Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 5

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 5

 

Als ich bei Mondschein im Wald unterwegs war, hab ich die beiden Krähen wieder getroffen. Eine war verletzt. Sie haben mich mit zu ihrem Versteck genommen und ich päppelte sie wieder auf. Sie wird wohl schon bald wieder kräftig mit den Flügeln schlagen können. Als ich am Morgen zurück nach Grimgard kam, stand der Rauch schwer in der Luft. Die Bäckerei des Notker scheint abgebrannt zu sein. Aber was noch viel schlimmer ist. Jemand hat den alten Dankrad ums Leben gebracht.

Ich traf auf eine junge Hebamme, die wohl die Nachfolge von Helena in der Taverne war. Blitgard, so heißt die Dame, half mit bei den Ermittlungen. Das war wirklich spannend. Wir haben die Blutspuren untersucht. Und die Schnittspuren am Hals des Dankrad. Und dann haben wir ziemlich große Schuhabdrücke draußen vor einem der Fenster gefunden. Ich habe einen Gipsabdruck gefertigt und schaue mir seither die Füße und Schuhe unserer Bürger und Gäste in Grimgard noch genauer an als sonst. Weil einer von uns ist der Mörder. Einer der auf großen Fuße schreitet. Nur der Rutger ist es nicht, der hat zu kleine Füße. Und er hätte auch die Klinge nicht führen können, die seinen Vater tötete. Dazu hätte er sich einen Stuhl nehmen müssen. Manchmal ist Körpergröße ein besseres Alibi, als man denken mag. Er ist zu klein, um der Mörder zu sein. Und was sich reimt ist gut. Es denkt eh keiner hier, das der Ladenhüter seines Vaters, je die Hand gegen seinen geliebten Vater erhoben hätte.

Nun fügt sich der Junge in sein Erbe und hat den Posten seines Vaters übernommen, den er so gut es eben geht auszufüllen versucht.

Es war ein trauriges Totenfeuer. Das Klagelied der Eponapriesterin schallt mir immer noch im Ohr. Ein Jammer. Ich trink auf dich, alter Freund. Und ich verfluche dich, du Mörder, der ihn so kaltblütig danieder gemetzgert hat.

Mit der ganzen Aufregung in den letzten Tagen hatte ich die Schlonze völlig aus dem Auge verloren und als ich wieder in mein Zelt trat, hatte sich Schimmel auf der Schlonze gebildet. Gelblich weiße Glitschigkeit mit einem Hauch von Blau und Schwarz. Wunderschön.

Haha. Da fällt es mir wie Schuppen von den Haaren. Die Schlonze kann also doch was, nämlich schimmeln. Haha. Und was kannst du, du alte Zippe. Werde der Gelsa ihre blöde Taube zurückschicken.

Werte Gelsa,

Die Schlonze kann schimmeln. Was sagst du nun? Heute Morgen nickten mir die Pilzgewächse seltsam obszön entgegen und da ging mir ein Licht auf, so wie es einem trifft, wenn der Blitz in die Erde fährt. Wenn auf dem Bösen etwas wächst und mag es auch noch so klein sein. Ob uns nicht etwas Gutes widerfahren mag?

Lindrad
Salbaderer ähm ich sollte auf ein extra Papier schreiben…

Und dann versuche ich einen selbstzerstörenden Brief an Ferowin zu schreiben.

Aua. Werde Ferowin einen ganz normalen Brief schicken, den muss er halt dann selber selbstzerstören. Immer diese Geheimnistuerei. Ich bin ja gespannt, ob sich schon was getan hat, bei seinem gefrorenen Sohn. Weil ich hab die Geschichte von dem Widukin Jungen gelesen, den das Spinnengift dahin gerafft hat. Da hab ich auch so geweint. Die Geschichte ist so traurig. Und ich muss immer daran denken, was ist wenn man mir meine Tochter tot heimbringen würde.

Oh, ich schweife immer mehr ab, so scheint es mir. Nachdem ich die Geschichte des Widukinjungen gelesen hatte, habe ich nun jetzt ernsthafte Bedenken, dass der Sohn des Ferowin jetzt auch des Nächtens sein Unwesen treibt.

Draußen vor der Palisade heult ein Fuchs sein grausiges Lied. Mir ist es Angst und Bang und es läuft mir eiskalt den Rücken hinunter. Ich werd heute artig meine Suppe essen und meiner Tochter ein paar Blümlein pflücken. Ein paar Liebesblümerl für meine liebste Tochter.

Habe versucht das Insektenschutzmittel zu verändern, aber die Spinnen sind immer noch immun. Auch mit Schmalz wird es nicht besser. Ich brauch mehr Schmalz, wenn ich nur alles in Schmalz ertränke…

Trollpilz

Trollpilz Bleistift

Versteckter Hinweis: Berserker R

Fundort: an Schattigen Stellen (Feucht)

Merkmal: Froschgrün, gelbe Flecken

3 Pilze

3 Güldenschnecken

frisches Blut von einem Gefallenen

 Hätte Ferowin von meinem Problem erzählen sollen, jetzt ist es zu spät, ich hab vergessen, was ich nochmal machen wollte. Die Spinnen. Die Spinnen. (Anmerkung: Zeichnung einer Spinne in einem Glas! R)

Das Rosmertafest wurde abgesagt. So ein Mist. Ich hab mich schon gefreut, wenn sie die neue Schankmaid mit Schmalz einschmieren würden und anstatt der Rosmertastatue durchs Dorf tragen würden. Vielleicht würde sie es ja in der Taverne für uns tun. Der Ritus ist überaus wichtig fürs Gemüt.

(Anmerkung: Den Versuch eine nackte Frau zu malen, möchte ich nicht wiederholen. R)

Ich muss in den Wald die Krähen haben mich gerufen. Wir treffen uns beim Grab des alten Raurospriester. Muss schauen, dass meine Tochter nichts mitbekommt…Lindrad.

(Anmerkung: Ende der Aufzeichnungen. R)

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

 

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Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 4

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 4

Da kam ein Magier zu mir, der kam aus einem fernen Land. Der sah auch ganz seltsam aus. So bleich. Er kam am Abend zu mir und gab mir 3 Gold für alle meine Tränke, die seine Macht vergrößern würden. Ich machte ihm alle Tränke mit der Monddistel, die ich aufbringen konnte. Denn der Mond scheint nicht heut Nacht und brauch ich doch frisch geschöpftes Bachwasser für den Trank. So nahm er alles was ich hatte und am Morgen war er verschwunden. Und ich hab den seltsamen Kerl nie wieder in Grimgard gesehen.

 Monddistel

Monddistel Bleistift

Fundort an Bachläufen

Merkmale weiße kleine Blüten

Zutaten: frisches Bachwasser im Mondschein geschöpft.

Teilweise versteckter Hinweis: Nur in Trankform, keine Salbe, so ein Scheiß! R

(Anmerkung von R: Neben einer obszönen Zeichnung eines ziemlich behaarten, männlichen Fortpflanzungsorgans im urinierenden Zustand.)

Da muss ich doch gleich in der nächsten Nacht, einen Mondspaziergang machen, wenn es klar ist. Sonst muss ich bis zum Vollmond warten.

Die Gelsa hat mir den Brief von Ferowin geschickt, in dem nichts Neues drinne steht, aber die Methoden des alten Ferowin sind wirklich einzigartig. Aber ich weiß viel mehr wie die alte Zippe in Raurikor.

Haha!

