Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 5

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 5

 

Als ich bei Mondschein im Wald unterwegs war, hab ich die beiden Krähen wieder getroffen. Eine war verletzt. Sie haben mich mit zu ihrem Versteck genommen und ich päppelte sie wieder auf. Sie wird wohl schon bald wieder kräftig mit den Flügeln schlagen können. Als ich am Morgen zurück nach Grimgard kam, stand der Rauch schwer in der Luft. Die Bäckerei des Notker scheint abgebrannt zu sein. Aber was noch viel schlimmer ist. Jemand hat den alten Dankrad ums Leben gebracht.

Ich traf auf eine junge Hebamme, die wohl die Nachfolge von Helena in der Taverne war. Blitgard, so heißt die Dame, half mit bei den Ermittlungen. Das war wirklich spannend. Wir haben die Blutspuren untersucht. Und die Schnittspuren am Hals des Dankrad. Und dann haben wir ziemlich große Schuhabdrücke draußen vor einem der Fenster gefunden. Ich habe einen Gipsabdruck gefertigt und schaue mir seither die Füße und Schuhe unserer Bürger und Gäste in Grimgard noch genauer an als sonst. Weil einer von uns ist der Mörder. Einer der auf großen Fuße schreitet. Nur der Rutger ist es nicht, der hat zu kleine Füße. Und er hätte auch die Klinge nicht führen können, die seinen Vater tötete. Dazu hätte er sich einen Stuhl nehmen müssen. Manchmal ist Körpergröße ein besseres Alibi, als man denken mag. Er ist zu klein, um der Mörder zu sein. Und was sich reimt ist gut. Es denkt eh keiner hier, das der Ladenhüter seines Vaters, je die Hand gegen seinen geliebten Vater erhoben hätte.

Nun fügt sich der Junge in sein Erbe und hat den Posten seines Vaters übernommen, den er so gut es eben geht auszufüllen versucht.

Es war ein trauriges Totenfeuer. Das Klagelied der Eponapriesterin schallt mir immer noch im Ohr. Ein Jammer. Ich trink auf dich, alter Freund. Und ich verfluche dich, du Mörder, der ihn so kaltblütig danieder gemetzgert hat.

Mit der ganzen Aufregung in den letzten Tagen hatte ich die Schlonze völlig aus dem Auge verloren und als ich wieder in mein Zelt trat, hatte sich Schimmel auf der Schlonze gebildet. Gelblich weiße Glitschigkeit mit einem Hauch von Blau und Schwarz. Wunderschön.

Haha. Da fällt es mir wie Schuppen von den Haaren. Die Schlonze kann also doch was, nämlich schimmeln. Haha. Und was kannst du, du alte Zippe. Werde der Gelsa ihre blöde Taube zurückschicken.

Werte Gelsa,

Die Schlonze kann schimmeln. Was sagst du nun? Heute Morgen nickten mir die Pilzgewächse seltsam obszön entgegen und da ging mir ein Licht auf, so wie es einem trifft, wenn der Blitz in die Erde fährt. Wenn auf dem Bösen etwas wächst und mag es auch noch so klein sein. Ob uns nicht etwas Gutes widerfahren mag?

Lindrad
Salbaderer ähm ich sollte auf ein extra Papier schreiben…

Und dann versuche ich einen selbstzerstörenden Brief an Ferowin zu schreiben.

Aua. Werde Ferowin einen ganz normalen Brief schicken, den muss er halt dann selber selbstzerstören. Immer diese Geheimnistuerei. Ich bin ja gespannt, ob sich schon was getan hat, bei seinem gefrorenen Sohn. Weil ich hab die Geschichte von dem Widukin Jungen gelesen, den das Spinnengift dahin gerafft hat. Da hab ich auch so geweint. Die Geschichte ist so traurig. Und ich muss immer daran denken, was ist wenn man mir meine Tochter tot heimbringen würde.

Oh, ich schweife immer mehr ab, so scheint es mir. Nachdem ich die Geschichte des Widukinjungen gelesen hatte, habe ich nun jetzt ernsthafte Bedenken, dass der Sohn des Ferowin jetzt auch des Nächtens sein Unwesen treibt.

