Rätien – Winter 230 – Priapus Fieber

Rätien – Winter 230  – Priapus Fieber

800PX-~1Der Centurio blieb den restlichen Tag und die ganze Nacht an der Seite seines Schützlings. Er hatte damit zu kämpfen, dass dem jungen Burschen genug Flüssigkeit eingetrichtert wurde, dass die Beinwickel immer wieder gewechselt wurden. Und all die Arbeiten, die Roar sonst nebenher erledigte. Dem Centurio wurde dass nur zu gut bewusst, nicht nur die große Leere die in seinem Herzen zurückbleiben würde, nein er war ohne diesen Jungen ernsthaft aufgeschmissen. Der Raum wollte einfach nicht warm werden, egal wieviel Kohle er in die Kohlefässer warf.

Ask und Kjeld kamen abwechslungsweise mit Tee und sahen nach dem Rechten. Und Ask kümmerte sich um die Feuer und es wurde endlich warm im Raum.

Insgeheim musste er zugeben, dass die Arbeit eines Heiler auch ganz schön anstrengend und nervenaufreibender war, als jede Schacht, die er bis jetzt erlebt hatte.

Im Großen und Ganzen hatte er viel gelernt in den letzten Stunden. Doch die Nacht war noch nicht vorüber und das Fieber stieg immer noch.

Roar murmelte wirres Zeug im Schlaf. Der Centurio war kurz davor ihn an Bett zu fesseln, weil dieser kleine Bastard im Fieber umsich schlug. Dass das Fieber endlich sankt, bekam der Centurio schon längst nicht mehr mit, er war in sich zusammengesunken neben Roar sitzend eingeschlafen, noch bevor die Sonne im Begriff war aufzugehen.

Roar wurde wach als das Gewicht des gewaltigen Körpers seines Herren auf seine Beine sank. Er war ziemlich benommen und konnte sich erst mal gar nicht bewegen. Seine Arme waren unter einer wollernen Decke neben seinem Körper und durch die plötzliche Last auf seinem Körper war er förmlich fixiert.

Sein Centurio hatte sich nicht damit aufgehalten sein Händchen zu halten, nein er hielt ihn mit der Wolldecke regelrecht gefangen. Er fühlte sich merkwürdig erregt und schob es erst auf den Schlafmohn. Aber das musste schon Stunden her sein, als die Herrin der Quelle ihm Mohnsaft gegen die Schmerzen gegeben hatte. Er regte sich und blickte den Centurio an, wie er so halb auf ihm lag.

Und das was ihm die Hitze in den Kopf steigen lies war nicht das Fieber, dass hatte er mehr oder weniger überwunden. Nein, sein Herr und Centurio lag mit dem Gesicht in seinem Schoss. Die Pferdeherrin wäre weniger begeistert als Priapus. Und genau zu ihm betete er inständig, dass der Centurio nicht in diesem Moment erwachen würde, weil nur noch die Wolldecke das trennte, was in seiner Körpermitte so sinnig loderte und freudig erregt dem Centurio gegen das Gesicht drückte.

Oh, wäre nur die Decke nicht, dachte Roar. Aber gut, dass die Decke dort war wo sie war, weil dass was er im Sinn hatte, würde der Centurio eher mit ihm machen wollen, als es selbst zu tun. Es musste eindeutig das Fieber sein. Von der Feuerstelle kam kaum noch ein Schimmer zu ihnen hinüber und die Öllampe flackerte nur noch gelegentlich.

Der Centurio begann zu zittern und Roar fasst sich ein Herz, wurschtelte sich frei und drehte sich auf die Seite. Der Schmerz der auf seine Bewegung folgte lies ihn seinen geschwollenen Schaft für einen Moment vergessen, doch stöhnte er wie ein alter geiler Bock. Er bekam eine Hand frei und presste sie gegen seine Wunde. Er atmete schwer. Der Centurio war von seinem Schoss gerutscht, wurde augenblicklich wach und schreckte hoch.

Die hastige Bewegung seines Herren, brachte ihn fast zum Schreien, da er mit deinem Arm seine Wunde gestreift hatte.

Beruhigende Laute kamen dem Centurio über die Lippen, als er aufstand, um ein paar Brocken Kohle nachzulegen und die Lichter wieder zu entzünden.

Dann trat er ans Bett zurück und flüsterte, während er Roar hochhalf um ihm im selben Moment kalten Tee einzuflößen: ‘Du musst viel trinken.’ Dann fuhr er ihm über die Stirn und fuhr fort. ‘Dein Fieber scheint zu sinken.’

‘Doch fühle ich mich nicht so, als wäre ich übern Berg.’ flüsterte er und grinste angestrengt. Ihm fielen immer wieder die Augen zu. Doch er schaffte es noch nach der Hand seines Herren zu greifen, bevor kurz seine Sinne schwanden.

Als er wieder hochschreckte, saß der Centurio immer noch an Ort und Stelle und gähnte.

Kraftlos versuchte er seinen Herrn dazu zu bewegen, sich hinzulegen, was ihm nicht gelangt.

‘Herr, ihr schlaft ja schon im Sitzen ein, legt euch doch hin, es ist ja schließlich euer Bett.’

Nun schreckte der Centurio hoch und tat was ihm geheißen. Wie unter einem Bann stehend legte er sich neben Roar, jedoch ohne seine Hand aus der Umklammerung zu lösen. Der Junge musste die Zähne zusammenbeißen, um nicht vor Schmerz laut aufzuschreien, als der Centurio näher rückte. Statt zu schreien stöhnte er: ‘Herr!’

Kurzerhand stand der Centurio wieder auf, ging um das Bett herum, um sich auf der anderen Seite des Bettes wieder hinzulegen. Als er Roar nun in den Arm nahm, waren die Schmerzen halbwegs erträglich.

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Rätien – Winter 230 – Im Fieber

Rätien – Winter 230

Im Fieber

800PX-~1Es dauerte einen Moment bis Roar halbwegs bei Sinnen war, er öffnete den Mund und nach einem ziemlich langen Moment krächzte er: ‚Herr, hab ich Euch Schade gemacht!‘

‚Nein Roar, du bist scheinbar nicht kaputt zu kriegen.‘ versicherte ihm sein Centurio lächelnd.

‘Ja, es ist nicht deine Bestimmung im Bett des Centurio zu sterben.’ flüsterte Valeria in dem Moment als sie mit dem Verband fertig wurde.

Sie bedeckte liebevoll seine Blöße und meinte dann: ‚Ich hab dir Mohnsaft gegeben, gegen die Schmerzen.‘

Es dauerte eine Weile, bis ihm klar wurde, das er, von dem Verband und der Decke mal abgesehen, splitterfasernackt war, was ihm ohne Umschweife die Schamesröte ins Gesicht trieb. Wie zu einer Salzsäule erstarrt blickte er sie an und sein Verstand driftete einen Moment in eine andere Welt ab.

Im nächsten Moment war er wieder völlig wach und er flüsterte dem Centurio zu, während er einerseits versuchte, sich die Decke bis zum Kinn hochzuziehen und anderseits den Kopf des Centurio näher zu seinem Mund zu ziehen. Dann begann er so leise zu flüstern, dass selbst der Centurio ihn kaum verstand, obwohl er die trockenen Lippen seines Gefährten an seinem Ohr spüren konnte. ’…würd gern was anziehen…doch nicht nackt sein… die Eponageweihte im Raum ist!’

‘Dein Bruder bringt dir bestimmt bald was zum Anziehen.’ meinte der Centurio sanft zu ihm und half ihm dabei, sich von der Herrin der Quelle wegzudrehen.

‘Er muss viel Trinken!’ meinte sie und goss einen Becher mit Tee ein und fuhr dann fort: ‘Ich geh mal Schnee holen, damit wir kalte Wickel machen können, bevor das Fieber ihn völlig im Griff hat!’ rief Valeria, drückte dem Centurio einen eiskalten nassen Lappen in die Hand und ging dann mit der Waschschüssel raus. Während der Centurio dem Jungen liebevoll mit dem kalten Lappen über die Stirn strich, half er ihm ein Bisschen hoch.

‘Ihr seid böse mit mir?’ stammelte Roar und lehnte sich kraftlos gegen den Oberschenkel seines Herren.

‘Nein, du hast uns nur ein Bisschen Angst gemacht.’

‘Ich werde nicht sterben!’ sagte Roar mit ruhiger und fester Stimme.

‘Was macht dich da so sicher?’ fragte der Centurio, hielt ihm den Becher hin und half ihm beim Trinken.

‘Die Pferdeherrin hat mit mir gesprochen!’ verkündete Roar zwischen zwei Schlucken.

‘Ich weiß, es ist nicht deine Bestimmung in meinem Bett zu sterben!’

Roar griff zitternd nach dem Becher, den der Centurio immer noch in Händen hielt, um ihm Schluck für Schluck beim Trinken zu helfen. Beim letzten Schluck sackte Roar weg und blieb für einen Moment regungslos auf dem Schoss seines Herren liegen. Bevor der letzte Schluck auf seiner Hose landete, wischte der Centurio über den Mund seines treuen Gefährten.

‘Ich werde nicht sterben, ich kann Euch doch nicht verlassen, Dominus!’

‘Ich werd dich nie fortschicken, wenn du bleiben willst!’

Roar öffnete wieder die Augen und flüsterte weiter: ‘Ich würde nicht von Euch fortgehen, selbst nicht wenn der Adler fällt.’

‘Und was ist mit deiner Bestimmung?’

‘Die ist verbunden, mit Eurer!

‘Langsam machst du mir Angst!’

‘Das muss es nicht!’

Die Herrin der Quelle stand schon eine Weile in der Tür und grinste breit: ‚Er fantasiert schon?‘

‚Nein, die Pferdeherrin hat zu mir gesprochen!‘

Während sie mit der Schüssel voll Schnee näher ans Bett trat, murmelte sie mehr ins hinein, als zu den beiden Anwesenden: ‚Ich hätte ihm nicht so viel von dem Mohnsaft geben dürfen, am Ende meint er noch er wäre Cäsar höchst persönlich.‘

Ohne Umschweife schlug sie die Decke zurück und machte ihm kalte Wickel. Ihre Technik kalte Wickel zu machen war so raffiniert, dass der Centurio wie gebannt auf sie starrte, während sie mit Hilfe zweier Tücher den Schnee in den Wadenwickel einrollte und nach Vollendung ihrer Arbeit die Decke wieder zurück schlug.

Roar war mittlerweile völlig weggetreten. Während sie seine Wangen tätschelte, redete sie auf ihn ein: ‚Das Gift wird dich heute Nacht in die Fänge der Unterwelt treiben lassen. Doch Dis wird dich nicht bekommen, hörst du?‘

Dann blickte sie den Centurio besorgt an. ‚Traut Ihr Euch zu, allein die Wickel zu wechseln, wenn der Schnee geschmolzen ist?‘

Der Centurio nickte und versuchte irgendwie zu lächeln. Nachdem es ihm nicht gelang, fuhr er sich mit einer fahrigen Handbewegung über den Mund und sie bemerkte wieder seine zitternden Finger.

‚Ich schau nochmal vorbei und ich schick euch noch einen Trank, Centurio! Noch einen mehr zum Versorgen, brauch ich wirklich nicht.‘

‚Ja,  Domina!‘ grinste er sie an, wurde dann aber sofort wieder ernst, als er fortfuhr: ‚Ich bemühe mich, nicht noch zusätzliche Sorgen zu bereiten!‘

Sie zog nur eine Augenbraue hoch, als sie kopfschüttelnd aufstand und ging.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Ausgewaschen

Rätien – Winter 230

Ausgewaschen

800PX-~1Es vergingen Stunden ehe der Centurio wieder in seine Räumlichkeiten trat und die Herrin der Quelle schien immer noch summend die vergiftete Pfeilwunde auszuwaschen. Auf dem Boden hatte sich bereits eine blutige Pfütze um einen Berg mit blutigen Lumpen ausgebreitet. Sie blickte nur kurz auf und erblickte den Centurio, wie er blutüberströmt im Türbogen stand.

Kjeld tauchte hinter ihm auf. Er hatte eine Schüssel mit Wasser und frische Tücher dabei.

‘Herr, seid Ihr verletzt?’ fragte Kjeld.

‘Nein, Kjeld!’ flüsterte der Centurio, blickte kurz an sich herunter, als wolle er sich vergewissern, dass er wirklich nicht verletzt war. Zögernd schritt er doch in den Raum, um dem Jungen Platz zu machen. Kjeld stellte die Schüssel an die Stelle, wo sonst immer die Waschschüssel des Centurio stand. Erst dann ging er zum Bett und legte die sauberen Tücher ab. Er nahm die blutigen Lumpen und wand sie in der Waschschüssel aus, die noch am Boden stand. Vergebens versuchte er den Boden trocken zu wischen, gab es irgendwann auf, stand mit der mit blutigen Lumpen überfüllten Waschschüssel auf und verschwand wieder.

Der Centurio hatte seine Rüstung bereits alleine ausgezogen und stand nackt vor der Waschschüssel und wusch sich, als Kjeld mit noch mehr Lumpen bewaffnet und frischen Wasser erneut durch die Tür kam.

Er kniete sich vors Bett und wischte den Boden so sauber es ging, dann blickte er auf, sagte aber nichts.

‘Kjeld, mach dir keine Sorgen! Er kommt schon durch. Die Pferdeherrin lässt euch Drei erst aus ihrem Dienst, wenn eure Zeit gekommen ist und dass wird nicht jetzt sein und auch nicht morgen.’ flüsterte die Herrin der Quelle ihm zu. ‘Ich möchte ihm einen Kräuterumschlag machen und etwas von dem Mohnsaft, bevor er aufwacht.’

Kjeld nickte zufrieden und ging ihr zur Hand. Die Beiden arbeiteten stumm Hand in Hand, während der Centurio sich wieder ankleidete, allen Anschein war er nicht wirklich verletzt. Die üblichen Schrammen und blauen Flecken. Unruhe trieb ihn um, er wollte die Herrin der Quelle in Ruhe arbeiten lassen, aber er wollte auch nicht gehen. Wie ein ungeduldiger Bengel, von einem Bein zum Anderen tretend, drehte der Centurio sich fahrig zu ihnen um, er wusste nicht wohin mit seinen Händen. In seinem Kopf tobte noch die Schlacht, seine Finger zitterten und sein Verstand pochte ihm von Innen gegen die Stirn. Doch die Schwere seines Herzens lies ihn an Ort und Stelle verweilen und zu dem verletzten Roar hinüber blicken. Inständig schickte er das ein oder andere Stoßgebet zu den Göttern. Er hatte nie viel gebetet, eher im Namen der Götter geflucht, aber für diesen Burschen würde er seinen Schwertarm den Göttern geben.

Bei den Göttern, er war der Centurio, er könnte sein wo er wollte, er musste niemanden Rechenschaft abgeben, außer den Göttern vielleicht. Und doch stellte er sich grad an wie der letzte Narr.

‘Kann ich was helfen, im Lazarett bin ich nur im Weg!’ stammelte er kleinlaut.

Die Herrin der Quelle blickte auf und lächelte. Sie sagte aber nichts, da plötzlich der Optio in der Tür aufgetaucht war. Alle blickten gleichzeitig auf ihn, denn auch er stand blutüberströmt im Türbogen. Er hielt sich seinen Hals und röchelte. ‘Ist nur ein Kratzer! Ich wollt nur sehen wie es Roar geht!’

‘Kjeld, geh mit ihm und versorge seine Wunde. Holt mich wenn ihr mich braucht. Beim Verbinden kann mir auch der Centurio helfen.’

‘Ja, Herrin!’ rief Kjeld und sprang auf. Valeria blickte ihn finster hinterher und schüttelte unmerklich den Kopf. Dann wand sie sich an den Centurio. ‚Könnt Ihr hin ein Wenig aufheben, damit ich den Verband befestigen kann?‘

Er nickte nur, kniete sich vor sein Bett und hob den Oberkörper seines treuen Gefährten vorsichtig auf. Sie bemerkte, dass seine Hände zitierten und berührte kurz seinen Arm.

‘Es ist jetzt nicht an der Zeit dem bösen Geist Euer Krankheit wieder die Oberhand zu überlassen.’ flüsterte sie ihm eindringlich zu.

Er seufzte nur schwer und versucht inständig seine Hände wieder unter Kontrolle zu bekommen, was ihm nur bedingt gelang.

Mit einem honigsüßen Lächeln auf den Lippen küsste sie dem Centurio auf die Stirn und meinte dann mit einem schelmischen Schmunzeln: ‚Ich hätte nicht gedacht, dass Euch das Schicksal dieses jungen Mannes so bewegt, wo Ihr gerade noch, wie schon unzählige Male davor, in der blutigen Schlacht gekämpft habt.‘

‚Bei Junos Titten. Venus und Mars belieben mit mir armen Narren zu spielen. Jeden Tag, immer wieder aufs Neue!‘

Während die Herrin der Quelle begann den Verband anzulegen, grinste sie den Centurio wieder an und meinte dann trocken: ‚Ihr solltet vielleicht einfach weniger fluchen, werter Centurio!‘

‚Da habt Ihr wahrscheinlich sogar recht, werte Herrin der Quelle!‘ rief der Centurio lauter als er es wollte.

‘Aber eines muss ich Euch jetzt schon mal sagen, an Euch ist wirklich eine hervorragende…!’ witzelte Valeria, wurde dann aber mitten im Satz von Roar unterbrochen, dem plötzlich ein schmerzverzerrter Ton aus der Kehle stolperte und reflexartig versuchte sich aus dem Griff des Centurio zu entwinden.

‚Sch…sch…Roar… Lass die Herrin der Quelle arbeiten.‘ raunzte der Centurio Roar ins Ohr und der Junge reagierte auf die tiefe Stimme seines Herren, indem er ihm den Kopf zu drehte und langsam die Augen öffnete.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Alemannen Gift

Rätien – Winter 230

Alemannen Gift

800PX-~1Im nächsten Moment konnten sie die Tür zur Amtsstube hören. Jemand stürmte in die Amtsstube des Centurio.

‘Herrin!’ konnten sie Ask rufen hören.

Im nächsten Moment stolperte Ask bei der Tür herein: ‘Wir sind auf versprengte Alemannen gestoßen, Roar wurde getroffen.’

Kjeld schleppte Roar zur Tür herein und stöhnte: ‘Der Pfeil war vergiftet!’

Der Centurio sprang auf und half ihm seinen Bruder aufs Bett zu legen. Die Herrin der Quelle hatte sich aufgerappelt und eines der Felle umgedreht, auf denen sie gerade noch gelegen hatte, blickte kurz auf den blutigen Fleck an der Tunika des Jungen und rief: ‘Ihr habt den Pfeil rausgezogen? Habt ihr den noch? Was habt ihr ihm gegeben?’

‘Alles was wir dabei hatten!’ meinte Ask, drückte ihr einige Wasserschläuche in die Hand und wickelte dann einen Pfeil aus einem Stück Leder. ‘Eibe und…!’ Er übergab ihr den Pfeil. Sie roch dran und bevor sie die Zunge ausstrecken konnte, nahm ihr der Centurio mit erhobener Augenbraue den Pfeil weg, um selber daran zu lecken.

‘Eibe und Eisenhut!’ meinte der Centurio.

‘Die Anis-Fenchel-Kümmel-Tinktur hab ich hier!’ rief Ask.

‘Bringt mir frisches Wasser, reinen Alkohol, Hirschweichsel, Arnikablüten und die Tinktur dazu, Mohnsaft, Verbandszeug, heißes Wasser, ein paar Tücher und Schnee! Und eine große Kanne Fencheltee! Außerdem soll der Hufschmied seine Schurhacken suchen!’ rief sie und begann den Jungen aus seiner Gewandung zu schälen.

‘Ihr wollt die Wunde ausbrennen?’ rief Ask aufgebracht, während Kjeld bereits aus der Tür war.

‘Wenn morgen oder übermorgen das Gift draußen ist, ja und jetzt tu‘ was ich dir aufgetragen habe!‘

‘Ich hol frisches Wasser und Schnee, Tücher sind hier!’ meinte der Centurio, der bereits frische Tücher aus seiner Truhe geholt hatte und sich nach der Waschschüssel bückte und dann Ask hinterher hechtete. ‘Ask, wo ist der Optio?’

‘Er verfolgt die versprengten Alemannen, die Berittene sattelt gerade auf!’

Draußen kippte der Centurio das Wasser aus und schippte Schnee hinein. Davon hatten sie ja mehr als genug.

‘Bring du das Wasser und macht was sie euch sagt.’ rief der Centurio und lief wieder hinein. Valeria hatte Roar bereits entkleidet wusch seine Wunde mit dem Wasser der Quelle aus. Blutiges Wasser floss über das Leder des Felles auf den Boden. Dort landeten auch die blutigen Lumpen. Der Centurio machte sich daran seine Rüstung anzuziehen, während die Herrin der Quelle zu summen begann. Er wagte nicht sie zu unterbrechen, bei dem was sie da tat. Doch musste er bald gehen und er wollte doch…

Seine Gedanken wurden von den beiden Jungen unterbrochen, die soeben wieder den Raum betreten hatten. Ask legte die Sachen auf das Tischchen neben dem Bett und wand sich dann zum Centurio, um ihm beim Schließen der Rüstung behilflich zu sein. ‘Euer Pferd steht draußen bereit, Herr!’  

‘Ja Ask! Danke!’ krächzte der Centurio.

Valeria hielt in ihrem Gesang inne und zischte den beiden Jungen zu: ‘Geht ins Lazarett und macht euch nützlich! Ich mach das hier schon!’

