Sommer, Sonne, Sonnenschein im Park

Sommer, Sonne, Sonnenschein im Park

IMG_20140605_151353021Geräusche drangen an ihr Ohr. Waren das Vögel? Nein, die Zirkaden zirpen ihr Lied. Sie sind nicht mehr in Kansas!!

In ihrem Kopf wummerte es. Die Zirkaden schienen in ihrem Kopf zu sein. Ja und eine Party scheinen sie da auch zu feiern. Sie wollte sich bewegen, es ging aber nicht. Leichte Panik kam über sie. Sie hatte keine Kontrolle über ihren Körper. Es war so, als wäre sie in der Tiefschlafphase von einem bösen Traum geweckt worden. Sie lag völlig gelähmt da und wusste nicht wo sie war. Sie konnte einen frischen Luftzug auf ihrer Haut spüren und sie konnte spüren, dass sie nur noch einen Schuh trug. Von dem fehlenden Schuh mal abgesehen, schien sie zumindest noch irgendwie bekleidet zu ein. Sie hatte nur den Eindruck, als wäre ihre Strumpfhose irgendwie kaputt gegangen… Verdammt, die war echt teuer!

Entweder war die Party letzte Nacht echt hart gewesen oder sie hatte einfach vergessen den zweiten Schuh auszuziehen. Oder beides! In ihrem Bett lag sie dennoch nicht und sie ärgerte sich immer noch über die kaputte Strumpfhose.

Aber wo sollte sonst der frische Luftzug um sie herum herkommen und die Zirkaden? Wenn nicht, weil sie draußen war? Und Warum? Wo war sie nur? Und was hat sie da nur geritten, bei der Kälte draußen zu pennen?

Zwei Krähen plärrten und sie konnte Flügelschlagen hören. Sie musste wirklich irgendwo draußen liegen. Das könnte auch den harten Untergrund erklären. Erst jetzt spürte sie die Steine in ihrem Gesicht, sie lag so halb auf der Seite und offensichtlich mit der Fresse im Dreck.

Als sie eines ihrer Augen öffnen wollte, schaffte sie es nicht, irgendwie war ihr Auge verklebt. Reflexartig versuchte sie ihre Hand zu bewegen. Sie wollte sich übers Gesicht wischen, doch sie konnte ihren Arm nicht bewegen. Sie konnte beide Arme nicht bewegen!! War sie gefesselt? Ja, verdammt!

Die Fesseln schnitten in ihre Handgelenke. Sie wollte schreien, vor Schmerz und um Hilfe! Doch ihr Mund war auch verklebt, so dass sie nur ein Wimmern von sich geben konnte. Bei jeder Bewegung ihrer Handgelenke schnitten die Fesseln noch mehr ins Fleisch. Sie hatte das Gefühl, als würden die Fesseln auf dem blanken Knochen scheuern. Sie konnte sich nur unter Schmerzen bewegen und sehen konnte sie auch nichts. Und schreien auch nicht!

Das war der Moment wo man in der Regel in Panik verfällt. Doch sie versuchte so ruhig wie möglich zu atmen. Sie bekam noch dazu kaum Luft, ihre Nase war irgendwie zu und ihr Mund, war das ein Knebel?

Wenn das ein schlechter Scherz sein soll, dann wäre jetzt der Punkt, wo alle lachen, bis auf eine. Aber es lachte keiner. Oder doch?

Sie hörte Stimmen und Geräusche, die schnell näher zu kommen schienen.

‘…wenn man sich dann immer rumärgern muss…!’

‚…hätt ich auch keinen Bock mehr…!‘

Die Geräusche entfernten sich wieder, wie die beiden Personen, die eben noch gesprochen hatten. Dann kam wieder ein Geräusch. Ein Fahrrad auf einem Kiesuntergrund. Sie musste unweit von einem Weg im Dreck liegen. Warum bemerkte sie keiner? Hilfe!

Sie versuchte noch einmal die Augen zu öffnen. Mit einem Ruck und unter Schmerzen sprang ihr Auge endlich auf und die grelle Fratze am Himmel stach ihr förmlich ins Auge, deshalb schloss sie das Auge wieder, auch auf die Gefahr hin, dass sie es nie wieder aufbekommen würde. Wahrscheinlich hatte sie sich eh ein paar Wimpern ausgerissen. Was war das für ein klebriger Scheißdreck in ihrem Gesicht?

Sie versuchte sich auf die Seite zu wälzen und blinzelte.

Wieder Stimmen. Diesmal kamen sie langsam auf sie zu.

‘Wenn ich abends alleine bin, muss ich immer an dich denken…!’

