Glückskeks Calling Episode 7

Glückskeks Calling Episode 7

IMG_20151119_190801594_HDRIch wache auf, weil alles ziemlich still ist. Zu still. Ich fühle mich merkwürdig leicht und irgendjemand muss ernsthaft den Ton abgestellt haben. Dumpfer Druck bringt mich dazu, dass ich doch versuche meine Augen zu öffnen. Ich muss pissen. Schlagartig brachen unglaublich viele Eindrücke auf mich ein. Und in Windeseile wurden mir viele meiner Fragen beantwortet, obwohl ich eigentlich keine einzige Frage gestellt hatte. Man könnte fast sogar ein Bisschen sagen, too much information. Das warf seltsamerweise noch mehr Fragen auf. Nachdem außer mir scheinbar niemand sieht was ich sehe, versuche ich das in Worte zu fassen was mich irrsinnig und sprachlos macht. Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr…. keine Ahnung. Bling. Bling. Die Anzeige an meinem Raumanzug muss eingefroren sein. Es ist eh ziemlich kalt hier drinnen. Kann da mal jemand die Heizung anschalten? An der Scheibe meines Raumanzuges kann ich ein paar Eiskristalle über mein Goldfischglas wandern sehen, als wären die Eiskristalle eine halbwegs intelligente Lebensform, die völlig stumm versuchen mit mir Kontakt aufzunehmen. Die Unterhaltung der Stummen innerhalb und außerhalb des Gildfischglases wirft wiederum noch mehr Fragen auf.

Die Schwerkraft ist völlig außer Kraft gesetzt und ich treibe stumm, ratlos und ziellos durch eine ziemlich runtergekommene Schrottmühle. Im Licht der Notbeleuchtung schaue ich mich um.

Neben zwei Spielzeugdinosaurier, die auf einer Konsole stehen, kann ich eine Vorrichtung erkennen, wo man ordinäre Kassetten abspielen könnte, wenn man welche hätte. Ich hab so ein bisschen Angst davor, wenn das Licht noch völlig ausfällt, dass ich dann der fleischgewordene Goldfisch in einem echt abartigen Jackson Pollock Bild werde.

Ach ja, aufgrund der fehlenden Schwerkraft trudel ich immer noch durch das Innere des Raumschiffes. Wie ein Quastenflosser in der Tiefsee. Auf der Suche nach Plankton oder irgendetwas was sich zu fressen lohnt. Einen Anglerfisch könnte ich jetzt schon verdrücken. Ich muss nicht nur Pissen, sondern ich hab auch noch tierischen Hunger.

Ich trudel wieder an den riesigen Fenstern vorbei und sehe den Weltraum. Unendliche Weiten. Ein Raumschiff mit einer eine Frau starken Besatzung unterwegs um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen…halt…fremde Welten zu erforschen wäre ja schon geil, aber Raumanzüge und Enterprise passt ja nicht ganz zusammen. Die Nummer mit der Schwerkraft haben die Jungs von der Nasa etc. ja noch nicht gelöst. Hm. Also ist das hier eher die Nummer von 2001 Odyssee durchs Weltall.

Naja, 2001 ist ja schon lange vorbei. Ganz schön schräg eigentlich, wenn man mal bedenkt, welche SiFi Filme sich schon selbst überdauert haben. Irre gell, dass Marty Mac Fly in diesem Jahr in der Zukunft gelandet ist, um dann wieder in seine Vergangenheit ähm Gegenwart zu reisen. Da könnte man sich schon ganz schön den Kopf verbiegen, wenn nicht schon alles klar wäre. So klar war es selten, trotz beschlagener Scheiben. Ach ja, ich bin ja schon wieder abgeschwiffen, ich sollte erstmal zu meinen Fragen und vorallem zu den Antworten, die mir die Stille und der Ausblick hier innerhalb von 3 Sekunden verraten haben, Stellung nehmen. Boa hab ich einen Klugscheißer gefrühstückt? Naja, auf jeden Fall hat man im Weltall Hunger und zwar so einen Großen! Und Pupsen im Raumanzug ist weniger zu empfehlen, außer man hat Freude an dem fleischgewordenen Atem des Golgataner vor dem man nicht flüchten kann, außer man zieht den Tod durch extremen Druckabfall, Blitzerfrierung und Ersticken vor. Und wer will schon so aussehen wie der Arnie, wie es ihm auf dem Mars die Augen quasi aus dem Schädel gedrückt hat. Gar nicht schön.

Die wichtigste Frage ist eigentlich, wenn es im Weltall völlig still wäre, würde dann auch der vorlaute Tinnitus endlich die Fresse halten? Nein tut er nicht. Er piepst. Aber gepiepst hat er ja noch nie. Normalerweise rauschen Dieter Bohlen und Thomas Anders in zwei verschiedenen Frequenzen. Manchmal pfeift einer der Beiden.Und manchmal sogar aus dem letzten Loch. Aber gerade hält der Dieter endlich die vorlaute Fresse und Thomas verhält sich anders. Er piept. Piep. Piep.

Nein, es ist ein fiep, fiep. Oh mei, vielleicht handelt es sich ja vielleicht doch um eine zwei Mann große Besatzung. Ich und der Hundopus.

Wo is er denn? Ganz ein Braver. Ich versuche mich gezielt durch den Raum zu bewegen und dann fand ich ziemlich schnell die Ursache des Fiepsen. Naja das Fiepsen, dass urplötzlich in einen lästiglauten Warnton umschwenkte und eine ziemlich nervige Stimme kam durch den Lautsprecher in meinem Helm: ‘Sie haben die automatische Selbstzerstörung gewählt, Sie haben noch 10 Minuten das Raumschiff zu verlassen. Ich wünsche noch einen angenehmen Tag.’

Einen blöden Scheiß hab ich. Wer zum Teufel drückt denn freiwillig auf die automatische Selbstzerstörung? Wie blöd kann man denn sein?

Naja, ich hab ja noch 10 Minuten, vielleicht kann ich das Ding ja ausschalten. Ich suche eine Konsole, die so aussieht, als würde sie wie ein Weihnachtsbaum blinken.

Süßer die Glocken nie klingen, da ist sie ja schon. Ich drücke den großen roten Knopf in der Mitte einer bunt blinkenden Konsole und hoffe, dass die Bedienung des Bordcomputer in einfacher Sprache erklärt werden würde.

‘Geben Sie die den Sicherheitscode ein!’ sprach die nervige Stimme wieder. ‘Geben Sie den Sicherheitscode ein!’

Ich versuche mich zu konzentrieren. Was mach ich eigentlich im Weltall und IMG_20151104_113446255wer hat mich hier hergebracht. Ich krame in der Außentasche meines Raumanzuges und als ich die Hand wieder herauszog, kamen nur ein paar Krümel und ein rotes Plastiktütchen aus meiner Tasche gepurzelt und schwebten mit mir zusammen um die Konsole herum. Der rote Plastikfetzen trieb an meinem Goldfischglas vorbei. Ach du Scheiße, der Glückskeks hat wieder zugeschlagen. Du Drecksack, so haben wir nicht gewettet, du hast zuletzt gesagt, dass ich auf dem richtigen Weg sei und jetzt bist du ganz plötzlich über den Knopf der automatische Selbstzerstörung gestolpert. Ich glaub es hackt. Das Fiepsen war mittlerweile unerträglich geworden. Der Zettel des Glückskeks trudelt an mir vorbei und darauf stand: ‘Du musst jetzt aufwachen!’

Werbeanzeigen

Glückskeks Calling Episode 6

Glückskeks Calling Episode 6

FortunecookieIch wache auf und bin nackt. Was nicht weiter verwunderlich ist. Ich scheine völlig alleine zu sein und als ich die Augen öffne, finde ich meine alten Wohnung im gewohnten Chaos vor. Ich drehe mich auf die Seite und will eigentlich weiterschlafen. Vor meiner Nase liegt irgendwas. Hm. Ich versuche es zu fassen zu bekommen und ich schlage mir dabei auf die Nase. Meine Hände sind noch ein wenig unkontrolliert. Beim zweiten Versuch klappt es. Es ist ein Stringtanga. Hm. Vielleicht hab ich gestern Nacht schlafgewandelt und dabei Pornos geschaut. Ich blicke mich nochmal um, und mein Laptop steht fast in Reichweite, aber an seinem gewohnten Platz. Er scheint auch aus zu sein. Also vielleicht doch keine Pornos geschaut.

Ich beschließe irgendwann doch aufzustehen und springe wie ein junger Gott aus dem Bett und will mir irgendwie instinktiv zwischen den Beinen kratzen und rutsche aber auf etwas aus, worauf ich eher unsanft den Boden küsse, bevor meine Hand meine Körpermitte hätte erreichen können. Vor meiner Nase liegt ein benutztes Kondom. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und kratze mich am Kopf, den ich mir wohl gerade angeschlagen habe.

Dann beginnt mein Hirn endlich an zu arbeiten und ich fasse mir nun wirklich zwischen die Beine, um zu kontrollieren, ob ich in letzter Zeit irgendwie freiwillig oder unfreiwillig Sex gehabt haben könnte und was ich da ertastete entzückte mich einerseits, erschreckte mich allerdings auch. Zwischen meinen Beinen stand eine mehr oder weniger phantasmagorische Morgenlatte auf Halbmast. Heiliger Glückskeks, ist denn jetzt schon November?

Und wo sind meine Titten hin. Böser Glückskeks, nimm mich doch nicht immer so wörtlich! Schlechter Tausch. Oder eigentlich, HM.  Aber was will ich auch erwarten von einem Glückskeks, der nie hält war er verspricht.

Wenn ich schon mal einen Penis habe, könnte ich ja den ganzen Tag Pornos schauen und mir einen Wedeln und mir bis Freitag überlegen, wie ich das meinem Mann beibringe. Und vielleicht wache ich ja gleich schreiend auf und es war alles nur ein Traum.

Fortsetzung folgt… vielleicht!?

Glückskeks Calling Episode 3

Glückskeks Calling Episode 3

FortunecookieIch werde von einem nervösen Zucken überhalb meines Auges wach und denke mir, dass ich eigentlich nach entspannenden Träumen vielleicht morgens nicht mit einem kinskiesken Zucken in der Fresse aufwachen sollte. Es sei denn, meine Träume halten mich wieder dermaßen auf Trab, dass ich morgens schon total gestresst mit dem skrat’schen Augenzucken aufwache.

‚Noch einen Wunsch, Mylady!‘ flüsterte ich in mich hinein und öffne nur ein Auge und rümpfe gleichzeitig die Nase. Wo bin ich denn jetzt wieder gelandet? Hey Glückskeks, hast du mich nicht schon genug leiden lassen? Jetzt ist aber langsam mal gut mit dieser verunglückten Wunscherfüllung.

Warum ich meine Nase gerümpft habe? Es lag zumindest nicht an der gesiebten Luft, die ich schon wieder atmen muss. Danke mal dafür, lieber Glückskeks und die letzte Nummer im Männerknast hat mir ehrlich gelangt. Aber das nach Fäkalien und Verwesung stinkende Loch, in das du mich heute Nacht gesteckt hast, ist ja wirklich eine Zumutung. So kann ich nicht arbeiten. An der rustikalen Steinmauer wuchert der Schimmel und irgendwie freu ich mich doch, in der wahnwitzigen Hoffnung, dass mir wenigstens obszöne Plizgewächse lüstern entgegen nicken würden. Aber nein, keine obszönen Pilzgewächse für Frau Rösner heute.

Langsam bewegt sich meine Laune gen China und einen schwarzen Tee krieg ich hier bestimmt auch nicht. Was hab ich eigentlich verbrochen, dass mich das Universum immer so strafen muss. Weil ich nicht bis November warten wollte. Ist es das? Genau, gibt es eigentlich irgendjemand der noch ganz bei Trost ist, der 11 Monate wartet, bis sich ein Glückskeksspruch erfüllt. Nach 11 Monaten kann man den von Google übersetzten Spruch auf den von koreanischen Kinderhänden mit krebserregenden Farben billig bedruckten Glückskeksschnipseln bestenfalls gar nicht mehr lesen. Und Der Führer bin ich auch nicht geworden, obwohl diese weltverändernde Weissagung aus einem Glückskeks stammte.

