Von Eis, Gold und grüner Schlonze

Von Eis, Gold und grüner Schlonze

schlonzeFerowin, Erzkundiger seines Zeichens, saß in seiner Kammer und blickte durch einen geschliffenen Kristall auf einen Stein, durch den eine dünne, helle Ader lief. Gold so schien es. Er klopfte mit einem kleinen Hammer und eben so kleinen Meißel auf den Stein und spaltete ihn in zwei Hälften. Etwas, dass wie ein goldener Kristall aussah kam zum Vorschein. Er beugte sich über den Stein und leckte daran.

‚Haha, Narrengold!‘ rief er und pinselte mit einem groben Pinsel die Gesteinsreste weg. ‚Der Bolkheimer haut uns Sturmhüter nicht übers Ohr!‘ Sein Tisch war übersät mit allerlei Gefäßen, aus vielerlei Materialien. Überall standen Flaschen, Eimer und Bottiche herum. Es schien so, als könnte sich niemand hier zurecht finden. Außer Ferowin, der bei den Sturmhütern für seine merkwürdige Gabe bekannt war, dass er jedes Gestein am Geschmack erkennen konnte. Doch konnte er bei weitem wesentlich mehr, als nur an Steinen zu lecken.

Ohne darüber nachzudenken, griff er nach einem braunen Fläschchen, auf dem in Runen ‚Felsensalz‘ geschrieben stand. Er nahm ein grobes Glas, streute etwas von dem Felsensalz hinein, verschloss das braune Fläschchen wieder und stellte es an seinen Platz zurück. Dann stand er auf und holte eine Flasche hervor, auf der er mit roter Farbe einen Totenkopf gemalt hatte, öffnete sie und trank einen großen Schluck davon. Dann stellte er die Flasche wieder sorgsam verschlossen an seinen Platz. Nun summte er beschwingt und sang: ‚Am Berge blüht der Enzian so blau…‘ Er kicherte beschwingt und nahm gleich 2 Fläschchen auf einmal. Auf dem Einem stand ‚Alaunpulver‘ und auf dem anderen stand wieder in Runen ‚Wasserkristall‘. Er gab von beiden Pulvern etwas in das Glas und vermengte es mit dem Felsensalz. Dann nahm er eine lange Zange, packte das Glas damit und hielt es über eine kleine geschlossene Feuerschale, in der Steinkohle vor sich hin glühte. Er schwenkte das Glas über der Glut, bis das Glas schon glühend rot war und sich leicht verformte. Die Zutaten hatten sich unter der Hitze verflüssigt und er goss den Inhalt vorsichtig in ein schweres Glasgefäß, dass in einem dampfenden Wasserbad stand. Nach einer Weile holte er das Glas aus dem warmen Wasser, tauchte es kurz in einem Eimer Wasser, der neben ihm auf dem Boden stand und dann stellte er es kurz in einem Bottich ab, in dem tatsächlich Eis lag. Ja, Eis im Sommer. Nach einem Moment hatte sich eine kleine Kuhle in den Eisblock geschmolzen, er zog ein Ledertuch über Mund und Nase und goss den Inhalt des Glases über den Stein, den er ganz zu Anfang gespalten hatte. Es zischte und rauchte. Und als sich der Rauch verzogen hatte, waren die goldenen Einschlüsse aus dem Stein verschwunden. Den Rest von dem Zeug goss er vorsichtig in ein leeres Gefäß, auf dem ‚Säure‘ stand. Mit einem schweren Handschuh bewaffnet verschloss er das Gefäß und schüttelte den Kopf.

Er dachte über seine zurückliegenden Forschungen nach. Die Salgard von Raurikor hatte ihm ein Probe von der merkwürdigen, grünen Masse geschickt, die sie Schlonze nannte und er hatte alles was in seiner Macht stand versucht, hatte aber nichts nennenswertes herausgefunden. Er wiederholte die Versuche, die bereits gemacht wurden und kam zu den selben Ergebnissen wie die Hüterin der Halle, deren  Mutter er noch aus Kindertagen kannte. Selbst mit der Säure hatte er der Schlonze nichts anhaben können. Ganz im Gegenteil, er hatte jetzt einen gewaltiges Loch in seinem Tisch und einen Krater in dem Steinboden.

So zerstreut wie er war, nahm er eine Feder, tauchte sie in ein Fässchen und schrieb einen großen Zettel:

‚Werte Gelsa, es ist nicht zu empfehlen das Böse mit noch Böserem zu bekämpfen. Ähnlich wie beim Vermischen mit Wasser, assimiliert die Schlonze, jede andere Flüssigkeit mit dem man sie in Berührung bringt, übernimmt vor allem ihre negativen Eigenschaften und macht alles noch viel schlimmer. Habe die Versuchsreihe mit Säure abgebrochen. Muss mir einen neuen Tisch kaufen. Die Schlonze frisst sogar durch Stein. Ich bin erschüttert! Habe die restliche Schlonze in einem gläsernen Behälter verschlossen und im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt.‘

Er stand blitzschnell auf, ging zu einer Truhe und öffnete sie. Darin war ein weiterer Eisblock, der in Form geschnitten war. In einer Aussparung stand ein Gefäß mit einer grünen Masse darin. Er nahm das Gefäß hoch und schüttelte es. Es machte ein klirrendes Geräusch, als die Masse gegen die Glaswand des Gefäßes schlug. Er stellte das Gefäß zurück und ging wieder zu seinem Schreiben zurück.

‚Die Schlonze ist gefroren, genauso hart, wie gefrorenes Wasser, also können wir zumindest auf den Winter warten. Dann können wir die verschlonzten Quellen ausheben und die gefrorene Schlonze in die Berge bringen, in der Hoffnung, dass die Lichtfee nicht auch noch das letzte Eis zum Schmelzen bringt. Ich berichte weiter, habe mir überlegt, den Zustand von fest in flüssig hin zu gasförmig zu verändern, dann müssen wir vielleicht nicht auf den Winter warten. Ergebenste Grüße, Ferowin, Erzkundiger der Sturmhüter‘  Etwas abwesend streute er ein Pulver über den Brief, blies dann fast beiläufig den Staub vom Blatt in die Feuerschale, worauf eine Verpuffung stattfand. Dann rollte er ihn und verschloss ihn mit Wachs.

Von draußen konnte er seine Kinder hören. ‚Ulffart stark, der die Göttin mag, bat sie um Rat. Mit Hacke und Hut, ging er mit Mut, weit fort, tat gut. Doch der Ulffart betet sehr. So schenkte ihm die Göttin gehör. Und der Glaube verließ ihn nimmer mehr!‘ Sie sangen wieder dieses Lied. Er musste mit Uadalric, dem Eisträger ein ernstes Wörtchen reden. “Glück auf!‘ auf seinen Wegen! Immer einen Schutz vor Wind und Regen. So gab Nantosvelta ihren Segen. Von ihr berührt und fand, das größte Pfand, obwohl er im Walde stand. So grub er sich sieben Jahr, durch einen Hügel ist doch klar, was da nur in dem Stollen war?‘ Aber die Alderstolzer hatten nun mal den besten Zugang zum Eis des Drachenkamm. Und bevor er seinem Schwager weiter Münzen in den Rachen warf, musste er wohl damit leben, dass seine Kinder nun Alderstolzer Lieder sangen. ‚Und mit einem Flügelschlagen, gab sie ihm viel zu tragen, was soll ich sagen. Des Adlers Stolz, liegt hinterm Holz und nicht nur Gold! Mit Herz und Hand, was Ulffart fand, wird er von nun mehr Ulffart Adlerstolz gena….‘

Als er mit dem Brief in der Hand vor die Türe trat, verstummten seine Kinder sofort und stoben in alle Richtungen davon. Er ging zu seinem Schober und dort saß die weiße Taube, die Gelsa ihm geschickt hatte. Er band ihr den Brief an den Zeh und sie flatterte gen Raurikor.

Später am Tag fand er seine Kammer offen vor und als er hinein stürmte und schon zu schimpfen begann, fand er seinen Jüngsten regungslos in der Kammer liegen. Aus seinem Mund quoll grüne Masse und ergoss über den Steinboden.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

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Morgengrauen nach durchzechter Nacht

brunaMorgengrauen nach durchzechter Nacht

Als Bruna ihren Gaul wieder Richtung Hoimarshold hetzte, bemerkte sie, dass sie ein Falke schon eine Weile verfolgt hatte. Es dauerte noch eine Weile, bis sie endlich den Arm nach ihm ausstreckte und ihren Gaul stoppte. Sie las die Zeilen und blickte in den Himmel.

‚Nun Bruna,

auch wenn Teutates es mehr als gut mit dir meint, wirst du uns auf diesem Kriegszug noch nicht begleiten. Zum Einen ist es ein zu großes Risiko für unsere eigenen Krieger solange du deine Macht nicht kontrollieren kannst und zum Anderen wäre es Taktisch unklug wenn der Gegner von deinen Fähigkeiten erführe bevor es unvermeidlich ist. Also bleib hier und erwarte meine Nachricht. Bis ich dich rufe übe dich in Selbstkontrolle und meditiere wie ich es dir gezeigt habe. Und zur Sicherheit, bleib großen Ritualen fern…..du weißt was sie in dir auslösen können.‘

 Der Falke kreiste über ihr und sie kam sich merkwürdig beobachtet vor. Vielleicht sollte sie zuerst damit beginnen etwas weniger zu trinken, obwohl sie während des Umtrunkes mit Asbirg und diesem Rutger, Sohn des Fellhändlers zu Grimgard, keine größeren Brandrodungen oder Hitzewallungen hatte. Was der olle Tankred in Hoimarshold zu suchen hatte, wollte sie sich gar nicht ausmalen. Aber ein Wenig seltsam kam es ihr schon vor, dass sie nicht einmal eine einfach Wurstlieferung tätigen konnte, ohne dass sie unter Beobachtung stand. Aber den alten Esel von dem Heiler hatte sie ja eh gehörig abgehängt. Und doch dachte sie über die Worte nach, die dieser Rutger gesprochen hatte, als sie ihre Geschichte erzählt hatte. ‚Nichts gegen die ehrenwerten Kriegspriestes des Teutates. Aber das ist ja die dümmste Anmache die ich je gehört habe.‘ ‚Ja, aber es ist nichts Sexuelles!‘ hatte sich Bruna verteidigt. ‚Ja, aber ihr macht was ein Mann zu euch sagt, obwohl ihr keine guten Erfahrungen mit dem Mannsvolk bisher gemacht hattet.‘ Sie wurde je aus ihren Gedanken gerissen, da der Falke ihr auf den Kopf geschissen hatte. Also schrieb sie doch einen Brief und schickte den Falken damit fort.

‚Mein werter Kriegspriester,

so ist mir nicht mal klar, wie ich euch anzureden habe, wenn ich einen Brief schicke, aber der Sturmfalke ließ mir keine Wahl und dem Vogel sein großes Glück war es, dass ich es noch nicht schaffe das Feuer durch die Luft schleudern, als er mir mehrmals auf den Kopf gekackt hat. Verzeiht meine harten Worte, ich bin etwas in Rage. Seit dem ich wieder auf der Heimreise bin und die Tage immer wärmer werden, fällt es mir schwer, Ruhe zu bewahren und Schnaps scheint mir auch keine Lösung zu sein. Mir brennt da Einiges auf den Nägeln, was mich ziemlich nachdenklich stimmt. Einmal habe ich Tankred in Grimgard getroffen, was für ein Zufall?! Was sucht er denn so weit ab vom Swajut? Ich hoffe doch nicht, dass ich der Grund war, weil das würde mich doch sehr verwundern, weil eine einfach Wurstlieferung bekomme ich schon noch alleine ausgeliefert, ohne das mir der Quacksalber hinterher dackelt. Und sein Esel ist ja nicht gerade der Allerschnellste. Aber so wie die Falken ihren Weg immer wieder nach Hause finden, wird er schon wieder zurück finden und feststellen müssen, dass der Swajut des ehrenwerten Falken ausgeflogen ist. Hm.

Dann stimmt es mich im Moment ein Wenig traurig, dass ich scheinbar unbedacht mein Blut mit, im Grunde genommen völlig Fremden, aber ehrenwerten Persönlichkeiten vermischt habe, aber trotzdem unwissend in meinem Geburtshaus festsitze und auf Gedeih und Verderb der schlechten Laune meiner Verwandtschaft ausgeliefert bin. So ist die Stimmung im Hause Ulgur seit meinem Beitritt beim Swajut dermaßen frostig, dass ich mich da eigentlich echt wohl fühlen müsste. Tut es aber nicht! Das Haus, das mir immer mein Heim war und mir immer Unterschlupf bot, wird mir langsam zu eng und ich fühle mich nicht mehr wohl. So treibe ich mich meist im Wald herum und nehme jede Möglichkeit an, von Hoimarshold wegzukommen, nur um meinem Vater nicht mehr unter die Augen treten zu müssen.

Und doch reite ich wieder zurück, weil wo soll ich sonst hin, wenn die Meinen mich nicht haben wollen und ihr aber auch irgendwie nicht. Und dass ich in Abwesenheit von Grimmar die Post des Swajut erledige, ist nicht gerade die Arbeit einer angeblichen Feuertänzerin. Ist ja nicht so, als würde ich nicht schon mein ganzes Leben die Briefe lesen, die mir Andere unter die Nase halten.

Ach, da ist ein eiliger Brief mit einer Probe von dieser Schlonze, mit der Bitte sie anzuzünden. Ihr braucht euch die Mühe nicht machen, es zu versuchen. Hab ein Loch in den Tisch gebrannt, bei dem Versuch.

Die Schlonze brennt nicht, noch nicht mal wenn ich sie mit dem Unaussprechlichen Schnaps übergieße, der meinen Großvater ins Grab brachte, als seine Destille in die Luft flog. Ich schweife ab, ich werde des Meditierens langsam Müde und ruhiger werde ich davon auch nicht. Also habe ich beschlossen, mich an den Ort zu begeben, wo alles angefangen hat. An den Ort, an dem ich meine erste Vision hatte. Euer Falke wird mich schon finden, am Gipfel des Hügels unweit von Hoimarshold.

Werde wohl ein Feuer machen und mal sehen was passiert, wenn die Nacht hereinbricht…

In aufrichtiger Ergebenheit, eure Bruna, was auch immer die Götter mit mir vor hatten, als sie meine Seele in Brand gesteckt haben.‘

Einige Tage später: Dieser, in den Augen einer Blankarderin, kleine, gefiederte Störenfried riss Bruna aus der Konzentration, als er seinen Schrei über das Tal schallen lies. Da wäre ihr doch beinahe der Ball aus Feuer ausgekommen, den sie von einer Hand zur Anderen warf. Sie hielt inne und blickte nach oben, atmete tief durch, bis sie den Schnee riechen konnte und wie in Trance lies sie den Feuerball in die Glut gleiten, wo er die Asche und die verbrannte Erde noch ein Mal anzufachen schien. Sie rieb sich die verkohlten Hände und streckte dann langsam die Hand aus, damit ihr ganz spezieller Freund darauf Platz nehmen konnte. Wieder ein Brief von ihrem Herrn und Meister. Hastig rollte sie das kleine Pergament auf, und wusste gar nicht, wo sie zu lesen beginnen sollte, er hatte es auf beiden Seiten beschreiben.

‚Bruna, unruhig und unberechenbar, wie das Feuer eben ist. Du gibst dir selbst schon die richtigen Antworten, nichts Anderes habe ich erwartet. Ich verstehe, dass du dich verloren fühlst, mir selbst ist es nicht anders ergangen, als ich die Ausbildung zum Priester begann. Es war mein Lehrer, Ramfior kun Isanbara, der mir sagte: ‚Ich kann dir eine kleine Hilfe geben, aber die Macht in deiner Seele kannst nur du kontrollieren. Also geh in die Hügel und lerne warum die Dinge so sind, wie sie sind!‘ Auch ich dachte mir, was ich lernen soll, ohne einen Lehrer, dem ich meine Fragen stellen kann. Doch habe ich es getan. Ich habe in diesen Tagen ein Wenig mit meinen Fähigkeiten experimentiert und glaub mir, ich habe durchaus für Aufsehen gesorgt …wenn auch ungewollt…! Doch der Sinn dahinter, allein durch die Hügel zu streifen, war wie ich jetzt weiß, zum Einen, dass ich niemanden mit meinen Experimenten gefährde und zum Anderen, dass ich meine eigenen Antworten finde. Also kam ich nach ein paar Wochen zu meinem Lehrer zurück und erzählte ihm von meinen Erlebnissen. Dabei stellte ich fest, dass ich fast keine Fragen mehr hatte… und plötzlich verstand ich seine Worte, die bis dahin immer rätselhaft für mich waren. Also geh und mach was du für das richtige hältst… aber tu es allein. Beim nächsten Vollmond werde ich, so die Götter es wollen, in Hoimarshold sein. Dort werden wir uns wieder sehen. Und dann wirst du einiges verstehen… so hoffe ich.

Mein Name ist Modorok kun Ramfior, Kriegshetzer, Teutatespriester, Schlachtenrufer und Feuerseele …. aber nenn mich Modorok, wir sind aus einem Clan und seit Beltane vom selben Blut. Deinem Vater habe ich ein paar meiner schnellsten Falken zukommen lassen. Damit können wir in Kontakt bleiben! Vergiss bei allem nicht, es ist Teutates, der dich beobachtet… hadere nicht mit deinem Schicksal, nimm die Gabe an und verstehe sie als einen Teil von dir. Du bist eine Erwählte, und als solche gehört dein Leben Teutates selbst. Er hat dein Schicksal in der Hand, ob du willst oder nicht. Als ich das damals eingesehen habe, ging mir vieles leichter von der Hand. Von Feuerseele zu Feuertänzerin….sichere Wege.‘

 Im Lesen liefen ihr Tränen übers Gesicht, die langsam auf ihrem Gesicht verdampften. Sie brauchte eine Weile, bis sie sich wieder fing. Sie kritztelte ein paar hastige Worte auf dem Zettel:

 ‚Modorok Feuerseele,

ich hoffe, ich vergesse nicht die Zeit bis zum Vollmond, ist es doch recht einsam hier oben und doch merke ich, wie sich meine Seele zu beruhigen scheint. Mir kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen, als ihr euch schrieb. Und doch muss es einige Tage her sein, da ich bereits wieder in Hoimarshold war und mich dann zu Fuß aufgemacht habe in die Hügel zu ziehen… und ich saß bestimmt schon einen Tag hier, bis ich es schaffte einen Ball aus Feuer in meiner Hand zu formen und bis der Vogel mich eben aus meiner Konzentration riss, brauchte ich auch mindestens einen Tag, um mich von dem Feuerball lösen zu können. Von werfen kann da aber keine Rede sein. Wir werden es sehen, wenn wir uns wieder sehen.

