Der frühe Vogel kann mich mal…

Der frühe Vogel kann mich mal…

amselSeit Wochen sitzt ein kleiner Piepmatz vor meinem Fenster und plärrt als gäb es keinen Morgen, was mich ja eigentlich nicht stören würde, wenn er es nicht immer um 5 Uhr morgens täte.

Bei geschlossenen Fenster kann ich halt gar nicht schlafen und bei offenen Fenster ab 5 Uhr in der Früh irgendwie auch nicht mehr so wirklich.

Nachmittags haben sich jetzt zwei Krähen in der Arbeit eingenistet, die nun die beiden Innenhöfe meines Arbeitsgebäudes terrorisieren. Jetzt könnten böse Zunge behaupten die Frau Rösner hätte einen oder gleich mehrere Vögel, ja einen körpereigenen der mich Nachts nicht schlafen lässt, weil mir so viel Unsinn im Kopf herum geht und einen Externen draußen auf dem Dach, der mich morgens nicht ausschlafen lässt. Und nachmittags die beiden Terroristen, die mich von der Arbeit abhalten, weil sie sich einen Spaß machen von einem Innenhof zum Anderen zu ziehen und sich die nicht vorhandene Seele aus dem Leib zu plärren.

Ich bin also seit Wochen reichlich unausgeschlafen, völlig überarbeitet, kann mich kaum konzentrieren und bin äußerst schlecht gelaunt und leicht kinskiesk in Bezug auf alle nervigen Geräusche. weil wenn man mit 1 bis 2 Tinnitus (Mehrzahl von Tinnitus ist Tinnitus – bei mir wird die Mehrzahl von Tinnitus als Modern Talking zusammengefasst, nachdem meine Tinnitus Dieter Bohlen und Thomas Anders heißen!) wird man leicht aggressiv auf Töne, die die körpereigenen Töne übertönen. Dabei wünsche ich mir nur Ruhe, damit ich mal einen klaren Gedanken fassen kann. Nachdem das mit dem Schnee schon nicht geklappt hat, brauche ich einfach nur Ruhe, um wenigstens ein Bisschen schreiben zu können, oder lernen. Aber nein, erst gibt es keinen Winter und dann kommt der Frühling gleich in lautstarker geballter Ladung und voller Dröhnung voll auf die Ohren.

Ich habe also einen perfiden Plan gemacht, den Störenfried kurz und schmerzlos in die ewigen Jagdgründe zu befördern, ohne jedoch zu viel Aufsehen zu erregen. Was sollen denn die Nachbarn von mir halten, wenn ich wie wild auf dem Dach herum ballere. Und wenn ich es mit der Nerfgun mache, könnte der Vogel ja vielleicht keinen Schaden nehmen. Hm. Also, wollte ich es lieber so machen, wie es die Menschheit schon immer gemacht hat. Auf Vogeljagd mit der Steinschleuder und Netz und ohne doppelten Boden. Ja, liebe Vogelschützer, im Fall von innerer und äußerer Unruhe und akuter Schlaflosigkeit bin ich nicht gut zu vögeln! Ich lande noch in der Irrenanstalt wegen dem schreienden Drecksvieh da draußen.Vor allem wenn ich wie ein Neandertaler mit einer Steinschleuder bewaffnet halbnackt auf dem Dach rumspringe und versuche einen kleinen Singvogel mit Kieselsteinen abzuschießen. Natürlich habe ich meinen Plan nicht in die Tat umgesetzt. Aber die Zwille hab ich schon gefunden…

Prompt hat der Vogel sich auf wundersame Weise heute morgen nicht zu Wort gemeldet und ich hab gleich rabemal gehörig verschlafen, weil mich der Kreischvogel heute morgen nicht geweckt hat. Danke mal dafür.

Dann hab ich mir gedacht, gehst mal in die Arbeit und die beiden tumben Gesellen waren heute auch relativ leise, bis ich heute Nachmittag das Fenster geöffnet habe.

Das war er wiedder der verfickte Kreischvogel-Drecksbastard sitzt jetzt in der Arbeit vor dem Fenster und schreit sich die Seele aus der Kehle. Grr.

Kann ja jetzt schlecht in der Arbeit mit der Steinschleuder auf den Drecksvogel schießen, außerdem liegt die Zwille auch zuhause vor dem Fenster, dass er sie gut sehen kann.

Ich werde ihn zu einem bayrischen Brathuhn verarbeiten, wenn ich ihn erwische oder noch richtig wahnsinnig wenn ich ihn nicht erwische…

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24

24

image002Ich wache auf… von einem Orgasmus! Man muss das ein Hammertraum gewesen sein. Ich dachte ich träume, aber nachdem ich von meinem eigenen Stöhnen aufgewacht bin, war er doch real genug. Ich kann mich an den Traum nicht erinnern, ich kann mich nur erinnern, dass jemand einen Schlüsselsatz zu mir gesagt hat, der dann die Körperreaktion ausgelöst zu haben scheint. Bäm! Ist ja fast wie Weihnachten und Neujahr…

Als ich dann mit einem Lächeln auf den Lippen meine Augen öffnete, beschlich mich das dumpfe Gefühl, dass irgendjemand die Adventskalendertür für den 24. bereits geöffnet hat.

Ding Dong, die Iluminaten. Nein. Ich nicke wieder ein und träume wohl wieder, weil ich in meinem Adventskalender einen riesigen Raum sehe, am Ende sehe ich einen Tempel, Flammen züngeln heraus. Ich komme mir gerade vor wie bei Ghostbusters und ich bin der Torwächter, und blicke in meinen Kühlschrank und warte ganz inbrünstig auf meinen Steuerberater, der Schlüsselmeister. Oder bin ich schon wieder in der Matrix? Und ehe ich mich versehe, ist es wirklich so als würde ich in einen Kühlschrank sehen und am Ende ist nicht Zuul und auch nicht der Schlüsselmeister, nein es ist ein obszönes Pilzgewächs und es spricht mit mir: ‚Sieh was du verloren hast ist zurückgekommen, nun hast du sie wieder alle beisammen..!‘

Ich wache schreiend auf und blicke auf meinen Adventskalender, den ich vom Büro mitgenommen habe, damit ich an diesem legendären Tag, mein 24. Adventskalendertürchen selber öffnen kann.

Alle Türchen stehen offen, bis auf Eines, dass steht nur halboffen. Wer hat von meinem Adventskalender gegessen? Ich ziehe den Adventskalender zu mir heran und blicke in das 24. Türchen und erblicke einen weiten Raum. Flammen züngeln heraus und am Ende über einem Art Altar hängt ein Plakat. Und eine Leuchtschrift kommt auf mich zu, nicht so wie bei Star Wars, aber so ähnlich. Éí ‚Aaníígóó ‚Áhoot’é … die Leuchtschrift verschwindet wie ein Grinsen, bevor sie das Türchen erreicht hat…auf dem Plakat steht ‚I want to believe‚!

Ja, ich würde auch gerne Glauben, dass ich noch träume oder dass ich endgültig den Verstand verloren habe. Ich werfe meinen Adventskalender weg, nicht dass noch mehr aus dem Adventskalender raus kommt. Heute ist Weihnachten und dann hat der Spuk ein Ende. Der Adventskalender purzelt über die Bettkante und ich höre, wie er auf etwas Weiches fällt.Vorsichtig blicke ich über die Bettkante. Muss von unten wie Kilroy aussehen. Kilroy was here… alles klar. Der Adventskalender wird gerade unter mein Bett gezogen. Die sockenfressende Spinne existiert doch noch! Ich höre noch einen schrecklichen Rülpser und ein alter Pizzakarton fliegt unter dem Bett hervor. Ist ja wie bei einem Sarlacc. Ich kann mich nämlich nicht erinnern, wann ich das letzte mal eine Pizza mit Karton bestellt habe. Die Pizzaschachtel wurde wahrscheinlich schon seit einer halben Ewigkeit unter qualvollen Schmerzen langsam verdaut. So sieht sie nämlich auch aus.

Ich kann meine Neugierigkeit kaum bremsen, mit einer Nagelfeile und einer Häkelnadel bewaffnet, versuche ich nach dem Pizzakarton zu hangeln und öffne ihn eher versehentlich.