Ich höre wie sich eine alte Holztür öffnete und dieses Geräusch riss mich aus meinen verwirrten Gedanken. Ich höre ein schlurfendes Geräusch und freue mich inständig auf meinen ersten Igor oder wahlweise einen echten Gamorreaner als Gefängniswärter! Aber nein, es muss der hässlichere und obendrein bucklige und wahrscheinlich uneheliche Zwillingsbruder von Malakili, der corellianische Rancorwächter aus Jabbas Palast, sein. Dieser zu groß geratene Buckelfips stand nun vor meiner Gitterzelle und sabberte vor sich hin, während er mit seinen groben Fleischpranken versuchte die Tür zu meinem Gefängnis aufzuschließen. Ohne große Reden zu schwingen oder sich wenigstens sich vorzustellen, schleifte er mich am Kragen aus meiner Zelle, eine steinerne Wendeltreppe hinunter, über einen Burghof und wieder steinerne Stufen hinauf, bis ich endgültig von diesem ungehobelten und ungewaschenen Grobian in den Staub geworfen wurde. Vor mir stand eine Person in verboten gutaussehenden Lacklederstiefeln vor einem riesigen goldenen Spieglein, Spieglein. (Mir schwant arges!)

Ein ‚Rugedigu, Rugedigu!‘ kam über meine Lippen gestolpert, das ich versuchte es in einem nervigen Husten enden zu lassen, was mir wahrscheinlich nicht wirklich gelang. Dieser verfickte Märchenvirus wird mir hier meinen Kopf kosten. Ich kann ein: ‚Ab mit ihrem Kopf!‘ zwischen Dieter Bohlen und Thomas Anders hören und ich schiebe meine Zitathalluzination auf einen meiner beiden Tinnitus.

Weil die Person vor dem Spieglein, Spieglein hatte bis jetzt nicht wirklich was gesagt und drehte sich jetzt erst ziemlich schwul um und kam wie ein 12jähriges Mädchen mit imaginären blonden Zöpfen auf mich zugelaufen. Keine Tasche, keine Competition!

Und mein Gesicht muss mir in dem Moment dermaßen entglissen sein, weil das was ich da sah, war wirklich nicht das was ich erwartet hatte. Skurrile und verkehrte Welt würde ich mal sagen. Der inzestuöse Bruder der bösen Königin aus Snow White steckte in einem viel zu engen Kleid und blickte mich ziemlich eingebildet und zugleich lüstern an. Mein Mageninhalt schreit gewaltig nach Freiheit!

‚Ach wie gut dass niemand weiß…!‘ stolpert über meine Lippen und dafür bekomme ich gleich eine geknallt. Ein Mann in einem Kleid ist immer noch ein Mann und der Kinnhaken hat mal ziemlich gesessen. Der Segen einer Ohnmacht befreit mich von weiteren Augenvergewaltigungen. Als kinskiesker Bruder der bösen Hexe war der Kerl irgendwie voll in Ordnung, aber als Tunte war er einfach nur ein ziemlich hässliches Frauenzimmer.

Ich werde wieder von einem Gesichtszucken wach und spüre dann nur noch Schmerzen zwischen den Augen und mein Mageninhalt schwappte mir in meine Mundhöhle. Ich musste schwer schlucken und war augenblicklich wach. Ich lag bäuchlings auf einem Pferd, mit gefesselten Händen auf dem Rücken und schaute mir Pferdegenitalien von unten an. Epona ich bitte dich, verschone mich vor sämtlichen, tierischen Ausscheidungen! Und danke Glückskeks, die Angst vor großen Tieren war wieder da und ich revidiere jede meiner Aussagen bezüglich jeglicher Aktivität, mir einen Penis ins Gesicht zu halten.

Mein Überlebenstrieb lasst mich nach vorne blicken, auch wenn da ein überphantasmagorischer Megapenis vor meiner Nase baumelt. Ich versuche mir zu überlegen, wie ich mich ohne mir das Genick zu brechen aus der Affäre ziehen kann, als ich durch mein Rumgehampel ganz alleine vom Pferd gefallen bin. Aua, ich bin auf meinen Schlüssel gefallen! Aber solange ich Schmerzen habe, lebe ich wohl noch. Ich liege mit der Fresse im Matsch und ich kann die bösen, bösen Schmetterlinge sehen, die um meinen verwirrten Verstand herum falterten.

Der Reiter ist ja nicht so ganz der Helle und ich tauche im Dreck ab und versuche irgendwie die Fesseln loszuwerden, ohne im Schlamm zu ertrinken.

Mein Versuch mich geschickt selbst zu entfesseln wurde je von ziemlich starken Armen aufgehalten und ich wurde aus dem Schlamm gezogen.

Vor mir stand ein ziemlich steiler Huntsman. Bingo. Auch wenn er ziemlich schmuddelig aussah und ich seine Fahne auch gegen den Wind vernahm, war der Hutsman ja schon irgendwie eine ziemlich geile Drecksau. Es muss November sein. Danke. Endlich ist der Glückskeksfluch gebrochen und ich bekomme den Jägersmann als Hauptpreis. Danke, ganz lieb!

‚Wer wird denn da weglaufen, hübsches Täubchen!‘ grinste er mich breit an und ich konnte seine widerlichen Zähne sehen. Die Kotze schwappte wieder in meinen Mund und es fehlte nur noch eine klitzekleine Kleinigkeit, dass mir die Kotze nicht aus der Nase schießt. Ich habe mir seinen Mundgeruch nur vorgestellt. Zum Glück haben meine Geruchsnerven gerade gekündigt, weil nur die nasale Vorstellung von der Zahnbaracke war schlimmer, als alles was sich mein paranoides Gehirn in meinen schlimmsten Alpträumen je geruchsmäßig hätte vorspielen können.

Ich werde zum zweiten Mal an diesem Tag am Kragen durch den Dreck gezogen und ich kann mir den geilen Arsch von dem Hinterwäldler noch eine ganze Weile ansehen. Wenigstens ein kleines Trostpflaster. Das Einzige was dieses Aussicht entschieden störte, war die Tatsache, dass er keine Axt bei sich hatte. Also der Huntsman aus dem schlechten Beispiel einer grimm’schen Märchenverfilmung hatte ja zumindest ein bis zwei Äxte dabei und ist der Film auch noch so schlecht, Hauptsache irgendjemand hat eine Axt dabei und dann ist meine Welt schon wieder in Ordnung. Aber nein, ich hätte es mir ja denken können, das mein glückskeks’sche Touchdown mal wieder gewaltig nach Hinten losgehen muss. Es ist nicht der Huntsman, Jägersmann oder auch nur der Jagdaufsehergehilfe. Nein, die zwei Schwerter auf dem Rücken haben ihn verraten. Es ist der Zweischwert-Hans. Neeeeeeiiiiiinnn!

(Zweischwert-Hans ¹) kurze Begriffserklärung: Das ist der typische Zweischwert-Larper und unehelicher, gehirnamputierte Zwillingsbruder von Tyron Nightfire, der grundsätzlich zwei Schwerter ninjamäßig ohne dazugehörige Schwertscheide auf dem Rücken trägt, um sie dann auch noch wie ein zugekokster Schlagzeuger einer TrashMetalBand stakkato zu benutzen, egal ob man grad In-Time oder Out-Time ist, während er immer wieder ‚Eis-Drei-Direkt‘ und/oder ‚verflucht, heilig und dämonisch‘ schreit. Und wenn man dann unter Schmerzen endlich zu Boden gegangen ist, nochmal nachschlägt, weil man noch nachgezuckt hat und einem dann noch einen blöden Out-Time–Spruch reindrückt, wie z.B. ‚Heil Das!‘ oder ‚Jetzt mal OT!‘ oder ‚Spiels aus!‘ oder ‚Larp mit, du Sau!‘ und sich auch nicht durch eine rote Karte eines Spielleiter aus dem Konzept bringen lässt.)

Blöd ist nur, ich bin grad in einem richtigen Traum gefangen und nicht auf einem Larp! Hier in meinem Traum gibt es keine Spielleitung und selbst wenn ich in meinem Traum In-Time wäre, würde es keinen interessieren, vor allem nicht Zweischwert-Hansman!

Wo wir grad beim Hansman sind, der hat mich grad ein bisschen unflätig und ziemlich dilettantisch angetatscht, als er mich aufs Pferd gehievt hatte. Nicht mal das kann er.

Er sitzt hinter mir aufs Pferd auf. Ich drehe mich nochmal zu ihm um und treue meinen Augen nicht. Nein, es ist nicht der Vokuhila des Hansman. Ich kann mein Spiegelbild in seinen blankgeputzten Waffen sehen. Damit kommt er bestimmt nicht durch den Waffencheck. Verdammt! Ich fasse mir ans Haupthaar und ziehe es in mein Blickfeld. Die Hölle muss zugefroren sein, meine Haare sind BRAUN!!!!

Schreiend werde ich wach, ich befühle mein Haar und es fühlt sich zumindest schwarz an. Mein Wecker klingelt noch. Danke. Mein Wecker hat mich gerettet. Es ist glaub ich das erste Mal, dass ich mich mal freue, dass mein Wecker klingelt, obwohl es Sonntag ist.

¹) Ich bedanke mich hochachtungsvoll bei Frl. Reophanu für die Wortneuschöpfung des Zweischwerthanses! Vielen Dank!

Published in: on 20. April 2014 at 17:21  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Drei und eine Axt – Teil 29

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 29

reiter_neuAinur ritt im Morgengrauen fort und lies Vira in der Jurtentür stehend zurück. Er trieb die Pferde über den Fluss und blickte nicht zurück. Sein Herz war ihm so schwer und er befürchtete nicht gehen zu wollen, wenn er sie sah, wie sie in der Tür stand. Vira liefen ununterbrochen die Tränen übers Gesicht und sie klammerte sich selbst an ihrem Klappenmantel. Als er außer Sichtweite war, fasste sie sich ein Herz, lief zum Gatter hinüber und nahm sich Wenas Pferd. Sie ritt ihm hinterher, so schnell sie konnte. Weit entfernt vom Lager des Khans konnte sie ihn einholen.

‚Ainur warte!‘ rief sie aufgeregt.

‚Vira, mach es mir doch nicht so schwer.‘ meinte er, als er sich endlich umdrehte.

‚Du kannst noch nicht gehen.‘

‚Wieso?‘

‚Die Trauerzeit!‘

‚Wäre das mit Halef nicht passiert, wäre ich bis zum Ende der Trauerzeit wieder da gewesen!‘

‚Bitte geh nicht bevor…!‘ rief sie, schwang sich vom Pferd und ging die letzten paar Schritte zu Fuß. Sie klammerte sich an seinen Arm und versuchte ihn vom Pferd zu ziehen. Dabei ging ihr Klappenmantel auf und er hatte einen angenehmen Blick auf ihren üppigen Brüste.

‚Sag mal, hast du nichts drunter?‘ fragte er verdutzt und lies sich langsam vom Pferd gleiten. Sie fiel ihm in die Arme und küsste ihn stürmisch.

‚Bitte Vira, beginne nichts, was wir nicht beenden dürfen.‘

‚Die Trauerzeit ist vorbei!‘

‚Sagt wer?‘ fragte Ainur verdutzt.

‚Sag ich!‘

‚Aber ich kann dich doch nicht mitten in der Steppe nehmen.‘

‚Im Dreck, wenn es sein muss.‘ meinte sie ernst.

Er grinste nur und das war ihr Antwort genug.

Während die Pferde zu grasen begannen, ließen sich die Beiden in den Staub sinken und küssten sich wild und unnachgiebig. Sie schälte ihn aus seinen Klamotten, während er ihr genüsslich den Klappenmantel auszog. Mit einer geschickten Handbewegung öffnete sie seine Hosen und hatte im nächsten Moment schon seinen geschwollenen Schaft in Händen. Er küsste sie weiter und drängte sie auf den Rücken. Sie kam auf ihrem Klappenmantel zu liegen, während er ihre Brustwarzen mit den Lippen umschloss, um genüsslich dran zu knabbern und zu saugen.

Dann blickte er auf und flüsterte ihr zu: ‚Bist du dir sicher, dass es willst?‘

‚Du sollst wissen, warum du zurück kommst.‘ meinte sich schnippisch und griff zwischen ihren Beinen hindurch und packte seinen Schwanz. Sie drängte ihn in ihre Richtung und führte seine Schwanzspitze an ihr Allerheiligstes.

‚Wenn du so herrisch bist, wird es wahrscheinlich ein eher kurzes Vergnügen.‘ meinte er, während er ihre Hand von seinem Schwanz löste und die Sache dann selber in die Hand nahm. Langsam schob er seine Schwanzspitze in ihre Pforte, zog sie wieder heraus und lies sich verdammt viel Zeit. Das machte sie halb wahnsinnig. Sie war so feucht, dass es ihr schon heraus floss, bevor er einen weiteren Versuch anstrebte. Ihr ganzer Körper schrie: ‚Bitte!‘

Und mit einem breiten Grinsen im Gesicht, gab er der Bitte nach und schob ihr seinen steif geschwollenen Speer langsam in den Leib. Ihr Körper begann bereits zum Zucken, dabei hatte er noch nicht mal richtig angefangen. Langsam begann er in ihr zu arbeiten und treib sie dabei von einem Höhepunkt zum Nächsten. Sie schrie und stöhnte, bis ihr nur noch ein Krächzen und Wimmern aus der Kehle kam. Ihr ganzer Körper zitterte unter ihm und sie war völlig außer Stande, sich seinen harten Stößen entgegenzustemmen. Also hielt er ihren Körper fest und hämmerte weiter seinen zum Bersten gespannten Schwanz in sie ein.

‚Damit du nicht vergisst, auf wen du wartest!‘ schrie er, kurz bevor er seinen Samen in ihr entlud. Er bewegte sich weiter, gönnte ihr keinen Moment der Ruhe.

Erst als die Sonne schon längst über den Hügel gekrochen war, lies er von ihr ab. Ihr Körper bebte immer noch, als er sich erhob.

‚Ich muss…!‘ fing er an, bis seine Stimme brach. Rasch zog er sich wieder an und pfiff nach den Pferden. Sie rappelte sich ungeschickt auf und streifte den Klappenmantel über ihren nackten Körper.

‚Komm wieder, schöner Mann!‘ schluchzte sie noch, dann stieg sie auf ihr Pferd und ritt wieder zurück, ohne sich auch nur einmal nach ihm umzudrehen. Der verdutzten Ainur blieb allein in der Steppe zurück und blickte ihr noch einen Moment hinterher. Dann ritt auch er davon.

Drei und eine Axt – Teil 28

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 28

reiter_neu‚Ich bin als Sippenführer zu nicht zu gebrauchen.‘ meinte Halef, während Lamina ihn wusch.

‚Ach red doch keinen Unsinn!‘ rief Lamina.

‚Wie lange lieg ich schon im Bett und kann nicht helfen? Der Winter wird kommen!‘

‚Mach dir keine Gedanken, Ainur arbeitet für drei.‘

‚Ich müsste für drei arbeiten!‘

Ainur kam herein und rief: ‚Dazu hast du bald Gelegenheit.‘

Er kam ans Bett und blickte Lamina an.

‚Er hat schlechte Laune.‘ meinte sie, deckte ihn liebevoll zu und stand auf.

‚Ich werd deine Laune nicht verbessern können, ich muss gehen. Der Winter naht unablässig.‘ meinte Ainur ernst.

‚Ich weiß, Mutter hat es mir gesagt, oben bei den Ahnen schon!‘ meinte Halef und blickte Lamina hinterher, die gerade aus der Jurte schlich.

‚Mein Sippenführer, ich reite schnell und komme wieder und im Frühjahr bauen wir eine Brücke.‘

‚Bevor du gehst, müsstest du mich noch zum Donnerbalken bringen!‘

‚Sofort?‘

‚Nachher.‘

Einen Tag bleibe ich noch!‘

‚Ich möchte, dass du ein zweites Pferd mitnimmst.‘

‚Mein Dank ist Dein!‘

‚Und ich möchte dass du Róka mitnimmst. Damit du den Weg nach Hause findest.‘

‚Ich bringe dir deinen Hund heil zurück.

‚Und ich werde auf meine Mutter acht geben!‘

Vira stand in der Tür und zog eine Augenbraue hoch. Halef blickte auf.

‚Nimm mein Pferd!‘ meinte sie kurz, drehte sich um und ging. Ainur stürzte ihr hinterher.

Später kam Ainur mit Ziska zu ihm und sie flößten ihm etwas Grausames ein und dann brachte Ainur ihn zum Abort. Es war ihm sehr peinlich, dass er mit quasi runtergelassenen Hosen von seiner Tante auf den Abort gesetzt wurde. Sie drückte ihm einen Becher in die Hand und grinste: ‚Wenn du noch einen Becher trinkst, dann lassen wir dich einen Moment in Ruhe!‘

Er erwachte und sah Lamina an der Bettkante sitzen. Er konnte sich nicht erinnern, wie er hier her gekommen war, das Letzte an was er sich erinnern konnte war, dass Ainur ihn zum Donnerbalken gebracht hatte und an das widerliche Zeug, was er trinken musste. Sein Kopf sauste, aber ansonsten fühlte er sich eigentlich gut. Er regte sich und blickte auf Lamina. Das Licht, das vom Feuer herrührte schimmerte auf ihren Fingern. Sie versuchte ihren Rücken einzuschmieren, was ihr nur bedingt gelang. Er konnte nicht anders, als sie dabei zu beobachten. Sie hatte quasi nichts an, soweit er das erkennen konnte. Er bewegte sich in ihre Richtung und wollte ihr zur Hand gehen, doch sie bemerkte seine Bewegung, drehte sich halb um und blickte über ihre Schulter. Ihr Haare verdeckten ihre Brüste, sie hatte sich ihre Zöpfe über die Schulter gelegt und sie bedeckten gerade so viel, dass es ihn leicht erregte. Schwindel überkam ihn.

‚Lass mich dir helfen!‘ flüsterte er benommen. Sie zog die Beine aufs Bett und rutschte in seine Richtung. Er umarmte sie und nahm ihre Hände vor ihrem Körper in die Seinen, um das Öl von ihren Fingern aufzunehmen. Sie goss ihm etwas von dem Öl in die Hand. Er rieb über ihre Schultern und dann über den Rücken bis zum Ansatz ihres Hinterns. Als er damit fertig war, lehnte sie sich nach hinten und griff nach seiner Hand. Sie rieb ihm seine Handgelenke mit dem Öl ein. Und er die ihren, dabei wickelte er geschickt ihren Verband von der Hand, um sie zu küssen. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Er nahm sie in den Arm und sie legte sich zu ihm. Er versuchte sie zuzudecken. Mit seinen und ihren Armen verdeckte er ihre Brüste.

Es war so ein unschuldiger Augenblick, wie sie bei ihm lag, der ihn doch so erregte, dass ihm fast die Sinne schwanden. Besser wäre es wahrscheinlich, er würde wirklich ohnmächtig, sonst käme er noch auf dumme Gedanken.

Sie blickten beide ins Feuer und er hielt sie einfach weiter fest. Ihr ganzer Körper zitterte. Und er hielt sie so lange, bis sich ihr Körper beruhigte. Irgendwann stand sie doch auf und zog sich eine leichte Tunika an. Dann legte sie genug Holz nach, damit sie wieder unter seine Decke kriechen konnte. Sie küsste ihn, bevor sie sich wieder zu ihm legte.

Published in: on 9. April 2013 at 20:58  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Drei und eine Axt – Teil 27

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 27

reiter_neu‚Wir können einfach keine Blutegel mehr finden!‘ meinte Ainur leise. ‚Der Herbst ist bald zu Ende!‘

‚Dann muss es so gehen!‘ krächzte Lamina. Sie versuchte ein Schluchzen zu unterdrücken.

‚Das wird schon alles wieder. Das Bein von dem alten Krüppel da draußen hat viel länger geeitert und viel schlimmer ausgesehen und wir mussten es auch nicht abschneiden.‘ Ainur versuchte sie aufzumuntern, was ihm aber nur bedingt gelang.

Ein Geräusch, dass vom Bett herrührte, lies sie aufblicken. ‚Nyúl… Róka!‘

Die Tür ging sprang auf und beiden Hunde stolperten herein. Sie hatten ihren Herren gehört und konnten es kaum erwarten ans Bett zu gelangen. Halef wand den Kopf und hielt seine Hand aus dem Bett und wieder kamen Geräusche aus seinem Mund. Lamina lief den Hunden hinterher und zischte: ‚Nicht so stürmisch, ihr Beiden! Sitz!‘

Die Hunde folgten aufs Wort und setzten sich brav neben das Bett, aber noch so nah, dass ihr Herr sie streicheln konnte.

‚Ainur. Wenn du Blutegeln finden willst. Geh in Richtung meiner Höhle. Dort ist am Fuße des Berges ein Sumpf und ein paar Tümpel. Róka bringt dich hin.‘ krächzte Halef leise.

Róka sprang auf und wedelte mit dem Schwanz.

‚Was würden wir nur ohne unseren Sippenführer machen.‘ rief Ainur, kniete sich hastig vors Bett und küsste Halef. Dann sprang er auf und lief aus der Jurte. Als er schon draußen war, rief er noch: ‚Róka los, schnell!‘

‚Aber geht nicht in meine Höhle, das ist Meine!‘ meinte Halef, doch sein Hund war schon aus der Jurte gelaufen.

‚Du hast eine Höhle?‘ fragte Lamina erstaunt, während sie ihm half sich etwas aufzurichten.

Halef nickte und versuchte zu lächeln.

Wena kam kopfschüttelnd in die Jurte, sie brachte Suppe und Brot. ‚Was war das jetzt? Erst machen die Köter die Tür auf und dann läuft Ainur, wie eine angestochene Sau, zum Gatter und klaut mein Pferd.‘

‚Er kommt wieder, mit Blutegeln! Hoffe ich!‘ meinte Lamina.

‚Und er hat mich geküsst!‘ stammelte Halef. Nyúl war aufs Bett gekrabbelt und kuschelte sich an den Körper seines Herren.

‚Du warst die letzten zwei Nächte wieder im Fieber und völlig weggetreten. Und dein Bein macht uns große Sorgen.‘ meinte Lamina und setzte sich zu ihm ans Bett und küsste ihn auf die Stirn. ‚Und jetzt musst du erst mal was essen und dann…!‘

‚Und dann schau ich mir dein Bein an!‘ rief Ziska von der Tür her.

Als sie nach dem Essen seinen Verband wechselten, wurde er während der Waschung ohnmächtig und wurde erst wieder wach, weil er ein komisches Gefühl an seinem Bein fühlte. Ziska saß an der Bettkante und wedelte mit rauchenden Käutern über seinem Bein rum.

‚Sch..sch…sch. Du musst dein Bein ruhig halten. Sonst fallen die Maden runter.‘ meinte Ziska leise, legte den rauchenden Zweig in eine kleine Feuerschale und strich ihm mit der anderen Hand über den Kopf. ‚Sie fressen das brandige Fleisch weg.‘

‚Wo ist Lamina?‘ fragte er leise.

