehte sich um und versuchte auf ihren Hintern zu blicken und dann fiel es ihr ein. ‚Bei allen Göttern, mein Kuchen!‘

Und schon stolperte sie durch den Vorhang und er konnte nur noch ein Zischen hören. Bruna hatte wohl wieder den Herd mit bloßen Händen geöffnet.

‚Ach du gute Güte, da wären mir doch beinahe meine Küchlein verbrannt!‘

Der Holzfäller hielt sich die Hand vor den Mund, um ein lautes Loslachen zu verhindern, was ihm nur bedingt gelang.

‚Hör bloß auf zu Lachen!‘ meinte Bruna mürrisch.

‚Ich lach ja gar…!‘ und schon war es um ihn geschehen. Ohrenbetäubendes Gelächter drang durch den Vorhang. Er hielt erst inne, als Bruna ihr wütendes Gesicht im Spalt des Vorhanges auftauchte.

‚Da will wohl einer keinen Kuchen!‘

‚Doch Bruna, sehr gerne.‘

‚Dann hör auf zu Lachen!‘

‚Es tut mir leid, ich höre von dir nur so selten so Sachen wie: Vorhang versäumen und ach du gute Güte, da wären mir doch beinahe meine Küchlein verbrannt!‘ meinte der Holzfäller mit verstellter Stimme.

‚Versucht sie wieder das Haus anzuzünden?‘ meinte Metzger Ulgur, der gerade wieder in die Wohnstube getreten war.

‚Nein, sie hat versucht einen Kuchen zu backen!‘ rief der Holzfäller.

Der Metzger blickte auf den leicht verkohlten Kuchen auf der Anrichte. ‚Ah, die alten Äpfel mussten eh weg. Aber was hast du mit dem Zwiebelkuchen von vorhin gemacht?‘

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Aufgeschreckt – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 6

Aufgeschreckt – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 6

schweiniEin dumpfer Schmerz zerrte an seinen Träumen und riss ihn unsanft aus dem Schlaf. Er war benommen und sein Kopf rauschte. Sein Bein fühlte sich taub an, schmerzte aber unvorstellbar und er konnte sich nicht bewegen, auch die Arme nicht. Vorsichtig öffnete er ein Auge und sofort rannen ihm Schweißperlen hinein. Hastig kniff er das Auge wieder zu und versuchte sich doch zu bewegen. Er bekam kaum Luft. Es schien so als würde etwas auf seiner Brust sitzen. Röchelnd versuchte er zu sprechen, doch seine Stimme brach und er hustete. Bruna wurde wach und schreckte von seiner Brust hoch. Sie war wohl am Bett sitzend eingeschlafen. Als sie wieder aufrecht da saß, begriff sie erst, das der Holzfäller wach war und panisch versuchte sich aus seiner Verschnürung zu winden. Beruhigende Laute kamen ihr über die Lippen während ihre Hände nach den Seinen suchte, um die Fesseln zu lösen. ‚Sch sch sch! Ich musste dich am Bett festbinden, du bist im Fieber handgreiflich geworden.‘

‚Bruna?‘ hustete der Holzfäller hervor. ‚Hab ich…!‘ Und seine Stimme brach wieder.

Sie legte einen Finger auf seinen Mund und wischte ihm mit einem feuchten Lumpen übers Gesicht. Vorsichtig öffnete er die Augen und blickte in ihre lächelnde Gesicht. ‚Nein, du hast dir keine Schande gemacht und dein Bein ist auch noch dran.‘ Sie musste ein Gähnen unterdrücken und nestelte weiter an seinen Fesseln. Endlich waren seine Hände frei. Und in einer ungeschickten Bewegung ergriff er sie an ihren Schultern, dass ihr vor Schreck der Lumpen aus der Hand fiel. ‚Hab ich dir Schande gemacht?‘ keuchte er ihr ins Gesicht.

Sie schüttelte verschmitzt den Kopf und als ihr Gewahr wurde, dass ihr das Blut in den Kopf stieg, riss sie sich los. Hastig griff sie nach der Wasserkanne und fing auch genauso hastig an zu reden: ‚Du musst viel trinken…!‘ Mit zitternden Fingern goss sie Wasser in einen Becher und setzte ihn an seine Lippen. Er nahm einen Schluck und griff dann nach ihrer Hand.

‚Halt, bevor du mir weiter was einflößt, müsste ich langsam mal was loswerden.‘ sagte er grade heraus.

‚Ja, natürlich! Lass mich erst die Fesseln lösen.‘ Was sie auch machte, dann drückte sie ihm eine Tunika in die Hand und half ihm hoch. ‚Langsam solltest du dir wirklich was anziehen.‘

Dann schob sie ihm einen Eimer vor die Füße und meinte: ‚Ich hoffe, dass schaffst du alleine!‘

Und ehe er sich versah, eilte sie von ihm fort und zog den Vorhang hinter sich zu. Er hörte wie sie sich am Ofen zu schaffen machte, als er sein Bein aus dem Bett hob. Jetzt spürte er es und es schmerzte. Er biss sich auf die Lippe, um ein Stöhnen zu unterdrücken. Nichts desto trotz zog er sich erst seine Tunika an und stutzte nicht schlecht, als er begriff, dass es tatsächlich eines seiner leichten Hemden war.

‚Das ist ja meine Tunika?‚ fragte Branu, über den Vorhang hinweg, während er schwerfällig seine Tunika anzog.

