Glückskeks Returns – Ride of the Channing Tram

Glückskeks Returns – Ride of the Channing Tram

chann4Manchmal träumt man und denkt man ist wach und manchmal ist man wach und man denkt man träumt. Manchmal jedoch ist man sich nicht so ganz sicher in welchem Zustand man sich gerade befindet.

Warum auch immer ich mich auf einer Pferde Ranch befinde, kann ich nicht sagen, aber hier bin ich nun. Eine alte Schulfreundin ist auch dabei und es ist eine wie auch immer geartete Veranstaltung im Gange, bei der wir und viele andere mithelfen. Es ist grad so, als gehörten wir dazu. Selbstgemachtes vom Kuchen bis zum eingelegten Kürbis weit und breit. Und wir mittendrin. Und alles aus Kürbis. Komisch ich kann mich gar nicht erinnern, dass eine von uns einmal ein Pferdenarr gewesen war, aber nun sitzen wir am Rande einer Koppel und ein paar waschechte Cowboy reiten ein paar störrige Hengste zu.

Ein riesiger Kürbis bekommt einen Preis und der Kürbisbauer des Selbigen auch.

Ich weiß zwar immer noch nicht was ich hier soll, aber alle loben mich für meinen Kürbiskuchen. Wenn die wüssten, dass ich ihnen da Zucchini untergejubelt habe, aber ich lasse sie in ihrem Glauben, dass alles auf der Welt aus Kürbis besteht und lache in mich hinein.

Ich traue mich nicht recht an mir runter zu schauen, weil mir schwant arges. Weil das, was ich im Augenwinkel über mein Dekollete hinweg sehe, ist gruselig bis untragbar. Ich vermute eine Art Festumhang aus dem Hause Weasley, wenn ich mir die Rüschen so betrachte. Das wäre ja halb so wild, wenn da die schlimmen Karomuster nicht wären.

Um zu verhindern, dass es mir mein Erbrochenes in meine Mundhöhle spült, schaue ich in die untergehende Sonne und sehe in der Ferne tatsächlich einen rollenden Busch, der erst an einem phantasmagorischen Penis-Kaktus vorbei rollt und dann an einem Kojoten, der der Sonne sein letztes Lied vorheult, um dann weiter den Mond anzuheulen.

Ich mache mir überhaupt keine Gedanken darüber was ich in Amerika überhaupt zu suchen habe, wie konnten die mich nur ins Land lassen und wie es sein kann, dass von meinem Mann weit und breit nichts zu sehen ist. Und warum mich hier jeder versteht, obwohl ich kein Strich englisch kann. Aber warum fragen, es ist doch noch Kürbis da.

Ich werde natürlich auch nicht stutzig als mein Unterbewusstsein chann1einen channigartigen Cowboy versucht zu erkennen. Aber irgendwas scheint mein Nerdbewusstsein gelähmt zu haben, dass ich nicht gleich kreischend auf das Channing Tatum Double losgerannt bin, ich ertappe mich nur, wie ich ihn ebenfalls aus dem Augenwinkel beäuge, wie er so im Sattel sitzt.

chann2Eigentlich hätte ich hart stutzig werden müssen, als ich diesen jungen Cowboy eindeutig als Channing Tatum identifiziert hatte, weil er tanzt. Nein nicht so, wie ihr wieder denkt, hier wird Line Dance praktiziert. Um Himmels Willen, ich glaub der will uns zum Tanzen auffordern. Er schaut stierl zu uns rüber. Mich kriegen keine 10 Pferde und auch keine 10 Pferdejungen auf die Tanzfläche, selbst wenn sie alle wie Channing Tatum aussehen sollten. Ich beschäftige mich mit Tische abräumen.

Oh mein Gott, jetzt kommt er rüber zu uns und frägt uns, ob er uns helfen kann. Meine alte Schulfreundin spannt ihn gleich gehörig ein und er sagt immer nur: ‘Yes Ma’am!’ und tippt mit der Hand an seinen Hut und macht was ihm angeschafft worden ist.

Dann blickt er immer verstohlen zu uns rüber, als wären wir ein besonders guter Kürbispudding. Meine Fresse, es kann nicht Channing sein, der ist doch nicht schüchtern, oder?

