Dazu da um zu zerbrechen…

Dazu da um zu zerbrechen…

4Ein Frau schaut mich verwirrt an. Ihr eines Auge zuckt irre. Die Augen liegen tief in ihren Höhlen und ich bin mir nicht sicher, ob sie nur schlecht geschminkt ist, oder ob die Augenringe schon fast bis zu den Wangen hinunter reichen. Beide Augen sind rot unterlaufen. Da ist wieder dieses Zucken im Auge und ich kann sehen, wie just in dem Moment eine Ader im Auge platzt und das Weiß ihres einen Auges sich langsam in blutiges599084_4468570759017_1900768554_n rot verfärbt. Ihre Pupillen sind so groß, dass man das Blau ihrer Augen kaum noch erkennen kann. Das Gesicht ist fahl und ich muss unweigerlich an Walking Dead denken und dass ich es selber nicht besser herschminken hätte können. Nur dass das was ich da vor mir hatte, die bittere Wahrheit war.

Sie verdreht verkrampft den Kopf. Irgendwie bekomme ich beim Anblick dieser Verrenkung schon einen Krampf im Nacken, der sich langsam bis zu meinem Hinterkopf ausbreitet. Nun blickt sie an mir vorbei ins Leere.

Ich sprech sie besorgt an, doch sie reagiert überhaupt nicht. Nur wieder dieses Zucken im Auge. Erinnert mich irgendwie an das Scrat, dass bei Ice Age immer hinter seiner Eichel her ist und sie doch nie erreichen kann. Und wenn es die Eichel endlich erwischt, stürzt es mit Sicherheit gleich gemeinsam mit der Eichel in den sicheren Tod. Ist irgendwie ganz schlimm romantisch. Die Frau hat Tränen in den Augen. Jetzt mach ich mir schon irgendwie Sorgen. Ich schrei laut: ‚Hallo!‘

Ich beuge mich weiter nach vorne, weil ich das Gefühl habe, ich könnte sie denn besser sehen können. Sag mal strickt sie da. Die strickt doch nicht. ‚Hallo!‘

Vielleicht ist sie ja taub. Ich versuche sie nochmal anzusprechen und doch mein Satz wird von einem dumpfen, tiefen Hupen unterbrochen. Sie scheint etwas zu brüllen, doch ich kann nur von ihren Lippen lesen, da ich nur ein dumpfes Wummern höre. Meine Ohren rauschen und von ihren Lippen purzeln die Wörter: ‚Fick dich du Arschloch!‘

Eine Erschütterung lässt mich herum purzeln und ich habe das Gefühl einen Moment mich rückwärts zu bewegen, ohne dass ich mich allerdings aktiv bewege. Dann stoppt die Bewegung abrupt und ich knalle gegen die Scheibe, die vor mir zu sein scheint. Meine Nase bricht, bevor das Glas brechen kann. Die Frau schaut mir direkt in die Augen und wischt mit dem Ärmel vor meinem Gesicht herum. Dann klopft sie gegen die Scheibe und redet mit mir. Das Glas bricht und ich kann sie endlich verstehen.

‚Es ist verfickt nochmal erst Montag. Scheiße noch eins, wie viel Pech kann ein Mensch haben? Was hab ich eigentlich verbrochen? Drecks Spiegel. Hättest du nicht erst am Freitag zerspringen können. Verfickter Scheißtag…!‘

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