IMG_20140603_175445817Wie gut, dass sie die Antwort nicht mehr mitbekommen hatte. Ihr schwappte Erbrochenes in ihre Mundhöhle. Dort war allerdings ziemlich wenig Platz und der Knebel versperrte den Weg nach draußen, also schluckte sie schwer…War wohl nicht ihr Tag heute?! Und warum konnte sie sich an die Party nicht erinnern?! Sie versuchte sich erneut herumzudrehen, und unter unglaublichen Schmerzen gelang es ihr. Doch ihre Drehung wurde je von etwas Harten in ihrem Rücken aufgehalten. Mit ihren gefesselten Händen konnte sie den Stamm eines knorrigen Baumes ertasten. Sie öffnete wieder ihr Auge, dass andere wollte einfach nicht aufgehen. Sie blickte den Stamm einer buckligen Trauerbuche hinauf. Das passt ja. Irgend so ein armer Irrer hatte ein Herz auf den Stamm der Trauerbuche gemalt. C + R? Hat wohl nicht geklappt, was?

Dann blickte sie an ihrem Körper herab. Sie trug ihr Lieblingskleid, die Strumpfhose war tatsächlich kaputt und von dem zweiten Schuh fehlte tatsächlich jede Spur. Sie war mit Klebeband gefesselt worden, dass konnte sie zumindest an ihren Füßen sehen. Aufstehen wird ziemlich schwer werden. Aber sie musste es versuchen. Sie mühte sich einen Moment ab und blieb dann erschöpft an Ort und Stelle liegen. Luft bekam sie nun fast gar nicht mehr. Sie spürte warme Flüssigkeit, wie sie über ihr Gesicht kroch. War das Blut? War sie verletzt? Dem Ersticken nahe drehte sie sich wieder mit dem Kopf nach unten. Und dann sah sie das Blut. Es musst aus ihrer Nase kommen!

Die Angst gleich ersticken zu müssen, übermannte sie und sie wusste sich nicht mehr anders zu helfen, also versuchte sie mit ihren gefesselten Beinen gegen den Stamm zu schlagen. Sie musste Lärm erzeugen. Irgendwie.

Durch die Schläge gegen den Stamm wurde das Tape durchgewetzt und ihre Beine kamen frei. Endlich! Sie versuchte erst gar nicht aufzustehen, weil sie versuchte sich einfach umzudrehen und zumindest auf die Knie zu kommen. Und wenn sie aus der Scheiße kriechen musste!

Gedacht, getan! Bloß robbte sie mehr, als dass sie auf Knien über den Waldboden kroch. Durch die Anstrengung bekam sie zumindest wieder besser Luft und sie versuchte den Geräuschen entgegen zukriechen.

Irgendeiner dieser Jogger oder Biker muss sie doch sehen oder hören. Das Leben rannte in bunten Radlerhosen an ihr vorbei auf der Jagd nach verbrannten Kalorien. Und sie verhungerte an der ausgesteckten Hand mit der Fresse im Dreck. Sie wollte schreien, sie schaffte es aber nicht. Ihre Arme bekam sie auch nicht frei. Ihre Knie waren schon wund, aber sie musste weiter. Dornen rissen an ihren Klamotten. Die Schmerzen spürte sie schon lange nicht mehr, sie wollte nur weg hier. Nach da vorne in die Sonne, da wo die Leute sind, die arglos ihrem Sport nachgingen. Sie konnte vor sich schon den Weg sehen. Doch zwischen ihr und der Freiheit war noch eine Dornenhecke. Da musste sie jetzt durch.

Beherzt warf sie sich seitlich in die Hecke und versuchte sich mit den Beinen durch das Gestrüpp zu drücken. Die Dornen rissen an ihren Haaren und stachen in ihre Kopfhaut. Sie konnte kurz den weißen Kiesweg sehen, als sie plötzlich an beiden Beinen gepackt wurde und mit einem Ruck nach hinten gezogen worden. Sie kam gar nicht auf die Idee sich zu wehren, sie war von der plötzlichen Bewegung so schockiert, dass sie wieder wie gelähmt schien. War sie doch beinahe am Ziel angekommen. Die weißen Kiesel hatte sie doch schon im Blickfeld gehabt. Und da vorne müssen doch Leute sein.

Sie konnte ein fröhliches Pfeifen hören, während ihr Körper über den unebenen Waldboden gezogen wurde.

Irgendwann wurde von ihr abgelassen und sie versuchte im selben Moment zu flüchten, als ihre Beine freigegeben wurden. Besonders weit kam sie diesmal nicht, weil sie erneut gepackt wurde. Eine schleppenden, krächzende, männliche Stimme drang an ihr Ohr.

‘Mein Täubchen, du willst mich verlassen, ohne Aufwiedersehen zu sagen. Das macht mich wirklich sehr, sehr traurig.’

