Das Sexualverhalten eines Gottesanbetermännchen

Das Sexualverhalten eines Gottesanbetermännchen

Bei der Begattung von Gottesanbeterweibchen kann es vorkommen, dass das Gottesanbetermännchen ganz oder teilweise verspeist wird. Wobei dieser Kannibalismus der Fortpflanzung an sich nicht im Wege steht. Gut dem Männchen vielleicht, aber die eigene Art ist dadurch nicht gefährdet. Nachdem Verspeisen werden dann irgendwann Eier gelegt und dann geht wieder alles von vorne los. Jetzt ist es so einem Gottesanbetermännchen gar nicht bewusst, dass er auf dem Höhepunkt seines Lebens, der auch sein Einziger sein wird, von seinem verfressenen Weibchen ganz oder teilweise verspeist wird. Wenn er dies nun ahnen würde, würde er einen ejaculatio praecox vorziehen und sich dann vor dem Verspeisen verpissen. So ein vorzeitiger Samenerguss kann natürlich im Tierreich einem gewitzten Gottesanbetermännchen das Leben retten. Der Gottesanbetermann ist quasi gerade noch seiner hungrigen Frau entkommen, um dann wenig später von einem Raubvogel gefressen zu werden. Wissenschaftler würden das nun wieder Evolution nennen. Aber ob dieses vorzeitige Kommen nun auch die Erhaltung der eigenen Art garantiert, kann ich an dieser Stelle nicht ergründen. Das vorzeitige Kommen hat in diesem Falle nur den eigenen Tod um ein paar Minuten heraus gezögert. Aus der Sicht des Gottesanbeterweibchen hat diese Performance nicht im Mindesten rentiert, jetzt ist sie völlig unbefriedigt und hungrig und muss jetzt trotzdem ihre Brut ablegen. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass nach so einer Aktion, so ein Gottesanbeterweibchen, noch mit den Eiern im Bauch verhungert ist, nur weil sich dass Männchen noch vor Vollendung der Hauptsache (nämlich den weiblichen Orgasmus, sofern man bei Insekten von einem Orgasmus reden kann!) einfach verpisst hat. Und zum Essen gab es eben auch nichts. Als würde ein Gottesanbeterweibchen angefickt nochmal losziehen um sich einen neuen aufzureißen.

So können wir diesen Bericht vom merkwürdigen Sexualverhalten aus der Gattung Gottesanbeter und Gottesanbeterinnen mit dem Fazit enden lassen, dass ein ejaculatio praecox nur in den wenigsten Fällen sinnvoll ist und ansonsten im Endeffekt bei beiden Geschlechtspartnern zum Tode führen kann, früher oder später.

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