Die Woche bevor ich die Liebe entführt habe

Fliegen, Stillstand und Absturz eines Ballons namens Liebe – Die Woche bevor ich die Liebe entführt habe. (Herbst 2008)

Diese Woche fuhr ich in die Arbeit, mal wieder viel zu spät, es war ein bemerkenswert schöner Tag. Warum man an so einem Tag überhaupt in die Arbeit fährt, keine Ahnung. Eigentlich sollte ich blau machen, aber dazu bin ich ein zu treu liebender und ehrlicher Staatsdiener.

Es war wahrscheinlich der letzte schöne Tag dieses Jahr. Komisch für des das ich vor einem Monat den frühzeitigen Winter vorhergesagt habe, habe ich noch kein einziges Mal in diesem Herbst meine Scheiben kratzen müssen. Ich sollte es nicht verschreien.

Ich fuhr also auf dem Mittleren Ring, Landshuter Allee links und rechts sind kahle Bäume, also ziemlich öd, obwohl so ein schöner Tag war. Da sah ich im Heranfahren, wie in einem der Bäume, etwas Rotes hing. Nachdem wir einfach darauf programmiert sind auf rot zu reagieren, (Dies gilt übrigens nicht für Männer und rothaarige Frauen.) schaute ich also genauer hin. Es war ein roter Luftballon in Form eines Herzen. Und da soll man nicht am frühen Morgen schon sentimental werden. Wenn der Luftballon die Liebe ist, dann hängt sie gerade auf einer unerreichbaren Ebene fest. Und nach dem kein Mensch auf der Welt fliegen kann, sieht es echt ganz schön scheiße aus für die Liebe. Oder soll die Liebe nur für Vögel(n) sein?

Ob es nicht eher ein Mahnmal sein soll? Die Liebe ist noch da, sie schwebt nur über uns allen und wir müssen nur hoch genug springen oder klettern, um an sie ran zu kommen. Ein Mahnmal, dass es die Liebe wirklich gibt und dass wir uns nur um sie bemühen müssen. Und irgendwann fällt sie auch in unseren Schoß. Ich weiß aber nicht wie sehr ich mich noch um sie bemühen muss. Der Schein trügt immer nur bei mir. Ich weiß man soll die Hoffnung nicht aufgeben, aber langsam ist es soweit. Die Hoffnung ist nur solange gut, solange man sie hat.

Irgendwann war ich dann in der Arbeit und irgendwann hab ich den Ballon dann völlig vergessen. Als ich am Abend als ich wieder über die Landshuter Allee heimfuhr, war der Ballon aus meinem Gehirn gelöscht. Aber da stand ein Mann ganz versteinert an seinem Auto gelehnt. Die Woche zuvor stand an der selben Stelle ein Mann mit einem umgestürzten Fahrrad ganz versteinert da. Komisch, entweder warten die Herren da auch auf die Liebe. Oder die Zombies sind los.

Eine schöne Idee für einen Zombiefilm: Zombies am Mittleren Ring. Es wird leider ein sehr kurzer Zombiefilm, die Zombies kommen nie auf der anderen Seite an, dabei wollen sie doch nur zu dem Herzluftballon.

Das Thema Liebe ist doch allgegenwärtig und ist meist mit Leiden verbunden. So reimt sich auf Herz auch Schmerz. Und dies ich auch ein Reim, auf den ein Dichter niemals zurückgreifen sollte und wenn dieser Reim jemals auf einer Bühne ausgesprochen würde, würde der Künstler sofort tot umfallen. So sagt man. (Hab ich diesen Freitag erfahren, bei der Premiere von ‚Wo denken Sie hin?‘ ein Literarisches Kabarett von …viel Spaß beim Googeln.)