Es muss doch ein Traum sein, hier stimmt doch irgendwas ganz und gar nicht. Channing ist da, von seiner Frau ist weit und breit nichts zu sehen, von meinem Mann auch nicht. Er tanzt und hat noch alle seine Klamotten an und er ist ein Cowboy und hat noch nicht den Kopf weggeschossen bekommen. Da stimmt doch was nicht.

Also gehen wir mal davon aus, es ist tatsächlich ein Traum und gehen wir mal davon aus der abartige Glückskeks steckt wieder dahinter.

Ich dachte ja ich hätte es hinter mir, weil sich der Glückskeks solange nicht mehr gemeldet hat. Wahrscheinlich war er eifersüchtig. Insgeheim war ich ja schon ein bisschen froh, die Glückskeksträumerei ist mir halt schon ganz schön abgegangen.

Naja, die Feier ist jetzt wohl auch zu Ende und der Channing hilft uns noch das Auto zu beladen. Er ist sehr zuvorkommend und öffnet uns immer die Türen und alles andere macht er immer sehr schwungvoll, so als wäre unser Cowboy ein waschechter Pirat.

Am Ende sitzen wir im Pickup von meiner alten Schulfreundin und ich würde ganz gerne im Erdboden versinken. Also er steht offensichtlich auf sie. Sie hält aber so garnichts von diesem schicken Cowboy. Ich hatte sie eigentlich auch nicht so zickig in Erinnerung, wie sie ihm jetzt die kalte Schulter zeigt. Der arme Channing. Ich sitze im wahrsten Sinne des Wortes zwischen zwei Stühlen, also zwischen der neuen Eisprinzessin und dem Channing auf der durchgehenden Sitzbank des uralten Pickups und nachdem sie nicht die allergrößte Person ist, hat sie die Sitzbank ganz nach vorne geschoben, damit sie an die Pedale kommt. Und so hat der Channing die Knie ungefähr zwischen den Ohren und ich sitze wie ein Würfel aus Knien und Brüsten zwischen drin.

Mir macht es irgendwie gar nichts aus, dass er sie so anschmachtet, eigentlich ist es ja ganz lustig, wenn ich mich nicht so fremdschämen würde. Meine Fresse wer würde schon Channing Tatum von der Bettkante schubsen? Meine alte Schulfreundin!

Ich hab mit dem armen Channing langsam echt Mitleid. Ja, da kommen auch schon die Muttergefühle (Ich werd alt!), weil er gar so wie ein geprügelter Köter aus der Wäsche schaut. Apropo Wäsche. Anfangs hatte er ja Jeans und Hemd an und seinen Cowboyhut natürlich. Später muss mein Unterbewusstsein dann noch Cowboystiefel und Chaps dazugedichtet haben, aber so genau kann ich das jetzt auch nicht mehr sagen, was er denn nun wirklich anhatte.

Es kommt wie es kommen muss. Und ich sitze am Ende mit dem Channing in der Trambahn, weil er meine alte Schulfreundin halt so gar nicht erweichen konnte.

Wie wir jetzt so schnell mit dem alten Pickup von Wyoming in die bayrische Landeshauptstadt gekommen sind, kann ich auch nicht so genau sagen und warum ich mit ihm jetzt gerade in einer Trambahn sitze, keinen blassen Schimmer. Die Tram fährt bekanntlicherweise nicht nach Wolfratshausen.

So sitzen wir da, wie bestellt und nicht abgeholt in der Tram und er wippt zu einer Musik, die offensichtlich nur er hört und tut das was er am Besten kann. Ja, das was ihr denkt.

Und mir ist es mords peinlich.

Jetzt stellt sich die Frage, wie komme ich mit der Tram nach chann3Wolfratshausen und was sagt mein Mann dazu, wenn ich den Channing mitbringe, der mittlerweile sich seiner Klamotten entledigt hatte und an der Stange in der Tram seine geilsten Moves zum Besten gibt. Eine alte Oma wird gerade ohnmächtig weil er sie grad pornomäßig auf Gesichtshöhe angetanzt hat, als ich schweißgebadet auf dem Sofa wach werde.

Meine Fresse, Glückskeks du hast doch echt nen Clown gefrühstückt. Ich schleiche ins Bett und da liegt mein Mann und schnarcht, wie ein Holzfäller aus Kanada. Ob ich ihm vom Channing erzählen soll? Hm. Vielleicht werde ich ihm einfach einen Cowboyhut kaufen, vielleicht sagt er dann auch: ‘Yes Ma’am!’ zu mir und tippt sich dabei an den wunderschönen Hut.

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Glückskeks Calling Episode 7

Glückskeks Calling Episode 7

IMG_20151119_190801594_HDRIch wache auf, weil alles ziemlich still ist. Zu still. Ich fühle mich merkwürdig leicht und irgendjemand muss ernsthaft den Ton abgestellt haben. Dumpfer Druck bringt mich dazu, dass ich doch versuche meine Augen zu öffnen. Ich muss pissen. Schlagartig brachen unglaublich viele Eindrücke auf mich ein. Und in Windeseile wurden mir viele meiner Fragen beantwortet, obwohl ich eigentlich keine einzige Frage gestellt hatte. Man könnte fast sogar ein Bisschen sagen, too much information. Das warf seltsamerweise noch mehr Fragen auf. Nachdem außer mir scheinbar niemand sieht was ich sehe, versuche ich das in Worte zu fassen was mich irrsinnig und sprachlos macht. Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr…. keine Ahnung. Bling. Bling. Die Anzeige an meinem Raumanzug muss eingefroren sein. Es ist eh ziemlich kalt hier drinnen. Kann da mal jemand die Heizung anschalten? An der Scheibe meines Raumanzuges kann ich ein paar Eiskristalle über mein Goldfischglas wandern sehen, als wären die Eiskristalle eine halbwegs intelligente Lebensform, die völlig stumm versuchen mit mir Kontakt aufzunehmen. Die Unterhaltung der Stummen innerhalb und außerhalb des Gildfischglases wirft wiederum noch mehr Fragen auf.

Die Schwerkraft ist völlig außer Kraft gesetzt und ich treibe stumm, ratlos und ziellos durch eine ziemlich runtergekommene Schrottmühle. Im Licht der Notbeleuchtung schaue ich mich um.

Neben zwei Spielzeugdinosaurier, die auf einer Konsole stehen, kann ich eine Vorrichtung erkennen, wo man ordinäre Kassetten abspielen könnte, wenn man welche hätte. Ich hab so ein bisschen Angst davor, wenn das Licht noch völlig ausfällt, dass ich dann der fleischgewordene Goldfisch in einem echt abartigen Jackson Pollock Bild werde.

Ach ja, aufgrund der fehlenden Schwerkraft trudel ich immer noch durch das Innere des Raumschiffes. Wie ein Quastenflosser in der Tiefsee. Auf der Suche nach Plankton oder irgendetwas was sich zu fressen lohnt. Einen Anglerfisch könnte ich jetzt schon verdrücken. Ich muss nicht nur Pissen, sondern ich hab auch noch tierischen Hunger.

Ich trudel wieder an den riesigen Fenstern vorbei und sehe den Weltraum. Unendliche Weiten. Ein Raumschiff mit einer eine Frau starken Besatzung unterwegs um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen…halt…fremde Welten zu erforschen wäre ja schon geil, aber Raumanzüge und Enterprise passt ja nicht ganz zusammen. Die Nummer mit der Schwerkraft haben die Jungs von der Nasa etc. ja noch nicht gelöst. Hm. Also ist das hier eher die Nummer von 2001 Odyssee durchs Weltall.

Naja, 2001 ist ja schon lange vorbei. Ganz schön schräg eigentlich, wenn man mal bedenkt, welche SiFi Filme sich schon selbst überdauert haben. Irre gell, dass Marty Mac Fly in diesem Jahr in der Zukunft gelandet ist, um dann wieder in seine Vergangenheit ähm Gegenwart zu reisen. Da könnte man sich schon ganz schön den Kopf verbiegen, wenn nicht schon alles klar wäre. So klar war es selten, trotz beschlagener Scheiben. Ach ja, ich bin ja schon wieder abgeschwiffen, ich sollte erstmal zu meinen Fragen und vorallem zu den Antworten, die mir die Stille und der Ausblick hier innerhalb von 3 Sekunden verraten haben, Stellung nehmen. Boa hab ich einen Klugscheißer gefrühstückt? Naja, auf jeden Fall hat man im Weltall Hunger und zwar so einen Großen! Und Pupsen im Raumanzug ist weniger zu empfehlen, außer man hat Freude an dem fleischgewordenen Atem des Golgataner vor dem man nicht flüchten kann, außer man zieht den Tod durch extremen Druckabfall, Blitzerfrierung und Ersticken vor. Und wer will schon so aussehen wie der Arnie, wie es ihm auf dem Mars die Augen quasi aus dem Schädel gedrückt hat. Gar nicht schön.

Die wichtigste Frage ist eigentlich, wenn es im Weltall völlig still wäre, würde dann auch der vorlaute Tinnitus endlich die Fresse halten? Nein tut er nicht. Er piepst. Aber gepiepst hat er ja noch nie. Normalerweise rauschen Dieter Bohlen und Thomas Anders in zwei verschiedenen Frequenzen. Manchmal pfeift einer der Beiden.Und manchmal sogar aus dem letzten Loch. Aber gerade hält der Dieter endlich die vorlaute Fresse und Thomas verhält sich anders. Er piept. Piep. Piep.

Nein, es ist ein fiep, fiep. Oh mei, vielleicht handelt es sich ja vielleicht doch um eine zwei Mann große Besatzung. Ich und der Hundopus.

Wo is er denn? Ganz ein Braver. Ich versuche mich gezielt durch den Raum zu bewegen und dann fand ich ziemlich schnell die Ursache des Fiepsen. Naja das Fiepsen, dass urplötzlich in einen lästiglauten Warnton umschwenkte und eine ziemlich nervige Stimme kam durch den Lautsprecher in meinem Helm: ‘Sie haben die automatische Selbstzerstörung gewählt, Sie haben noch 10 Minuten das Raumschiff zu verlassen. Ich wünsche noch einen angenehmen Tag.’

Einen blöden Scheiß hab ich. Wer zum Teufel drückt denn freiwillig auf die automatische Selbstzerstörung? Wie blöd kann man denn sein?

Naja, ich hab ja noch 10 Minuten, vielleicht kann ich das Ding ja ausschalten. Ich suche eine Konsole, die so aussieht, als würde sie wie ein Weihnachtsbaum blinken.

Süßer die Glocken nie klingen, da ist sie ja schon. Ich drücke den großen roten Knopf in der Mitte einer bunt blinkenden Konsole und hoffe, dass die Bedienung des Bordcomputer in einfacher Sprache erklärt werden würde.

‘Geben Sie die den Sicherheitscode ein!’ sprach die nervige Stimme wieder. ‘Geben Sie den Sicherheitscode ein!’

Ich versuche mich zu konzentrieren. Was mach ich eigentlich im Weltall und IMG_20151104_113446255wer hat mich hier hergebracht. Ich krame in der Außentasche meines Raumanzuges und als ich die Hand wieder herauszog, kamen nur ein paar Krümel und ein rotes Plastiktütchen aus meiner Tasche gepurzelt und schwebten mit mir zusammen um die Konsole herum. Der rote Plastikfetzen trieb an meinem Goldfischglas vorbei. Ach du Scheiße, der Glückskeks hat wieder zugeschlagen. Du Drecksack, so haben wir nicht gewettet, du hast zuletzt gesagt, dass ich auf dem richtigen Weg sei und jetzt bist du ganz plötzlich über den Knopf der automatische Selbstzerstörung gestolpert. Ich glaub es hackt. Das Fiepsen war mittlerweile unerträglich geworden. Der Zettel des Glückskeks trudelt an mir vorbei und darauf stand: ‘Du musst jetzt aufwachen!’

Glückskeks Calling Episode 6

Glückskeks Calling Episode 6

FortunecookieIch wache auf und bin nackt. Was nicht weiter verwunderlich ist. Ich scheine völlig alleine zu sein und als ich die Augen öffne, finde ich meine alten Wohnung im gewohnten Chaos vor. Ich drehe mich auf die Seite und will eigentlich weiterschlafen. Vor meiner Nase liegt irgendwas. Hm. Ich versuche es zu fassen zu bekommen und ich schlage mir dabei auf die Nase. Meine Hände sind noch ein wenig unkontrolliert. Beim zweiten Versuch klappt es. Es ist ein Stringtanga. Hm. Vielleicht hab ich gestern Nacht schlafgewandelt und dabei Pornos geschaut. Ich blicke mich nochmal um, und mein Laptop steht fast in Reichweite, aber an seinem gewohnten Platz. Er scheint auch aus zu sein. Also vielleicht doch keine Pornos geschaut.