Während der Mann sprach, packt er ihren Kopf und zog ihn nach Hinten, so dass sie gezwungen war, ihm ins Gesicht zu sehen.

Dann fiel es ihr wie Schuppen aus den Haaren. Gestern Nacht war sie allein in der Stadt unterwegs und jemand hatte ihr einen Drink ausgegeben. Dieser Jemand! Dieser Grobian! Er packte sie an den Haaren und schlug sie hart ins Gesicht.

‘Ich hab gedacht, dass du mich liebst und dass du für immer bei mir bleibst!’ zischte er ihr zu, machte dann ein abfälliges Geräusch, riss ihr Kleid mit einem Ruck auf, bevor er fortfuhr: ‘Aber wenn du mein Vertrauen so mit Füßen trittst…!’

Er begann sie grob zu befummeln und schlug sie immer wieder ins Gesicht.

Mehr bekam sie gar nicht mehr mit, eine erlösende Ohnmacht ersparte ihr zumindest kurzzeitig die Schmerzen. Aber genau die Schmerzen waren es, die sie wieder zurück brachten.

Ihre Beine waren wieder gefesselt und sie hatte unglaubliche Schmerzen am Kopf. Ihr war kalt. Ziemlich kalt. Bevor ihr klar wurde, dass sie kaum mehr was anhaben musste, versuchte sie erneut die Augen zu öffnen. Es gelang ihr kaum, ihr Gesicht war wohl von den Schlägen ziemlich angeschwollen. Und genauso fühlte es sich auch an. Sie lag in einer klebrigen Pfütze und es roch nach Blut. Ihr Blut!

Von weit entfernt konnte sie wieder Geräusche hören. Sie röchelte vor sich hin, trotz des Knebels konnte sie Blut schmecken. Die Geräusche wurden lauter.

‘Was ist denn mit dir los? Du willst doch jetzt nicht schon wieder fahren?’ hörte sie eine hysterische Frauenstimme in der Ferne. Die Schritte kamen näher. ‘Wir sind andernhalb Stunden hier hergefahren und jetzt willst du sofort wieder heim? Was ist denn mit dir los, Herbert? So kenn ich dich ja gar nicht!’

‘Schau mal da liegt ein Schuh!’ meinte Herbert.

‘Diese Jugend heutzutage, keine Werte mehr. Lassen einfach ihre Schuhe hier liegen!’

‘Es ist nur ein Schuh, Edeltraut!’

‘Ein Schuh, ein Schuh! Trotzdem verantwortungslos! Wenn hier jemand stolpert. An dem spitzen Ding könnte man sich ja die Augen ausstechen.’

‘Sag mal ist das Blut, da am Schuh!’

‘Schau, hab ichs dir nicht gesagt, wie gefährlich so ein Schuhwerk sein kann!’

‘Da wird doch nichts passiert sein?’

‘Spinn dich aus Herbert, lass uns wieder heimfahren!’

Die Schritte entfernten sich wieder von ihr und sie blieb völlig fassungslos im Dreck und ihrem eigenen Blut liegend zurück. Diese ignorante Menschheit heutzutage. Ihr war so kalt und versuchte sich nochmal umzudrehen, damit sie die Sonne sehen konnte, wie sie durch die Trauerbuche schien. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages streichelten über ihr zerschundenes Gesicht und ein Tropfen Blut fiel vom Baum herab und landete direkt in ihrem Auge.

C steht für Charlotte. Die nächsten Radfahrer und Jogger hörte Charlotte schon gar nicht mehr…

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Und R ist der Grobian. Am nächsten Tag würde man es in der Zeitung lesen können…

Der unbekannte Fremde

Der unbekannte Fremde

paranoia1Kam ein unbekannter Fremder in eine Taverne und setzte sich an einen Tisch in einer dunklen Ecke des Schankraumes. Seine Gestalt war in dunkle Gewänder und schweres Leder gehüllt und er hatte eine Gugel in sein verschmutztes Gesicht gezogen. Die Schankmaid kam umgehend zu ihm an den Tisch und wischte mit einem schmutzigen Lappen darüber. ‚Was darfs sein, der Herr?‘

Verehrtes Fräulein, überrascht ihr mich mit einem süßen Wein und etwas Warmen aus eurer Küche…‘ flüsterte der Mann und schnipste ihr eine Silbermünze zu. ‚Dann soll was übrigbleibt euer Trinkgeld sein.‘

Wenig später kam sie wieder, auf ihrem Tablett stand ein Krug mit feinstem Wein, ein Becher, ein enormer Napf voll köstlich duftenden Eintopf und ein riesiges Stück frischen Brotes.

‚Bittschön, der Herr und Dankschön!‘ lächelte sie ihm entgegen, als sie ihm seine Bestellung servierte. Er schenkte sich Wein in den Becher und trank. Sie beobachtete ihn neugierig und wand sich ab.