Der Centurio räusperte sich, als er im Begriff war gehen zu wollen.

‘Keine Sorge, Centurio! Er wird nicht sterben, die Pferdeherrin braucht ihn noch!’ versicherte sie ihm.

Der Centurio versuchte zu lächeln, was ihm aber nicht wirklich gelang und er ging mit einem beklemmenden Gefühl in seiner Brust.
Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Übel am Morgen

Rätien – Winter 230

Übel am Morgen

800PX-~1Wieder waren ein paar Wochen des Schneeschaufelns vergangen. Im Lazarett gab es fast kein leeres Bett mehr, weil viel zu viele Männer aufgrund der anhaltenden Kälte unter einer schweren Erkältung litten. Die drei Späher, der Hufschmied und die Herrin der Quelle kämpften täglich gegen Fieber und Husten, während die Legionäre draußen gegen die Schneemassen kämpften. Außerdem waren die Benefiziarier im Wald unterwegs und schlugen Holz, wenn sie nicht mit Schneeräumen auf der Straße beschäftigt waren. Während der Centurio und der Optio abwechslungsweise mit ein paar Männern auf die Jagd gingen. Manchmal trafen sie auch auf versprengte Alemannen, obwohl sie tatsächlich eher auf der Jagd nach etwas Essbaren waren.

Das Wasser der Quelle ging eines Nachmittags zur Neige und die drei Späher machten sich wie sooft allein auf den Weg zur Quelle. Der Optio ging am nächsten Morgen auf die Jagd, während der Centurio einen Rundgang durch sein Kastell machte und am Ende seines Rundganges das Lazerett betrat, um nach dem Rechten zu sehen.

Er kam gerade in dem Moment in die Räumlichkeiten des verstorbenen Feldschers, als die Herrin der Quelle würdevoll in einen Eimer spie. Der ganze Raum war gespickt voll mit Tongefäßen, Schalen und Säcken mit Ölen, Fetten und getrockneten Kräutern. Es hingen büschelweise getrocknete Kräuter an Schnüren überall im Raum und der betörende Geruch, der von dem Sammelsorium der Heilkunst ausging, machte ihm einem Moment vergessen, wie es im restlichen Lazarett stank.

‘Varius, wie lange geht das schon so?’ blökte er den Einarmigen an, der gerade mit etwas ganz Anderen beschäftigt war.

‘Mein Centurio, ich kenn mich mit so Frauengeschichten nicht aus, aber morgens war ihr schon mal übel.’

Der Centurio blickte seinen Hufschmied mit einem Gesichtsausdruck an, der keiner weiteren Worte bedarf, aber er sagte es trotzdem: ‘Muss ich denn alles alleine machen, Varius? Und wann wolltet ihr mir davon berichten?’

‘Herr, wir haben hier alle Hände voll zu tun, da hab ich nicht drüber nachgedacht!’ stammelte Varius. Valeria bekam das Gespräch nur sehr gedämpft mit, da sie immer noch mit dem Kopf im Eimer röhrte, wie ein Zwölfender im Frühling. Aber trotzdem dachte sie sich ihren Teil, aber zum Kopfschütteln fehlte ihr entschieden der Platz. Vom Würgen erschöpft legte sie ihren Kopf am Eimerrand ab und versuchte dem Geschehen zu folgen, war ihr aber nur bedingt gelang.

‘Verzeih, werter Varius. Ich weiß um deine wertvolle Arbeit hier im Lazarett und in den Ställen.’ meinte der Centurio fast schon väterlich zu Varius und fuhr fort: ‘Fencheltee und trockenes Gebäck oder Brot sollte helfen, lass es in meine Stube bringen, ich kümmere mich selbst um die Herrin der Quelle.’

Er zupfte einen getrockneten Lavendelstrauß von einer Leine, kniete sich zu ihr runter, nahm ein Tuch und wischte ihr über den Mund. Sie blickte ihn abwesend an, zog ihm aber das Tuch aus den Händen und schnäuzte sich, während er mit einer Hand ihre Haare aus ihrem Gesicht strich und mit der Anderen den Lavendelstrauß in ein frisches Tuch einschlug und ihn zerdrückte. Fast schon liebevoll hielt er das duftende Tuch unter ihre Nase. Sie atmete tief ein und er hob sie hoch und ging mit ihr nach draußen.

Kaum hatte er seine Amtsstube durchschritten, wurde er von einem der Sklaven aus der Küche überholt. Er stellte ein Tablett auf dem Tischchen neben dem Bett ab und blickte den Centurio kurz an.

‘Das ist alles! Es soll jeder, der in der Küche oder in den Ställen gerade nicht gebraucht wird, im Lazarett aushelfen.’

‘Ja, Herr!’ sagte der Sklave, blieb aber doch stehen.

Der Centurio legte die Herrin der Quelle am Bett ab und sie begann wieder zu würgen.

‘Wenn du immer noch rum stehst, bring mir die leere Schüssel da!’ rief der Centurio hektisch und zeigte auf eine leere Schüssel, die neben seiner Waschschüssel stand.

Der Sklave bewegte sich schnell und hielt im nächsten Moment dem Centurio die leere Schüssel hin und begann zu stottern: ‘Verzeiht Herr, die…die… die Herrin… der…der…der…Quäh…!’

Der Centurio hielt ihr die Schüssel unters Kinn und unterbrach das Gestottere des Sklaven. ‘Die Herrin der Quelle wird bald wieder auf den Beinen sein. Es braucht sich keiner Sorgen machen, die Pferdeherrin ist ihr mehr als hold. Aber die Kranken im Lazarett brauchen wirklich jede Hilfe!’

‘Ja Herr, verzeiht Herr!’ rief der Sklave und verschwand sofort.

‘Sogar mit dem Kopf in der Schüssel, bewegt ihr noch die Herzen der Männer.’ faselte der Centurio während er die Schüssel so aufs Bett stellte, dass er einen Moment aufstehen konnte, um auch die Waschschüssel zu holen. Als Antwort bekam er eh nur ein weiteres Würgen ihrerseits zu hören. Er stellte die Waschschüssel auf den Boden, setzte sich auf die Bettkante und hangelte nach einer kleinen Flasche, die nehmen seinem Bett stand. ‘Ich weiß, dass der Hufschmied die trächtigen Stuten immer mit Lavendelöl einreibt, da soll er noch einmal sagen, er würde sich mit Frauengeschichten nicht auskennen.’

Er hatte ihre Stirn und ihren Nacken mit dem Öl eingerieben und hielt dann weiter ihr Haare hoch, bis sie sich wieder einigermaßen gefangen hatte.

‘Der Senator wird euch verstoßen!’ meinte der Centurio, während sie sich an seinem Knie fest klammerte und wieder zu würgen begann. Nachdem nur noch Schleim aus ihrem Mund lief, tauchte er ein sauberes Tusch ins Wasser und wischte über ihr Gesicht. Sie versuchte zu lächeln, was ihr nicht wirklich gelang.

‘Ihr müsst unbedingt versuchen, jeden Morgen etwas zu essen, bevor Euch schlecht wird.’ meinte er wieder und hielt ihr einen Becher mit Tee hin. ‘Fencheltee ist gut für Mutter und Kind!’

Nachdem er ihr den halben Becherinhalt eingeflößt hatte, krächzte sie: ‘Ihr habt mir nicht erzählt, dass Ihr Hebamme wart, bevor Ihr zur Legion gegangen seid!’