‚Sie hat den Hund rausgebracht. Nyúl ist ganz heiß auf dein Bein.‘

‚Der Köter wollt mich doch nicht fressen?‘

‚Nein, aber dieser Mistköter wollte Lamina fressen.‘

‚Bitte was?‘ schrie er heiser.

‚Sie hat nur einen Kratzer abbekommen!‘

‚Nyúl!‘ schrie er, bis sein Schrei von einem trockenen Husten gestoppt wurde. Ziska half ihm eine Wenig hoch und drückte ihm einen Becher Tee in die Hand.

Die Tür ging auf und der Hund tapste herein und er tat so als wäre nichts geschehen.

‚Was fällt dir ein, mein Bein oder meine Frau fressen zu wollen. Böser Hund.‘

Der Hund japste unschuldig.

‚Raus hier. Komm mir nicht mehr unter die Augen.‘

‚Halef, es ist doch nur ein Kratzer!‘ rief Lamina. Sie stand in der Jurtentür und hielt sich eine Hand. Ein blutiger Verband war darum gewickelt.

‚Los raus hier, Nyúl!‘

Der Hund ging rückwärts aus der Jurte und verzog sich geknickt.

Lamina schloss die Tür und ging langsam aufs Bett zu. Ihr liefen Tränen übers Gesicht und sie rang heftig mit ihrer Fassung.

‚Der dumme Köter kommt wieder, keine Sorge.‘ meinte Halef und griff nach ihrer Hand. ‚Hat er dir arg weh getan?‘

‚Es ist nichts, ich hab mich nur erschrocken!‘

Er wickelte den Verband ab und blickte auf die Wunde. ‚Nichts, sieht aber anders aus!‘

Die Tür ging wieder auf und Ainur kam herein gestolpert, gefolgt von Róka.

‚Róka, geh zu Nyúl, er war ein böser Hund.‘ rief Halef und der Hund machte kehrt und lief nach draußen, noch ehe Ainur die Tür schließen konnte.

‚Es hatte jemand Blutegel bestellt?‘ meinte Ainur und übergab Ziska einen verschlossenen Krug.

Published in: on 18. März 2013 at 22:58  Comments (1)  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Drei und eine Axt – Teil 26

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 26

reiter_neuHalef konnte den pochenden Schmerz in seinem Bein spüren und in seiner Schulter. Sein Atem rasselte. Jeder seiner Atemzüge tat ihm weh. Obwohl er lag, überkam ihm ein Schwindelgefühl. Außerdem dachte er, seine Blase müsse gleich platzen. Aber er konnte sich nicht bewegen, sein Körper fühlte sich schwach und taub an. Ein übler Geruch stieg ihm in die Nase. Selbst das Öffnen der Augen fiel ihm schwer. Ihm war kalt, er fror, aber selbst zum Zittern schien ihm die Kraft zu fehlen. Ein schmerzverzerrter Stöhner kam ihm über die Lippen. Seine Kehle war ausgetrocknet, er musste husten. Der Schmerz lies ihn fast wieder die Sinne schwinden. Er hörte Holz über Holz schleifen, einen dumpfen Schlag, ein Prasseln und die Wärme, die plötzlich aufstieg. Jemand kam an seine Seite und versuchte ihn zu beruhigen. Panisch zog er röchelnd die Luft in seine Lungen. Sein Kopf wurde angehoben und Flüssigkeit wurde ihm in den Mund geträufelt. Das Gefühl jeden Moment ersticken zu müssen war mit einem Schlag vorbei. Worte wurden gesprochen, er verstand nicht welche, aber sie schienen ihm wohlgesonnen. Eine kalte, zitternde Hand berührte die Seine. Er versuchte sich zu bewegen, konnte es aber nicht. Endlich öffnete er die Augen. Erschrocken blickte er in das Gesicht seines Weibchens. Lamina sah abgekämpft aus, tiefe Augenringe unter ihren verheulten Augen waren zu sehen. Die Sorgenfalten auf ihrer Stirn entspannten sich leicht, als sie ihm über die Stirn strich. Seine Hand war an seiner Brust festgebunden. Ruckartig versuchte er seinen anderen Arm zu bewegen. Nach einem Ruck schoss ein stechender Schmerz durch sein Handgelenk. Die andere Hand war am Bettpfosten angebunden.

‚Sch… Sch…Sch… Wir mussten dich anbinden. Du hast im Fieber um dich geschlagen.‘

Sie strich über seinen Arm und löste seine Hand vom Bettpfosten. Sein Arm war taub, er konnte ihn kaum bewegen, versuchte es aber und blickte sie dabei panisch an.

‚Warte, ganz ruhig!‘ flüsterte sie ihm ins Ohr und griff nach seiner Hand.

Sie bewegte seine Finger und massierte sie. Später half sie ihm dabei den Arm zu bewegen und er legte in einer schwerfälligen Bewegung seine Hand neben seinem Körper ab.

‚Wie lang war ich…!‘ röchelte er, bis seine Stimme brach. Er musste Schlucken, doch sein Mund war wieder trocken. Sie flößte ihm nochmal etwas Flüssigkeit in den Mund und erklärte unverblümt. ‚Du hast zwölf Tage lang deine Augen nicht mehr aufgemacht.‘

Es dauert eine ganze Weile, bis er darauf etwas sagte: ‚Hab ich mir Schande gemacht?‘

‚Angst gemacht hast du mir!‘ meinte sie ernst und stand dann kopfschüttelnd auf.

Er versuchte sich aufzurappeln, weil ihm wieder eingefallen war, dass er pinkeln musste. Doch seine Beine waren auch am Bettrahmen fixiert und stöhnte vor Schmerzen, als er sich bewegte. Lamina drehte sich erschrocken um und blickte ihn ernst an. ‚Wo willst du denn hin?‘

Er blickte nur zu dem Eimer vor seinem Bett. Mit einer eleganten Bewegung war sie wieder an seiner Seite und band auch die Füße los und half ihm auf.

Als sein Körper aufrecht war, kam der Schwindel wieder und er musste sich an ihr festklammern. Sie löste liebevoll die anderen Hand aus dem Verband und flüsterte ihm ins Ohr. ‚Du willst wahrscheinlich nicht, dass ich dir helfe, also wirst du den Eimer mit deiner verletzen Hand halten müssen.‘

Er nickte verlegen, als sie ihm die Decke vom Schoß zog und ihm den Eimer in die Hand drückte. ‚Ich muss eh frisches Wasser holen, wir müssen deine Verbände wechseln und dich waschen!‘ meinte sie, zog einige Decken aus dem Bett und schnappte sie einen anderen Eimer, der neben der Feuerstelle stand und ging aus der Jurte.

Er war mehr als erleichtert, als zumindest den Druck auf der Blase loswerden konnte, bloß verkrampfte sich seine Hand so, dass er den Eimer nach Verrichtung seines Geschäftes nicht mehr loslassen konnte. Er versuchte mit der anderen Hand die verkrampften Finger zu öffnen, schaffte es aber nicht. Währenddessen sein Urin im Eimer umher schwappte und er mit sich selbst rang, lief Lamina zum Fluss hinunter.

Sein Körper glitt krampfend auf die Seite, den Griff des Eimers weiter fest umschlossen und kam mit der unverletzten Schulter am Bettpfosten zum Stillstand.

Als Lamina die Jurte wieder betrat, lag er immer noch zuckend da. Sie eilte an seine Seite, berührte seine Hand und er lies den Eimer los. Hastig stellte sie ihn außer Reichweite und wickelte Halef eine der übrigen Decken.

Sein Körper sah abgemagert aus, doch seine Muskeln waren steinhart und zogen sich immer mehr zusammen. Aber selbst für drastische Bewegungen schien ihm die Kraft zu fehlen, so zog sie ihn in die Mitte des Bettes, stand rasch auf und warf einige Kräuter ins Feuer. Dann nahm sie etwas aus einer kleinen Schachtel, streute es auf einen Splint und hielt diesen ins Feuer.

Mit dem rauchenden Splint ging sie zu Halef hinüber und hielt selbst die Luft an. Während sie sich zu ihm aufs Bett setzte, wickelte sie sich ein Tuch um den Mund, das sie um ihren Hals getragen hatte. Der Rauch der vom Splint ausging kroch ihm in die Nase und augenblicklich entspannten sich seine Muskeln. Sie flüsterte gedämpft durch das Tuch in sein Ohr: ‚Es tut mir leid, aber es geht nicht anders!‘ Seine Augen flackerten kurz auf, bevor er wieder ohnmächtig wurde. Sie warf den Splint ins Feuer und packte alle Felle und zog sie aus dem Bett, drehte ihn auf die Seite und deckte ihn zu. Rasch ging sie mit den Fellen und dem Eimer nach draußen und kam wenig später wieder herein. Langsam zog sie das Tuch von der Nase und lies die Tür offen stehen, damit frische Luft hereinkam. Neben dem Rauch, roch es immer noch Urin, Eiter und Schweiß.

Zuerst legte sie nochmal Holz nach, setzte Wasser auf und dann öffnete sie seine Verbände. Der Arm sah gut aus und eiterte kaum noch. Doch konnte sie den Eiter riechen. Sie machte einen neuen Kräuterumschlag, der hoffentlich den restlichen Eiter aus der Wunde zog. Die Bauchwunde, war wie durch ein Wunder sehr gut verheilt und sie konnten bestimmt bald die Fäden ziehen, bevor die auch noch eine Entzündung hervorriefen. Ziska hatte ihr Bedenken geäußert, dass sich die Wunden durch die Seidenfäden vielleicht nochmal entzünden könnten. Von Glück im Unglück konnte man nicht gerade sprechen, weil das verletzte Bein immer noch aufs Doppelte angeschwollen war. Sie hatten die Fäden wieder entfernen müssen und hatten vor ein paar Tagen eine der beiden Pfeilwunden sogar ausbrennen müssen. Aber alle ihre Bemühungen waren bisher vergebens gewesen. Selbst mit Maden und Blutegeln hatten sie die Entzündung bisher nicht eindämmen können. Nur hatte Ainur und die Kinder seit Tagen schon keine Blutegeln mehr gefunden.

Als sie den Verband vom Bein löste, quoll der Eiter schon durch die letzten Lagen des Verbandes. Sie musste würgen, als sie die Wunde freilegte. Während die ausgebrannte Wunde mittlerweile nicht mehr ganz so schlimm aussah, war die Andere einfach nur grotesk.

Tränen standen ihr in den Augen, als sie sich wieder das Tuch über die Nase schob. Es schien so, als hätte sie die letzten Tage, dies schon öfter getan. Sie wusch die Wunde aus und versorgte das Bein so gut sie konnte. Sie wusch ihn, bevor sie das Beine erneut verband. Sie betete inständig an alle Ahnen und Götter, die ihr einfielen, dass die Kräuterumschläge endlich wirkten. Weil Ziska hatte vor ein paar Tagen gedroht, dass Bein abnehmen zu müssen, wenn sie nicht bald was tun würde. Kejnen und Ainur hatten sich mit ihr darum gestritten. Und sie selbst, machte einfach alles, was sie ihr aufgetragen hatten, um sein Bein zu retten.

Sie rieb seinen Körper mit einem Öl ein und der angenehme Geruch, entspannte ihr Gesicht etwas. Das hatte noch nicht mal der Rauch des Mohnsaftes geschafft. Wena stand plötzlich in der offenen Tür und versuchte zu lächeln. Sie hatte eine Kanne mit Tee in der Hand.

Lamina blickte auf und lächelte einfach nur, während ihr die Tränen in den Augen standen.