Die Bruna

P.S. Es ist wahrscheinlich nicht der richtige Zeitpunkt, aber ich kann doch gar nicht tanzen.‘

Der Brief riecht nach Feuer und Rauch und ist an einigen Stellen verkohlt. Es scheint so, als wären verbrannte Fingerabdrücke auf dem Papier.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker, der freundlichen Unterstützung von Modorok kun Ramfior, Kriegshetzer, Teutatespriester, Schlachtenrufer und Feuerseele und den Ereignissen nach Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Ich suche einen Mann… Teil 20 Kein Jim Beam!

Ich suche einen Mann… Teil 20 Kein Jim Beam!

maltIch suche einen Mann, der mir nicht einen Glenmorangie für einen Red Label verkaufen will, weil er denkt, dass sich ein Weibchen nicht mit Whisky auskennt. Jeder Mann sollte allerdings in der Lage sein, einen Blended Whisky von einem Single Malt zu unterscheiden, würde ja auch auf der Verpackung stehen, aber gut. Aber wer Cola in seinen Bourbon oder Eis in seinen Blended Whisky kippt, sollte am Besten einfach seinen Mund halten. Und uns unseren Mädchenwhisky weiter bei Zimmertemperatur atmen lassen.

Anmerkung: Dies ist der 20. Teil einer völlig ernst gemeinten Bekanntschaftsanzeige von mir, Callabutterfly, und eine Ode an meinen Traummann, den ich mir grad versuche zu basteln.

Zuschriften bitte via Facebook/Callabutterfly per PM

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 6

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 6 – Grimgard hin und wieder zurück

brunaNachdem ich die letzten Tage und Wochen damit verbracht habe, das Heimchen am Herd für meine zwei Herren zu spielen, kam kurz vor Beltane ein gelungene Abwechslung ins Haus geflattert. Eine graue Taube, mit einem Zettel und einem kleinen Goldstück am Bein. Die Taube war so zerzaust und verhungert, dass sie in meiner Hand verreckte, war ausnahmsweise mal nicht meine Schuld. Ein Wunder, dass des ausgemergelte Ding es überhaupt bis zu uns geschafft hatte.

Eine Bestellung eines Bolkheimer Händlers aus Grimgard, er wollte 30 von der groben fetten Räucherwürsten. Mein Vater schickte mich also mit den Würsten los und ich machte einen heißen Ritt gen Grimgard.

Als ich dort ankam, stand ich vor der leeren Ladentheke des Bolkheimer Allerlei und sah nur Spinnweben und einen verwitterten Zettel: ‚Bin gleich wieder da!‘

Ich stellte meinen Gaul unter und nachdem alle anderen Läden auch geschlossen waren, ging ich in die Taverne ‚Zum roten Keiler‘, in der Hoffnung sie hätten einen Fransen gebratenen Fleisches für mich.

Dort trat ähm traf ich auf Fafnir und Darion. Wie gut, dass ich eine Flasche von Vaters besten Met dabei hatte, die hatte ich Fafnir doch versprochen, weil ich doch seinen Bart angezündet hatte.

Ich setzte mich hinzu und wir kamen ins Gespräch mit zwei Grimgarder Damen, die am anderen Ende unserem Tisch saßen. Rinelda, eine Schankmaid vom roten Keiler, die ihren freien Tag feierte und eine werte Asbirg.

Wir erfuhren, dass an dem Abend der Handelsrat zu Grimgard tagte und deswegen waren auch alle Geschäfte geschlossen, außer der Laden des Bolkheimers, der Laden war schön länger nicht mehr geöffnet worden.

Ich genoss meinen Fransen gebratenen Fleisch und versuchte meine Würste unter der Hand zu verkaufen. Zum Nachtisch gab es einen Kuchen mit einem flüssigen Kern aus geschmolzenen, braunen Süsszeug aus Neuandorien. Bei den Göttern, die Neuandorier wissen aber, was eine Sünde wert ist.

Hrothar und Grimmar stolperten bei der Tür herein. Grimmar bestellte sich ein Schmalzbrot, was in Grimgard quasi die Leibspeise ist und er war gleichsam so fasziniert von seinem Schmalzbrot, wie ich von meinem Fransen Fleisch und von dem sündigen Kuchen. Ich glaube, er wird uns eine Ode an das Schmalzbrot dichten.

Die Grimgarder Damen erklärten uns warum das Schmalz in Grimgard so wichtig war. Weil sie im Sommer zu Ehren der Rosmerta ein Schmalzfest abhielten. Und ich traute meinen Ohren kaum, sie schmieren dort die Statue der Rosmerta mit Schmalz ein, wahlweise auch die Geldbeutel. Und vor ein paar Jahren haben sie sogar eine Jungfrau mit Schmalz eingeschmiert.

Nachdem der Halbzwerg ja eigentlich in Grimgard war, um Zwerge zu suchen, erzählte ich eine Geschichte von meiner Großmutter, die sie mir immer erzählte, wenn sie sich an ihre Jugendtage erinnerte. Was in den letzten Jahren vor ihrem Tod immer öfter der Fall war und deshalb ist mir die Geschichte auch so in Erinnerung geblieben. Auch wenn sie mir keiner der Anwesenden glaubte, glaube ich fest daran. Meine Oma war einst auf Wanderschaft und ist auf der Suche nach ihrem Krafttier ziemlich vom Weg abgekommen. Sie ist schnurstraks bis nach Halvor gelaufen und weil es anscheinend noch nicht genug war, ist sie auch noch um den Drachenkamm herumgelaufen. Irgendwo auf den Weg ist ihr der Proviant zu schwer geworden und sie Trank alle Flaschen Met auf einmal aus, damit sie nicht mehr so schwer zu schleppen hatte. Darauf konnte sie wohl nicht mehr gut gerade aus laufen und sie kroch auf allen Vieren weiter.

Und als unter einem querstehenden Ast eines Baumes hindurch kroch, erblickte sie auf der Rückseite des Drachenkamms ein phantasmagorisches Übertor, das von gigantischen Säulen eingefasst war. Eine steinerner Steig führte dort hin und im Berg konnte man es hämmern und rumoren hören. Sie war so überwältigt von dem Anblick, das sie an Ort und Stelle einschlief.

Am nächsten Morgen stand sie auf und blickte auf den Drachenkamm und das Tor, die Säulen und der Steig war verschwunden. Auch wenn sie das Tor nie wieder erblicken durfte, glaubte sie daran. Bis zu ihrem letzten Atemzug erzählte sie mir von dem großen Tor hinter dem Drachenkamm und sie lies sich von nichts und niemanden davon abbringen. Und ich auch nicht.

Asbirg taute langsam auf und erzählte mir, dass sie bei einem Bäcker im Ort arbeitete. Und im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass der hiesiger Bäcker niemand anderes war, als mein Onkel Notker und dass mein Vetter Trudbert nicht gerade ein ehrenwerter Mensch geworden war. Sie erzählten mir, dass während alle Bürger Grimgards, auch die Frauen, vor den Toren der Stadt gegen die Untoten kämpften, versteckte sich Trudbert unter den Mehlsäcken in der Vorratskammer der Bäckerei, wo Asbirg ihn dann fand. Naja, früher hat er sich immer im Schweinetrog vor mir und dem Branu versteckt. Er war schon immer ein kränkliches, weinerliches Kind und sein Kraftier muss der Grottenolm sein. Ich überlege mir ihm morgen einen Besuch abzustatten und ihm einen gehörigen Schrecken einzujagen. Schade dass ich Schweini nicht mitgenommen habe, aber das dumme Schwein wollte unbedingt beim Holzfäller bleiben.

Wir redeten allerlei Blödsinn daher und vor allem der Schiffbau hat es uns besonders angetan. Nachdem Hrothar fast schon davon besessen war ein Schiff zu bauen, um damit den Lorsak runter zu fahren, standen wir ihm mit Rat bei Seite.

Die Grimmgarder Damen brachten ihn auf die Idee, dass er das Boot außen doch mit Schmalz einschmieren sollte, dann würde es bestimmt nicht wieder sinken.

Und ich bot an, den Schmalz mit meinen eigenen nackten Händen einzubrennen, nicht dass jeder Reisende mit seinem Brot in der Hand, Hand an den Bootsrumpf legt, um an das gute Schmalz zu gelangen. Und wenn man ein frisch geschmalztes Boot über den Sand ans Ufer zog, dann würde es Riebenschmalz ergeben. Hrothar, du bist schon ein Hund und ich glaube ganz fest daran, dass unser Schmalzschiff fährt. So wie man mit den Kekse von meiner Oma eine Familie einen ganzen Winter ernähren kann, Hauptsache man hat genug Milch um die Kekse ordentlich aufzuschwemmen.

Wir witzelten umher, wie man denn am Besten das Schmalz aufs Boot bekäme und wenn dass Schiff dann fertig ist, würde Grinelda eine Taverne darauf errichten.