‘Ich habe vier ältere Schwestern, die waren irgendwie immer schwanger, bis ich groß genug war, zur Legion zu gehen!’ meinte er und reichte ihr etwas von dem Gewürzbrot.

‘Warum habt Ihr den Optio zu mir geschickt, um mich zu schwängern?’

‘Ich will nicht, dass der Senator Euch bekommt und ich hab gesehen, wie der Optio Euch ansieht!’

‘Das hätte Euch doch egal sein können, Ihr seid der Centurio!’ meinte sie.

‘Wie meint Ihr das?’

‘Ihr hättet es doch selbst tun können!’

‘Es liegt mir nicht viel an Frauen, deshalb musste es der Optio tun.’

‘Weiß er davon?’

‘Der Optio, keine Ahnung, ich denke es ist ihm egal! Aber ich hab gehört, wie es die Spatzen von den Dächern schreien!’

‘Das hab ich noch nicht gehört, obwohl ich die Einzige hier bin, die die Spatzen wirklich verstehen kann.’

Er lächelte sie an und hielt ihr wieder den Becher hin. Sie nahm den Becher und trank, während er die Schüssel mit ihrem Erbrochenen beiseite stellte.

‘Ich will nicht unverschämt sein, aber ich sehe wie Roar Euch ansieht…!’

‘Ja, ich weiß. Ich hab ihn aber nie wirklich angerührt.’

‘Obwohl Ihr es könntet!’

‘Jetzt nicht mehr, er ist ein freier Mann.’

‘Und doch ist er noch an Eurer Seite!’

‘Ich würde ihm nie etwas aufzwingen, außerdem hinderte mich meine Krankheit in den letzten Jahren an dererleih sexueller Eskapaden!’

‘Habt Ihr es seither versucht?’

‘Langsam werdet Ihr wirklich unverschämt!’

Sie lächelte ihn nur an und biss vom Gewürzbrot ab.

‘Ich hab ein wenig Bammel, dass ich wieder einen Anfall bekomme, wenn ich selbst Hand… ähm… außerdem kann ich ihn nicht davon abhalten, vor meinem Bett auf dem Fell von meinem Köter zu schlafen.’ stammelte der Centurio und blickte dabei betreten zu Boden.

‘Wo sind die drei eigentlich, sie sollten doch mit dem Quellwasser schön längst wieder hier sein!’ meinte sie, um das Thema zu wechseln und setzte sich etwas auf.

‘Sie wollten beim Rückweg auf die Patrouille des Optio stoßen, die gerade auf der Jagd sind!’ meinte er besorgt und spitzte die Ohren, er hatte Rufe am Tor gehört.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Brief vom Senator

Rätien – Winter 230

Brief vom Senator

800PX-~1Nach einigen Wochen Winterkälte und Schneegestöber, kam wieder ein Reiter beim Tor herein. Der Optio war mit einigen Benefiziarier draußen unterwegs, um die Straße von den größten Schneeverwehungen zu befreien, während die Legionäre den Graben um den Burgus freischaufelten. Es wäre ein gefundenes Fressen für die Alemannen in das kleine Kastell zu gelangen, wenn die Schneeverwehungen bis über den Rand der Mauer reichen würden.

Es war bereits dunkel geworden als der Optio wieder im Burgus ankam und er wurde gleich zum Centurio gerufen. Sein Mantel war steifgefroren und er könnte weder seine Finger noch seine Zehen spüren, als er die Amtsstube des Centurio betrat.

‘Komm rein und setz dich!’ meinte der Centurio und blickte Roar an, der ihm gerade einen heißen Tee eingegossen hatte.

Roar stellte dem Optio einen Becher hin und goss ihm auch heißen Tee ein, bevor er den Raum verließ.

‘Ein Reiter hat uns einen Brief vom Senator gebracht!’ berichtete der Centurio. ‘Ich will die Worte des Senators gar nicht vorlesen, weil ich es mir weder mit der Pferdeherrin, noch mit allen anderen Göttern verscheißen will, aber ich habe ein Anliegen an dich:’

‘Ja, mein Centurio!’

‘Sorge dafür, dass die Herrin der Quelle ein Kind empfängt.’

‘Bitte was?’

‘Du hast mich schon verstanden!’

‘Der Senator würde sie nicht als Schwiegertochter wollen, wenn sie von den Alemannen geschwängert worden wäre!’

Der Optio blickte seinen Centurio fassungslos an.

‘Nicht dass du nicht jede Nacht bei ihr liegen würdest, dann könntest du sie ja auch vögeln!’

‘Wenn der Centurio es erlaubt, würde ich jetzt gerne gehen!’

Der Centurio nickte unmerklich und fuhr fort: ‘Ich erwarte einen ausführlichen Bericht!’

Der Optio stand wortlos auf, drehte sich um und ging festen Schrittes aus der Amtstube.

Der Centurio blickte auf den Brief des Senators und las nochmal die Stelle, die seinen Entschluss gefestigt hatte, ‘…Es wäre ja nicht tragbar, wenn sie einen alemannischen Bastard in mein Haus bringen würde. Auf so eine Mitgift kann ein Mann meines Standes gerne verzichten. Tut das Nötigste dies abzustellen, ohne jedoch ihre Kraft zu gefährden. Kein normal denkender Römer würde die Pferdeherrin gegen sich aufbringen wollen, nur wegen der Tochter eines einfachen Soldaten…’  dass ihn der Senator mal kreuzweise an seinem haarigen Hintern lecken könne. Mit einer lässigen Bewegung hielt er den Brief des Senator über die Flamme einer Öllampe, stand dann auf und trug den brennenden Brief zu einer der Kohleschalen hinüber. Er behielt den Brief solange in der Hand, bis man keine der gotteslästerlichen Worte des Senators mehr lesen konnte, dann lies er den Brief in die Glut fallen. Kurz stand er noch da und blickte in die Flammen, bevor er wieder zu seinem Tisch ging und sich in seinen Stuhl fallen lies. Seufzend nahm er sich ein Stück Pergament und fing an einen Brief an den Senator zu schreiben.

Als der Optio die Räume des Gästetrakts betrat, saß Valeria mit den drei Spähern vor einer Kohleschale und sie unterhielten sich, bis sich der Optio räusperte. Roar verschwand augenblicklich und die beiden anderen gingen erst, als der Optio sie eindringlich anblickte.

‘Was betrübt dich denn?’ fragte Valeria, als sie seinen Gesichtsausdruck gedeutet hatte.

‘Der Centurio möchte gerne, dass ich dir ein Kind mache!’

Sie lächelte ihn wissend an und strich sich dabei über den Bauch.

‘Weil dich der Senator dich nicht mehr haben wollen würde, wenn du einen Bastard unter dem Herzen tragen würdest.’

‘Ach, das stand in dem Brief!’

‘Du weißt davon?’

‘Ich weiß nur, dass heute ein Botenreiter gekommen ist.’

‘Der Centurio möchte, dass ich mit dir Liebe mache!’

‘Nicht dass wir es nicht fast jede Nacht täten…!’ grinste Valeria und stand auf, um sich vom Centurio zum Bett begleiten zu lassen.

 

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Gesegnet seinen die Pferde

Rätien – Winter 230

Gesegnet seinen die Pferde

800PX-~1Der Hochnebel verdeckte die Sonne, so dass man ihr Vorhandensein nur erahnen konnte.