‚Ja, ich war heute untertags bei deiner Hütte und hab dir ein paar Sachen eingepackt und deinen Ochsen geholt. Du hast gestern Nacht im Fieberwahn ziemlich viel wirres Zeug geredet.‘ meinte sie und fuhr umgehend weiter fort, als sie das Plätschern hörte. ‚Aber nachdem du immer nach deinem Ochsen geplärrt hattest, beschloss ich ihn einfach herzuholen. Hab auch die paar Stämme mitgebracht. Nur die Kiefer hab ich liegen lassen.‘

‚Ich werd jeden einzelnen Spreißel von dem krummen Bastard einschüren.‘ fluchte er.

Fortsetzung folgt vielleicht…

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Wundbrand – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 5

Wundbrand – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 5

schweini‚Er wird Fieber kriegen!‘ hatte der Heiler immer wieder gesagt. Und da lassen sie Bruna mit dem armen Holzfäller allein, wo sie doch gar nichts Kühlendes mehr an sich hatte. Sie betete inbrünstig an die Götter und zwar alle die ihr einfielen, dass sie bis zum Morgengrauen nicht Feuer fing.

Der Holzfäller lag in ihrem Bett und das Fieber beutelte seinen Körper. Der Heiler hatte ihr Kräuterschnaps da gelassen, der gegen Krämpfe helfen sollten, die er auch noch bekommen würde.

‚Du wirst ihn am Bett festbinden müssen! Nicht dass die Wunden wieder aufgehen!‘ Hatte er noch gesagt, bevor er wieder verschwinden wollte. Im Lauf drehte er sich nochmal um und rief über seine Schulter hinweg: ‚Ach, wenn die Wunde durchnässt, versuch vorsichtig den Verband zu wechseln.‘ Er wand sich wieder in ihre Richtung und drückte ihr gleich seinen ganzen Korb in die Hand und verschwand. Des Holzfällers Glück war, dass sie den Heilern in den letzten Tagen gut über die Schulter geschaute hatte, also wusste sie so ungefähr, was zu tun war. Sein Körper fing tatsächlich an zu Krampfen und sie flößte ihm den Schnaps ein. Als er sich wieder ein Wenig beruhigt hatte, stand sie auf und suchte einen Strick. Sie band seinen gewaltigen Körper ordentlich an ihrem Bett fest und blickte dann zufrieden auf ihr Werk. Er faselte wirres Zeug, dass sie kaum verstehen konnte. Sie legte ihm vorsichtig ein feuchtes Tuch auf seine Stirn und als sie sich wieder abwenden wollte, packte er sie an ihrer Tunika und zog sie zu sich aufs Bett. Vielleicht hätte sie ihm auch noch die Hände fesseln sollen. Schweini lief quietschend übers Bett, bevor Bruna das Gleichgewicht verlor und aufs Bett krachte.

Er riss die Augen auf und fing an völlig klar mir ihr zu reden: ‚Holz macht vier mal warm! Einmal beim Umschneiden und einmal beim aus dem Wald holen. Dann beim Hacken und natürlich beim Einschüren!‘

Genauso plötzlich wie er sie ergriffen hatte, löste er seine Umklammerung und sie fiel vor Schreck fast vom Bett. Als sie sich wieder gefangen hatte, band sie auch seine Hände fest. Als sie ihn zudecken wollte, bemerkte sie, dass seine Beinwunde tatsächlich stark nässte und beschloss den Verband zu wechseln.

Sie pfriemelte den Verband ab und noch bevor sie die letzten Lagen des Verbandes abgewickelt hatte, drang schon der Eiter durch die verkrusteten Leinenwickel. Der Gestank des verdorbenen Fleisches, den sie nur zu gut kannte, brachte sie zum Würgen.

Sie band sich ein schnapsgetränktes Tuch um Nase und Mund und wusch sorgfältig seine Wunden aus. Er musste wirklich unglaubliche Schmerzen haben. Tränen standen ihr in den Augen und sie schluckte schwer, als sie den frischen Verband an legte. Sie hatte wohl eine Weile nicht aufgepasst, denn ihre Hände fingen Feuer und brannten sich durch den Verband und als sie sein brandiges Fleisch zischen hörte, zuckte sie zurück.

Nach hinten stolpernd, hechtete sie zum Wassereimer und versenkte ihre Hände darin. Sie versuchte sich zu beruhigen, atmete tief durch und blickte zu dem Bein hinüber. Der Verband schmurgelte noch vor sich hin. Mit einem nassen Lumpen um die Hände schlich sie wieder zum Bett und versorgte erneut die Wunde. Die brandigen Stellen waren nun kross gebacken. Zumindest würde es nun nicht mehr eitern. Sie schmierte mit einem frischen Tuch eine Wundsalbe über die ausgebrannten Stellen und machte erneut einen Verband.

Diese Nacht sollte tatsächlich die Schlimmste werden, denn nach dem versehentlichen Ausbrennen, stieg das Fieber nochmal an und er fieberte wieder lautstark vor sich hin.

Er rief nach seinem Zweiender. Doch sie brauchte bis zum Morgengrauen, bis sie verstand, was er da vor sich hin faselte. Er befürchtete, dass sein Ochse, auch Zweiender genannt, verhungern oder erfrieren könnte. Außerdem schreckte er mehrmals hoch und war sich ziemlich sicher das Feuer in seiner Hütte angelassen zu haben. Er arbeitete gegen die Fesseln und kämpfe gegen seine Bewegungsunfähigkeit an. Sie war heilfroh, dass sie ihn ordentlich fixiert hatte, aber dafür schien sein Verstand mit ihm durchzugehen.

Fortsetzung folgt vielleicht…

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

%d Bloggern gefällt das: