Manchmal kommt es anders…Hund und Herrin

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt! 

Vorgeschichte

Hund und Herrin

Paralysiert nickte er nur und folgte ihr, als sie rückwärts zum Bett ging. Völlig absichtlich stolperte sie aufs Bett und er fiel neben sie. Irgendwas stimmt doch da nicht, dass geht viel zu einfach. Sie küsste ihn. Er lies sich bereitwillig von ihr küssen. Da muss irgendwo ein Haken sein. Bloß wo? Sie blickte ihn fragend an und küsste ihn nochmal. Wie ein Welpe blickte er sie an. Sie schüttelte den Kopf und küsste ihn nochmal, diesmal fordernder. Er erwiderte den Kuss nicht ganz so ungestüm, aber sie kamen der Sache schon näher. Neugierig blickte sie über seine Schulter und da war wieder eine weitere Tür. War das auch das Betriebsgeheimnis, oder nur ein begehbarer Kleiderschrank? Sie rückte ein Stück von ihm ab, blickte sich um und setzte sich dann auf, als sie noch eine dritte Tür entdeckte.

‚Okay, lass mich raten, da ist dein begehbarer Kleiderschrank und das ist wieder das Betriebsgeheimnis?‘ Sie wies erst nach rechts und dann nach links.

Verlegen nickte er.

‚Will ich wissen was da drin ist?‘

Er zuckte mit den Schultern.

‚Mich kann man mit fast nichts schocken, ich lebe mit einem perversen Homosexuellen und einer veganen Emanze zusammen.‘

Wortlos zog er den Schlüssel von seinem Hals und gab ihn ihr fast schon unterwürfig.

Sie nahm den Schlüssel an sich, stand auf und ging zu der Tür zu ihrer linken. Der Schlüssel passte, also schloss auf und drückte die Klinke. Das Licht ging automatisch an und vor ihr kam eine Folterkammer zum Vorschein. Die Wände waren mit schwarzem Leder verkleidet. Es hingen schwere eiserne Ringe an der Wand. In der Mitte stand ein weiteres Bett, mit einem sehr interessanten schmiedeeisernen Kopfende. Es war ein riesiges Spinnennetz, dass bis an die Decke reichte. Auf einer Anrichte lag allerlei Sexspielzeug in verschiedenen Größen und Formen. Einige Peitschen, Paddel, Seile und Halsbänder hingen an der Wand.

‚Ist das alles für dich oder für mich?‘ fragte sie heiser und drehte sich zur Tür.

Er kam langsam auf sie zu und lies sich vor sie auf die Knie sinken.

‚Hm!‘ flüsterte sie und blickte ihn ernst an. ‚Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich meine Lackstiefel angezogen.‘ Dann lächelte sie ihn herzlich an.

Sie ging langsam um ihn herum, schloss hinter ihm die Tür und verschloss sie wieder, lies aber den Schlüssel stecken. Dann ging sie zu der Anrichte und schaute sich um, fast unmerklich schlug sie sich auf den Schenkel und er kam auf allen Vieren auf sie zu.

Sie nahm einen Buttplug in die Hand und spielte damit herum.

‚Gehe ich recht in der Annahme, dass ich alle Gegenstände hier im Raum an dir verwenden darf?‘

Er nickte wieder, blickte sie dabei aber nur kurz an.

‚Gut. Ich darf alles mit dir machen, solange die Körperflüssigkeiten weiß bleiben?‘

Wieder nickte er.

‚Kein Kaviar, keine Natursekt, kein Blut, keine bleibenden Verletzungen, kein Würgen!‘

Er nahm noch eine unterwürfigere Haltung an.

‚Okay, woher wusstest du, dass ich nicht wie ein kleines 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen schreiend aus der Wohnung renne und die Polizei hole.‘

Er zog einen Flyer aus der Hosentasche und legte ihn ihr vor die Füße.

‚Du warst da?‘

‚Nur einmal!‘

‚War das Treffen heute eingefädelt?‘

‚Nein!‘

‚Und weiß mein Mitbewohner oder dein Nachbar davon?‘

‚Nein!‘

‚Sicher?‘

‚Ja.‘

‚Gut und dabei bleibt es auch!‘

‚Ich werde von dir kein Geld nehmen.‘

Er blickte sie fragend an.

‚Ich muss meine gewerkschaftlichen Pausen einhalten!‘

Ein Lächeln huscht über sein Gesicht.

‚Wer hat gesagt, dass du lachen darfst?‘

Seine Miene versteifte sich.

‚Wenn du wert darauf legst, dass deine Klamotten ganz bleiben, dann zieh sie aus!‘

Er zögerte keine Sekunde und zog die Hose aus, legte sie ordentlich zusammen und kauerte sich dann wieder vor sie hin. Sie ging zu der Anrichte, nahm sich ein Halsband mit einer kurzen Leine daran und kam zu ihm.

‚Zeig mir deinen Hals!‘

Er reckte den Kopf und präsentierte ihr seinen Hals. Geschickt legte sie das Halsband um seinen Hals und schloss es. Es war eine Maßanfertigung.

‚Willst du mein kleiner Welpe sein?‘ fragte sie mit zuckersüßer Stimme.

Wie ein junger Hund schmiegte er sich aufgeregt an ihr Bein. Sie holte aus und schlug ihm hart auf den Hintern. ‚Ich kann dumme, kleine Hunde nicht leiden!‘

Nun war er reichlich verwirrt, also verharrte er ruhig und wartete. ‚Ich mag große, stolze Köter!‘

Er richtete sich etwas auf und hob den Kopf. Sie packte ihn am Kopf, riss ihm den Kopf nach hinten und schlug ihm mit der flachen Hand hart ins Gesicht. ‚Damit ich ihren Willen brechen kann!‘

Sie lies von ihm ab und ging wieder zur Anrichte. Langsam ging sie um das Spinnennetz herum und setzte sich aufs Bett. Sie schlug sich wieder gegen den Schenkel. Wenig später war er wieder an ihrer Seite.

‚Hm!‘ kam es aus ihrem Mund, als sie sich zu ihm runter beugte. Und das klick, das darauf folgte, signalisierte ihm, dass sie wohl die Handschellen gefunden hatte. Sie nahm ihm an seinem Kinn und zog sein Gesicht hoch, so dass er mit aufrechten Oberkörper vor ihr kniete. Mit einem Ruck riss sie ihm das Hemd auf und lies es blitzartig wieder los.

Dann schlug sie mit der flachen Hand aufs Bett. Einmal. Zweimal. ‚Los komm, sei ein Braver und kommt zu Frauchen aufs Bett.‘

Zögernd machte er Anstalten aufs Bett zu krabbeln und schon verpasste sie ihm wieder einen Schlag auf den Hintern. ‚Tragen wir auf dem Bett etwa Socken?‘

Schlagartig hielt er inne und zog mit einer Hand die Socken aus. Die Andere lag ruhig auf dem Bett, die Handschellen baumelten von der Bettkante.

‚Und das Hemd brauchen wir auch nicht?‘

Das kaputte Hemd glitt etwas einseitig zu Boden. ‚Jetzt kommen wir der Sache schon näher.‘ Sie schlug wieder mit der flachen Hand auf das Bett. Einmal. Zweimal. Er kroch aufs Bett, sie zog ihn auf die Mitte der Matratze und kettete ihn an das Spinnennetz.

Dann stand sie ohne ein Wort zu sagen auf, öffnete die Tür und ging. Er konnte nur noch die Haustür zufallen hören. Unangenehme Stille, bis er nach ungefähr 2 Stunden in der Ferne die Sirenen hörte.

Published in: on 23. September 2012 at 19:34  Kommentar verfassen  
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Vorsicht Pilger – Heck schwenkt aus!

Jakobsweg Zeitreise – Vorsicht Pilger – Heck schwenkt aus!

Wir laufen immer noch im Neuburger Wald und außer uns und dem Frühling, dem Inn und dem Biber ist keine Menschenseele unterwegs. Und langsam kommen wir uns wirklich so vor, als wären wir Wanderhuren und wir wären im Mittelalter, gut dann wären wir wahrscheinlich nicht weit gekommen, weil damals im Neuburger Wald, gab es bestimmt auch eine Räuberbande und wir wären bestimmt gestern Nacht von einer Horde Räuber überfallen worden und ganz schlimm vergenusswurzelt worden.
Die Kraxen werden immer schwerer und die Überlegung sich einen Esel zu mieten, der dann unsere Kraxen schleppt, kommt uns minütlich in den Sinn. Auch die Wanderhure hatte ja ein paar Ziegen, die sie vor einen Wagen gespannt hatte und die schleppten dann des ganz Zeug. Bloß wo kriegen wir jetzt mit im Wald eine Herde Ziegen her oder gar einen Esel oder ein Maultier?

Mit einem selbstgedichteten Lied über Händchen halten, Rotwein, Sackfett und Wund und Heilsalbe auf den Lippen kamen wir aus dem Neuburger Wald, wo uns mehrere Verkehrsschilder auf Gefahren aufmerksam machten. Das erste war Vorsicht Bodenwellen, nicht näher fotografiert gingen wir weiter und wenig später kam ein Schild: ‚Vorsicht beschrankter Bahnübergang!‘ Ich habe natürlich ein Foto gemacht, als Beweis. Links Inn. Mitte Weg. Rechts Waldhang. Kein Zug, kein Gleis, aber nach dem Schild, 4 Stämpen quer über den Weg. Hmm?Jetzt kamen wir an schmucken kleinen Häuschen vorbei und an w

ahnsinnig schönen Gärten, mit dem toten Osterhasen, aber an sich war alles wunderschöne Blumenwiese. Himmel, da ist er wieder der Horror.
Wir liefen weiter, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern….es ging erstaunlich gut voran und der Inn plätschert leise vor sich hin. Wir kommen an einem Schild Neuburg am Inn vorbei, und wir beschließen keinen Umweg zu machen. Die Gegend ähnelt jetzt immer mehr dem Donaudurchbruch bei Kelheim. Wir machen viel Fotos und bewundern die Gegend. Nach einer Brücke über den Inn, die wir links liegen lassen, bauen sich links und rechts, jeweils eine Burg auf, eine schöner als die Andere. Jetzt geht es weiter, der Weg wird immer schmaler und es geht jetzt immer Berg auf und Berg ab. Wir füllten nochmal unsere Trinkflaschen auf und latschten weiter, als wir plötzlich von einem Radler überholt wurden. Vor Schreck schwenkte ich in die falsche Richtung und hätte ihn beinahe mit der Kraxe vom Rad gefegt. Die Überlegung Schilder auf die Kraxe zu hängen: ‚Vorsicht Pilger – Heck schwenkt aus!‘ oder ‚Vorsicht Pilger – Bitte Rangierabstand einhalten!‘
Später als wir dann einen echt fiesen Berg hochliefen, kam der Radler uns entgegen um eine Kurve geschossen, der hat mich so erschreckt, ich hatte beinahe einen Asthmaanfall bekommen und wäre beinahe mitten am Berg zusammengebrochen. So ein Arsch! Vorsicht Pilger – Bitte Langsam fahren! Freiwillig Langsam fahren den Pilgern zu liebe!
Den Berg haben wir dann doch geschafft bzw. er hat eigentlich uns geschafft. Bei einer nötigen Rast oben am Berg kam uns eine Dame mit einem süßen Hund entgegen. Sie stellte uns viele Fragen und ging eine Weile mit uns mit, bis wir aus dem Wald kamen. Vor uns Vornbach. Sie erklärte uns, wie wir zum Kloster kommen und dass

wahrscheinlich keiner da wäre und bei wem wir für den Pilgerstempel klingeln können. Sie erzählte uns von der halben Kirche auf dem Friedhof und lief dann querfeldein zu ihrem Haus, ihr Hund war ganz hin und hergerissen, aber er trottete ihr dann doch hinterher.
Wir liefen dann doch weiter Richtung Kloster und brachen aus Versehen ins katholische Pfarramt ein, die Tür stand offen, es war aber keiner da. Wir riskierten einen Blick in einen alten Klostergang, wo überall alte Dinge herumstanden und dann zogen wir es aber doch vor, zu verschwinden.

Es ging am Kloster vorbei und am Ende der Straße kam plötzlich ein neuer Kleinwagen um die Ecke gerauscht, hielt an und die nette Dame von vorhin stieg aus und filmte uns. Nach einem weiteren kurzen Gespräch, bot sie uns Tee und Kuchen an und lud uns in ihr Haus ein. Sie nahm meine Kraxe mit dem Auto mit und ich war herzlich froh, dass ich den Berg bis zu ihrem Haus nicht mit Kraxe hoch musste. Das Haus war der Wahnsinn und die Gastfreundlichkeit von ihr und ihrem Mann bleibt uns unvergessen. Wir redeten über Gott und die Welt und wurden regelrecht interviewt. Die beiden waren so nett und die Gespräche waren so schön, dass wir uns kaum von ihnen lösen konnten. Unter anderen Umständen, wäre die Dame wahrscheinlich nicht so herzig auf uns zu gegangen und wir hätte sie wahrscheinlich nicht verschrecken wollen. Deswegen wird mir diese

Erlebnis immer in Erinnerung bleiben, auch wenn wir uns vielleicht nie wieder treffen mögen.
Während Hanna auf der Toilette war, bot ich unsere mittelalterlichen Kochkünste an und sie bot uns an, dass wir gerne nochmal wieder kommen dürfen und dann kochen wir was schönes in dem wunderschönen baubiologischen Haus mit der römischen Fußbodenheizung. (Und außerdem könnten wir des Nächtens nochmal das Kloster erkunden!)
Schließlich half es alles nichts, wir sind dann weiter nach Neuhaus, um dort unseren blöden Pilgerstempel zu holen.

Kettensägenmassaker

Jakobsweg Zeitreise -Kettensägenmassaker

Unser Nachtlager haben wir dann schon im Dunkeln aufgebaut und das Nachtmahl, war dann wirklich ein Nachtmahl. Zum Nähen und zum Schreiben war es wirklich schon zu dunkel, wie ich jetzt grad erschreckend feststelle, ich kann meine Schrift im Tagebuch kaum lesen….Wir gingen deshalb sehr früh schlafen, und ein Käuzchen schuhute von weit her zu uns rüber.
Super, wie im schlechten Horrorfilm, man sieht eine Waldlichtung mit einer wunderschönen Blumenwiese in der Dämmerung, irgendwo flackern zwei Lichter, man kann einen kleinen Holzunterstand kaum erkennen, man hört das Gekicher zweier Mädchen und ein Käuzchen schreit, plötzlich ist alles unnatürlich still. Wie als wenn die Ordnung gestört wäre, so wie wenn man in einen Raum kommt, einen weißen Raum und in der Mitte steht ein Roter Stuhl. Cthulhu lässt grüßen. Man hört ein Knacken von weit her, die Mädchen schrecken auf und eine fängt an zu kichern: ‚Ist da wer?‘ und dann ist wieder alles ruhig auf der wunderschönen Blumenwiese.
Jetzt ist der Moment, wo eigentlich in jedem schlechten Horrorfilm, der irre Massenmörder, mit dem Dr. Zoidberg-Gesicht und seiner Kettensäge, den Unterstand zamsägt und mit ihm auch die Mädchen. Eines davon kann leicht verstümmelt entkommen. Die Quotenjungfrau, natürlich!
Nachdem wir auch noch Larper sind, spielt unsere Fantasie natürlich Ping-Pong mit uns. Und wir überlegen uns ständig, wie entweder Zombies oder Untote über uns herfallen, oder eine Horde Orks, die uns entführen und uns dann solange vergewaltigen, bis wir tot sind. Dann werden wir natürlich noch fachgerecht zerteilt und im Wald zurückgelassen. ‚Lieber Hirschgott, du Zwölfender du, bitte schick uns keine Vergewaltiger, außer die sind verdammt gutaussehend und frisch geduscht.‘

Jetzt wisst ihr auch was in meinem Kopf so vorgeht, wenn ich armes paranoides Wesen nicht einschlafen kann. Aber trotz der paranoiden Wahnvorstellungen noch Vergewaltigungsphantasien haben, irgendwas stimmt doch bei mir nicht, oder? Aber dafür machen ich ja auch meine Pilgerreise, damit ich vielleicht nur halb so wahnsinnig zurückkomme, wie ich aufgebrochen bin. Im Moment kann ich das leider noch nicht bestätigen. Aber ich arbeite daran.
Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen, bis ich dann aufgrund eines geträumten Schneegestöbers aufgewacht bin, den Grund für den Traum, habe ich dann auch gleich erkannt, mir war eiskalt. Hanna hatte mich von meinem einzigen Fell unter die Bank des Unterstandes gedrängt und nachdem wir zu zweit in meinem Deckenschlafsack stecken, gestaltet sich der Weg zurück aufs warme Fell ein bisschen schwierig. Nun gut, unter der Bank erwischt mich der Vergewaltiger wenigstens nicht gleich, dann kann ich noch zuschauen, wie er die Hanna…… Böse Bine, und es ist keiner da der mir auf die Finger haut. Jetzt bin ich auch noch rattig und kein Vergewaltiger in Sicht und auch keine Zombies zum Spielen, ich versuche also weiter zu schlafen und vermisse nicht nur mein Babyschafsfell, dass ich Depp ja aussortiert habe. Himmel, für diese Gedanken komme ich definitiv in die Hölle.


