Die Bine und die Römer

Die Bine und die Römer

IMG_1782Schon als Kind verschlang ich einen Asterix & Obelix-Comic nach dem Anderen. Ich liebte die Geschichten. Ein kleines Dorf, ihre unermüdlichen Bewohner und die noch unermüdlicheren Römer in ihrer glänzenden Rüstungen. Auch die Verfilmungen habe ich alle gesehen, auch wenn sie ein bisschen albern sind, wir hatten ja nur 5 Sender und so eine Auswahl wie heute gab es damals nicht. Bis Gladiator gab es im Genre Römerfilm nicht viel, außer Quo Vadis und Asterix & Obelix. Aber das hat sich ja zum Glück geändert. Und es darf gerne noch mehr davon kommen. RRR.

Ich dachte Jahre nicht mehr darüber nach. King Arthur kam in die Kinos und ich konnte mich kaum entscheiden, auf welcher Seite ich sein wollte, auf die der Römer oder die der Pikten. Am Ende war ich auf der Seite der tapferen Sarmatenreitern (Doppel-RRR).

So begab es sich, dass ich eines Tages mit meiner Feuershowgruppe nach Ungarn fahren sollte. An alles habe ich gedacht, nur dass ich dort in einem Römerkastell sein würde, garantiert nicht. Einfach nur himmlisch. Man konnte Nachts die Zikaden zirpen hören. Wir haben ein paar Römer kennengelernt, die eigens aus Ingolstadt angereist waren. Mir wurde selbstgebrannter Schnaps von irgendwelchen Rumänen angeboten, wir hatten einen lustigen Abend. Irgendwann schlenderte ich mit einem einfachen Legionär durch die Gärten. Wir betraten den Rasen und ich nahm ein Bad. Dann ließen wir uns auf einer Säule nieder und ich hatte ein sakrales Erlebnis mit diesem Römer. Liebe auf den ersten…Naja, ich weiß bis heute nicht wie der Legionär heißt. Hm. Zwei Dinge muss man dazu noch bemerken, die Säule auf der wir uns vergnügt haben, schien sich im Nachhinein als Nationaldenkmal herausgestellt zu haben. Der Wachmann der die Säule bewachen sollte, war allerdings mit spannen und wichsen so beschäftigt, dass er uns wohl nicht in Kenntnis setzen konnte, dass wir da ein Nationaldenkmal schändeten. Gut wir hätten ihn wahrscheinlich eh nicht verstanden. Böse Zungen behaupten wir hätten seither Einreiseverbot in Ungarn und nur dem Beitritt Ungarns zur EU hätten wir es zu verdanken, dass wir in diesem Jahr wieder geladen wurden.

Und erschreckender Weise haben wir tatsächlich Fans in Ungarn. Und ich bin seither ein Römergoupie geworden. Und nach der Devise man trifft sich immer zweimal im Leben, hatte ich dieses Jahr nach dem Römer Ausschau gehalten, obwohl ich mittlerweile nicht mehr genau sagen kann, wie er ausgesehen hatte. Ähm. Zumindest kann ich mich an sein Gesicht nicht mehr erinnern. Hm. Also werde ich ihn wohl nie wieder sehen oder gar seinen Namen erfahren.

Durch dieses Ereignis musste ich sehr viel Spott über mich ergehen lassen, aber in mir wuchs auch ein ungezügeltes Verlangen. Ach du Scheiße ich hab mir in Ungarn einen Römerfetisch eingefangen und wie krieg ich den nun jetzt wieder los. Meine DVD-Sammlung ziert nun auch ein paar Römerfilme. Ersatzbefriedigung könnte man sagen. Egal ob es Centurio (Danke an Michael Fassbender) oder Der Adler der neunten Legion (Und Danke an Chaning Tatum) ist. Ich verschlang beide Staffeln Rom an einen Wochenende und ich habe mich insgeheim in Titus Pullo verknallt. RRR. Der Darsteller spielt ja auch in King Arthur mit. RRR. Egal, die innige Männerfreundschaft zwischen Titus Pullo und Lucius Vorenus haben mich tief bewegt und als Lucius Vorenus in den Ring der Gladiatoren sprang, um seinen Freund zu retten und damit dem Tod seine eigene Schippe ins Fressbrett drosch, heulte ich Rotz und Wasser.