‚Er war kurz wach!‘ sagte sie mehr zu ihm, als zu ihr. ‚Aber nur sehr kurz.‘

Wena rümpfte die Nase, kam näher und fragte: ‚Hat er wieder gekrampft?‘

‚Ja, nachdem er sich in den Eimer erleichtert hatte!‘

‚Das ist doch eigentlich ein Fortschritt?‘

‚Ich hab die Verbände gewechselt und das Bein sieht einfach abartig aus.‘

‚Ich schick die Kinder nochmal nach Blutegeln.‘ meinte Wena kurz, als sie endlich den Tee abstellte. ‚Ich bring dir ein paar andere Felle, die da draußen würd ich über Nacht auslüften lassen.‘

‚Ja, danke. Ist das zweite Leinentuch schon trocken?‘

‚Ja, und die Decken müssten auch schon trocken sein. Ich hatte sie bei uns in der Jurte.‘

Das Gespräch der Beiden wurde von Stöhnen seinerseits unterbrochen. Wena rannte zur Tür und rief: ‚Ich bring dir Suppe. Die Mädchen haben sie vorhin schon aufgesetzt.‘

Lamina goss einen Becher Tee ein und kniete sich ans Bett. Mit einem Holzlöffel rührte in dem Becher und flüsterte Halef beruhigende Laute ins Ohr.

‚Lamina…!‘ kam es aus seinem Mund, bevor seine Stimme brach und er schwer schlucken musste.

Sie half ihm ein Wenig hoch, setzte sich auf die Bettkante und flößte ihm langsam den Tee ein. Er öffnete die Augen, die sich sofort mit Tränen füllten. Als der Becher leer war, setzte sie den Becher ab und wischte ihm die Tränen vom Gesicht.

Published in: on 6. Februar 2013 at 22:02  Comments (1)  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Der geheimnisumwogende 8. Zwerg

Der geheimnisumwogende 8. Zwerg

 

spooooiVorsicht Spoiler! Vorsicht Spoiler! Vorsicht Spoiler!

Just, am 2. Weihnachtstag wart es geschehen, wir spielten ein Spiel. Es wurde gewürfelt, welch silberne Scheibe uns der magische Kasten an diesem Abend vorspielen sollte.

‚Ich bin so satt, ich mag kein Blatt!‘ und so meckerte keiner, nach diesem vortrefflichen Weihnachtsmahl, dass die Würfel es entschieden, dass wir von der Mär erzählt bekamen ‚Snow White an the Huntsman‘. Während des Filmes dachte ich mir schon, es wäre eine mittelalterliche Neuverfilmung von Hancock, nur mit einem weißen Darsteller, aber so eine Verfilmung wäre doch rassistisch, dass würde sich doch nie einer erlauben, oder?

Irgendwann entpuppte sich der Film irgendwie doch noch als Märchen. Woran habe ich es erkannt, also nicht an der bösen Hexe, nein. Nicht an dem hässlichen, perversen Bruder, nein. Nicht an dem armen, emotionsbehinderten Waisenkind, nein. Auch nicht an dem schmutzigen, betrunkenen Jägersmann, nein! An den bösen Schmetterlingen im dunklen, dunklen Wald, habe ich es erkannt. Es muss ein Märchen sein. Gut ein Modernes. In einem modernen Märchen gibt es keine Maden, nein es sind böse Schmetterlinge, die uns das fürchten lehren! Böser, böser Schmetterling!

Rugedigu, rugedigu. Ach das war ja Cinderella und nicht Schneeweißchen… ähm…Snow White ist ja Schneewittchen und der Jägersmann. Warum hast du so große… Arme. Ähm, war der Jägersmann nicht bei Rotkäppchen? Egal. Hautsache er hat eine Axt dabei. Der meistens betrunkene und ziemlich schmutzige Jägersmann mit seiner Axt. Ein Traum. Obwohl die Aussprache des Huntsman sich im Deutsch eher anhört wie Hansman! Ein neuer Superheld, nein! Nur ein Mann und seine Axt! Hansman!

Der böse Bruder, könnte ein unehelicher Sohn von Klaus Kinski gewesen sein, aber noch gruseliger war ein inzestuöses Verhältnis zu der bösen Hexe, die wirklich sehr super gespielt worden ist, von warum hast du so große Augen, Trommelwirbel. Charlize Theron. Alter, hat es mich vor der gegruselt. Nur die bösen Schmetterlinge waren gruseliger. Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer hat es erkannt, die Stimme vom T-1000 Spieglein war keine andere als die Synchronisationstimme von Heimdal aus Thor, die gab es wohl mit dem Hauptdarsteller im Sonderangebot.

Also Miss Gesichtslähmung und der steile Axtträger treffen bei der Flucht vor dem perversen Bruder der bösen Hexe auf ein Dorf voll selbst entstellter Frauen und Kinder und der Aufmachung von der Nebel von Avalon, die dann prompt überfallen werden, weil es der emotionslosen Kämpferin für das Gute und Gerechte halt völlig wurscht ist, was mit den Frauen und Kindern passiert. Die Filmkulisse haben sie neben ein paar Darstellern aus Black Death geklaut. Ist ja auch ein bisschen gesellschaftskritisch, eine Welt hinter dem Nebel an einem See, wo Selbstverstümmelung Pflicht ist. Das könnte die Heilung für Borderline sein.

Zur emotionslosen Wunderische, der Crocodile Dundee unter den Märchenprinzessinen. Sie hat ja auch den Brückentroll (übrigens eine sehr coole Darstellung eines Brückentrolls) mit ihrem Charme zum Rückzug überredet, an dem sich der Jägersmann und seine Axt quasi schon die Zähne aus gebissen hatte, also an dem Brückentroll und nicht dem Charme, obwohl, ist ja auch egal. Selbst an dieser Stelle, bemerkte der völlig zugedröhnte aber doch liebenswerte Förster, dass mit der gesichtsgelähmten Emotionslegastenikerin etwas nicht stimmt. Wenn es mal wieder länger dauert. Da lass sich mal gemerkt sein, Alkohol ist keine Lösung! Hm.

Sie fliehen weiter und treffen auf die Zwerge. Heihoh. Heihoh. Die Zwerge waren ganz cool, sogar die, die gar keine richtigen Zwerge waren, sondern richtige Schauspieler, die man für den Film kurzerhand um die Hälfe gekürzt hatte. Wer hat sie erkannt? Bob Hoskins, Eddie Marsan (Sherlock Holmes, Inspector Lestrade), Ian McShane (Die Säulen der Erde, Waleran Bigod ), Nick Frost (Shaun of the death) Ray Winstone (King Arthur, Bors) Um nur Einige zu nennen und es waren tatsächlich acht. Die Gebrüder Grimm hätten sich ja im Grab umgedreht, aber das hätten sie nach meinem Text wahrscheinlich auch.

Eines muss man mal sagen, dass das Schneewittchen kopfüber tatsächlich eine gute Figur macht, fraglich ist nur, ob sie den Stunt auch wirklich selbst gemacht hat. Ich glaube ja, dass alle coolen Szenen mit der Tussi, von einer Stuntfrau gemacht worden sind. Der gebührt unser Dank für ein paar gute Szenen in den Film. Danke. Und ich bin ja froh, dass sie nicht geglitzert hat in dem Film, ist ja schon mal was. No Sparklefool today!

So, einer der sieben Zwerge, die eigentlich zu acht waren, stirbt und die Wunderische heilt ihn nicht, obwohl sie gerade von dem gehörten Hirschgott (Conall Cernach nicht Cernunnos) gesegnet wurde. Es war auch nicht der Zwölfender im eigentlichen Sinne, weil der hatte so viele Enden, dass er mit Schwerkraft noch vorne umgekippt wäre. Aber als Gott stand er da, wie eine Eins, bis ein Böser ihn mit einem Pfeil getroffen hatte. Von dem gehörnten Hirschgott mal ganz abgesehen, frage ich mich immer noch, wenn die Schneebraut das Leben selbst ist und Wunder was für Fähigkeiten hat, warum sie dann den armen 7. ähm 8. Zwerg nicht geheilt hat. Böse Zungen könnten ja behaupten, dass die Wunderpuppe ja wusste, dass sie am Ende von dem Lied wieder sieben sein müssen, ein Bisschen wie bei den 10 kleinen Negerlein, nur irgendwie anders und eben mit sieben Zwergen. Also ist der 8. Zwerg, der spannungsfördernde Nebendarsteller, der halt sterben muss, weil es im Drehbuch steht. Der Kollateralschaden quasi! Ist ja nicht so, dass wir noch nie einen plotwichtigen NSC gleich bei der Anreise umgelegt haben, damit sich unsere Spieler so richtig einscheißen.

Ich muss jetzt auch zugeben, dass ich den ganzen Film über die Zwerge nicht gezählt habe, weil ich davon ausgegangen bin, dass es sieben sind. Aber nachdem der Eine stirbt, die in dem Abwassertunnel dann tatsächlich nur zu sechst waren (Weil sie auch noch den alten, blinden Sack nicht mitgenommen hatten!) und es am Ende dann wieder sieben waren, dass hat mich schon ganz schön verwirrt. Wahrscheinlich ist der siebte bzw. der achte Zwerg gewerkschaftlich vorgeschrieben. Weil 7 Zwerge irgendwie Unglück bringen. Ja, genau! Oder jemand hat die Rechte auf 7 Zwerge. Oder es war ein Cameoauftritt von Peter Jackson?… ähm…. Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich mir …Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpel… Langsam glaube ich, ich habe mir einen Märchenvirus zugezogen, als ich mir den Film angeschaut habe. Rugedigu…Rugedigu!

Das gänzliche Fehlen eines Hollywood Happy End stimmt mich aber doch nicht zufrieden. Was ist mit ‚Da lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage‚? Der Jägersmann darf die vermeintlich kürzlich, durch einen Apfel, Verstorbene zwar abschlabbern, und geht dann bevor sie die Augen aufschlug. Knusper, Knusper Knäuschen, wer knabbert den an meinem… ähm sorry, schon wieder ins falsche Märchen gerutscht. Hm. Wenn es mal wieder länger dauert. Böse Zungen behaupten, die Untote wäre von seiner Fahne aufgewacht. Möchte ja nicht wissen, was für eine Plörre er in seinem Flachmann hatte. Wer hat von meinem Becherchen getrunken? Und ganz furchtbar böse Schmetterlinge könnten behaupten, dass die Wunderschlampe, die sich bei der anstrengenden Filmarbeit auch noch hochgebumst hatte, ein Bisschen geglitzert hat, bevor sie von den Toten auferstanden ist. Der Förster hätte ihr seinen Pfahl in die Brust rammen sollen, bevor sie die tapferen Rebellen in ihren frühen Tod schickt. Aber dazu später.

Da kommt die untote Ische nach ihrer Auferstehung aus der Aufbahrungshalle und tappst barfüßig auf den Hof und fragt die erstaunten Mannen: ‚Wollt ihr meine Brüder sein?‘ Natürlich wollen sie alle die emotionslose Ische als Schwester haben, auch wenn sie nur barfüßig und nicht barbusig ihre Rede schwang. (Die mir erschreckender Weise ziemlich bekannt vor kam, hörte sich ziemlich nach Shakespeare an!) Bis zur Unendlichkeit und immer weiter.

Dann ziehen die Rebellen Hals über Kopf los und wollen die uneinnehmbare Festung der alten Zippe stürmen. Kurz bevor sie bei der Festung angekommen sind, fragen sie sich, wie sie denn nun da rein kommen würden. Nicht dass die Rebellen im Exil genug Zeit und Insiderwissen gehabt hätten, um einen ultimativen Plan vorzubereiten, das hätte ja MacGyver selbst vor der Erfindung des Kugelschreibers souveräner gelöst. Also schickt die Retterin der Witwen und Waisen, die Zwerge in den sicheren Tod, weil die kennen sich mit Kollateralschaden aus. Immer auf die Kleinen!

