Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 5

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 5

 

Als ich bei Mondschein im Wald unterwegs war, hab ich die beiden Krähen wieder getroffen. Eine war verletzt. Sie haben mich mit zu ihrem Versteck genommen und ich päppelte sie wieder auf. Sie wird wohl schon bald wieder kräftig mit den Flügeln schlagen können. Als ich am Morgen zurück nach Grimgard kam, stand der Rauch schwer in der Luft. Die Bäckerei des Notker scheint abgebrannt zu sein. Aber was noch viel schlimmer ist. Jemand hat den alten Dankrad ums Leben gebracht.

Ich traf auf eine junge Hebamme, die wohl die Nachfolge von Helena in der Taverne war. Blitgard, so heißt die Dame, half mit bei den Ermittlungen. Das war wirklich spannend. Wir haben die Blutspuren untersucht. Und die Schnittspuren am Hals des Dankrad. Und dann haben wir ziemlich große Schuhabdrücke draußen vor einem der Fenster gefunden. Ich habe einen Gipsabdruck gefertigt und schaue mir seither die Füße und Schuhe unserer Bürger und Gäste in Grimgard noch genauer an als sonst. Weil einer von uns ist der Mörder. Einer der auf großen Fuße schreitet. Nur der Rutger ist es nicht, der hat zu kleine Füße. Und er hätte auch die Klinge nicht führen können, die seinen Vater tötete. Dazu hätte er sich einen Stuhl nehmen müssen. Manchmal ist Körpergröße ein besseres Alibi, als man denken mag. Er ist zu klein, um der Mörder zu sein. Und was sich reimt ist gut. Es denkt eh keiner hier, das der Ladenhüter seines Vaters, je die Hand gegen seinen geliebten Vater erhoben hätte.

Nun fügt sich der Junge in sein Erbe und hat den Posten seines Vaters übernommen, den er so gut es eben geht auszufüllen versucht.

Es war ein trauriges Totenfeuer. Das Klagelied der Eponapriesterin schallt mir immer noch im Ohr. Ein Jammer. Ich trink auf dich, alter Freund. Und ich verfluche dich, du Mörder, der ihn so kaltblütig danieder gemetzgert hat.

Mit der ganzen Aufregung in den letzten Tagen hatte ich die Schlonze völlig aus dem Auge verloren und als ich wieder in mein Zelt trat, hatte sich Schimmel auf der Schlonze gebildet. Gelblich weiße Glitschigkeit mit einem Hauch von Blau und Schwarz. Wunderschön.

Haha. Da fällt es mir wie Schuppen von den Haaren. Die Schlonze kann also doch was, nämlich schimmeln. Haha. Und was kannst du, du alte Zippe. Werde der Gelsa ihre blöde Taube zurückschicken.

Werte Gelsa,

Die Schlonze kann schimmeln. Was sagst du nun? Heute Morgen nickten mir die Pilzgewächse seltsam obszön entgegen und da ging mir ein Licht auf, so wie es einem trifft, wenn der Blitz in die Erde fährt. Wenn auf dem Bösen etwas wächst und mag es auch noch so klein sein. Ob uns nicht etwas Gutes widerfahren mag?

Lindrad
Salbaderer ähm ich sollte auf ein extra Papier schreiben…

Und dann versuche ich einen selbstzerstörenden Brief an Ferowin zu schreiben.

Aua. Werde Ferowin einen ganz normalen Brief schicken, den muss er halt dann selber selbstzerstören. Immer diese Geheimnistuerei. Ich bin ja gespannt, ob sich schon was getan hat, bei seinem gefrorenen Sohn. Weil ich hab die Geschichte von dem Widukin Jungen gelesen, den das Spinnengift dahin gerafft hat. Da hab ich auch so geweint. Die Geschichte ist so traurig. Und ich muss immer daran denken, was ist wenn man mir meine Tochter tot heimbringen würde.

Oh, ich schweife immer mehr ab, so scheint es mir. Nachdem ich die Geschichte des Widukinjungen gelesen hatte, habe ich nun jetzt ernsthafte Bedenken, dass der Sohn des Ferowin jetzt auch des Nächtens sein Unwesen treibt.