Bin die Nacht dann noch öfters aufgewacht, aufgrund von Kälte und weil ich mich wieder unter der Bank vorgefunden habe. Dann hab ich endlich tief und fest geschlafen, wie ich plötzlich Schritte höre, ich schrecke auf und da war der Jogger schon vorbeigelaufen. Es kamen dann noch mehrere Jogger und ein Radler vorbei und ich konnte noch nichtmal senkrecht im Bett stehen, mangels Bett und ich steckte ja mit Hanna im Deckenschlafsack fest.
Mich beschäftigten jetzt wieder die Männer, der letzten Wochen und ich hatte langsam das Gefühl zur Nonne zu werden, weil so wie früher ist es schon lange nicht mehr

und seit meinem letzten Fehltritt, treibe ich eher ziellos umher und treibe eigentlich gar nichts mehr so richtig. Sogar mein Vibrator liegt total verstaubt im Bad zwischen den Haarklammern und den Waschlappen. Des ist ja eben auch so ne Sache, an der ich dringend arbeiten muss. Jetzt hat der Herr Uri Geller meinen Vibrator schon repariert und ich benütze ihn gar nicht mehr, ab und zu lese ich in der Mutzenbacher und dann langt es mir meistens schon wieder, fast ohne heimwerken…Grins!
Ich brauch mich ja nicht beschweren, mir taugt zur Zeit der Tausendste nicht und selbst an dem hab ich noch was auszusetzen. Die können mir irgendwie alle geistig nicht folgen oder wollen nur vor mir auf dem Boden herumrutschen. Wenn sie mir geistig folgen können, dann sind sie mir körperlich nicht gewachsen, oder Verbal. Wenn dann alles stimmt, dann sind sie entweder schwul, oder saufen oder nehmen gar Drogen oder sind viel zu jung….oder wollen keinen Geschlechtsverkehr…. so komm ich ja nie zu meinem Traummann und meinem Haus mit Hund und einem Stall voll Kindern. Nur nicht übertreiben, Bine! So schreckst du nur wieder alle ab, unter den Voraussetzungen will ja auch kein Mann eine Beziehung eingehen. Eine Schlampe will Kinder und Haus und Hund, des passt ja so gar nicht ins Weltbild. Wo wir wieder bei diesem verfickten Volksmund wären…Wenn ich den Volksmund erwische, dann muss ich mit dem aber soooo eine aufs Maul hauen….
An diesem Morgen war so gar nichts in Ordnung, ich hab bis um 8 Uhr meine Augen gar nicht aufgebracht und ich war total bewegungsunfähig. Ob des jetzt am schlechten Schlaf gelegen hat, oder an meinen Phantasien oder meinen Träumen, wobei die teilweise vermischt sind. Ich kann gar nicht mehr richtig nachvollziehen, was jetzt Traum war und was ich mir jetzt ausgedacht habe. Dann kann es ja auch noch sein, dass alles an meinem Rausch vom Samstag Nacht liegt, ich vermute es jetzt mal. Weil wenn mich Männer nachts nicht schlafen lassen und ich tagsüber von ihnen Träume, dann muss es ja einigen heute morgen, in den Ohren geklingelt haben. Es ist jetzt übrigens Montag, der 30.03.08 und falls es bei dir geklingelt hat, dann ruf mich an…..Ich beobachtete zwei Rotkehlchen beim Vögeln….
Dass ich immer meine Holzschuhe vergesse, die mir unsere Pilgerschaft ja wirklich nicht leicht gemacht haben. Ich hatte gestern schon des Gefühl, dass die irgendwie morsch werden. Ich hab sie gestern Nacht noch mit Kerzenwachs gekittet und hab mich aber dann doch entschieden heute mit meinen selbstgebauten Römersandalen-Bundschuh-Zwitter zu laufen. Böser Fehler! Aber dazu später….
Wir packen also alles ein und ich latsche ohne Frühstück los und ich bilde mir ein, dass ich irgendwo einen Baum umstürzen höre, so als würde da jemand Bäume fällen, nur dass man keine Axtschläge und keine Kettensäge hört. Ich höre auch einen Specht und vergesse es wieder, weil im Naturschutzgebiet Neuburger Wald wird schon keiner Bäume fällen und genau deswegen haben wir uns gestern nicht getraut ein Feuer zu machen, weil im Naturschutzgebiet macht man so was nicht und so schleppen wir natürlich unseren Müll auch wieder aus dem Wald….
Wir haben nur noch wenig Wasser und meine Überlegung die Zähne zu putzen, viel dann aufgrund ‚Ich bin total gelähmt!‘ und Wassermangel aus und mir mit Innwasser die Zähne zu putzen ist mir dann doch zu authentisch.

Wir laufen also weiter und die Sonne scheint und es ist wirklich wie eine wunderschöne Blumenwiese nur mit Wald und der Frühling hat uns jetzt entgültig in seiner Gewalt. Wir laufen weiter am Inn entlang, bis mir ein großer umgestürzter Baum am Innufer auffällt. Ich schau genauer hin und da ist doch tatsächlich ein Biber am Werk gewesen. Ich machte schnell ein Beweisfoto und dann grübelte ich wieder darüber nach. Hanna machte sich einen neuen Wanderstock und ich grübelte über den Biber nach. Hab ich doch richtig gehört, da fällt tatsächlich einer Bäume im Naturschutzgebiet. Und solchene Großen! Und ich dachte schon ich bin total bescheuert. Aber der Biber hat sich da aber schon ganz schön was vorgenommen, den Inn aufzustauen. Des ist ja fast so ne Lebensaufgabe, wie unsere Pilgerschaft. In dem Tempo, wie wir mit den schweren Kraxen beladen, nicht vorankommen, werden wir in den nächsten 10 Jahren nie aus Bayern rauskommen, geschweige denn in Santiago ankommen. Ist es da wahrscheinlicher, dass dieser kleine Biber es schafft den Inn aufzustauen?
Ich sag ja auch immer ich werde irgendwann im Rentenalt

