8/12 – Die Wunderbare Welt der Numerologie

8/12 – Die Wunderbare Welt der Numerologie

1011836_10200129866636053_2028327123_nWieder ein Jahr älter und es hat sich in meinem Leben nicht viel verändert. Nicht viel, naja! Gut ich bin wieder im Besitz meines eigenen Haupthaares und die Nummer mit der Glatze ist wirklich das Einzige in meinem Leben was ich bereue. Das Einzige was sich wohl nie ändert ist die unglaubliche Menge an Exemplaren der Cinema, die sich in meiner Wohnung auftürmen und noch ein paar Ausgaben der Beef mehr. Die unglaubliche Menge an DVD’s  die meine Regale langsam ans Ende ihrer Kräfte bringen. Und seit dem ich endlich mein Fenster zum Hof digitalisiert habe, musste ich aus den Videokassetten ein Regal für meine BluRay basteln.

Naja hat sich ja doch einiges geändert. Ich habe mittlerweile drei Brüder und einen Mann, während meine eigentliche Familie immer mehr schrumpf, bin ich ganz glücklich damit, erstmal keinen Mann mehr suchen zu müssen. Auch wenn meine ‚Ich suche einen Mann!‘ Reihe meine erfolgreichsten Artikel waren, geb ich die Hoffnung nicht auf, dass meine Leser vielleicht auch mal längere Texte lesen, die weniger Lustig sind als meine fast schon vergessene Einsamkeit.

Das Einzige was sich wirklich nie ändern wird. Alle Jahre wieder. Ich in meinem Büro wieder einen gewerkschaftlich gelieferten Adventskalender stehen, der hoffentlich wieder alles andere als ungewöhnlich zu sein scheint.
Die neuen Büroräume riechen mittlerweile nicht mehr so neu, dennoch ist meine Nase stehts zu, meine Augen tränen und die Schmerzen zwischen den Ohren bringen meinen eh schon wankelmütigen Verstand zu weilen schon arg aus dem Gleichgewicht.

Den alten Empfangsroboter aus alten Stasibeständen hätte ich schon fast vergessen, wenn er nicht alle Jahre wieder in meinem schriftlichen Adventskalender auftauchen würde. Er arbeitet wahrscheinlich immer noch an einer einsamen Tankstelle und führt seine Strichlisten. Und es gibt bestimmt noch eine alte Akte mit meinem Namen drauf.

Nun zur Zahl 8. Die 8 ist immer noch meine Glückszahl. Und ich hab mit eigentlich vorgenommen mich von Glückskeksen fernzuhalten, nachdem letztes Mal in einem stand, dass ich der Führer wäre. Hm. Egal. Aber ich kann mich manchmal einfach nicht zurückhalten.

IMG_20151104_113446255Nachdem meine Pechsträhne vorbei zu sein scheint, habe ich auch wieder mit den Glückskeksen angefangen. Und nun scheint auch der Glückskeksfluch gebrochen zu sein. Ich scheine auf dem richtigen Weg zu sein…

Die wunderbare Welt der Numerologie geht leider erst in zwei Jahren wieder auf, deshalb schönes achtes Türchen und danke für die Blumenwiese…

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Schackeline jenseits der 17 ½ – Das Klassentreffen

Schackeline jenseits der 17 ½  –  Das Klassentreffen

(Nacherzählung vom Tagebuch)

Tagebuch_eines_armen_Fräuleins,_cover_10Ich könnte ja echt beleidigt sein, dass sie mich nicht mitgenommen hat, aber eigentlich war es auch mal ganz schön allein zu hause zu sein, wenn auch ein wenig langweilig.

Ich lag den ganzen Tag in der Sonne und hab mich vom Fernsehen berieseln lassen. Blöd ist nur ich konnte nicht umschalten. Manchmal ist es nicht leicht ein Tagebuch zu sein.

Also hat mich die halbe Nacht wahlweise eine Oma oder eine Lehrerin angeschrien, ich solle sie anrufen. Wie denn ohne Finger?

Nach gefühlten zwei Tagen kam Schackeline wieder, sie war ziemlich grimmig und legte sich ins Bett und schlief nochmal einen Tag.

Psst. Sie schläft übrigens jetzt schon wieder, aber als sie zwischendrinnen mal wach war, konnte ich ihr folgende Geschichte aus der Nase ziehen und nachdem ihre Laune gar so schlecht war, habe ich versucht, sie beim Schreiben kaum zu unterbrechen:

Ich war doch auf dem Klassentreffen, was schon schlimm genug war. Ich blöde Kuh habe gedacht, dass meine erste große Liebe auftauchen würde. Aber ehrlich, in einem gewissen Alter sollte man nicht mehr oder wieder auf Wunder hoffen. Falls es dir mal aufgefallen ist, ich bin keine 17 ½ mehr. Nein, liebste Schackline, dass wäre mir ja nie aufgefallen.

Auf jeden Fall waren die ganzen Leute von der Schule, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, die selben Arschlöcher wie früher und verändert haben die sich auch alle nicht. Und wie sie alle versucht haben sich in die selben alten engen Jeans reingequetschen, wie früher, nur dass schon ein paar Jährchen ins Land gegangen sind. Wie Peinlich. Ich war natürlich völlig overdressed und mein Herzblatt war natürlich nicht da!  Nah, wer hätte das gedacht?

Als endlich alles vorbei war, durften wir netterweise in der Turnhalle unserer alten Schule übernachten. Genau so fangen Horrorfilme an.

Und es hätte so eine angenehmen Nachruhe werden können, wir haben die Schnarcher und Pärchen ausquartiert und als endlich alle die Schnauze gehalten haben, hörte ich ein Piepsen. Ein Feuermelder, der nach einer frischen Batterie schrie. Irgendjemand hatte sich tatsächlich die Mühe gemacht,  ihn abzunehmen und ihn in den Vorraum zu stellen, wo er dann munter in unregelmäßigen Abständen weiter plärrte.

Mal abgesehen davon, dass alle 5 Minuten jemand zum Pinkeln aufstand und die Tür zum Klo gotterbärmlich quietschte und beim Schließen, einen lauten Knall erzeugte, der sogar Tote aus dem Grab gerissen hätte.

Schlaf wird ja auch total überbewertet, also grübelte ich über das Klassentreffen nach. Das war echt die allerschlimmste Party, seit meiner Schulzeit. Die Musik war damals schon echt scheiße und die Klamotten bescheren mir heute noch echt Alpträume. Der einzige gutaussehende Mann auf der ganzen Party, der augenscheinlich kein völliger Idiot zu sein schien, war glaub ich gar nicht auf unserer Schule…

Was machst du denn jetzt? Ich suche die Jahrbücher! Wenn du sonst keine Probleme hast? Was für eine krasse Scheiße, es war der Karl-Heinz Rüdiger. Und irgendwo unter den ganzen Vornamen hat sich ein Nachname versteckt, was? Und wie der sich gemacht hat! Soso. Glatze, Nerdbrille und durchtrainiert. Aha! Obwohl, bis auf die fehlenden Haare, hat er sich tatsächlich kein bisschen verändert. Oooh…Nein? Warum ist es mir nur früher nicht aufgefallen, dass der so eine geile Drecksau ist? Könnte daran liegen, dass heutzutage Nerds im Allgemeinen als sexy eingestuft werden und früher waren sie einfach nur peinlich.

Egal, ich grübelte und grübelte und stellte irgendwann fest, ich hätte doch aufs Klo gehen sollen! Weil schlafen ging jetzt erst recht nicht mehr. Also ging ich so leise wie möglich zum Klo. Quiiiiiiietsch. Ich vergaß ja die Tür. Verdammt. Und Knall. Jetzt sind alle wieder wach. Hm. Nach dem ich vom Pinkeln wieder zurückkam. Quietsch. Knall. Hm.

Wieder in meinem Schlafsack eingemummelt, endlich bereit zu schlafen, ging das Piepen wieder los. Aber nein, es war nicht der Feuermelder, es war ein Wecker, der gefühlte 30 Minuten seine Melodie abdudelte.

In solchen Momenten beschließen Menschen auch Amok zu laufen, ich hab aber leider keine Knarre dabei und mit meinen High Heels wollte ich niemanden umbringen, die krieg ich doch nie wieder sauber. Boa, Schackeline, du bist echt n Mädchen, oder? Boa, Tagebuch, was meinst du wo die Titten herkommen? Du erdrückst mich! Geh runter von mir!

Wo war ich stehengeblieben? Ringeringedingdong! Der Todeswecker vom Klassentreffen. Irgendwann ist der Schlafkranke dann endlich aufgestanden und hat endlich seinen Scheißwecker ausgemacht. Endlich Stille. Ich dreh mich um und die grelle Fratze brennt mir schier die Augen durch die Lider aus. Es war schon erschreckend hell, für des dass ich noch keine 5 Minuten geschlafen hatte. Ich zog meine Mütze über meinen Kopf und wollte einfach nur noch sterben. Die ersten Leute stehen auf. Quietsch. Knall. Endlich Stille. Quietsch. Knall. Ich bin in einer Endlosschleife gefangen. Quietsch. Knall. Ein Königreich für WD 40, Hammer, Nagel und ein handelsübliches Meerschweinchen. Quietsch. Knall. Ein bepelzter Türstopper hätte die Welt heute so viel schöner machen können. Quietsch. Knall?

Die Ersten packen ihre Sachen und im Vorraum geht das Geklappere los und ein Anflug von Frühstück kriecht in meine Nase. Ich hatte auch mehrmals den Eindruck, dass jemand neben mir steht und mich beim Schlafen (oder nicht Schlafen) beobachtet. Ich wollte aber beim besten Willen nicht wissen, wer es war, weil die Chance 99 zu 1, dass es der geile Nerd sein könnte, war mir entschieden zu gering.  

Ich habe keine Ahnung wie ich es geschafft habe, bei dem Remmidemmi nochmal einzuschlafen, aber ich wurde von folgenden Satz geweckt: ‘Der Tee ist fertig!’

Eine weiblichen Quitschestimme, gefühlt 2 cm nebem meinem Ohr, so wurden schon Weltkriege angezettelt. Er ist wieder da? Jetzt lenkt nicht ab! Menno!

Jetzt ist es ja so, dass es ja eigentlich mein allergrößter Wunsch ist, morgens von einem männlichen Jemanden geweckt zu werden, der mir schwarzen Tee an Bett bringt, möglichst sanft! Soll dass jetzt eine stille Kritik sein, dass ich keine Arme und Beine habe? Jetzt spinn dich aus. Sei froh, dass dir überhaupt jemand Tee ans Bett gebracht hat! Aber nicht von Quietisch, Quietsch, Träller, warum bin ich so fröhlich und als ich endlich die Augen öffne, liege ich alleine in der riesigen Turnhalle und der Tee war gar nicht für mich!

Was hab ich eigentlich verbrochen, warum kann man nicht einfach die Schnauze halten und alle die vielleicht noch hätten schlafen wollen, einfach schlafen lassen. Und warum kann mir der geile Nerd nicht einfach einen schwarzen Tee an mein Bett bringen, des ist ja wirklich nicht zu viel verlangt, oder? Und wenn er mich dann mit seiner tiefen Stimme weckt und mir sanft aber reibeisig in mein Ohr haucht: ‘Dein Messmer Klassik ist fertig!’ Jetzt übertreibst du aber!?

Wollte gerade noch einfügen, wäre super gewesen, wenn er nackt gewesen wäre. Träum weiter! Bleibt mir wahrscheinlich nichts anderes übrig…. Gute Nacht!

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Die neunte Pforte 2.0

Die neunte Pforte 2.0

‚Die Echtheit meiner neun Pforten ist über jeden Zweifel erhaben.‘ Baroness Frieda Kessler – Die Neun Pforten

Mittlerweile hab ich mir den Film auch tatsächlich gekauft, in der Steelbookausgabe und thront seither zwischen Da Vinci Code und Der blutige Pfad Gottes und es ist mir gestern auch wieder mal aufgefallen, wie schlecht mein DVD Regal sortiert ist. Aber nachdem mir mittlerweile Der Letzte Tempelritter zum 2. Mal auf den Kopf gefallen ist, muss ich da wohl mal andere Seiten aufziehen.

Trotz dessen dass ich bereits eine Filmkritik über Der letzte Tempelritter geschrieben habe, muss ich sie anscheinend auch in meinem Blog veröffentlichen, damit der ruhelose Geist meines DVD-Regal endlich zu Ruhe kommt. Wenn des jetzt nicht hilft, dann steck ich ihn zu den Supernatural Staffeln und das hat er dann davon.

Also, die äußerst kurze Filmkritik zu Der letzte Tempelritter: Der Zweithaar-Award geht wie immer an Nicolas Cage, der geht ja eigentlich auch immer an ihn, deshalb könnte ich mir die Erwähnung wirklich sparen. Aber Zweithaar mit Helm ist echt der Brüller.

Mein spezieller Dank geht an die Autoren des Films, die haben wohl auch die Doku über die Aufzeichnungen des Hans Talhoffer (1420 bis 1490) gesehen, nur was ich grad nicht so kapiere, ist der Film beginnt 1344 mit der Schlacht um Smyrna.

Aber es geht ja auch um Hexen und Dämonen…halte schon meine Schnauze…gibt bei weiten schlechtere Filme zu dem Thema!

Aber ein kleines Zugeständnis muss man schon machen, mir ist fast Einer abgegangen als, Robert Sheehan als Kay (welch mittelalterlicher Name) sein Schwert an der Klinge packt und zum Parieren benützt und dann Ron Perlman, der mal gefühlte 100 Kilo mehr Kampfgewicht auf die Wage bringt, beinahe aus den Latschen drischt. Unkonventionell hat halt schon immer geholfen.

devil_bloodAber zurück zum Thema, wir waren bei der neunten Tür stehen geblieben und genau Die neunte Pforte ist es, die mich so fasziniert, dass ich es immer noch nicht Worte fassen kann. Aber der santanische Sex mit Johnny Depp und Emmanuelle Seigner (die einen kleinen Kinski Award verdient hat, weil ich sie fast mit Nastasia Kinski verwechselt hatte.) muss schon erwähnt werden.

Es ist mir also auch nach vier Jahren nichts mystisches über Die neun Pforten eingefallen, aber manchmal gibt es auch nicht mehr hinzuzufügen, außer dass es ein echter Klassiker ist, der sich den Platz in meinem Regal wirklich verdient hat. Danke!

Fazit:

Zweithaar-Award geht Nicolas Cage.

Ein kleines RRR für Robert Sheehan, den ich schon seit Misfits ziemlich geil finde und mir mit seiner Talhoffer Parade ein feuchtes Höschen verschafft hat. Danke!

19376102_jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxxEin großes RRR für Johnny Depp, Emmanuelle Seigner und Roman Polanski, der seine Frau für die satanische Sexszene ausgeliehen hat. Danke!

Der kleine KlausKinski Award für Emmanuelle Seigner.

Danke: An die Autoren, die so wie ich die Talhoffer Doku geschaut haben. Ich würde wahnsinnig gerne mal das Original in Händen halten.

Merke: Muss mir ein neues DVD Regal kaufen.

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Liebes Tagebuch im Außeneinsatz

Liebes Tagebuch im Außeneinsatz

Zwiegespräch zwischen Schackeline, jenseits von 17 ½, und ihrem Tagebuch:

lackUnd … Und schaut er? Natürlich schaut er. Echt, wie seh ich aus? Er hat Augen, er muss schauen. Ich wollte wissen, ob er mich anschaut! Dann musst du deine Fragen besser formulieren. Du bist zu nichts zu gebrauchen. Ich bin nur dein Tagebuch. Du bist zu nichts zu gebrauchen. Warum bin ich jetzt wieder schuld? Ich hab nichts gemacht. Genau deswegen. Irgendjemand muss schuld sein. Dafür hast du ja mich, ich kann mich ja nicht wehren. Ja und du hast keine Arme und Beine… Weils halt war ist!

Ich seh bestimmt fett aus? Nein, du siehst nicht fett aus! Sicher? Um Himmels Willen, in Jogginghosen sieht jeder fett aus! Du magst mich nicht mehr! Heul! Ich muss dich nicht mögen, ich bin dein Eigentum. Es geht doch eigentlich um ihn, oder? Ja und wenn er denkt, ich seh fett aus? Vielleicht steht er auf verschwitzte Frauen in rosa Jogginshosen? Das ist doch pervers. Das hab ich dir auch gesagt, als du mich um 06.30 Uhr geweckt hast und mir zwischen die Seiten geträllert hast, dass du jetzt Joggen willst. Ich wollte doch, dass er mich bemerkt. Zu so einer unchristlichen Stunde? Ja, aber er kommt doch immer so früh. Dazu sag ich jetzt mal nichts. Du bist so versaut. Du etwa nicht? Du hast doch schon wieder kein Höschen an! Sieht man das etwa? Durch die Jogginghose nein, aber wenn du deine Lackschuhe anziehst, dann hast du immer kein Höschen drunter. Schau, schau, jetzt hat er mir etwas in den Briefkasten geworfen. Nein. So was. Wenn ich kotzen könnte, würde ich es tun. Nicht dass er mich stalkt? Das ist sein Beruf! Ist Stalker jetzt schon ein Beruf? Was soll der Scheiß, da ist man ja seines Lebens nicht mehr sicher! Mann Schackeline, er ist Postbote und es ist seine Arbeit dir Sachen in den Briefkasten zu werfen, dafür wird der Mann bezahlt. Ist ja schon gut! Nein, es ist nicht gut! Mir ist kalt und ich will in die warme Bude zurück. Außerdem könnte der Mann dein Vater sein, so alt wie der ist. Das hat mein Vater auch immer gesagt. Heul! Sag mal heulst du jetzt. Der Postbote kann nicht dein Vater sein, er ist schwarz. Ehrlich nimm deine Tabletten und komm wieder runter. Wenn du ihn ficken willst, dann geh hin und frag ihn… Schackeline? Schackeline! Mein Leben ist ein Alptraum und ich habe nicht mal Arme und Beine… Mir ist kalt. Ich könnt kotzen, wenn ich kotzen könnte. Jetzt sind sie in den Aufzug gegangen, dabei wohnen wir doch im Erdgeschoss…Schackeline… Ich will in die warme Bude zurück. Schackeline? Schackeline!

Deine Schackeline (nicht mehr 17 ½)

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Ich suche einen Mann… Teil 68 – Der Heizungsableser

Ich suche einen Mann… Teil 68 – Der Heizungsableser

heatoIch suche einen Mann, ja die geile Drecksau, der bei mir immer die Heizungen abliest und … Kopfkino … zensiert … Kopfkino … auf dass ich den restlichen Tag den Ohrwurm nicht mehr aus dem Kopf bekomme: ‚The Heat is on!‘heat

Anmerkung: Dies ist der 68. Teil und eine dringende Jobanzeige von mir, Callabutterfly.

Zuschriften bitte via Facebook/Callabutterfly per PM

Liebes Tagebuch Teil 8 – Lackschuhe

Liebes Tagebuch Teil 8 – Lackschuhe

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Bist du dir sicher, dass du so in die Kirche gehen willst. Wieso, ich bin doch augenscheinlich vollständig bekleidet? Heute ist die Beerdigung von Alfredo. Aber das ziemt sich nicht! Ach, Menno! Und woher krieg ich jetzt nur die Schnitzel zum Mitnehmen, wenn ich welche brauche. Meinst du nicht das der alte Mafiosi seinen Laden an Einen in der Familie vererbt hat. Deine Worte trösten mich nur ein Bisschen. Du trauerst echt um den alten Mann. Schluchz. Ich würde dich ja in den Arm nehmen, aber ich habe keine Arme und Beine. Ich weiß das echt zu schätzen. Und jetzt zieh dir wenigstens eins Höschen drunter. Woher…? Ich kann sehen, dass du kein Höschen anhast. Ich weiß was du letzten Sommer getan hast. Natürlich weiß ich was du letzten Sommer getan hast, es steht auf Seite 69! Woher weiß er nur immer, wenn ich ohne Höschen aus dem Haus gehe? Ich hasse es wenn du in der dritten Person von mir sprichst, wenn ich aufgeschlagen vor dir liege. Na gut, woher weißt du nur immer, wenn ich ohne Höschen aus dem Haus gehe? Schau mal nach unten! Idiot! Probieren wir es mal anders. Drück deine Hände an die Möpse und beuge dich etwas vor und blicke dann nach unten! Also für das, dass er keinen Schwanz hat, ist er eine ganz schöne Drecksau. Wird sie wohl gehorchen? Ist ja schon gut. Mache ich es so richtig? Ich liebe es wenn er so herrisch ist. Braves Mädchen, was sieht sie? Meine wunderschönen Lackschühchen. Und die haben nur 19.99 beim Deichmann gekostet und dem Verkäufer hab ich zum Dank Einen geblasen. Ja und weiter? Ich krieg jetzt immer Prozente wenn ich zum Deichmann gehe und ich werd immer ganz rallig, wenn mir der Geruch von Schuhgeschäft in die Nase schleicht. Was siehst du in deinen Lackschühchen? Huch! Ich zieh mir mal besser ein Höschen an, bevor ich in die Kirche gehe. Warum nicht gleich so? Ja, Mama.

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Die romantische Auslegung einer Duftkerze

Liebes Tagebuch Teil 7 – Die romantische Auslegung einer Duftkerze

redroseIch bins, Schackeline, eigentlich gar nicht mehr 17 ½, ich bin schon voll lange Volljährig und habe nicht nur meinen Führerschein, sondern auch meine eigene Karre. Hurra. Nicht dass mich da einer gefragt hätte, jetzt schreibt sie fast gar nicht mehr in meine Seiten. Ich hasse es, wenn du in der 3.Person von mir schreibst, wenn ich vor dir sitze. Und ich trinke nicht mehr so viel, weil ich ja immer mit dem Auto unterwegs bin. Da bleiben uns ja so Erlebnisse wie mit Cap und Capper in Zukunft vielleicht erspart? Tom und Jerry. Tim und Struppi eben. Wie auch immer. Und was war das gestern für eine Aktion? Ich habe das ja nur am Rande mitbekommen, du hast mich ja wieder weggesperrt, aber zum Glück ist ein kleines Löchlein in der Schreibtischschublade. Ich bin dir einerseits im Übrigen total dankbar, dass du mich letzte Woche daran erinnert hast, dass ich eventuell zu wenig Duftkerzen im Haus haben hätte können, aber andererseits ging die Aktion irgendwie nach Hinten los. Ja, wie Manns nimmt, würde ich mal sagen. Nicht witzig. Dank deiner weitreichenden Bemerkung bin ich dann zum IKEA gefahren und als dann der IKEA mit meinem Gehalt fertig war… Es stinkt übrigens immer noch und mir ist kalt. Maul nicht rum, du kannst gar nicht frieren, du bist ein Tagebuch. Lieber Erfroren als Erstunken! Jetzt gib nur mir nicht die Schuld, die Duftkerzen waren eine super Idee. Was kann ich denn dafür, dass manche Menschen die pure Anwesenheit von Duftkerzen evtl. in den falschen Hals kriegen könnten. Ja, wer hätte das auch ahnen können. Weil rote Kerzen im Allgemeinen eher dem Romantischen zugesprochen werden, als irgendwas anderem. Hm. Hättest vielleicht Grabkerzen aufstellen sollen? Hätte vielleicht einen Flammenwerfer benutzen sollen, um die Fronten gleich mal klar zu stellen. Und außerdem hab ich dir auf den Einkaufszettel geschrieben, kaufe die grünen Duftkerzen, die riechen ein Bisschen nach Klospülung. Aber nein, Madam muss ja wieder die Roten kaufen. Die schreien ja geradezu nach Sex! Zum Glück hatte ich den 10er Pack Duftbäume gekauft. Die machen sich ja auch wirklich gut hier drinne. Ja, gääähhh! Ein Bisschen wie bei dem Film Sieben. Würg. Nicht schon wieder. Nein, alles gut. Ist ja eh nichts mehr drin was raus könnte. Wolltest du nicht noch einen Leserbrief an Febreze schreiben? War auch eine meiner weniger guten Idee, Febreze schniefen zu wollen. Aber zumindest rieche ich jetzt Aprildurft aus der Nase, was meine Mitmenschen erfreuen würde, wenn sie denn eine Nase hätten. Darf ich mal eine indiskrete Frage stellen? Du fragst doch sonst nicht. Ja, aber bei so einem delikaten Thema, entbietet es die Höflichkeit zu fragen. Leg los. Warum hast du denn den nasalen Betriebsunfall dann überhaupt mitgenommen? Der war eigentlich ganz nett. Du weißt was man über das Wort eigentlich sagt. Ja, Mama. Und ist dir der etwas strengere Geruch in der Bar etwa nicht aufgefallen? In der Bar hat man das nicht so gemerkt. Und dann im Auto? Das steht noch vor der Bar. Ach, haben wir etwa wieder getrunken? Anscheinend musste sich mein Unterbewusstsein irgendwas schön saufen. Lass dir sagen, höre mal mehr auf dein Unterbewusstsein, junge Dame! Ja, Mama. Es waren ja nur 3 oder 5 Absinth-Sprite. Ach, deshalb der kleine Ausrutscher gestern. Ich glaube meine Geruchsnerven waren nur vorübergehend betrunken. Ach, Absinth macht nicht nur blöd, sonder auch… Ich weiß immer noch nicht, wie das heißt wenn man seinen Geruchssinn verliert. Aber Himmel Herr. Wie gerne hätte ich gestern dieses Geschenk gehabt, einfach mal nichts riechen zu können. Bloß nicht, sonst wäre dieser widerhafte Gestanksmann immer noch hier. Und am Ende wäre dir noch eine Nase gewachsen. Verschrei es nicht, wenn ich kotzen könnte, würde ich nur deinen verbalen Durchfall von mir geben. Und am Ende will das keiner lesen. Arsch. Danke, sehr erfreut. Arsch, dein Tagebuch. Ich bin nur dass, was du aus mir gemacht hast. Können wir mal beim Thema bleiben, ich habe immer noch so einen seltsamen Geruch in der Nase. Du hast gestern Febreze als Nasenspray benutzt! Und ich kann den Kerl immer noch riechen, als ob der neben mir sitzen würde…. Und dich leidenschaftlich anhaucht. Würg. Nicht schon wieder! Warte, geht gleich wieder. Ich dachte es wäre nichts mehr drinne. Sag mal riechst du das nicht, vielleicht hat er was vergessen. Manchmal bin ich ganz froh, dass ich eigentlich nichts riechen kann. Es riecht so, als hätte er eine tote Katze unter dem Bett vergessen. Du hast doch Geruchshalluzinationen?! Echt jetzt!!! Dabei ist der doch schon vor Stunden aus meiner Wohnung geflohen. Ich finde ja, eine Argumentationskette mit: Echt jetzt!!! zu untermauern, immer ein wenig geistig unbewaffnet bis einfältig. Ja, danke! Was machst du jetzt unter dem Sofa? Ich such die tote Katze! Ach zünd doch nochmal ein paar Duftkerzen an, mir ist ist schon wieder so romantisch. Das ist nicht witzig. Woher sollte ich denn ahnen, dass der Kerl gedacht hatte, dass ich mit ihm poppen wollte, weil ich ca. 30 Duftkerzen angezündet habe. Du hättest ihm vielleicht einfach sagen sollen, dass er gotterbärmlich stinken tut. Hmm? Ehrlich wert am Längsten. Und du hättest nachher nicht aufwischen brauchen. Wer den Schaden hat, braucht für den Spot nicht zu sorgen. Hättest ihn ja nicht gleich ankotzen müssen, als er versucht hat dir die Zunge in den Hals zu stecken. Aber lieber so, als dass es ansteckend ist…würg. Kopfkino funktioniert auch mit dem Geruchssinn. Würg. Ich würd dir so gerne die Haare hochhalten, aber ich habe leider keine Arme und keine Beine. Hust. Hust. Aber putz dir bloß die Zähne. Ja, Mama! Also, was ist jetzt mit dem Kerl, trefft ihr euch wieder. Ich glaub es hackt. Du wolltest doch eh eine Diät machen… Würg…

Deine Schackeline (nicht mehr 17 ½)

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

24

24

image002Ich wache auf… von einem Orgasmus! Man muss das ein Hammertraum gewesen sein. Ich dachte ich träume, aber nachdem ich von meinem eigenen Stöhnen aufgewacht bin, war er doch real genug. Ich kann mich an den Traum nicht erinnern, ich kann mich nur erinnern, dass jemand einen Schlüsselsatz zu mir gesagt hat, der dann die Körperreaktion ausgelöst zu haben scheint. Bäm! Ist ja fast wie Weihnachten und Neujahr…

Als ich dann mit einem Lächeln auf den Lippen meine Augen öffnete, beschlich mich das dumpfe Gefühl, dass irgendjemand die Adventskalendertür für den 24. bereits geöffnet hat.

Ding Dong, die Iluminaten. Nein. Ich nicke wieder ein und träume wohl wieder, weil ich in meinem Adventskalender einen riesigen Raum sehe, am Ende sehe ich einen Tempel, Flammen züngeln heraus. Ich komme mir gerade vor wie bei Ghostbusters und ich bin der Torwächter, und blicke in meinen Kühlschrank und warte ganz inbrünstig auf meinen Steuerberater, der Schlüsselmeister. Oder bin ich schon wieder in der Matrix? Und ehe ich mich versehe, ist es wirklich so als würde ich in einen Kühlschrank sehen und am Ende ist nicht Zuul und auch nicht der Schlüsselmeister, nein es ist ein obszönes Pilzgewächs und es spricht mit mir: ‚Sieh was du verloren hast ist zurückgekommen, nun hast du sie wieder alle beisammen..!‘

Ich wache schreiend auf und blicke auf meinen Adventskalender, den ich vom Büro mitgenommen habe, damit ich an diesem legendären Tag, mein 24. Adventskalendertürchen selber öffnen kann.

Alle Türchen stehen offen, bis auf Eines, dass steht nur halboffen. Wer hat von meinem Adventskalender gegessen? Ich ziehe den Adventskalender zu mir heran und blicke in das 24. Türchen und erblicke einen weiten Raum. Flammen züngeln heraus und am Ende über einem Art Altar hängt ein Plakat. Und eine Leuchtschrift kommt auf mich zu, nicht so wie bei Star Wars, aber so ähnlich. Éí ‚Aaníígóó ‚Áhoot’é … die Leuchtschrift verschwindet wie ein Grinsen, bevor sie das Türchen erreicht hat…auf dem Plakat steht ‚I want to believe‚!

Ja, ich würde auch gerne Glauben, dass ich noch träume oder dass ich endgültig den Verstand verloren habe. Ich werfe meinen Adventskalender weg, nicht dass noch mehr aus dem Adventskalender raus kommt. Heute ist Weihnachten und dann hat der Spuk ein Ende. Der Adventskalender purzelt über die Bettkante und ich höre, wie er auf etwas Weiches fällt.Vorsichtig blicke ich über die Bettkante. Muss von unten wie Kilroy aussehen. Kilroy was here… alles klar. Der Adventskalender wird gerade unter mein Bett gezogen. Die sockenfressende Spinne existiert doch noch! Ich höre noch einen schrecklichen Rülpser und ein alter Pizzakarton fliegt unter dem Bett hervor. Ist ja wie bei einem Sarlacc. Ich kann mich nämlich nicht erinnern, wann ich das letzte mal eine Pizza mit Karton bestellt habe. Die Pizzaschachtel wurde wahrscheinlich schon seit einer halben Ewigkeit unter qualvollen Schmerzen langsam verdaut. So sieht sie nämlich auch aus.

Ich kann meine Neugierigkeit kaum bremsen, mit einer Nagelfeile und einer Häkelnadel bewaffnet, versuche ich nach dem Pizzakarton zu hangeln und öffne ihn eher versehentlich.

Und was ist das? In dem fast verdauten Pizzakarton ist mein lange Zeit verschollenes, angebissenes Käseschinkentoast – Taufrisch, nicht bepelzt oder bepilzt und lächelt mich obszön nickend an…ich habe sie endlich wieder alle beieinander. Alles ist gut, auch wenn ich immer noch keine Weihnachtsgeschenke gekauft habe, es ist alles gut.
In 24 Jahren zur absoluten Nerdhaftigkeit und bis zur Unendlichkeit und immer weiter…

Last Day before X-Mas

Last Day before16367_1268489271088l X-Mas

(Aus dem Jahre 2009 vs. 2012)

Ich habe noch keine Geschenke gekauft, so eine scheiße. Ich schrecke im Büro hoch, die Uhr schlägt von 19.59 auf 20.00 Uhr um und ein Alarm ertönt. Ich habe mich wohl bewegt, weil um 19.30 wird unsere Alarmanlage scharf gemacht und ich hoffe, es kommt jemand um mich zu retten. Der Ton des Alarms ist schlimmer, als meine zwei Dieter Bohlen zusammen. Da könnt ich echt Amok laufen, aber es ist niemand hier, sonst wäre der Alarm schon viel früher los gegangen. Ich mache meine Schublade auf und hole einen Tampon hervor. Ich zerfiesel es fast panisch und mache mir zwei Watteohrpfropfen daraus und stecke sie in meine Ohren….macht es nicht besser, aber doofe Ohren. Und aus einem Ohr hängt mir der Faden… Hm. Dann renne ich zum Klo, ich habe vor mit den Handtüchern aus den Handtuchrollenhalter ein Seil zu basteln und mich aus dem 4. Stock abzuseilen, dann klettere ich über den Zaun zum ADAC und verpiss mich. Hört sich so an, als hätte ich mir da schon oft Gedanken drüber gemacht, im Büro eingesperrt zu werden. Blöd ist nur, dass wir mittlerweile mit dem Amt umgezogen sind, ich sitze jetzt im 3. Stock und den ADAC kann ich von hier aus sehr gut sehen. Und am aller Blödsten ist, dass wir keine Handtuchhalter mehr haben. Und mit den Papiertüchern könnte ich höchstens eine hübsches Feuerchen machen. Ich könnte auch den Feuerwehrschlauch nehmen, oder gleich den Feueralarm drücken, dann werde ich von einer Horde steiler Feuerwehrmännern gerettet, wie geil. Ich renne nicht aufs Klo sondern zurück zu meiner Handtasche, ich habe doch immer ein Feuerzeug dabei. Und damit ab in den Druckerraum, da ist ein Rauchmelder. Ich schiebe die Papiertonne unter den Feuermelder und bin gerade dabei einige Faxprotokolle anzuzünden, als ich die Glastüre aufschwingen höre. Da stimmt doch was nicht, wir sind doch in ein neues Gebäude gezogen. Ich höre ein merkwürdiges Klingeln. Es ist aber nicht das Geräusch der neuen Türöffner und habe auch kein Klacken gehört.

Frau Rösner, das ist wieder die Matrix. Das alte Amt und das Neue verschwimmen in meinem Kopf und vor meinen Augen zu einem selbständigen Ganzen. Ich schreie drei Mal Grönland. Das Klingeln kommt stetig näher. Ich schreie drei Mal Dakota. Ein Mann steht vor dem Druckerraum und dreht sich langsam in meine Richtung. Schuldbewusst wedele ich mit den brennenden Faxprotokollen und verstecke das Feuerzeug hinter meinem Rücken. Mein jugendlicher Charme kann nicht punkten. Es ist der Klemmbrettfetischist und Empfangsroboter aus alten Stasibeständen. Er hat einen Rindertreiber in der Hand und einen Hund am Start, auf seiner Hundemarke steht ‚Herr Honecker‘.

‚Alles klar, mein alter, längst zwangspensionierter Freund?‘ frage ich. Er komplimentiert mich wieder auf den Boden der Tatsachen und zerrt mich aus dem Druckerraum. Die Gänge sind nicht gerade, sondern rund. Wir sind wieder im alten Gebäude. Da müsste doch eigentlich jetzt die Kriminalpolizei sein. Schemen ziehen an mir vorbei. Ein Riss im Raumzeitkontinuum. Woher man dass immer weiß, war doch noch keiner in einem Loch im Raumzeitkontinuum gefangen oder ist gar durch Raum und Zeit gereist, aber wir wissen es immer ganz genau, wenn mal was seltsames passiert, dass muss ein Riss im Raumzeitkontinuum sein!
Er schleift mich wortlos aus dem Quadranten. Hinter der Glastür am Ende des Ganges kann ich gerade noch den alten Wachmann erkennen, wie er mit einer alten Dieselkanne vom Speicher herunter kommt und Richtung Aufzug schleicht. Wie hat er es nur geschafft, die Leiter runter zu klettern, ohne dabei den Elektroschocker und die Dieselkanne aus der Hand zu legen. Der Köter vom Klemmbrettfetischtisen lenkt mich ab, weil er sich vor meinen Füßen auf den Boden wirft, auf den Rücken dreht und wohl gestreichelt werden will.

‚Honecker, böser Hund. Los Fass, da ist sie die Übeltäterin.‘

Der Hund winselt nur.

‚Um 19. Uhr wird hier zugeschlossen und dann wird zurückgeschossen.‘

Warum hört er sich nun an, wie ein kleiner Österreicher. Himmel, was für Drogen mixen die hier ins trübe Wasser. Hitlerhorrorvisionen verheißen ja wohl nie was Gutes. Ihm befällt jetzt bestimmt gleich der Größenwahn. Er richtet die rechte Hand zum Gruß auf und kommt mit dem Rindertreiber auf mich zu. Ich ducke mich weg und laufe, trotz dessen dass es mir eigentlich bewusst sein hätte müssen, dass ich mich immer noch in einem matrixähnlichem Alptraum befinde, davon. Drei mal ‚Bazinga!‘ schreiend laufe ich durch die Gänge und schlage im Vorbeilaufen den Feueralarmknopf ein und die Sicherheitstür schließt sich hinter mir.

Die Sicherheitstür, die wir in der neuen Verwaltung gar nicht haben hätte dürfen und wo eigentlich dieses Wachmannsgespann gar keinen Zutritt hätte haben sollen. Aber nach dem wir nun endgültig in der alten Verwaltung angekommen sind, klappt der Trick mit dem Feueralarm. Der Feueralarm ertönt zu der Alarmanlage. Meine beiden Dieter Bohlen geben sich heute die Hand. Ich drehe mich ihm lauf um und stolpere über meine eigenen Beine. Ich lauf halt auch im Traum, wie ein 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen. Der Hund kam gerade noch durch den Spalt der Tür, doch der Klemmbrettdiktator prallt gegen die verschlossene Metalltür und mit einem lauten Rumsen schließt sich die Tür vollends. Bazinga. Jetzt muss ich mit Herr Honecker nur noch warten, bis mich die Feuerwehr rettet…

‚Frau Rösner, wollen sie nicht nach Hause, morgen ist schon Weihnachten.‘ meinte der neue Wachmann leicht näselnd. ‚Aber vorher hab ich noch ein Gespräch für Sie!‘
Ich bin wach, an meiner Backe klebt ein Stück Papier, ich hab den Telefonhörer in der Hand und der neue Wachmann redet mit mir. Mir ist erschreckender Weise bewusst, dass mir ein Faden aus dem Ohr hängt. Das Gespräch wird durchgestellt. Frau Anita Lackleder vom Bund bayrischer Landfrauen wünscht mir schöne Weihnachten. Ich zieh den Zettel von meiner Backe. Nun ist es wirklich zu spät, um Weihnachtseinkäufe zu machen. Dann gibt’s diesmal halt nichts.

Schönes Fest, was auch immer ihr da feiert.

22-12-12 – The day after yesterday

22-12-12 – The day after yesterday

axtIch wache zitternd auf. Alter, ist des kalt. Ich kann es nicht fassen, gefrorenes Kondenswasser auf meiner Stirn. Ich schaue auf mein Handy, die Uhrzeit steht da, aber das Netz ist aus. Hm. Ich muss wirklich irgendwann umziehen, dass ist ja wirklich eine Zumutung hier. Am Arsch der Welt gibt’s kein Netz. Muss meine Miete kürzen, wegen irgendwas.

Habe vergessen, wie spät es eigentlich ist. Ich suche die Fernbedienung, finde sie und drücke auf den Knopf. Nichts passiert. Ich drücke wie eine Verrückte auf den Knopf, nichts passiert. Ich blicke nach vorne, da leuchtet auch kein Standby-Licht. Hm. Mein Blick schweift durchs Zimmer. Internetkastel aus. DVD-Player Licht aus. Das Ladekabel meines Laptops flimmert nur noch schwach und geht dann auch aus. Ich wollte mir doch noch einen neuen Akku kaufen. Verdammt. Ich stehe widerwillig auf und tappe ins Bad. Gegen den Arsch abfrieren hätte ich gar nichts, wenn es nicht so kalt wäre. Das Licht geht nicht und es ist im Bad noch kälter. Ich geh pinkeln und putze mir die Zähne mit eiskaltem Wasser. Zu mehr fehlt mir der Mut. Eiskalt Duschen ist nicht so mein Ding. Der Wasserkasten meiner Klospülung gibt seltsame Geräusche von sich. Kalt Duschen ist wohl auch nicht so sein Ding. Verwöhntes, teures Dreckstück. Nur weil meine bescheuerte Vermieterin die Klospülung ans Warmwasser angeschlossen hat, macht der Spülkasten jetzt Stress. Fick dich! Mir ist scheiß kalt und du machst Zicken!

Wollte doch meine Miete kürzen.

Ich zieh mich, den Temperaturen angemessen, an. Dann mache ich mein Dachfenster auf, stelle meinen Fußhocker auf meinen Lesesessel und klettere aufs Dach. Es hat gefühlte -4 °C! Irgendwie hat es immer -4°C, wenn ich auf ein Thermometer blicke. Deswegen habe ich Keines. Ich blicke in alle Fenster meiner Nachbarn und die Straße entlang. Keine Zombies. Es brennt aber auch kein Lichtlein und das zwei Tage vor Weihnachten. Da hat wohl jemand seine Stromrechnung nicht bezahlt. Haha! Das ist die Rache für die übertriebene Weihnachtsbeleuchtung. Ich reibe mir die Hände, nicht nur vor Kälte, sondern auch vor lauter Schadenfreude. Ich muss für unliebsame Beobachter aussehen, wie ein blau gefrorener Grinch! Aber wer bespannt die Spanner. Keiner?

Warum auch immer, beschließe ich in die Arbeit zu fahren. Und ich beschließe mich nicht unbewaffnet auf den Weg zu machen. Es ist immer absolut unabdinglich seine Axt mit sich zu führen. Laufe mit meiner Axt in einem Stoffbeutel, einem Handtuch über der Schulter und blauen Gummihandschuhen zum Auto. Warum der Stoffbeutel, weil ich Angst habe, es könnte einer sehen, dass ich eine Axt dabei habe. Muss mich erst dran gewöhnen, dass hier keiner ist. Ich stecke die Axt hinter meine Feuerkiste. Hehe. Mit genug brennbaren Material kann ich zumindest noch ein hübsches Feuerchen machen. Hab gehört, dass Zombies ganz gut brennen sollen. Die rechnen ja auch nicht damit, dass sie auf einen Feuerkünstler treffen, wenn sie so durch die Gegend schlurfen. Ich nehme die Axt wieder aus dem Kofferraum und steige ein.

Ich fahre los. Die Axt, angeschnallt, am Beifahrersitz. Safty First! Kein Radiosignal. Ich lasse den Sendersuchlauf suchen, nichts. Die Straßen sind menschenleer, leider auch keine Zombies!

Ich schau nochmal aufs Handy, kein Netz, auch nicht als ich am O² Gebäude vorbeifahre.

Ich blicke an den Himmel und suche nach den Großen Alten. Ist ja nicht so, als hätte ich mich nicht auf Cthulhu und Co. vorbereitet. Außer dem typischen Hochnebel kann ich aber nichts erkennen. Für den Weltuntergang ist es mir entschieden zu ruhig. Mann, ich wollte doch mit einem lauten Knall abtreten. Mit einer riesigen Party. In einem Shortbus, bei Sodom und Gomorrha…Und nun, Stille, soweit das Auge reicht.

Als ich begonnen habe die Adventskalendergeschichten zu schreiben, hätte ich nicht gedacht, dass ich einen Zeitsprung über 3 Jahre machen würde. Drei Jahre auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und dann so was. Keiner da. Nur ich und Mikroben. Der Sinn ist es wohl, dass ich am 22.12.12 in die Arbeit fahre. Frau Rösner, im Jahr 2009 wäre es Dienstag gewesen, aber heute ist Samstag. Wir lernen es wohl nie!

Da brauche ich mich nicht wundern, dass keiner hier ist, die machen alle noch Weihnachtseinkäufe. Aber auch in der Innenstadt ist nichts los. Ist vielleicht schon Heilig Abend und ich habe es nicht mitbekommen? Oder haben die Großen Alten zu viel Julfest gefeiert. Oder die Aliens waren da und haben die ganzen Idioten mitgenommen, aber warum haben die mich vergessen. Und wen haben die noch vergessen? Ich will nicht der letzte Mensch auf Erden sein. Wer bumst mich dann. Mann, es ist Winter und es hat -4 ° Grad. Für eine Rettichzucht ist es entschieden zu kalt und ohne Strom kann ich auch kein Treibhaus aufmachen.

So geht die Welt zu Grunde, einsam, allein, ohne Schwanz! Und Rettiche züchten und Dildos schnitzen bis ans Ende aller Tage fällt auch aus. Verdammt. So macht der Weltuntergang einfach gar keinen Spaß. Menno.

Ich fahre zum Saturn, der Hort meiner Inspiration im letzten Jahr. Die Theresienwiese ist leer gefegt. Sogar das Tollwood ist verschwunden.

Aber was ist dass, da sind Menschen, ganz viele und sie marschieren in Reih und Glied. Zwar nicht nackt, aber das kann ja noch kommen. Ich fahre verbotener Weise durch die Absperrung auf die Theresienwiese und halte auf die Herde strammer Gesellen zu. Eine ganze Herde 1Euronazis nur für mich. Das wäre doch nicht nötig gewesen. Aber ist denn jetzt schon Weihnachten? Endlich hab ich sie gefunden meine Lebensaufgabe. Ich halte an und krame gleichzeitig nach meiner Muskatreibe von der Tupperware. Dann steige ich aus und gebe mich als die uneheliche Enkeltochter von Adolf Hitler aus. Entnazifizierung 2.0. mit blauen Gummihandschuhen. Das wird ein Spaß. Danke, Großer Alter, ich habe verstanden, du willst auch nicht, dass die Zucht und Ordnung die Weltherrschaft an sich reißt. Ich auch nicht. Aber eine Familienpackung Wund und Heilsalbe wäre schon sachdienlich gewesen. Wie gut, dass ich wenigstens mein Handtuch dabei habe. Das wird euch mehr weh tun wie mir.

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