Draußen vor der Palisade heult ein Fuchs sein grausiges Lied. Mir ist es Angst und Bang und es läuft mir eiskalt den Rücken hinunter. Ich werd heute artig meine Suppe essen und meiner Tochter ein paar Blümlein pflücken. Ein paar Liebesblümerl für meine liebste Tochter.

Habe versucht das Insektenschutzmittel zu verändern, aber die Spinnen sind immer noch immun. Auch mit Schmalz wird es nicht besser. Ich brauch mehr Schmalz, wenn ich nur alles in Schmalz ertränke…

Trollpilz

Trollpilz Bleistift

Versteckter Hinweis: Berserker R

Fundort: an Schattigen Stellen (Feucht)

Merkmal: Froschgrün, gelbe Flecken

3 Pilze

3 Güldenschnecken

frisches Blut von einem Gefallenen

 Hätte Ferowin von meinem Problem erzählen sollen, jetzt ist es zu spät, ich hab vergessen, was ich nochmal machen wollte. Die Spinnen. Die Spinnen. (Anmerkung: Zeichnung einer Spinne in einem Glas! R)

Das Rosmertafest wurde abgesagt. So ein Mist. Ich hab mich schon gefreut, wenn sie die neue Schankmaid mit Schmalz einschmieren würden und anstatt der Rosmertastatue durchs Dorf tragen würden. Vielleicht würde sie es ja in der Taverne für uns tun. Der Ritus ist überaus wichtig fürs Gemüt.

(Anmerkung: Den Versuch eine nackte Frau zu malen, möchte ich nicht wiederholen. R)

Ich muss in den Wald die Krähen haben mich gerufen. Wir treffen uns beim Grab des alten Raurospriester. Muss schauen, dass meine Tochter nichts mitbekommt…Lindrad.

(Anmerkung: Ende der Aufzeichnungen. R)

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

 

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Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 4

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von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 4

Da kam ein Magier zu mir, der kam aus einem fernen Land. Der sah auch ganz seltsam aus. So bleich. Er kam am Abend zu mir und gab mir 3 Gold für alle meine Tränke, die seine Macht vergrößern würden. Ich machte ihm alle Tränke mit der Monddistel, die ich aufbringen konnte. Denn der Mond scheint nicht heut Nacht und brauch ich doch frisch geschöpftes Bachwasser für den Trank. So nahm er alles was ich hatte und am Morgen war er verschwunden. Und ich hab den seltsamen Kerl nie wieder in Grimgard gesehen.

 Monddistel

Monddistel Bleistift

Fundort an Bachläufen

Merkmale weiße kleine Blüten

Zutaten: frisches Bachwasser im Mondschein geschöpft.

Teilweise versteckter Hinweis: Nur in Trankform, keine Salbe, so ein Scheiß! R

(Anmerkung von R: Neben einer obszönen Zeichnung eines ziemlich behaarten, männlichen Fortpflanzungsorgans im urinierenden Zustand.)

Da muss ich doch gleich in der nächsten Nacht, einen Mondspaziergang machen, wenn es klar ist. Sonst muss ich bis zum Vollmond warten.

Die Gelsa hat mir den Brief von Ferowin geschickt, in dem nichts Neues drinne steht, aber die Methoden des alten Ferowin sind wirklich einzigartig. Aber ich weiß viel mehr wie die alte Zippe in Raurikor.

Haha!

Lindrad

Werte Gelsa,

es ist nicht zu empfehlen das Böse mit noch Böserem zu bekämpfen. Ähnlich wie beim Vermischen mit Wasser, assimiliert die Schlonze, jede andere Flüssigkeit mit dem man sie in Berührung bringt, übernimmt vor allem ihre negativen Eigenschaften und macht alles noch viel schlimmer. Habe die Versuchsreihe mit Säure abgebrochen. Muss mir einen neuen Tisch kaufen. Die Schlonze frisst sogar durch Stein. Ich bin erschüttert! Habe die restliche Schlonze in einem gläsernen Behälter verschlossen und im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt.