Draußen vor der Palisade heult ein Fuchs sein grausiges Lied. Mir ist es Angst und Bang und es läuft mir eiskalt den Rücken hinunter. Ich werd heute artig meine Suppe essen und meiner Tochter ein paar Blümlein pflücken. Ein paar Liebesblümerl für meine liebste Tochter.

Habe versucht das Insektenschutzmittel zu verändern, aber die Spinnen sind immer noch immun. Auch mit Schmalz wird es nicht besser. Ich brauch mehr Schmalz, wenn ich nur alles in Schmalz ertränke…

Trollpilz

Trollpilz Bleistift

Versteckter Hinweis: Berserker R

Fundort: an Schattigen Stellen (Feucht)

Merkmal: Froschgrün, gelbe Flecken

3 Pilze

3 Güldenschnecken

frisches Blut von einem Gefallenen

 Hätte Ferowin von meinem Problem erzählen sollen, jetzt ist es zu spät, ich hab vergessen, was ich nochmal machen wollte. Die Spinnen. Die Spinnen. (Anmerkung: Zeichnung einer Spinne in einem Glas! R)

Das Rosmertafest wurde abgesagt. So ein Mist. Ich hab mich schon gefreut, wenn sie die neue Schankmaid mit Schmalz einschmieren würden und anstatt der Rosmertastatue durchs Dorf tragen würden. Vielleicht würde sie es ja in der Taverne für uns tun. Der Ritus ist überaus wichtig fürs Gemüt.

(Anmerkung: Den Versuch eine nackte Frau zu malen, möchte ich nicht wiederholen. R)

Ich muss in den Wald die Krähen haben mich gerufen. Wir treffen uns beim Grab des alten Raurospriester. Muss schauen, dass meine Tochter nichts mitbekommt…Lindrad.

(Anmerkung: Ende der Aufzeichnungen. R)

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

 

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Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 4

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 4

Da kam ein Magier zu mir, der kam aus einem fernen Land. Der sah auch ganz seltsam aus. So bleich. Er kam am Abend zu mir und gab mir 3 Gold für alle meine Tränke, die seine Macht vergrößern würden. Ich machte ihm alle Tränke mit der Monddistel, die ich aufbringen konnte. Denn der Mond scheint nicht heut Nacht und brauch ich doch frisch geschöpftes Bachwasser für den Trank. So nahm er alles was ich hatte und am Morgen war er verschwunden. Und ich hab den seltsamen Kerl nie wieder in Grimgard gesehen.

 Monddistel

Monddistel Bleistift

Fundort an Bachläufen

Merkmale weiße kleine Blüten

Zutaten: frisches Bachwasser im Mondschein geschöpft.

Teilweise versteckter Hinweis: Nur in Trankform, keine Salbe, so ein Scheiß! R

(Anmerkung von R: Neben einer obszönen Zeichnung eines ziemlich behaarten, männlichen Fortpflanzungsorgans im urinierenden Zustand.)

Da muss ich doch gleich in der nächsten Nacht, einen Mondspaziergang machen, wenn es klar ist. Sonst muss ich bis zum Vollmond warten.

Die Gelsa hat mir den Brief von Ferowin geschickt, in dem nichts Neues drinne steht, aber die Methoden des alten Ferowin sind wirklich einzigartig. Aber ich weiß viel mehr wie die alte Zippe in Raurikor.

Haha!

Lindrad

Werte Gelsa,

es ist nicht zu empfehlen das Böse mit noch Böserem zu bekämpfen. Ähnlich wie beim Vermischen mit Wasser, assimiliert die Schlonze, jede andere Flüssigkeit mit dem man sie in Berührung bringt, übernimmt vor allem ihre negativen Eigenschaften und macht alles noch viel schlimmer. Habe die Versuchsreihe mit Säure abgebrochen. Muss mir einen neuen Tisch kaufen. Die Schlonze frisst sogar durch Stein. Ich bin erschüttert! Habe die restliche Schlonze in einem gläsernen Behälter verschlossen und im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt.

Die Schlonze ist gefroren, genauso hart, wie gefrorenes Wasser, also können wir zumindest auf den Winter warten. Dann können wir die verschlonzten Quellen ausheben und die gefrorene Schlonze in die Berge bringen, in der Hoffnung, dass die Lichtfee nicht auch noch das letzte Eis zum Schmelzen bringt. Ich berichte weiter, habe mir überlegt, den Zustand von fest in flüssig hin zu gasförmig zu verändern, dann müssen wir vielleicht nicht auf den Winter warten.