Lindrad

Werte Gelsa,

es ist nicht zu empfehlen das Böse mit noch Böserem zu bekämpfen. Ähnlich wie beim Vermischen mit Wasser, assimiliert die Schlonze, jede andere Flüssigkeit mit dem man sie in Berührung bringt, übernimmt vor allem ihre negativen Eigenschaften und macht alles noch viel schlimmer. Habe die Versuchsreihe mit Säure abgebrochen. Muss mir einen neuen Tisch kaufen. Die Schlonze frisst sogar durch Stein. Ich bin erschüttert! Habe die restliche Schlonze in einem gläsernen Behälter verschlossen und im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt.

Die Schlonze ist gefroren, genauso hart, wie gefrorenes Wasser, also können wir zumindest auf den Winter warten. Dann können wir die verschlonzten Quellen ausheben und die gefrorene Schlonze in die Berge bringen, in der Hoffnung, dass die Lichtfee nicht auch noch das letzte Eis zum Schmelzen bringt. Ich berichte weiter, habe mir überlegt, den Zustand von fest in flüssig hin zu gasförmig zu verändern, dann müssen wir vielleicht nicht auf den Winter warten.

Ergebenste Grüße

Ferowin, Erzkundiger der Sturmhüter

Der Erzkundige der Sturmhüter hat seinen Sohn verloren. Weil der dumme Bub die Schlonze wohl mit Minzpuddig verwechselt hat. Irgendwie vergeht einem der Appetit an grünen Essen, seit dem wir die Schlonze im Land haben. Aber was die alte Zippe nicht weiß, ist dass er den Körper des Jungen zum Gletscher hat bringen lassen, bis Ferowin ein Gegenmittel für das Schlonzenproblem gefunden hat. Woher ich das weiß. Ich habe Felsensalz und all so Zeuch bei ihm bestellt und er hat mir eine Nachricht geschickt, die sich nach Erhalt selbst zerstört.

Ein verrückter Hund ist er schon der Ferowin, aber leid tut er mir, weil er wahrscheinlich seinen Sohn verloren hat. Während die Nantwigen sich mit den Echsen im Mondquell vergnügen, sollten sie lieber mal ihre Quellen untersuchen, wenn sie sich schon mit den Triefenden einlassen. Sie suchen mal an der falschen Stelle, wobei sie wohl auch irgendwas gefunden haben im Mondquell, aber das Schlonzenproblem ist deswegen auch nicht gelöst. Verdammt, mir fällt auch nichts dazu ein.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 3

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 3

Der dumme Dietbert, der Grimgarder Fischer ist verschwunden. Dabei wollte ich ihn doch fragen, ob er meine Tochter heiraten will.

Die heldenhafte Grimgarder Bürgerwehr hat all ihren Mut zusammen genommen und ist zur Wolfseiche marschiert, um ihn zu suchen. Leider ohne Erfolg. Da wird er uns die Fische schuldig bleiben und Grimgard muss ohne Steckerlfisch auskommen.

Schlaflose Nächte habe ich gehabt, nicht wegen dem Fischer, wegen dem ganzen ungereimten Zeuch und vor allem eigentlich wegen der Spinnen. Aber die Schlonze lies mich auch kaum ruhen. Wochenlang beschäftigte ich mich damit, bis ich es aufgab. Außerdem musste ich in den Wald, nach meinen Feldern sehen. Und ich musste meine Spinnen auslagern, meine Tochter reagiert zusehends panischer auf die kleinen Biester.

Sie hat in meiner Abwesenheit schon wieder geputzt und kippt dann immer die abgelaufenen Tränke in ihren Putzeimer. Wenn einer die Plörre trinken würde, verreckt er wahrscheinlich gleich oder er bekommt Heilung mit Steinhaut und Masern und ganz üble Nebenwirkungen.

Steinhautsalbe, tolles Zeuch. Hab eine nette Versuchsreihe mit Silberrose angefangen.

Die Tränke halten nicht so lange an. Und die Salbe ist auch nur gut, wenn man nicht schwitzt. Sonst wäscht sich das Zeuch ab. Hm und im Winter nur mit einer Steinhaut bekleidet ist halt schon eine frostige Angelegenheit. Obwohl es für die Damen bestimmt ein Aufschlussreicher Anblick sein wird. Muss Ferowin schreiben, mein Felsensalz ist fast alle. Und er hatte mir von dem Kristall erzählt, der den Schweiß unterdrückt. Hm.

Silberrose

Silberrose Bleistift

Fundort bei großen Bäumen

Merkmale offensichtlich silberne Blütenblätter

Verwendung Rindenhaut oder Steinhaut

Zutaten: Tannenzapfen oder Steinsalz/Felsensalz

Hinweise: Güldenschnecken suchen

Versteckter Hinweis: Felsensalz bei Ferowin bestellen.R

Mein Schmalz ist alle, ich muss in die Taverne. Jetzt ist auch die Helena verschwunden. Ist jetzt der Wahnsinn ausgebrochen, man geht nicht zur Wolfsbuche, das ist doch viel zu gefährlich. Auch wenn da die besten Kräuter wachsen würden, bringen mich da keine zehn Pferde hin. Was hat sich der Dietbert nur dabei gedacht auf allen Vieren zum großen Baum an der Wolfsschlucht zu rutschen, die Helena wollt ihn doch erst nicht. Aber der Wahnsinnspoet erweicht sogar das Eis des Drachenkamms. Ich hab ja auch so geweint, als ich den Brief gelesen hab, wenn einer was von der Liebe verstanden hat, dann der Liebesfischer von Grimgard. Schade, dass er wahrscheinlich schon von den Wölfen verspeist wurde. Und die Helena zum Nachtisch. Die hätte mir schon auch geschmeckt.

Hätte sie doch gleich gesagt, dass sie ein Auge auf den Fischer geworfen hat. Jetzt muss ich nicht nur für meine Tochter einen anderen Mann suchen, sondern auch mir eine andere Augenweide suchen, die meinen Ausblick versüßt, wenn sie den Tisch wischt. Als Tattergreis hat man auch schöne Momente, wenn man so zittert, dass man seine Suppe nicht mehr unfallfrei essen kann. Und der Steckerlfisch, ich werde ihn vermissen, der war wirklich gut. Möge die Nächtige den Dietbert sicher zu den Ahnen geleiten. Ich trinke auf dich alter Schwerenöter. Und möge die Helena dir die Ewigkeit versüßen. Uns bleibt die Hoffnung auf den Steckerlfisch. Die Frage ist nur, ob es wirklich an dem Fisch vom LiebesFischer lag oder an den Kochkünsten vom Nurmi.

Asbirg arbeitet jetzt auch in der Taverne mit. Pscht. Brot zum Eigenbedarf.

Die Wirkung des Giftes wird immer stärker und die Menge Sonnentau zu Smaragdspinne beim Brauen eines Gegengiftes wird immer mehr.

Da habe ich mir überlegt, dass ich die neuen düsteren Smaragdspinnen einfach mit Sonnentau füttere.

Und seit dem ich sie ausschließlich mit Sonnentau füttere, konnte ich die Wirkung des Giftes der neuen wilderen Art fast umkehren. Während die Smaragdspinne in freier Wildbahn immer giftiger und aggressiver werden, sind die in meiner Zucht friedlich und mittlerweile fast ungiftig. Deswegen bin ich auch so viel im Wald unterwegs, weil ich Unmengen an Sonnentau brauche. Die kleinen widerlichen Biester fressen mir noch die Haare vom Kopf. Meine Felder geben nicht genug her. Hab die zwei Krähen wieder getroffen, ich bat sie mir zu helfen. Eine Hand wäscht die andere. Sonnentau ist unser Gruß!