Die, wie schon erwähnt, zu sechst in dem Abwassertunnel unterwegs zur Zugbrücke waren, sie doch mit gemeinsamer Kraft hoch ziehen konnten. Auf das die voll gerüsteten Rebellen mit ihren Pferden in den Burghof galoppierten. Dann sprangen sie ab und bildeten einen Keil. Was mit den aufgescheuchten Pferden geschah, werden wir auch nie erfahren. Irgendwie schaffen die Rebellen mit samt ihrer Wunderlampe in den Spiegelsaal zu gelangen. Wo die böse Hexe auf das erste (gute) Blut dann doch nicht reagierte, aber schließlich doch zu Tode kommt. Ich sollte nicht immer alles so wörtlich nehmen.

Wen hab ich vergessen, den Prinz Charming, der Legolas unter den Märchenprinzen, der leider gegenüber dem Jägersmann den Kürzeren gezogen hat, aber am Ende kriegt sie eh keiner von Beiden. Sie ist niemandes Schneewittchen.

Warum hast du so große… ähm…Lass dein Haar hernieder. Es ist zu Kurz! Die Fortsetzung lässt grüßen, der 8. Zwerg schlägt zurück oder die Rückkehr ihrer Inzestuösität.

Ansonsten gehört der Film eher in die Kategorie Komödie, ich habe mich selten so amüsiert bei so einem Film. Erschreckend wie lustig unsere emotionslose Gesichtslegasthenikerin ist. Aber eigentlich soll man ja nicht über die Unzulänglichkeiten Anderer lustig machen.

Fazit:

Die Axt bekommt ein DoppelRRR.

Merke:

Für den KlausKinskiAward nominiere ich die Böse Hexe, ihren Bruder, ihr inzestuöses Verhältnis zueinander und die bösen, bösen Schmetterlinge, die waren wirklich gruselig.

P.S. Spendenaktion für emotionsunfähige Mimikanalphabeten ins Leben rufen.

Published in: on 30. Dezember 2012 at 18:28  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Drei und eine Axt – Teil 25

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 25

reiter_neuAls Lamina und Vira mit den Kindern aus dem Wald kamen, saßen der Khan und Elger mit blutverschmierten Klappenmänteln am Tisch. Die Pferde in der Koppel waren reichlich unruhig. Kejnen kam gerade aus der Jurte, seine Hose war voll Blut. Wena schrubbte den Tisch, der auch voller Blut war. Und Ulor saß in Kejnens Stuhl und hatte Nyúl im Arm.

‚Was ist los, was ist passiert?‘ rief Vira und Lamina wie aus einem Mund.

Wena blickte zur neuen, alten Jurte hinüber. Lamina lies den Korb fallen und lief los. Vira folgte ihr.

In der Jurte lag Halef im Bett. Es waren viele Lichter entzündet worden. Ainur verband ihm gerade sein Bein. Ein Pfeilschaft ragte aus der Schulter des Jungen. Und ein fester Verband bedeckte seinen Bauch bis zur Brust.

‚Gut, dass ihr da seid.‘ meinte Ainur. ‚Ich könnte Hilfe gebrauchen!‘

Nachdem den Frauen fast klar war, was passiert sein musste, fragten sie nicht und nickten Ainur folgsam zu. ‚Lamina, versuch ihm ganz vorsichtig den Tee in den Mund zu träufeln, er braucht viel Flüssigkeit. Und Vira halt mal das hier fest…‘ Er wies auf eine Stelle am Bein, wo man einen Blutfleck erkennen konnte und hielt ihr ein Stück gerolltes Leder hin. ‚Drück das mal da drauf.‘ Er stellte Halefs Bein auf, machte einen festen Verband und zog übers Leder den Verband fester.

‚Dank dem Krüppel da draußen bin ich ein ganz guter Feldscher geworden!‘ meinte Ainur, als er mit dem Verband fertig war und deckte Halef behutsam zu. Vira stand auf und ging Richtung Tür. ‚Ich muss mit dem Khan reden.‘ Lamina kniete vor dem Bett und löffelte ihm liebevoll Tee in den Mund und wischte seinen Mundwinkel mit einem Tuch sauber, wenn etwas daneben ging.

‚Lamina, kannst mir mal helfen. Ich würde ihn gerne seitlich ein bisschen hoch lagern. Kannst du auf Bett krabbeln und such mal was Weiches, was wir ihm unter den Körper schieben können.‘

Sie nickte, zog die Schuhe aus und kletterte aufs Bett. Sie zog eines der Felle zurecht und blickte Ainur an. Er hob Halef behutsam an.

‚Siehst du den Verband am Rücken? Blutet da was durch?‘ fragte Ainur.

‚Äh, nein!‘ meinte sie, während sie vorsichtig das Fell unter seinen Körper stopfte. Ainur lies ihn los und als Halefs Gewicht wieder auf seine Wunde drückte, entkam ihm ein leises Stöhnen.

‚Kann ich dich kurz allein lassen. Ich will sicher gehen, dass die Suppe fertig ist, wenn er aufwacht!‘

Lamina kletterte wieder vom Bett, warf Holz in die Glut und kniete sich wieder vors Bett.

Merle kam herein, brachte Tee und eine Schüssel Wasser und flüsterte: ‚Die Suppe ist gleich fertig. Wie geht es ihm?‘

Lamina drehte sich um und blickte sie verstört an: ‚Ich weiß es nicht.‘ Und schon kamen ihr die Tränen. ‚Ich weiß gar nicht was überhaupt passiert ist.‘

‚Kel!‘ meinte Merle kurz und kniete sich zu ihr auf den Boden. Sie nahm Laminas Hände und wusch sie und fuhr dann eindringlich auf Lamina einflüsternd fort. ‚Die weiße Hexe hat alles gegeben, was sie konnte und er atmet noch, mehr musst du nicht wissen.‘

Halef war erwacht, regte sich und stammelte verwirrt: ‚Nyúl?‘

‚Deinem Hund geht es gut, er hechelt und hat ne feuchte Nase!‘ meinte Merle kopfschüttelnd und goss frischen Tee in einen Becher.

Lamina schob ihm ein Kissen unter dem Kopf zurecht und er röchelte nur: ‚Róka!‘

‚Der ist der glücklichste Hund auf der Welt, er hat ein Pferd gerissen und Kel ein ganzes Stück aus dem Hals gebissen.‘

‚Braver Hund!‘ meinte er und öffnete die Augen. Lamina blickte ihn verschreckt an. Dann stotterte sie um ein Schluchzen herum. ‚Ich weiß, ich muss ihn belohnen, wenn er kommt!‘

Er lächelte flüchtig und schloss seine Augen wieder. ‚Gut, dass Kel so ein schlechter Schütze ist!‘ keuchte er und hustete unter Schmerzen.

Merle stand kopfschüttelnd auf und meinte: ‚Ich geh mal die Suppe holen!‘

Lamina schluckte ein weiteres Schluchzen hinunter und meinte mit erschreckend fester Stimme. ‚Du musst viel trinken.‘ Und hielt ihn den Löffel hin. Er öffnete leicht den Mund und sie flößte ihm nach und nach den ganzen Inhalt des Bechers ein.

Ainur kam mit der Suppe und setzte sich ans Bett, während Lamina immer noch vor dem Bett kniete. Sie nahm ihm die Suppe ab und rührte darin herum. Dampf stieg auf.

‚Ich hab gehört du bist wach, mein Sippenführer!‘ meinte Ainur. Halef drehte den Kopf langsam in Ainurs Richtung, blinzelte und starrte erschrocken auf den Bolzen in seiner Schulter.

‚Darüber wollte ich mit dir reden!‘

Vira und der Khan kamen in die Jurte und blieben am Feuer stehen.

Ainur wartete ab, bis Halef eine Reaktion zeigte. Lamina berührte seine Wange, er drehte den Kopf in ihre Richtung und er bekam einen Löffel mit Suppe eingeflößt. Dann blickte Halef wieder Ainur an und versuchte ein Lächeln, was in ein merkwürdiges Zucken seines Gesichtes überging.

‚Ein Pfeil steckt noch in deiner Schulter. Genauer gesagt in dem dünnen Knochen hier oben!‘ erklärte Ainur und tippte sich selbst an die Stelle an seiner Schulter. ‚Wenn wir ihn ziehen, dann zerbrechen wir vielleicht den Knochen, deswegen wollten wir warten, bis Ziska wieder auf den Beinen ist.‘

Halef blickte ihn fragend an und Ainur fuhr fort. ‚Sie hat dich geheilt, sogar mit Singsang und so und sie schläft jetzt! Sie hat Wena Kräuter für dich gegeben. Für auf die Wunden und für den Tee. Und mir hat sie vorhin gesagt, wie das mit dem eingedickten Mohnsaft funktioniert.‘

Halef schüttelte den Kopf, schloss die Augen und öffnete die Lippen einen kleinen Spalt: ‚Das ist keine gute Idee! Ich trauere noch und…‘ Er hustete wieder und stöhnte laut vor Schmerzen.

Lamina berührte Ainur am Knie und flüsterte ihm zu: ‚Der Mohnsaft regt ihn mehr an…ähm auf, als dass es ihn beruhigt. Das ist jetzt eher eine ungute Idee ihm was davon zu geben.‘

Ainur verstand nicht und blickte Lamina irritiert an. Lamina wurde schlagartig rot im Gesicht und lächelte ihn verlegen an.

‚Ich verstehe nicht!‘ meinte er und blickte sie weiter unverwandt an.

‚Es macht ihn…!‘ stotterte sie, machte eine eindeutige Handbewegung und schüttelte den Kopf.

Der Khan machte einen Schritt aufs Bett zu und musste sich wahrlich ein Lachen verkneifen. ‚Ainur, gib es ihm erst, wenn er alt und tattrig ist und wenn morgens sein…!‘

Vira hielt dem Khan den Mund zu und rief. ‚Gib mir den Mohnsaft, ich verstecke ihn wieder!‘

Ainur drehte sich um und blickte alle verständnislos an. ‚Ich verstehe euch nicht, wenn man mir Mohnsaft gibt, dann fühle ich mich wie ein 12jähriges Mädchen auf einer wunderschönen Blumenwiese, was ist daran so falsch!‘

‚Wenn meine Frauen mir Mohnsaft geben, wache ich am nächsten Morgen nackt vor meinem Bett auf und mir tut nicht nur der Kopf weh, sondern auch…!‘ meinte der Khan und wurde wieder von Vira unterbrochen, in dem sie ihn anrempelte.

‚Meine Knie, Vira! Meine Knie!‘ lachte der Khan.

‚Jetzt hört auf Witze zu machen, es ist doch gegen Schmerzen, dachte ich! Kejnen ist ganz wild darauf.‘

‚Ach, ist er das? Ich dachte wir trauern noch!‘ meinte Vira und musste nun auch lachen.

‚Ainur bitte, gib mir nichts davon!‘ wimmerte Halef und trotz seiner Schmerzen musste er schmunzeln. Ainur blickte ihn noch verwirrter an und Lamina holte tief Luft.

‚Es macht ihn…!‘ fing sie an und Vira hielt ihr den Mund zu. ‚Und woher weißt du das überhaupt!‘

Lamina schüttelte ihren Kopf und Vira lies sie los. ‚Ziska hat ihm vorgestern davon gegeben und es war ihm mehr als peinlich und mir übrigens auch.‘

Der Khan hatte Ainur währenddessen ins Ohr geflüstert und Ainur begriff endlich, machte die Handbewegung nach, die Lamina vorhin gemacht hatte und lachte. ‚Ach so, dann verfehlt es bei mir die Wirkung völlig!‘

Halef verdrehte die Augen und flüsterte so, dass es nur Lamina verstand, die sich dann räusperte und meinte: ‚Der Sippenführer wäre sehr ungehalten darüber, wenn morgen in allen Jurten darüber gesprochen würde, wie vielfältig die Verwendungsmöglichkeiten von Mohnsaft sein können!‘

‚Ja, Spaß bei Seite. Solange der Bolzen in deiner Schulter sich nicht entzündet und du noch einen Tag mit den Schmerzen Leben kannst, würden wir ihn erst morgen herausziehen.‘

‚Und ich frag die weiße Hexe, ob es was Anderes gegen die Schmerzen gibt.‘ meinte Vira und ging kopfschüttelnd aus der Jurte.