Und was ist das? In dem fast verdauten Pizzakarton ist mein lange Zeit verschollenes, angebissenes Käseschinkentoast – Taufrisch, nicht bepelzt oder bepilzt und lächelt mich obszön nickend an…ich habe sie endlich wieder alle beieinander. Alles ist gut, auch wenn ich immer noch keine Weihnachtsgeschenke gekauft habe, es ist alles gut.
In 24 Jahren zur absoluten Nerdhaftigkeit und bis zur Unendlichkeit und immer weiter…

Last Day before X-Mas

Last Day before16367_1268489271088l X-Mas

(Aus dem Jahre 2009 vs. 2012)

Ich habe noch keine Geschenke gekauft, so eine scheiße. Ich schrecke im Büro hoch, die Uhr schlägt von 19.59 auf 20.00 Uhr um und ein Alarm ertönt. Ich habe mich wohl bewegt, weil um 19.30 wird unsere Alarmanlage scharf gemacht und ich hoffe, es kommt jemand um mich zu retten. Der Ton des Alarms ist schlimmer, als meine zwei Dieter Bohlen zusammen. Da könnt ich echt Amok laufen, aber es ist niemand hier, sonst wäre der Alarm schon viel früher los gegangen. Ich mache meine Schublade auf und hole einen Tampon hervor. Ich zerfiesel es fast panisch und mache mir zwei Watteohrpfropfen daraus und stecke sie in meine Ohren….macht es nicht besser, aber doofe Ohren. Und aus einem Ohr hängt mir der Faden… Hm. Dann renne ich zum Klo, ich habe vor mit den Handtüchern aus den Handtuchrollenhalter ein Seil zu basteln und mich aus dem 4. Stock abzuseilen, dann klettere ich über den Zaun zum ADAC und verpiss mich. Hört sich so an, als hätte ich mir da schon oft Gedanken drüber gemacht, im Büro eingesperrt zu werden. Blöd ist nur, dass wir mittlerweile mit dem Amt umgezogen sind, ich sitze jetzt im 3. Stock und den ADAC kann ich von hier aus sehr gut sehen. Und am aller Blödsten ist, dass wir keine Handtuchhalter mehr haben. Und mit den Papiertüchern könnte ich höchstens eine hübsches Feuerchen machen. Ich könnte auch den Feuerwehrschlauch nehmen, oder gleich den Feueralarm drücken, dann werde ich von einer Horde steiler Feuerwehrmännern gerettet, wie geil. Ich renne nicht aufs Klo sondern zurück zu meiner Handtasche, ich habe doch immer ein Feuerzeug dabei. Und damit ab in den Druckerraum, da ist ein Rauchmelder. Ich schiebe die Papiertonne unter den Feuermelder und bin gerade dabei einige Faxprotokolle anzuzünden, als ich die Glastüre aufschwingen höre. Da stimmt doch was nicht, wir sind doch in ein neues Gebäude gezogen. Ich höre ein merkwürdiges Klingeln. Es ist aber nicht das Geräusch der neuen Türöffner und habe auch kein Klacken gehört.

Frau Rösner, das ist wieder die Matrix. Das alte Amt und das Neue verschwimmen in meinem Kopf und vor meinen Augen zu einem selbständigen Ganzen. Ich schreie drei Mal Grönland. Das Klingeln kommt stetig näher. Ich schreie drei Mal Dakota. Ein Mann steht vor dem Druckerraum und dreht sich langsam in meine Richtung. Schuldbewusst wedele ich mit den brennenden Faxprotokollen und verstecke das Feuerzeug hinter meinem Rücken. Mein jugendlicher Charme kann nicht punkten. Es ist der Klemmbrettfetischist und Empfangsroboter aus alten Stasibeständen. Er hat einen Rindertreiber in der Hand und einen Hund am Start, auf seiner Hundemarke steht ‚Herr Honecker‘.