Jeder, der nicht mitgekommen ist, darf sich jetzt zu Tode ärgern und dass mit schönen Grüßen vom Künstler selbst. Es war echt der Hammer, Olga und ich haben uns quasi fast tot gelacht. Das Programm handelt von der Suche nach menschlicher Vernunft zwischen Koitus und Exitus. Dieser Leitfaden führte wie ein Roter Faden durchs Programm, den der Künstler am Beginn der Vorstellung quer über die Bühne spannte. Die jeweiligen Stichpunkte wurden mit einer Wäscheklammer an die Leine geheftet, damit wir das Ziel nicht aus dem Auge verlieren, nach dem Koitus kommt langsam aber sicher der Exitus. Die Pubertät wurde uns kurzerhand vom Künstler unterschlagen und Die Liebe riss er bei seinem Exitus von der Leine und dann ist er bei der verspäteten Pubertät in der Zugabe auch noch auf ihr herum getrampelt. Ich hab Die Liebe dann geborgen und in meine Handtasche gerettet und jetzt hängt sie am ‚Kilttragenden Boten‘ über meinem Sofa. Hab auch die Hälfte vom Programm geklaut und hoffe inständig, dass ich nicht wegen Programmdiebstahl und Entführung Der Liebe angezeigt werde. Aber ich denke als Groupie aus der ersten Reihe ist dieses Vergehen schon erlaubt.

Nur für den Fall, dass jemand an der Herausgabe Der Liebe interessiert ist, hier meine Forderungen. Ich möchte natürlich einen Koffer aus Fledermaushodenleder gefüllt mit 3 Millionen Euro in kleinen nicht nummerierten Scheinen, einen vollaufgetankten BMW M3 als Fluchtwagen und der Überbringer (möglichst ungebunden, abenteuerlustig und mit Frisur egal und Sinn für Bemaltes!) soll am 6. 12 um 19.30 Uhr in einem rosa Osterhasenkostüm mit Fluchtwagen und Geldkoffer vor dem Vereinsheim stehen.

(Übergabedatum noch aktuell!)

 

Habe den alten Text ausgegraben, weil mich jemand gefragt hat, warum ich Liebe über dem Sofa hängen habe….



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Frühstück in der WG

Frühstück in der WG

Die Geschichte eines Groupies Beim Zappen hätte mich beinahe der Schlag getroffen. Da gibt es jetzt einen neuen Sender, für das starke Geschlecht. Und da läuft eine Sendung, die von einem alten Bekannten mitmoderiert wird. Unglaublich, dieses Megaarschloch. Es ist so vier Jahre her, ich hab dieses Megaarschloch irgendwie aus Versehen mal aus dem Nero in die WG abgeschleppt. Er war total betrunken und ich hab ihn nur abgeschleppt, weil er eine Glatze hat. In der WG gings dann zur Sache, bis er mir irgendwann ins Ohr säuselt, wie gern er mit mir schlafen würde und ich krame nach den Gummis. Dann meint er nur, er wäre gegen Gummis allergisch. Und dagegen bin ich aber mal so allergisch. Ich meinte dann nur noch so zu ihm: ‚Des ist ja super, dann kann ich ja jetzt schlafen!‘ und drücke ihm eine Kleenexpackung in die Hand… ‚Aber spritz mir bitte nicht alles voll!‘ Ich dreh mich um, um zu pennen und der Kerl klammert sich an mir fest und erdrückt mich halb. Irgendwann sind wir wohl beide eingeschlafen. Ich, aus Sauerstoffmangel, und bei ihm tat der Alkohol den Rest. Ich hasse es wenn Männer klammern und dass nicht nur im Bett. Ich bekomme da ehrlich Panik. Ich muss da immer an die eine Decke denken und an meinen besten schwulen Freund. Wenn er schläft, dann klemmt er sich immer eine Decke zwischen die Beine und Arme und schläft wie ein Baby. Ich denke mir dann immer, hoffentlich verliert er in der Nacht nicht die Decke und nimmt stattdessen mich dafür her. Ich mag ihn echt gerne, und vögeln würd ich ihn auch, aber nicht in den Arsch. Zurück zum Megaarschloch. Am Morgen klopft meine Mitbewohnerin ganz leise an der Tür und sie streckt den Kopf zur Tür rein, grinst mich breit an und streckt beide Daumen hoch, als sie meinen Aufriss entdeckt. Ich muss wohl echt einen miesen Blick draufgehabt haben, da sich ihr Miene jetzt auch verfinstert. Ich steh auf und zieh mich schnell an und murmle, dass ich Brötchen holen geh und er gerne weiterschlafen könne. Meine Mitbewohnerin und ich gingen schnell zum Tengelmann und ich erzählte ihr die Geschichte vom Megaarschloch. Sie konnte es kaum glauben. Dann erzählte sie mir, dass er jetzt eine neue Ein-Mann-EBM-Band hat, die irgendwie Winterreifen heißt. Ach sowas stand auf seinem T-Shirt. Ist mir auch egal, ich hab früher die Chaingang schon immer besser gefunden, als …. Ich krieg langsam echt nen Hals, wenn der Typ des bei jeder macht und genug dumme Groupies gibt es ja, na dann gute Nacht. Beschließe insgeheim einen Aidstest zu machen und den Kerl jetzt aus meiner Wohnung zu schmeißen. Das Frühstück war legendär. In der kleinen WG-Küche sitzen drei Frauen und zwei Männer, als Herr Megaarschloch sich mal bequemt zum Frühstück zu kommen. Aber mit dem Kommen hat er es ja eh nicht so. Nur fürs Protokoll, in der WG ist es nicht immer so abgegangen. Dass mal jede von uns, unabhängig von einander, Männerbesuch hatte, war echt eigentlich noch nie vorgekommen. Aber die beiden Jungs, die auch da waren, waren alte Bekannte der WG und wussten bescheid, was unsere Frühstücksgewohnheiten angingen. Das Megaarschloch ist ein Aufschneider vor dem Herrn und erzählt allen lautstark, dass er der Superstecher aus dem Universum wäre.

