Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

tafelAm nächsten Morgen, fand man Asbirg vor ihrem Schrein schlafend vor, noch bevor die Grimgarder Bürgerwehr völlig abgekämpft wieder in Grimgard an kamen und berichteten, dass sie den Fischer, auch nach ausgiebigen suchen, nicht gefunden hätten.

Etwas später hätte man wieder ein Gespräch in der Taverne belauschen können, wenn man neugierig wäre.

‚Börte, kannst du mal aufhören zu heulen, man könnte ja glatt denken, dass du was mit dem Fischer hattest.‘ rief Rinelda und lachte laut.

‚So Einer kommt mir nicht ins Haus!‘ rief Asbirg im Halbschlaf. Sie lag mehr auf einer Bank, als dass sie saß und döste vor sich hin. Vor ihr lag Papier, Tinte und eine Feder.

Helena hatte zwar ihren freien Tag, hatte aber doch die Gesellschaft in der Taverne vorgezogen, weil sie dort von dem Gespött und den lästerlichen Blicken der Leute einigermaßen in Sicherheit war. Schlecht gelaunt war sie ohnehin, also saß sie in einer Ecke und schmollte.

‚Die ganze Affäre um den Liebes-Fischer ist fei ganz schön geschäftsschädigend!‘ meinte der Wirt.

‚Wie meinst jetzt des?‘ fragte Rinelda.

‚Börte heult seither Tag ein Tag aus. Da wird einem ja das Bier schal!‘ meckerte Nurmi.

‚Aber sie zahlen alle sofort, weil sie niemanden mehr anschreiben lässt!‘ bemerkte Rinelda.

‚Man kann ja nicht sagen, ob sie am nächsten Tag noch leben!‘ heulte Börte und schnäuzte lauthals in ihr Taschentuch.

‚Und die Helena pöbelt den ganzen Tag die Gäste an, selbst wenn sie ihren freien Tag hat!‘ motzte der Wirt weiter.

‚Ham ma net!‘ rief Helena ganz automatisch.

‚Da hörst es ja, ich bin ruiniert.‘ jammerte der Wirt.

Plötzlich hörte man das Kratzen einer Feder über schlechtes Papier. ‚Die Einzige, die hier ruiniert ist, bin ja wohl ich, zwangsverlobt, entehrt, verleumdet, gekündigt, arbeitslos und dann wurde auch noch mein Allerheiligstes geschändet.‘ meckerte Asbirg.

‚Ach, ist mein Angebot nicht gut genug? 400 Kupfer im Jahr sind eine hübsche Stange Geld und die Trinkgelder dürft ihr alle behalten! Ihr bekommt an jedem Arbeitstag ein Kupfer und an guten Tagen auch mal zwei, mehr kann ich mir beim besten Willen nicht leisten, wenn ihr weiter meine Gäste vergrault.‘ rief der Wirt aufgebracht und blickte Asbirg wütend an. ‚Und ich dulde deine Bäckerei zum Eigenbedarf und verlange noch nicht mal Untermiete!‘

‚Ist ja nicht so, als ob es nicht von nutzen wäre, dass wir unser Brot jetzt wieder selber backen!‘ meinte Asbirg unwirsch, stand auf und ging mit einem beschriebenen Zettel nach draußen.

‚Bei den Preisen heut zu Tage, werden wir irgendwann anfangen müssen unsere Körper zu verkaufen!‘ bemerkte Rinelda fast beiläufig und folgte Asbirg nach draußen.

Ab dem Zeitpunkt hing an der Tafel vor der Taverne etwas Neues zu lesen:

Der Eponaschrein zu Grimgard nimmt großzügig Spenden entgegen
zur Wiederherstellung der alten Pracht.
Geld und Sachspenden bitte in der Taverne abgeben.
Asbirg

Ergebene Eponas

~*~
Der Wirt vom Roten Keiler wischte den gebratenen Fisch von der Tafel und schon tat sich der Grimgarder Bürgermopp auf.
‚Wir wollen Fisch!‘
‚Gebraten soll er sein!‘
‚Am Steckerl!‘
‚Steckerlfisch! Steckerlfisch! Wir wolln Steckerlfisch!‘
‚Wir wollen unsere Fischer wieder haben!‘
‚Ich will auch so einen Liebesbrief!‘
Als der Grimgader Bürgermopp mit Haken und Forken vor der Ratshalle angelangt war, trat Dankrad vor die Tür. ‚Der Handelsrat hat sich entschieden die Grimgarder Bürgerwehr nochmals auszuschicken, um bei der Fischerhütte nach dem Rechten zu sehen! Oder will Einer hier unsere Bürgerwehr begleiten, wenn sie den Umweg über die Wolfsbuche gehen, um nach dem Rechten zu sehen. Oder sehe ich das Anders?‘

Der Bürgermopp löste sich blitzschnell auf, nur die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr blieben vor der Halle stehen und taten so, als wären sie beim Bürgermopp nicht dabei gewesen. Andas, erste der ungleichen Zwillinge, tippte den großen Oda an und meinte: ‚Da fühlt sich Ainar immer angesprochen!‘ Alle drei lachten etwas dümmlich.
‚Ainar, Oda, Andas, habt ihr mich nicht gehört, auf zur Fischerhütte und holt auch gleich die Netze ein und bringt die Fische zu Nurmi. Und vorher lauft ihr nochmal zur Wolfsbuche und findet dieses Fischer!‘ rief Dankrad reichlich ungehalten und verschwand wieder in der Halle.

~*~

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.
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Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 2

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 2
tafelDie Tavernentür war geschlossen und drinnen wurde laut geredet.‚Wenn einer von euch Weibern meint, zur Wolfseiche laufen zu müssen, dann braucht ihr nicht wieder zum Arbeiten in meine Taverne kommen.‘ rief der Wirt aufgebracht.‚Ja, aber irgendjemand muss den Fischer doch zur Vernunft bringen.‘ rief Börte schluchzend.

‚Aber keiner geht zur Wolfseiche, dass ist viel zu gefährlich!‘ schrie der Wirt wieder und haute mit der Faust auf den Tisch.

‚Dann lass uns zum Handelsrat gehen und die Bürgerwehr soll nach ihm suchen. Nicht, dass mir sein stinkender Fisch abgehen würde…!‘ meinte Rinelda beschwichtigend.

Helena kam auf die Taverne zugelaufen und wollte gerade hineingehen, als sie das Wachspapier erspähte, dass neu an der Tafel, die vor der Taverne stand, angenagelt war. Sie hielt also im Lauf inne, ging einen Schritt zurück und las den Brief. Das Blut stieg ihr in den Kopf und man konnte eine Ader auf ihrer Stirn pulsieren sehen. Kurzerhand riss sie den Brief vom Brett und stürmte in die Taverne.

‚Ich glaub es hackt. Das ist ja pure Erpressung!‘ rief sie und schlug die Tavernentür hinter sich zu.

‚Ich dachte du hast gekündigt?‘ fragte Rinelda.

‚Spinn dich aus, ich kündige doch nicht!‘ konterte Helena.

‚Ach, gut dass du auch mal wieder erscheinst, ich wollte gerade zum Rat und darum bitten, dass die Bürgerwehr nach dem Fischer suchen geht.‘ meinte der Wirt fast beiläufig.

‚Wenn der Fischer meint, so bescheuert sein zu müssen, am Wolfsbaum auf ein Stelldichein mit mir zu warten, dann werden die Götter ihm hoffentlich gehörig den Kopf waschen. Wartet nur, der wird in ein paar Tagen wieder angekrochen kommen, um seinen stinkenden Fisch zu verkaufen und dann sein Geld in der Taverne versaufen.‘ meinte Helena, ging hinter die Theke und wollte gerade den Brief in den Ofen schmeißen, als Börte dazwischen ging. Sie hatte schon wieder Tränen in den Augen, schnappte sich den Brief und fing fürchterlich zu schluchzen und gleichzeitig zu schreien an. ‚Das du dich nicht schämst! Der arme Dietbert ist wahrscheinlich schon von den Wölfen zerfetzt worden und du bist schuld. Hast du den Brief überhaupt richtig gelesen? Ich wär froh, wenn mich Einer so lieben würde…!‘ Börte brach nun völlig zusammen, sie weinte herzzerreißend und presste dabei den Brief an ihre Brust.

‚Dann sind wir uns ja einig, dass ich jetzt zum Rat gehe.‘ meinte der Wirt und ging hastig aus der Taverne, um von dem Geschrei der Weiber fortzukommen.

Asbirg stürmte bei der Tür herein und war ziemlich übel gelaunt. ‚Dein Liebes-Fischer hat meinen Eponaschrein geschändet und alle Rosen geklaut!‘
Helena tat so, als würde sie nicht hören und pfiff völlig unbeteiligt, während sie auf der Theke herum wischte.
‚Hörst du schlecht, dass waren meine letzten getrockneten Rosen, so kann ich nicht arbeiten!‘ schrie sie. Sie drehte sich auf dem Absatz um und verschwand wieder. Draußen konnte man sie laut zetern Hören: ‚Die Pferdeherrin wird euch gewaltig in den Arsch treten, wo soll ich denn um die Jahreszeit Rosen auftreiben. Wenn ich den Fischer erwische…!‘

Börte blickte aus dem Fenster der Taverne und beobachtete ihre Schwester dabei, wie sie mit ihrer Armbrust bewaffnet wutentbrannt in den Wald lief.
~*~
Der Wirt kam wieder und berichtete, dass der Handelsrat die Grimgarder Bürgerwehr ausgesandt hatte, um den Fischer zu suchen.
~*~
In der Dämmerung konnte man Asbirg beobachten, wie sie aus dem Wald kam und immer noch lauthals schimpfte. ‚Die Grimgarder Bürgerwehr nimmt sich ja auch alles raus, als ob die drei Bengel irgendwas ausrichten könnten. Da werden sich die Wölfe da draußen, nen Ast lachen…wie sie sich halt zu Dritt einen Helm teilen!‘
Sie verschwand Richtung Eponaschrein und von wo man die halbe Nacht ihr Klagelied hören konnte.
Es zog schwerer Rauch durch Grimgard und die ganze Nacht hatte man den Duft herber Kräuter in der Nase.
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Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.
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