Insektenschutzmittel: Versuche:

Rosmarin, Lavendel und Smaragsspinnengift. Was gegen Spinnen nicht hilft, weil Spinnen keine Insekten sind! Schmalz bleibt haften.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 2

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 2

Ich war wieder im Wald unterwegs und anstatt der Smaragdspinnen fand ich zwei Krähen am Wegesrand sitzen, sie währen mir fast nicht aufgefallen, erst als sie sich langsam von mir fort bewegten, sprangen sie mir schier ins Auge. Wie behände sie sich durch das Unterholz bewegen können, wenn sie nicht gesehen werden wollen.

Meine Tochter hält mich mittlerweile für völlig wahnsinnig, ich hätte ihr nicht von den beiden Krähen erzählen sollen. Was solls, ich muss jetzt meine Suppe essen…

Lindrad

Im selben Atemzug, wie der Krieg gegen die Spinnen seinen Anfang nahm, kam eine weiße Taube aus Raurikor. Gelsa, die Hüterin der Ratshalle schickte mir einen Brief und eine Probe von der zähen, wabernden, grünen Masse, namens Schlonze, damit ich sie untersuchen sollte. Die alte Zippe denkt wohl ich hab nichts besseres zu tun, als ihren Dreck fortzuschaffen. Ich muss mich schon um die kleinen Spinnen sorgen. Die Spinnen. Und die spinnt auch mit ihrer Schlonze.

Mal sehen, ob sie alles richtig gemacht hat (Ziemlich unleserlich geschrieben! R)

(Brief von Gelsa, Abschrift aus den Akten: R)

An die Twalibi:

Analyse der festen grünen Masse aus dem Grenzgebiet der Nantwiga

Die grüne Masse, die mir die echte Singa Natternbiss zur Untersuchung überließ, fand noch am Tag der Ratssitzung statt. Die Zeit blieb mir leider nicht, es sofort auf Papier zu bringen. Ich war tagelang damit beschäftigt Schutzrunen in die Türbalken, Fensterrahmen und Wände rund um die Ratshalle einzuritzen und die Fensterbretter und die Böden zu putzen! Außerdem hatte ich ein paar Proben gezogen und hatte die Untersuchungen fortgeführt und mehrmals wiederholt.

Nachdem meine alchemistischen Fähigkeiten nicht ganz so ausgeprägt sind und wir in der Küche der Ratshalle eigentlich auch nicht für solche Untersuchungen ausgestattet sind, haben wir versucht auf magischen Weg eine schnelle Untersuchung zu machen. Mit der Hilfe des Göttersprechers habe ich Folgendes herausgefunden:

Die feste grüne, in den tieferen Lagen ins bläulich übergehende Masse, die namentlich als Schlonze bezeichnete, ist leicht giftig. Sie streckte eine Ratte sofort nieder und als ich es später bei einem von den kranken Streunern versuchte, dauerte es schon ein Wenig länger, bis der räudige Hund zu seinen Ahnen geschickt wurde.

Die Schlonze ist kein Nährboden für irgendwas. Es wächst nichts darauf, auch wenn man versucht die Schlonze dazu zu zwingen.

Die Schlonze brennt nicht, auch wenn alles um sie herum brennt.

Die Schlonze schwimmt auf Wasser, löst sich aber mit der Zeit auf und infiziert das Wasser, so dass man von einer rasend schnellen Vermehrung der Schlonze reden kann, was auch
die Versiegung der Quellen erklärt. Nicht infizierte Quellen müssen vor der Schlonze auf jeden Fall geschützt werden. Eine kleine Menge, die von außen in eine Quelle gebracht werden würde, würde ausreichen, um sie versiegen zu lassen!

Die Schlonze darf auf keinen Fall erhitzt werden, weil sie sonst ein giftiges Gas freisetzt. Einige Tauben haben ihr Leben dabei gelassen, bis ich dies herausfand.

Wenn man mit der Schlonze arbeiten will, ist es auf jeden Fall unumgänglich, dass man geeignete Handschuhe und einen Mundschutz trägt. Die Schlonze sollte nicht ins Auge geraten und sollte auf jeden Fall nur von geeigneten Personen weiter untersucht werden.

Wichtig ist herauszufinden, wie und mit was man der Schlonze entgegenwirken kann und/oder wie man sie zerstören kann.

Deshalb schicke ich einige mit Runen versiegelte Proben mit der Abschrift dieses Briefes an die besten Alchemisten und Tilrun des Landes.

Gelsa

Hallgards Tochter

Hüterin der Halle

(Darunter und daneben geschrieben! R) Die Nantwigen wieder, haben auf ihre Quelle nicht aufgepasst und jetzt darf ich mich mit der giftigen Scheiße hier auseinandersetzen, jetzt wo mir die Smaragdspinnen für Gegengifte ausgehen. Werde alle Versuche wiederholen müssen…

Die Kräuter im Wald gedeihen prächtig, außerdem habe ich ein paar Smaragdspinnen gefangen. Mein Vorrat war fast alle, deshalb hab ich auch aufgehört an der Schlonze herumzuspielen. Ich habe ein trächtiges Weibchen gefunden und werde sie solange behalten, bis sie den Eiersack auf ihrem Rücken ausgebrütet hat und mir Epona zu Hilf, ganz viele kleine Smaragdspinnchen schenken wird.

Der Runfried war mal wieder da, wegen seinem Rücken, hat die Rune von der alten Zippe wohl nicht all zu lang gehalten. Was für ein Narr, jetzt sucht er nach einem, der ihm die Rune auf den Rücken sticht. Mit einer angespitzten Feder einer Krähe und ein bisschen Tinte kann ich das auch, und wenn er das Rauseitern überlebt, dann tut ihm sein Rücken bestimmt auch schon nicht mehr weh. Ich könnte ihm auch den kleinen Zeh amputierten, dass würde den Schmerz auch vom Rücken in den Zeh verlagern. Bloß am Ende fällt er wegen Gleichgewichtsstörungen noch vom Turm seiner Bretterwand. Aber das Amputat könnte ich halt hervorragend für meine Sammlung gebrauchen.

Rinelda hat mir beim Putzen meine Smaragdspinnenzucht durcheinander gebracht. Was hab ich nur verbrochen, dass das Kind mich so plagen muss. Heiraten tut sie auch nicht, stattdessen vergnügt sie sich mit den Männern in der Taverne und stellt mir Tagsüber mit Suppe hinterher. Wann schläft sie eigentlich und hoffentlich allein. Rosmerta was soll ich nur tun, mit dem Kind. Vielleicht will der Sohn von Dankrad sie ja ehelichen. Hm. Muss ihn mal fragen, wenn ich ihm die Rechnungen für die Heilkräuter bringe, die ich aus Südandryll bekommen habe. Keine Ahnung was ich mit dem Weihrauch anfangen soll. Nicht dass ich mir am Ende noch eine Wasserpfeife dazukaufen muss, damit das wirkt. Hm. Wäre zu überlegen, oder ich mische es mit dem Schnupfrupfen. Wo ist eigentlich mein Schnupfrupfen. Halt wer da. Diebstahl. Haltet den Dieb. Und dass er es nicht übertreibt mit dem Schnupfrupfen. Schnupfrupfen kann tödlich sein, wollte schon lange meinen Warnhinweis zum Thema: Die Gefahren durch übermäßigen Schnupfrupfkonsum.

Hab im Schatten meiner Lieblingsbirke Unmengen an Feenstern gefunden. Heute ist ein guter Tag.

Der Grimgarder Bürgermopp war auch ganz schön anstrengend, aber am Ende ist mein Schnupfrupfen mit samt Rupfen wieder aufgetaucht. Und Rinelda hat mich geschimpft, weil ich mein Zeug immer in der Taverne liegen lasse.