(Ich kann mich nur immer wieder wiederholen, in beiden Staffeln Rom kommen tatsächlich nur 4 unerigierte Schwänze, wobei Einer vom jungen Cäsarion ist, Einer vom Brutus, als er ins Wasser ging und sich doch nicht umbrachte, Einer vom Marcus Antonius, als er sich im Hof waschen lies und von dem Liebessklaven mit den hässlichen Fußnägeln. Wo ich doch alles dafür tun würde, den Penis von Titus Pullo zu sehen…)

So begab es sich, dass ich dieses Jahr bei einem Auftritt als Nonne in einem Club, den Besitzer kennenlernen durfte und der sah genauso aus wie Ray Stevenson, der bekanntlicher Weise Titus Pullo, Dagonet und den Punisher Warzone spielte und ich war als Nonne verkleidet. Epic Fail!! Und für die sündigen Gedanken komme ich in die Hölle und zwar dreimal mehr, als all die Menschen in diesem Sündenpfuhl.

Jetzt hab ich mich auch noch überreden lassen, in einer Kelten-Larpgruppe mitzumachen. Und irgendwie bekomme ich das Gefühl nicht los, dass der Hintergrund mir quasi auf den Leib geschrieben wurde. Blut und Feuer, der gehörnte Hirschgott und die Aussicht auf Römer!? Hm. Ich hoffe inständig, dass ich der Rolle gerecht werden kann und dass mir mein Römerfetisch nicht einen gewaltigen Strich durch die Rechnung macht. Ich bin zwar ein guter Schauspieler, aber manchmal kann ich mich eben auch kaum zurück halten. Langsam muss ich echt was für oder gegen meinen Römerfetisch machen.

Fazit:

Ein Dreifaches RRR für Ray Stevenson, Chaning Tatum und Michael Fassbender für ihre Römerdarstellung und danke dafür, dass der Römer in meinen Träumen jetzt auch ein Gesicht bekommen hat. Und zwar jede Nacht ein Neues. Hm.

Ein Doppel-RRR an die Sarmatenreiter aus King Arthur.

Und ein kleines RRR für all die Römerfilme da draußen und die, die es noch werden wollen. Danke.

Merke: Mich selbst für den KlausKinskiAward nominieren, falls ich die Sache mit dem Römerfetisch nicht wieder hinkriege.

Gegearstellung: Asche auf mein Haupt! Meine Behauptung man würde in 2 Staffeln Rom nur 4 Schwänze sehen, stimmt nicht ganz. Es sind tatsächlich 5 und zwar der von Titus Pullo (Ray Stevenson), als seine Irene das Kind verliert. Wie konnte ich das nur übersehen? Gut es war dunkel und ich hab ihn mir größer vorgestellt…Was für eine Enthüllungsgeschichte, das Jahr fängt ja gut an…

An der Säule

An der Säule

Nach getaner Arbeit saß sie im Vorraum zur Küche und blickte durch das Fenster nach draußen. Ihr Blick war genauso hoffnungsvoll, wie traurig. Die Sonne küsste gerade noch die Bäume, bevor sie dahinter verschwand. Schwer seufzend zog sie die schweren Vorhänge zu. Als sie sich bückte, um die Vorhänge mit einem schweren Stein zu beschweren, krachte etwas flatternd gegen den Stoff. Aufgeregt riss sie den Vorhang wieder auf. Da saß eine Taube auf dem Fenstersims und guckte sie an. Bereitwillig lies sie sich aufnehmen und ins Innere heben. Hastig zog sie etwas vom Bein des Tieres. Ein Zettel. ‚Noch vor Mitternacht an der Säule. In Liebe.‘