Und der Nebel, der den Burgus in den trüben Fängen hielt, gefror in der kalten Morgenluft, so dass die kleinen Wassertröpfchen gefroren auf die Erde purzelten und erneut das Leben mit Raureif überzog.

Der Centurio trat vor die Tür und seine Berittene stand bereits parat. Roar stahl sich hinter ihm aus der Tür und lief zum Gästetrakt hinüber. Dort bekam er von seinen Brüdern eine Schüssel mit Wasser in die Hand gedrückt.

Als die Herrin der Quelle ins Freie trat, stach die Sonne durch den Hochnebel und beleuchtete ihren Weg über den Innenhof mit sanften Strahlen. Sie war in helle Gewänder gehüllt, so dass man kaum ihr Gesicht sehen konnte, geschweige denn ihre Haare. Dennoch konnte man ihren Atem in der kalten Luft sehen.

Der Centurio trat vor und rief: ‚Begrüßt unseren Gast.‘

Die Männer schrien wieder ihren Ruf: ‚Ahu!‘

‚Der Optio hat sie aus den Fängen der Alemannen befreit.‘

Es kam wieder dieses: ‚Ahu!‘

Der Optio fragte sich, ob sie wenigstens einmal ‚Ave!‘ schreien würden.

Die Herrin der Quelle ging mit gesenkten Haupt bis zum ersten Pferd in der Reihe und hob eine Hand. Ask wich ihr nicht von der Seite und Roar lief ihr mit der Schüssel in der Hand hinterher, während Kjeld einfach nur neben ihm lief und ihn dabei scheel beäugte.

Sie segnete das erste Pferd, in dem sie ihre Hand in die Schüssel tauchte und dann über die Schnauze des Tieres rieb. Sie lehnte sich gegen den Kopf des Pferdes und schöpfte einen Schluck von dem Wasser aus der Schüssel und gab es dem Tier zu trinken. Diese Prozedur wiederholte sie bei jedem Tier, bis sie bei einem der Reiter, die jeweils neben jedem Pferd standen und das Geschehen neugierig beobachteten, stehenblieb. Keiner von ihnen hatte in den letzten Monaten eine Frau gesehen, geschweige denn eine Eponageweihte. Nur dieser eine schien abwesend in die Ferne zu blicken. Sie tat vor ihn und blickte ihn überprüfend an. Dann streckte sie die Hand nach ihm aus und berührte seine Stirn. Er schwitzte trotz der winterlichen Kälte. Sie gab dem Legionär etwas aus einem Trinkschlauch zu trinken, der ihr von Ask gereicht worden war und strich ihm liebevoll über die fiebrige Stirn.

Der Optio war hinter ihr aufgetaucht und als sie sich von dem Legionär abwandte, meinte sie streng: ‚Dieser Mann ist krank, er hat starkes Fieber. Er sollte das Bett hüten! Ihr habt hier doch ein Lazarett? Kümmert sich keiner darum, wenn ein Legionär krank wird…?’

‘Ein Lazarett haben wir, aber unser Feldscher ist im Sommer an der Ruhr gestorben, der Hufschmied macht seine Arbeit, bis Ersatz geschickt wird.’ berichtete der Optio hastig.

‘Seht Ihr meine Augenbraue? Höher kann ich sie nicht ziehen! Ihr wartet seit dem Sommer auf einen Ersatz, warum seid Ihr nicht früher zu mir gekommen? Jeder Viehhirte hier in der Gegend weiß, wo meine Hütte mal gestanden hat.’ zischte sie ihm zu.

‘Es gab in letzter Zeit nichts was drei gallischen Bastarde und der einarmige Hufschmied nicht wieder hinbekommen hätten.’ meinte er beschwichtigend und ging weiter.

Ein ersticktes ‘Der Einarmige??’ kam aus ihrem Mund gestolpert.

‘Einarmig ist er erst seit dem Herbst!’ verteidigte sich der Optio, obwohl er nicht für die Gesamtsituation konnte, noch nicht mal der Centurio konnte etwas dafür, dass so gut wie nichts mehr aus Rom kam, nichtmal ein einfacher Feldscher.

‘Der Centurio hat bestimmt nichts dagegen, wenn Ihr auch unser Lazarett besichtigt.’ meinte Optio abschließend und blickte hilfesuchend zum Centurio hinüber. Sie ging kopfschüttelnd weiter zum nächsten Pferd, währenddessen der Optio zum Centurio hinüber ging. Bei manchen Tieren rieb sie über den Bauch und meinte immer, wenn sie an dem Reiter des Pferdes vorging: ‚Epona ist euch hold!‘

Sie hatte sich wieder einigermaßen beruhigt, bis sie vor einem Reiter stehen blieb, der eine Weidenrute in seinen Händen trug. Mit einem wütenden Gesichtsausdruck riss sie die Gerte aus seinen Händen, zerbrach sie und warf sie ihm vor die Füße.

Dann zog sie den Mann, der zwei Köpfe größer war als sie, zu sich runter und zischte ihm zu: ‚Wenn du dein Pferd noch ein Mal schlägst, wird die Pferdeherrin dir gewaltig in den Arsch treten.‘

Dann spuckte sie auf den Boden und meinte ablässig: ‚Du hast es gar nicht verdient, dass auch deine Stute trächtig ist.’

Sie segnete die restlichen Pferde und lies sich nicht nehmen das Lazarett zu besuchen. Der einarmige Hufschmid Varius war heilfroh, dass ihm jemand unter die Arme greifen würde, der offensichtlich geschickter war, als er es je wieder sein könnte. Er war mehr als überfordert, seit dem er sich nicht nur um das Wohlergehen der Pferde kümmern musste. Von der Sache mit seinem Arm mal ganz zu schweigen.

Drei und eine Axt – Teil 29

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 29

reiter_neuAinur ritt im Morgengrauen fort und lies Vira in der Jurtentür stehend zurück. Er trieb die Pferde über den Fluss und blickte nicht zurück. Sein Herz war ihm so schwer und er befürchtete nicht gehen zu wollen, wenn er sie sah, wie sie in der Tür stand. Vira liefen ununterbrochen die Tränen übers Gesicht und sie klammerte sich selbst an ihrem Klappenmantel. Als er außer Sichtweite war, fasste sie sich ein Herz, lief zum Gatter hinüber und nahm sich Wenas Pferd. Sie ritt ihm hinterher, so schnell sie konnte. Weit entfernt vom Lager des Khans konnte sie ihn einholen.

‚Ainur warte!‘ rief sie aufgeregt.

‚Vira, mach es mir doch nicht so schwer.‘ meinte er, als er sich endlich umdrehte.

‚Du kannst noch nicht gehen.‘

‚Wieso?‘

‚Die Trauerzeit!‘

‚Wäre das mit Halef nicht passiert, wäre ich bis zum Ende der Trauerzeit wieder da gewesen!‘

‚Bitte geh nicht bevor…!‘ rief sie, schwang sich vom Pferd und ging die letzten paar Schritte zu Fuß. Sie klammerte sich an seinen Arm und versuchte ihn vom Pferd zu ziehen. Dabei ging ihr Klappenmantel auf und er hatte einen angenehmen Blick auf ihren üppigen Brüste.

‚Sag mal, hast du nichts drunter?‘ fragte er verdutzt und lies sich langsam vom Pferd gleiten. Sie fiel ihm in die Arme und küsste ihn stürmisch.

‚Bitte Vira, beginne nichts, was wir nicht beenden dürfen.‘

‚Die Trauerzeit ist vorbei!‘

‚Sagt wer?‘ fragte Ainur verdutzt.

‚Sag ich!‘

‚Aber ich kann dich doch nicht mitten in der Steppe nehmen.‘

‚Im Dreck, wenn es sein muss.‘ meinte sie ernst.

Er grinste nur und das war ihr Antwort genug.

Während die Pferde zu grasen begannen, ließen sich die Beiden in den Staub sinken und küssten sich wild und unnachgiebig. Sie schälte ihn aus seinen Klamotten, während er ihr genüsslich den Klappenmantel auszog. Mit einer geschickten Handbewegung öffnete sie seine Hosen und hatte im nächsten Moment schon seinen geschwollenen Schaft in Händen. Er küsste sie weiter und drängte sie auf den Rücken. Sie kam auf ihrem Klappenmantel zu liegen, während er ihre Brustwarzen mit den Lippen umschloss, um genüsslich dran zu knabbern und zu saugen.

Dann blickte er auf und flüsterte ihr zu: ‚Bist du dir sicher, dass es willst?‘

‚Du sollst wissen, warum du zurück kommst.‘ meinte sich schnippisch und griff zwischen ihren Beinen hindurch und packte seinen Schwanz. Sie drängte ihn in ihre Richtung und führte seine Schwanzspitze an ihr Allerheiligstes.

‚Wenn du so herrisch bist, wird es wahrscheinlich ein eher kurzes Vergnügen.‘ meinte er, während er ihre Hand von seinem Schwanz löste und die Sache dann selber in die Hand nahm. Langsam schob er seine Schwanzspitze in ihre Pforte, zog sie wieder heraus und lies sich verdammt viel Zeit. Das machte sie halb wahnsinnig. Sie war so feucht, dass es ihr schon heraus floss, bevor er einen weiteren Versuch anstrebte. Ihr ganzer Körper schrie: ‚Bitte!‘

Und mit einem breiten Grinsen im Gesicht, gab er der Bitte nach und schob ihr seinen steif geschwollenen Speer langsam in den Leib. Ihr Körper begann bereits zum Zucken, dabei hatte er noch nicht mal richtig angefangen. Langsam begann er in ihr zu arbeiten und treib sie dabei von einem Höhepunkt zum Nächsten. Sie schrie und stöhnte, bis ihr nur noch ein Krächzen und Wimmern aus der Kehle kam. Ihr ganzer Körper zitterte unter ihm und sie war völlig außer Stande, sich seinen harten Stößen entgegenzustemmen. Also hielt er ihren Körper fest und hämmerte weiter seinen zum Bersten gespannten Schwanz in sie ein.

‚Damit du nicht vergisst, auf wen du wartest!‘ schrie er, kurz bevor er seinen Samen in ihr entlud. Er bewegte sich weiter, gönnte ihr keinen Moment der Ruhe.

Erst als die Sonne schon längst über den Hügel gekrochen war, lies er von ihr ab. Ihr Körper bebte immer noch, als er sich erhob.

‚Ich muss…!‘ fing er an, bis seine Stimme brach. Rasch zog er sich wieder an und pfiff nach den Pferden. Sie rappelte sich ungeschickt auf und streifte den Klappenmantel über ihren nackten Körper.

‚Komm wieder, schöner Mann!‘ schluchzte sie noch, dann stieg sie auf ihr Pferd und ritt wieder zurück, ohne sich auch nur einmal nach ihm umzudrehen. Der verdutzten Ainur blieb allein in der Steppe zurück und blickte ihr noch einen Moment hinterher. Dann ritt auch er davon.

Drei und eine Axt – Teil 28

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 28

reiter_neu‚Ich bin als Sippenführer zu nicht zu gebrauchen.‘ meinte Halef, während Lamina ihn wusch.

‚Ach red doch keinen Unsinn!‘ rief Lamina.

‚Wie lange lieg ich schon im Bett und kann nicht helfen? Der Winter wird kommen!‘

‚Mach dir keine Gedanken, Ainur arbeitet für drei.‘

‚Ich müsste für drei arbeiten!‘

Ainur kam herein und rief: ‚Dazu hast du bald Gelegenheit.‘

Er kam ans Bett und blickte Lamina an.

‚Er hat schlechte Laune.‘ meinte sie, deckte ihn liebevoll zu und stand auf.

‚Ich werd deine Laune nicht verbessern können, ich muss gehen. Der Winter naht unablässig.‘ meinte Ainur ernst.

‚Ich weiß, Mutter hat es mir gesagt, oben bei den Ahnen schon!‘ meinte Halef und blickte Lamina hinterher, die gerade aus der Jurte schlich.

‚Mein Sippenführer, ich reite schnell und komme wieder und im Frühjahr bauen wir eine Brücke.‘

‚Bevor du gehst, müsstest du mich noch zum Donnerbalken bringen!‘

‚Sofort?‘

‚Nachher.‘

Einen Tag bleibe ich noch!‘

‚Ich möchte, dass du ein zweites Pferd mitnimmst.‘

‚Mein Dank ist Dein!‘

‚Und ich möchte dass du Róka mitnimmst. Damit du den Weg nach Hause findest.‘

‚Ich bringe dir deinen Hund heil zurück.

‚Und ich werde auf meine Mutter acht geben!‘

Vira stand in der Tür und zog eine Augenbraue hoch. Halef blickte auf.

‚Nimm mein Pferd!‘ meinte sie kurz, drehte sich um und ging. Ainur stürzte ihr hinterher.

Später kam Ainur mit Ziska zu ihm und sie flößten ihm etwas Grausames ein und dann brachte Ainur ihn zum Abort. Es war ihm sehr peinlich, dass er mit quasi runtergelassenen Hosen von seiner Tante auf den Abort gesetzt wurde. Sie drückte ihm einen Becher in die Hand und grinste: ‚Wenn du noch einen Becher trinkst, dann lassen wir dich einen Moment in Ruhe!‘

Er erwachte und sah Lamina an der Bettkante sitzen. Er konnte sich nicht erinnern, wie er hier her gekommen war, das Letzte an was er sich erinnern konnte war, dass Ainur ihn zum Donnerbalken gebracht hatte und an das widerliche Zeug, was er trinken musste. Sein Kopf sauste, aber ansonsten fühlte er sich eigentlich gut. Er regte sich und blickte auf Lamina. Das Licht, das vom Feuer herrührte schimmerte auf ihren Fingern. Sie versuchte ihren Rücken einzuschmieren, was ihr nur bedingt gelang. Er konnte nicht anders, als sie dabei zu beobachten. Sie hatte quasi nichts an, soweit er das erkennen konnte. Er bewegte sich in ihre Richtung und wollte ihr zur Hand gehen, doch sie bemerkte seine Bewegung, drehte sich halb um und blickte über ihre Schulter. Ihr Haare verdeckten ihre Brüste, sie hatte sich ihre Zöpfe über die Schulter gelegt und sie bedeckten gerade so viel, dass es ihn leicht erregte. Schwindel überkam ihn.

‚Lass mich dir helfen!‘ flüsterte er benommen. Sie zog die Beine aufs Bett und rutschte in seine Richtung. Er umarmte sie und nahm ihre Hände vor ihrem Körper in die Seinen, um das Öl von ihren Fingern aufzunehmen. Sie goss ihm etwas von dem Öl in die Hand. Er rieb über ihre Schultern und dann über den Rücken bis zum Ansatz ihres Hinterns. Als er damit fertig war, lehnte sie sich nach hinten und griff nach seiner Hand. Sie rieb ihm seine Handgelenke mit dem Öl ein. Und er die ihren, dabei wickelte er geschickt ihren Verband von der Hand, um sie zu küssen. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Er nahm sie in den Arm und sie legte sich zu ihm. Er versuchte sie zuzudecken. Mit seinen und ihren Armen verdeckte er ihre Brüste.

Es war so ein unschuldiger Augenblick, wie sie bei ihm lag, der ihn doch so erregte, dass ihm fast die Sinne schwanden. Besser wäre es wahrscheinlich, er würde wirklich ohnmächtig, sonst käme er noch auf dumme Gedanken.

Sie blickten beide ins Feuer und er hielt sie einfach weiter fest. Ihr ganzer Körper zitterte. Und er hielt sie so lange, bis sich ihr Körper beruhigte. Irgendwann stand sie doch auf und zog sich eine leichte Tunika an. Dann legte sie genug Holz nach, damit sie wieder unter seine Decke kriechen konnte. Sie küsste ihn, bevor sie sich wieder zu ihm legte.

Published in: on 9. April 2013 at 20:58  Schreibe einen Kommentar  
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Drei und eine Axt – Teil 27

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 27

reiter_neu‚Wir können einfach keine Blutegel mehr finden!‘ meinte Ainur leise. ‚Der Herbst ist bald zu Ende!‘

‚Dann muss es so gehen!‘ krächzte Lamina. Sie versuchte ein Schluchzen zu unterdrücken.

‚Das wird schon alles wieder. Das Bein von dem alten Krüppel da draußen hat viel länger geeitert und viel schlimmer ausgesehen und wir mussten es auch nicht abschneiden.‘ Ainur versuchte sie aufzumuntern, was ihm aber nur bedingt gelang.

Ein Geräusch, dass vom Bett herrührte, lies sie aufblicken. ‚Nyúl… Róka!‘

Die Tür ging sprang auf und beiden Hunde stolperten herein. Sie hatten ihren Herren gehört und konnten es kaum erwarten ans Bett zu gelangen. Halef wand den Kopf und hielt seine Hand aus dem Bett und wieder kamen Geräusche aus seinem Mund. Lamina lief den Hunden hinterher und zischte: ‚Nicht so stürmisch, ihr Beiden! Sitz!‘

Die Hunde folgten aufs Wort und setzten sich brav neben das Bett, aber noch so nah, dass ihr Herr sie streicheln konnte.

‚Ainur. Wenn du Blutegeln finden willst. Geh in Richtung meiner Höhle. Dort ist am Fuße des Berges ein Sumpf und ein paar Tümpel. Róka bringt dich hin.‘ krächzte Halef leise.

Róka sprang auf und wedelte mit dem Schwanz.

‚Was würden wir nur ohne unseren Sippenführer machen.‘ rief Ainur, kniete sich hastig vors Bett und küsste Halef. Dann sprang er auf und lief aus der Jurte. Als er schon draußen war, rief er noch: ‚Róka los, schnell!‘

‚Aber geht nicht in meine Höhle, das ist Meine!‘ meinte Halef, doch sein Hund war schon aus der Jurte gelaufen.

‚Du hast eine Höhle?‘ fragte Lamina erstaunt, während sie ihm half sich etwas aufzurichten.

Halef nickte und versuchte zu lächeln.

Wena kam kopfschüttelnd in die Jurte, sie brachte Suppe und Brot. ‚Was war das jetzt? Erst machen die Köter die Tür auf und dann läuft Ainur, wie eine angestochene Sau, zum Gatter und klaut mein Pferd.‘

‚Er kommt wieder, mit Blutegeln! Hoffe ich!‘ meinte Lamina.

‚Und er hat mich geküsst!‘ stammelte Halef. Nyúl war aufs Bett gekrabbelt und kuschelte sich an den Körper seines Herren.

‚Du warst die letzten zwei Nächte wieder im Fieber und völlig weggetreten. Und dein Bein macht uns große Sorgen.‘ meinte Lamina und setzte sich zu ihm ans Bett und küsste ihn auf die Stirn. ‚Und jetzt musst du erst mal was essen und dann…!‘

‚Und dann schau ich mir dein Bein an!‘ rief Ziska von der Tür her.

Als sie nach dem Essen seinen Verband wechselten, wurde er während der Waschung ohnmächtig und wurde erst wieder wach, weil er ein komisches Gefühl an seinem Bein fühlte. Ziska saß an der Bettkante und wedelte mit rauchenden Käutern über seinem Bein rum.

‚Sch..sch…sch. Du musst dein Bein ruhig halten. Sonst fallen die Maden runter.‘ meinte Ziska leise, legte den rauchenden Zweig in eine kleine Feuerschale und strich ihm mit der anderen Hand über den Kopf. ‚Sie fressen das brandige Fleisch weg.‘

‚Wo ist Lamina?‘ fragte er leise.

‚Sie hat den Hund rausgebracht. Nyúl ist ganz heiß auf dein Bein.‘

‚Der Köter wollt mich doch nicht fressen?‘

‚Nein, aber dieser Mistköter wollte Lamina fressen.‘

‚Bitte was?‘ schrie er heiser.

‚Sie hat nur einen Kratzer abbekommen!‘

‚Nyúl!‘ schrie er, bis sein Schrei von einem trockenen Husten gestoppt wurde. Ziska half ihm eine Wenig hoch und drückte ihm einen Becher Tee in die Hand.

Die Tür ging auf und der Hund tapste herein und er tat so als wäre nichts geschehen.

‚Was fällt dir ein, mein Bein oder meine Frau fressen zu wollen. Böser Hund.‘

Der Hund japste unschuldig.

‚Raus hier. Komm mir nicht mehr unter die Augen.‘

‚Halef, es ist doch nur ein Kratzer!‘ rief Lamina. Sie stand in der Jurtentür und hielt sich eine Hand. Ein blutiger Verband war darum gewickelt.

‚Los raus hier, Nyúl!‘

Der Hund ging rückwärts aus der Jurte und verzog sich geknickt.

Lamina schloss die Tür und ging langsam aufs Bett zu. Ihr liefen Tränen übers Gesicht und sie rang heftig mit ihrer Fassung.

‚Der dumme Köter kommt wieder, keine Sorge.‘ meinte Halef und griff nach ihrer Hand. ‚Hat er dir arg weh getan?‘

‚Es ist nichts, ich hab mich nur erschrocken!‘

Er wickelte den Verband ab und blickte auf die Wunde. ‚Nichts, sieht aber anders aus!‘

Die Tür ging wieder auf und Ainur kam herein gestolpert, gefolgt von Róka.

‚Róka, geh zu Nyúl, er war ein böser Hund.‘ rief Halef und der Hund machte kehrt und lief nach draußen, noch ehe Ainur die Tür schließen konnte.

‚Es hatte jemand Blutegel bestellt?‘ meinte Ainur und übergab Ziska einen verschlossenen Krug.

Published in: on 18. März 2013 at 22:58  Comments (1)  
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