Ratet mal, musste 2 Napf voll Suppe essen. Asche auf mein Haupt. Und hab ich sie heute morgen so furchterbar ausgeschimpft, dabei ist sie mit ihrem Putzfimmel ein wahres Goldstück. Durch die Vermischung der alten Spinnen aus dem letzten Jahr und der neuen Spinnen aus diesem Jahr, habe ich herausgefunden, dass sich die Farbe der Spinnen verändert hatte. Ich untersuchte beide Spinnen. Die Alten und die Neuen. Die Düsteren von diesem Jahr und die Hellen aus dem letzten Jahr und bewahrte sie auch getrennt voneinander auf, weil die Neuen versucht haben die Alten zu fressen. Ich beobachtete sie in jedem freien Moment. Die Smaragdspinnen verhalten sich ganz anderes. Die neuen Düsteren scheinen aggressiver zu sein und auch ihr Gift ist aggressiver, fast wie Säure. Nicht so wie früher! Immerhin war das Gift der alten Smaragdspinne die Grundlage für viele Gegengifte.

Dazu braucht man auch noch Sonnentau.

Sonnentau

 Sonnentau Bleistift

Merkmale kleine gelbe Blüten,

Fundort am Rand von Lichtungen

Verwendung Bestandteil von Gegengiften

mit Kamille als Einlauf gegen Flotto

(Anmerkung von R: was auch immer Flotto ist!)

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 1

 Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard -Teil 1

In einer Zeit in der das Leben immer schwerer zu werden scheint, und meine Gedanken immer weiter von meinem Geist driften, habe ich beschlossen alles aufzuschreiben, was ich weiß. Allen voran mein Wissen, um die Kräuter und meine Abneigung gegen Tränke. Wenn man die Wirkung doch auch in Schmalz rühren kann, warum dann einen übel schmeckenden Trank zubereiten, wenn man sich die Wirkung auch auf die Haut schmieren kann. Ich scheine auch irgendwie der Einzige zu sein, der so denkt oder so arbeite, aber meine Wundsalbe ist halt schon fast ein Bisschen berühmt.

Man nehme ein gute Grimgarder Schmalz und rühre Arnikablüten hinein. Das ist nicht nur die Grundlage für meine Wund- sondern auch für meine Wundbrandsalbe. Auf jeden Fall müssen die Blüten erst mal richtig gut durchziehen. Ich hab schon wieder rasende Kopfschmerzen. Ich werde mir ein Lavendelöl über den Schnupfrupfen träufeln, bevor ich ein kleines Nickerchen auf meinem Lavendelkissen mache.

Aber vom Schnupfrupfen muss ich noch erzählen. Ein Stück glühende Kohle so wie die Südandryller es auf ihre Wasserpfeife legen, dann legt man geharzten Kampfer drauf und wirft sich einen alten Rupfen über den Schädel. Tief einatmen! Dann läuft der Rotz! Und man schläft wie ein Säugling.

Gute Nacht, euer Lindrad

P.S. Mit wem Rede ich eigentlich.

Neuer Tag neues Glück! Ich muss heute nach meinen Smaragdspinnen sehen. Meine Hände zittern auch ganz schön, ein Spaziergang wird mir gut tun.

Schönen Tag auch, Lindrad.

Der Salbaderer ist wieder heimgekehrt mit vielen neuen und frischen Sachen im Gepäck. Ich habe zwei Krähen, zwei schwarze Krähen gesehen. Hm. Ob es ein Gutes oder ein schlechtes Omen ist, vermag ich noch nicht zu sagen. Schon wieder ein Grimgarder Bürgermopp, wegen nichts und wieder nichts. Wenn sie noch eine Runde durchs Dorf machen, werde ich wohl auch mitgehen.

Lindrad der Salbaderer von Grimgard.

Ich muss schon sagen, so ein Grimgarder Bürgermopp erhellt das Gemüt und macht frisch, fromm, fröhlich und frei. Rosmerta zur Ehre! Es ist an der Zeit, dass ich meine Kräuter trockne, die ich aus dem Wald mitgebracht habe.

Außerdem wollte ich aus Moos noch eine Salbe machen gegen Falten. Da sind die Weiber ganz scharf drauf. Als ob es irgendwas bringen würde, sich grüne Pampe ins Gesicht zu schmieren.

Zumindest bekommt man keinen Sonnenbrand davon. Natürlich nur wenn man Frau es sich traut, mit der Paste im Gesicht vor die Tür zu gehen.

Ein Bisschen ein Geschäftsmann bin ich ja auch. Und Selbstheilung ist ein wichtiger Aspekt in der Salbaderei. Aber nicht, dass ich je vorgehabt hätte in diesen bescheuerten Handelsrat einzusteigen. Als Salbaderer nehm ich mir die Freiheit mich nicht an fette Pfeffersäcke zu binden. Kaufen sie doch alle bei mir ein. Ich muss schon aufpassen, dass man mir nicht ansieht, was für eine Freude mir meine Berufung macht.

Der Runfried war schon wieder da, mit seinem Rücken. Ohne kann er ja schlecht kommen. Kleiner Scherz am Rande. Er hat sich bei dem Untotenangriff schon ganz schön verletzt, als er über seine eigene Arbeit gestolpert ist. So ein Depp. Er ist schon ein hervorragender Handwerker, nur mit Stress und Druck kommt er halt nicht klar.

Naja, die Salbe will er nicht haben, weil er nicht an die Stelle kommt um sich einzuschmieren. Wird echt Zeit, dass er sich mal eine Frau zulegt. Jetzt muss ich ihm doch tatsächlich einen Trank machen.

Und ich sagte ihm noch, so nimmt dich keine Frau, wenn du die halbe Nacht auf der Palisade verbringst. Er sagt immer er wäre mit der Bretterwand verheiratet.

Der Frühling ist ganz schön seltsam, erst will der Winter nicht gehen und dann ist es ziemlich warm für den Frühling.

Der Runfried war in Raurikor und hat uns viel Geschichten mitgebracht. Er hat mitgeholfen die Ratshalle wieder aufzubauen. Er meinte noch, dass sie Gelsa, die alte Zippe von der Ratshalle, ihm eine Rune auf den Rücken gemalt hat. Jetzt würde er sich nicht mehr waschen, weil es ihm echt prächtig geht. Angeblich sind alle Druiden des Landes gekommen, um die neue Halle zu weihen, auf dass sie so schnell keiner mehr abfackelt. Sollen die Götter uns gnädig sein, dass das auch wirklich nicht mehr passiert.

Meine Tochter Rinelda zwingt mich täglich meine Suppe zu essen. Ich glaub sie will mich ernsthaft bemuttern, irgendwas hab ich wohl wieder falsch verstanden.

Nun will ich aber zu dem zurück kehren, warum ich anfing meine Gedanken aufzuschreiben. Ich sehe die Zeichen, bevor manch andere sie deuten mögen. Und ich muss mich sputen, denn meine Gedanken sind so durcheinander, ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen.

Es begann damit, in den Sümpfen der Nantwigen, wo eine von den Weibern bemerkte, dass die Heilkräuter an Wirkung verloren. Was mehr oder weniger damit abgetan wurde, dass man Frau ja die doppelte Menge an Heilkräutern verwenden musste, damit die gewollte Wirkung eintrat. Damit gab ich mich nicht zufrieden. Im Winter, der jetzt doch ein wenig länger gedauert hat, als vermutete, habe ich all meine Kräuter untersucht und katalogisiert.

 Eichen sollst du weichen. Birken sollen wirken.

 Feenstern

Feenstern Bleistift

Merkmale Weiße Blüte,

Fundort (Versteckter Hinweis: Bei Birken! R) an schattigen Stellen

Verwendung für Heiltränke und Salben

(Versteckter Hinweis: + Moos! R)

Ich will euch nicht weiter mit Kleinigkeiten aufhalten, es gibt noch viel zu tun.