Der feucht fröhliche Abend ging zu Ende und ich torkelte Richtung Stallungen und schlief einen unruhigen Schlaf und träumte von barbusigen Damen, die das Schmalz mit ihren bloßen Körpern am Bootsrumpf auftrugen. Ich träumte von einem Boot aus den Keksen meiner Oma und Dampfmaschinen und von einem Schiff dass Lady Captain hieß. Ein Matrose schuppte nackt das Deck und eine Frau schrie: ‚Erlebnisurlaub auf der Lady Captain!‘

Verwirrt von meinen Träumen erwachte ich. Nach einer Katzenwäsche im Pferdetrog ging ich wieder in die Taverne und brachte Rinelda die Würste, die ich noch zu verkaufen hatte. 28 an der Zahl wechselten seinen Besitzer. Eine hatte ich gestern noch an Hrothar als Wegzehrung verkauft und eine wollte ich meiner schwindligen Verwandschaft bringen. Weil ich so ein netter Mensch bin. Das Gesicht von Trudbert werd ich nie vergessen. Allein das war die Reise nach Grimgard wert. Ich spuckte noch vor den Stand des Bolkheimers bevor ich mich auf machte.

Jeden Tag eine Gute tat, sagen die Grimgarder Damen immer und diese Gute Tag lies ich hinter mir und zog wieder zurück nach Grimgard. Nur lies ich mir bei der Heimreise wesentlich mehr Zeit.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Published in: on 26. März 2013 at 22:32  Comments (1)  
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Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 5

Fortsetzung:

brunaBeim Heimweg Richtung Hoimarshold überlegte ich mir was ich mit meiner feurigen Gabe alles anstellen könnte. Dabei fiel mir auf, dass ich meinen eigentlichen Beruf nicht mehr ausüben würde können, wenn alles unter meinen Händen verbrennt, was ich berühre. Das macht sich nicht gut, wenn das Vieh noch nicht tot, ausgenommen und abgehangen ist, bevor es aufs Feuer kommt. Aber das Abbrühen von Schweinen wird uns in Zukunft einfacher fallen.

Habe mir auch überlegt, eine Taverne zu eröffnen und kurz und heiß Gebratenes anzubieten. Als wir wieder in Hoimerhold waren, ging ich erst mal zu meinem Vater und begrüßte Schweini. Ich schrieb ja schon, dass es allen gut ginge. Kleine Anmerkung, auch wenn dieses blöde Schwein gerade mit dem Holzfäller durchgebrannt ist. Aber dazu später mehr.

Nach dem Essen bei der guten Paigi mussten wir auch schon wieder los, an den kältesten Ort. Ich zog mich aus reiner Gewohnheit ziemlich warm an. Beim Weg an den kältesten Ort begleitete uns der Holzfäller Branu, mit dem ich übrigens noch ein ernstes Wörtchen zu reden habe…

Ich hatte eine seltsame Vision, als ich an einem umgestürzten Baum vorbei lief, ich stolperte und fiel hin. Ich dachte die Wurzeln hätten sich bewegt und ich sah mehrere fleischige Zungen, die heraus wuchsen…ein Geruch von Erdbeeren kroch mir in die Nase… Ich schüttelte meinen Kopf und mir wurde gewahr, dass ich vor einer riesigen Wurzel lag, die von den Priestern als Opferstätte benutzt wurde.

Ich glaubte mein Verstand würde wieder mit mir durchgehen. Wir gingen weiter und die Eiswendols waren wieder da. Ich machte mir wieder einen Spaß daraus, mich auf sie zu werfen. Ich wurde schwer verletzt, aber nachdem ich Eine der Letzten war, die noch stand, zwang ich mich dazu weiterzukämpfen. Die Wunden brannten und irgendwann ging ich in die Knie.

Die Nordfrau, die mich heilte war reichlich verwirrt, als sie sah, dass meine Wunden bereits ausgebrannt waren. Sie erzählte mir auch Einiges, was mich sehr nachdenklich stimmte. Sie meinte, wenn ich einem Manne zu Nahe käme, dass er durch meine Hitze unfruchtbar werden könne. Ich glaubte ihr erst nicht, aber beschäftigen tut es mich doch.

Wieder zurück in Hoimarshold versuchten wir einen Eisblock zu schmelzen. Dabei hab ich Feuer gemacht. Ich hab Feuer gemacht! Gut, ein Schluck vom dem unaussprechlichen Rachenputzer, der Schnaps der meinen Großvater ins Grab brachte, hat sein Nötigstes dazu beigetragen. Dabei habe ich dem Zwerg seinen Bart versenkt. Was mir einerseits furchtbar peinlich ist, aber andererseits kann ich das Feuer irgendwie noch nicht richtig beherrschen. Aber wer kann das schon. Aller Anfang ist schwer. Zumindest hab ich das Feuer schon mal zum Lodern gebracht.

Ich hoffe nur inständig, dass der Bart wieder nachwächst und dass die werte Rigani ihren Zwerg immer noch will. Ich werde einen unaussprechlichen Met ansetzen und ihm bei Gelegenheit eine Kostprobe davon geben.

In der Nacht sollten die Imbolcfestlichkeiten ihren Höhepunkt erreichen, aber davon bekam ich schon nichts mehr mit. Mein dunkler Begleiter hatte mich wieder übermannt und ich war nicht mehr ich selbst. Die Kälte war wieder da, doch in meinem Herzen glühte eine ungeheure Macht.

Reglos kniete ich im Schnee und lauschte. Nichts regte sich in mir. Die Kälte ging mir durch Mark und Bein. Mein Atem zeichnete merkwürdige Bilder in die Nacht. Die Dunkelheit begann mich zu umfangen und der Frost hielt immer noch alles fest im Griff. Irgendwas tief in mir flüsterte mir zu, dass sich die Strapazen dieses Tages gelohnt haben mussten, aber doch zitterte ich am ganzen Körper.

Ich konnte eine Stimme hören, ein Gebet wurde in den Nachthimmel geschickt. Ich hatte das Gefühl nicht allein zu sein. Mein dunkler Begleiter hielt mich an der Hand und entzündete das Feuer in mir. Es loderte in mir hoch. Doch ich stand still da und lies es brennen. Um mich herum schien alles in Bewegung zu sein. Schwindelerregend drehte sich alles um mich herum. Nur ich nicht. Ich stand starr und still da und verharrte wie gelähmt, unfähig mich zu bewegen, bereit vom Feuer verzehrt zu werden.

koerperfeu3Ein Feuerkreis loderte um mich herum und mit dem Feuer stieg die Hitze um mich auf. Das Feuer tanzte um mich herum. Die Stimme drang zurück in mein Ohr. Stimmengewirr. Jemand sprach eindringlich zu den Göttern. Ein Summen. Die gesprochenen Worte wurden vom kalten Wind über den Schnee getragen. Gewaltige Trommelschläge ließen mein Herz erbeben. Die Worte verloren sich in der Nacht, nur die Melodie drang tief in mein Herz. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich mich um mich selbst bewegte und alles andere um mich herum still stand. feurseilDas Feuer tanzte um mich herum, weil ich damit spielte. Nein. Das Feuer spielte mit mir und es nahm mich in Besitz und machte mich ihm Untertan. Ich kämpfte mich frei. Es würde bei einem Versuch bleiben. Die Flammen umfingen mich und holten mich zurück in den Brennpunkt. Ich bäumte mich noch einmal auf, ein letztes Ankämpfen gegen die Hitze und das Feuer. Die Flammen explodierten auf meinem Körper und dann stand ich still. Die Flammen gingen zurück, so wie sie gekommen waren. Alles war dunkel. Ich stand schweißgebadet in mitten einer Menschenmenge, die sich langsam auflöste. Der Schweiß gefror auf meiner Haut und meine Nackenhaare stellten sich ein letztes Mal auf, bevor sie erstarrten. Die Nacht umfing mich nun voll und ganz. Ich konnte die Worte nicht mehr hören, aber in meinem Herzen hallten sie für immer nach.

Das Feuer beherrscht mich noch immer, auch wenn es längst erloschen scheint.

Ich komme nicht davon los, bin aber doch frei. Frei, wie der Wind.

Doch werde ich mich wieder in die Fänge des Feuers begeben, wenn die Dämmerung über den Tag hereinbricht. Nachts ruft das Feuer wieder nach mir. Es verlangt nach seinem Tribut und ich gebe mich untertänigst dem Verlangen hin. Und ich entzünde wieder die Flammen, um allen zu zeigen, wie es in mir brennt.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen zum Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 4

Liebes Tagebuch,

brunaes tut mir leid, ich muss wohl länger geschlafen haben, deswegen konnte ich leider meine Geschichte nicht vollenden. Warum schmerzt immer mein Schädel, wenn ich erwache? Es könnte daran liegen, dass ich am Imbolcfesttag des Öfteren einen Knüppel über den Schädel gezogen bekommen habe. Nur weil ich eine Blankarderin bin, heißt es noch lange nicht, dass mein Schädel mehr aushält. Ich bin schon entstellt genug, mir langt es, ich werde jede weitere Beule unaussprechlich rächen.

Kaum bin ich ein paar Stunden wach, steigt die Wut wieder in mir auf. Und Glück haben die, die so schlau waren, mich von hinten niederzuschlagen, damit ich sie nicht erkenne.

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Mein Kopf tat weh, als ich wieder erwachte und wieder versuchte ich zu fliehen. In meiner Wut über die unfreundliche Behandlung meiner eigenen Sippschaft muss ich ein paar freundliche Watschen verteilt haben. Aber es war aber auch eine Zumutung. Wie lange wohnt meine Familie schon in Hoimarshold? Und als ob nicht genug merkwürdige Vögel hier ein und aus gehen würden. Ich muss mich beruhigen, die Wut kocht wieder in mir hoch.