er in Santiago ankommen. Des ist mittlerweile kein Spaß mehr. Wir werden mit 60 und 70 Jahren, bebückt von jahrelangem Kraxenschleppen, uns von unseren Kindern und Enkeln nach Santiago tragen lassen müssen. Dann sollten wir aber langsam mal mit den Kindern anfangen, oder ein geregeltes Leben führen, damit wir uns welche adoptieren können. Jetzt bräuchte wir jeweils nur einen Mann. Für mich bitte einen, der mir geistig, körperlich und verbal gewachsen ist. Mit einer übersichtlichen Frisur! Bitte keine Nazis, keinen perversen Schweine und keine devoten Männer! Wenn es bei dir im Ohr klingelt, dann ruf mich an….
Und beim ganzen Bibergeschwafel hab ich unsere Griesschnitten ganz vergessen, wir haben bei unserem Nachtmahl in unserer Hütte noch die Griesschnitten vom Con gegessen, die waren dann aber so kalt, dass wir sie dann auf den IKEA-Laternen warmgemacht haben, wir haben uns ja nicht getraut, ein Feuer zu machen. Super IKEA-Griesschitten, des muss man mal gemacht haben, des ist echt der Wahnsinn.

Die Sache mit dem Müssen

Jakobsweg Zeitreise – Die Sache mit dem Müssen

‚Müssen tu ma gar nichts und zum Sterbn is no kei Zeit.‘

Diese Erkenntnis hätte mir schon wesentlich früher kommen müssen, aber nachdem mir das erst am ersten Tag meiner Wanderschaft begann klar zu werden, habe ich dies natürlich im Vorfeld nicht beachten können, weil es mir ja nicht klar war. Ich hätte noch so viel machen müssen, ich hätte mir mindestens einen Mann angeln können, aber wegen dem vielen müssen nicht können.
Am Samstag vor der Wanderung habe ich mich auf dem Con auch noch ein bisschen betrunken und des hätte echt nicht sein müssen, aber es war so und zum Bereuen ist es zu spät. Es waren vielleicht 5 Schluck Baileys, aber für mich hat es gelangt und ich muss ganz schön viel Unsinn gemacht haben, nein gemacht hab ich eigentlich nichts, aber gesagt hab ich ziemlich viel und die Wahrheit war es auch noch und damit können viele ja nicht umgehen, aber es war doch sehr lustig, zwischen Rotwein, Sackfett und Wund und Heilsalbe und Milchwirtschaft, ging es in erster Linie über Pornofilme und über Sexualtherapie und Telefonzellen. Ich hoffe es hatten alle viel Spaß und Freude und wenn nicht. Wer nicht will, der hat schon!
Ich hatte anscheinend viel Spaß und am nächsten Tag zum Glück keinen Brummschädel. Ich versuchte zu packen und bis die Kraxe voll war, war noch gar nicht alles drin und sie zerbracht schon fast beim Hochheben, so schmiss ich nochmal alles über den Haufen und reduzierte Gewicht. Als erstes flog sämtliches Leder raus, die Hälfte vom Essen wurde aussortiert und die Hälfte der Klamotten und die Hälfte der Decken, ich habe mein kleines Babyschafsfell und eine Zweite Tunika mit aussortiert, die ich auf der Wanderung später noch schmerzlich vermissen würde.
Dann habe ich auch noch meinen Runenbecher zerschmettert und ich musste dann doch meinen Tupperware-Thermobecher mitnehmen, obwohl wir eigentlich keine Tupperware mitnehmen wollen durfte. Ich habe ja noch einen Trinkschlauch und ich hab ja noch einen Tarnhuch für den Thermobecher. Für diejenigen, die sich jetzt fragen, was ein Tarnhuch ist, es ist ein Säckchen im Form einer Flasche, mit einen Mützengugelchen zum Abnehmen und drüber stülpen, damit auch authentisch aus einer Bierflasche trinken kann, wenn man keinen Krug hat. Und das Outfit sieht aus wie das Outfit vom Huch, dabei hatte ich des Tarnhuch schon, bevor ich den Huch überhaupt kennengelernt habe.
Wir haben jetzt alles fertiggepackt und unsere Sachen auf sämtliche Autos verteilt, damit wir überhaupt mit 2 Kraxen und 3 Personen in meinem Ford Ka nach Passau kommen. Danke nochmal an den Sepp fürs Fundus übernehmen und fahren und fürs „Trittmich“ waschen. Und ein riesen Dankeschön an den Anderl, der wegen uns mit seiner Nicht-Wichs-Schulterverletzung mit aufs Con gefahren ist, um dann SL zu machen. Was ja auch ne ganz schöne Leistung ist, wenn man ständig unter Schmerzmittel steht. Und um uns dann am Sonntag nach Passau zufahren, damit wir wandern können. Auch die Aussicht, dass der Anderl eine Woche mein Auto und meine Wohnung zur Verfügung gestellt bekommt, ist jetzt nicht damit aufzuwiegen, dass er aufgrund seines erneuten Krankenstandes, diesen Luxus nicht so wirklich hat auskosten können. Danke nochmal! Dickes Bussi!
Ja, also wir fahren also von Thurmannsbang nach Passau und finden auch gleich den Dom. Dann packen wir die Kraxen aus dem Auto und uns auf den Rücken, die ersten Fotos werden von Touristen geschossen, wir verabschieden uns vom Anderl und beim Abschiedsbusserl, werde ich vom Anderl auf Back rechts/Backe links verwiesen, obwohl ich ihn ernsthaft auf den Mund knutschen wollte, weil mir irgendwie danach war. Hm. Es werden noch Beweisfotos geschossen, nur für den Fall, dass wir wirklich festgenommen werden oder als Fahndungsfoto falls uns total Irre mit samt den Kraxen entführen sollten. Dann fährt der Anderl mit meinem Auto einfach weg, mit meinem Schlüssel, meiner Handtasche, mit dem Deo und den Ohrenstäbchen und lässt uns zwischen den ganzen Touristen zurück.
Ein Bus mit Japanern fahrt langsam an uns vorbei und sie knipsen Fotos durch die Fensterscheiben. Wer zum Teufel schaut sich denn solche Bilder an? Im Vorbeifahren durch eine Scheibe fotografiert und die Ellbogen von den anderen Japanern im Foto, das ist doch ganz schön scheiße.
Also wir haben noch einige Fragen beantwortet und sind dann in die Kirche um unseren ersten Pilgerstempel für unseren Pilgerpass zu holen, in der Kirche nur Touries und Fotos und Fragen, aber keine Amtsperson. Beim Rückweg vom Altar haben wir die Domaufsicht entdeckt, den wir dann fast verfolgen mussten, damit wir mit ihm sprechen konnten. Nach einem langwierigen Erklären hat er uns dann doch ziemlich widerwillig geholfen. Wir haben zwar keinen Stempel, aber dafür ein Datum und eine Unterschrift.