‚Wollt Ihr mir nicht Euren Namen verraten, hübsches Täubchen!‘ fragte er sie, als sie im Begriff war zu gehen. Sie drehte sich wieder zu ihm um, setzte sich verkehrt herum auf einen leeren Stuhl und grinste ihn an. ‚Nicht bevor ich Euren erfahre!‘

Er lehnte sich zu ihr hinüber und flüsterte so leise, dass sie es kaum verstehen konnte: ‚Wenn ich das tue, dann müsste ich euch töten.‘

Blitzschnell packte er ihren Arm und zog sie noch näher zu sich hin. Sein Gesicht war jetzt direkt vor dem ihrem und sie konnte den Geruch von feuchtem Leder und Rauch riechen, vermischt mit einem Hauch von dem Sommerwein, den sie ihm gerade serviert hatte. Er zog die Luft durch die Nase in seine Lungen und kam ihr noch näher. Als er wieder zu flüstern begann, drehte er sein Gesicht nur so viel, um noch näher an sie heran zu kommen und streifte dabei mit seiner stoppeligen Wange, die ihre. ‚So ein süßes Täubchen, ihr wollt doch nicht euren Kopf verlieren?‘ Er schnupperte an ihrem Hals. ‚Ich bin vom GD! Vom Geheimdienst.‘ Er konnte sehen, dass sich ihre Nackenhaare aufstellten. ‚Schschsch. Keine Angst, ich bin Einer von den Guten. Aber ich suche Einen von den Bösen.‘

Sie nickte unmerklich und musste ein Schluchzen unterdrücken.

‚Versuch zu lächeln, hübsches Täubchen.‘ flüsterte er weiter auf sie ein. ‚Mach einfach nur dass, was ich dir jetzt sage!‘

Drei Männer kamen in die Taverne gestürmt.

‚Steh vom Stuhl auf, wackle mit deinem wunderbaren Hintern und küss mich so, als wäre es der letzte Kuss in deinem Leben!‘ Sie tat was ihr geheißen und die drei Männer waren sofort abgelenkt. Der Wirt zischte ihnen etwas zu.

‚Keine Bewegung und die Hände weg von der Hure!‘ rief einer der Kerle. ‚Wir sind vom GGD und wir sind dir schon seit Tagen auf den Fersen, schwarzer Hund.‘

‚Dein Weg ist hier zu Ende, Verräter! Dem geheimen Geheimdienst kommt keiner aus!‘ rief der Zweite.

Der unbekannte Fremde drehte ihre Hand, so dass sie kopfüber in seinen Schoß fiel, dann zog er eine futuristische Armbrust, zielte und schoss. Während der Erste getroffen wurde, hatte die Armbrust sich selbst geladen und der zweite Bolzen steckte schon im Zweiten. Dann warf der fremde Unbekannte die Armbrust auf den Dritten und sprang schwungvoll auf. Die Schankmaid fiel zu Boden und der unbekannte Fremde stürmte schon auf den Letzten der Drei vom Geheimen Geheimdienst.

Im nächsten Moment, rappelte sich die Schankmaid wieder auf und der Wirt kam hinzu.

Als der unbekannte Fremde mit dem Dritten fertig war, blickte er auf das glänzende Ende des Dolches des Wirtes. ‚Schwarzer Hund, du hast dir die falsche Taverne ausgesucht! Ich bin vom GGGD! Vom Ganz geheimen Geheimdienst!‘

In dem Moment, als der Wirt dem unbekannten Fremden die Kehle durchschneiden wollte, kam etwas mit einem lauten Knall auf ihn zugeflogen, was nach dem Einschlag seine Brust rot färbte. Als der Wirt zu Boden ging, rappelte sich der fremde Unbekannte blitzschnell auf und blickte auf die Schankmaid, die eine kleine doppelläufige Flinte in Händen hielt.

‚Ich bin vom GGGGD, vom Ganz und gar geheimen Geheimdienst. Und das ist wohl nicht euer Tag heute, Fremder!‘

Und der Knall, war das Letzte, was der unbekannte Fremde vernahm, bevor er starb.

Anmerkung: Vielen Dank Michael Koser für den ganz und gar normalen Unsinn.

Am Hohlweg oder von Birnen und Bergen

Am Hohlweg oder von Birnen und Bergen

Sie hastete schnellen Schrittes den Weg zur Burg hinauf. An jedem Arm trug sie einen Korb voll mit Birnen. Und um die Last besser zu verteilen, hatte sie die Körbe in ihre Taille gestemmt.

Die Sonne war bereits untergegangen und ein kühler Wind pfiff ihr die Haare ins Gesicht. Ihre blonden Zöpfe waren nach der vielen Arbeit ziemlich zerzaust. Die Herrin wird sie schimpfen, wenn sie so zerzaust oben ankam. Aber was sollte sie machen, sie konnte sich ja schlecht im Obstgarten die Haare kämen. Mal ganz davon abgesehen, dass sie gar keinen eigenen Kamm hatte.

Die Körbe waren ganz schön schwer, dennoch lief sie hastig den steinigen, steilen Weg hinauf. Sie hätte schon längst damit in der Küche sein müssen. Da wird die Köchin auch noch mit ihr schimpfen. Es war schon ein hartes Los auf Gedeih und Verderb der Herrschaften und ihrer Launen da oben ausgeliefert zu sein. Da half alles nichts, sie war doch nur eine einfache Magd.

Morgen war doch der große Empfang und die königliche Hoheit sollte mit allerlei süßen Köstlichkeiten aus den Obstgärten rund ums Schloss verwöhnt werden. Sie war heute bereits dutzende Male mit Körben, voll allerlei Obst und Gemüse, den Burgberg hinauf gelaufen, während in der Küche schon fleißig gebacken und gekocht wurde.

Der Weg war von beiden Seiten mit knorrigen alten Bäumen gesäumt. Der Wind ging nun stärker und die alten Äste krachten nun bedrohlich über ihrem Kopf. Sie blickte angstvoll nach oben. Die Baumkronen der Alleebäume berührten sich weit über ihr. Sie war schon am Hohlweg angekommen. Das steilste Wegstück stand ihr noch bevor und um so steiler der Berg um so schwerer ging ihr Atem.

Dunst und Rauch vom Wind aufgewirbelt, sank durch die Wipfeldecke des Hohlwegs zu ihr herab. Mit pochenden Herzen schritt sie weiter hinauf und versuchte nicht weiter auf die Bäume zu achten.

An der nächsten Biegung kam sie ins Straucheln und sie wäre beinahe gestürzt, wenn sie nicht beide Körbe am hüfthohen Rand des Weges abgestützt hätte. Sie blickte nach oben auf einen gespaltenen Baum. Das Loch in diesem Baum starrte sie schier an. Der Wind pfiff hindurch und machte ein unheimliches Geräusch. Sie bekam es mit der Angst zu tun, packte beide Körbe wieder fest an ihre Hüfte und rannte weiter nach oben. Die Bäume schienen ihr nachzustarren und die verwachsenen Risse in den Stämmen kamen ihr so vor, wie die aufgerissenen Mäuler wilder Tiere. Sie schrien ihr förmlich entgegen, sie beobachteten sie nun von allen Seiten. Ihr Atem wurde immer lauter und ihr Herz pochte so laut in ihrer Brust, dass sie fast keine Geräusche mehr rings um sich herum mehr wahrnahm.

Wie ein gehetztes Reh blickte sie zurück auf den Weg und konnte große Schatten erkennen. Die Schatten kamen auf sie zu. Sie rannte weiter und kam wieder ins Straucheln und beim Versuch nicht zu Fallen, fielen ihr ein paar Birnen aus dem Korb und kullerten den Hang hinunter.

Sie zögerte kurz und blickte nochmal den Berg hinab, da waren keine Schatten zu erkennen. Da hatte ihr ihre Angst wohl einen Streich gespielt. Hastig stellte sie die Körbe ab und rannte den Birnen hinterher. Ungeschickt klaubte sie die unrunden Ausreißer auf und sammelte sie in ihrer Schürze. Als sie die letzte Birne aufheben wollte, drang ein Klappern an ihr Ohr. Vor Schreck zog sie ihre Schürze bis zu ihren Brüsten hoch und richtete sich blitzartig auf. Ein dumpfer Schlag. Sie muss beim Aufstehen gegen etwas gestoßen sein und just in dem Moment kam sie wieder ins Straucheln.

‚Na, hübsches Täubchen, was haben wir denn da?‘ ertönte eine kratzige Stimme.

Im Taumeln erkannte sie eine Gestalt in Rüstung hinter sich. Sie drückte die Birnen in ihrer Schürze noch fester an ihren Körper, lies sich in einer geschickten Bewegung fallen und rollte sich auf die Seite, um gleich wieder auf zuspringen und weiter nach oben zu hasten.

Sie konnte Gelächter hören und das Geklapper von Rüstungen im schnellen Lauf. Panisch lief sie weiter, bis sie im vollen Lauf  jäh gepackt wurde. Im nächsten Augenblick wurde sie in die Höhe gerissen. Sie strampelte um ihr Leben und schrie aus Leibeskräften. Ihr Angreifer versuchte ihr den Mund zuzuhalten, verlor dabei das Gleichgewicht und taumelte mit ihr zusammen zu Boden, bis sie beide vom senkrechten Waldboden des Hohlweges unsanft gestoppt wurden.

