8/12 – Die Wunderbare Welt der Numerologie

8/12 – Die Wunderbare Welt der Numerologie

1011836_10200129866636053_2028327123_nWieder ein Jahr älter und es hat sich in meinem Leben nicht viel verändert. Nicht viel, naja! Gut ich bin wieder im Besitz meines eigenen Haupthaares und die Nummer mit der Glatze ist wirklich das Einzige in meinem Leben was ich bereue. Das Einzige was sich wohl nie ändert ist die unglaubliche Menge an Exemplaren der Cinema, die sich in meiner Wohnung auftürmen und noch ein paar Ausgaben der Beef mehr. Die unglaubliche Menge an DVD’s  die meine Regale langsam ans Ende ihrer Kräfte bringen. Und seit dem ich endlich mein Fenster zum Hof digitalisiert habe, musste ich aus den Videokassetten ein Regal für meine BluRay basteln.

Naja hat sich ja doch einiges geändert. Ich habe mittlerweile drei Brüder und einen Mann, während meine eigentliche Familie immer mehr schrumpf, bin ich ganz glücklich damit, erstmal keinen Mann mehr suchen zu müssen. Auch wenn meine ‚Ich suche einen Mann!‘ Reihe meine erfolgreichsten Artikel waren, geb ich die Hoffnung nicht auf, dass meine Leser vielleicht auch mal längere Texte lesen, die weniger Lustig sind als meine fast schon vergessene Einsamkeit.

Das Einzige was sich wirklich nie ändern wird. Alle Jahre wieder. Ich in meinem Büro wieder einen gewerkschaftlich gelieferten Adventskalender stehen, der hoffentlich wieder alles andere als ungewöhnlich zu sein scheint.
Die neuen Büroräume riechen mittlerweile nicht mehr so neu, dennoch ist meine Nase stehts zu, meine Augen tränen und die Schmerzen zwischen den Ohren bringen meinen eh schon wankelmütigen Verstand zu weilen schon arg aus dem Gleichgewicht.

Den alten Empfangsroboter aus alten Stasibeständen hätte ich schon fast vergessen, wenn er nicht alle Jahre wieder in meinem schriftlichen Adventskalender auftauchen würde. Er arbeitet wahrscheinlich immer noch an einer einsamen Tankstelle und führt seine Strichlisten. Und es gibt bestimmt noch eine alte Akte mit meinem Namen drauf.

Nun zur Zahl 8. Die 8 ist immer noch meine Glückszahl. Und ich hab mit eigentlich vorgenommen mich von Glückskeksen fernzuhalten, nachdem letztes Mal in einem stand, dass ich der Führer wäre. Hm. Egal. Aber ich kann mich manchmal einfach nicht zurückhalten.

IMG_20151104_113446255Nachdem meine Pechsträhne vorbei zu sein scheint, habe ich auch wieder mit den Glückskeksen angefangen. Und nun scheint auch der Glückskeksfluch gebrochen zu sein. Ich scheine auf dem richtigen Weg zu sein…

Die wunderbare Welt der Numerologie geht leider erst in zwei Jahren wieder auf, deshalb schönes achtes Türchen und danke für die Blumenwiese…

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Die neunte Pforte 2.0

Die neunte Pforte 2.0

‚Die Echtheit meiner neun Pforten ist über jeden Zweifel erhaben.‘ Baroness Frieda Kessler – Die Neun Pforten

Mittlerweile hab ich mir den Film auch tatsächlich gekauft, in der Steelbookausgabe und thront seither zwischen Da Vinci Code und Der blutige Pfad Gottes und es ist mir gestern auch wieder mal aufgefallen, wie schlecht mein DVD Regal sortiert ist. Aber nachdem mir mittlerweile Der Letzte Tempelritter zum 2. Mal auf den Kopf gefallen ist, muss ich da wohl mal andere Seiten aufziehen.

Trotz dessen dass ich bereits eine Filmkritik über Der letzte Tempelritter geschrieben habe, muss ich sie anscheinend auch in meinem Blog veröffentlichen, damit der ruhelose Geist meines DVD-Regal endlich zu Ruhe kommt. Wenn des jetzt nicht hilft, dann steck ich ihn zu den Supernatural Staffeln und das hat er dann davon.

Also, die äußerst kurze Filmkritik zu Der letzte Tempelritter: Der Zweithaar-Award geht wie immer an Nicolas Cage, der geht ja eigentlich auch immer an ihn, deshalb könnte ich mir die Erwähnung wirklich sparen. Aber Zweithaar mit Helm ist echt der Brüller.

Mein spezieller Dank geht an die Autoren des Films, die haben wohl auch die Doku über die Aufzeichnungen des Hans Talhoffer (1420 bis 1490) gesehen, nur was ich grad nicht so kapiere, ist der Film beginnt 1344 mit der Schlacht um Smyrna.

Aber es geht ja auch um Hexen und Dämonen…halte schon meine Schnauze…gibt bei weiten schlechtere Filme zu dem Thema!

Aber ein kleines Zugeständnis muss man schon machen, mir ist fast Einer abgegangen als, Robert Sheehan als Kay (welch mittelalterlicher Name) sein Schwert an der Klinge packt und zum Parieren benützt und dann Ron Perlman, der mal gefühlte 100 Kilo mehr Kampfgewicht auf die Wage bringt, beinahe aus den Latschen drischt. Unkonventionell hat halt schon immer geholfen.

devil_bloodAber zurück zum Thema, wir waren bei der neunten Tür stehen geblieben und genau Die neunte Pforte ist es, die mich so fasziniert, dass ich es immer noch nicht Worte fassen kann. Aber der santanische Sex mit Johnny Depp und Emmanuelle Seigner (die einen kleinen Kinski Award verdient hat, weil ich sie fast mit Nastasia Kinski verwechselt hatte.) muss schon erwähnt werden.

Es ist mir also auch nach vier Jahren nichts mystisches über Die neun Pforten eingefallen, aber manchmal gibt es auch nicht mehr hinzuzufügen, außer dass es ein echter Klassiker ist, der sich den Platz in meinem Regal wirklich verdient hat. Danke!

Fazit:

Zweithaar-Award geht Nicolas Cage.

Ein kleines RRR für Robert Sheehan, den ich schon seit Misfits ziemlich geil finde und mir mit seiner Talhoffer Parade ein feuchtes Höschen verschafft hat. Danke!

19376102_jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxxEin großes RRR für Johnny Depp, Emmanuelle Seigner und Roman Polanski, der seine Frau für die satanische Sexszene ausgeliehen hat. Danke!

Der kleine KlausKinski Award für Emmanuelle Seigner.

Danke: An die Autoren, die so wie ich die Talhoffer Doku geschaut haben. Ich würde wahnsinnig gerne mal das Original in Händen halten.

Merke: Muss mir ein neues DVD Regal kaufen.

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Flug 2112: Gewinn ins Paradies

Flug 2112: Gewinn ins Paradies

Ich konnte mich gar nicht daran erinnern, in letzter Zeit bei einem Preisausschreiben mitgemacht zu haben. Aber ich bin unterwegs zum Flughafen. In meinem Koffer habe ich Sonnencreme und den perfekten Badeanzug, für den nicht ganz so perfekten Körper.

Beim Check-In zum Flug 2112 fallen mir die gelben Kreise an der Wand kaum auf. Ich muss auch kaum anstehen. Mein Gewinnschein macht mir den Weg frei.

Ich bin ja auch noch nie erste Klasse geflogen. Macht keinen großen Unterschied zu sonst. Die Portionen sind mikroskopisch klein, aber dafür hat man mehr Platz zum Sitzen. Die weiblichen Saftschupsen sind noch eingebildeter und die männlichen Saftschupsen spielen Schwule im Weltall.

So lange wird der Flug ins Paradies schon nicht dauern!? Man kann kaum glauben, dass ein Abstecher zum Mond, weniger Zeit in Anspruch nehmen würde, als ins Paradis zu kommen…

Endlich am paradiesischen Flughafen angekommen, komme ich mir nicht nur vor wie Korben Dallas, ich suche auch völlig paranoid nach den gelben Kreisen, die hier komischer Weise nicht sind. Ich kann mich wage an die gelben Kreise am Flughafen München erinnern. Bruce Willis Tagträume hatte ich doch schon lange nicht mehr…

Ich werde von folkloristischen Einheimischen zum Hotel gefahren und genauso wie die Zeit im Flieger nicht vergangen zu sein schien, ist sie hier wohl gänzlich stehen geblieben. Palmen über Palmen und kleine bunte Hütten mit Strohdächern.

Eine Mischung aus Jet-Leg und außerkörperlicher Nahetoderfahrung lässt mich das Erreichen des Hotelkomplexes nur körperlich wahrnehmen. Ich werde auf mein Zimmer gebracht. Dort muss ich gefühlte zwei Tage meines Urlaubs verschlafen haben. Weil genauso ausgekotzt fühle ich mich in dem Moment als ich wach wurde. Ich kann den Fruchtteller neben meinem Bett riechen, noch bevor ich versuche die Augen aufzuschlagen. Verdammt nochmal, ich hätte es nicht tun sollen, die grelle Fratze brennt mir schier die Augen aus. Der stechende Schmerz der sich zwischen meinen Ohren ausbreitet, kann nur mit dem Kopf unter dem Kissen gelindert werden. Es klopft an der Tür.

‚Roomservice, Miss Dallas!‘ Ohne auf eine verbale Regung meinerseits zu warten, wird die Türe aufgerissen und Miss Roomservice watschelt ins Zimmer. Ich komme mir schier vergewaltigt vor, so wie morgens um 6.30 Uhr im Krankenhaus, wenn die Putzleute durchs Zimmer wienern und versuchen den Krankenhausbakterien Herr zu werden. Dann wird einem das Frühstück vor die Nase geschoben, dabei könnte man noch 4 Stunden einen komatösen Schlaf haben, wenn man nicht schamlos geweckt worden wäre.

So schnell wie Miss Roomservice gekommen war, war sie auch wieder verschwunden. Der Duft einer Tasse schwarzen Tees kriecht mir in die Nase. Ich mache nur ein Auge auf und bete inbrünstig. ‚Bitte kein Earl Grey, Bitte kein Earl Grey!‘

Auch wenn der gehörnte Hirschgott hier nicht wirklich heimisch ist, hat er doch meine Gebete erhört und mir einen richtigen schwarzen Tee geschickt, ohne Aroma oder ohne sonstigen Räucherrückständen.

Ich schließe mein Auge wieder und denke inbrünstig: ‚Ich will einen Dackel, ich will einen Dackel, ich will einen Dackel‘

Nachdem ich meine Wünsche für heute wohl schon verbraucht habe, stehe ich auf, kippe den gesamten Zucker in den Tee und tappe ins Bad. Duschen. Anziehen. Tee trinken und aus dem Zimmer. Keine gelben Kreise ersichtlich. Gut, erst mal zur Rezeption. Ich wurde tatsächlich als Miss Korben Dallas eingecheckt und nachdem ich meinen Multipass nicht finden kann, bleibe ich halt Miss Korben Dallas und schau mal, ob ich Mister Korben Dallas irgendwo an der Bar finden kann. Hm.

Ich laufe geschlagene 2 Stunden durch die Anlage, ich habe alle Bars gefunden, aber Mister Korben Dallas war leider nicht aufzutreiben. Als ich an der VIP Lounge vorbei latsche, wird mir die Tür geöffnet und ich wandle nun tatsächlich im Paradies. Auf frischen, feuchten Moos geht es zum Strand hinunter. Überall kleine Sitzgelegenheiten unter großen Schirmen oder zwischen Hecken aus Pflanzen, die ich nur völlig verkümmert und viel kleiner aus dem Büro kenne.

Ich werde zu meinem Liegestuhl gebracht und wenig später bekomme ich einen Schirmchendrink gereicht. Wo die hier Holundersirup her haben, weiß ich nicht, aber mein Cocktail ist herrlich erfrischend. Ich lege mich wieder hin und nicke ein, bis mich Stimmengewirr aus meinen verwirrten Träumen riss.

Hinter der nächsten Hecke sind auch ein paar Gäste. Sie reden Englisch und die Stimmen kommen mir merkwürdiger Weise sehr bekannt vor. Ich schleiche näher an die Hecke und kann nur durch das Dickicht linsen, weil ich ein paar Zweige zur Seite halte. Ich sehe das Seitenprofil eines Mannes mit Sonnenbrille und Tolle und blicke einer gutaussehender blonden Frau mit Sonnenbrille entgegen, die Marilyn Monroe verteufelt ähnlich sieht. Sie schlürfen auch an Schirmchendrinks und sonnen sich. Der Mann mit der Tolle summt grummelnd eine Melodie: ‚Love me, Tender!‘

Ich presse meine Hand vor den Mund und versuche mich schnell zu beruhigen. ‚Ich kann tote Menschen sehen!‘ kam es mir doch über die Lippen und natürlich kann ich auch meinen Atem sehen. Auf allen Vieren krieche ich die Hecke entlang, bis ich am Ende meiner Hecke im Sand ins Straucheln komme. Als ich wieder aufblicke, sehe ich in meinen Augenwinkeln einen weißen Mann mit schwarzen Haar und weißen Handschuhen, der im Sand sitzt und eine Sandburg baut. Michael Jackson hat sichtlich Freude dabei seine Nimmerland Ranch in Sand nachzubauen, als ein kleiner Mann in Safarihosen über die Sandburg trampelt. Michael Jackson stürzt sich schreiend auf… Adolf Hitler und wird samt Schnauzer und Seitenscheitel unter den Überresten von Nimmerland begraben. Das Erschreckende daran ist nicht, dass Hitler und Jackson noch leben, oder dass ich vielleicht mitten in der Jahreshauptversammlung des Weltverbands Doppelgänger mysteriös verstorbener Berühmtheiten e.V. gelandet bin. Nein. Die beiden Haben einen Mords Spaß dabei. Sie Lachen. Adolf hat Sand in den Mund gekriegt und pustet lachend.

Ich höre wie vor mir etwas in den Sand fällt. Aufgeregtes Bellen und ich fresse ebenfalls Sand als ein Schäferhund vor mir einen Gegenstand aus dem Sand schnappt und wieder davon rennt. Ich konnte die Hundemarke gerade noch lesen, bevor mir der Sand die Sinne verschleiert hatte: ‚Blondie 5.0!‘

‚Brrings Stöckchen!‘ Ich kotze Sand auf den Boden, schüttle meinen Kopf und blicke in Richtung des Mannes, der diesen Satz befehligt hatte. Dr. Mengele nimmt Blondie den Stock ab und wirft und der blöde Stock kommt wieder in meine Richtung. Ich weiche zurück, bevor mich noch der Stock erschlägt. Der vor mir gelandete Stock entpuppt sich auch eh als menschlicher Oberschenkelknochen. Neben Dr. Mengele kann ich zwei Frauen in Richtung Meer laufen sehen. Eine davon ist Eva Braun. ‚Magda warte, ich komme mit!‘ Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mir je träumen zu lassen, zu behaupten das Goebbels in Badehosen echt bescheuert aus sieht. Aber als er mit den Worten: ‚Uropa, schau mal!‘ einen Wasserball ins die Fresse bekam und ins Wasser stürzte, konnte ich mein Lachen nicht mehr unterdrücken.

Osama Bin Laden rennt an mir vorbei mit deinem Federballschläger in der Hand. Und Che läuft ihm hinterher. Ich schüttle den Kopf. Weil Che würde doch nicht mit Osama Bin Laden Federball spielen. Nein. Tut er auch nicht, sie Spielen ein Doppel mit Saddam Hussein und Leni Riefenstahl. Ich glaub mir wird jetzt endgültig schlecht. Und J.F.K und Jürgen Möllemann spielen Schach, oder wie? Nein, J.F.K spielt mit Uwe Barschel und Möllemann liest die Bild. Ich bekomme Kopfschmerzen.

Kurt Cobain steht hinter der Bar und mixt antialkoholische Drinks für Lady Di. Ich werde nicht nur wahnsinnig, ich bin es schon. Himmel, was für Drogen waren in meinem Drink, vielleicht kann mir Curt Kobain da Auskunft geben. Ich hole meinen Drink und gehe an die Bar. Lady Di lächelt mich an, als sie an mir vorbei geht. Sie hat auch so ein All – Inklusive Bändel am Handgelenk, wie ich.

Kurt Kobain wird von Heath Ledger abgelöst. Auch gut. Mister Korben Dallas werde ich hier wohl nicht finden. Bruce Willis wird bestimmt noch 100 Jahre alt.

Mir klopft jemand auf die Schulter. Ich drehe mich um, und werde von Falco zur Seite geschoben. Er führt Jopie Heesters an seinen Platz neben Heinz Rühmann und Heath Ledger serviert ihnen frischgepressten Melonensaft. Die beiden alten Säcke machen Witze über Adolf Hitler.

‚Wie er sich von dem ’schwarzen‘ Mann wieder unterbuttern lässt. Hehehe!‘

‚Ja, er hat doch schon immer seine Gewinnchancen maßlos unterschätzt!‘

Sie kommen mir so vor wie die beiden alten Säcke Waldorf und Statler aus der Muppet Show. Bevor jetzt noch Rasputin und Attila eine Latte Macchiato bestellen, ist es besser, wenn ich einfach tot umfalle. Einen Herzinfarkt vortäuschend, denke ich darüber nach, ob ich vielleicht doch diesen Gewinn ‚Erholungsurlaub im Paradies‘ mit der Kreuzfahrt auf dem Eisbrecher nach Grönland und ein paar wunderschöne Moonboots eintauschen hätte sollen. In Grönland bekommt man bestimmt nicht einfach so harte Wahnvorstellungen von toten Menschen.

‚Nein, Rasputin ist nicht Tod, junge Dame! Auf den Warten wir schon eine sehr lange Zeit.‘ sagt Judas zu mir. Ja, Judas. Ich muss schon tot sein und zur Hölle gefahren sein. ‚Ja, du bist in der Hölle, aber nicht tot! Ungläubige! Das Fegefeuer für die Christen ist im Keller, die wollen das so!‘ Judas lacht ziemlich dreckig und machte eine entschuldigende Geste für den kleinen Witz, den er sich ja anscheinend nicht verkneifen konnte.

‚Und was macht Saddam Hussein und Osama Bin Laden dann hier. Die müssten doch mit ihren 72 Jungfrauen im Himmel sein.‘

‚Die beiden machen hier Urlaub, so wie du!‘

‚Und was ist mit dir, Judas.‘

‚Hafturlaub. Super Ferienjob hier! Noch ein neues Handtuch, Miss Korben Dallas.‘ meinte Judas und drückt mir ein gerolltes Handtuch in die Hand. Ich rolle es auf und mein Multipass fällt aus der Rolle. Miss Korben Dallas – Multipass. Ich schreie drei mal Grönland…

Kalter Wind prescht mir ins Gesicht. Bei meinem nächsten Atemzug kleben meine Nasenlöcher zu. Ein komisches Gefühl, wenn die Nasenlöcher zusammen gefrieren. Ich stehe am Bug des Eisbrechers Rasputin und frage mich gerade in welchen Berufen man Geschäftsreisen nach Grönland unternehmen kann. Ich breite meine Arme aus und schreie laut: ‚Elvis lebt und ist der König der Welt. Willkommen im Wahnsinn, schöne Weihnachten, an guten Rutsch, alles Gute zum Geburtstag und frohe Ostern.‘

Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt…

Mein persönlicher Vorhof zur Hölle

Mein persönlicher Vorhof zur Hölle

Ich dachte lange Zeit immer mein Büro wäre der Vorhof zur Hölle, da es in meinem Büro so gefühlte 40 Grad hat, schon in der Früh, auch wenn ich mal um 8 Uhr morgen kommen würde. Nur unter großer Anstrengung und Zuhilfenahme meiner Jalousien kriege ich die Temperatur auf gefühlte 30 Grad, damit ich halbwegs konzentriert arbeiten kann. Meine Kollegen nennen mein Zimmer immer die Dunkelkammer. Ja, in der Dunkelkammer sitzt ein Punk und schwitzt und hat meist seltsame Gedanken dabei. Der Versuch mein Büro in eine Sauna umzufunktionieren, scheiterte an der Prüderie meines Amtes und ‚Ich will eigentlich keinen meiner Kollegen nackt sehen!‘ und das beruht wahrscheinlich auf Gegenseitigkeit.

Dann war ich dieses Wochenende unterwegs und habe festgestellt, dass zeitweise mein Auto der Vorhof zur Hölle wäre. In meinem Auto hatte es gefühlte 60 Grad und meine Klimaanlage war dieses Wochenende schwer am Kämpfen und hat bestimmt ganz schön viel die Umwelt geschädigt dabei. Hm.

Nach einer Feuershow, die dem Vorhof zu Hölle sehr nahe kam, kamen wir in die Wohnung unseres Managers und haben dort zu viert auf dem Sofa geschlafen. (Wie? Dazu werde ich mich nicht äußern! Aber wenn ich einen Penis hätte, hätte ich sie alle…!)

Als ich am Morgen dann völlig dehydriert erwachte, war mir klar, dass das ganze Pilgern nichts gebracht hatte. Ich war in der Hölle aufgewacht und die 3 Mädels waren durch meine Sünden gleich mit in den Schlund der Hölle gezogen worden. Hm.

In der Früh noch, nach gefühlten 3 Stunden Schlaf, ab nach Kaltenberg. Gut, die Arena in Kaltenberg ist, wenn es nicht gerade regnet, wahrlich der Vorhof zur Hölle, aber dort spricht man nur französisch und gerade wegen dem komme ich ja in die Hölle. Und dabei kann ich noch nicht mal französisch sprechen. Hm. Meine Flucht auf unsere Filmpremiere verschaffte nur mäßig für Abkühlung.

Ich kam alleine, sah und lachte und wurde nicht nur einmal vor den Kopf gestoßen. Warum immer ich? Und dann doch nicht? Mich beschäftigt das schon seit ein paar Wochen bei den verschiedensten Begebenheiten, warum ich nicht, aber bei anderen schon. Ich wusste ja schon, dass Mann mit dem Hofnarren keinen Spaß haben kann und dass Mann mit mir noch nicht mal ins Kino gehen kann. Außerdem könnte ja was besseres daherkommen. Und ich dachte schon, mich könnte gar nichts mehr schockieren. Aber das Universum versucht zur Zeit immer nochmal einen drauf zu setzen. Aber mir war schon fast klar, dass ich mich nicht mal bei Ebay versteigern kann, weil mich wahrscheinlich keiner will. Wenn sogar eine Lesbe einen Mann fürs Leben findet… warum kann ich dass nicht? Meine Frage wurde vom Universum auch gleich beantwortet. Nein es liegt nicht daran, dass an mir mittlerweile ein echter Komiker verloren gegangen ist, auch nicht dass ich augenscheinlich laufe wie ein Mädchen. Jetzt kommts. Meine Anmachen scheinen den Traummännern in meiner Welt wohl kaum bemerkbar geworden zu sein. Komischer Satz, aber wie willste das auch formulieren, was ich kaum zu verstehen vermag. Hm. Und dabei wird mir immer nachgesagt, dass ich mindestens schon ‚weiß Gott wie viele‘ Männer vergewaltigt hätte und/oder dass meine Titten kleine Kinder fressen würden. Das gebrochene Herzen stiefeln so vielen Menschen Spaß zu machen scheint. Hm. Ich frage mich im Moment, was nach Verzweiflung noch kommen wird. Verbitterung! Hm. Oh, ich war ein wenig abgeschwiffen…

Als ich dann natürlich alleine wieder ging und in meinen Wagen stieg, mich gefühlte 70 Grad und ein flüssiges Balisto begrüßten, fuhr ich umweglich nach Hause.

