Alpenroadmovie 12

Alpenroadmovie 12

Freitag, 17.08.2012, 9.00 Uhr

Am Ufer des Lago del Coghinas, Sardinien.

naudersEnzo wurde wach, weil er einen Ball gegen den Kopf bekam. Einen knallpinken, aufblasbaren Wasserball.

‚Sodom und Gomorrha! Dreckschweine. Ziehts eich was an!‘ rief die Stimme eines Mannes. Sind eigentlich nur bayrisch-katholische Touristen auf ihrer Route unterwegs?

‚Kinder, schaut da nicht hin, wir gehen wo anders schwimmen!‘ rief die dazugehörige Frau.

‚Aber nicht ohne meinen Ball!‘ quietschte ein Kind.

Blume sprang auf, wie Gott sie schuf, packte den Ball und warf ihn in Richtung der Moralapostel.‚In der Bibel steht, liebe deinen Nächsten wie dich selbst und wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein! Und jetzt packts eure Schrazen ein und verpisst euch!‘ Dann schritt sie langsam in den See, um eine Runde zu schwimmen.

Enzo hatte sich mittlerweile aufgesetzt und schaute ihr dabei zu. Als sie wieder zum Ufer geschwommen kam und die ungebetenen Badegäste endgültig außer Sichtweite waren, stand er auf, blickte sich schüchtern um und ging langsam ins Wasser.

Später saßen sie im Auto und er raste Richtung Cagliari.

Blume saß auf dem Beifahrersitz und trocknete ihre Haare. Enzo war sehr schweigsam. Deswegen übernahm sie es ihm den Plan aus der Nase zu ziehen.

‚Wo treffen wir diesen Farid?‘

Enzo blickte auf die Uhr und meinte dann:‚Kurz vor Cagliari in einer runtergekommenen Pension irgendwo beim Industriegebiet!‘

‚Um wie viel Uhr?‘

‚Das hat er nicht gesagt, wir haben eine Zimmerreservierung. Er wird dann schon kommen?!‘ meinte er achselzuckend.

‚Du hört sich nicht gerade zuversichtlich an!‘

‚Er wird erst nach Sonnenuntergang kommen, es ist grad Ramadan!‘

‚Farid ist ein gläubiger Muslime?‘

‚Wenn es zu seinen Geschäften passt dann schon. Ich muss fast das Doppelte zahlen, weil wir Ramadan haben!‘

‚Ich bin gespannt, was er für Einer ist.‘

‚Er ist ein unglaublicher Salbaderer und ein Meister der Verkleidung. Wir werden ihn erst erkennen, wenn er schon bei uns im Bett liegt.‘

‚Wenn du es sagst!‘ meinte sie und blickte ihn lächelnd an.

Fortsetzung folgt in Manchmal kommt es anders… Killer 9! Es lohnt sich!

Alpenroadmovie 11

Alpenroadmovie 11

Donnerstag, 16.08.2012, 22.00 Uhr

Ein Parkplatz irgendwo am Lago del Coghinas, Sardinien.

‚Bambi, wir können es doch nicht im Auto machen, die Leute schauen uns zu.‘ flüsterte Blume, als er ihr das Kleid hochschob.

‚Ich habe nichts zu verlieren! Und was für Leute überhaupt. Wir parken Irgendwo im Nirgendwo.‘ säuselte er ihr ins Ohr und küsste ihren Hals.

‚Bitte nicht, Bambi! Nicht hier!‘

‚Du bist in einen italienischen Auto, die beschlagen ziemlich schnell.‘

Sie versuchte sich aus seinem Griff zu entwinden.

‚Ich mache es mit dir auch am See!‘

‚Und da fressen uns die Mücken!‘ rief sie angewidert

‚Dann müssen wir wohl oder übel doch hier bleiben!‘ flüsterte er und zog ihr Höschen aus. Als er seine Finger in ihrer Muschi vergrub, wehrte sie sich nicht mehr dagegen, stattdessen öffnete sie hastig seine Hose.

‚Bambi, du hast echt einen schlechten Einfluss auf mich!‘ stöhnte sie ihm ins Ohr, als sie seinen Schwanz hervor holte, der bereits steif war.

‚Es tut mir leid. Ich kann nichts dafür. Du weißt doch, er hat seinen eigenen Kopf.‘ stöhnte er ihr zu und entzog ihr seinen Schwanz, um ihn wenig später ganz langsam in sie hinein gleiten zu lassen. Sie stöhnte auf und schloss die Augen. Er fickte sie so schnell es seine Verletzung erlaubte.

Kurz bevor er kam, fuhr ein Auto von der Straße ab und parkte ein Stück neben ihnen. Hastig verschloss er ihren Mund mit einem Kuss, damit sie nicht so laut Stöhnen konnte. Er hielt inne und suchte nach seiner Waffe. Ein beleibter Mann mit einem Sonnenhut auf dem Kopf stieg aus, ging ein Stück und pinkelte dann gegen einen Busch. Er hatte eine kurze Hose, ein Bermudahemd, weiße Tennissocken und Birkenstocksandalen an. Als der Wildpinkler fertig war, bemerkte er die Beiden, lief auf ihr Auto zu und klopfte an die Fensterscheibe und schrie laut: ‚Sodom und Gomorrha! Nehmts eich a Zimmer!‘

‚Vaffanculo!‘ schrie Enzo und fuchtelte zum Glück nicht mit seiner Waffe, sondern nur mit beiden Händen. Der typisch deutsche Urlauber stieg schimpfend in seinen Wagen und hinterließ nichts als eine Staubwolke.

Dessen ungeachtet, aber ein bisschen aggressiver, als noch wenige Momente zuvor, brachte Enzo zu Ende, was er begonnen hatte. Erschöpft kam er auf ihr zu liegen und grinste sie verstohlen an. Blume keuchte ihm entgegen. ‚Du bist ein Schuft! Was sollen nur die Leute von uns denken?‘

‚Du hast es doch gehört, Sodom und Gomorrha!‘

‚Vielleicht sollten wir doch zum See gehen!‘

‚Vielleicht sollten wir das Auto irgendwo parken, wo es nicht so auf dem Präsentierteller ist.‘ meinte Enzo, küsste sie flüchtig, zog seine Hose hoch und stieg aus, um gleich wieder am Fahrersitz Platz zu nehmen. Blume wurde ganz schön durch gerüttelt, als er vom Parkplatz auf einen Feldweg fuhr.

‚Perfekt!‘ rief er und hielt den Wagen.  Schau mal!‘

Blume blickte nach vorne aus der Windschutzscheibe und sah einen atemberaubenden Sternenhimmel über dem See.

‚Komm, lass uns zum Wasser runter gehen!‘ meinte er.

Sie allerdings hörte ihm gar nicht zu, weil sie ihr Handtuch suchte. Sie hatte doch extra Eines gekauft. Als sie es endlich gefunden hatte, rief sie ganz aufgeregt: ‚Komm lass uns Schwimmen gehen.‘

‚Jetzt!‘

‚Wann dann?‘ rief sie und stieg aus dem Auto. Er griff nach einer Decke und nach dem Flachmann, den sie für alle Fälle auch in diesem Auto unter den Sitz gelegt hatte und folgte ihr. Als er am Ufer angekommen war, hatte sie ihr Kleid schon ausgezogen und war bereits plantschend ins Wasser gesprungen. Er zog sich aus und watete ins Wasser, aber nur soweit, dass seine Verletzung nicht mit dem Wasser in Berührung kam.

‚Schwimm nicht so weit raus! Ich kann nicht weiter rein!‘

Irgendwann schwamm sie wieder zurück und kam zu ihm. ‚Kannst du nicht schwimmen?‘

‚Ich bin auf einer Insel aufgewachsen, natürlich kann ich schwimmen!‘ meinte er und deutete auf seine Wunde.

‚Ein bisschen nass kannst du sie schon machen. Ich verpflaster dich wieder, wenn wir draußen sind.‘ Sie stand vor ihm auf und umarmte ihn. Als sie sich küssten, bemerkte sie, dass sich sein Schwanz schon wieder bemerkbar machte.

‚Schon wieder!‘ flüsterte sie und drückte ihren nackten Körper an den Seinen.

Er zuckte nur mit den Schultern: ‚Tut mir leid, du weißt ja…!‘ Dann blickte er nach unten. ‚Benimm dich mal, so kenn ich dich ja gar nicht!‘

Beide mussten lachen, dann küssten sie sich wieder und stolperten zum Ufer zurück. Auf der Decke kamen sie etwas abrupt zum Liegen. Und diesmal war es ihr egal, ob sie nun beobachtet wurden oder nicht. Oder was irgendwelche Leute dachten, die gar nicht da waren.

Fortsetzung folgt in Manchmal kommt es anders… Killer 8! Es lohnt sich!

Alpenroadmovie 10

Alpenroadmovie 10

Donnerstag, 16.08.2012, 16.00 Uhr

Hafen, Bonifacio, Korsika

Enzo und Blume saßen auf einer gemütlichen Bank in Bonifacio am Hafen in einem kleinen Café. Vor ihnen lagen halbleere Teller auf dem Tisch, zwei Tassen und eine Kanne mit Kaffee. Blume schlief in seinem Arm und er hangelte nach seiner Kaffeetasse. Seine Wunde schmerzte wieder und er rutschte nervös auf der Bank umher. Er kam sich zu Recht wie auf dem Präsentierteller vor. Die Kellnerin war schon zweimal da gewesen. Sein Französisch war heute ziemlich grausam, aber er schaffte es ihr irgendwie zu verstehen zu geben, dass sie noch nicht fertig waren mit dem Essen. Sie brachte unaufgefordert zwei Gläser Wasser, die Rechnung und Alufolie. Er zahlte und bedankte sich überschwänglich. Sie schien aus seinem Gestammel heraus tatsächlich Gedanken lesen zu können.

Das Fährschiff lief ein und endlich kam Bewegung in die Sache. Blume wurde wach, als er sich regte, um die Reste einzupacken. Völlig neben sich versuchte sie nach einem der Gläser zu greifen. Die Autos rollten an ihnen vorbei.

‚Ich glaube wir können langsam zum Auto gehen!‘ meinte Enzo.

Bambi trank das Wasser in einem Zug leer und stellte das Glas hin.

Sie fuhren an Bord. Dieses Fährschiff war viel kleiner, als das Letzte. Es gab keine Kabinen. Sie beschlossen also im Auto zu bleiben. Das war auf dieser Fähre nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. Das entsprach zwar nicht den Sicherheitsbestimmungen, aber ging am Ende viel schneller.

Bambi kletterte auf den Rücksitz und lehnte ihren Kopf gegen die Scheibe.

‚Darf ich zu dir auf den Rücksitz?‘ fragte Enzo.

‚Natürlich Bambi!‘ meinte Blume

Er machte die Tür einen Spalt auf, zwängte sich aus dem Auto und ging zum Kofferraum. Sie hörte ein Knacken, der Kofferraum öffnete sich und Enzo grinste sie an. Er gab ihr die Tüte mit dem Proviant und zwei Decken.

‚Vorsicht bitte!‘ meinte er schließlich und die Rückbank klappte nach hinten um. Der Kofferraum wurde vorsichtig geschlossen und Enzo tauchte wenig später an der Seitentür wieder auf.

‚Ist da noch frei, schöne Frau?‘

‚Flirtest du mit mir?‘

‚Hatte gerade nichts anderes vor.‘ Er lächelte und kroch zu ihr auf den Sitz. Sie bemerkte sein schmerzverzerrtes Gesicht.

‚Du hast wieder Schmerzen!‘

‚Kann ich dir eigentlich was verheimlichen?‘

‚Nein, Enzo. Kannst du nicht!‘ meinte sie, während sie nach Schmerztabletten kramte. ‚Du trinkst zu viel Kaffee und zu wenig Wasser!‘

Sie gab ihm die Tabletten und kramte nach einer Flasche Wasser. Er nahm artig die Tabletten und sie zog ihm das Hemd aus, um nach seiner Wunde zu sehen.

‚Sieht eigentlich ganz gut aus.‘ flüsterte sie mehr zu sich, als zu ihm und drückte an der Wunde herum.

‚Ahhhh!‘ schrie er und sie hielt ihm den Mund zu.

‚Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, um zimperlich zu werden.‘

Er sagte nochmal:‚Aua!‘ durch ihre Hand hindurch. Sie lies schlagartig von ihm ab und nahm ihn in den Arm. Langsam lehnte sie sich nach hinten und er lies sich von ihr betten. Behutsam deckte sie ihn zu und streichelte seinen Kopf.

‚Schlaf ein bisschen!‘

‚Ich kann schlafen, wenn ich tot bin!‘

Sie knallte ihm eine. ‚Rede nicht so!‘

‚Bin ich erst mal im Camp, bin ich ein toter Mann. Die werden mich da durch die Mangel drehen, bis ich einer von ihnen bin. Und wenn ich wieder zurück bin, hab ich die Behörden an den Hacken kleben. Weil es kommt nichts gutes aus nem Camp von Farid.‘

‚Hättest du dir das nicht vorher überlegen können, bevor…!‘ Ihre Stimme brach und sie musste schlucken.

‚Bevor ich in deinen Wagen gestiegen bin?‘ fragte er.

‚Zum Beispiel!‘

‚Oder bevor ich mich in dich verliebt habe!‘

‚Nein, bevor dir klar war, dass dein Leben keine Zukunft hat…!‘ Tränen liefen ihr die Wangen herab. ‚…Bevor ich mich in dich verknallt habe!‘

‚Blume bitte, ich will mich mit dir nicht streiten!‘ flüsterte er, als er sich umdrehte und sie zu küssen versuchte. Sie wehrte sich dagegen. ‚Weine nicht, kleine Blume und lass uns die nächsten zwei Tage nicht mehr streiten. Die Nonna lässt sich was einfallen, sie wird nen Anfall kriegen, wenn ich nicht bis Weihnachten wieder zu Hause bin.‘

‚Weihnachten also?‘

‚Ich möchte bis Weihnachten wieder zu Hause sein!‘

‚Ist das ein Versprechen?‘

‚Ich bete inständig darum, dass ich es nicht gezwungen bin, es brechen zu müssen!‘

Fortsetzung folgt: Manchmal kommt es anders… Killer 7! Es lohnt sich!

Alpenroadmovie 9

Alpenroadmovie 9

Donnerstag, 16.08.2012, 08.00 Uhr

Hafen von Bastia, Korsika

Die Morgensonne strahlte ihr entgegen, als sie die Gangway hinunter lief. Sie hatte ihren Schal um den Kopf gewickelt und die Sonnenbrille auf der Nase. Sie kam sich ein bisschen vor, wie eine Filmdiva, nur ohne Blitzlichtgewitter. Nur der Rucksack auf dem Rücken und die beiden Becher Kaffee to go, die sie in einer Hand balancierte, machten sie doch nur zu einer ganz normalen Touristin. Sie blickte den Kai entlang. Mann, würde sie hier gerne Urlaub machen. Es war nicht grad der Traum ihrer schlaflosen Nächte, halb Europa in zwei Tagen mit überhöhter Geschwindigkeit zu durchfahren. Wie oft sie wohl geblitzt wurde? Da fiel ihr ein, dass sie irgendwann ihre Mutter darüber in Kenntnis setzen musste, dass sie ihre Wohnung auflösen durfte. Wie sie das mit ihrer Arbeit machen sollte, wusste sie noch nicht. Sie konnte ja schlecht aus dem Urlaub heraus fristlos kündigen. Eine ansteckende Krankheit wäre eher eine Lösung. Ob die Nonna einen Arzt hat, der ihr irgendwas diagnostizieren würde. In Gedanken versunken ging sie den Kai entlang.

‚So allein, Schöne Frau!‘ hörte sie Enzo rufen, als er mit dem Wagen neben ihr entlang fuhr.

Erschrocken blickte sie ihn an, lächelte aber gleich und stieg in den Wagen.

‚Ich hab Kaffee für uns!‘ trällerte sie.

‚Du bist ein Schatz, das ist genau das Richtige!‘

Er fuhr von der Küste ins Landesinnere, weil er nicht an der Küstenstraße entdeckt werden wollte. Die Fluchtmöglichkeiten waren nicht besonders gut, wenn es nur geradeaus und zurück ging. Und er hatte nicht vor in diesem Auto zu sterben, mit dieses unglaublich tollen Frau an seiner Seite. Nach Corte wechselte Blume wieder ans Steuer, weil er wieder starke Schmerzen hatte. Sie gab ihm nochmal Schmerzmittel und lies ihn Schlafen, bis sie wieder kurz vor der Küste waren.

‚Bambi! Wir sind kurz vor Bonifacio!‘

‚Oh verdammt, wie viel Uhr ist es?‘ gähnte Enzo und streckte sich.

‚Wir haben noch ewig Zeit bis 17.00 Uhr!‘

‚Woher weißt du, wann die Fähre geht?‘

‚Hab nen Flyer mitgenommen!‘ meinte sie belustigt und drückte ihm eine Broschüre in den Hand.Und die Fähre von Cagliari fährt nur nach Trapani und zwar immer Sonntag vormittags!‘

‚Das ist ja auf Französisch!‘

‚Mein Französisch ist eigentlich auch viel besser als mein italienisch.‘

Forsetzung folgt: Manchmal kommt es anders…Killer 6! Es lohnt sich!

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