Ergebenste Grüße

Ferowin, Erzkundiger der Sturmhüter

Der Erzkundige der Sturmhüter hat seinen Sohn verloren. Weil der dumme Bub die Schlonze wohl mit Minzpuddig verwechselt hat. Irgendwie vergeht einem der Appetit an grünen Essen, seit dem wir die Schlonze im Land haben. Aber was die alte Zippe nicht weiß, ist dass er den Körper des Jungen zum Gletscher hat bringen lassen, bis Ferowin ein Gegenmittel für das Schlonzenproblem gefunden hat. Woher ich das weiß. Ich habe Felsensalz und all so Zeuch bei ihm bestellt und er hat mir eine Nachricht geschickt, die sich nach Erhalt selbst zerstört.

Ein verrückter Hund ist er schon der Ferowin, aber leid tut er mir, weil er wahrscheinlich seinen Sohn verloren hat. Während die Nantwigen sich mit den Echsen im Mondquell vergnügen, sollten sie lieber mal ihre Quellen untersuchen, wenn sie sich schon mit den Triefenden einlassen. Sie suchen mal an der falschen Stelle, wobei sie wohl auch irgendwas gefunden haben im Mondquell, aber das Schlonzenproblem ist deswegen auch nicht gelöst. Verdammt, mir fällt auch nichts dazu ein.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 3

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 3

Der dumme Dietbert, der Grimgarder Fischer ist verschwunden. Dabei wollte ich ihn doch fragen, ob er meine Tochter heiraten will.

Die heldenhafte Grimgarder Bürgerwehr hat all ihren Mut zusammen genommen und ist zur Wolfseiche marschiert, um ihn zu suchen. Leider ohne Erfolg. Da wird er uns die Fische schuldig bleiben und Grimgard muss ohne Steckerlfisch auskommen.

Schlaflose Nächte habe ich gehabt, nicht wegen dem Fischer, wegen dem ganzen ungereimten Zeuch und vor allem eigentlich wegen der Spinnen. Aber die Schlonze lies mich auch kaum ruhen. Wochenlang beschäftigte ich mich damit, bis ich es aufgab. Außerdem musste ich in den Wald, nach meinen Feldern sehen. Und ich musste meine Spinnen auslagern, meine Tochter reagiert zusehends panischer auf die kleinen Biester.

Sie hat in meiner Abwesenheit schon wieder geputzt und kippt dann immer die abgelaufenen Tränke in ihren Putzeimer. Wenn einer die Plörre trinken würde, verreckt er wahrscheinlich gleich oder er bekommt Heilung mit Steinhaut und Masern und ganz üble Nebenwirkungen.

Steinhautsalbe, tolles Zeuch. Hab eine nette Versuchsreihe mit Silberrose angefangen.

Die Tränke halten nicht so lange an. Und die Salbe ist auch nur gut, wenn man nicht schwitzt. Sonst wäscht sich das Zeuch ab. Hm und im Winter nur mit einer Steinhaut bekleidet ist halt schon eine frostige Angelegenheit. Obwohl es für die Damen bestimmt ein Aufschlussreicher Anblick sein wird. Muss Ferowin schreiben, mein Felsensalz ist fast alle. Und er hatte mir von dem Kristall erzählt, der den Schweiß unterdrückt. Hm.

Silberrose

Silberrose Bleistift

Fundort bei großen Bäumen

Merkmale offensichtlich silberne Blütenblätter

Verwendung Rindenhaut oder Steinhaut

Zutaten: Tannenzapfen oder Steinsalz/Felsensalz

Hinweise: Güldenschnecken suchen

Versteckter Hinweis: Felsensalz bei Ferowin bestellen.R

Mein Schmalz ist alle, ich muss in die Taverne. Jetzt ist auch die Helena verschwunden. Ist jetzt der Wahnsinn ausgebrochen, man geht nicht zur Wolfsbuche, das ist doch viel zu gefährlich. Auch wenn da die besten Kräuter wachsen würden, bringen mich da keine zehn Pferde hin. Was hat sich der Dietbert nur dabei gedacht auf allen Vieren zum großen Baum an der Wolfsschlucht zu rutschen, die Helena wollt ihn doch erst nicht. Aber der Wahnsinnspoet erweicht sogar das Eis des Drachenkamms. Ich hab ja auch so geweint, als ich den Brief gelesen hab, wenn einer was von der Liebe verstanden hat, dann der Liebesfischer von Grimgard. Schade, dass er wahrscheinlich schon von den Wölfen verspeist wurde. Und die Helena zum Nachtisch. Die hätte mir schon auch geschmeckt.