Ich glaube sogar, dass ich Grimmar einen Schwinger verpasst haben muss, weil anders kann ich es mir nicht erklären, als ich mit meinem eigenen Augen sah, wie er fort geschleudert wurde. Die Widukin halten aber auch nichts aus, aber fliegen können sie verdammt gut.

Dann versuchten sie mich zu fesseln, was auch misslang, hätte mich ja schlecht selber fesseln können. Ich hab ja keine Ahnung vom Kriegshandwerk, aber selbst meine Großmutter hätte mich erstens besser bewacht und zweitens besser gefesselt. Aber nachdem sie schon lange bei den Ahnen ist…

Ein fremder Priester hat mir dann eine Kette anlegte, die wohl mit dem Wasser gesegnet wurde. So genau habe ich das nicht verstanden, aber ich kühlte mich Zusehens ab und mein Verstand schien zumindest zeitweise wieder bei mir zu sein.

Der Erste von meinen Leuten, der mit mir sprach, war Ramgar. Ein ernstes Wörtchen sogar. Aber er faselte auch seltsames Zeug von den Göttern, immer wenn er mich berührte.

Über die restlichen Unfreundlichkeiten meiner eigenen Leute und die der Gäste schweige ich mich an dieser Stelle besser aus, dass werde ich an geeigneter Stelle nochmal persönlich zur Sprache bringen.

Ramgar bat mich mit ihnen in den Wald zu gehen. Ich wollte aber nicht gefesselt mit ihm gehen und nicht ohne meine Axt und vor allem nicht ohne meine Mütze. Außerdem verlangte ich nach einem großen Fransen Rindfleisch, dass man mir in einer Pfanne zubereiten sollte. Ihm war nur die Gesundheit der Ferkel wichtig. So kamen wir überein und sie nahmen mir die Fesseln und gaben mir meine Axt und schlussendlich meine Mütze.

Kungard führte uns in den Wald, ein Wunder dass wir dort ankamen, wo wir hin wollten. Kungard verläuft sich sogar in Hoimarshold. Mein Hunger wurde immer unerträglicher und der Fransen Rindfleisch wurde immer größer, den mir Ramgar im Übrigen bis heute schuldig geblieben ist.

Das Einzige was mir bei dem ganzen Getuschel der Mitreisenden ausgefallen ist, dass ich öfter so Halbsätze hörte, wie: ‚…Von Teutates geküsst!‘ und ‚ …Von den Göttern gesegnet!‘ Wie gesagt, viele merkwürdige Vögel gehen heutzutage ein und aus in Hoimarshold. Aber was und vor allem wen sie damit gemeint haben, sollte mir erst später aufgehen. Und zwar mit einem gewaltigen Lichtlein.

Vorher verlangten sie aber von mir, dass ich meine nackte Hand auf ihre Wunden legen sollte. Warum hat mir auch niemand erklärt. Aber ich tat was man von mir verlangten und Ramgars Schulden bei mir wurden immer größer und größer. Eigentlich kann er mir gleich eine lebendige Kuh geben, ich schneide mir dann die richtigen Teile raus.

Mit meinen Gedanken war ich eher in der Metzgerstube, bei den ganzen Köstlichkeiten, die dort abhängten, als meine Hand zu brennen begann. Huch und wir wurden wieder angegriffen.

Langsam begriff ich, dass ich mit meinem inneren Feuer gegen unsere Angreifer wirklich was bewirken konnte. Ich wusste gar nicht, dass die Wendols schmelzen, wenn sie von einer Metzgerstochter getroffen werden. Hm. Und was ich bis jetzt nicht verstanden habe, warum die Wendols so blass waren. Nicht dass das arbeitsscheue Gesindel dafür bekannt wäre, sich länger als nötig in der prallen Sonne aufzuhalten. Aber sie sahen aus wie gefrorenes Fleisch. Mir wird schon wieder so warm, wenn ich nur daran denke.

Ich muss wieder ziemlich abwesend gewesen sein, weil ich irgendwie nicht verstanden habe, warum wir immer wieder mitten auf einer Lichtung halt machen mussten. Völlig ohne Deckung, aber ich hab von dem Kriegshandwerk eh keine Ahnung, deswegen übte ich mich weiter in, Gegner mit mir selbst zu bewerfen.

Irgendwann kamen wir zu einer roten Rose, die mitten im Schnee zu wachsen schien. Wenn man an ihr vorüber ging, dann erlitt man unsägliche Schmerzen, was ich am eigenen Leib schmerzlich erfahren musste. Ich hätte doch besser aufpassen sollen, was dieser alte, nuschelnde Knilch gefaselt hatte, von dem ich bis jetzt nichts erzählte, weil ich ihn eh nicht verstanden hatte.

Wieder standen wir nutzlos in der Gegend rum. Mir war nicht kalt, aber die Anderen bibberten vor sich hin. Während die Priester und Druiden an der Rose herumwirtschafteten, versuchte ich die Eiswendols dazu zu überreden, mir die Hand zu geben. Aber sie konnten wohl ihren gefrorenen Ohren nicht trauen. Hätte zu gerne gewusst, ob ich Einen mit meinem Händedruck zum Schmelzen gebracht hätte.

Wir konnten weiter gehen und kamen zu einem mächtigen Steinkreis. Ich fand es an diesem Ort unbeschreiblich gut, so gut dass sogar meine Schuhe anfingen zu qualmen.

Dann wurde ich wieder herumkommandiert, diesmal sollte ich Steine anfassen. Die Steine waren aber alle ziemlich kalt und irgendwie gar nicht so gut, wie da wo ich zuvor gestanden hatte.

Ramgar machte ein großes Palaver und ich sollte dabei einen der großen Steine berühren. Dabei wurden wir angegriffen und von einer Eisklinge getroffen sank ich vor dem Stein in den Schnee. Am Ende ging uns allen ein Licht auf und vor allem mir.

Ein Wesen aus Feuer kam in unsere Gefilde und sprach mit Ramgar, ja und am Ende auch mit mir. Ich musste mich vor die allerleuchtende, lebendige Fackel knien, am Anfang war ich sehr skeptisch, aber dann blickte ich das Feuer ehrerbietig an.

Er sprach zu mir, aber ich verstand kein Wort, bis er meine Brust berührte. Das Feuer brannte mir bis ins Herz und ich stolperte zurück. Dann kam der Schmerz.

Als ich meine Augen wieder öffnete, lag ich mit dem Gesicht im Schnee. Das wandelnde Feuer war verschwunden, doch ein Teil von ihm war in meinem Herzen und sein Handabdruck war auf meiner Brust eingebrannt.

Jetzt wird keiner mehr denken, dass ich noch unberührt bin. Er hatte mir zu verstehen gegeben, dass ich dass Feuer in mir nun beherrschen könne. Aber er sagte mir nicht wie?

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen zum Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 3

bruna

Nachtrag

Nun hab ich sie endlich wieder alle beisammen. Mein Tagebuch ist heil zu mir zurückgekehrt, mein Vater lebt, mehr schlecht als recht, aber er lebt und mein Schweini wurde noch nicht geschlachtet. Und wehe dem, der es versuchen will. Der muss erst mal an mir vorbei.

Nun zu mir. Ich kann mich an vieles nicht mehr erinnern, was seit dem Yulfest geschehen ist. Nur die Narben in meinem Gesicht zeugen noch davon, was in der längsten Nacht des Winters geschehen war.

Während um mich herum das Leben zum Stillstand verdammt war, denn der Frost zog immer noch unerbittlich übers Land, loderte immer noch die Flammen des Hasses und der Wut in mir. Wie ein dunkler Begleiter verfolgte er mich auf Schritt und Tritt. Obwohl die Tage wieder länger werden sollten, hatte man das dumpfe Gefühl, dass sich die Sonne nur noch ungern blicken lässt. Der Hochnebel versperrte ihr die Sicht und so scheint es, dass sie uns nun völlig vergessen hat.

Ohne meine Schweine hatte ich jedlichen Bezug zur Wirklichkeit verloren und strich ziellos durch die Wälder meiner Heimat. Hinter mir stieg der Rauch auf und meine Fußabdrücke schmolzen sich in den tiefen Schnee. Immer wieder tauchte ich ab in die Traumwelt meiner Ahnen. Ich wandelte zwischen den Welten. Zwischen Feuer und Eis. Mein düsterer Begleiter immer in meinen Hacken.

Als ich irgendwann wieder halbwegs bei Sinnen war, wurde es mir Gewahr, dass ich nicht nur meinen dunklen Verfolger zu haben schien. Nein, da war noch was anderes im Wald, was sich an meine Fersen geheftet hatte. Mein Atem gefror. Ich hörte ein Knacken hinter mir und da standen sie. Ich kam gar nicht mehr zum Zählen, da griffen sie mich schon an. Ich wehrte mich nach Leibeskräften und versuchte einen Angreifer nach dem Anderen abzuwehren. Bis ich eine meiner Äxte verlor. Ich schrie vor Angst und vor Schmerz, als ihre eisigen Klingen sich durch mein Fleisch bohrten. Ich ging zu Boden und als ich mich noch mal aufbäumen wollte, brach wieder etwas aus mir heraus. Bloß diesmal schien ich in Flammen zu stehen. Aber mein Fleisch verbrannte diesmal nicht. Mein Geist wandelte durch eine Wand aus Eis und Nebel und lies meinen Körper blutend im Schnee zurück. Im Traum stieß ich mit meinem dunklen Begleiter zusammen und er stahl meine Mütze.