Zuhause, gefühlte 90 Grad in meinem begehbaren Kleiderschrank. Kleine rote Teufel tanzen um meinem Kopf. Ich muss unbedingt irgendwo hinziehen, wo es -4 Grad hat und wo es am Besten noch schneit, dass ist glaub ich dass einzige, was helfen könnte.

Wenn ich jetzt schon den Vorhof zur Hölle auf Erden lebe, was hält dann noch die Hölle für mich bereit. Ich will es ehrlich nicht erleben.

Wolken, Bruch und Hagel

Jakobsweg Zeitreise – Wolken, Bruch und Hagel

Es ist jetzt Mittwoch, der 02.04.08 und es regnet. Wir sind unterwegs nach Lindau (im Rottal) und ich bemerke nicht nur, dass ich von oben ganz schön nass werde, sondern dass mein linker Fuß auch langsam von unten ganz schön nass wird. Dieser blöden Holzschuh. Ach und der Wasserschlauch tropft… was aber bei dem Wetter reichlich wurscht ist.
Nach Lindau untersuchte ich meinen Schuh genauer. Es zog sich ein dicker Spalt von der Ferse bis zum Ballen. Ich band die Schuhe mit Lederbändern zusammen und wir liefen weiter. Wir wurden immer ruhiger, vor Anstrengung und weil wir nicht wussten, wie lange wir mit meinen Schuhen noch kommen würden.

Der Morgenschiss kommt ganz gewiss, auch wenn es spät am Abend ist. Nach einer kleinen Zwangspause in einem Bushäuschens bzw. hinter einem Bushäuschen gingen wir dann weiter…
Es hatte auch zum Regnen soweit aufgehört, dass wir zumindest von oben nicht mehr nass wurden. Irgendwo zwischen Mitterham und Oberschwärzenbach sprang eine Frau aus ihrem Haus und fragte uns, ob sie uns was Gutes tun kann. Ich wollte sie nicht fragen, welche Schuhgröße sie hatte. Sie war ganz erstaunt, dass der Jakobsweg bei ihrem Haus vorbeiführt. Wenige Minuten später, irgendwo nach Oberschwärzenbach, war ein altes alleinstehendes Haus am Wegesrand. Vorne war ein alter Stall zu einem Wohnhaus umbebaut worden, aber auch schon wieder halb verfallen, vorallem der Balkon. Hinten im Garten war ein total zerfallenes Wohnhaus. Wir gingen an dem Grundstück vorbei und als ich zurückblickte, erkannte ich einen roten Fleck neben dem Haus. Es sah so aus, als würde da jemand kauern. Ich ging dann doch ein paar Schritte zurück und rief nach Hanna. In dem Moment rappelte sich eine alte Frau auf. Ich rief, ob wir ihr helfen können. Ich weis nicht ob sie mich wirklich verstand, aber sie winkte ab. Eine komische Begegnung, wir gingen weiter…
Wir kamen endlich in Tettenweis an, es regnete wieder so halb und wir holten uns einen Stempel im Rathaus und ich humpelte in einen Edeka, um zu fragen, ob sie Schuhe hätten,
sie hatten keine, aber die schickten mich in einen richtigen Schuhladen, ich konnte es kaum glauben. Wir stellten die Kraxen beim Wirthauseingangshütterl unter und Hanna blieb dort und ich ging allein auf Schuhmission.
Neben der Klostermauer fand ich tatsächlich einen kleinen uralten Schuhladen und ich ging hinein. Ein alter Mann musterte mich und ich erzählte ihm von meinem Schuhbruch und von der Pilgerschaft. Und er hatte tatsächlich ein paar Schuhe für mich, für 19 Euro. Es sind zwar echt hässliche dreckigweiße Omaschuhe, aber sie passten und sie waren aus Leder…
Beschwingt und froh lief ich zu Hanna zurück. Ich wollte die kaputten Holzschuhe auf keinen Fall wegschmeißen, sie hatten mich ja doch die ganze letzte Saison und bis hierher begleitet, aber ich wollte sie auch nicht mitschleppen, also machte ich mich auf die Suche nach einer Post, wenn ich in diesem Dorf einen Schuhladen finde, dann finde ich auch die Post. Und tatsächlich fragte ich eine Dame in einem Postauto, die aus dem Rathaus kam, nach einer Postfiliale und im hiesigen Café wäre eine Postagentur.
Dort angekommen, konnte ich tatsächlich meine Holzschuhe nachhause schicken, schweren Herzens und ein wenig unauthentischer ging es weiter.
Die Holzschuhe waren übrigens nicht nur durchgebrochen, sondern auf dem Weg von Rotthof hierher hatte ich mir ein Zweieurostück großes Loch hineingelaufen.
Wir laufen also weiter und als wir wieder am Schuhladen waren, wurde das Wetter wieder schlechter als zuvor und wir beschlossen ins Kloster zu gehen um den nächsten Schauer abzuwarten.
Das Benediktinerinnen Kloster St. Gertrud nahm uns auf und einige Nonnen waren ganz neugierig auf uns. Wir unterhielten uns lange und sie erzählten uns, dass vor einen halben Jahr, auch eine Pilgerin hier durchgekommen war, und sie hätte ihnen eine Karte geschickt, aus Santiago. Eine reife Leistung.
Laut Map24 sind es vom Passau, Domplatz bis Santiago 2512,62 km mit dem Auto und in 26,48 Stunden wär man da, ohne Pausen natürlich. Gehen wir mal davon aus, dass es
mehr als 3000 km sind, wenn man zu Fuß geht. Dann wäre die Dame einen Schnitt von 16,67 km am Tag gelaufen, das ist also eine reife Leistung.
Um uns jetzt noch ganz zu ernüchtern, unser Schnitt nach 5 Tagen war 11,48 km am Tag, des macht dann bis Santiago 261,32 Tage, des sollten wir doch dann tatsächlich bis zum Rentenalter schaffen, wenn wir im Jahr zwecks gemeinsamer Urlaubsplanung im Schnitt 10 Tage laufen können, dann sollte wir in 26,10 Jahren angekommen sein, wenn nichts dazwischen kommt. (Mittlerweile habe ich mich entschlossen, nächstes Jahr alleine weiter zu Pilgern. Ob ich dann allein schneller vorankomme, weis ich nicht. Fürs Jahr 2009 sind
erstmal 3 Wochen geplant)

Huch, wir saßen ja immer noch im Kloster….Eine Nonne fragte uns, ob wir dann auch beten würden. Betretendes Schweigen: ‚Ähm, bis jetzt noch nicht, aber vielleicht kommts noch!‘ Du sollst nicht Lügen, aber so wirklich gebetet haben wir ja auch nicht, und des mit dem Zwölfender wollte ich der Nonne dann doch nicht erzählen. Dann ist mir noch aufgefallen, dass es in diesem Frauen tatsächlich eine Männertoilette gab. Ich stelle keine blöden Fragen mehr.
Wir entschlossen uns dann trotz dem komischen Aprilwetters weiterzulaufen. Nach Tettenweis ging es ganz gut, ich hatte ja auch neue Schuhe, die Sonne spitzte raus und die Gegend durch die wir jetzt kamen, war irgendwie sehr nobelig, des Grünwald von Tettenweis quasi. Wir sahen sogar so was wie eine Römervilla und wir dichteten wieder ein Gedicht an den Zwölfender und an Montezuma usw. Danke, dass wir noch keine Scheißerei bekommen haben….
Wenig später wurde der Trinkschlauch im hohen Bogen beerdigt, er hatte zwar irgendwie länger durchgehalten, als meine Holzschuhe, aber irgendwie ist er mir nicht so ans Herz gewachse
n.
Bei Großhaarbach gingen wir eine kleine Abkürzung, aber nur um über eine alte Brücke zu gehen, die neben der Straße auf einer Wiese war, wir gingen schnurstracks auf eine Kapelle zu, die sich dann doch als Feuerwehrhaus entpuppte.
Das Postauto von Tettenweis verfolgte uns schon seit einer Weile, und machte dies auch weiter. Zur Post fällt mir auch noch was ein, ich habe schon seit langen nicht mehr so viele gelbe Telefonzellen gesehen, wie in den letzten 4 Tagen. Ich sollte mich doch öfters im Outback herumtreiben….
Wir gingen noch eine Weile und bei der nächsten Bank unter zwei Birken machten wir Pause und Mahlzeit. Nach dem Essen zog wieder ein Wetter auf und wir bauten uns einen Unterstand aus unseren zwei Zeltplanen und wollten darunter das Wetter abwarten. Eine Plane kam über die beiden Kraxen die vor der Bank standen und die andere Plane hatten wir über unsere Köpfe gezogen und unsere Wanderstäbe hielten die Dachspitze fest. Muss ein lustiges Bild gewesen sein, für diejenigen, die mit dem Auto vorbeigefahren sind. Es fing an zu regnen und dann zu hageln und wir hatten es zumindest trocken und halbwegs warm.
Mehre Autos hielten um zu fragen, was das denn soll. Eines davon, war wohl, das Auto von Niederländern? Sie führen an uns vorbei und hielten dann doch. Sie boten uns an, wenn sie wieder zurückkommen würden, dass sie uns dann eine Schelte anbieten würden. Jetzt ist natürlich die Frage was eine Schelte auf holländisch heißt, weil in Bayern ist des übrigens eine Watschn. Hhm…Okay…nach ausführlicherem Googeln, wollten
sie uns dann doch eher schimpfen oder watschen.
Wir hatten ja gedacht, dass sie uns vielleicht auf eine Suppe einladen wollten und Schelte auf holländisch vielleicht doch Brotzeit heißt. Gut dass es dann irgendwann zum Regnen aufgehört hat.
Der Weg nach  war wahnsinnig schön, obwohl wir nur auf der Straße gingen, ging es eigentlich nur Bergauf und das war Wetter äußerst bescheiden, aber die Landschaft war einfach der Hammer. Viele kleine alte Höfe säumten links und rechts die Straße, die in langgezogenen Serpentinen den Berg hinauf zog.
Mittlerweile mutieren wir wirklich zu Bergziegen, wir haben richtig Spaß dabei, den Berg hinaufzugehen. Und wir waren auch längst nicht mehr so außer Atem, wie zu Beginn unserer Reise. Schade ist nur, dass ich aufgrund des schlechten Wetters fast keine Fotos geschossen habe. Aber die Eindrücke werde ich so schnell nicht vergessen.
Ich überlege mir, ob ich im Sommer mal nochmal hierher fahre, einfach der Aussicht wegen und wegen den Fotos, die ich jetzt nicht geschossen habe.
Es ging jetzt wieder Bergab und die Häuser wurden immer neuer, aber sie waren immer noch schön. Wir gingen nun immer schneller, da schon wieder ein Regenschauer uns hinterher jagte. Wir haben es gerade noch in eine Bushaltestelle geschafft, als wieder ein Platzregen über uns herein brach. Nach dem Regen gingen wir weiter und in Karpfham angekommen, wussten wir auch warum es Karpfham heißt. Im Wappen war ein toter Karpfen, der von einem Pfeil erschossen wurde. Wie nett!
Wir gingen weiter und wieder war alles total ausgestorben. Wir stellten uns noch ein Paar mal unter, wenn der Regen wieder stärker wurde. Aber wir mussten weiter, nach einer Unterkunft fragen, aber es war keine Menschenseele auf der Straße zu sehen. Wir liefen wiedermal zur Kirche und diesmal hatten wir Glück, neben der Kirche war ein Kath. Pfarramt und es war auch offen. Mal schauen, ob unser Glück uns doch weiter hold ist.

Eine authentische Erkenntnis

Jakobsweg Zeitreise – Eine authentische Erkenntnis

Ich schrieb ja vorhin, wir wollten uns noch ein bisschen frischmachen (sofern des überhaupt möglich war!) und in einen meiner ersten Blogs zum Jakobsweg hatte ich schon erwähnt, dass ich kein Deo mitnehmen wollte, da es ja so furchtbar unauthentisch war.
Ich fand, bei den ganzen unauthentischen Sachen, die ich eh schon dabei hatte, könnte ich mein Deo wirklich daheim lassen: Handy, Ladegerät, Digicam, Ersatzakku, Ersatzkarte, Ladegerät, EC-Karte, Ausweis, Pilgerpass, Reiseführer, Diverse Tabletten und Cremes für meine Allergie, Kopfschmerzetabletten, die Pille, meine Allergiepässe, Krankenkassenkarte, Geld, mehrere Labellostifte (die ich auch aufgebraucht hatte!), Kaugummis, Riccola, Schokolade, Unterwäsche, Zahnbürste, Zahnpasta, zwei Kugelschreiber, Erstehilfeset mit Nagelschere, die ich übrigens gebraucht habe, da ich mir im Neuburger Wald meine Fingernägel komplett gestutzt hatte und die Nagelfeile, die ich übrigens nicht gebraucht habe, mangels Fingernägel, aber eigentlich ein wichtiges Instrument ist, falls man was aufbrechen muss und um festgezogene Knoten zu lösen, werde ich sie auch beim nächsten Mal wieder einpacken.
Ja, des Deo liegt in der Handtasche bei den Ohrstäbchen und ich habe es bis zu dem Moment nicht vermisst, als ich mich frischmachen wollte, um in die Küche runter zu gehen, damit ich endlich meinen schwarzen Tee kriegen würde.

Am Tag zuvor hatte ich die Hanna noch belächelt, als sie sich mit Innbrackwasser versuchte zu waschen, als sie feststellte, dass sie zu riechen anfangen würde. Und ich bei mir noch nichts roch, es war alles so wie immer, weil ich stinke ja nicht, habe ich immer behauptet, da ich ja keinen unangenehmen Körpergeruch an mir habe. Deswegen war die Entscheidung auch so leicht gewesen, mein Deo in der Handtasche zurückzulassen.
Und jetzt steh ich da, in einen Bauernhaus in Rotthof und es ist mir furchtbar peinlich, weil ich gotterbärmlich rieche und nachdem ich des bei mir ja nicht gewohnt bin, ist es mir gleich nochmal peinlicher, was müssen jetzt die netten Leute denken, die uns grad so nett in ihrem Haus aufgenommen hatten. Und ich stinke wie eine Assel. Was hätte ich jetzt für ein Sprühdeo getan, war mir des peinlich…da hilft auch keine Müffelsäckchen mehr, wenn es riecht oder kriecht, Müffelsäckchen, gegen die unangenehmen Dinge des Lebens, eure Quacksalberin.
Und aufgefallen ist es mir erst, als ich alles ausgezogen hatte, was ich unter meiner Bluse trug, weil mir so warm war. Ich hatte jetzt seit Sonntag mein Unterkleid an und drüber meine Omasthermowollunterwäschelangesunterhemd, einen Nierenwärmer und darüber noch meine Bluse und dann das Mieder. Zum Glück stank die Bluse und des Mieder alleine nicht so, wie der Rest. Ich versuchte das Geruchsgrauen zum Lüften aufzuhängen und dann gingen wir doch runter. Und der Tee und die netten Gespräche lenkten mich ein bisschen ab, von meinem Gestank und ich glaube dass es vielleicht gar nicht so schlimm war, es hat zumindest keiner „Böööööh!“ geschrieen, als ich die Küche betrat.
Später dann in der Dusche versuchte ich einige Klamotten zumindest ein bisschen mitzuduschen und meine Rosmarinseife tat ihre Pflicht. Ich kam mir wieder sauber vor und ich konnte die erste Nacht gut Schlafen, ohne Träume und Fantasien und ohne dass mir jemand den Arsch unterm Fell wegschiebt. Es war einfach himmlisch.
Das Aufstehen viel mir wie immer sehr schwer, aber so ist im richtigen Leben ja auch, ich schaffe es keinen Tag vor 9.00 Uhr ins Büro und oft wird es nach 10.00 Uhr. Deswegen finde ich es immer noch so erstaunlich, dass ich es tatsächlich geschafft habe, jeden Tag so früh aufzustehen und hab dann zwar oft gedritschelt, aber doch sind wir von Tag zu Tag immer zeitiger losgekommen. Am frühen Morgen läuft sichs einfach besser und weiter.
Dieser Morgen war für uns auch ganz besonders, die Mutter war schon wach und machte uns das Teewasser warm. Unser Müsli und unsere Milch wurde verputzt und ich war so froh über meinen . Und das Gewicht was wir durch des Essen einsparten, packte ich dann mit meinem Thermobecher mit Tee wieder drauf.
Das Wetter war reichlich beschissen und der Wetterbericht besagte, nichts Gutes. Wir mussten aber trotzdem los, und die ganze Familie verabschiedete sich herzlich von uns, Fotos wurden gemacht und dann zogen wir schweren Herzens von dannen.