Die Schlonze ist gefroren, genauso hart, wie gefrorenes Wasser, also können wir zumindest auf den Winter warten. Dann können wir die verschlonzten Quellen ausheben und die gefrorene Schlonze in die Berge bringen, in der Hoffnung, dass die Lichtfee nicht auch noch das letzte Eis zum Schmelzen bringt. Ich berichte weiter, habe mir überlegt, den Zustand von fest in flüssig hin zu gasförmig zu verändern, dann müssen wir vielleicht nicht auf den Winter warten.

Ergebenste Grüße

Ferowin, Erzkundiger der Sturmhüter

Der Erzkundige der Sturmhüter hat seinen Sohn verloren. Weil der dumme Bub die Schlonze wohl mit Minzpuddig verwechselt hat. Irgendwie vergeht einem der Appetit an grünen Essen, seit dem wir die Schlonze im Land haben. Aber was die alte Zippe nicht weiß, ist dass er den Körper des Jungen zum Gletscher hat bringen lassen, bis Ferowin ein Gegenmittel für das Schlonzenproblem gefunden hat. Woher ich das weiß. Ich habe Felsensalz und all so Zeuch bei ihm bestellt und er hat mir eine Nachricht geschickt, die sich nach Erhalt selbst zerstört.

Ein verrückter Hund ist er schon der Ferowin, aber leid tut er mir, weil er wahrscheinlich seinen Sohn verloren hat. Während die Nantwigen sich mit den Echsen im Mondquell vergnügen, sollten sie lieber mal ihre Quellen untersuchen, wenn sie sich schon mit den Triefenden einlassen. Sie suchen mal an der falschen Stelle, wobei sie wohl auch irgendwas gefunden haben im Mondquell, aber das Schlonzenproblem ist deswegen auch nicht gelöst. Verdammt, mir fällt auch nichts dazu ein.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 3

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von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 3

Der dumme Dietbert, der Grimgarder Fischer ist verschwunden. Dabei wollte ich ihn doch fragen, ob er meine Tochter heiraten will.

Die heldenhafte Grimgarder Bürgerwehr hat all ihren Mut zusammen genommen und ist zur Wolfseiche marschiert, um ihn zu suchen. Leider ohne Erfolg. Da wird er uns die Fische schuldig bleiben und Grimgard muss ohne Steckerlfisch auskommen.

Schlaflose Nächte habe ich gehabt, nicht wegen dem Fischer, wegen dem ganzen ungereimten Zeuch und vor allem eigentlich wegen der Spinnen. Aber die Schlonze lies mich auch kaum ruhen. Wochenlang beschäftigte ich mich damit, bis ich es aufgab. Außerdem musste ich in den Wald, nach meinen Feldern sehen. Und ich musste meine Spinnen auslagern, meine Tochter reagiert zusehends panischer auf die kleinen Biester.

Sie hat in meiner Abwesenheit schon wieder geputzt und kippt dann immer die abgelaufenen Tränke in ihren Putzeimer. Wenn einer die Plörre trinken würde, verreckt er wahrscheinlich gleich oder er bekommt Heilung mit Steinhaut und Masern und ganz üble Nebenwirkungen.

Steinhautsalbe, tolles Zeuch. Hab eine nette Versuchsreihe mit Silberrose angefangen.

Die Tränke halten nicht so lange an. Und die Salbe ist auch nur gut, wenn man nicht schwitzt. Sonst wäscht sich das Zeuch ab. Hm und im Winter nur mit einer Steinhaut bekleidet ist halt schon eine frostige Angelegenheit. Obwohl es für die Damen bestimmt ein Aufschlussreicher Anblick sein wird. Muss Ferowin schreiben, mein Felsensalz ist fast alle. Und er hatte mir von dem Kristall erzählt, der den Schweiß unterdrückt. Hm.

Silberrose

Silberrose Bleistift

Fundort bei großen Bäumen

Merkmale offensichtlich silberne Blütenblätter

Verwendung Rindenhaut oder Steinhaut

Zutaten: Tannenzapfen oder Steinsalz/Felsensalz

Hinweise: Güldenschnecken suchen

Versteckter Hinweis: Felsensalz bei Ferowin bestellen.R

Mein Schmalz ist alle, ich muss in die Taverne. Jetzt ist auch die Helena verschwunden. Ist jetzt der Wahnsinn ausgebrochen, man geht nicht zur Wolfsbuche, das ist doch viel zu gefährlich. Auch wenn da die besten Kräuter wachsen würden, bringen mich da keine zehn Pferde hin. Was hat sich der Dietbert nur dabei gedacht auf allen Vieren zum großen Baum an der Wolfsschlucht zu rutschen, die Helena wollt ihn doch erst nicht. Aber der Wahnsinnspoet erweicht sogar das Eis des Drachenkamms. Ich hab ja auch so geweint, als ich den Brief gelesen hab, wenn einer was von der Liebe verstanden hat, dann der Liebesfischer von Grimgard. Schade, dass er wahrscheinlich schon von den Wölfen verspeist wurde. Und die Helena zum Nachtisch. Die hätte mir schon auch geschmeckt.

Hätte sie doch gleich gesagt, dass sie ein Auge auf den Fischer geworfen hat. Jetzt muss ich nicht nur für meine Tochter einen anderen Mann suchen, sondern auch mir eine andere Augenweide suchen, die meinen Ausblick versüßt, wenn sie den Tisch wischt. Als Tattergreis hat man auch schöne Momente, wenn man so zittert, dass man seine Suppe nicht mehr unfallfrei essen kann. Und der Steckerlfisch, ich werde ihn vermissen, der war wirklich gut. Möge die Nächtige den Dietbert sicher zu den Ahnen geleiten. Ich trinke auf dich alter Schwerenöter. Und möge die Helena dir die Ewigkeit versüßen. Uns bleibt die Hoffnung auf den Steckerlfisch. Die Frage ist nur, ob es wirklich an dem Fisch vom LiebesFischer lag oder an den Kochkünsten vom Nurmi.

Asbirg arbeitet jetzt auch in der Taverne mit. Pscht. Brot zum Eigenbedarf.

Die Wirkung des Giftes wird immer stärker und die Menge Sonnentau zu Smaragdspinne beim Brauen eines Gegengiftes wird immer mehr.

Da habe ich mir überlegt, dass ich die neuen düsteren Smaragdspinnen einfach mit Sonnentau füttere.

Und seit dem ich sie ausschließlich mit Sonnentau füttere, konnte ich die Wirkung des Giftes der neuen wilderen Art fast umkehren. Während die Smaragdspinne in freier Wildbahn immer giftiger und aggressiver werden, sind die in meiner Zucht friedlich und mittlerweile fast ungiftig. Deswegen bin ich auch so viel im Wald unterwegs, weil ich Unmengen an Sonnentau brauche. Die kleinen widerlichen Biester fressen mir noch die Haare vom Kopf. Meine Felder geben nicht genug her. Hab die zwei Krähen wieder getroffen, ich bat sie mir zu helfen. Eine Hand wäscht die andere. Sonnentau ist unser Gruß!

Insektenschutzmittel: Versuche:

Rosmarin, Lavendel und Smaragsspinnengift. Was gegen Spinnen nicht hilft, weil Spinnen keine Insekten sind! Schmalz bleibt haften.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 6

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 6 – Grimgard hin und wieder zurück

brunaNachdem ich die letzten Tage und Wochen damit verbracht habe, das Heimchen am Herd für meine zwei Herren zu spielen, kam kurz vor Beltane ein gelungene Abwechslung ins Haus geflattert. Eine graue Taube, mit einem Zettel und einem kleinen Goldstück am Bein. Die Taube war so zerzaust und verhungert, dass sie in meiner Hand verreckte, war ausnahmsweise mal nicht meine Schuld. Ein Wunder, dass des ausgemergelte Ding es überhaupt bis zu uns geschafft hatte.

Eine Bestellung eines Bolkheimer Händlers aus Grimgard, er wollte 30 von der groben fetten Räucherwürsten. Mein Vater schickte mich also mit den Würsten los und ich machte einen heißen Ritt gen Grimgard.

Als ich dort ankam, stand ich vor der leeren Ladentheke des Bolkheimer Allerlei und sah nur Spinnweben und einen verwitterten Zettel: ‚Bin gleich wieder da!‘

Ich stellte meinen Gaul unter und nachdem alle anderen Läden auch geschlossen waren, ging ich in die Taverne ‚Zum roten Keiler‘, in der Hoffnung sie hätten einen Fransen gebratenen Fleisches für mich.

Dort trat ähm traf ich auf Fafnir und Darion. Wie gut, dass ich eine Flasche von Vaters besten Met dabei hatte, die hatte ich Fafnir doch versprochen, weil ich doch seinen Bart angezündet hatte.

Ich setzte mich hinzu und wir kamen ins Gespräch mit zwei Grimgarder Damen, die am anderen Ende unserem Tisch saßen. Rinelda, eine Schankmaid vom roten Keiler, die ihren freien Tag feierte und eine werte Asbirg.

Wir erfuhren, dass an dem Abend der Handelsrat zu Grimgard tagte und deswegen waren auch alle Geschäfte geschlossen, außer der Laden des Bolkheimers, der Laden war schön länger nicht mehr geöffnet worden.

Ich genoss meinen Fransen gebratenen Fleisch und versuchte meine Würste unter der Hand zu verkaufen. Zum Nachtisch gab es einen Kuchen mit einem flüssigen Kern aus geschmolzenen, braunen Süsszeug aus Neuandorien. Bei den Göttern, die Neuandorier wissen aber, was eine Sünde wert ist.

Hrothar und Grimmar stolperten bei der Tür herein. Grimmar bestellte sich ein Schmalzbrot, was in Grimgard quasi die Leibspeise ist und er war gleichsam so fasziniert von seinem Schmalzbrot, wie ich von meinem Fransen Fleisch und von dem sündigen Kuchen. Ich glaube, er wird uns eine Ode an das Schmalzbrot dichten.

Die Grimgarder Damen erklärten uns warum das Schmalz in Grimgard so wichtig war. Weil sie im Sommer zu Ehren der Rosmerta ein Schmalzfest abhielten. Und ich traute meinen Ohren kaum, sie schmieren dort die Statue der Rosmerta mit Schmalz ein, wahlweise auch die Geldbeutel. Und vor ein paar Jahren haben sie sogar eine Jungfrau mit Schmalz eingeschmiert.

Nachdem der Halbzwerg ja eigentlich in Grimgard war, um Zwerge zu suchen, erzählte ich eine Geschichte von meiner Großmutter, die sie mir immer erzählte, wenn sie sich an ihre Jugendtage erinnerte. Was in den letzten Jahren vor ihrem Tod immer öfter der Fall war und deshalb ist mir die Geschichte auch so in Erinnerung geblieben. Auch wenn sie mir keiner der Anwesenden glaubte, glaube ich fest daran. Meine Oma war einst auf Wanderschaft und ist auf der Suche nach ihrem Krafttier ziemlich vom Weg abgekommen. Sie ist schnurstraks bis nach Halvor gelaufen und weil es anscheinend noch nicht genug war, ist sie auch noch um den Drachenkamm herumgelaufen. Irgendwo auf den Weg ist ihr der Proviant zu schwer geworden und sie Trank alle Flaschen Met auf einmal aus, damit sie nicht mehr so schwer zu schleppen hatte. Darauf konnte sie wohl nicht mehr gut gerade aus laufen und sie kroch auf allen Vieren weiter.

Und als unter einem querstehenden Ast eines Baumes hindurch kroch, erblickte sie auf der Rückseite des Drachenkamms ein phantasmagorisches Übertor, das von gigantischen Säulen eingefasst war. Eine steinerner Steig führte dort hin und im Berg konnte man es hämmern und rumoren hören. Sie war so überwältigt von dem Anblick, das sie an Ort und Stelle einschlief.

Am nächsten Morgen stand sie auf und blickte auf den Drachenkamm und das Tor, die Säulen und der Steig war verschwunden. Auch wenn sie das Tor nie wieder erblicken durfte, glaubte sie daran. Bis zu ihrem letzten Atemzug erzählte sie mir von dem großen Tor hinter dem Drachenkamm und sie lies sich von nichts und niemanden davon abbringen. Und ich auch nicht.

Asbirg taute langsam auf und erzählte mir, dass sie bei einem Bäcker im Ort arbeitete. Und im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass der hiesiger Bäcker niemand anderes war, als mein Onkel Notker und dass mein Vetter Trudbert nicht gerade ein ehrenwerter Mensch geworden war. Sie erzählten mir, dass während alle Bürger Grimgards, auch die Frauen, vor den Toren der Stadt gegen die Untoten kämpften, versteckte sich Trudbert unter den Mehlsäcken in der Vorratskammer der Bäckerei, wo Asbirg ihn dann fand. Naja, früher hat er sich immer im Schweinetrog vor mir und dem Branu versteckt. Er war schon immer ein kränkliches, weinerliches Kind und sein Kraftier muss der Grottenolm sein. Ich überlege mir ihm morgen einen Besuch abzustatten und ihm einen gehörigen Schrecken einzujagen. Schade dass ich Schweini nicht mitgenommen habe, aber das dumme Schwein wollte unbedingt beim Holzfäller bleiben.

Wir redeten allerlei Blödsinn daher und vor allem der Schiffbau hat es uns besonders angetan. Nachdem Hrothar fast schon davon besessen war ein Schiff zu bauen, um damit den Lorsak runter zu fahren, standen wir ihm mit Rat bei Seite.

Die Grimmgarder Damen brachten ihn auf die Idee, dass er das Boot außen doch mit Schmalz einschmieren sollte, dann würde es bestimmt nicht wieder sinken.

Und ich bot an, den Schmalz mit meinen eigenen nackten Händen einzubrennen, nicht dass jeder Reisende mit seinem Brot in der Hand, Hand an den Bootsrumpf legt, um an das gute Schmalz zu gelangen. Und wenn man ein frisch geschmalztes Boot über den Sand ans Ufer zog, dann würde es Riebenschmalz ergeben. Hrothar, du bist schon ein Hund und ich glaube ganz fest daran, dass unser Schmalzschiff fährt. So wie man mit den Kekse von meiner Oma eine Familie einen ganzen Winter ernähren kann, Hauptsache man hat genug Milch um die Kekse ordentlich aufzuschwemmen.

Wir witzelten umher, wie man denn am Besten das Schmalz aufs Boot bekäme und wenn dass Schiff dann fertig ist, würde Grinelda eine Taverne darauf errichten.

Der feucht fröhliche Abend ging zu Ende und ich torkelte Richtung Stallungen und schlief einen unruhigen Schlaf und träumte von barbusigen Damen, die das Schmalz mit ihren bloßen Körpern am Bootsrumpf auftrugen. Ich träumte von einem Boot aus den Keksen meiner Oma und Dampfmaschinen und von einem Schiff dass Lady Captain hieß. Ein Matrose schuppte nackt das Deck und eine Frau schrie: ‚Erlebnisurlaub auf der Lady Captain!‘

Verwirrt von meinen Träumen erwachte ich. Nach einer Katzenwäsche im Pferdetrog ging ich wieder in die Taverne und brachte Rinelda die Würste, die ich noch zu verkaufen hatte. 28 an der Zahl wechselten seinen Besitzer. Eine hatte ich gestern noch an Hrothar als Wegzehrung verkauft und eine wollte ich meiner schwindligen Verwandschaft bringen. Weil ich so ein netter Mensch bin. Das Gesicht von Trudbert werd ich nie vergessen. Allein das war die Reise nach Grimgard wert. Ich spuckte noch vor den Stand des Bolkheimers bevor ich mich auf machte.

Jeden Tag eine Gute tat, sagen die Grimgarder Damen immer und diese Gute Tag lies ich hinter mir und zog wieder zurück nach Grimgard. Nur lies ich mir bei der Heimreise wesentlich mehr Zeit.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Published in: on 26. März 2013 at 22:32  Comments (1)  
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