‚Alles klar, mein alter, längst zwangspensionierter Freund?‘ frage ich. Er komplimentiert mich wieder auf den Boden der Tatsachen und zerrt mich aus dem Druckerraum. Die Gänge sind nicht gerade, sondern rund. Wir sind wieder im alten Gebäude. Da müsste doch eigentlich jetzt die Kriminalpolizei sein. Schemen ziehen an mir vorbei. Ein Riss im Raumzeitkontinuum. Woher man dass immer weiß, war doch noch keiner in einem Loch im Raumzeitkontinuum gefangen oder ist gar durch Raum und Zeit gereist, aber wir wissen es immer ganz genau, wenn mal was seltsames passiert, dass muss ein Riss im Raumzeitkontinuum sein!
Er schleift mich wortlos aus dem Quadranten. Hinter der Glastür am Ende des Ganges kann ich gerade noch den alten Wachmann erkennen, wie er mit einer alten Dieselkanne vom Speicher herunter kommt und Richtung Aufzug schleicht. Wie hat er es nur geschafft, die Leiter runter zu klettern, ohne dabei den Elektroschocker und die Dieselkanne aus der Hand zu legen. Der Köter vom Klemmbrettfetischtisen lenkt mich ab, weil er sich vor meinen Füßen auf den Boden wirft, auf den Rücken dreht und wohl gestreichelt werden will.

‚Honecker, böser Hund. Los Fass, da ist sie die Übeltäterin.‘

Der Hund winselt nur.

‚Um 19. Uhr wird hier zugeschlossen und dann wird zurückgeschossen.‘

Warum hört er sich nun an, wie ein kleiner Österreicher. Himmel, was für Drogen mixen die hier ins trübe Wasser. Hitlerhorrorvisionen verheißen ja wohl nie was Gutes. Ihm befällt jetzt bestimmt gleich der Größenwahn. Er richtet die rechte Hand zum Gruß auf und kommt mit dem Rindertreiber auf mich zu. Ich ducke mich weg und laufe, trotz dessen dass es mir eigentlich bewusst sein hätte müssen, dass ich mich immer noch in einem matrixähnlichem Alptraum befinde, davon. Drei mal ‚Bazinga!‘ schreiend laufe ich durch die Gänge und schlage im Vorbeilaufen den Feueralarmknopf ein und die Sicherheitstür schließt sich hinter mir.

Die Sicherheitstür, die wir in der neuen Verwaltung gar nicht haben hätte dürfen und wo eigentlich dieses Wachmannsgespann gar keinen Zutritt hätte haben sollen. Aber nach dem wir nun endgültig in der alten Verwaltung angekommen sind, klappt der Trick mit dem Feueralarm. Der Feueralarm ertönt zu der Alarmanlage. Meine beiden Dieter Bohlen geben sich heute die Hand. Ich drehe mich ihm lauf um und stolpere über meine eigenen Beine. Ich lauf halt auch im Traum, wie ein 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen. Der Hund kam gerade noch durch den Spalt der Tür, doch der Klemmbrettdiktator prallt gegen die verschlossene Metalltür und mit einem lauten Rumsen schließt sich die Tür vollends. Bazinga. Jetzt muss ich mit Herr Honecker nur noch warten, bis mich die Feuerwehr rettet…

‚Frau Rösner, wollen sie nicht nach Hause, morgen ist schon Weihnachten.‘ meinte der neue Wachmann leicht näselnd. ‚Aber vorher hab ich noch ein Gespräch für Sie!‘
Ich bin wach, an meiner Backe klebt ein Stück Papier, ich hab den Telefonhörer in der Hand und der neue Wachmann redet mit mir. Mir ist erschreckender Weise bewusst, dass mir ein Faden aus dem Ohr hängt. Das Gespräch wird durchgestellt. Frau Anita Lackleder vom Bund bayrischer Landfrauen wünscht mir schöne Weihnachten. Ich zieh den Zettel von meiner Backe. Nun ist es wirklich zu spät, um Weihnachtseinkäufe zu machen. Dann gibt’s diesmal halt nichts.

Schönes Fest, was auch immer ihr da feiert.