Ich konnte den Frühling kaum erwarten, der wie gesagt auf sich warten lies. Ich trug alle Samen in den Wald und legte versteckte Beete an besonderen Orten an, um dann sehnsüchtig drauf zu warten, dass die Knospen sprossen. Währenddessen ich wartete lies ich mir aus allen Herren Länder Kräuter kommen, die eine heilende Wirkung versprachen. Die Rechnungen jubelte ich Dankrad unter. Ich bin schon ein schlauer Fuchs.

Lange genug musste ich warten bis die Lichtfee auf den Händen des Frostbolds befreit wurde, aber der Frühling kam dann aber wie mit einem Donnerschlag. Die Sprossen knospen wie auf Befehl und ich konnte keine Unregelmäßigkeiten feststellen, die Kräuter um Grimgard sind sicher.

Nur muss ich sagen, sind die Smaragdspinnen dieses Jahr nicht so triebsam wie sonst, während alle anderen Spinnen sich über die Maßen vermehrten, scheint es so, als würden die kleinen Smaragspinnen auf der Strecke bleiben. Wo wir doch ihr Gift für alle Arten von Gegengiften so dringend benötigen. Ich muss mir überlegen, was nun zu tun ist.

Der Lindrad

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 4

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 4

tafelZur Mittagsstunde kamen die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr wieder zurück in die große Stadt und brachten reichlich Fisch.
An der Taverne wurde sogleich ein Schild angebracht:
Heute frischer Fisch gebraten
und am Steckerl!

Aber vom Fischer weiter keine Spur.

~*~

Eines Morgens in aller Frühe kam Helena zum Dienst. Sie hatte sich eine Decke über die Schultern gezogen, es war heute Nacht richtig kalt gewesen. Die kleinen Pfützen auf der Straße waren gefroren und dabei war es ja schon fast Sommer. Das Beltanefest war schon eine halbe Ewigkeit vorbei und sie hatten schon wieder Bodenfrost. Irgendwas ist doch  faul in der Hag Raurik, langsam glaubte auch sie, dass ihnen ein großes Unheil bevorstehen würde. Alle Mann sprachen vom Krieg. Gänsehaut lief ihr über den Rücken und man konnte ihren Atmen sehen, wie er in der Luft gefror. Sie rieb sich die Nase, weil sie konnte es kaum fassen, sie konnte Schnee riechen.

Sie betrat die Taverne und ihr Blick blieb auf dem Rahmen hängen, den Börte aufgehängt hatte. Sie hatte den Liebesbrief des irrsinnigen Fischer rahmen lassen und in der Taverne aufgehängt, darunter war ein ziemlich schlecht gemaltes Bild von ihm und mit einer krakeligen Kinderschrift stand drunter: ‚Wehr kehnt diisen Mahn? Wehr haht ihn gesähn?‘

Eigentlich sollte Einer ihr mal das Schreiben beibringen. Das ist ja wirklich peinlich!
Kurzerhand nahm sie einen Kohlestift und strich die Wörter durch und schrieb drunter: ‚Wer kennt diesen Mann? Wer hat ihn gesehen? Finderlohn bei Wiederbeschaffung des Fischers!‘

Dann verschönerte sie das Bild bis es ihm auch ähnlich sah. Als sie sich wieder abwenden wollte, blieb ihr Blick nochmal auf dem Brief hängen. Sie konnte ihn mittlerweile fast auswendig, weil Rinelda ständig daraus zitierte, um Börte das Lesen und Schreiben beizubringen. Was für eine faule Ausrede.

Sie lass die ersten Zeilen und plötzlich stieg die Schamesröte in ihr auf, obwohl man ihren Atmen hätte sehen können, wurde ihr ziemlich heiß.

Ob es nun das schlechte Gewissen war, oder die Leidenschaft, die in ihr aufstieg…

Sie schnappte sich eine Kreide und schrieb auf die große Tafel:

Ich kündige und suche den Fischer.

Drunter schrieb sie:

Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde!

Helena

Dann verschwand sie, aber nachdem noch keiner wach war, sah niemand wie sie im Wald verschwand.

~*~

Etwas Später in Grimgard:
Börte war außer sich, als sie versuchte die Worte zu lesen, die auf der Tafel standen. Sie stürzte nach draußen und schrie. ‚Helena ist fort! Hilfe!‘
Die Leute auf der Straße blickten sie an, als wäre sie von Sinnen. Vor der Taverne brach sie allerdings zusammen und stürzte in den Matsch, der mittlerweile wieder aufgetaut war und fing schrecklich zu weinen an.
Asbirg kam gerade vom Eponaschrein und lief ihr entgegen, als Rinelda ebenfalls aus der Taverne lief. ‚Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde?‘
Alle Leute schüttelten den Kopf und gingen weiter. Da schickte sich eine kleine Schneeflocke an aus dem Himmel zu purzeln, dann eine Zweite und eine Dritte. Es dauerte nicht lange, dann war ganz Grimgard mit einer feinen Schneeschicht überzogen.
Der Grimgarder Bürgermopp der auf den Schneefall folgte, war diesmal in Decken gehüllt und hatte Mützen, Schal und Handschuhe an.
‚Der Winter wird kommen!‘
‚Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde!‘
‚Und wer sucht nun die Helena!‘
‚Nicht noch so einen Winter!‘
‚Ich brauch eine neue Schankmaid, wenn Helena von den Wölfen gefressen wird!‘

Aber irgendwie war allen zu kalt und der Grimgarder Bürgermopp löste sich genauso schnell auf, wie er gekommen war. Etwas später konnte man die Grimgarder Bürgerwehr beobachten, wie sie wieder in den Wald liefen.

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Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

tafelAm nächsten Morgen, fand man Asbirg vor ihrem Schrein schlafend vor, noch bevor die Grimgarder Bürgerwehr völlig abgekämpft wieder in Grimgard an kamen und berichteten, dass sie den Fischer, auch nach ausgiebigen suchen, nicht gefunden hätten.

Etwas später hätte man wieder ein Gespräch in der Taverne belauschen können, wenn man neugierig wäre.

‚Börte, kannst du mal aufhören zu heulen, man könnte ja glatt denken, dass du was mit dem Fischer hattest.‘ rief Rinelda und lachte laut.

‚So Einer kommt mir nicht ins Haus!‘ rief Asbirg im Halbschlaf. Sie lag mehr auf einer Bank, als dass sie saß und döste vor sich hin. Vor ihr lag Papier, Tinte und eine Feder.

Helena hatte zwar ihren freien Tag, hatte aber doch die Gesellschaft in der Taverne vorgezogen, weil sie dort von dem Gespött und den lästerlichen Blicken der Leute einigermaßen in Sicherheit war. Schlecht gelaunt war sie ohnehin, also saß sie in einer Ecke und schmollte.

‚Die ganze Affäre um den Liebes-Fischer ist fei ganz schön geschäftsschädigend!‘ meinte der Wirt.

‚Wie meinst jetzt des?‘ fragte Rinelda.

‚Börte heult seither Tag ein Tag aus. Da wird einem ja das Bier schal!‘ meckerte Nurmi.

‚Aber sie zahlen alle sofort, weil sie niemanden mehr anschreiben lässt!‘ bemerkte Rinelda.

‚Man kann ja nicht sagen, ob sie am nächsten Tag noch leben!‘ heulte Börte und schnäuzte lauthals in ihr Taschentuch.

‚Und die Helena pöbelt den ganzen Tag die Gäste an, selbst wenn sie ihren freien Tag hat!‘ motzte der Wirt weiter.