Ich erwachte erst wieder, als die Sonne mich wach kitzelte. Ich lag in einer Lache von Blut und Eis. Meine Mütze war verschwunden, aber ich lebte noch. Ich kroch mehr, als dass ich lief, in Richtung meiner Höhle. Dabei musste ich wohl die Orientierung verloren haben. Meine Sinne schwanden immer wieder. Mit zitternden Finger versuchte ich mir meine Beinwunde zu verbinden. Auch meine Hand blutete. Rauch stieg mir wieder in die Nase. Ich kroch über Schnee und Eis, aber doch brannte meine Hand wie ein Leuchtfeuer der Sonne entgegen.

brunaIrgendwann konnte ich Stimmen hören, ganz nah bei mir. Und Kampfeslärm. Plötzlich wurde mein Körper in die Höhe gerissen und ich wurde heftig durch gerüttelt. Ich hatte das Gefühl, als wäre man mir wohlgesonnen, bis ich einen Abhang hinunter gestoßen wurde. Nachdem mein Geist immer wieder zwischen den Träumen und der Wirklichkeit hin und her schwappte, vermag ich nicht zu sagen, wie ich nach Hoimarshold gebracht wurde. Ich erwachte erst wieder, als mir gewahr wurde, dass sich zwei Fremde über mich gebeugt hatten und einer der Beiden hatte meine Hand unter seinen Rock geschoben.

Ich fuhr auf und verpasste ihm einen Schwinger, dass es ihn gleich vom Stuhl fegte.

‚Nicht ohne meine Zustimmung!‘ muss ich geschrien haben. Meine Sinnen schwanden wieder. Ich erwachte wieder und hatte das Gefühl, dass die Stimmung in Hoimarshold sich gegen mich gewandt hatte. Ich passte einen günstigen Augenblick ab, schnappte mir eine Waffe, die unachtsam neben mir abgelegt wurde, und ein kleines Ferkel und lief nach draußen. Dort kam ich aber nie an…

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen zwischen Samhain und Imbolc (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 2

brunaAuf einer alten Kuhhaut mit Schweineblut geschrieben, konnte man folgende Worte entziffern:

Seit dem ich mein Tagebuch verlor, brennt es mir in den Fingern, meine Gedanken aufzuschreiben. Aber um so mehr ich wieder bei Sinnen bin und um so mehr Zeichen ich in die alte Kuhhaut ritze, um so mehr verirrt sich mein Geist. Ich verliere mich in den Worten, wie ich mich zuvor in den Träumen verlor. Die letzten zwei Monde haben mich um Jahre altern lassen. Und es scheint mir Jahre her zu sein, dass mein jugendlichen Leichtsinn meinem Vater ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Mit diesen Träumen habe ich das verloren, was mich mit meinem Vater verband und lies mich den Schritt über eine Schwelle gehen, die ich lieber nicht übertreten hätte. Das Feuer in mir begann zu lodern, die Wut brannte ohne Grund, sie zerfraß mich von innen heraus. Es steckt wohl doch mehr von meiner Mutter in mir, wie überhaupt sich irgendeiner gedacht hatte. Ob mein Vater lebt oder tot ist, kann ich nicht sagen. Doch kann ich das Licht in seiner Kammer sehen, wenn ich im Schutze der Dunkelheit am Waldrand stehe, um rüber zu sehen zu den warmen Herdfeuern von Hoimarshold. Ich bete jeden Tag und jede Nacht, dass meine Raserei ihn nicht zu Tode erschreckte und ich hoffe inständig, dass er wohl auf ist.

Nun war ich tatsächlich zwei Monde im Wald. Doch mein Geist reiste durch den Nebel der Vergangenheit. Ich blickte durch die Augen meiner Ahnen und ich sah großen Schrecken und unendliches Leid. Ich sah die großen Kämpfe der Vergangenheit. Ich sah Feuer und Blut und wie die Feinde sich in den Kadavern meiner Ahnen suhlten. Ich sah Nebel, Schnee und Eis. Aber ich sah auch Licht, es loderte so hell, dass man meinen hätt‘ können, dass der ganze Wald brennen würde.

Doch im Rauch und Nebel wartete das Unheil, was mir die Nackenhaare ausstellen lässt. Das was einst die Bache ausgeweidet hatte. Und schon seit je her sein Unwesen in diesen Wälder trieb und bis heute allgegenwärtig ist. Die Ordnung scheint aus ihren Fugen gerissen worden zu sein. Nicht nur die Ordnung in mir, nein das ganze Land scheint in Schnee und Eis festgefroren zu sein. Die Nächte werden immer Kälter und mir ist schon ein Ferkel nachts erfroren. Einfach so. Aber das war eh so mager, es wär eh nicht durch den Winter gekommen, selbst wenn es ein Milder gewesen wäre.

In der Yulnacht habe ich mich entschieden meine Schweine heimlich nach Hoimarshold zu bringen, damit die Ferkel nicht erfrieren und damit meine Leut was zum Fressen ham. Selbst Schweini brachte ich ins Gatter meines Vaters. Ungern lies ich es zurück. Aber in meinem Herzen lodert etwas Grausames, was ich nicht zu beschreiben vermag. Ich träumte wieder von meiner Mutter. Ich sah wie sie im blutigen Schnee lag. Im Traum lief ich zu ihrem reglosen Körper und da riss sie die Augen auf. Sie waren schal und leer und das Blaue ihrer Augen war zu einem Eisbrocken gefroren. Ihre Haut war bleicht und kalt, das Feuer in ihrem Herzen war erloschen. Plötzlich kam ein schreckliches Geräusch aus ihrer Kehle, sie riss die Arme hoch und begann mich zu würgen. Ihre eiskalten Finger umfingen meinem Hals und drückten unerbittlich zu. Ich riss mich los und rannte los. Aus dem Traum gerissen und dem Wahnsinn anheim fallend lief ich weiter noch, als mich meine Füße hätten tragen können. Tränen liefen mir übers Gesicht, die sofort gefroren. Die Trauer trieb mich wieder fort vom Ort der Vergangenheit und hinein in den Wald. Doch ihr Blut und die kalten Augen hatten sich in meinem inneren Auge fest gebrannt. Irgendwann fand ich mich wieder, tief im Wald. Ich schrie und weinte. Meine Sinne schwanden immer wieder und irgendwann durchbrach der Schmerz aus meinem Herzen und der Baum an dem ich erschöpft zusammengebrochen war, ging in Flammen auf. Vor Schreck wich ich zurück, doch das Feuer breitete sich rasend schnell aus, bis der Baum brennend zu Boden stürzte und auf den nebenstehenden Baum fiel, der auch sofort in Flammen aufging.

Ich stand wie gebannt in mitten brennender Bäume und konnte es kaum fassen, dass bei so einer Kälte überhaupt ein Ästlein hätte brennen können.

Ich muss nicht ganz bei mir gewesen sein, denn das Feuer hatte mich umkreist und ich war gefangen. Die Angst packte mich und ich versuchte zu entkommen. Die Hitze schlug mir ins Gesicht und versenkte mein Haar. Ich bekam kaum Luft, ich dachte ich würde ersticken. Ich kroch auf allen Vieren vorwärts. Die brennende Luft schnürte bei jedem Atemzug meinen Brustkorb ein. Ein brennender Ast traf mich am Kopf und warf mich gänzlich zu Boden.

Als ich am nächsten Morgen erwachte, stieg mir der Dampf verbrannten Haares und Fleisches in die Nase, meine Haare waren verbrannt und mein Gesicht schmerzte. Meine Hände rauchten, aber ich lebte. Ich setzte mich auf und blickte mich um. Neun Baumstümpfe kohlten noch, der Schnee war schwarz von der Asche und der Rauch stieg immer noch gen Himmel. Doch da oben, hinter dem Hochnebel war die Sonne und sie blickte stumpf auf mich herab und gab mir Mut.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen zwischen Samhain und Imbolc (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Wenn der Glaube sich selbst nicht glaubt…

Wenn der Glaube sich selbst nicht glaubt…

Winternacht Teil 3

‚Fräulein Müller, sie glaum des doch selber net, dass wir erna des abnehmen!‘ schrie ihr der bierbäuchige Polizeiobermeister der örtlichen Behörden feucht ins Gesicht.

Sie wischte sich seine Spucke aus dem Gesicht und blieb dabei an ihrer Nase hängen. Schmerzverzerrt verzog sie das Gesicht, sie hatte vergessen, dass ja ihre Nase gebrochen war.

‚Zum hundertsten Mal, sprechen Sie bitte mit meiner Abteilung oder lassen Sie mich an meinen Wagen, da ist mein Dienstausweis!‘ meinte sie in einem monotonen Singsang. Sie hatte diesen Satz wirklich schon hundert Mal gesagt.

Ein junger Polizist kam zur Tür herein, legte dem Polizeiobermeister ein Fax hin und verschwand gleich wieder.

Der Polizeiobermeister schrie sie wieder an: ‚Sie ham ihren Arztbericht in die Interne faxen lassen!‘ Er schnaubte vor Wut und wechselte mehrmals die Farben von rot zu weiß.

‚Ja, auch wenn Sie es kaum glauben wollen, so wie es in den Vorschriften steht. Wenn Sie mich nun bitte in meine Zelle führen würden, bis die Kollegen da sind. Herrn Polizeiobermeister!‘ sagte sie schnippisch und hielt ihm die Hände hin, damit er ihr Handschellen anlegen konnte.