Wir gingen nochmal in den Dom um eine Kerze anzuzünden und um ein Stoßgebet an den gehörnten Hirschgott zu schicken. Dass wir bitte nicht von der Polizei festgenommen werden und in die Klapse kommen, dass wir nicht vom LKW überfahren werden. Dass bitte die Holzschuhe halten und die Knie und die Knöchel, dass wir bitte nicht erfrieren und dass es bitte nicht mehr schneien soll, was jetzt nicht nur wegen dem Zwölfender eine echte Blasphemie war. Dafür komme ich in die Hölle.

Ein Passant hob unsere Kraxe und meinte dass des bestimmt 20 Kilo wären, ich habe meine nie gewogen, deswegen werde ich es nie erfahren, wie schwer sie wirklich war und es ist auch gut so.
Es ist übrigens der 30.03.08 ca. 14.00/15.00Uhr, als wir in Passau loskommen, die Zeitumstellung hat uns kalt erwischt, aber es wird nicht mehr lange dauern, dass wir keine Uhrzeit mehr brauchen würden…
Wir liefen also los und wurden noch einige Male von Passanten befragt und fotografiert. Einer kam und wollte wissen, ob er uns etwas gutes tun könne, er schenkte uns dann eine Banane und half uns noch den Weg zum Inn zu finden. Später ist mir dann aufgefallen, dass es uns ja eine Banane geschenkt hat, warum er das gemacht hat, weis ich nicht, ob er die Fotos vom letzten Schyrenfelscon gesehen hat? Oder wollte er nur den Affen Zucker geben? Das werden wir wohl auch nie erfahren, aber Danke!
Wir kamen über Stufen zum Inn herunter und es war ein königlicher Moment, wie sie uns alle anstarrten, als wir aus dem Dunkel ins Licht kamen und dann mit unseren Kraxen auf der Innpromenade standen. Wir liefen eine Zeit lang und bahnten uns den Weg durch die Passanten und wir beschlossen nicht mehr stehen zu bleiben, wenn uns jemand was fragt, weil uns das ehrlich nur unnötig aus dem Trott bringt.
Wir suchten nach dem ersten Hinweis, dass wir auf dem richtigen Weg sind, der Fluss floss uns entgegen (worüber ich jetzt gar nicht mehr so sicher bin, in welche Richtung er eigentlich fließt!?) und wir liefen aus der Stadt heraus, aber ein Jakobsschild hatten wir noch nicht gesehen. Ein letztes Telefonat wurde geführt und dann wurde auch das Sprachrohr zur Außenwelt erst einmal ausgeschalten. Weiter geht’s. Und endlich ein Jakobswegschild, ein Beweisfoto wurde geschossen.
Bei unserer ersten Rast, der edylische Rücken, kamen mehrere Gruppen von Passanten an uns vorbei und stellten Fragen. Es wurden uns gute Füße gewünscht und das Gottes Weg immer der Richtige wäre und wir sollten einen Stein für eine nette Dame in Santiago hinlegen und ein kleines Mädchen fragte: ‚Müsst ihr da jetzt bis nach Santiago laufen!‘
Müssen, ich hätte so viel tun müssen, habe es nicht getan und laut meinen Eltern hätte ich schon längst heiraten müssen. Bloß wen? Und mit 30 hätte ich laut meiner biologische Uhr auch schon mindestens 2 Kinder haben müssen. Aber dazu hätte die Männerwelt mich so akzeptieren müssen, wie ich bin. Dann hätten die Männer auch treu und ehrlich sein müssen. Dann hätte ich einmal die richtige Entscheidung treffen müssen. Laut dem Volksmund hätte ich mir schon längst eine anständige Frisur zulegen müssen! ‚Und wie du wieder aussiehst!‘
Müssen, müssen, müssen, ich muss schon viel zu viel Steuern zahlen, ich muss jeden Tag in die Arbeit fahren. Ich muss springen, wenn andere schreien, ich muss immer selbstverständlich sein….Nein, ich muss mich eigentlich in erster Linie mal am Arsch lecken lassen. ‚Nein, Müssen tu ma gar nichts, und zum Sterbn is no kei Zeit!‘
Des ist genau das Interessante am Pilgern, wir können wirklich alles tun, stehen bleiben, wann und wo wir wollen. Irgendwo bleiben, weil es da schön ist. (Ich muss unbedingt nochmal nach Passau, die Stadt ist so schön gewesen!) Wir sollten nur einmal am Tag einen Stempel in unseren Pilgerpass bekommen und des wars dann schon, natürlich versuchen wir ein bisschen Stecke zu machen um voranzukommen. Ich hab mir auch geschworen nicht zurück zu laufen, sondern immer nur nach vorne zu blicken und nicht zurück und wenn sich eine Gelegenheit ergibt, sie nicht vorbeirauschen zu lassen. Dann hab ich eine Regel, die schon mein ganzen Leben bestand hat, einmal am Tag verlaufen ist OK und mehr muss auch nicht sein. Das ist uns auch gleich am ersten Tag passiert und nachdem wir nicht über den Inn gehen wollten, haben wir dann ganz schnell gemerkt, dass wir außen um ein Wehr herum gehen mussten, um weiter zu kommen. Und dann gingen wir weiter und weiter…. und der Inn fließt sehr ruhig uns entgegen und flüstert uns leise zu, dass wir wirklich gar nichts müssen und zum Sterbn is no kei Zeit und das ist gut so….