Die 16 schaurigen Versionen von Last Christmas

Die 16 schaurigen Versionen von Last Christmas

Ich fahre ins Amt. Mal wieder. Werde ich wohl noch die nächsten 34 Jahren lang machen. Im Radio läuft eine echt beschissene Version von Last Christmas. Am Ende des Grauens bekomme ich die Bestätigung, es war eine Version von Laith Al-Deen. Und des auf nüchternen Magen. Manchen Leuten sollte man eigentlich Sendeverbot erteilen, auf Lebenszeit. Noch nicht genug Schrecken am Morgen, im Radio wird nun abgestimmt, ob die Zuhörer lieber die Last Christmas Version von Semino Rossi, Al Bano und Romina Power oder Roberto Blanco hören wollen. Ich vermisse den Eimer in meinem Beifahrerfußraum. Memo an mich selbst, wieder einen Eimer klauen. Zum Glück habe ich die Einfahrt der Tiefgarage erreicht, bevor die Abstimmung vorüber ist. Kaum passiere ich die Tiefgarageneinfahrt und der Empfang bricht ab. Hurra. Mir haben die jeweiligen Jingles schon gereicht. Kaum geparkt, habe ich den vergangenen Alptraum fast wieder vergessen. Ich laufe die Treppen hoch zur Stempeluhr.
Aus dem Gehege der Empfangsroboter dudelt Florian Silbereisen’s Last Christmas. Meine Stempelkarte funktioniert nicht auf Anhieb, ich haue sie mehrmals panisch gegen die Stempeluhr und ich muss mir dabei den Mist noch einen Moment anhören, bevor endlich das nervige Fiep ertönt und ich in den Aufzügen flüchten kann. Schwer atmend drücke ich am Aufzugknopf, es dauert gefühlte 16 Stunden, bis der Aufzug kommt. Ein Betriebsfremder läuft an mir vorbei, sein Handy dudelt: Crazy Frog’s Last Christmas. Ich kotze fast auf die geschlossene Fahrstuhltür, die sich nun endlich öffnet. Ich trete ein.

Und seit wann verdammt noch mal haben wir denn Fahrstuhlmusik? Schwerlich zu erraten, eine grauenerregende Synthesizer Instrumental Version von Last Christmas. Mal wieder werde ich von unfähigen Doppeldrücker unnötiger Weise in diesem Grauen noch länger festgehalten, länger als man es hätte ertragen können. Den Brechreiz unterdrückend flüchte ich im 3. Stock aus dem Aufzug und laufe das letzte Stockwerk zu Fuß hinauf. Und ich laufe nie die Treppen. Aber heute bin ich wohl wieder mal der Stereo-Prügelknabe.

Los, quält mich weiter, bis es mir aus den Ohren blutet. Wenn ich dann erst aufgrund einer weiteren Last Christmas Version einen unheilbaren und blitzartig gewachsenen Trommelfellkrebs bekomme und die nächsten 1000 Jahre langsam und qualvoll ohral verblute, werde ich dann irgendwann aufgrund meines Sündenkontos unwiderruflich in die Hölle kommen. Und dann kann ich mich endlich erholen. Weil schlimmer kann es ja wohl nicht mehr kommen! Die Hölle wird wie ein Traumurlaub werden. Im Schmelztiegel mit lauter versauten Sündern, wie geil. Und ein Vorgeschmack auf den Schmelztiegel könnte man sich jeden Morgen in unserem Treppenhaus holen, wenn man öfter Treppen laufen würde. Auch im Winter kann man in unserem Treppenhaus Kakteen und Geier züchten.
Nach Luft schnappend stürze ich durch die Glastür und die nächste Glastür… aus dem ersten Büro kommt eine Version von Last Christmas, die ich viel zu spät erkannt habe, sie war von den Preluders.

Himmel, hat der Tag noch ein Ende und Weihnachten ist noch weit. Bitte, was habe ich eigentlich in meinen früheren Leben nur verbrochen, dass mich das Universum so strafen tut. Aus dem zweiten Büro kommt eine asiatische Version von, ratet mal, Last Christmas. Ich habs ja fast nicht erkannt, aber spätestens beim Refrain. Ich flüchte in mein Zimmer, aber ein weiterer Klingelton fegt mir quasi die Bürotür von hinten ins Kreuz. Die Chipmunks geben sich’s mal wieder echt dreckig. Ein gequietschtes Last Christmas lässt mir beinahe mein Essen von Gestern wieder durch den Kopf gehen. Blitzartig beruhigt sich mein Magen, als ich an den Sündenschmelztiegel denke.
Ich sitze noch nicht ganz auf meinem Stuhl und mein PC ist noch nicht mal hochgefahren. Das Guten Morgen-Ritual hat also noch nicht mal begonnen. Geschweige denn, dass ich meinen Adventskalender auch nur berührt hätte. Da ruft mein Chef an, ich soll zu ihm ins Büro kommen. Noch durch die geschlossene Bürotür meines Chefs höre ich die 16 Tenöre Last Christmas lauthals grölen. Ich falle mit der Tür ins Haus in Ohnmacht. Ich sehe eine geschüttelte und gerührte Version vom Original Last Christmas vor meinem inneren Auge. Bevor auch nur irgendjemand Erste Hilfe leisten hätte können, reiße ich die Augen wieder auf und sehe gestreifte, karierte und gefleckte George Michaels um meinen Kopf herum schwirren, die ganz gräulich Last Christmas summen und eine andere Schwuchtel, mit einem gar seltsamen Umschnall-Keyboard…. Hilfe.