Ich beschließe irgendwann doch aufzustehen und springe wie ein junger Gott aus dem Bett und will mir irgendwie instinktiv zwischen den Beinen kratzen und rutsche aber auf etwas aus, worauf ich eher unsanft den Boden küsse, bevor meine Hand meine Körpermitte hätte erreichen können. Vor meiner Nase liegt ein benutztes Kondom. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und kratze mich am Kopf, den ich mir wohl gerade angeschlagen habe.

Dann beginnt mein Hirn endlich an zu arbeiten und ich fasse mir nun wirklich zwischen die Beine, um zu kontrollieren, ob ich in letzter Zeit irgendwie freiwillig oder unfreiwillig Sex gehabt haben könnte und was ich da ertastete entzückte mich einerseits, erschreckte mich allerdings auch. Zwischen meinen Beinen stand eine mehr oder weniger phantasmagorische Morgenlatte auf Halbmast. Heiliger Glückskeks, ist denn jetzt schon November?

Und wo sind meine Titten hin. Böser Glückskeks, nimm mich doch nicht immer so wörtlich! Schlechter Tausch. Oder eigentlich, HM.  Aber was will ich auch erwarten von einem Glückskeks, der nie hält war er verspricht.

Wenn ich schon mal einen Penis habe, könnte ich ja den ganzen Tag Pornos schauen und mir einen Wedeln und mir bis Freitag überlegen, wie ich das meinem Mann beibringe. Und vielleicht wache ich ja gleich schreiend auf und es war alles nur ein Traum.

Fortsetzung folgt… vielleicht!?

Glückskeks Calling Episode 2

Glückskeks Calling Episode 2

snow_tentIch wache auf, weil ich Gehirnfrost habe. Man sollte nicht mit dem Gesicht in der Eispackung einschlafen. Und mein unüberhörbares Zähneklappern lässt mich nicht wieder einschlafen. Was geht da ab, haben die Eisbären endlich eine kleine Eiszeit mitgebracht oder ich hab über Nacht einfach nur wieder das Fenster aufgelassen?

Winter is coming! Jeah! Ich konnte einen kalten Wind spüren und hatte immer noch Gehirnfrost. Doch nicht so jeah!

Auf meiner Stirn war irgendwas festgefroren! Kondenswasser? Aber ich wollte doch nie wieder im Winter zelten gehen. Mit gefrorenen Kondenswasser in der Fresse aufwachen, hatte ich schon mal. Nein, danke!

Ich öffne ein Auge und ich liege doch tatsächlich in einem Zelt. Aber nicht in meinem. Es ein Keilzelt, mehr oder weniger historisch. Ich liege unter einer knastartigen Filzdecke und friere wie ein junger Hund.

Ich riskiere ein Blick nach draußen. Schnee so weit das Auge reicht. Und am Horizont sehe ich den… ach du Scheiße… was hab ich nun wieder verbrochen… der Brokeback Mountain.

Ist denn schon November? Ich glaube nicht, das hätte ich mitbekommen!

Aber das Winterwonderland nehm ich trotzdem, danke schon mal, auch wenn ich mir hier meinen Arsch abfriere.

Ich höre ein Pferd wiehern, also krieche ich mürrisch aus dem Zelt und kratze mir am Sack. Moment mal. Wenn ich einen Sack habe, dann muss ich auch einen Penis haben. Bingo! Blöd ist nur, bis zum nächsten Schnitzel und Blowjob Tag ist noch lange hin.

Ach, egal! Ding Dong: ‚Sie haben ein Schnitzel zum Mitnehmen bestellt?‘

Vor mir taucht das Pferd auf, was ich vorhin gehört habe und auf dem Gaul sitzt Jake Gyllenhaal. Jackpot Baby, dann muss ich wohl Heath Ledger sein. Gott hab ihn selig.

‚Hey du abartiger Bastard, ich frier mir die ganze Nacht da oben den Arsch ab und hier brennt noch nicht mal das Feuer!‘ mault mich Jake doch tatsächlich an. So habe ich mir das aber nicht vorgestellt. Er scheint wütend zu sein, ach hat er sich den Arsch abgefroren. Ich werd ihn warm rubbeln.

Ich schmachte ihm einfach nur an, weil wenn das hier der Brokeback Mountain ist und ich Heath Ledger bin. Breitunddreckiggrins! Wenn ich jetzt sterben würde, würde man das dreckige Grinsen wohl nicht mehr aus meinem Gesicht kriegen. Und wenn heute einer in den Arsch gefickt wird, werde das wohl nicht ich sein.

‚Was hab ich nur verbrochen, dass ich mit dir hier am Berg festsitze, du bist ja sogar zu blöd das Feuer in Gang zu halten, Ignaz!‘

Ignaz? Hat er jetzt Edward oder Eduard gesagt, oder vielleicht doch Ignaz. Warum bin ich jetzt Ignaz. Was hab ich jetzt wieder verbrochen.

‚Los Hinterwäldler, mach Feuer!‘ meinte Jake Gyllenhaal zu mir und ich mache mich ans Werk, humpelnd. Mein Rücken ist irgendwie gebeugt und ich ziehe ein Bein nach.

Super, ich bin weder Edward noch Eduard und für einen Ignaz laufe ich ganz schön unrund.

Bei allen Göttern, ich bin ein Igor und wahrscheinlich ist das Harte in meiner Hose, mein Glasauge. Und soweit ich das sehe, hab ich keine Rolle Hartgeld in der Hose.

Zumindest bin ich nicht der Glitzerdepp. Ist ja schon mal was, der Sparklefool wäre auch heute Nacht wahrscheinlich erfroren. Was für ein Dienst an der Menschheit, aber ich kann ja nicht alles haben, wäre ja auch zu schön um war zu sein.

Dann werd ich halt heute dem geilen Gyllenhaal ein Ladung Feenstaub in den Arsch blasen. Harhar. Man, bin ich aber heute wieder witzig. Ich Schelm!

‚Wird das heute noch was?‘ maunzte der geile Gyllenhaal wieder.

Und es kullert ein: ‚Ja Meister!‘ aus meinem Mund. ‚Ich muss nur pissen!‘

Ich stelle mich an den Bach und knöpfe meine Hose auf. Und auf der Suche nach meinem Schwanz, hätte ich mir beinahe in die Hose gepisst.

‚Sag bescheid, wenn ich dir eine Pinzette bringen soll?‘ lachte der nicht mehr so geile Gyllenhaal. Langsam geht er mir echt auf den Sack.

Egal, ich muss ja immer noch pissen wie ein Rentier. Ja, wo ist er denn? Ja, da ist er ja der Schlingel, es muss wirklich ganz schön kalt sein. Ist das normal, das der so klein ist?

Ich hätte den Glückskeks vorhin nicht so schwach anreden sollen. Ich krieche untertänigst im Straub, das hab ich einfach nicht verdient. Mir huscht ein Schrei über die Lippen, der sich erschreckend nach dem Wilhelm Scream anhört. Warum zum Teufel bekomme ich einen Mirkopenis? Und noch so ein Schrei und ich glaube ich bin doch ein Mädchen und wenn ich grad nur annähernd so aussehe, wie ich mir Igor vorgestellt habe, bin ich kein besonders hübsches Mädchen. Das ist doch alles ganz schön Kacke. Das hat ja noch nicht mal irgendwas mit einem meiner Wünsche zu tun.

Ich bin auf dem Brokeback Mountain mit dem bösen Bruder von Jake Gyllenhaal eingeschneit und bekomme nur einen Mikropenis. Ich wach bestimmt gleich auf und es ist alles gut, weil ich nur das Fenster aufgelassen habe und es wahrscheinlich in meine Wohnung geschneit hat. Ich kneife in meinen kleinen Igor, aber ich wache einfach nicht auf. Der Wilhelm Scream ist das Letzte was ich höre… bevor ich endlich aufwache.

Ich liege in meinem Bett, mit der Hand in einer Chipstüte und im Fernsehen läuft Brokeback Mountain.

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