Überfall der etwas anderen Art

Jakobsweg Zeitreise – Überfall der etwas anderen Art

Hab gerade feststellen müssen, dass ich immer noch vom Dienstag, dem 01.04.08 erzähle und dass ich schon beim 11. Blog bin und ich aber noch so viel Schreiben muss und dann hab ich wahrscheinlich noch die Hälfte vergessen. Es ist einfach erschreckend. Ganz nebenbei, hab ich meine Schreibmappe rausgezogen, wo ich noch eine DinA 4 Seite vollgeschrieben (vorne und hinten!) mit Titelzeilenstichwörtern gefunden habe, die ich alle noch schreiben muss, damit ich alles geschrieben hab, was ich über mein verkorkstes Geschlechtsleben wirklich noch schreiben wollte. Sollte mir vielleicht doch mal nen Computer zulegen (Habe ich zumindest mittlerweile getan…mein Laptop „Dachsschlächter“ steht mir treu zur Seite!)…Dann wollte ich ja mindestens noch 3 Bücher (mittlerweile sind es schon 6 Buchideen) schreiben. Ich muss kündigen, damit ich mehr Zeit habe…. egal. (Ich nütze gerade meinen 2 wöchigen Weihnachtsurlaub 08/09 um meine Jakobsgeschichte fertig zu schreiben, bevor ich im Frühling wieder zum Pilgern gehe.–> Komisch ist, dass ich jedes Jahr zu Weihnachten katholisch werde und meine Pilgergeschichten überarbeite. Hm!)
Als Erstes sollte ich mal aufhören ständig abzuschweifen, dann werd ich vielleicht dieses Jahr noch mit meinem Reisebericht fertig. (Ich hoffe es inständig!)
Sollte ich wirklich, weil wir wollen ja sobald es die Zeit erlaubt, weiterlaufen und wir haben tatsächlich schon mehrere Menschen soweit inspiriert, dass sie mitlaufen wollen…wir werden es sehen…(Habe es dieses Jahr leider nicht mehr geschafft! Ich leide richtig darunter nicht zu Pilgern. Ich sauge gerade alle in mich hinein, was irgendwelche Pilger geschrieben haben. Besonders das (Hör)Buch von Hape Kerkeling hat mich so bewegt, dass ich jetzt meinen nicht so ganz fertigen Reisebericht rausgekramt habe und weiterschreibe. –> Nach dem Hörbuch von Shirley McLane packt es mich wieder…)
Zurück zum Reisebericht, wir liefen von der Siebenschläferkirche nach Rotthof rein und des Wetter war mittlerweile mal ziemlich beschissen….es sah ziemlich nach einer verregneten Nacht aus. Wir entschlossen uns, nach einer Unterkunft zufragen, wenn uns jemand über den Weg läuft. Der Ort war wie ausgestorben, es war wohl nicht nur in der Wirtschaft Ruhetag, sondern im ganzen Ort, so schien es.
Als wir an einem Hof vorbeikamen, hörten wir jemanden arbeiten, ich beschloss einfach auf den Hof zu laufen und einfach zu fragen…
Wir überraschten einen jungen Mann bei der Arbeit und ich kam mir ein bisschen so vor wie ein Sternsinger. Er schaute sehr verdutzt, als wir nach einer Unterkunft fragten, ich weis nicht, ob des an unserem Outfit lag oder an der Frage oder an beiden.
Er konnte dies nicht entscheiden und wollte nach seiner Mutter sehen und lief zum Haus. Wir trotteten hinterher. Seine Mutter kam durch die Kellertür nach draußen und schaute uns verdutzt an und lachte. Ich sagte wieder mein Sätzchen auf. Sie war ganz hin und her gerissen zwischen Belustigung und Erstaunen und zwischen christlicher Nächstenliebe und Angst vor Fremden, die auch noch so komisch aussehen wie wir. Die christliche Nächstenliebe siegte nach kurzer Zeit und wir wurde herzlich aufgenommen. Ehrlich gesagt, wenn ich an ihrer Stelle gewesen wäre, hätte ich auch erstmal gelacht, wenn ich uns da stehen gesehen hätte. Ganz alltäglich sind wir ja wirklich nicht und ganz normal schauen wir ja gleich gar nicht aus. Wir wurden im Gästezimmer einquartiert. Mit einem richtigen Bett und es gab sogar ein Badezimmer mit Dusche, dass die Tochter gerne mit uns teilte. (Danke nochmal, es war echt nötig!)
Wir zeigten unsere Pilgerpässe, die mittlerweile unsere Personalausweise völlig ersetzten. Wir wollten uns ein bisschen frischmachen (sofern des überhaupt möglich war!) und dann sollten wir in die Küche kommen, nachdem ich mitleidig nach heißen Wasser gebettelt hatte, damit ich mir endlich einen schwarzen Tee machen konnte.
Es war einfach unglaublich, die anfängliche Scheu hatte sich auf beiden Seiten gleich gelegt. Wir redeten über Gott und die Welt. Wir erfuhren viel über die Ortschaft und ihre historische Vergangenheit. (‚Und Bine hatte endlich Ihren schwarzen Tee mit viel weißen Zucker!‘ würde der Sprecher jetzt sagen…) Nachdem wir auch über Gott redeten, kamen wir auf meine Zeit in der katholischen Jugend und darauf, dass die Kinder der Familie alle in der katholischen Pfandfinderschaft sind und wir redeten über Zeltlager und Überfälle mit und ohne Fahnenklau. Bei mir war es zwar schon eine Weile her, aber ich erinnerte mich gerne daran (als wäre es erst gestern gewesen.) Zum Schluss kamen wir überein, dass wir im Winter wiederkommen würden und den Kindern bei der Pfadfinderschaft, einiges übers Mittelalter erzählen würden.
Also liebe Moni, danke nochmal und sag deiner Familie ganz liebe Grüße und ein dickes Dankeschön von uns, ihr bleibt uns unvergessen und vorallem jetzt auch verewiglicht für immer im Netz…und keine Angst, ich schreibe wie ein Weltmeister, aber es wird und wird nicht fertig….(Liebe Moni, bis jetzt haben ich nicht fertig schreiben können, aber ich bin wieder dran. Und mein Angebot steht noch, bei den Pfadfindern vorbeizuschauen. Vielleicht nächstes Jahr!)
Nachdem uns zum hundertsten Mal, so scheint es, etwas zum Essen angeboten wurde und wir dankend ablehnen mussten. Wir hatte so viele Lebensmittel gekauft, dass wir unserer Sachen essen mussten, schon allein um Gewicht zu reduzieren. (Dass ich das mal ernsthaft sagen würde, ist mir bis heute unverständlich!) Wir gingen dann irgendwann wieder aufs Zimmer, wir mussten so viel Tagebuch schreiben, etwas essen und vorallem duschen und Wäsche waschen.
Ich finde es schön, dass uns so viel Vertrauen entgegen gebracht worden ist und soviel Herzlichkeit, dass ich gleich soviel schreiben musste, weil ich so gerührt war. Ähnlich wie in Vornbach, schaffe ich es nicht meine Gefühle über diese Begegnung in Worte zu fassen. Danke nochmal.