‚Wenn ses auf ‚d harte Tour woin, des hama glei…!‘ meinte er im Aufstehen. Er griff an seinem Gürtel, löste die Handschellen und ging um den Schreibtisch herum. Mit einem Ruck zog er sie hoch und stieß sie unsanft gegen die Wand. Er bog ihr die Hände auf den Rücken und befestigte die Handschellen besonders grob an ihren Handgelenken. Mit seinem Bierbauch pinnte er sie dabei an die Wand und durchsuchte sie, dabei konnte sie seinen Atmen auf ihrem Hals spüren. Den Würgereiz unterdrückend schossen ihr ein paar Tränen in die Augen. Sie blinzelte und sah ein Fahndungsbild direkt vor ihrer Nase. Er hatte sie förmlich mit der Nase drauf gestoßen, sie lehnte mit dem Gesicht gegen eine Pinnwand mit Vermisstenanzeigen. Das Bild brannte sich durch ihre Netzhaut in ihr Gehirn. Hariolf Otterbein, Patient eines örtlichen Sanatorium, wurde vor drei Monaten als vermisst gemeldet. Auch ohne Bart und mit Frisur erkannte sie seinen Blick, der auf dem Foto weniger verrückt zu sein schien. Aber er war es, der verrückte Irre.

Sie wurde in eine Zelle gebracht, dort saß sie eine Zeit lang mit auf dem Rücken behandschellten Armen und rauschenden Kopf. Wo war der Fehler. Da muss irgendwo ein Fehler sein. Sie kam nicht drauf, wo der Knackpunkt an dieser Geschichte war. Und ihr fiel einfach nicht ein, was in der Zeit passiert war, zwischen dem Eintreffen des Dr. Brock und dem Morgen, als sie gefesselt auf dem Tisch aufgewacht war. Die Ärzte hatten ihr zwar erklärt, was theoretisch geschehen war, aber sie konnte sich einfach an nichts erinnern und sie wusste nicht, ob diese Unwissenheit nun besser war für sie oder ob es alles noch viel schlimmer machte, ahnungslos zu bleiben.

Ein Schlüssel würde ins Schloss gesteckt und umgedreht. Von dem Geräusch schreckte sie aus ihren wirren Gedanken. Noch bevor die Zellentür aufschwang, hatte sie sich einigermaßen gesammelt. Der junge Polizist stand in der Tür und kam zögernd in die Zelle. Zaghaft half er ihr auf und brachte sie wieder in das Büro des Polizeiobermeisters. Im Zimmer saß ihr Abteilungsleiter auf dem Sessel des Polizeiobermeisters und der Polizeiobermeister machte gerade Anstalten zu gehen. Beide waren wohl nicht gerade begeistert von den Geschehnissen.

‚Was soll denn dass bitte? Machen sie sofort die Handschellen auf!‘ befahl ihr Abteilungsleiter in seinem üblichen scharfen Ton. Es ging einfach runter wie Öl, weil sie ausnahmsweise mal nicht von ihrem Chef angeschrien wurde.

Er war aufgestanden, schritt an ihre Seite und wartete bis alle anderen den Raum verlassen hatten. Dann legte er ihr einen Zettel auf den Tisch, berührte eine Sekunde lang ihre Schulter, wand sich ab und ging wieder zurück, um sich auf den Bürostuhl zu setzen.

Ihre Handgelenke reibend las sie was auf dem Zettel stand. ‚Bitte vergiss was ich dir in den nächsten 10 Minuten an den Kopf werfe! Wir reden im Wagen!‘

Im Aufblicken versuchte sie zu lächeln, es gelang ihr aber nicht. Tief einatmend griff er über den Tisch, nahm den Zettel, faltete ihn ordentlich und steckte ihn in die Innentasche seines Jacketts.

‚Frau Müller, wollen Sie mich verarschen? Sie zerhacken einen vermissten Irren mit einer Axt und glauben dann, dass ich in dieses Kuhkaff geeilt komme, um ihnen aus der Scheiße zu helfen!‘ Er machte eine Pause und grinste sie schuldbewusst an, bevor er fort fuhr. ‚Wie Notwehr? Notwehr! Sie haben den armen Irren zerstückelt, mit einer Axt, vorher wollten sie ihn grillen. Das ist am Arsch keine Notwehr.‘ Wieder machte er eine Pause und blickte sie dabei entschuldigend an.

‚Wie sexuelle Belästigung? Vergewaltigung, ja genau? Was weiß ich, was sie mit dem armen Irren da auf der Hütte getrieben haben.‘ Die nächste Pause war für ihn schlimmer als für sie, obwohl ihr bereits die Tränen aus den Augen schossen. ‚Ich muss ja wohl nicht erwähnen, dass Sie suspendiert sind und dass sie nicht nur ein Verfahren am Hals haben, Frau Müller! Alles weitere klärt der Staatsanwalt.‘ Mit Beendigung dieses Satzes war er wieder an ihrer Seite, berührte diesmal etwas länger ihre Schulter und hielt ihr seine Handschellen vor die Nase. Willenlos hob sie die Hände und lies sich erneut fesseln. Die Tränen liefen ihr über ihre Wangen, als sie von ihrem eigenen Abteilungsleiter aus der Polizeistation geführt wurde. Unsanft wurde sie in seinen Dienstwagen gestoßen, dabei hatte er ihr unbemerkt die Handschellen wieder geöffnet. Als sie sich im Wagen langsam aufrichtete, schnallte er sie liebevoll an. Sie bemerkte, dass seine Hände dabei zitterten. Erst im Auto löste sich dieses makabere Schauspiel auf.

‚Um Himmels Willen, Emma. In was für eine Scheiße bist du da geraten? Dieser Irre war schon seit Monaten vermisst und dieser Dr. Brock ist aus dem Krankenhaus geflohen, noch bevor wir ihn verhören konnten. Ich habe den Arztbericht gelesen, Emma. Es tut mir leid. Ich genehmige dir nie wieder Urlaub, wenn die Sache hier vorbei ist, ja! Was haben die Ärzte noch gesagt?‘ er blickte mit einem sorgenvollen Blick nach hinten, während er mit einem Affenzahn aus dem Ort auf die Landstraße bretterte.

‚Ähm, das war’s wohl mit der Familienplanung…ich kann mich an nichts erinnern. Mir fehlen ungefähr 5 Stunden.‘ stotterte sie. ‚Ich kann mich einfach an nichts erinnern!‘

‚Okay, ich hoffe, dass du diesen Dorfbullen nichts davon erzählt hast? Sonst haben wir vor Gericht mit Notwehr keine großen Chancen.‘

‚Was heißt hier eigentlich wir?‘ fragte Emma.

‚Hey, Emma. Ich lass Dich jetzt nicht hängen. Okay!‘ meinte er wieder in seinem Befehlston, dabei drehte er sich wieder mit dem Kopf nach hinten und blickte sie einen langen Moment lang ernst an. Dieser Satz wäre nicht weniger irritierend gewesen, wenn sie ihn nicht besser kennen würde. Er war ihr Abteilungsleiter in der Internen Abteilung und sie hatten vor einem Jahr eine kurze Affäre, die sie schlauerweise schnell beendet hatte, bevor irgendjemand davon Wind bekam. Sie waren beide zu sehr Profis in ihrem Beruf, als dass dies irgendeine Auswirkung auf ihre tägliche Arbeit gehabt hätte. Und gerade jetzt schaut er sie wieder so an. Gerade jetzt nach diesem Horrortrip.

‚Emma, ist es denn in Ordnung, wenn ich dir helfe?‘ fragte er kleinlaut.

‚Ähm… ja… natürlich… Danke… Rutger. Das ist lieb von dir! Danke!‘ erwiderte sie völlig erschöpft.

Plötzlich bremste er und fuhr rechts ran. Wie von einem Blitz getroffen sprang er aus dem Auto, rannte außen um das Auto herum und riss die Tür auf, hinter der sie saß.

‚Tut mir leid! Ich hab…!‘ meinte er und sie verstand nicht was er meinte. Vorsichtig griff er nach den offenen Handschellen, die er mit samt den Armen unter dem Gurt eingeklemmt hatte. Er befreite sie davon und half ihr aus dem Auto. Ohne ein weiteres Wort nahm er sie in den Arm und drückte sie. Ihre Knie gaben nach und sie sackte kraftlos in seine Umarmung. Liebevoll bugsierte er sie auf den Beifahrersitz und schnallte sie wieder an. Die Handschellen blieben auf dem Rücksitz liegen. Er erklärte ihr, wo er sie hinbringen würde und dass er einen sehr guten Anwalt für sie hatte, aber davon bekam sie nur noch Wortfetzen mit. Während er das Auto über die Autobahn Richtung der großen Stadt heizte, schlief sie bereits tief und fest, immer noch ahnungslos. Sie hatte aufgehört über die fehlenden 5 Stunden nachzudenken.

Wenn der Morgen graut…

Wenn der Morgen graut…

Winternacht Teil 2

Sie wurde wach und konnte sich nicht bewegen. Ihr ganzer Körper war taub und sie hatte Raureif in Ge

sicht. Erst als sie langsam die Augen öffnete, erkannte sie, dass noch viel mehr nicht stimmte, als nur die Temperatur in der Hütte. Sie saß auf der Bank und ihre Arme waren auf dem Rücken gefesselt und sie hatte verdammt nochmal Raureif im Gesicht. Langsam drehte sie den Kopf und blickte im Raum umher. Ihr nächtlicher Besucher lag auf dem Kanapee und schlief, neben ihm lehnte die Axt auf dem Boden und auf dem Boden war Blut. Verdammt viel Blut. Schläft er wirklich? Sein Brustkorb hob und senkte sich. Sie grübelte darüber nach, was gestern Nacht noch geschehen war, nachdem sie den fremden Herrn Brock eingelassen hatte. Und um so mehr sie grübelte, um so weniger konnte sie sich erinnern. Hinter ihr ging die Tür auf und ein Schwall eisig kalter Luft kam in den ohnehin viel zu kalten Raum. Sie konnte nicht erkennen, wer die Hütte betreten hatte.