3 Strudel für ein Halleluja

Jakobsweg Zeitreise – 3 Strudel für ein Halleluja

Ich werde von Tag zu Tag immer panischer. Das Wetter wird irgendwie auch nicht besser und die Volksküche rückt immer näher. Ich hab noch nichts gepackt und ich muss noch irgendwo eine Weinraute auftreiben. Die Kohlrabifrage ist zwar geklärt, aber dazu kam die Karottenproblematik. Dann ärgert mich die Hanna schon den ganzen Tag. Also streiten wir schon den ganzen Tag und ich soll nebenbei auch noch arbeiten und nach Möglichkeit alles wegarbeiten und auf den Stammtisch soll ich auch noch gehen. Ich muss irgendwas schönes kaputtmachen. Das ist auch schon wieder so ne Sache an der ich arbeiten muss.

Im Übrigen sind meine Ärmel noch nicht fertig und meine Schürze und ich wollte noch ein weiteres Häubchen machen und ich habe natürlich noch keine einzige Ledertasche gemacht. Aaaaaahhhhh!

Warum machen wir des eigentlich mittelalterlich? Und hoffentlich hält alles was ich in den letzten Tagen zusammengeschustert habe. Alle Männer sind mir mittlerweile scheißegal und ich hoffe, dass mich noch heute der Schlag trifft, dann muss ich mir die Blöße nicht geben, dass man im Leben nicht alles mit Blasen, einer Flasche Rotwein, Vaseline und einer Wund und Heilsalbe lösen kann.
Ich hatte mir mit der Volksküche so viel Mühe gegeben, und jetzt alles hinschmeißen, kommt nicht in Frage. Ich muss da jetzt durch.
Meine Streiterei mit der Hanna ist im Sande verlaufen, jeder macht des was er will und wir treffen uns halt irgendwann im Basic und kaufen für die Wanderschaft und die Volksküche ein. Wo Hanna jetzt plötzlich doch mitkommt und sie will auch mitkochen, hat sich das Streiten doch nicht etwa gelohnt, oder haben wir beide irgendwann erkannt, dass wir langsam mal damit anfangen sollten an einem Strang zu ziehen. Im Nachhinein hab ich fast ein schlechtes Gewissen, dass mir das Streiten immer so viel Spaß macht. Und das ist gar nicht gut, wenn ich auch noch Recht behalte und noch dazu meinen Willen bekomme. Ich sollte mich nicht daran gewöhnen, dass alles so gut klappt. Irgendwie muss ich wohl auch noch bei Hanna entschuldigen und mich bei ihr bedanken, weil sie mir doch viel geholfen hat, beim Nähen und jetzt auch noch beim Kochen. Schmunzel.
Meine Befürchtung, das bei der Volksküche keiner kommen könnte, traf nicht zu, auch wenn es mehr hätten werden können. Und mehr Met hätte sie auch trinken können. Aber nochmal ein herzliches Dankeschön an alle, die da waren. Aber selbst wenn drei Chaoten in einer viel zu kleinen Küche arbeiten, kommt doch tatsächlich was heraus, was man anscheinend essen kann. Ich hab mir sagen lassen, das alles so gut abgeschmeckt war und ich muss zugeben, ich hab eigentlich gar nichts abgeschmeckt. Keine Zeit! Besagt das jetzt, dass ich doch irgendwie kochen kann oder war alles nur Glück. Na ja, egal auch dem Vereinsheim hat es wohl auch getaugt und wir dürfen wiederkommen und nochmal kochkünsteln. Und des nächste Mal gibt es nur Kartoffeln und wenn jemand meckert, kriegt eine Pastinaken-Sellerie-Petersilienwurzelsuppe und wenn ich damit ein Bio-Viagra erfinde und es gleich am lebenden Objekt teste, soll es mir recht sein. (Und ich habe festgestellt, dass Meerrettich echt zum Heulen ist!)
Das Einzige was nicht geklappt hat, war der Nachtisch, der Birnenstrudel ist nicht rechtzeitig fertiggeworden, obwohl ohne einem Nudelholz einen Strudel hinzukriegen ist eine reife Leistung. Aber er ist halt nicht fertiggeworden.
Meinen Einstand als Kochkünstler hatte ich überstanden und einen Tag später hatte ich meinen Ausstand und meinen Hausstand, mit 3 Strudel und dem Anderl im Auto auf dem Weg in den Bayrischen Wald. Auf der Vorderachse zwei Sommerreifen, einen davon hatte ich am Vormittag noch gewechselt und auf der Hinterachse zwei Winterreifen, über die Funktionalität möchte ich mir gar keine Gedanken machen und nachdem meine Gebete wohl erhört worden sind, schneit es wohl nicht mehr, hoffe ich.
Dann ist es Ende März absolut unmöglich Lederhandschuhe und Isomatten zu kaufen. Wer geht auch im März zum Wandern und zum Campen? Beim Packen ist mir dann aufgefallen, dass ich viel zu viele Handschuhe besitze, ist nur die Frage warum ich einen Tag zuvor das Gefühl hatte, ich müsste mir welche kaufen.
Jetzt bin ich irgendwo im Bayrischen Wald auf einem Conplatz mit mehr Schnee und Matsch, als man sich vorstellen kann und die Panik überfällt mich schon wieder. Meine Ärmel sind nicht fertig, ich hab die Kraxe noch nicht gepackt und ich hab nur meine Holzschuhe dabei, weil ich beim Packen nur an die Wanderung gedacht hatte, aber nicht daran, dass ich ja noch auf dem Con bin. Aaaaaahhhhh! Und wir werden alle erfrieren…Dann habe ich natürlich keine neues Häubchen gemacht und mein Zweithäubchen „Die Müllerin“ habe ich auch noch vergessen und die 3 Strudel müssen auch noch gegessen werden…
Das Wetter wird mir langsam echt egal und die Männer, die hier reihenweise herumhüpfen, versuche ich weitestgehend zu ignorieren. Ich habe zwar ein bisschen auf dem Con mitgeholfen, aber die meiste Zeit bin ich auf einer Bank auf der Sonne gesessen und habe meine Ärmel genäht und hab auf den Hund Ida aufgepasst, danke Vroni für die Mußestunden, die habe ich echt gebraucht.