‚Ham ma net!‘ rief Helena ganz automatisch.

‚Da hörst es ja, ich bin ruiniert.‘ jammerte der Wirt.

Plötzlich hörte man das Kratzen einer Feder über schlechtes Papier. ‚Die Einzige, die hier ruiniert ist, bin ja wohl ich, zwangsverlobt, entehrt, verleumdet, gekündigt, arbeitslos und dann wurde auch noch mein Allerheiligstes geschändet.‘ meckerte Asbirg.

‚Ach, ist mein Angebot nicht gut genug? 400 Kupfer im Jahr sind eine hübsche Stange Geld und die Trinkgelder dürft ihr alle behalten! Ihr bekommt an jedem Arbeitstag ein Kupfer und an guten Tagen auch mal zwei, mehr kann ich mir beim besten Willen nicht leisten, wenn ihr weiter meine Gäste vergrault.‘ rief der Wirt aufgebracht und blickte Asbirg wütend an. ‚Und ich dulde deine Bäckerei zum Eigenbedarf und verlange noch nicht mal Untermiete!‘

‚Ist ja nicht so, als ob es nicht von nutzen wäre, dass wir unser Brot jetzt wieder selber backen!‘ meinte Asbirg unwirsch, stand auf und ging mit einem beschriebenen Zettel nach draußen.

‚Bei den Preisen heut zu Tage, werden wir irgendwann anfangen müssen unsere Körper zu verkaufen!‘ bemerkte Rinelda fast beiläufig und folgte Asbirg nach draußen.

Ab dem Zeitpunkt hing an der Tafel vor der Taverne etwas Neues zu lesen:

Der Eponaschrein zu Grimgard nimmt großzügig Spenden entgegen
zur Wiederherstellung der alten Pracht.
Geld und Sachspenden bitte in der Taverne abgeben.
Asbirg

Ergebene Eponas

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Der Wirt vom Roten Keiler wischte den gebratenen Fisch von der Tafel und schon tat sich der Grimgarder Bürgermopp auf.
‚Wir wollen Fisch!‘
‚Gebraten soll er sein!‘
‚Am Steckerl!‘
‚Steckerlfisch! Steckerlfisch! Wir wolln Steckerlfisch!‘
‚Wir wollen unsere Fischer wieder haben!‘
‚Ich will auch so einen Liebesbrief!‘
Als der Grimgader Bürgermopp mit Haken und Forken vor der Ratshalle angelangt war, trat Dankrad vor die Tür. ‚Der Handelsrat hat sich entschieden die Grimgarder Bürgerwehr nochmals auszuschicken, um bei der Fischerhütte nach dem Rechten zu sehen! Oder will Einer hier unsere Bürgerwehr begleiten, wenn sie den Umweg über die Wolfsbuche gehen, um nach dem Rechten zu sehen. Oder sehe ich das Anders?‘

Der Bürgermopp löste sich blitzschnell auf, nur die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr blieben vor der Halle stehen und taten so, als wären sie beim Bürgermopp nicht dabei gewesen. Andas, erste der ungleichen Zwillinge, tippte den großen Oda an und meinte: ‚Da fühlt sich Ainar immer angesprochen!‘ Alle drei lachten etwas dümmlich.
‚Ainar, Oda, Andas, habt ihr mich nicht gehört, auf zur Fischerhütte und holt auch gleich die Netze ein und bringt die Fische zu Nurmi. Und vorher lauft ihr nochmal zur Wolfsbuche und findet dieses Fischer!‘ rief Dankrad reichlich ungehalten und verschwand wieder in der Halle.

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Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 2

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 2
tafelDie Tavernentür war geschlossen und drinnen wurde laut geredet.‚Wenn einer von euch Weibern meint, zur Wolfseiche laufen zu müssen, dann braucht ihr nicht wieder zum Arbeiten in meine Taverne kommen.‘ rief der Wirt aufgebracht.‚Ja, aber irgendjemand muss den Fischer doch zur Vernunft bringen.‘ rief Börte schluchzend.

‚Aber keiner geht zur Wolfseiche, dass ist viel zu gefährlich!‘ schrie der Wirt wieder und haute mit der Faust auf den Tisch.

‚Dann lass uns zum Handelsrat gehen und die Bürgerwehr soll nach ihm suchen. Nicht, dass mir sein stinkender Fisch abgehen würde…!‘ meinte Rinelda beschwichtigend.

Helena kam auf die Taverne zugelaufen und wollte gerade hineingehen, als sie das Wachspapier erspähte, dass neu an der Tafel, die vor der Taverne stand, angenagelt war. Sie hielt also im Lauf inne, ging einen Schritt zurück und las den Brief. Das Blut stieg ihr in den Kopf und man konnte eine Ader auf ihrer Stirn pulsieren sehen. Kurzerhand riss sie den Brief vom Brett und stürmte in die Taverne.

‚Ich glaub es hackt. Das ist ja pure Erpressung!‘ rief sie und schlug die Tavernentür hinter sich zu.

‚Ich dachte du hast gekündigt?‘ fragte Rinelda.

‚Spinn dich aus, ich kündige doch nicht!‘ konterte Helena.

‚Ach, gut dass du auch mal wieder erscheinst, ich wollte gerade zum Rat und darum bitten, dass die Bürgerwehr nach dem Fischer suchen geht.‘ meinte der Wirt fast beiläufig.

‚Wenn der Fischer meint, so bescheuert sein zu müssen, am Wolfsbaum auf ein Stelldichein mit mir zu warten, dann werden die Götter ihm hoffentlich gehörig den Kopf waschen. Wartet nur, der wird in ein paar Tagen wieder angekrochen kommen, um seinen stinkenden Fisch zu verkaufen und dann sein Geld in der Taverne versaufen.‘ meinte Helena, ging hinter die Theke und wollte gerade den Brief in den Ofen schmeißen, als Börte dazwischen ging. Sie hatte schon wieder Tränen in den Augen, schnappte sich den Brief und fing fürchterlich zu schluchzen und gleichzeitig zu schreien an. ‚Das du dich nicht schämst! Der arme Dietbert ist wahrscheinlich schon von den Wölfen zerfetzt worden und du bist schuld. Hast du den Brief überhaupt richtig gelesen? Ich wär froh, wenn mich Einer so lieben würde…!‘ Börte brach nun völlig zusammen, sie weinte herzzerreißend und presste dabei den Brief an ihre Brust.

‚Dann sind wir uns ja einig, dass ich jetzt zum Rat gehe.‘ meinte der Wirt und ging hastig aus der Taverne, um von dem Geschrei der Weiber fortzukommen.

Asbirg stürmte bei der Tür herein und war ziemlich übel gelaunt. ‚Dein Liebes-Fischer hat meinen Eponaschrein geschändet und alle Rosen geklaut!‘
Helena tat so, als würde sie nicht hören und pfiff völlig unbeteiligt, während sie auf der Theke herum wischte.
‚Hörst du schlecht, dass waren meine letzten getrockneten Rosen, so kann ich nicht arbeiten!‘ schrie sie. Sie drehte sich auf dem Absatz um und verschwand wieder. Draußen konnte man sie laut zetern Hören: ‚Die Pferdeherrin wird euch gewaltig in den Arsch treten, wo soll ich denn um die Jahreszeit Rosen auftreiben. Wenn ich den Fischer erwische…!‘

Börte blickte aus dem Fenster der Taverne und beobachtete ihre Schwester dabei, wie sie mit ihrer Armbrust bewaffnet wutentbrannt in den Wald lief.
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Der Wirt kam wieder und berichtete, dass der Handelsrat die Grimgarder Bürgerwehr ausgesandt hatte, um den Fischer zu suchen.
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In der Dämmerung konnte man Asbirg beobachten, wie sie aus dem Wald kam und immer noch lauthals schimpfte. ‚Die Grimgarder Bürgerwehr nimmt sich ja auch alles raus, als ob die drei Bengel irgendwas ausrichten könnten. Da werden sich die Wölfe da draußen, nen Ast lachen…wie sie sich halt zu Dritt einen Helm teilen!‘
Sie verschwand Richtung Eponaschrein und von wo man die halbe Nacht ihr Klagelied hören konnte.
Es zog schwerer Rauch durch Grimgard und die ganze Nacht hatte man den Duft herber Kräuter in der Nase.
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Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 1

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 1
tafelIn der Taverne zum Roten Keiler saßen die Schankmaiden Rinelda und Helena mit Asbirg und würfelten. Börte und Nurmi wirtschafteten gerade hinter der Theke an einem alten Fass herum. Norbert, der Bierkutscher rollte gerade ein neues Fass herein.‚Hast es wieder recht g’schüttelt?‘ rief Nurmi, der Wirt etwas ungehalten.‚Hast ja eh keine Gäste im Moment!?‘ nuschelte der Bierkutscher und hob das Fass an die Stelle, wo das alte Fass gerade noch gestanden hatte. Börte rollte das leer Fass nach draußen und summte dabei ein fröhliches Lied.‚Sind wir keine Gäste?‘ riefen die drei Frauen am Tisch.‚Aber ihr arbeitet doch hier?‘ fragte der Bierkutscher.

‚Wir haben heute unseren freien Tag!‘ riefen Rinelda und Helena. Asbirg hingegen sprang auf und rannte in die Küche.

Der Wirt und der Bierkutscher handelten ihr Geschäft ab und Asbirg kam ganz aufgelöst aus der Küche. ‚Epona sei Dank, da hätt ich doch beinahe das gute Brot verbrannt!‘

‚Seit wann backts n ihr wieder selba?‘ fragte der Bierkutscher.

‚Wir backen nur zum Eigenbedarf!‘ meinte der Wirt.

‚Ähm könnt ich zum Eigenbedarf ein Brot kaufen?‘ fragte der Bierkutscher und legte zwei verbeulte Kufperstücke auf die Theke. Nurmi blickte Asbirg an und Asbirg verschwand in der Küche. Wenig später kam Asbirg wieder, drückte dem Bierkutscher ein brotförmiges Bündel in die Hand und nahm sich grinsend die zwei Kupfer. Der Bierkutscher verarbschiedete sich fröhlich und ging.

Die Damen würfelten weiter und nachdem der Wirt und Börte auch nichts zu tun hatten, gesellten sie sich dazu.

‚Heut ist ganz schön fad!‘ meinte Rinelda.

‚Es riecht sogar ganz schön fad!‘ rief Helena und würfelte nochmal.

‚Seit der Fischer ein Auge auf die geworfen hat…!‘ meinte Börte und kicherte schelmisch.

‚Dass er die Sprichwörter auch immer gleich so wörtlich nehmen muss!‘ meinte Asbirg, stand auf und schnüffelte in der Taverne herum.

Wenig später entdeckte sie unter einem Tisch einen toten Fisch und würgte leicht. ‚Der Fischer, die alte Pottsau, hat seinen stinkenden Fisch hier vergessen!‘

‚Der muss hier aber schon seit dem letzten Bürgermopp liegen!‘ rief Rinelda und sprang auf.

‚Genauso riecht es auch!‘ stammelte Asbirg, wickelte sich ein Tuch um Mund und Nase und zündete ein paar Kräuter an, die sie aus ihrer Tasche gezaubert hatte.

‚Helena, auf dem Fisch steht dein Name, also räum ihn auch weg!‘ lachte Rinelda und zeigte auf den Fisch.

‚Ja, Helena den Dreck von deinem Jumsterer kannst schon selber wegräumen, auch wenn du deinen freien Tag hast.‘ rief der Wirt und würfelte.

‚Des ist nicht mein Jumsterer!‘ rief Helena trotzig, sprang auf und lief zum Fisch. ‚Da steht ja wirklich mein Name drauf.‘

‚Helena, ehrlich mal, er hat dein Wischtuch als Liebespfand und er schickt dir immer zu getrocknete Blumen und du bist wie ein kalter Fisch zu ihm… ist ja kein Wunder, dass jeder denkt, er wär dein Jumsterer!‘

‚Hättest ihm halt nicht immer schöne Augen gemacht.‘ meinte der Wirt und begann zu lachen.

‚Ich kann ja schlecht mit verbundenen Augen arbeiten, nur damit ich niemanden schöne Augen mache.‘ rief Helena packte den Fisch und lief damit nach draußen. Vom Fisch glitt ein Brieflein herab und fiel zu Boden.

Als Helena wieder hereinkam, meinte Asbirg: ‚Ich finde ja, dass sich tote Fische nur bedingt als Briefboten eignen.‘ Sie wedelte mit einem glitschigen Brief herum und schnupperte gespielt durch ihr Tuch, dass sie immer noch über der Nase trug. ‚Der muss für dich sein, er stinkt nach Fisch!‘

Helena drehte sich auf dem Absatz um, lief aus der Taverne und rief: ‚Ich kündige!‘

‚Wie oft hat sie diese Woche schon gekündigt?‘ fragte Rinelda in die Runde.

‚Vier mal und dabei ist erst Montag!‘ rief der Wirt und lachte wieder herzhaft.

‚Ob wir den Brief lesen dürfen?‘ fragte Asbirg, die den Brief immer noch in Händen hielt und ihn aufzufalten versuchte. ‚Huch, der ist ja gar nicht versiegelt!‘
‚Asbirg, du neugieriges Wimmerl… lies vor!‘ rief Rinelda.