Nein, dass ist nicht Wham, es ist Modern Talking. Mein Dieter Bohlen hat meinen Verstand übernommen. Eine andere Hölle. Verdammt, wo ist mein Schmelztiegel. Ich rapple mich auf und torkle in mein Büro zurück. Dort bewege ich mich den ganzen Tag nicht mehr raus, bis ich um 18.30 zum Drucker gehe. Aus meinem Nachbarbüro kann ich den Radio hören. ‚N Sync mit Last Christmas. Währenddessen ein Putzmann die Türen wischt. Er ist ein Neuer, so ein Rastaman und ratet mal, es gibt auch eine Reggae Version von Last Christmas. Im Druckerraum packe ich nur meinen Zettelkram und renne wieder ins Büro. Ich werfe die Papiere auf meine Tastatur und bevor ich meine Tasche packen kann, höre ich einen ziemlich geilen E-Gitarrenriff aus meinem Adventskalender. Ich gucke wie ein Schwaiberl, wenn’s blitzt und mache dann völlig hypnotisiert das 16. Türchen meines gewerkschaftlich gelieferten Adventskalender auf. Im Deckel steht in winzig, kleinen Lettern geschrieben: A Tribute to AC/DC…und die Version von Riff/Raff von Last Christmas bringt mich nicht nur um den Verstand, sondern fast zum Weinen, weil die Version mal richtig geil ist.

http://www.youtube.com/watch?v=8czIhxCRO_Y

 

Blasen für den Weltfrieden…

Blasen für den Weltfrieden…

So, seitdem ich mal wieder mein persönliches Zölibat ausgerufen habe, kann ich ja wieder unzensiert über reichlich Versautes schreiben. Also kommen wir gleich mal zu meinem Lieblingsthema, wie in der Überschrift bereits angedeutet, den Weltfrieden. Scherz bei Seite. Mir geht’s heute natürlich, wie so oft, ums Blasen. Ist ja an sich eine schöne Sache. Vielleicht nicht für die ganze Familie. Hm. Wenn es Frau Spaß macht, dann haben ja auch beide was davon. Blasen vermittelt immerhin Zuneigung und Nähe.

Eine meiner wilderen Theorien besagt, dass man jedes Problem des Mannes allein durch Blasen lösen kann. Zumindest für eine Weile. Weil wenn Frau sich nur ein bisschen Mühe gibt, ist Mann doch am Ende wie Butter in ihren Händen. (Und das meine ich im metaphorischen Sinne.) Um dieser doch etwas gewagten Theorie noch einen drauf zu setzen, behaupte ich auch gleich noch, hätte man dem Bush öfter mal einen Geblasen, dann hätten wir jetzt vielleicht keinen Krieg, der uns ja mal gar nichts angeht. (Ob das beim Clinton jetzt wirklich so sachdienlich für den Weltfrieden war, kann ich mich irgendwie nicht mehr erinnern. Ist ja auch egal, ich bin von meiner fadenscheinigen Behauptung keineswegs so wirklich überzeugt…) Was das Ganze nun für Deutschland bringt, keine Ahnung. Der Merkel kann Mann keinen Blasen und die Westerwelle ist wahrscheinlich oft genug in Blasehasegeschichten verwickelt, als allen lieb ist, aber deswegen macht es die Regierung auch nicht besser. (Ob es was bringen würde, wenn Mann die Merkel öfter mal lecken würden, hm. Ob Mann das will? Egal. Fürs Vaterland. Dann wären wenigstens ihre Mundwinkel wieder in die richtige Richtung gekehrt…) Hm. Egal. Bilder in meinem Kopf.