Die Birnen in ihrer Schürze waren unter dem Gewicht ihres Angreifers zerquetscht worden und der Saft der reifen Früchte drang durch ihr Mieder, ran ihr unter dem Gewand am Körper hinab und tropfte nun auf den Weg.

Ihr Angreifer hatte sie an ihren Zöpfen gepackt und riss sie hoch. Ein Schlag in ihr Gesicht lies ihre Sinne für einen Moment lang schwinden. Er riss sich den Helm vom Kopf und lies sein Schild kraftvoll auf den Weg fallen. Obwohl er in der Dämmerung wahrscheinlich nicht viel sehen konnte, machte er sich genussvoll an ihrer Kleidung zu schaffen. Er griff sich einen Überrest einer der Birnen und führte ihn zum Mund. Laut schmatzend befingerte er sie grob und versuchte unter ihr Mieder zu gelangen. Er ließ kurz von ihrem reglosen Körper ab, um sich auch seine Handschuhe auszuziehen.

Sie kam erst wieder zu sich, als sie den Stoff ihrer Röcke reißen hörte. Mit weit aufgerissenen Augen setzte sie zum Schreien an, doch bevor auch nur ein Ton über ihre Lippen kam, presste er schon seine Hand auf ihr Gesicht. Birnenbrei drang in ihren Mund. Mit der anderen Hand machte er sich an seinem Gürtel zu schaffen. Sie kniff ihre Augen zusammen, da ihre Tränen in ihren Augen brannten. Ein Zucken schoss durch ihren Körper, als sie kalten Stahl an ihrem Hals spürte.

‚Noch ein Mucks und ich schlitz‘ dir die Kehle auf.‘ krächzte er wieder.

Die Hand weiter auf ihren Mund gepresst, schnitt er ihr Mieder auf und riss es ihr vom Leib. Dann erst nahm er die Hand von ihrem Gesicht. Sie wollte sich wehren, bemerkte aber erst jetzt, dass sich ihre Arme hinter ihrem Rücken befanden und durch das Gewicht beider Körper gegen die senkrechte Wegbegrenzung gedrückt wurden. Wieder hörte sie Stoff reißen und spürte den kalten Wind auf ihrer nackten Haut. Ein weiteres Klappern verriet ihr, dass er sich wohl eines weiteren Rüstteils entledigt haben musste. Stöhnend leckte er ihr den Birnenbrei vom Bauch und knete grob ihre nackten Brüste. Wieder machte er sich an seinem Gürtel zu schaffen und wühlte gleichzeitig zwischen den Überresten ihrer Röcke umher. Sie bekam ihren schmutzigen Rocksaum ins Gesicht geworfen, atmete ungewollt Staub und Dreck ein und röchelte unter ihrem Rock. Mit grober Gewalt drückte er ihre Schenkel auseinander, schob seine Hüften zwischen ihre Beine, während sie blind und bewegungsunfähig nicht mal die Möglichkeit hatte sich zu wehren. Was am Ende vielleicht sogar besser war,  es würde ihr wahrscheinlich die Schmerzen ersparen, wenn sie versuchte sich zu entspannen.

Ungeschickt aber zielstrebig verschmierte er hastig mit einer Hand den Birnenbrei zwischen ihren Beinen und fingerte dabei fahrig in ihr Allerheiligstes. Der Versuch sich zu entspannen, war wie weggefegt und sie bäumte sich auf, versuchte sich irgendwie zu wehren. Dieser Versuch wurde ebenfalls im Keim erstickt, als er mit einem Ruck in sie eindrang. Ein unglaublicher Schmerz durchschoss ihren Körper. Sie versuchte so viel Luft wie möglich in ihre Lungen zu saugen, damit sie laut schreien konnte, vielleicht hörte sie ja jemand. Er stützte sich jedoch mit dem Unterarm auf ihr ab, quer über Brust und Hals und stieß so heftig nach, dass ihr die Luft vollends weg blieb. Niemand würde sie hören, weil ihre Stimme nun gänzlich versagte. Der Rock rutschte ihr vom Gesicht und im selben Augenblick drang seine Zunge in ihren Mund. Sein Geifer ran ihr ins Gesicht und sie konnte seinen schalen Atem riechen. Sie musste damit kämpfen, sich nicht auf der Stelle übergeben zu müssen.

Mit heftigen Stößen bohrte er wieder und immer wieder seinen Schaft in ihren Leib und flüsterte ihr gotteslästerliche Perversitäten in ihr Ohr. Er biss sie in den Hals, besudelte sie überall mit seiner stinkenden Zunge und trieb weiter seine geschwollene Männlichkeit tief in sie hinein, bis er unkontrolliert zuckend über ihren Brüsten zusammenbrach und seinen Samen in sie entleerte.

Kampfeslärm drang an ihre Ohren. Blitzschnell erhob er sich von ihren Brüsten, zog seinen schlafferwerdenden Schniedel aus ihrer Pforte und eilte nach oben zur Burg. Brandgeruch kroch in ihre Nase, sie schluckte einen Schuchzer hinunter und versuchte sich mit einer ungeschickten Handbewegung die Tränen und seinen Geifer aus dem Gesicht zu wischen. Zitternd versuchte sie sich aufzusetzen und erblickte durch den Feuerschein erhellt, unweit von ihr die beiden Körbe mit den Birnen stehen.

Langsam rappelte sie sich auf und wankte zu ihren Körben, wo sie dann lautlos in sich zusammensackte.

Blutspuren im Schnee

Blutspuren im Schnee

Ich war bei den Tieren oben am Unterstand und machte mich auf den beschwerlichen Rückweg. Der Winter war zu früh gekommen, noch bevor wir das Vieh wieder vom Berg herunter treiben konnten. Wir hatten zu lange für die Ernte gebraucht. Es fehlt einfach ein Mann am Hof.

Und der alte Knecht hat es am Ischias und kann sich kaum bewegen, sobald der kalte Ostwind kommt. Die Kinder arbeiten sich die Finger wund und ich mache die Arbeit, die vorher mein Mann erledigt hat. Ich konnte ihn nicht mal begraben, weil wir seine Leiche nie gefunden haben, als die Lawine ihn mitgenommen hat. Der Berg gibt einen nicht mehr her, wenn er einen mitgenommen hat.

Oben am Berg hab ich die Kühe gemolken, gefüttert und treibe jetzt zumindest ein paar Ziegen hinab zum Hof. Die volle Milchkanne habe ich mir auf den Rücken geschnallt und habe noch zwei kleinere Kannen in jeweils einer Hand.

Das Gewicht der Kannen lässt mich noch tiefer in den Schnee einsinken, als beim Aufstieg. Aber zumindest kann ich so kaum ausrutschen. Ich schicke jeden Atemzug ein Stoßgebet in den Himmel, dass ich heil den Berg hinunter komme.

Die Sonne war schon fast untergegangen. Die Sicht wurde immer schlechter. Die Ziegen liefen voraus, sie kennen den Weg besser als ich. Ich höre ein Knacken hinter mir und drehe mich, soweit es meine Kraxe eben erlaubt. Ich sehe einen riesigen Schatten hinter mir und bekomme es mit der Angst zu tun.

-Dies ist ein gestelltes Fotos!-

Shooting Winter 2009

Ich versuche loszurennen, der Schnee behindert mich aber bei meinem Lauf. Durch meine Panik angesteckt, suchen die Ziegen das Weite.

Ich höre jemanden hinter mir durch den Schnee stapfen und ich kann seinen schweren Atem hören.

Himmel, das muss einer von den Wilderer sein, die Nachts durch den Wald streifen. Wenn ich sein Gesicht erkenne, bringt er mich um. Und das wäre nur das kleinere Übel, mit dem ich zu rechnen hätte.

Unter der schweren Last kam ich viel zu langsam voran, aber ich konnte die Milch nicht einfach wegschütten, sonst haben wir nichts zu essen.

Im Lauf wagte ich es nochmal meinen Kopf zu drehen. Ich sah einen wilden Hünen mit zottigen Haaren, der hinter mir her rannte. Er hielt eine Axt über den Kopf und schob den Schnee vor sich her, als er auf mich zu hechtete. Er würde mich umbringen.

Ich blieb geistesgegenwärtig stehen und suchte mir einen sicheren Stand. Dabei ließ ich eine meiner Kannen in den Schnee sinken und nahm den Henkel der anderen Kanne in beide Hände. Wenn er mich jetzt schon umbringen sollte, dann sollte er noch möglichst lange an mich denken. Ich warf die Kanne gegen seinen Arm und die Axt flog im hohen Bogen über meinen Kopf hinweg davon.

Im Ducken nahm ich die zweite Kanne in beide Hände und holte aus. Die Milch war bereits gefroren, dass konnte mein einziger Vorteil sein. Mein Schlag saß besser als ich es zu hoffen gewagt hatte. Von der Wucht meines Schlages fiel er nach hinten um. Blut rann dampfend in den Schnee. Zitternd nestelte ich an der Aufhängung meiner Kraxe und rannte los. Als ich die Knoten endlich lösen konnte, warf ich die Kraxe von meinem Rücken. Von dem fehlenden Gewicht auf meinem Rücken kam ich ins Straucheln, stürzte und rutschte bäuchlings den Abhang herab. Meine Hände gruben sich immer tiefer in den Schnee, bis ich endlich zum Stillstand kam.

Mein erleichtertes Aufatmen wurde je unterbrochen, als der Mann sich, wie ein Tier, auf mich warf. Sein Gesicht war blutüberströmt. Und er hatte eine lange Blutspur im Schnee hinterlassen, von dem Punkt, wo ich ihn zu Fall gebracht hatte, bis zu dem Punkt, wo ich zum Stillstand gekommen war. Mein Schlag hatte ihn noch viel rasender gemacht. Er wälzte mich herum und dabei riss er meinen Janker auf.

-Dies ist ein gestelltes Fotos!-

Shooting Winter 2009

Sein Blut tropfte in mein Gesicht und ich konnte seinen stinkenden Atem riechen. Ich würgte von seinem Gestank und versuchte mich unter ihm herauszuwinden. Er hielt mich an meinem Röcken fest, die unter seinem Griff zerrissen. Durch meine Bewegungen grub ich mich nur noch mehr in den Schnee ein. Er versuchte mich zurückzuhalten, bekam aber wieder nur meinen Rock zu fassen und riss ihn mir bis zum Bund auf. Er grinste mich dreckig an, als er meine Unterröcke mit Blut besudelte.

Der Schnee unter mir gab plötzlich nach und ich rutschte mit einer Ladung Schnee ein weiteres Stück den Abhang hinab. Mit einem lauten Krachen landete ich an einem Baum und der Schnee, der von diesem Baum herunter kam, begrub mich bis zum Hals mit Schnee.

Mein Angreifer warf sich mit voller Wucht auf den Schneehaufen, in dem ich lag. Er packte mein Bein und zog mich mühelos aus dem Schnee. Ich versuchte mich an allem festzuhalten, was ich zu fassen bekam. Es half alles nichts, er war einfach zu kräftig. Er zog mich weiter den Hang hinab und ich ließ es bewegungslos zu, bis er am Fuße des Berges an der großen Eiche stehen blieb.

Erst jetzt sah ich, dass er seine Axt wieder in der Hand hielt. Er musste sie nach meiner Rutschpartie aufgehoben haben. Für einen Moment lies er mein Bein los, um sich nach mir zu bücken. Ich trat ihm gegen das Knie und versuchte mich aufzurappeln. Er hatte die Axt fallen gelassen und packte mich an beiden Schulter, drehte mir mit einem Ruck beide Arme auf den Rücken und zog mich hoch. Mit voller Wucht schmetterte er mich gegen den Stamm der Eiche und schob mich mit seinem Körper den Stamm hinauf. Meine Arme schrammten an der Rinde entlang. Heißes Blut rann an meinen Armen und Händen hinab. Ich verkniff mir aber jeglichen Schmerzensschrei. So an den Stamm gepinnt konnte ich mich nicht mehr wehren. Ich hing kraftlos am Stamm der Eiche fest und meine Beine baumelten ein ganzes Stück über dem gefrorenen Waldboden. Er riss mir nun auch mein Mieder und mein Hemd auf. Mit einem zufriedenen Grinsen rieb er seine blutverschmiertes Gesicht über meine nackte Brüste. Ein ekelerregendes Stöhnen kam aus seiner Kehle, als er den Kopf hob um mir ins Ohr zu flüstern: ‚Hübsches Täubchen!‘

Ich spuckte ihm ins Gesicht. Er drückte mich mit seiner Brust gegen den Baum, rieb sich dann mit einer Hand meine Spucke aus dem Gesicht und dann nestelte er an seiner Hose herum. Ich versuchte meine letzten Kräfte zu sammeln, um mich von ihm loszukämpfen, wenn er in dem richtigen Moment die Konzentration verlieren würde, hatte ich vielleicht ein Chance.

Ich schloss die Augen, atmete tief durch und versuchte mich zu entspannen.

Ich spürte einen dumpfen Schlag und riss die Augen auf. ‚Lass die Finger von meiner Mutter, du Bastard!‘ hörte ich meinen Ältesten brüllen, so laut, wie ich es noch nie aus seiner Kehle vernommen hatte.

Der Kopf des Wilderers lag auf meiner Brust. Sein Gewicht quetschte mich immer noch gegen den Stamm. Mein Sohn zog an etwas und der Körper des Wilderers fiel einfach nach hinten um. Ich rutschte vom Stamm herunter, bis meine Beine den Boden berührten. Meine Beine gehorchten aber nicht mehr meinem Willen und gaben nach. Ich krachte mit voller Wucht mit dem Hintern auf den Boden und bleib dann reglos an den Stamm gelehnt liegen. Mein Sohn stand immer noch mit der blutverschmierten Axt da und starrte mit einem entsetzten Blick auf das Geschehen.

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