Asbirg räusperte sich und las, was auf dem sorgsam gewachsten Papier geschrieben stand: ‚Geliebte und teuerste Helena, Feuer meines Herzens! Seit dem Tag, an dem ich dich zum ersten Mal erblicken durfte, ist mein Herz entfacht und brennt seither lichterloh. Doch jede Nacht, in der ich alleine bin, fehlt mir die Wärme deines Herzens so sehr, dass mir die Luft zum Atmen fehlt, so wie den Fischen das Wasser zum Leben. Doch am Morgen, wenn die Sonne aufgeht und auf mich hernieder scheint, keimt die Hoffnung in mir auf, dass mein inständiges Bitten erhört wird. Ich hoffe jeden Tag, wenn mich meine Füße nach Grimgard tragen, dass ich deine liebliche Stimme hören darf und dass dein liebreizendes Wesen, die Sonne noch mehr zum Erstrahlen bringt. So treibt es mich immer und immer wieder in die Taverne, in der Hoffnung, dass dein Blick mich findet und dein Lächeln mein Herz auf ein Neues zum Lodern bringt. Und so brennt es jeden Tag nur für dich! Deine Blicke geben dem Feuer in meinem Herzen die Nahrung und wie das Feuer das Holz verzehrt, so verzehre ich mich nach nach dir…!‘
Asbirg stockte, räusperte sich und fuhr fort: ‚Ich wusste nicht das der Fischer so ein Poet ist! Wo war ich stehen geblieben? Ach… so verzehre ich mich nach dir. Mir ist klar, dass weder meine Taten, noch meine Worte den Eisklotz, der dich zu umgeben scheint, je zum Schmelzen bringen mögen. Doch sehne ich mich nach deiner Liebe so sehr, wie die Blumen jede Nacht die Strahlen der Sonne vermissen und wie die Sonne im tiefsten Winter das Blühen der Natur vermisst. Nun scheint es mir so, dass meine Liebe nie erwidert werden wird, wenn ich dir nicht mein Herz ausschütte. So mögen meine Worte nur ein Bruchteil dessen sein, was in meinem Herzen vorgeht. Jeder meiner Gedanken, denke ich nur, um ihn dir zum Gefallen zu gereichen. Und jede meiner Taten, tue ich nur für dich, um dir meine Liebe zu beweisen. Auch wenn diese in der Vergangenheit seltsame Formen angenommen haben mögen, so tat ich alles nur, weil mein Verstand über allen Wolken schwebt. Jeden Tag, an dem du meine immerwährende Liebe nicht erwiderst, bricht ein kleines Stück meines Herzens ab. Und meine Angst gilt dem Moment an dem nichts mehr von meinem Herzen übrig ist, weil mir dann nicht mehr bleibt in meinem Leben, als nur der Trümmerhaufen meines Herzens in meiner Brust. So sind die Bruchstücke meines Herzens, mir jetzt schon so schwer, dass ich die Last kaum mehr zu tragen vermag. Aber doch trage ich deinen Liebespfand immer an meinem in Einsamkeit zerbröckelnden Herzen, auch wenn du es in der Wut nach mir geworfen hast, habe ich im Glitzern deiner Augen das Feuer gesehen, dass schon seit einer Ewigkeit in meinem Innersten brennt. Mein Leben ist trostlos und leer, ohne deine Liebe. Ohne Dich an meiner Seite, ist mein Leben nichts wert. So zieht es mich in die Kühle des Waldes, um das Lodern zu besänftigen und um mein Leiden zu lindern. Zu den Göttern betend, werde ich auf allen Vieren da hin kriechen und an meinem Ziel werde ich ausharren, bis mein Flehen erhört wird. Die Blüten der Liebe werden dir den Weg zu meinem Herzen weisen und dich zu der großen Lichtung vor der Wolfsschlucht führen und an dem großen Baum werde ich auf dich warten. In freudiger Erwartung, inständig hoffend und mit all der Liebe, die ich aufbringen kann. Dein dich ewig liebender Dietbert, dein LiebesFischer zu Grimgard.‘ Asbirg faltete den Brief wieder sorgsam zusammen und musste schwer schlucken, als sie ihn auf den Tisch legte.
‚Ich wusste gar nicht, dass der Fischer Dietbert heißt!‘ meinte Rinelda und stand kopfschüttelnd auf.
‚Ich werd mich nach einem neuen Fischer umsehen müssen, sonst kann ich den gebratenen Fisch am Steckerl von der Tafel streichen, wenn er meint auf Helena warten zu müssen!‘ meinte der Wirt ziemlich missgelaunt, stand ebenfalls auf und ging nach draußen.
Börte wischte sich ein paar Tränen vom Gesicht und schnäuzte in ihr Wischtuch. Man konnte ihren Namen auf dem Tüchlein erkennen, der in liebevoller Arbeit in das Tuch gestickt worden war.
‚Sag mal, Börte! Du heulst doch jetzt nicht, oder?‘ fragte Rinelda unwirsch, als sie, mit einem Hammer und Nägeln in Händen, wieder zum Tisch kam.
‚Doch, wenn mich nur Einer so lieben würde, ich würde sogar auf Händen bis zum großen Wolfsbaum laufen…!‘ schluchzte Börte und Aspirg nahm sie liebevoll in den Arm.
‚Du wirst heute nirgendwo hin laufen, weil du hast heut Dienst! Aber ich nutze meinen freien Tag und stelle den Brief zu.‘ rief Rinelda aufgebracht, schnappte sich den Brief und ging nach draußen. ‚Öffentlich!‘ konnte man sie noch rufen hören. Dann hämmerte sie den Brief an die große Tafel, die vor der Taverne stand. Nun hörte man nur noch, wie sich ihre Schritte von der Taverne entfernten.
Asbirg trennte sich von Börte und meinte: ‚Oh, ich muss noch ein Brot zum Eigenbedarf zustellen.‘
Während Rinelda fröhlich durch Grimgard lief, eilte Aspirg wenig später, mit einem brotförmigen Bündel aus der Taverne und lief hastig zum Laden des Fellhändlers hinüber, während Börte an der Tavernentür stand und sich mit dem Ärmel den Rotz von der Nase wischte.

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Schnupfrupfen kann tödlich sein!

Achtung Warnung: Schnupfrupfen kann tödlich sein!
Mir ist eine ziemliche Menge geharzter Kampfer abhanden gekommen. Von Diebstahl will ich gar nicht reden, vielleicht hab ich es auch verlegt. Aber über die Verwendung von Kampfer sollte dem Finder Einiges im Klaren sein!
Kampfer als Verwendung für Schnupfrupfen, da können die Kampferdämpfe auf Dauer nicht nur süchtig machen, sondern auch zum Tode führen. Jetzt fragen sich die Fremden natürlich was Schnupfrupfen eigentlich ist. Meine Großmutter sagte früher immer: ‚Hast an Schnupfen, Kampfer in die Glut, an Rupfen übern Schädel und tief durchatmen. Das bringt die Säfte zum Fließen.‘
Manche nennen das auch Inhalation!
Hilft gegen ziemlich viel! Kann abführend wirken. Hilft auch gegen Ungeziefer, gegen Leichengestank, gegen Schnupfen, bei Magendarmbeschwerden, Kopf und Gliederschmerzen. Aber zu viel des guten Zeuch kann süchtig machen. Eine Abhängigkeit kann zum Tode führen, wenn man über der Glut ohnmächtig wird und mit dem Rupfen ins Feuer fällt zum Beispiel.
Ich hab das schon gesehen. Also Vorsicht! Am Besten bringt der Finder das Zeuch einfach wieder zu mir und zur Belohnung bekommt er einmal Schnupfrupfen unter Aufsicht umsonst.
Besorgte Grüße
Lindrad Salbaderer und Alchemist Kräuterküche zu Grimgard
rupfen
Der Grimgard Bürgermopp zieht mal wieder gen Ratshalle. Diesmal weniger laut, aber doch sehr entschlossen. Lindrad war gar nicht dabei, der ging grade beim Tor hinaus und war schon fast im Wald, als der Mopp vor der Ratshalle an kam.
Vereinzelte Rufe schallten fast lustlos durch Grimgard:
‚Ohne Schnupfrupfen, ohne mich!‘
‚Da ist man sich ja seines Lebens nicht mehr sicher!‘
‚Da sind bestimmt die Spinnen schuld.‘
‚Die Wendools waren es!‘
‚Nein, die Spinnen!‘
‚Nein, die Wendols!‘
Man konnte einen Watschenbaum hören, wie er gerade einschlug. ‚Wir fordern Inhalation!‘
Rinelda kam aus der Taverne gelaufen und hatte ein Stuhlbein in Händen.
‚Da wird’s ja hint‘ höher wie vorn!‘ schrie sie.
Der Mopp verstummte.
‚Mein Vater hat sein Schnupf samt Rupfen in der Taverne liegen lassen! Also schauts bloß, dass ihr weiter kommts!‘
Die Menge löste sich auf, doch Rinelda hatte wohl jemanden in der Menge erspäht.
‚Hej, Fischer. Da hat jemand gestern seine Zeche nicht bezahlt und der Jemand braucht nicht glauben, dass er noch ein Bier von mir ausgeschenkt bekommt. Und, nein du kannst nicht mit deinem stinkenden Fisch bezahlen!‘
Der Fischer blieb als Letzter stehen, kramte in seiner Tasche nach ein paar Kupfer und warf sie ihr hin. Noch im Weglaufen schrie er: ‚Stimmt so!‘
~*~
Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.
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