Wie gesagt, eine gewagte und sehr wilde Theorie. Weiterhin glaube ich, dass es für die Weltwirtschaft nicht so der Bringer ist, wenn sich alle gegenseitig einen Blasen würden, dann würde ja wahrscheinlich keiner mehr arbeiten. Das wäre auch ein Bild bei Börsenschluss. Uah. Schon wieder Bilder in meinem Kopf. Der Vorteil, vom Blasen wird man nur schwanger, wenn man nachher ungeschützten Sex hat. Was vielleicht dann auch das ein oder andere Mal passieren wurde, wenn auf der Welt nur noch eine einziges Geblase herrscht. In 20 Jahren könnte das wiederum die Rettung für die Sozialversicherungskassen sein. Blasen sie ihre Rente sicher. Kondome vergessen. Hm. Ich weiß jetzt nicht, ob diese reichlich unausgegorene Theorie auf die Weltwirtschaft umsetzbar ist, wie ich mir das in meiner eigenen kleinen rosa Welt gerne vorstellen würde.

Während meines letzten Zölibat, bin ich der Sache mit dem Blasen mal näher auf den Grund gegangen und wollte zumindest um mich herum für meinen persönlichen Weltfrieden sorgen. (Jetzt kommt mir bloß nicht mit im Zölibat darf Mann auch kein Oralverkehr haben. Ja, genau. Mann. Außerdem halten sich die Priester auch nicht so wirklich an das Zölibat, also werde ich doch auch mal im Zölibat Blasen dürfen…)

→ Für Zölibatsblasen komme ich jedenfalls nicht in die Hölle, wenn ich gottesfürchtig, wie ich danach bin, immer nach dem Blasen zwei Ave Maria und ein Vater Unser bete.

Ich habe ja auch nicht behauptet, dass ich gänzlich und für immer auf Sex verzichte… (Und ich habe ja auch nie gesagt, dass ich auf Selbstbefriedigung verzichte, dann wäre ich bestimmt schon mit einem Umschnalldildo Amok gelaufen.)

Wenn ich im Zölibat bin, müssen mich die Männer erstmal mit dem Kopf kennenlernen und nicht mit dem Schwanz, hat zwar bis jetzt auch noch nichts gebracht, aber der Versuch ist es immer noch wert.

Beim Zölibatsblasen ist mir aufgefallen, dass nach exzessiven Oralverkehr mein Dieter Bohlen (Tinitus) endlich mal zeitweise die Schnauze hält. Eine nähere Testreihe wurde mir dann leider verwehrt. Hm. Ich werde der Sache mal nochmal auf den Grund gehen müssen und dann meine wissenschaftliche Erkenntnis meiner HNO-Ärztin mitteilen. Bin ja mal gespannt, was sie dazu sagt. Im Übrigen bin ich immer noch mit mir am Hadern, ob ich auf Grund meines völlig überdrehten Sexualdranges mal zum Arzt gehen soll. Und was sage ich ihm dann?

‚Herr Doktor, ich weiß nicht wie ich ihnen das jetzt genau erklären soll, ich wahr deswegen schon beim Beichten, aber da hab ich jetzt schon Hausverbot. Immer wenn Mann mir einen phantasmagorischen Penis (möglichst gewaschen) vors Gesicht hält, dann muss ich ihn in den Mund nehmen. Ich fühle mich schon total schlecht dabei, aber ich kann einfach nicht damit aufhören.‘ Das Gesicht vor meinem Hausarzt würde ich nur zu gerne sehen, wenn ich ihm das mal sage. Hehe. (Kleiner Scherz am Rande!)

Fazit: Also, liebe Freunde der leichten Unterhaltung, nehmt einfach mal mehr in den Mund, als Mann euch vorsetzt, wir wissen ja nicht wie viel wir noch schlucken müssen, bis die Merkel dem Westerwelle endlich mal einen Blasen tut, vielleicht hält der Dieter Bohlen dann auch für immer seine Schnauze und unsere Renten sind Sicher.

P.S. Liebe Kinder, Kondome schützen… Die Renten sind sicher.

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