Hastig kritzelte sie etwas auf den Zettel, befestigte ihn wieder an der Taube und lies sie fliegen, als sie zur Tür hinaus eilte. Schnellen Schrittes lief sie zu ihrer Kammer und warf die Arbeitskleidung von sich, wusch sich schnell und hüllte sich in ein frisches Gewand. Sie wickelte sich in einen Umhang, den sie sich auch über den Kopf legte und verließ ihre Behausung. Draußen war es bereits dunkel geworden. Die Zikaden zirpten ihr Lied. Es war nicht weit zu den Gärten der Herrschaften, für die sie arbeitete. Geduckt lief sie in die Nacht. Vom Herrenhaus ging ein Weg hinunter bis zum See und zum meist verlassenen Seehaus. Der Weg wurde von einer langen Pergola gesäumt, deren Balken von Weinranken umhüllt waren. Auf der Hälfte des Weges zum See bildete die Pergola ein Rondell, in deren Mitte eine abgebrochene Säule stand. Sie hatte nie herausbekommen, warum gerade diese Säule dort stand und warum immer mal wieder Blumen dort niedergelegt wurden.

Dies war im Übrigen auch der einzige Punkt der Pergola, der nicht von beiden Seiten des Weges einzusehen war. Herankommende Personen würde man erst hören und bevor man selbst zu sehen wäre. Das gab einem noch genug Zeit sich durch die Ranken aus dem Staub zu machen. Ein perfekter Treffpunkt für ein Stelldichein.

Das Seehaus wurde nachts nie bewacht, weil keiner so dumm war, die lange Strecke am Felsen entlang im Dunkeln zu schwimmen und dann noch den steilen Weg hinauf zum Seehaus zu steigen, so dachte der Hausherr. Falsch gedacht, ihr Liebster nahm die Strapazen mehrmals in der Woche auf sich, nur um sich mit ihr zu treffen. So verrückt war er nach ihr.

Leichten Fußes eilte sie den Weg in der Pergola entlang. Völlig lautlos, dass hatte sie mittlerweile gelernt. Eigentlich war es ihr nicht gestattet, sich mit überhaupt jemanden zu treffen. Die Herrschaften waren sehr streng mit ihr. Ihr Herz pochte immer lauter, um so näher sie an die Säule kam. Sie hielt sich den Mantel gegen die Brust und hoffte ihr Herz beruhigen zu können. Ein sinnloses Unterfangen, jeder in ihrer Nähe würde ihr Herz laut pochen hören können. Der Weg machte eine Biegung und da war die besagte Säule. Durch ein Loch in der Rankendecke drang Mondlicht hindurch und spiegelte sich an der Säule. So dass es den Anschein hatte, als würde sie im Dunkeln leuchten. Ihr Schritt wurde langsamer. Ihr Herz aber schien ihr fast aus der Brust zu springen. An der Säule angekommen, glitten ihre Finger über den kalten Stein. Langsam ging sie in die Knie und setzte sich genau in den Schatten der Säule und lauschte. Sie hörte nur Herz pochen. Dann die Zikaden. Der Wind rauschte durch die Weinranken. In der Luft lag der süßliche Duft der Weintrauben und vom Wind wurde der Duft von Lavendel von den Gärten zu ihr herüber getragen. Sie seufzte und zog langsam die Luft zwischen ihren Zähnen hinein. Ihre Gedanken galten nur ihm, niemand anderen. Sie verzehrte sich nach seinen Berührungen. Nach seinen Küssen. Seiner Zunge, wie sie über ihren Körper glitt. Sie bemerkte, wie sie allein an den Gedanken daran erregt wurde. Ein Schauder lief ihr über den Rücken und sie fühlte die Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen…

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