‚Würdet ihr mich mit ihm alleine lassen?‘ meinte der Khan. Lamina stand auf und drückte dem Khan die Suppe in die Hand. Ainur begleitete sie nach draußen.

Ohne Umschweife kam der Khan zur Sache. ‚Nachdem dein Hund und du es überlebt habt, werde ich Kel verbannen. Ich werde noch morgen aufbrechen und ihn weit fort bringen. Sehr weit fort bringen. Wenn ich zurückkomme, erwarte ich dass du wieder auf den Beinen bist.‘

Halef nickte und der Khan fütterte ihn erschreckend liebevoll mit der Suppe. Als der Napf leer war, stand der Khan auf und meinte: ‚Jetzt werde ich mir den Zorn meiner Frau abholen gehen!‘

Halef glitt in einen tiefen Schlaf über, er bemerkte nicht, dass Lamina und seine Mutter ihm weiter Tee einflößten und erwachte erst wieder als Lamina erschöpft über ihm zusammen brach. Ihr Gewicht drückte auf seine Bauchwunde. Nach Luft ringend versuchte er sie zur Seite zu schieben oder sie zu wecken. Er war so kraftlos, dass er sie nur ein Bisschen rütteln konnte. Die Schmerzen ließen ihm die Tränen in die Augen steigen. Er hatte das Gefühl, er müsste sich jeden Moment einpinkeln. Er stöhnte und wimmerte, doch Lamina lag wie eine Tote auf ihm. Zu allem Überfluss blieb er bei dem Gerangel an dem Pfeilschaft hängen. Er hörte trotz seines Schmerzensschrei ein grässliches Knacken in seiner Schulter.

Plötzlich kam Kejnen herein. Er hatte eine Kanne in der Hand und hinter ihm kam Ainur mit dem Hund auf dem Arm. Róka kam hinter ihnen in die Jurte gelaufen. Halef röchelte nur noch erstickt. Kejnen stolperte hastig zum Bett, stellte die Kanne auf eine Truhe und zog Lamina hoch. Halef stöhnte erleichtert auf. Ainur hatte den Hund auf ein Fell neben dem Feuer abgelegt und kam zum Bett und half Kejnen dabei Lamina in eine Decke zu wickeln und sie am Fußende abzulegen.

‚Die weiße Hexe ist erwacht und schickt uns mit Tee gegen Wundbrand und Schmerzen ohne Nebenwirkungen!‘

Halef schüttelte nur angestrengt den Kopf und keuchte. ‚Bevor ihr mir neuen Tee einflößt, müsste ich erst mal…!‘ Er spürte, wie ihm das Blut aus der Schulterwunde ran.

Kejnen blickte Ainur an und dieser verließ die Jurte, um wenig später mit einem Eimer und Verbandszeug wieder zu kommen, während Kejnen die Pfeilwunde untersuchte.

‚Ich glaub der Pfeil oder der Knochen ist durch!‘

‚Oder Beides!‘ keuchte Halef.

Ainur stellte den Eimer vors Bett und setzte sich an die Bettkante. Der tippte ganz vorsichtig den Pfeil an und drückte ein Tuch auf die Wunde. Dann tastete er so vorsichtig wie möglich den Knochen ab. ‚Der Knochen ist ganz und der Pfeil ist wieder frei. Dann wollen wir dich aber erst Mal pinkeln lassen…!‘

Ainur stand auf und Kejnen zog die Decke von Halefs Körper und meinte: ‚Wir werden dir die Peinlichkeit ersparen, im Liegen vor deiner Mutter oder deiner Frau pinkeln zu müssen.‘ Ainur half ihm auf und Kejnen hielt ihn fest. ‚Keine Sorge dein Weibchen schläft tief und fest.‘ meinte Ainur und hob seine Beine aus dem Bett und übernahm dann wieder Halef festzuhalten. Kejnen nahm den Eimer hoch und grinste. ‚Ihn festhalten und zielen musst du aber selbst, Junge!‘

Während Halef in den Eimer pinkelte, zitterte sein ganzer Körper so, dass Ainur ihn nach dem letzten Tropfen sofort wieder ins Bett sinken lies und ihn wusch. Er zog mit einem Ruck den Pfeil aus der Schulter und versorgte die Wunde. Halef war ziemlich weggetreten und wimmerte nicht einmal mehr. Kejnen humpelte mit dem Eimer nach draußen.

Ainur nähte die Wunde zu, verband erneut die Schulter und löffelte ihn dann den Tee in den Mund. Halef lies es benommen zu. Kejnen kam wieder rein und brachte nochmal Suppe und Tee. Sie flößten ihm in einer langen Prozedur alles ein, was sie hatten, bis Halef nicht mehr konnte.

‚Möchtest du dein Weibchen oder deinen Hund an deiner Seite haben, heut Nacht?‘ fragte Ainur leise. Wie auf Kommando wurde Lamina am Fußende wach und schreckte verwirrt hoch. Dabei fiel sie fast aus dem Bett.

‚He, Mädchen! Alles in Ordnung, dein Sippenführer verlangt nach dir.‘

Sie krabbelte vom Bett und stand verwirrt auf. Dann stürzte sie wieder zum Bett. Ainur half Lamina, aus ihrem Klappenmantel und neben Halef platz zu nehmen. Als sie lag, deckte er beide sorgsam zu. Dann wand er sich zu den Hunden und stellte ihnen einen Napf mit Wasser hin. Summend legte er Holz nach und verließ er die Jurte, um gleich wieder herein zu kommen, um den Eimer ans Bett zu stellen. ‚Der Eimer für Notfälle!‘

Published in: on 19. Dezember 2012 at 21:13  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Drei und eine Axt – Teil 24

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 24

Amreiter_neu nächsten Tag kam Merle angeritten. Einerseits um ihre Kinder zu holen und andererseits um Lamina etwas zu bringen. Auf einem alten Stück Leder hatte sie den Plan von einem Webrahmen auf gezeichnet und dann drückte sie ihr noch ein paar knöcherne Webschiffchen in die Hand. 

‚Wenn meine Schwiegermutter Fragen stellt…! Sie machte eine kurze Pause, schüttelte dann den Kopf und fuhr fort: ‚Ach, sie weiß eigentlich wie ungeschickt ich mich beim Weben anstelle.‘ Merle wand sich beschämt ab und wurde schlagartig rot im Gesicht. 

Wena kam hinzu und fragte: ‚Wollten wir nicht Flachs sammeln gehen? Die Männer arbeiten hinter der Jurte, also können die Kinder und ich…!‘

‚Und ich wollt schon fragen, was wir mit dem Flachs machen, der am Fluss entlang wächst.‘ unterbrach sie Lamina freudig erregt.

‚Bis jetzt haben wir Seile draus gemacht, aber wenn wir nun wirklich einen Webrahmen bauen, dann könntest du…‘ meinte Wena und strich Lamina sanft über die Schulter.

‚Langsam Größenwahnsinnig werden!‘ meinte Vira, die hinter ihnen aufgetaucht waren. ‚Was wollt ihr denn noch alles machen?‘

‚Wolle färben!‘ meinte Lamina.

‚Ich hab an der Böschung oben am Rand der Ebene ganz viel Goldrute gesehen. Ich brauch da nur die Blüten, den Rest könnt ihr haben. Wann wollen wir los?‘ meinte Ziska und griff nach ihrem Korb.

‚Ich muss erst noch die anderen holen? Wir sehen uns am Fluss!‘ rief Merle und lief zu ihrem Pferd.

Lamina lief zu den Männern hinter die Jurte. Halef saß mit Kejnen auf einem Baumstumpf und sie schnitzten allerlei Dinge, die Wena ihnen aufgetragen hatte. Während Ainur, Otar und Alur an den Balken und Brettern der Betten arbeiteten.

‚Wir gehen Flachs sammeln am Fluss!‘ meinte sie kurz und küsste Halef. Er lächelte sie an und nickte kurz.

‚Was macht ihr mit dem Flachs?‘ fragte Ainur, ohne aufzublicken.

‚Nach der Röste, Brechen, Schwingen und Hecheln! Wieso?‘ meinte Wena, die sich gerade einen großen Korb auf den Rücken band.

‚Ich hab gehofft, wir könnten ein paar Seile machen, weil seit gestern ist mein Bestand aufgebraucht.‘

‚Ja, Seile können wir auch machen, aber wir haben einen geheimen Plan für einen Webrahmen.‘ meinte Lamina und zog das Stück Leder unter ihrem Klappenmantel hervor und gab ihn Ainur. Er blickte drauf und blickte sie dann ernst an: ‚Gut, ich baue euch den Rahmen und ihr macht mir ein paar Seile. Aber eure Gewichte müsst ihr euch selber suchen.‘

‚Oder wir machen sie aus Ton!‘ rief Wena.

‚Ich merk schon, das ist ein abgekartetes Spiel!‘ meinte Ainur und lachte laut.

Die Frauen waren den halben Nachmittag unterwegs und brachte nicht nur Unmengen Flachs mit, sondern auch allerlei Kräuter, Kleinholz, Nüsse, Pilze und Beeren, Goldrute und Birkenblätter zum Färben und einige Gewichte für den Webrahmen. Die Männer hingegen saßen am Tisch und schnitten Gemüse klein und Halef und Kejnen hatten Schürzen an und kochten. Alur hatte die Tiere versorgt und kam gerade wieder. Sie stellten die Flachsbündel vor der Jurte zum Trocknen auf.

Auch in der Nacht schrie Kel so laut, dass man den Eindruck hatte, man könnte seine Schreie über die ganze Ebene schallen hören.

Am darauffolgenden Morgen stand Halef früh auf, verabschiedete sich von Lamina und ging zum Jagen. Er wollte das Schaf fangen, dessen Unterschenkelkochen, die Grundlage seiner Ehe sein sollte. Keiner hatte von ihm erwartet, dass er den alten Rieten des Reitervolkes gemäß handelt, weil er doch nicht von ihrem Blute war, doch waren es genau diese Rieten, die ihn zum Sippenführer gemacht hatten. Er wollte die Ahnen ehren und wollte ihnen gerecht werden, genauso wie er es den Lebenden schuldete. Auch er hatte diesen Knochen bekommen, als Zeichen, dass sie ihn wie einen leiblichen Sohn behandeln würden. Nun war es an ihm, die Rieten fortzuführen, damit nichts in Vergessenheit geriet und Wena würde ihn schon daran erinnern, wenn er doch etwas vergessen würde. Sie war sehr zufrieden mit allem, von den Streitigkeiten mit Kel und dem nahenden Winter mal ganz abgesehen.

Er lief an einer Stelle unterhalb der Jurten über den Fluss und ging an einer anderen Seite des Tales auf die Ebene. Er wollte möglichst weit weg vom Lager des Khan unbemerkt bleiben. Weil auf Ärger hatte er so früh am Morgen wirklich keine Lust. Sein Kopf tat ihm immer noch weh und der Schorf in seinem Gesicht juckte, als hätte er auf einem Ameisenhaufen geschlafen.