So viel Sünden könnts ihr garnet ham…

Jakobsweg Zeitreise – So viel Sünden könnts ihr garnet ham…

Wir gingen also, den steinigen Weg rauf, am ersten Marterl, stand eine leere Bierflasche. Und ich dachte mir wieder, diese Jugend heutzutage. Die machen jetzt schon Marterlsaufen, oder was? Du gehst mit nem vollen Träger Bier auf den Kreuzweg, bei jedem Marterl, eine Flasche auf Ex…ich glaubs net. Wir fanden zum Glück nicht noch mehr leere Bierflaschen, ist es dann doch nicht so schlecht bestellt mit der Jugend heutzutage.
Langsam ist es echt so weit, dass ich mich frage, warum wir des eigentlich machen, aber als wir dann oben am Berg bei der kleinen Kapelle ankamen, wurden wir für die Schinderei belohnt. Die Siebenschläferkirche zu Rotthof war wohl auf eine Gedenkstätte der Römer gebaut worden. Es waren einige Grabsteine von Römern gefunden worden, die wir jetzt bewundern konnten. Jetzt haben wir den ersten echten Beweis, warum der Römerradweg auch so heißt. Wir schrieben ins Gästebuch der Kirche und gingen wieder.
Mir ist aufgefallen, dass wir jetzt ja schon viel Kirchen gesehen haben und jedes mal wenn wir zur Kirche gehen, gehen wir erstmal einmal um die Kirche, bis wir die Türe finden, die dann vielleicht auch wirklich offen ist. Aber jedes mal gehen wir erstmal um die Kirche rum und jedes mal gehen wir verkehrt herum um noch mehr gehen zu müssen, anscheinend. Es könnte auch daran liegen, dass die Hanna immer links rum geht und ich immer automatisch rechts rum gehe. Woran des bloß liegt, ich bin übrigens Linkshänder….
‚So viel Sünden könnts ihr garnet ham, dass ihr euch so schinden müssts!‘ sagte ein Mann, der mit seinem Hund Gassi ging. Der Satz brachte mich wieder zum Grübeln….
Eigentlich haben wir die Pilgerschaft nicht aus religiösen Gründen angefangen, aber irgendwie, so im Nachhinein betrachtet, ist es schon irgendwie eine Bußwallfahrt gewesen und wird es noch sein. Zumindest für mich!
So viel Sünden könnst ihr gar net ham, dass ihr euch so schinden müssts, vielleicht nicht! Vielleicht gerade deswegen. Die Überlegung ich müsste meine ganzen Sünden seit meiner letzten Beichte, bei meiner Firmung, jetzt auf einmal beichten: Der arme Pfarrer, nach der Beichte muss der Pfarrer dann wahrscheinlich erstmal ins Kloster und wird nie wieder jemanden die Beichte abnehmen.
Und vorallen, so mit der Sache: Unbefleckt in die Ehe! Durch eine Beichte werd ich doch jetzt auch nicht mehr Jungfrau. Und soweit ich weis, gibt es bei Gott auch keine Verjährung.
Aber des mit den Ablaufen von den Sünden ist eigentlich eine gute Idee, für mich hat es ja schon irgendwie eine reinigende Wirkung und erschreckend ist es, dass so was gerade ich sagen muss. Weil ohne mein verkorkstes Geschlechtsleben hätte ich wahrscheinlich nie zum Schreiben angefangen.
Und ganz nebenbei ohne das Mittelalter und meinem Schwager, den , Albrecht ‚der Bär‘, wäre ich auch nie dazu gekommen, den Jakobsweg zu gehen. Und weil es wirklich ziemlich authentisch zu sein scheint und ich auch endlich mal was zum Schreiben hab, was nicht ausschließlich was mit meinem Geschlechtsleben zu tun hat, werde ich woll weitermachen und wenn wir in Santiago angekommen sind, können eigentlich auch jedem meine Sünden egal sein, vorallen mir und ich glaube, dass ich dann vielleicht auch nichts mehr beichten muss.
Nachdem die Hanna ihre Sünden bestimmt schon bei Vornbach abgelaufen hatte, weil sie wesentlich weniger gesündigt haben kann, sie ist ja immerhin 10 Jahre jünger als ich. Trägt sie jetzt irgendwie meine Sünden mit ab, wir werden aber trotzdem bis Santiago laufen, auch wenn wir irgendwann keine Sünden mehr hätten.
Nein, so richtig bereuen kann ich eigentlich nichts, weil ich bis jetzt zumindest nicht der Meinung war, dass ich gesündigt habe. Und ihr hättet definitiv nicht so viel zu lesen, wenn mir beim Sündigen nicht immer so viele komische Sachen passieren würden.
Eigentlich denke ich mir immer, nein, des kannst du nicht schreiben, das ist zu persönlich und ich könnte ja jemanden auf den Schlipps treten, aber wenn ich es nicht erzähle, dann glaubt mir des ja keiner.
Und es ist gut so, auch wenn sich jemand auf den Schlipps getreten fühlt. Ich hab ja meistens den Unsinn nicht gemacht (*) muss aber damit Leben und da ist es eigentlich mein gutes Recht, alles auf meine Weise zu verarbeiten. Sorry, aber des hätten sich vielleicht manche vorher überlegen sollen….

(*) Mitgemacht hab ich aber doch, vielleicht muss ich doch ein bisschen was bereuen, garantiert nicht alles, weil dann würde ich mich ja irgendwie selbst belügen. Und Spaß gemacht hat es ja doch irgendwie, verdammt viel Spaß sogar und auch wenn ich dafür in die Hölle kommen sollte, dann pilgere ich trotzdem weiter…