Hätte sie doch gleich gesagt, dass sie ein Auge auf den Fischer geworfen hat. Jetzt muss ich nicht nur für meine Tochter einen anderen Mann suchen, sondern auch mir eine andere Augenweide suchen, die meinen Ausblick versüßt, wenn sie den Tisch wischt. Als Tattergreis hat man auch schöne Momente, wenn man so zittert, dass man seine Suppe nicht mehr unfallfrei essen kann. Und der Steckerlfisch, ich werde ihn vermissen, der war wirklich gut. Möge die Nächtige den Dietbert sicher zu den Ahnen geleiten. Ich trinke auf dich alter Schwerenöter. Und möge die Helena dir die Ewigkeit versüßen. Uns bleibt die Hoffnung auf den Steckerlfisch. Die Frage ist nur, ob es wirklich an dem Fisch vom LiebesFischer lag oder an den Kochkünsten vom Nurmi.

Asbirg arbeitet jetzt auch in der Taverne mit. Pscht. Brot zum Eigenbedarf.

Die Wirkung des Giftes wird immer stärker und die Menge Sonnentau zu Smaragdspinne beim Brauen eines Gegengiftes wird immer mehr.

Da habe ich mir überlegt, dass ich die neuen düsteren Smaragdspinnen einfach mit Sonnentau füttere.

Und seit dem ich sie ausschließlich mit Sonnentau füttere, konnte ich die Wirkung des Giftes der neuen wilderen Art fast umkehren. Während die Smaragdspinne in freier Wildbahn immer giftiger und aggressiver werden, sind die in meiner Zucht friedlich und mittlerweile fast ungiftig. Deswegen bin ich auch so viel im Wald unterwegs, weil ich Unmengen an Sonnentau brauche. Die kleinen widerlichen Biester fressen mir noch die Haare vom Kopf. Meine Felder geben nicht genug her. Hab die zwei Krähen wieder getroffen, ich bat sie mir zu helfen. Eine Hand wäscht die andere. Sonnentau ist unser Gruß!

Insektenschutzmittel: Versuche:

Rosmarin, Lavendel und Smaragsspinnengift. Was gegen Spinnen nicht hilft, weil Spinnen keine Insekten sind! Schmalz bleibt haften.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 2

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 2

Ich war wieder im Wald unterwegs und anstatt der Smaragdspinnen fand ich zwei Krähen am Wegesrand sitzen, sie währen mir fast nicht aufgefallen, erst als sie sich langsam von mir fort bewegten, sprangen sie mir schier ins Auge. Wie behände sie sich durch das Unterholz bewegen können, wenn sie nicht gesehen werden wollen.

Meine Tochter hält mich mittlerweile für völlig wahnsinnig, ich hätte ihr nicht von den beiden Krähen erzählen sollen. Was solls, ich muss jetzt meine Suppe essen…

Lindrad

Im selben Atemzug, wie der Krieg gegen die Spinnen seinen Anfang nahm, kam eine weiße Taube aus Raurikor. Gelsa, die Hüterin der Ratshalle schickte mir einen Brief und eine Probe von der zähen, wabernden, grünen Masse, namens Schlonze, damit ich sie untersuchen sollte. Die alte Zippe denkt wohl ich hab nichts besseres zu tun, als ihren Dreck fortzuschaffen. Ich muss mich schon um die kleinen Spinnen sorgen. Die Spinnen. Und die spinnt auch mit ihrer Schlonze.

Mal sehen, ob sie alles richtig gemacht hat (Ziemlich unleserlich geschrieben! R)

(Brief von Gelsa, Abschrift aus den Akten: R)

An die Twalibi:

Analyse der festen grünen Masse aus dem Grenzgebiet der Nantwiga

Die grüne Masse, die mir die echte Singa Natternbiss zur Untersuchung überließ, fand noch am Tag der Ratssitzung statt. Die Zeit blieb mir leider nicht, es sofort auf Papier zu bringen. Ich war tagelang damit beschäftigt Schutzrunen in die Türbalken, Fensterrahmen und Wände rund um die Ratshalle einzuritzen und die Fensterbretter und die Böden zu putzen! Außerdem hatte ich ein paar Proben gezogen und hatte die Untersuchungen fortgeführt und mehrmals wiederholt.

Nachdem meine alchemistischen Fähigkeiten nicht ganz so ausgeprägt sind und wir in der Küche der Ratshalle eigentlich auch nicht für solche Untersuchungen ausgestattet sind, haben wir versucht auf magischen Weg eine schnelle Untersuchung zu machen. Mit der Hilfe des Göttersprechers habe ich Folgendes herausgefunden:

Die feste grüne, in den tieferen Lagen ins bläulich übergehende Masse, die namentlich als Schlonze bezeichnete, ist leicht giftig. Sie streckte eine Ratte sofort nieder und als ich es später bei einem von den kranken Streunern versuchte, dauerte es schon ein Wenig länger, bis der räudige Hund zu seinen Ahnen geschickt wurde.

Die Schlonze ist kein Nährboden für irgendwas. Es wächst nichts darauf, auch wenn man versucht die Schlonze dazu zu zwingen.

Die Schlonze brennt nicht, auch wenn alles um sie herum brennt.

Die Schlonze schwimmt auf Wasser, löst sich aber mit der Zeit auf und infiziert das Wasser, so dass man von einer rasend schnellen Vermehrung der Schlonze reden kann, was auch
die Versiegung der Quellen erklärt. Nicht infizierte Quellen müssen vor der Schlonze auf jeden Fall geschützt werden. Eine kleine Menge, die von außen in eine Quelle gebracht werden würde, würde ausreichen, um sie versiegen zu lassen!

Die Schlonze darf auf keinen Fall erhitzt werden, weil sie sonst ein giftiges Gas freisetzt. Einige Tauben haben ihr Leben dabei gelassen, bis ich dies herausfand.

Wenn man mit der Schlonze arbeiten will, ist es auf jeden Fall unumgänglich, dass man geeignete Handschuhe und einen Mundschutz trägt. Die Schlonze sollte nicht ins Auge geraten und sollte auf jeden Fall nur von geeigneten Personen weiter untersucht werden.

Wichtig ist herauszufinden, wie und mit was man der Schlonze entgegenwirken kann und/oder wie man sie zerstören kann.

Deshalb schicke ich einige mit Runen versiegelte Proben mit der Abschrift dieses Briefes an die besten Alchemisten und Tilrun des Landes.

Gelsa

Hallgards Tochter

Hüterin der Halle

(Darunter und daneben geschrieben! R) Die Nantwigen wieder, haben auf ihre Quelle nicht aufgepasst und jetzt darf ich mich mit der giftigen Scheiße hier auseinandersetzen, jetzt wo mir die Smaragdspinnen für Gegengifte ausgehen. Werde alle Versuche wiederholen müssen…

Die Kräuter im Wald gedeihen prächtig, außerdem habe ich ein paar Smaragdspinnen gefangen. Mein Vorrat war fast alle, deshalb hab ich auch aufgehört an der Schlonze herumzuspielen. Ich habe ein trächtiges Weibchen gefunden und werde sie solange behalten, bis sie den Eiersack auf ihrem Rücken ausgebrütet hat und mir Epona zu Hilf, ganz viele kleine Smaragdspinnchen schenken wird.

Der Runfried war mal wieder da, wegen seinem Rücken, hat die Rune von der alten Zippe wohl nicht all zu lang gehalten. Was für ein Narr, jetzt sucht er nach einem, der ihm die Rune auf den Rücken sticht. Mit einer angespitzten Feder einer Krähe und ein bisschen Tinte kann ich das auch, und wenn er das Rauseitern überlebt, dann tut ihm sein Rücken bestimmt auch schon nicht mehr weh. Ich könnte ihm auch den kleinen Zeh amputierten, dass würde den Schmerz auch vom Rücken in den Zeh verlagern. Bloß am Ende fällt er wegen Gleichgewichtsstörungen noch vom Turm seiner Bretterwand. Aber das Amputat könnte ich halt hervorragend für meine Sammlung gebrauchen.

Rinelda hat mir beim Putzen meine Smaragdspinnenzucht durcheinander gebracht. Was hab ich nur verbrochen, dass das Kind mich so plagen muss. Heiraten tut sie auch nicht, stattdessen vergnügt sie sich mit den Männern in der Taverne und stellt mir Tagsüber mit Suppe hinterher. Wann schläft sie eigentlich und hoffentlich allein. Rosmerta was soll ich nur tun, mit dem Kind. Vielleicht will der Sohn von Dankrad sie ja ehelichen. Hm. Muss ihn mal fragen, wenn ich ihm die Rechnungen für die Heilkräuter bringe, die ich aus Südandryll bekommen habe. Keine Ahnung was ich mit dem Weihrauch anfangen soll. Nicht dass ich mir am Ende noch eine Wasserpfeife dazukaufen muss, damit das wirkt. Hm. Wäre zu überlegen, oder ich mische es mit dem Schnupfrupfen. Wo ist eigentlich mein Schnupfrupfen. Halt wer da. Diebstahl. Haltet den Dieb. Und dass er es nicht übertreibt mit dem Schnupfrupfen. Schnupfrupfen kann tödlich sein, wollte schon lange meinen Warnhinweis zum Thema: Die Gefahren durch übermäßigen Schnupfrupfkonsum.

Hab im Schatten meiner Lieblingsbirke Unmengen an Feenstern gefunden. Heute ist ein guter Tag.

Der Grimgarder Bürgermopp war auch ganz schön anstrengend, aber am Ende ist mein Schnupfrupfen mit samt Rupfen wieder aufgetaucht. Und Rinelda hat mich geschimpft, weil ich mein Zeug immer in der Taverne liegen lasse.

Ratet mal, musste 2 Napf voll Suppe essen. Asche auf mein Haupt. Und hab ich sie heute morgen so furchterbar ausgeschimpft, dabei ist sie mit ihrem Putzfimmel ein wahres Goldstück. Durch die Vermischung der alten Spinnen aus dem letzten Jahr und der neuen Spinnen aus diesem Jahr, habe ich herausgefunden, dass sich die Farbe der Spinnen verändert hatte. Ich untersuchte beide Spinnen. Die Alten und die Neuen. Die Düsteren von diesem Jahr und die Hellen aus dem letzten Jahr und bewahrte sie auch getrennt voneinander auf, weil die Neuen versucht haben die Alten zu fressen. Ich beobachtete sie in jedem freien Moment. Die Smaragdspinnen verhalten sich ganz anderes. Die neuen Düsteren scheinen aggressiver zu sein und auch ihr Gift ist aggressiver, fast wie Säure. Nicht so wie früher! Immerhin war das Gift der alten Smaragdspinne die Grundlage für viele Gegengifte.

Dazu braucht man auch noch Sonnentau.

Sonnentau

 Sonnentau Bleistift

Merkmale kleine gelbe Blüten,

Fundort am Rand von Lichtungen

Verwendung Bestandteil von Gegengiften

mit Kamille als Einlauf gegen Flotto

(Anmerkung von R: was auch immer Flotto ist!)

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Richtfest zu Raurikor

Richtfest zu Raurikor
Rauriker-Loewe_kleinDer letzte Balken wurde in den Dachstuhl eingefügt und ein paar junge Recken kletterten auf den obersten Balken umher und hämmerte die letzten Splinte fest ins Holz und dann zogen sie eine junge Tanne hinauf, die mit Mistelzweigen und Früchten geschmückt war. Unten saßen die Frauen und flochten die Bündel für das Dach und sangen dabei ihre Gebete und baten die Götter um Segen und Schutz für die neue Ratshalle. Das Schilf schnitt in unsere Finger und so ließen die Frauen an diesem Tag ihr Blut für das Dach, so wie die Männer ihren Schweiß und der Baumeister seine Seele für diese Halle ließ. Wir konnten auf die Schnelle nicht genug Schindeln fürs das Dach schnitzen lassen, so dass wir uns vorübergehend mit Winterschilf aus den Sümpfen der Nantwiga begnügen mussten. Nach und nach würde das Dach dann nachgebessert werden. Ich hoffe das wird dann bald geschehen, weil das kann ich unschwer alles alleine sauber halten, wenn das brüchige Winterschilf mir bei jedem Lufthauch die ganze Halle voll saut und vor allem, wie peinlich ist es denn, wenn den Ratsleuten der Dreck ins Essen fällt oder gar ins gute Bier.
So leistete jeder seinen Beitrag an diesem Tag und der Baumeister war mit dem ehrwürdigen Druiden Celteall am Tuscheln. Der Baumeister hatte große Bedenken des frischen Holzes wegen, dass verarbeitet worden war, da nicht genug Abgelagertes vorhanden war.
Da sprang der Druide schwungvoll auf, zog eine kleine Flöte aus seiner Gewandung und trällerte ein Liedchen und ging beschwingt davon. Ich konnte sehen wie er beim vorderen Tor heraus tänzelte und in seinem kleinen Götterhain verschwand. Seinen kleinen Garten, den er liebevoll seinen kleinen Götterhain nannte und wo man ihn oft beim Meditieren fand.
Die Arbeit ging weiter und wir stellten die fertigen Bündel rund ums Haus auf. Morgen wird das Dach eingedeckt werden. Und dann haben wir noch zwei Wochen Zeit für den Innenausbau. Das wird knapp, obwohl täglich neue Handwerker nach Raurikor kommen, um sich teilweise schon mit fertigen Prunkstücken einzubringen, oder um einfach ihre Arbeitskraft anzubieten.
Die Sonne ging schon unter und die Dämmerung zog rote Schlieren über den Himmel. Der Mond ging schon auf und entbot der Sonne einen letzten Gruß bevor sie verschwand.
Die Männer hatten ihr Tagwerk beendet und schlugen ihren Sold an. Ein paar Fass Bier für die Männer, nach jedem Bauabschnitt und die Sau, die schon den ganzen Tag am Grill ihre Runden drehte und der Junge, der für die Sau verantwortlich war, schwitzte mehr, als die Arbeiter an der Halle. Das Geräusch der kleinen Flöte drang wieder an mein Ohr und ich blickte mich um. Ich konnte in der Ferne Fackelschein erkennen. Die Wachen schlugen die Trommeln und die Frauen stoben auseinander. Einmal trommeln. Vorsicht. Zweimal trommeln. Gefahr. Dreimal Trommeln. Angriff. Viermal trommeln. Unangekündigter Hoher Besuch ist im Anmarsch. Als der vierte Trommelschlag verklang, blickten alle auf. Von allen vier Toren kamen die vier Trommelschläge. Von allen vier Teilen des Landes kam unangekündigter hoher Besuch. Das musste schon seit 100 Jahren nicht mehr vorgekommen sein. Und ich hatte nichts vorbereitet. Schnell rief ich nach den Frauen, sie sollten nach Hause laufen und sollten Essen herbei bringen und ich lief in den Keller und schlug eines der neuen Weinfässer an, die den Götter sei Dank bereits geliefert worden waren. Ich hatte das Ratshorn neu schleifen und wachsen lassen und es erstrahlte in neuem Glanz auf mich herab, als ich es aus seiner Halterung nahm. Zum Glück hatte ich es vor dem Brand in den Tempel getragen und meine Retter hatten es mit all den anderen Artefakten aus den Trümmern gezogen und dem Druiden gebracht. Als ich mit dem gefüllten Ratshorn in Händen wieder vor die Halle trat, knieten alle auf dem Boden. Die Männer, wie die Frauen. Rund um die Halle kamen Fackelträger auf die Halle zu geschritten. Meine Knie wurden weich, als ich sie erkannte. Es mussten nahezu alle Göttersprecher des ganzen Landes sein, die sich zusammengefunden hatten, um unserer Halle ihre Aufwartung zu machen.
Celteall ging auf den Jungen zu, der vor dem Grill kauerte. Er berührte den Kopf des Jungen und zischte ihm ein paar Worte zu. Wie im Traume stand der Junge auf und drehte weiter die Sau auf dem Grill. Dann schritt der Druide auf mich zu. Meine Knie gaben nach und ich sank auf die Knie. Der Wein schwappte über mein Kleid. Das Horn wurde mir aus der Hand genommen, doch das bekam ich schon nicht mehr mit. Ich war ohnmächtig zusammengebrochen, noch bevor die Druiden ihre Zeremonie begannen.
Gelsa, Hallgards Tochter. Hüterin der Halle. Der Alten und der Neuen.
~*~
Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen vor Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Neuerrichtung der Ratshalle zu Raurikor