Eine krächzend lachende Stimme kam vom Eingang der Hütte. ‚Das Täubchen hat das Feuer ausgehen lassen!‘ Sie konnte ein paar schlürfende Schritte hören und dann traf sie ein heftiger Schlag ins Gesicht. Von der Wucht wurde sie hoch geschleudert und stieß mit dem Kopf gegen die rückwärtige Wand. Wo sie bewegungslos liegen blieb. Benommen versuchte sie sich von der noch unangenehmeren Haltung zu befreien. Aber ihr eigenes Gewicht drückte so auf ihre Arme, dass sie ihren Körper kaum hoch hieven konnte. Jemand packte sie am Hals und zog sie hoch. Dabei stießen ihre verkrampften Beine gegen die Tischkante.

‚So, Täubchen. Vielleicht willst du mir ja jetzt sagen, was du mit dem sauberen Herrn Dr. Brock zu schaffen hast?‘ kreischte die Stimme ihr nun direkt ins Gesicht. Sie konnte seinen stinkenden Atem riechen. Ihre Sinne schwanden wieder, bis sie ein weiterer Schlag wieder aus der nahenden Ohnmacht riss.

Als sie ruckartig die Augen öffnete, kam auch der Schmerz. Der letzte Schlag musste ihre Nase gebrochen haben, aus der nun Blut lief. Sie blickte in das Gesicht ihres Peinigers. Ein wilder Mann mit zerzausten Haaren und einem ungepflegten Bart starrte sie mit dem ihm eigenen, irren Blick an. Und sein Blick passte so unmissverständlich zu seiner Stimme, dass sie sich jetzt auch nicht mehr wunderte, warum er sie aus unerfindlichen Gründen schlug. Dieser Mann war einfach verrückt. Und was zum Teufel macht dieser Verrückte in ihrer Hütte. Diese Abscheu die sie nun empfand, spie sie ihm ins Gesicht. Mit ihrem Speichel spritze auch eine Ladung Blut mitten in sein Gesicht. Wie es schien, freute er sich darüber, dass sie ihn angespuckt hatte. Er lies einfach von ihr ab und widmete sich nun dem ominösen Herrn Dr. Brock. Sie war wieder auf die Bank zurückgefallen und lag nun quer auf der Bank, mit dem Kopf halb unter dem Tisch. Hinter ihr auf der Bank lag etwas. Sie versuchte mit den gebundenen Fingern danach zu greifen. Gott sei dank, es war ihr Nähzeug. Nun versuchte sie lautlos das Nähtäschchen zu öffnen und suchte nach dem Auftrenner. Dieses kleine Trennmesser konnte nun ihr Leben retten. Da war es ja! Während sie mit dem Trennmesser versuchte ihre Fesseln zu durchschneiden, beobachtete sie den Irren und den ominösen Dr. Brock.

Der Irre hatte sich behutsam an den Rand des Kanapees gesetzt und betupfte die Stirn des Dr. Brock mit einem Küchenhandtuch. Er hatte bereits das Feuer wieder entzündet und Wasser aufgestellt. Der Wasserdampf und der Rauch vom Ofen machte die Szenerie noch unwirklicher. Aber als dann die Sonne aufging und die ersten Strahlen durch die gefrorenen Scheiben schien, konnte sie nur noch den aufgewirbelten Staub, den Rauch und den Wasserdampf sehen, aber nichts von dem was sich nur drei Meter von ihr entfernt abspielte.

‚Dr. Brock, es wäre nicht nötig gewesen mich verletzen zu wollen. Ich hätte Ihnen nichts getan. Aber Sie haben es so gewollt. Sie haben mich förmlich darum gebeten ihnen die Hand abzuschneiden, die Sie gegen mich erhoben haben, Dr. Brock!‘ die Stimme des Irren hörte sich erschreckender Weise richtig fürsorglich an.

‚Hariolf, ich wollte dich nicht verletzen.‘ flüsterte Dr. Brock geschwächt.

‚Ihre Axt hatte mich nur knapp verfehlt, Dr. Brock. Ich habe Ihnen alles anvertraut und wie danken Sie es mir. Sie haben es dem Täubchen erzählt… Sie haben es dem Täubchen erzählt….Sie haben es dem Täubchen erzählt…!‘ wiederholte der irre Hariolf, immer und immer wieder, so dass Dr. Brock es kaum schaffen konnte, ihn mit seiner schwachen Stimme zu unterbrechen.

‚Hariolf, ich brauche ärztliche Versorgung, sonst verblute ich!‘ stammelte Dr. Brock.

Sie hörte wieder diesen schlürfenden Gang. Dann öffnete jemand den Ofen. Dieses quietschende Geräusch kannte sie nur zu gut. Durch den Rauch konnte sie etwas Glühendes sehen. War das der Kohlenschieber? Eine Minute später konnte man nur noch einen gellenden Schrei hören, der sogar weit ab der Hütte, noch das Wild aufschreckte.

Nachdem der Schrei verstummt war, war gar nichts mehr zu hören. Sie hatte innegehalten und lauschte mit geschlossenen Augen. Nichts. Kein Atmen. Keine Bewegung. Nur das Prasseln und Knacken des Ofens. Sie konzentrierte sich noch mehr, aber da war nichts. Vorsichtig öffnete sie die Augen. Da war wieder nur der aufgewirbelte Staub und die Sonnenstrahlen im Raum. Dieser Irre würde sie einfach umbringen, einfach so. Weil sie das Täubchen war, das zur falschen Zeit am falschen Ort war. Die Ironie dabei war nur, dass sie auf diesen Berg geflüchtet war, um endlich ihre Ruhe zu haben vor den ganzen Verrückten in der großen Stadt. Und jetzt würde sie von einem völlig Irren einfach abgeschlachtet werden. Nein. Das war nicht das, was sie sich noch vor ein Paar Stunden für ihr weiteres Leben zu recht gerückt hatte. Lautlos versuchte sie sich weiter von ihren Fesseln zu befreien. Obwohl es immer noch eisig kalt in der Hütte war, stand ihr, von der Anstrengung sich nahezu bewegungslos befreien zu wollen, der Schweiß auf der Stirn und ihre Hände wurden ganz feucht, so dass sie den Auftrenner kaum noch festhalten konnte.

Eine Wolke schob sich vor die Sonne und sie konnte den Irren sehen, wie er den glühenden Kohlenschieber hoch hielt, ihn in der Hand drehte und ihn aufmerksam beobachtete. Er machte einen Schritt in ihr Richtung. Nun konnte sie diesen süßlichen Geruch wahrnehmen. Der Geruch brennenden menschlichen Fleisches. Er musste dem Dr. Brock seine Verletzung ausgebrannt haben. Bei solchenen Schmerzen wäre es kein Wunder, wenn dieser Dr. Brock nun auch völlig verrückt geworden wäre oder einfach an dem Schock gestorben wäre. Der Irre stand nun vor ihr und hielt ihr das glühende Metall vor die Nase.

‚Kannst du sein Fleisch riechen?‘ fragte er sie. ‚Ich kann sein Fleisch riechen!‘

Noch verrückter ging es ja wohl nicht. Das würde ihr nie jemand glauben. Ihre Fesseln begannen sich langsam zu lösen. Der Irre kam ihr mit dem Kohlenschieber gefährlich nahe und sie konnte sich der Gefahr nicht entziehen. Der Raum war hinter der Bank zu Ende und wenn sie sich von der Bank stürzen würde, dann saß sie unter dem Tisch in der Falle. Jetzt war es an der Zeit ein Stoßgebet an Universum zu schicken.

Wie in einem schlechten Horrorfilm begann der Wasserkessel an zu pfeifen, als das glühende Metall nur noch wenige Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt war. Der Irre erschrak und lies den Kohlenschieber fallen. In dem Moment schnellte ihre Hand unter ihr hervor und sie fing den Kohlenschieber auf, bevor er allzu viel Schaden in ihrem Gesicht anrichten konnte. Der Irre hatte sich aber schon abgewandt und war zum Herd geschlürft um den Lärm abzustellen. Mit einen Satz kam sie zum Stehen, strauchelte und stolperte Richtung Kanapee. Der Irre drehte sich um, er hatte den Wasserkessel in der Hand. Sie holte aus und warf den Kohlenschieber nach ihm. Sie traf ihn mitten im Gesicht. Es zischte drei mal. Das Zischen als der glühende Kohlenschieber in seinem Gesicht auf traf und sich in sein Fleisch brannte. Der fallende Wasserkessel, der seinen heißen Inhalt auf seine Füße ergoss und durch diese Verkettung der Ereignisse kam auch der Irre ins Straucheln und stütze sich am Ofen auf, um nicht rücklings zu stürzen. Der Ofen brannte sich in seine Hände. Das war ihre Chance. Sie packte die Axt, die zu ihren Füßen lag und schlug auf den Irren ein. Es ging alles so schnell, dass er sich kaum wehren konnte. Sie schrie und schlug unzählige Male auf ihn ein, bis sein blutiger Leib langsam zu Boden glitt.

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