IKEA – Die Hölle des Imbus

IKEA – Die Hölle des Imbus

War neulich wieder beim IKEA. Bin jetzt pleite. Wollte eigentlich nur Kisten und Gewürzbehältnisse kaufen. Am Ende war ich über 200 Euro los. Hatte dann auch zu wenig Kisten gekauft und keine Gewürzbehältnisse. War ja klar. Hm. Ich wollte eigentlich auch noch nach dem tollen IKEA-Wort für Heimtextilien suchen, dass mir entfallen ist. Ich fand dieses Wort so toll, aber es fällt mir nicht mehr ein. Wenn ich mir nicht alles aufschreibe…. Im Alter werde irgendwann mit einem Zettel mit meiner Anschrift um den Hals in der Innenstadt herum irren. Es wird Radiodurchsagen über mich geben. ‚Eine 60jährige Frau mit pinken Haare und einem dazugehörigen Pudel wird vermisst. Sie ist auf der Suche nach dem IKEA-Wort für Heimtextilien. Sagen sie einfach Essplatztextilien zu ihr und sie geht nach Hause!‘ Bin aber dann an der Stelle, wo ich dieses Wort vermutet hatte, vorbei gerannt. Weil auf meinen Einkaufszettel stand: Verdammt nochmal, du brauchst keine Handtücher, keine Küchentücher, keine Topflappen…Das ist auch das Einzige was hilft. Ich bräuchte eigentlich einen Personalcoach, der neben mir hergeht und mir einredet, was ich alles nicht brauche…und mir ganz uneigennützig auf die Finger haut, wenn ich unartig bin.
Aus der Suche nach diesem Wort, bin ich im Internet über Essplatztextilien gestolpert. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es mein gesuchte Wort ist, aber als Ersatz hört es auch schon ganz schön bescheuert an. Dann ist mit aufgefallen, dass Stühle und Tische beim IKEA meist Männernamen haben. Bescheuerte Männernamen, aber Männernamen. Hm. Das hat doch Methode. Die wollen uns Frauen erst suggerieren, dass wir unseren Ingo erst mit Behandla beizen und dann mit Möbelpolitur einreiben, damit wir eine Beziehung zu unserem Möbelstück aufbauen. Dann wollen sie, dass wir uns einen echten Ingo suchen und den wir dann zum Möbelstück machen sollen. (Das ist ungefähr genau das, was mit der Herr Sailer über die Verdinglichung der Menschheit erzählt hat!) Und dann können wir unseren fleischlichen Ingo mit Behandla und Möbelpolitur einreiben….. äh…. wenn Möbel zur Leidenschaft werden…Forniphilie. Ich frage mich, ob man schon als Fetischist gilt, wenn man gerne Sex auf seinem Ingo (Tisch) haben will. Dabei liegt mir doch die dominante Ader gar nicht so, ich könnte es nicht ertragen einen weiteren Ingo (Mensch) in meiner Wohnung zu haben, den ich dann auch noch schlecht behandeln soll, (Des mit der Möbelpolitur habe ich jetzt nicht verstanden, des ist doch eigentlich gut für den Ingo! Und auf dem Behandla steht, dass man Behandla nicht auf Schleimhäute bringen darf.) damit ich Sex auf den Ingo mit dem Ingo haben darf. (Ingo ist gleichzusetzen mit Ivar und wie sie alle heißen!) Himmel ist des kompliziert. ‚Es muss sich jetzt mit der Möbelpolitur einreiben! Auch da wo es weh tut!‘ Warum ist denn nie jemand da, der mir auf die Finger haut?
Dann wollen die Schweden, dass wir ganz viele Kinder auf ihren Möbeln zeugen. Und ihnen dann auch noch die Namen geben, wie IKEA ihre Möbel getauft haben. Die Schweden sind bestimmt vom Teufel gesandt, der Imbus der Dämon, der andere zum Möbelkauf verleitet. Haha.
Blöd ist nur, dass herkömmliche Stoffe und Kissenbezüge beim IKEA meist Frauennamen haben. Ich bin ja gespannt, wann die ersten ihre Kinder Ektorp oder Ditte nennen. Haha. Beim ersten Mädchen das Bomull heißt, heirate ich meinen roten Ingo (Tisch).
Bomull ist die Billigbettwäsche, da können wir bald auf dem Spielplatz hören: ‚Bomull komm bei Mutti!‘ Bomull ist immer noch besser als Anakin.
Da fällt mir ein, dass ich mal im IKEA stand und eine Durchsage kam, bei der ich mich beinahe bepisst hätte vor lachen: ‚Der kleine Marc-Antoni möchte gerne vom Smalland abgeholt werden.‘ Ich leihe mir jetzt ein Kind aus, dass ich beim Smalland erst abgeben kann und dann ausrufen lassen kann. ‚Der kleine Lt.Col. T.C. McQueen möchte vom Smalland abgeholt werden.‘ Haha.
Auf jedenfall werde ich am Samstag eigentlich nicht mehr zu IKEA fahren wollen, aber als berufstätiger Mensch, kann ich zu einem anderen Tag eigentlich auch nicht fahren. Eigentlich wollte ich ja gar nicht mehr zum IKEA, aber ich habe ja die Gewürzbehältnisse vergessen. Vielleicht kann ich bei meinem Arbeitgeber einen Tag frei für IKEA fordern, weil es ledigen Berufstätigen nicht zuzumuten ist, am Samstag zum IKEA zu gehen. Ich leg mich jetzt auf meine Hulda und am Samstag geht es wieder zum IKEA, das Geld der Anderen ausgeben.

10 Fenster für ein Halleluja.

10 Fenster für ein Halleluja.

FensterputzerIch komme erschreckend früh ins Büro und wunder mich schon, dass der Empfangsroboter aus alten Stasibeständen nicht an seinem Platz sitzt. Er wird doch nicht krank sein?! Hm. Hoffentlich ist es nichts Schlimmes. Ich wäre ja wirklich untröstlich, wenn der gute Mann nicht mehr täglich unser aller Leben schwer machen täte. Hm. Vielleicht hat er die Schweinegrippe. Hähä. Des kommt davon, wenn man überall seine Nase rein steckt.

Nach dem Stempeln geh ich beschwingt zum Aufzug und da kommt er mir entgegen geschlurft. Ich schaue ihm nach und in seiner hinteren Hosentasche steckt ein klitzekleines Klemmbrett mit einer Stricherlliste. Ich habs gewusst, ich bin nicht paranoid. Haha. Er war jetzt bestimmt bei der Parteisekretärin und hat seine Stricherlliste abgegeben. Und jetzt kontrolliert er die Duftmarken für die Hunde. Gedankenversunken gehe ich in mein Büro. Meine Pflanzen stehen alle auf dem Boden. Was ist da los. Der Fensterputzer hangelt sich wie Tarzan von Fenster zu Fenster und singt: ‚You’ll be in my heart!‘

Zumindest benutzt er die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung. Und ich muss schon sagen in dem Klettergurt sieht er noch schärfer aus, als sonst. Unser Fensterputzer, der Colalight-Mann unserer Verwaltung und das Objekt der Begierde und der Traum der schlaflosen Nächte der meisten Mitarbeiterinnen hier im Haus. Ich bleibe an der Tür stehen und schaue ihm verzaubert zu, was er da auch immer zu machen pflegt. Die geile Drecksau. Ich stelle mir vor, wie er nur in einem Lendenschurz bekleidet durch mein Büro schwingt. Und die Sicherheitsausrüstung ist eine Liane und die Fensterstreben sind die Dschungelbewaldung. Und ich bin natürlich Jane. Mir läuft der Sabber aus dem rechten Mundwinkel. Er schwingt zu mir rüber und nimmt mich mit auf seine Reise durch den Aktendschungel. Seine starken Arme halten mich ganz fest an seine behaarte Brust gepresst. Sein animalischer Duft lässt mir die Sinne schwinden. Ich bin so weich, wie ein Fensterleder in seinen Händen und ich stelle mir vor, wie er mich in seinem Putzeimer wäscht, (Weil ich unheimlich schmutzig bin!) und mich dann mit seinen starken Armen auswringt…

Wenn er jetzt nur eine Axt dabei hätte, dann könnte ich nicht mehr an mich halten. Er landet mit mir auf einem Baum, lehnt sich und mich nach hinten und küsst mich leidenschaftlich. Ich ziehe ein Bein hoch und erwidere den Kuss. (Himmel, des ist ja, wie in einer Teenie-Komödie!)

‚Frau Rösner, was machen Sie da mit dem Festerputzer?‘ schreit mein Chef völlig entrüstet. Wir schrecken beide von dem Kuss hoch und kommen uns zu Recht erwischt vor. ‚Und wo ist ihre Sicherheitsausrüstung, Frau Rösner! Gehen Sie sofort von dem Fensterbrett runter und lassen sie dem Mann seine Arbeit machen!‘

Himmel, mein Chef hat aber mal ein beschissenes Timing. Der geile Fensterputzer tröllt sich, wie ein geschlagener Hund und lässt mich mit dreckigen Scheiben und schmutzigen Gedanken in meinem Büro zurück. Widerwillig hebe ich meine Pflanzen wieder aufs Fensterbrett, er wird heute wohl nicht mehr kommen. Hm. Ich geh zu meinem gewerkschaftlich gelieferten Adventskalender und mache das 10. Türchen auf. Das Schokoladenplättchen sieht aus, wie ein kleiner Fensterputzer. Ich nehm ihn behutsam in den Mund und lasse ihn langsam auf der Zunge zergehen. Zumindest bin ich die erste hier im Amt, die den Fensterputzer vernascht hat.

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