Jakobsweg Zeitreise – Im Vorfeld

Jakobsweg Zeitreise – Im Vorfeld

Das Vorhaben den Jakobsweg zu gehen, das kann ja jeder, machen tun es nur wenige und durchziehen tut es kaum einer, aber in mittelalterlichen Klamotten zu gehen, ist schon ganz schön außergewöhnlich. Und dann noch mit Holzschuhen und mit einer Kraxe auf dem Rücken, des ist wirklich schon ganz schön einzigartig bescheuert. Dann haben wir uns in den Kopf gesetzt von Passau bis Santiago zu laufen. Ein fast wahnwitziges Vorhaben. Ich habe mir gedacht, bevor ich in der Weltgeschichte rum raufe, sollte ich vielleicht erstmal meine Heimat kennenlernen.

Wir reden schon lange davon und planen tun wir auch schon lange, aber endlich soll es soweit sein….vom 30.03.08 bis 04.04.08 waren wir unterwegs….Ein erster Materialtest, eine Woche, wie weit man kommt, mit der Ausrüstung, mit dem eigenen Körper usw.
Wir haben in einer Woche ca. 60 km geschafft und ich habe ca. 80 Tagebuchseiten geschrieben, die ich nun versuche aufzuarbeiten…
Ich hab mir im Vorfeld eigentlich keine großen Gedanken gemacht, warum ich den Jakobsweg eigentlich gehen will. Die Idee an sich war es, die mich davon überzeugt hat, damit anzufangen. Die Suche nach der Authentizität, nach dem Leben wie es früher war… als die Menschen nur das besaßen, was sie tragen konnten und nur so weit laufen konnten, wie ihr Körper es ihnen erlaubte, dem Wetter und der Landschaft hilflos ausgeliefert. Damals kam dann auch noch die heimische Tierwelt hinzu, die durchaus gefährlich sein konnte und die Räuber und Wegelagerer und der Neid und die Mißgunst der anderen Menschen.
Was die Wanderung aus mir machen wird und welche Menschen wir begegnen werden, darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Oder ob wir die Menschen verändern, denen wir begegnen, daran wagte ich gar nicht zu denken. Ich war der Meinung, dass wir wahrscheinlich schon in Passau festgenommen werden und unsere Pilgerschaft im Irrenhaus endet. Oder dass wir ausgeraubt, vergewaltigt oder vom LKW überrollt werden. Dann bezweifelte ich, dass meine Holzschuhe halten würden, geschweige denn die Kraxen, meine Knie oder meine Knöchel. Dann dachte ich im Vorfeld an den Muskelkater und dass wir einfach aufgeben würden und aus Bequemlichkeit nicht weitermachen würden. Als es dann zu Ostern auch noch zu schneien anfing, wurde die Angst immer größer, dass wir einfach erfrieren würden und uns keiner findet, weil wir irgendwo authentisch im Wald übernachten wollten.
Die Vorbereitungszeit war wie immer zu kurz. Ich hab längst nicht alles fertig genäht was ich gerne mitgenommen hätte haben wollen, dann wollte ich noch für alles eine Ledertasche machen, damit unterwegs wirklich nichts nass wird. Die Überlegung alles ganz authentisch zu machen, macht mich ganz Wahnsinnig. Hält auch alles was ich da näh? Wir hatten kein Deo und keine Schminke dabei, nur eine Rosmarinkernseife. Einfach verrückt!
Der Plan war am Donnertag vor der Wanderung Volksküche im Vereinsheim, am Freitag Nachmittag auf ein Wikingerspiel der Falkenklinge und am Sonntag sollte uns der Anderl nach Passau fahren, und dann würde es losgehen.
Die Woche vor Ostern war eh schon so turbulent, da ich eh schon so verwirrt war, zum Thema Bine und die Männer hab ich ja schon viel geschrieben. Meine Verwirrung stieg von Tag zu Tag, mir liefen viele Männer über den Weg, alte Freunde, alte Liebhaber, neue Bekannte, was meine Verwirrung nicht wirklich entwirrte. Aber nachdem mein Terminkalender eh schon ziemlich voll war, hab ich alles, also auch die Männer, auf nach der Wanderung verschoben, wo ich sie oder die Männer mich, dann eh vergessen hätten.
Aber was bringt es mir eine alte Liebe wieder aufzuwärmen, um dann erstmal eine Woche pilgern zu gehen. Außerdem hatte ich ja noch so viel zu machen, ich würde ja nie fertig werden, wenn ich mir jetzt noch den Kopf verdrehen lassen würde.
Zu allem Überfluss fing es auch noch an zu schneien, und ich wünsche mir es würde damit aufhören. Ich als Winterkind, bin den ganzen Winter mangels Schnee nicht zu meiner Winterwanderung gekommen. Wünsche mir jetzt, dass es jetzt sofort zu schneien aufhört und umgehend Frühling wird. Versteh das wer will, ich nicht.
Mein Terminplan macht mich auch völlig wahnsinnig, ich muss tatsächlich zugeben, dass ich mir mit der Volksküche und dem Con (LARP-Veranstaltung) am Wochenende zu viel aufgehalst habe und es gab keinen Tag, an dem ich nicht alles hinschmeißen wollte. An einem Tag war ich sogar kurz davor meine Mitbewohnerin rauszuschmeißen, die noch dazu meine Pilgerschwester ist. Wir haben in der Woche vor der Wanderung verdammt viel gestritten. Es war eigentlich auch immer begründet und ich hatte oft recht und gerade deswegen hätte ich vielleicht einfach mal des Maul halten sollen. Aber dann wäre mir ja der Genuss des Streitens entgangen. Das ist auch so eine schlechte Charaktereigenschaft an der ich während meiner Wanderschaft arbeiten muss.

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