Ich meinte nur trocken: ‚Ach, fürs Frühstück kannst du noch nen Fünfer in die Kasse werfen!‘ Für eine schlechte Performance musste Mann in der WG immer das Frühstück bezahlen, dass wusste jeder, nur nicht das Megaarschloch. Und meine Mitbewohnerin stellte elegant unser Sparschwein (Nilferd) auf den Tisch. Ein Nilpferd auf dem Topf beim Kacken und mehr ist nicht zum Thema Megaarschloch zu sagen. Ein Jahr später hab ich das Megaarschloch auf einem Heavy Metal Konzert wieder getroffen, meine Mitbewohnerin und ich haben irgendwoher günstig Karten herbekommen. Er kam zu mir rüber und fragt mich was ich denn hier mache, weil ich mit meinen pinken Zöpfen hier mal gar nicht reinpasse. (Nur weil ich einmal in meinem Leben einen viertklassigen Künstler abgeschleppt habe, oder wie?) Und dann fragt er mich allen Erstes, wie es heute Nacht noch so aussieht mit uns beiden! Ich meinte nur trocken: ‚Für nen schlechten Fick fehlt mir leider heute die Zeit!‘ Heute und für den Rest meines Lebens…

Published in: on 5. Januar 2010 at 16:21  Comments (3)  
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Ich bin zu alt, um ein Groupie zu sein

Ich bin zu alt, um ein Groupie zu sein

Es ist Winter und ich treibe mich zur Zeit wieder als Gast in der Kleinkunstszene herum und am Ende eines Abends lande ich meistens im Vereinsheim. Dort fühl ich mich wohl, wie ein zweites Zuhause, da kann der Volksmund gerne mal draußen bleiben. Mittlerweile gehe ich nicht nur zum Kunstkonsum hin, immer öfter bleibe ich da, auf ein geistreiches Gespräch, einen Drink oder keiner heißen Schokolade. Ich beende mein Wochenende im Vereinsheim und beginne meine Woche im Vereinsheim. Ich freue mich immer wieder, erschreckenderweise, wenn es Montag wird, dann ist wieder ein Vereinsheimtag. Ich gehe sogar freiwillig Montags in die Arbeit und der Montag ist längst nicht mehr so verhasst wie früher. Ich werd wirklich alt. Und spießig! Mittlerweile ist mir geistige Inspiration wichtiger als alles andere, was das Leben lebenswert macht. Jahrelang war ich immer die Geliebte und Muse zahlreicher weniger bekannter Künstler. Vor lauter bemusen meiner Männer, blieb für mich nichts mehr übrig. Hilfe, war ein Groupie. Und ich hab es verdammt viel und verdammt oft derb krachen lassen. Trotz des vielen Spaß, war ich doch immer nur die Geliebte und war eigentlich immer allein. Allein bin ich jetzt zwar immer noch, aber ich bin von meinem eigenen Groupietum schon lange runter und es geht mir eigentlich nicht einmal ab.

Ein selbstzerstörerischeres Hobby kann ein Mädchen wirklich nicht haben. Erst gibt Mädchen ihr sämtliches Taschengeld für die Bravo und damals noch Platten aus, später waren es CD..s und Konzertkarten. Das Leben in der ersten Reihe bestimmt ihr Leben. Dann versucht die junge Frau sich zuerst mit den Merchandisern und den Securities anzufreunden, um irgendwie in den Backstagebereich zu kommen und dann landet sie doch bei dem ein oder anderen Techniker. Über den Techniker kommt Frau dann früher oder später auch zum Ziel. Am Ende muss Frau feststellen, dass es sich nicht richtig anfühlt. Und irgendwann wacht Frau auf und stellt fest, dass Mann es nicht mehr toppen kann. Und Frau kann nicht ohne geistige Ansprache leben. Dann doch lieber allein. Mittlerweile allein mit meinem Laptop. Es ist doch viel angenehmer, am Morgen nicht irgendwo aufzuwachen, sondern zuhause, in eigenen Bett und der Laptop schnurrt vertraut im Standby-Betrieb. Des Öfteren auch mit dem Laptop auf dem Bauch und der Maus in der Hand….

Irgendwann werde ich entweder im Schlaf meinen geliebten Laptop kaputt machen, oder mir mit meinen Stricknadeln ein Auge ausstechen. Ich werde wirklich alt. Heutzutage lasse mich nur noch fremdbemusen, immer noch in der ersten Reihe, nicht immer, aber oft genug. Hm. Ich bin im Herzen aber immer noch ein Groupie, nur ohne Geschlechtsverkehr. Ich versuche den Künstlern nach Möglichkeit nicht auf den Keks zu gehen, wobei mir es immer öfter echt schwer fällt. Wo sonst kann Frau freilaufende Künstler ungestört beobachten, als im Vereinsheim. Ich bin schon wieder auf Entzug. Aber, keine Sorge, es ist bald wieder Sonntag oder Montag.

So, jetzt langt..s langsam mit dem Schreiben, ich werde jetzt aufhören zu schreiben und heute Abend noch ein bisschen stricken oder lesen…der Laptop wird runtergefahren…Plötzlich ist es dunkel und ich höre ein lautes Rauschen, des sich immer mehr nach einem Kreischen tausender 17jähriger Mädchen anhört. Licht blitzt am Himmel. Moment, es ist gar kein Himmel. Ich komme mir vor wie eine kleine Bine in einem Bienenhaus. Das Licht wird stärker und ich kann die Decke des Bienenkorbes erkennen. Ich stehe in der Olympiahalle. Häh. Plötzlich werde ich fast zu Boden beschallt und dann strahlen helle Scheinwerfer mir entgegen und ich drehe mich ganz intuitiv um. Hinter mir stehen Tausende 17jährige Mädchen und Kreischen. Am Mischpult steht der Lichtl, nur dass er viel jünger und schlanker aussieht, als ich ihn vor Jahren kennengelernt habe. In was für einer Zeitschleife bin ich nun gelandet. Ich sehe entsetzt an mir runter. Ich bin bemerkenswert schlank und ich habe mein altes Toten Hosen Shirt an und meine Röhrenjeans. In die habe ich schon seit 15 Jahren nicht mehr gepasst. Ich fasse an meine Schläfen, um Himmels Willen, wo ist mein Iro. Ich habe zwei bescheuerte Zöpfchen, die mir vom Kopf wegstehen. Ich ziehe an meinen Zöpfe, so dass ich die Farbe erkennen kann. Scheiße, es ist Curryketchup! Ich hasse die 90ger und meine Eltern. Und wo sind meine Brüste. Himmel, ich bin wirklich 17. Dabei bin ich so stolz auf meine Brüste. So eine Scheiße. Ich wollte nie wieder 17 sein, des war ein furchtbares Alter, da wusste ich doch noch nicht, was ich will. So eine Scheiße. Ich beiße auf meine Lippen und drücke auf den Stresspunkt zwischen meinen Augenbrauen. Ich sehe wieder an mir runter und ich habe gar nicht mein geliebtes Tote Hosen T-Shirt an, sondern ein……was……New Kids on the B-Block-Girlieshirt an. Mir wird schlecht. Ein Security tippt mir auf die Schulter und schreit mich an, ob es mir gut geht. Dann streichelt er über meine Schulter und grinst mich dreckig an. Entsetzt reiße ich mich von ihm los und torkele nach hinten. Nun kommt die Band auf die Bühne und ein Sprecher schreit in die Menge….
‚New Kids on the Bavarian-Block!‘

Häh? Ich starre wie hypnotisiert auf die Bühne. Die Vereinsheimkünstlercrew steht in hippen 90ger Jahre Klamotten auf der Bühne und fängt eine schwule Performance an zu tanzen. Die Musik ist schrecklich, ganz ohne E-Gitarre. Die Vereinsheimkünstlercrew ist auch wesentlich jünger und teilweise schlanker. Scheiße, welche Drogen hab ich denn abbekommen. Sie haben alle kinnlange, wasserstoffblondierte Haare und ein viel zu großes Head-Sets auf dem Kopf. Damals war des so. Die Musik ist wirklich furchtbar. Es kann nur ein Alptraum sein. Eigentlich müssten da ganz viel E-Gitarren sein. So schlechte Musik haben nicht mal die echten New Kids on the Block gemacht. Und wo zum Teufel ist mein Iro. Dann schwant mir etwas arg böses, wenn mein Iro weg ist, dann bin ich ja wohl auch nicht tätowiert. Ich ziehe meinen Ärmel hoch, wo ist mein Starshiptroopershelm. Scheiße, wenn ich erst 17 bin, dann gibt es Starship Troopers erst in ein paar Jahren. Und wenn ich mich recht entsinne, dann bin ich in einem waschechten Alptraum. Ich verbiege mich und linse auf meinen verlängerten Rücken. Ich habe gar nicht meine Rohrenjeans an. Ich habe eine Hüfthose an. In welcher Dimension hat man in den 90gern Hüfthosen getragen. Was ist das, ich hab ein Strichmanschgerl am Arsch. Ein Arschgeweih für arme Teenies. Wenn ich rubble, dann löst es sich bestimmt und es nur ein Bravo-Abziehbildchen. Nein, es ist kein Abziehbildchen. Mist. Als ich mal wieder nach vorne sehe, habe ich eine ‚Hello Kitty‘ Kindergartentasche um meinen Hals. Sag mal ‚Hello Kitty‘ gab es doch bestimmt in den 90gern bestimmt noch nicht. Ich beschließe mich auf den Boden zu setzen und in meinem Traum von 17jährigen Mädchen zertrampelt zu sterben. Dann ist es entgültig vorbei. Auch mit mir, aber das ist mir egal. Ich werde auch nicht meinen Namen tanzen, auch wenn ich dann endlich völlig schockiert aufwachen kann. Ich kriege ein schreckliches Pfeifen im Ohr. Ein schönes Pfeifen. Es ist doch eine E-Gitarre im Spiel, ich darf die Hoffnung nicht aufgeben. Ich hab auch bestimmt wieder meine alte Röhrenjeans an. Ein starker Ruck bringt mich auf die Beine und ein Securitymann hat mich auf seine Schulter geladen und schleppt mich raus. In dem Moment springt ein Künstler, dessen Name hier nicht genannt wird, mit seiner E-Gitarre von der Bühne. Der Securitymann setzt mich hinter der Absperrung ab und ein Sanitäter nimmt mich in Empfang. Als der Künstler ohne seine E-Gitarre er wieder über die Abgrenzung gekraxelt kommt, schaut er mich grinsend an. Dann kommt er zu mir rüber. Er nimmt mein Kinn in die Hand und dann schaut er nach unten. Mist, da ist noch die Hello Kitty Kindergartentasche. Er macht sie auf und zieht ein angebissenes Käseschinkentoast heraus, beisst nochmal ab und geht damit wieder auf die Bühne. Ich schreie….. und wache schreiend auf. Mein Backe klebt an einer Seite eines Buches. Als ich aufschrecke, reiße dabei die Seite, die mit Zuhilfenahme meines Sabbers festgeklebt war, ab. Mein Laptop liegt unbeschadet neben mir, das Strickzeug liegt auf dem Boden. Ich höre ein leichtes Summen und dann kommt der restlich Ton wieder zurück zu mir. Im Fernseher läuft Jungle Camp. Mein Laptop läuft mit seinem Summen im Standbybetrieb. Ich ziehe die Seite von meiner Backe ab und lege sie ins Buch zurück. Ich habe im Schlaf die Seite mit der Widmung abgerissen. Mist. Ich kratze mir am Kopf. Da ist mein Iro. Ich fasse mir mit einer Hand an meine Brüste. Meine Brüste sind wieder da. Hurra! Mit der Anderen ziehe ich den Ärmel meines alten Toten Hosen Shirt hoch, da ist mein Starshiptroopershelm. Alles wird gut.

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