Rauriker-Loewe_kleinGeschäftiges Treiben herrscht derzeit in Raurikor. Doch jeden Tag an denen ich die verkohlten Balken hinter der Baustelle erblicken muss, führt mir der Schrecken den schwärzesten Tag in meinem Leben wieder vor Augen.
Und nur dem alten Tempelgewölbe ist es zu verdanken, dass ich noch unter den Lebenden weile. Man fand mich begraben unter dem uralten, steinernen Abbild der Nantosvelta. Meine Vorfahren haben die meisten Kunstwerke geschaffen und in mühevoller Kleinarbeit in den Fels gemeißelt, damals noch bevor die Ratshalle erbaut wurde.
Seit der Zeit ist es an meiner Familie hier für Ordnung, Sauberkeit und Wohlbefinden zu sorgen, damit die ehrenwerten Sippenführer für Recht sorgen konnten, wenn sie für die Sitzungen in der Halle verweilten. Meine Aufgabe ist nicht nur zu Putzen und die Getränke nach zu schenken und mich um die Verpflegung zu kümmern, sondern auch jeden freien Moment mich um den Götterschrein unter der Ratshalle zu kümmern. In der Nacht als die Ratshalle in Flammen aufging, kniete ich im Tempel vor der Statue der Rosmerta und war im Gebet versunken. Der Schrein hat mir mein Leben gerettet. Zu meinem allergrößten Glück und meinen Ahnen und allen Göttern sei Dank, hielt das steinerne Gewölbe der Hitze und der Trümmer stand und hielten mich gerade so am Leben.
Obgleich der Tag des Brandes der Schwärzeste war in meinem ganzen Leben sein sollte, wies der Lichtbringer mir den Weg zum Leben, auch wenn die Nächtige schon an mir riss und die Hitze des Feuers in meinen Lungen brannte, den Stein über mir fast zum Glühen brachte und mir die Hitze meine Haare und auch meine Haut versenkte. So lebte ich noch grade so, als sie mich endlich aus den Trümmern bargen. Die Steintafel der Nantosvelta hielt ich fest umklammert und die Hitze brannte mir die Verzierungen in die Haut. Doch die Statue der Rosmerta war zerbrochen. Sie zersprang in der Hitze und ihre Splitter zerschnitten meine Haut. Meine Trauer galt der Statue der Rosmerta. Und ich weinte mich Nächte lang in den Schlaf.
Nach meiner Genesung schrieb ich an den Handelsrat zu Grimgard und bat höflichst um einen Abdruck der Statue der Rosmerta, die dort in der Ratshalle steht. Wo sie doch damals einen Abdruck von der Statue erworben hatten, die nun bei dem grässlichen Feuer zerbrochen worden ist.
Die Arbeiten an der Rathalle zu Raurikor gehen gut voran. Aus allen Teilen der Hag Raurik strömen die Handwerker herbei, um das Prunkstück zu vollenden. Das Dach der Ratshalle soll in den nächsten Tagen vollendete werden. Ich treibe sie auch immer zu zur Eile an, denn der Rat der Clans tritt bald wieder zusammen und bis dahin soll alles wieder beim Alten sein. Und noch viel schöner.
Dafür ist eigens der Baumeister aus Grimgard gekommen, der seit den großen Wendolskämpfen an der Palisade um Grimgard arbeitet und bei dem Untotenangriff im letzten Jahr schwer verwundet wurde. Er brachte mir einen Abguss der Statue der Rosmerta aus Grimgard mit.
Nun sind die dunklen Tage wieder lichter. Die Versorgerin ist in den Tempel zurückgekehrt und wehe dem, der nochmal Hand an den Tempel oder die Halle legt. Der bekommt es mit meinem Zorn zu tun.
Gelsa, Hallgards Tochter. Hüterin der Halle. Der Alten und der Neuen.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen vor Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

 

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