Die Sonne kroch gerade über die Hügel und die Sonnenstrahlen erhellten die Ebene im goldenen Licht. Genau für diesen Augenblick hatte sein Vater das Reiterleben aufgegeben. Gehörte ihnen doch nicht nur der kleine Flecken Erde am Fluss, ihnen gehörte doch die ganze Steppe soweit das Auge reichte. Niemand lebte in dieser Einöde, außer den Nachbarn flussaufwärts oder flussabwärts. War es doch schon immer das Winterlager des Khan gewesen und der Khan war wahrlich froh über die Vereinbarung, die er mit dem Vater seines Vater, als auch mit seinem Vater, getroffen hatte und die er nun als neuer Sippenführer weiterführen würde. Die Nachbarn allerdings lebten eher für sich und man sah sich höchstens zwei Mal im Jahr. Nicht mal auf der Zusammenkunft hatten sie sich gesehen, obwohl der Khan eigens Reiter vorbeigeschickt hatte. Die Nachbarn flussaufwärts, auf der anderen Seite des Waldes, hatten eine Schmiede an der alten Handelsstraße gebaut und bekamen so genug Möglichkeiten Handel zu treiben. Doch waren sie zu wenige, um auf die Zusammenkunft zu reiten. Und die Nachbarn flussabwärts handelten mit dem Khan und Anderen, für die der alte Weg durch die Berge zu klein geworden war. Warum sie nicht bei der Zusammenkunft waren, weiß nur der Khan.

In seinen Gedanken versunken überraschte er eine Gruppe Wildschafe und konnte tatsächlich eines der Tiere einfangen. Seine Hunde tollten weit entfernt umher.

Plötzlich sirrte ein Pfeil an ihm vorbei und blieb zitternd im Schaf stecken. Er konnte den nächsten Pfeil noch hören, bevor er selbst getroffen wurde. Von der Wucht fiel er auf die Knie. Fassungslos blickte er nach unten und konnte eine Jagdspitze sehen, die aus deinem Bauch ragte. Die Hände gegen die Wunde pressend, versuchte er sich umzublicken und konnte noch seine Hunde sehen, wie sie auf den Schützen zu liefen. Nyúl wurde getroffen, er konnte seinen Hund laut aufjaulen hören. Halef wuchtete sich hoch und lief ihnen hinterher. Der Schütze war niemand anderes als Kel, der auf seinem Pferd saß und immer noch mit dem Bogen auf ihn zielte. Halef rannte so schnell er konnte und versuchte Haken zu schlagen, er wich dem Pfeilhagel aus, der auf ihn hernieder prasselte. Kel war ein lausiger Schütze auf bewegliche Ziele. Doch Halef verließ seine Kraft und er kassierte vier weitere Treffer bis er bei dem reglosen Körper seinen Hundes ankam und neben seinem Hund zusammenbrach. Róka rannte weiter auf Kel zu und sprang das Pferd an, auf dem Kel saß. Róka riss dem Pferd die Kehle auf, Blut schoss heraus und Kel stützte mit samt seinem Bogen vom Gaul. Er schoss sich selbst dabei in den Fuß. Als er am Boden auftraf, war Róka schon auf ihm und verbiss sich in seiner Kehle. Der Khan und seine Söhne kamen angeritten. Halef hatte sich wieder aufgerichtet, pfiff erstickt, Blut quoll ihm aus dem Mund. Er versuchte erneut zu pfeifen, Róka lies von Kel ab und rannte wieder zu seinem Herrn. Halef hatte seinen Hund gepackt und versuchte aufzustehen. Anstatt in Richtung der Jurten zu laufen, lief er zu dem Körper des toten Schafes zurück. Der Khan und Elger ritten ihm nach und holten ihn ein.

‚Junge, wo rennst du hin?‘ rief der Khan und sprang noch im Lauf vom Pferd.

‚Er hat den Grundstein meiner zukünftigen Ehe erschossen.‘ stammelte Halef.

Elger ritt an ihnen vorbei, er blickte seinen Vater an und ritt weiter.

‚Elger wird es holen und dir bringen!‘

Halef blieb stehen, vergewisserte sich, dass Elger auch wirklich das Schaf mitnahm.

‚Junge, bitte lass mich dir helfen.‘

‚Wenn mein Hund stirb, töte ich deinen Sohn.‘ röchelte Halef, drehte sich um und humpelte in Richtung der Jurten.

‚Das ist sogar dein verdammtes Recht. Aber wenn du vorher verreckst, dann bringt mich deine Mutter um und deine Tante verflucht mir mein Jenseits.‘

Halef hustete und spie dabei Blut auf den Boden.

‚Junge, gib mir wenigstens den Hund!‘ rief der Khan und pfiff nach seinem Pferd. Elger stoppte neben ihnen und sprang vom Pferd.

‚Halef, ich trag dich, wenn es sein muss, aber du verreckst mir nicht in der Steppe.‘ rief Elger aufgebracht.

Halef lief einfach weiter, hob seine Tunika und zeigte die Pfeilspitze, die ihm aus dem Bauch ragte. ‚Ich werde sterben, wenn ihr mich aufs Pferd setzt oder wenn ihr mich tragen wollt.‘

Elger, hielt ihn an der Schulter fest, zog sein Messer und sprach: ‚Vertrauts du mir?‘

‚Bleibt mir was anderes übrig?‘ röchelte Halef.

‚Gib meinem Vater den Hund!‘

Halef tat es. Ein weiterer Sohn kam angeritten und übernahm den Hund. Der Khan blickte ihn ernst an und sprach: ‚Ulor, bringe den Hund zu Wena und sag Ziska Bescheid, sie soll uns entgegen reiten. Sorge dafür, dass dieser Hund nicht stirbt!‘

‚Halef, ich schlage den Pfeil ganz nah an deinem Rücken durch, dann legen wir dich mit dem Rücken aufs Pferd und bringen dich heim.‘

Halef ging in die Knie, weil er sonst einfach umgefallen wäre. Elger schlug den Pfeil mit einem Schlag sauber durch und kürzte auch die Pfeile, die Vorne aus seinem Körper ragten. Der Khan stieg auf und Elger hob Halef auf das Pferd seines Vaters. Sie versuchten so schnell und so behutsam wie möglich loszureiten.

Als sie am Fluss ankamen, stand Ziska schon am Ufer und wartete. Ainur stand an ihrer Seite.

Kejnen brachte heißes Wasser.

‚Wo ist das Mädchen? Und Vira?‘ rief der Khan, der sein Pferd behutsam durch den Fluss trieb. Elger war schon drüben und sprang vom Pferd, zog dabei das Schaf vom Pferd und legte es auf den Boden.

‚Mit den Kindern im Wald unterwegs.‘ rief Ziska. Blut und Wasser tropfte vom Pferd des Khan, als er am Ufer halt machte. Elger und Ainur hoben Halef vom Pferd und legten ihn auf eine Decke, die sie eigens ausgebreitet hatten. Ainur rieb mit dem Finger über den Schaft eines der Pfeile und roch daran. ‚Er hat die Pfeil in Dung gesteckt, bevor er geschossen hat.‘

Ziska stand auf und schrie laut zu den Jurten hoch. ‚Wena, ich brauch den klaren Schnaps, schnell!‘

Der Khan war abgestiegen und lief zu den Jurten, während ihm Wena entgegen eilte. Sie drückte ihm zwei Flaschen in die Hand. Er blickte sie eindringlich an und meinte ruhig. ‚Die Pfeile waren voll Dung…Um deines Bruders Willen rette diesen Hund. Ich werde ihn verbannen, wenn alle es überleben.‘ Dann drehte sich der Khan um und lief wieder zu Halef. Ainur hatte dem Jungen bereits die Kleider vom Leib geschnitten und ein getränktes Tuch gegen die Eintrittswunde am Rücken gepresst. Kejnen hielt ihn fest und drückte ihm ein Stück Leder in den Mund und säuselte ihm unentwegt ins Ohr. Halef war nicht nur durch den Knebel gehindert zu sprechen, er war ohnehin schon fast ohnmächtig. ‚Beiß da drauf Junge! Versuche dich auf deine Zehenspitzen und deine Fingerspitzen zu konzentrieren. Spürst du sie? Ja. Kannst du sie bewegen? Gut. Das könnte jetzt gleich weh tun, aber so lange du Schmerzen hast, weiß du, dass du noch lebst.

Elger, Ainur und Ziska wuschen die Wunden erst mit dem Wasser und dann mit dem Schnaps aus. Und drückten getränkte Tücher auf die Wunden.

‚Zum Glück hat Kel nur noch zwei Jagdspitzen und eine davon steckt im Schaf.‘ meinte Elger.

‚Der Pfeil in der Schulter steckt im Knochen fest, der im Arm ist durchs Fleisch gegangen, den kann man ganz leicht durchziehen. Der Schaft ist sauber.‘ meinte Ainur.

‚Gut, Ainur mach das, wasche die Wunde gründlich und nähe ihm die Wunden zu. Kleine Stiche. Wir ziehen die Spitze aus dem Bauch, waschen die Wunde und ich heile ihn. Kejnen versuch ihm so viel Wasser wie möglich in den Mund zu träufeln, wenn die Pfeile draußen sind.‘

Sie nahmen den Knebel aus dem Mund und Khan drückte ihm seinen eigenen Trinkschlauch in den Mund. ‚Da kann er auch drauf beißen.‘

‚Die Pfeile im Bein stecken im Fleisch, wir können sie nur raus ziehen.‘ meinte Elger.

‚Gut eines nach dem anderen. Hilf mir mit der Spitze.‘ rief Ziska. Der Khan tauschte mit Elger den Platz und der Khan drückte die Beinwunden ab. Ainur hatte den ersten Pfeil durchgestoßen und Halef schrie und verbiss sich im Trinkschlauch. Kejnen säuselte ihm immer noch ins Ohr und achtete darauf, dass er sich nicht verschluckte. Elger zog die Jagdspitze aus dem Bauch und Halef wurde ohnmächtig. Ainur fing zu nähen an und Kejnen drehte den Kopf des Jungen auf die Seite und zog den Trinkschlauch aus dem Mund. Er fuhr ihm mit dem Finger in den Mund und hielt seine Zunge fest, dann träufelte er in aller Seelenruhe Tropfen für Tropfen der Flüssigkeit in seinen Mund und achtete darauf, dass er nicht zu viel Flüssigkeit im Mund hatte und dass er nicht daran erstickte.

‚Wenn ich ohnmächtig werden sollte, lasst mich erst mal liegen und macht weiter.‘ meinte Ziska und kippte sich selbst Schnaps über die Finger und rieb dann die Hände aneinander und griff in die Wunde. Sie lies den Schnaps in die Wunde laufen und schob den Körper auf die Seite und griff nach der Eintrittswunde. Dann rieb sie die Hände wieder aneinander und wiederholte die Prozedur, bis sie tatsächlich zusammenbrach. Ainur bemerkte, dass keine Blut mehr aus Bauchwunde rann und nähte sie zu. Dann drehten sie ihn auf den Rücken und nähten auch diese Wunde zu. Als sie sich ans Bein machten, wurde Ziska wieder wach. Sie rieb wieder die Hände aneinander und legte Hand auf die Bauchwunde und begann einen Singsang. Die Männer hatten die erste Beinwunde bereits gewaschen und verschlossen und wollte sich an den zweiten Pfeil machen. Ziska legte die Hand auf seinen Schenkel und sang weiter. Sie zogen den Pfeil, Blut schoss hervor und Halef wurde kurz wach und wimmerte. Kejnen zog seinen Kopf hoch und lehnte ihn gegen seinen Oberschenkel und träufelte ihm unentwegt weiter Flüssigkeit in den Mund. ‚Junge gleich hast du es geschafft.‘ Er hielt ihn fest und strich ihm über den Hals. Ziska fing irgendwann an zu zappeln und stürzte nach hinten um. Der Khan brachte sie nach oben in die Jurte. Er schaute nach dem Hund. Der Hund war auf dem Tisch fest gebunden und Wena legte den gerade einen Verband an. Sein Sohn Ulor war noch da und hielt dem Hund einen nassen Lappen hin. Der Hund leckte daran.

‚Kannst du dich um die weiße Hexe kümmern. Ich bleib hier.‘ meinte der Khan und ging um den Tisch herum und sich erschöpft auf die Bank zu setzen. Kejnen humpelte mit Ziskas Korb im Arm an ihnen vorbei und ging in die Jurte. Wena folgte ihm.

Published in: on 5. Dezember 2012 at 23:52  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: