Ein Knopf kommt selten allein… Teil 34

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 34

OLYMPUS DIGITAL CAMERATommi blickte sie mitleidig an, er wollte nicht weiterlesen. Doch ihr sehnsüchtiger Blick und das leichte Rot auf ihren Wangen ließ ihn umgehend wieder in die Seiten blicken und er begann erneut zu lesen:

‘Meine Sinne schwanden mir um ein Haar, als er mit seiner Zunge mein Allerheiligstes berührte. Er begann an mir zu saugen und leckte genüsslich über meine Scham, ohne sich von meinem Flaum dabei stören zu lassen. Die Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen ging nun in eine regelrechte Nässe über, ohne dass ich dabei sagen könnte, ob es an mir oder seiner Zunge lag. Wahrscheinlich gab jeder von uns beiden seinen Teil dazu bei.

Seine Hände hielten immer noch meinen Hintern fest und ich krallte mich noch immer an seine Handgelenke, während er einen Vorstoß unternahm, der mich fast dazu brachte, laut aufzuquietschen.

So schnell konnte ich aber gar nicht zu einem Ton ansetzen, als dass er eine seiner Hände von meinem Griff befreite und sie mir sachte auf den Mund legte, bevor er mit seiner Zunge einen weiteren Vorstoß unternahm.

Seine Zunge drang in mich ein und ich hatte das Gefühl, als würde seine Zunge bis an mein Herz stoßen, auch wenn sie wahrscheinlich nicht annähernd so lang war, aber das Gefühl, dass sie in mir hervorbrachte, war auf eine unbeschreibliche Weise atemberaubend.

Mein Verstand muss wohl einen Moment auf Wanderschaft gegangen sein, denn mir war nicht gewahr, dass ich seine Finger in den Mund genommen hatte, um an ihnen zu lecken und dass ich mich mit meiner freien Hand selbst berührte, während ich mit der Anderen weiterhin sein Handgelenk versuchte zu umschließen. Ich muss meinem Nachtgewand auch komplett entschlüpft sein, denn als mein Körper sich anschickte sich ihm zuckend hingeben zu wollen, war ich doch sehr überrascht, dass ich völlig nackt vor ihm lag und nun freie Sicht über meine nackten Brüste hinweg auf seinen Kopf zwischen meinen Beinen hatte.

Meine Finger waren in meinem Flaum vergraben, als er seine Hand von meinem Mund löste. Er blickte kurz auf und nahm seinen Finger an seinen Mund und diesmal kam ein kurzes ‘Scht!’ aus seinem Mund.

Ich lächelte ihn über meine Brüste hinweg an und schon war er auch schon wieder zwischen meinem Beinen verschwunden. Er griff nach meiner Hand und begann ganz sachte mit meiner Hand in der seinen mein Allerheiligstes zu berühren. Ich ließ mich führen und die Feuchtigkeit zwischen meinem Beinen gab seinen Teil dazu, das nicht nur seine Zunge, sondern auch meine Finger in mich hinein glitten, während er mit seinen Fingern an meiner Pforte spielte. So spielte seine Zunge mit meinem Fingern und meine Finger mit seiner Zunge, während sie noch in mir steckten.

Das Gefühl kam langsam wieder, das sich in meinem Inneren ein hungriges Tier befand, dass nicht nur meine Finger fressen wollte, sondern auch ihn mit Haut und Haaren.

Ich musste mich auf die Seite drehen, damit ich in mein Kissen stöhnen konnte. Er stellte eines meiner Beine auf, dass ich dann über seine Schulter legte, während er einfach nicht von mir ablassen wollte.

Meine Finger glitten aus mir hinaus und genau in dem Moment spürte ich seine Pranke an meiner Pforte. Meine Angst brachte mich dazu, wieder die Beine zusammenzuklemmen und gleichzeitig flüchten zu wollen. Doch da war einer seiner Finger schon in mir und die anderen Finger hielten meine Flucht zurück, in dem sie ebenfalls in mich hineingleiten wollten oder einen Ausflug zu meinem Hinterteil unternahmen.

Der Finger, den er mir in den Hintern schob, brachte meinen Körper zum Beben und die anderen Finger passten nicht alle in meine Pforte, so spielten sie außen herum. Er blickte kurz auf, um zu sehen, ob er bereits zu weit gegangen war, doch nach dem das Gefühl in meinem Bauch immer stärker wurde, konnte ich seinem Blick nicht lange standhalten.

Er kam mit seinem Kopf weiter nach oben und leckte mir über den Bauch, ich konnte seine Finger in mir spüren, wie sie sich in mir bewegten. Sein anderer Finger glitt aus meinem Hintern, als er mir noch näher kam.

Er zischte mir unverblümt ins Gesicht: ‘Ich muss an mich halten, Euch nicht gleich nehmen zu wollen! Auf die eine oder andere Weise!’ Und sein Finger hatte wieder den Weg in mein Hinterteil gefunden.

Ein Stöhnen meinerseits, wurde von einem fordernden Kuss seinerseits verschluckt. Ich konnte einen merkwürdigen aber doch vertrauten Geschmack in meinem Mund schmecken. In dem Moment als ich ihn auf meiner Zunge wahrnahm, kam es mir nicht in den Sinn, was es war, was mir da auf der Zunge lag und mir nicht über die Lippen kommen wollte. Erst beim Schreiben fiel es mir auf, dass er im Moment davor mit seiner Zunge an einer anderen Stelle meines Körpers war und dass es mein Geschmack war, den ich beim Küssen unterschwellig wahrnahm.  

Trotz dessen dass mir mein Geschmack zu munden schien, kämpfte ich mich aus dem Kusse frei und flüsterte ihm ins Ohr: ‘Ich bin mir nicht sicher, ob er nicht zu groß ist für die eine Weise, nicht dass mein Mann es bemerkt, wenn ein Größerer in mir war.’

Seine Finger glitten aus mir heraus und schickten sich an, dem Finger in meinem Hinterteil Gesellschaft zu leisten und er keuchte mir nun ins Ohr. ‘Doch bin ich mir nicht sicher, ob die andere Weise dafür schon bereit ist.’

Ich drehte mich auf den Rücken und packte sein Hemd und versuchte es mit zitternden Finger zu öffnen, während er an seiner Hose herum nestelte. Einer seiner Hemdsknöpfe flog mir im hohen Bogen ins Gesicht.

‘Seid Ihr Euch wirklich sicher, lieber das Andere zu wollen, oder doch das Eine?’ keuchte er wieder und was dann geschah ließ mir auf eine angenehme Weise den Atem stocken. Sein Schwanz sprang regelrecht aus seiner Hose und der Stallknecht bäumte sich in dem Moment auf, dass ich freien Blick hatte, wie sein Prachtstück in meinem Flaum klatschte. Nur die Tatsache, dass er da lag, wo er nun lag, ließ mir den Saft aus meiner Pforte tropfen.

‘Will ich doch das Eine, doch geb ich meiner Neugier nach und mich der Versuchung hin es mit dem Anderen zu probieren, denn nur Eines will ich heute Nacht von Euch bekommen…’ Mir blieb die Stimme weg, weil er seine Finger aus meinem Hintern zog und dann seinen Schwanz packte, um ihn mir genüsslich an meiner Pforte vorbeizuführen, um ihn in meinem Saft zu baden.

Ich stöhnte nur: ‘Bitte das Eine!’

Doch er führte seinen riesigen Schwengel nun zwischen meine Afterballen und versuchte sein Glück. Er nahm seine andere Hand und drückte meine Backen auseinander und das Gefühl das nun durch meinen Körper schoss, war ähnlich dem, wenn man auf dem Potte saß, wenn es recht drückte und es so gar nicht vorangehen wollte, doch danach wurde es einfach nur unbeschreiblich gut, denn er trieb mir seinen steifgewachsenen Speer genüsslich in das andere Loch hinein, bis ich das Gefühl hatte, es würde nicht noch mehr hineinpassen. Nachdem ich hinten nun mehr als ausreichend gefüllt war, lief mir vorne der Saft unaufhaltsam aus meiner Pforte, so dass er mit seinem Finger zur Hilfe eilte und tief in mich eintauchte. Ich konnte spüren, wie seine Finger in mir rieben, als er seinen Schwanz immer weiter in mich hinein trieb.

Für diese Freveltat würde ich gerne in der Hölle schmoren und ich flüsterte ihm ins Ohr, während er sich langsam zu bewegen begann, dass ich ihm das Eine auch geben würde, wenn es nur halb so gut wäre, wie dass, was er da Unaussprechliches mit mir trieb.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich folgende Sätze im Stehen in mein Tagebuch schreiben müsste, musste ich dieses Angebot nur einmal machen, und so sitz ich hier auf einem weichen Kissen und schreibe diese Zeilen, mit der Gewissheit, dass das Fenster hinter mir wieder halb offen stand und das Tier in mir wieder gierig nach mehr geiferte.’

Fortsetzung folgt…

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Ein Knopf kommt selten allein… Teil 33

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 33

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Hermine grinste ihn an und machte eine ungeduldige Handbewegung. Tommi blickte sofort wieder auf den Text und las weiter: ‘Der Stallknecht blickte mich an und versuchte etwas zu sagen, doch er hielt ausnahmsweise den Mund und blickte mich nur verträumt an. Also fing ich an zu reden. ‘Ich dachte schon Ihr würdet heute nicht kommen, mein geschätzter Geheimniswahrer!’

‘Verzeiht Ihr mir, wenn ich Euch sage, dass mich ein junges Fräulein aufgehalten hat!’

‘Wo denkt Ihr hin, pah! Dass Ihr es wagt mir dann noch so ein verknittertes Blümchen zu bringen, wenn Ihr schon bei einem anderen Frauenzimmer wart heut Nacht!’

Er lächelte mich nur zufrieden an und meinte: ‘Ihr müsst mir aber verzeihen, wartet nur bis Ihr sie seht, sie ist das entzückendste Wesen hier am Hof!’

Ich zog nur wie gewohnt meine Augenbraue hoch und schmollte, also fuhr er fort: ‘Neben Euch wohlgemerkt, wird sie nur wenig glänzen. Erst wenn sie gut wächst und gedeiht, dann wird sie Eurem Gestüt alle Ehre machen.’

Ich fragte ihn: ‘Veralbert Ihr mich?’

‘Das würde mir nie in den Sinn kommen. Verzeiht mir, wenn ich mich falsch ausgedrückt haben sollte. Ich musste Emma nur zur Seite stehen, um ihr Fohlen sicher auf die Welt zu holen. Ich hoffe Ihr verzeiht Emma, dass es ein wenig länger gedauert hat.’

Dieser gerissene Hund will mich triezen? Das kann ich noch besser: ‘Und Ihr habt das arme Ding einfach alleine gelassen?’

‘Natürlich nicht, meine Neffen geben Acht auf die Beiden. Sie sind in guten Händen!’

‘Dann will ich Euch vorerst verzeihen!’

Er blickte mich fragend an, sagte aber nichts weiter und nickte beflissen, also fuhr ich fort: ‘So will ich das junge Ding morgen in Augenschein nehmen. Hat es denn schon einen Namen?’

‘Nein, ich wollte Euch fragen, ob…!’ stammelte er, kam ins Stocken und blickte mich verschämt an. Es war ihm peinlich und wieder schmolz ich nur so dahin, wie er so vor mir kniete.

Dieser Stallknecht bringt mich noch um den eh schon wankelmütigen Verstand.

‘Es ist mir eine Ehre und ich hoffe Zyane ist nicht zu streng für so ein junges Ding. Aber Kornblume würde sich ein wenig albern anhören, findet Ihr nicht?’

Er blickte mich wieder lächelnd an und drehte plötzlich den Kopf. Man konnte Alma wieder hören. Er schwang sich wieder unters Bett und ich legte mich vorsichtig wieder aufs Bett und konnte mich gerade noch zudecken. Ich konnte spüren, wie er sich mit den Händen unter dem Bett abstützte, damit er mehr Luft bekam. Schon konnte ich die Tür knarzen hören, denn Alma kam herein und flüsterte: ‘Hoffentlich noch eine geruhsame Nacht!’

‘Ebenso werte Alma!’ flüsterte ich.

Sie blickte zum Fenster und da es geschlossen war, machte sie auf dem Absatz kehrt und ging in ihre Kammer.

So leise es ihm möglich war, kroch er wieder unter dem Bett hervor und als sein grinsendes Gesicht an meiner Bettkante auftauchte, musste ich ebenfalls lächeln.

Er legte den Finger an seinen Mund, gab aber kein Geräusch von sich. Seine Hände glitten über meine Bettdecke und suchten nach meiner Hand, um sie näher zu sich heranzuziehen und sie zu küssen. Ich ließ es geschehen und hoffte insgeheim, er würde mir nicht nur die Hand küssen.

Und während ich mich noch an die Erinnerung des letzten Kusses klammerte, kam er mir näher und unsere Lippen trafen sich wieder.

Wie soll ich nur Unbeschreibliches beschreiben, der Kuss übertraf den Ersten um Längen.

Flog ich nun wieder mit den Schmetterlingen hoch hinaus, bis in den Himmel hinein, ohne mir über den Sturz Gedanken zu machen, hielt er mich doch fest bei der Hand, während er mich fordernder küsste. Er drängte mich aufs Bett zurück und drückte mich mit seinem Gewicht in die Kissen, ohne jedoch den Kuss zu unterbrechen.

Doch irgendwann ließ er einfach von mir ab und zog sich etwas zurück. Ich blickte ihn überrascht an, merkte aber gleich, wie sehr er außer Atem war.

Er keuchte mir leise zu: ‘Verzeiht mir, ich wollte Euch nicht zu nahe treten!’

Ich antwortete ihm so leise es mir möglich war: ‘Habt Ihr erst als Ihr Euch von meinen Lippen trenntet!’

Er lächelte wieder und rückte wieder ein wenig näher und hauchte mir ins Ohr. ‘Es steht mir nicht zu, Euch überhaupt zu nahe zu treten. Ich ging gestern schon zu weit!’

‘Dann soll uns beiden der Zorn Gottes treffen!’

Er legte den Kopf schief und blickte mich fragend an.

‘Weil es mir zu gefallen schien, als Ihr Eure Zunge in meinen Munde stießet.’

‘Doch ich kann Eure zarte Haut nicht mit meinen schmutzigen Fingern besudeln. Ich habe ohnehin schon Angst, hier irgendwas dreckig zu machen.’

Ich näherte mich nun seinem Gesicht und küsste seine Nasenspitze, dann leckte ich ihm quer übers Gesicht, um mich dann wieder in einem endlosen Kuss mit ihm zu verlieren.

Den Satz den ich ihm sagen wollte, muss ich wohl irgendwie für eine Weile vergessen haben, bis er wieder von mir abließ.

Diesmal keuchte ich ihm ins Gesicht: ‘So müsst Ihr mich nicht mit Euren Fingern berühren, solange Ihr es mit Eurer Zunge tut.’

Nun grinste er mich lüstern an und legt wieder seinen Finger auf seinen Mund. ‘Versprecht Ihr, mir ins Gesicht zu treten, wenn ich Euch zu weit gehen sollte?’

Ich nickte. Dann zog er die Decke von meinen Beinen und packte meine Füße, um sie zu sich hinüber zuziehen. So hingen sie im nächsten Moment aus dem Bett und er kniete neben ihnen vor dem Bett. Er betrachtete meine wollernen Strümpfe und zog sie mit den Zähnen von meinem Füßen.

Er leckte über meine Fußrücken und drängte seinen Oberkörper zwischen meine Beine, um dann über mein Bein zu lecken. Ohne es zu wollen, versuchte ich ihm mein Bein zu entziehen. Doch er machte unbeeindruckt von meinen Fluchtversuchen genüsslich weiter. Ich versuchte meine Schenkel wieder zu schließen, als er auf der Höhe meines Knies angelangt war. Er packte mich jedoch an meinem Hintern und zog meinen Körper zu sich hin, so dass sein Kopf zwischen meine Oberschenkel geriet. Vor Schreck griff ich nach seinen Handgelenken, die ich mit meinem kleinen Fingern kaum umschließen konnte.

Mein Körper begann zu beben, als seine Zunge immer höher glitt.

Als er bemerkte, dass ich unter meinem Nachtgewand nichts weiter trug als mich selbst, entkam ihm ein leises Stöhnen. Und seine leise Gefühlsregung ließ mich wieder dahin schmelzen und so wehrte ich mich kaum mehr, bis seine Lippen an dem Ort angekommen waren, wo er mich zumindest nicht mit seinen schmutzigen Fingern berühren wollte.’

Tommi räusperte sich und Hermine blickte auf. Sie hatte sich an seine Seite gekuschelt und verträumt seinen Worten gelauscht.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 32

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 32

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMit der Hand vor seinen Mund gepresst, blickte er den Hund an und nuschelte: ‚Ist der falsche Moment um eifersüchtig zu werden, Tich!‘

‚Liest du mir noch was vor?‘ flüsterte Hermine verschämt, in der Hoffnung er würde ihre roten Wangen nicht bemerken.

‚Garantiert nicht, dein Vater bringt mich um, wenn ich dir das vorlese.‘ rief Tommi und zog dabei das Tagebuch wieder aus seiner Hosentasche.

‚Och bitte, ich schlaf bestimmt gleich wieder ein.‘

Er blickte sie sehr lange ernst an und erklärte dann: ‚Ohne Gewähr, das Gelesene ist nicht die Meinung des Lesers und die sexuelle Belästigung beeinträchtigter Vorleser ist von Gesetz wegen verboten.‘

Hermine schwor mit der Hand aufs Herz. Tommi blickte sicherheitshalber auf ihre andere Hand und zog einfach nur seine Augenbraue hoch. Sie zeigte lächelnd die überkreuzten Finger der anderen Hand und versuchte ihr süßestes Lächeln aufzusetzen, was ihr aufgrund ihrer Verletzungen im Gesicht nur mäßig gelang.

Tommi blätterte genüsslich im Tagebuch und Hermine wurde fast wahnsinnig dabei. Sie stand auf und dimmte das Licht, dann stolperte sie über die H&M Tüte am Boden.

‘Dein Vater bestand darauf, dass Wolle dir Sachen bringt. Ich zitiere: Was Mädchen in deinem Alter sonst so brauchen.’

‘Als ob mein Bruder Ahnung von Mädchen hätte und was soll das mit dem Lavendelöl?‘

‘Ich weiß nicht?’ versuchte Tommi so arglos wie möglich zu sagen.

‘Sexuelle Belästigung minderjähriger Opfer einer Sexualstraftat ist bestimmt auch verboten.’

‘Behalt es mal da, für den Fall, dass einer von uns Kopfschmerzen bekommt. Es beruhigt und entspannt hab ich auch gelesen. Vielleicht bringts ja was.’ erklärte Tommi und nach Beendigung seines Satzes, zuckte er wieder zusammen und sein Gesicht verzog sich zu einer merkwürdigen Grimasse.

‘Ich werde mir von dir garantiert nicht die Füße massieren lassen!’ rief sie empört.

‘Ich….Füße massieren? Ich bin doch gehandikapt!’ rief Tommi und wedelte mit seiner Gipshand.

Sie knipste das Leselicht an, ging ums Bett herum und zog ihre Hose aus. Er blickte ihr nach und konnte einfach nicht an ihrem Hintern vorbei schauen. Snoopy grinste ihn von ihrem Schlüpfer aus entgegen.

‘Wenn Snoopy nichts dagegen hat, würd ich gerne meine Hose anbehalten.’ flüsterte er mehr zu Snoopy, als zu ihr und ein böser Blick war ihre Antwort darauf.

Er räusperte sich und begann zu lesen, nur um ihrem bösen Blick nicht weiter ausgesetzt sein zu müssen.

‘Ich legte mich zur Ruh. Und stand wieder auf, um weiter zu schreiben. Das Fenster war immer noch oder schon wieder ein Spalt breit offen und mich fröstelte es. Alma war heut früh schlafen gegangen, sie war von den alkoholischen Eskapaden der letzten Nacht noch ziemlich mitgenommen. Der Doktor war mit meinem Wohlbefinden übrigens sehr zufrieden. Ich hatte wieder gemalt und in mein Tagebuch geschrieben, mich hingelegt und war wieder aufgestanden, um diese Zeilen zu schreiben. Ich hatte so viel vergessen, was heute sonst noch los war, denn dieser Kuss hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Doch ich fühle mich einfach nur fantastisch. Ehrlich gesagt, wollte ich mich nur beschäftigen, bis endlich die Sonne unterging und es kein Aufsehen erregen würde, weil ich früh zu Bette ging.

Mein Blick hing am Fensterspalt fest, er wollte sich einfach nicht davon lösen, so wie meine Lippen sich nicht von den Seinen lösen wollten. Gänsehaut wanderte über meine Haut. Er wird heute Nacht wirklich nicht mehr kommen. Ich überlegte ob ich nochmal zu meiner Staffelei zurückkehren sollte. Aber das würde Alma wecken. Wieder blickte ich sehnsüchtig zum Fenster hinüber. Doch der Stallknecht ließ weiter auf sich warten.

Ich ging also wieder ins Bett…

…und so muss ich wohl irgendwann eingeschlafen sein. Obwohl ich mich wirklich versucht habe wachzuhalten, die Aufregung der letzten zwei Tage forderte jetzt auch seinen Tribut und ich muss eingeschlafen sein, noch bevor der Mond aufgegangen war.

Die lauten Rufe vom Stall her, nahm ich nur noch unterbewusst war.

Mitten in der Nacht wurde ich wach, weil mich ein Windhauch wachküsste und ich wirklich fror. Ich beschloss aufzustehen, um das Fenster zu schließen, als mir gewahr wurde, dass das Fenster nun sperrangelweit offen stand.

Als ich es im Dunkeln erreicht hatte, hörte ich ein Geräusch und staunte nicht schlecht. Der Stallknecht hing am Fenstersims. Ein ‘Gssss!’ kam aus seinem Mund gestolpert und ich duckte mich aus dem Licht des Mondes. Aber Dank des taghellen Mondenscheines konnte ich genau sehen, was sich dort drunten abspielte. Dieser Knilch torkelte singend über den Hof, wie ein Matrose auf Landgang und dann pinkelte er doch tatsächlich voller Genuss an meine Prachtrosen. Mit einer schwungvollen Bewegung stemmte der Stallknecht sich durch die Fensteröffnung und ich sprang im selben Moment wieder ins Mondlicht und schrie lauthals aus dem Fenster.

‘Uriniert er da etwa auf meine Rosen? Ist er von allen guten Geistern verlassen? Wenn meine wertvollen Rosen eingehen sollten, wird er dafür bezahlen!’ Dann knallte ich das Fenster zu und im selbem Moment riss Alma die Tür zu meiner Kemenate auf: ‘Was macht Ihr nur für einen gotteslästerlichen Radau zu so einer unchristlichen Stunde?’

Der Stallknecht glitt im selben Moment unters Bett, als Alma um das Bett herum schritt. Ich stellte mich genau vor mein Bett und wies zum Fenster und rief empört: ‘Ich wollte nur kurz frische Luft schnappen und da hab ich diesen Knilch dabei beobachtet, wie er strunzehackevoll und singend über den Hof getorkelt ist, um dann allen Ernstes gegen meine Rosen zu … werte Alma verzeiht meine Ausdrucksweise… zu pinkeln!’

Nun riss meine Alma das Fenster erneut auf. Der Knilch stand immer noch an meinen Rosen und tat so als könne er kein Wässerchen trüben.

‘Wenn ich jetzt in den Keller gehe und sehe dass eine Flasche von dem guten Wein der Herrschaften fehlt, dann gnade Euch Gott!’ rief die Alma und im nächsten Moment war das Fenster wieder geschlossen und Alma war aus meinen Räumlichkeiten lauthals fluchend verschwunden. Bis in den Keller hinunter konnte man sie schimpfen hören, bis sie dann wutentbrannt in den Schlosshof rannte. Ich öffnete das Fenster wieder einen Spalt, um die Schimpftiraden meiner Alma weiter mitanhören zu können. ‘Zwei Flaschen von dem guten Messwein aus Rom! Den hat der Freiherr für die Christmette aufbewahrt.‘

Ich schloss das Fenster wieder und ging in mein Ankleidezimmer, um sämtliche Türen zu schließen und als ich wieder an meine Bettstatt trat, versuchte der Stallknecht, nach der Geräuschkulisse zu urteilen, gerade wieder unter meinem Bett hervor zukriechen. Ich stürzte mich aufs Bett und blickte ihn von oben aus lächelnd an. Er stöhnte in sich hinein: ‘Würde es Euch etwas ausmachen, Euch zu erheben?’

Ich muss ihn fragend angeblickt haben.

‘Zwischen mich und euer Bett passt kein Staubkorn mehr…!’ keuchte er und ich rollte mich vorsichtig vom Bett herunter und kam im selben Moment zum Stehen, wie er wieder unter meinem Bett hervorkam.

‘Ich hatte Euch etwas mitgebracht, ich hoff es ist noch heil.’ flüsterte er und rappelte sich so halb auf. Vorsichtig zog er ein Blümlein aus seiner Weste und lächelte mich an. Eine Kornblume, so schien es mir, blickte mich leicht geknickt an. Ich stellte sie ins Wasser zu den anderen Blumen, die Alma mir jeden Tag neu ins Zimmer stellte.’

Tommi setzte ab und schaute nach, ob Hermine schon schlief.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 31

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 31

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWolle tauchte keuchend aus der Dunkelheit auf und er war sichtlich angefressen. Tommi machte eine Geste, die jeder verstanden hätte.

‘Ja, es ist zum Kotzen!’ meinte Wolle und lies sich seufzend auf den Stuhl am Kopf der Tafel fallen. Dabei glitt ein großer Rucksack von seiner Schulter.

‘Kannst du Mi tragen? Ich hab Angst, dass ich sie fallen lasse.’ flüsterte Tommi.

Wolle drückte ihm als Antwort eine H&M Tüte in die Hand: ‘Alles was ein Mädchen in ihrem Alter so braucht!’

Wolle stand auf und nahm Hermine so vorsichtig wie möglich hoch, um sie im nächsten Moment ins Schloss zu tragen. Tommi packte das Tagebuch wieder in seine Hosentasche und nahm den Rucksack, der ihm viel zu schwer war und die Tasche mit den Mädchensachen. Weit abgeschlagen von Wolle betrat Tommi das Schloss und ertappte seine Schwester und den Kimmelmann bei Etwas, was er eigentlich nicht hätte sehen wollen.

Angewidert kreischte er: ‘Sonni bitte, könnt ihr nicht warten, bis die Minderjährigen im Bett sind!’

Zurecht erwischt, grinste Sonja verlegen und sagte nichts. Tommi war schon weiter gelaufen und versuchte das eben gesehene gleich wieder zu verdrängen, was ihm allerdings nicht gelang.

Als er sich schwer keuchend die Stufen zum Wohntrakt hochkämpfte, kam ihm Wolle schon wieder entgegen.

‘Hättest den Rucksack nicht tragen müssen, da ist nur Dreckwäsche drin.’

‘Du kannst jetzt keine Wäsche waschen. Der Kimmelmann macht sich in der Küche gerade über meine Schwester her.’ rief Tommi entsetzt.

‘Das ist blöd, weil ich hab fast nichts Sauberes mehr zum Anziehen!’ flüsterte Wolle, nahm Tommi den Rucksack ab und grinste ihn an. ‘Dann werd ich jetzt wohl stören müssen.’

Wolle ging die Stufen mit dem Rucksack wieder runter und wenig später hörte er Wolle rufen: ‘Vorsicht heiß und dreckig!’

Dann hörte er seine Schwester quietschen.

‘Wollt nur fragen, ob ich meine Wäsche hier waschen kann, ich muss sonst meinen Vater morgen nackt in die Klinik fahren!’

‘Ja, ist schon gut! Mi casa es su casa!’ konnte er seine Schwester hören.

Tommi flüchtete sich schnell in den Korridor hinein, als der Kimmelmann wieder aus der Küche kam, um nach draußen zu gehen.

Wenig später betrat Tommi sein Zimmer und Hermine lag auf seinem Bett, halb zugedeckt und sie hatte seine Giraffe und Tich im Arm. Tich schwanzelte und blickte erst dann auf, als Tommi näher zum Bett trat.

Er ließ die Tasche zu Boden gleiten und kroch äußerst umständlich aufs Bett und flüsterte ihr zu: ‘Du kannst echt alles von mir haben, nur nicht meine Giraffe!’

Sie öffnete nur ein Auge und wimmerte: ‘Du warst nicht da…!’

‘Würde mir gerne die Decke über den Kopf ziehen!’

‘Was los?’ flüsterte Hermine.

‘Dein Vater kastriert mich, wenn ich dir den Gutenachtkuss deiner Mutter persönlich übermittle und ich werde nie wieder einen Gutenachtkuss von meiner Schwester haben wollen, weil der Kimmelmann gerade mit seiner Zunge…!’ er brach ab, weil er würgen musste.

‘Ich red mit meinem Vater kein Wort mehr, wenn er dich kastriert!’ rief sie einigermaßen empört und gähnte dann.

‘Das beruhigt mich jetzt nur wenig!’ flüsterte Tommi und kroch unter die restliche Decke und versuchte sie sich tatsächlich über seinen Kopf zu ziehen.

‘So ne große Axt hat er nicht, als dass er dir deinen Waschbären abhacken könnte!’ grinste Hermine, auch wenn er sie nicht sehen konnte. Doch den verbalen Tiefschlag hätte sogar ein Blinder durch die Decke hindurch sehen können.

‘Ich mach mir eher Sorgen um meine…!’ Er brach wieder ab und versuchte ein weniger unziemliches Wort für ‘Eier’ zu finden, was ihm aber nicht gelang.

Hermine kroch mit samt Giraffe und Tich unter die Decke und machte ihr Handy an, um Licht ins Dunkle zu bringen. Tich kroch zu Tommi rüber und schlabberte ihn ab. Grinsend blickte Tommi Hermine an und setzte dann zu etwas an, dass sie aber gleich unterbrach, indem sie Tommi die Hand auf seinen Mund presste.

‘Was hast du mit Wolle zu befuchteln gehabt?’

‘Er hat sich nochmal entschuldigt und dann haben wir gelästert, vor allem über den Kimmelmann und Jonas.’

‘Wieso Jonas?’

‘Ich glaub dein Bruder steht nicht auf Männer, die ihren Burger mit Messer und Gabel essen.’

‘Blöd, die könnten beide mal ein bisschen Entspannung vertragen!’ meinte Hermine trocken und zog dann eine Augenbraue hoch.

‘Kann ich meine Giraffe haben?’

‘Hm, zuerst will ich meinen Gutenachtkuss!’

‘Auf deine Verantwortung!’ flüsterte Tommi und tauchte nach Luft schnappend unter der Decke auf. Der Hund grub sich unter der Decke frei und Tommi setzte ihn auf dem Boden ab.

Und warum auch immer, fing er an zu stammeln: ‘Ich bin mir nicht sicher, ob ich…!’

Hermine war ebenfalls unter der Decke aufgetaucht und unterbrach ihn wieder, indem sie ihm einfach nur näher kam. Sie zerwurschtelte seine Haare und grinste ihn dabei an.

Er gab sich einen Ruck und kam ihr ebenfalls näher und kurz bevor sich ihre Lippen trafen, schoss ein Zucken über seinen ganzen Körper, dass sie vor Schreck die Giraffe fallen ließ und ein wenig von ihm zurückwich. Sein Gesichtsausdruck verzog sich und er versuchte krampfhaft zu lächeln, was ihm aber überhaupt nicht gelang. Er atmete tief ein und schloss die Augen. Das Nächste was er spürte waren ihre Lippen auf den Seinen.

Ein kleines Stöhnen entwich ihm und brachte sie während des Kusses zum Lächeln. Vorsichtig erwiderte er den Kuss und als sich ihre Zungen trafen, schreckte Tommi zurück. Der Hund fing an zu winseln.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 30

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 30

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHermine war neben Tommi am Tisch zusammengesunken und eingeschlafen und rührte sich auch nicht, als die ersten Stühle geschoben wurden und die allgemeine Aufbruchsstimmung aufkam.

Herr Immerlinger stand auf und meinte: ‘Wir müssen morgen früh raus und würden uns dann verabschieden. Tommi, der Auszug aus dem Tagebuch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Und Fräulein Weißmüller, das Essen war sehr lecker, danke nochmal für die Einladung.’

‘Gern geschehen, dass können wir ruhig öfter machen!’ meinte Sonja.

‘Ja, dann mach ich das nächste Mal meinen berühmten Avocadosalat!’ rief Frau Immerlinger begeistert.

Herr Immerlinger blickte seinen Sohn an, der mit dem Hausmeister am Grill stand und bewegte sich langsam in Richtung Grill. ‘Junge, kannst du dich morgen auch um die Hühner kümmern?’

‘Ja, klar!’ rief Wolle und war mit zwei Schritten bei seinem Vater um zu fragen: ‘Warum?’

‘Mutter fährt mich morgen zum Arzt.’

‘Morgen ist Freitag, da hat der doch zu, oder?’

‘Ich hab einen Termin im Krankenhaus!’ berichtete er seinem Sohn.

‘Ich melk die Viecher und die Hühner schaff ich auch noch und dann fahr ich euch ins Krankenhaus!’ rief Wolle streng und sein Blick hätte eigentlich keine Widerrede zugelassen, doch sein Vater winkte ab.

‘Nein Paps, des ist überhaupt kein Problem! Ich fahr euch rüber und komm dann wieder und kümmer mich um die Pferde. Wenn ihr fertig seid, soll Mama anrufen und ich komm euch holen, Okay!’

Der ernste Blick seines Sohnes brachte ihm dazu ihm nachzugeben und lenkte schließlich ein: ‘Ja gut, um halb acht wollten wir los.’

Herr Immerlinger ging ein paar Schritte und tauchte plötzlich neben Tommi auf. Er blickte auf seine schlafende Tochter und seine finstere Mine zerbrach in einem väterlichen Lächeln.

Tommi räusperte sich, als er die Gegenwart von Herrn Immerlinger wahrnahm und flüsterte leise, um Hermine nicht zu wecken: ‘Ach Herr Immerlinger, Hermine hat vorhin den Wunsch geäußert, dass sie nicht alleine schlafen wollen würde. Ist es ein Problem, wenn sie heute Nacht hier bleibt, ich will sie nicht wecken und über den Hof getragen krieg ich sie glaub ich nicht.’

‘Wenn unser Fräulein Sonja nichts dagegen hat, dass Hermine bis morgen früh zum Frühstück bleibt, wir haben morgen früh einen Termin.’ rief Herr Immerlinger auch verhältnismäßig leise.

Sonja nickte gleich und meinte dann: ‘Frühstück ist kein Problem, es gibt wie jeden Tag Pfannkuchen! Übernachten ist auch kein Problem, um so mehr Leute um so weniger gruselig ist es im Schloss!’

Wolle stand nun auch neben Tommi und sein Vater blickte ihn an: ‘Junge, wenn du deine Sachen holst, nimm deiner Schwester ihre Zahnbürste mit ins Schloss und was Mädchen in ihrem Alter sonst noch so brauchen…!’

‘Klar ich wollte eh grad los!’ meinte Wolle.

Tommi machte das Zeichen für Lavendel und grinste ihn saublöd an. Wolle nickte und legte einen Sprint ein und in der nächsten Sekunde konnte man seine Schritte auf dem Kiesboden hören, bis sie langsam immer leiser wurden und dann endgültig unter dem Zirpen der Grillen verklangen.

‘Tommi, Sie passen auf mein Mädchen auf, ja!’ zischte Herr Immerlinger Tommi zu und legte wieder die Hand auf seine Schulter.

‘Aber natürlich, Herr Immerlinger!’

‘Ja, und geben Sie ihr einen Gutenachtkuss von mir!’ meinte Frau Immerlinger.

Und der scharfe Blick von Herrn Immerlinger war unmissverständlich. Er sah seine Eier schon an der obersten Zinne des Schlosses baumeln, also stammelte Tommi: ‘Ähm, ich weiß nicht, ob ich das kann, aber ich werde es ihr …ähm… fernmündlich übermitteln.’

Herr Immerlinger drückte wieder seine Schulter und dann gingen sie durch den Rosengarten nach Hause. Tommi musste schon einen blauen Fleck an der Stelle haben, wo Herr Immerlinger ihm immer anerkennend hindrückte.

‘Gut gepokert, Junge!’ meinte der Kimmelmann, der auch plötzlich neben ihm aufgetaucht war. ‘Bei seiner Tochter kennt der Alte keinen Spaß, kein Wunder, dass ihn gestern fast der Schlag getroffen hat!’

‘Das hab ich auch schon bemerkt, wenn er mich anschaut, bekomme ich ernsthaft Beklemmungen!’ murmelte Tommi mehr in sich hinein.

‘Ja, also ich bring meinen Vater dann auch mal nach Hause, bevor er noch größere Depressionen bekommt.’ meinte Jonas. Er hatte bis eben immer noch am Tisch gesessen und die ganze Szenerie beobachtet. Er verkniff sich jedliches Grinsen und doch konnte man es an seinen Augen sehen, wie sehr er sich über jede Einzelheit des heutigen Abends amüsierte.

‘Sie haben doch hoffentlich nicht zu viel getrunken, ich könnt nicht mehr fahren!’ lallte Sonja, die damit beschäftigt war, die Teller zusammenzustellen ohne etwas runterzuwerfen.

‘Ich hab nur Vater nachgeschenkt und selbst hab ich nur Wasser getrunken!’ rief Jonas und half seinem Vater hoch, der bis eben noch auf das Tagebuch der werten Gwendoline gestarrt hatte, als könnte es ihm sagen, ob es echt war oder nicht.

Der Kimmelmann half Sonja beim Tragen und Tommi konnte irgendwann den Motor des Wagens hören und schon schlichen ein paar rote Lichter durch den Hof und dann war wieder alles still, bis er wieder Schritte hören konnte, die über den Hof gelaufen kamen.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 29

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 29

OLYMPUS DIGITAL CAMERATommi nahm lächelnd das Halsbonbon entgegen und blickte verschämt wieder auf die rätselhaften Zeilen. Er spürte wie die Schamesröte in ihm aufzusteigen drohte, also las er weiter in der Gewissheit, was nun kommen würde:

‘Ich bemühte nicht herablassend zu klingen: ‘Ich muss zugeben, mir war nicht ganz klar, was Ihr gestern mit der Metapher gemeint habt, als Ihr sagtet, ich solle von meinem hohen Ross runter steigen.’

Nun zog er doch tatsächlich eine Augenbraue hoch und sprach dann eingestehend: ‘Ihr müsst mich nicht Ihren und Euchen!’ Was er sich immer erlaubt, wenn wir alleine sind. Nur weil ich gestern Nacht meine nackte Hand in seiner Hose hatte, kann ich ihn doch jetzt nicht anreden, wie es das gemeine Volk miteinander tut. Auch wenn mir seine gewöhnliche Art doch sehr gefiel, muss man die Kirche schon im Dorf lassen. Ich bin die Freifrau und er ist der Stallknecht, also rief ich einigermaßen echauffiert: ‘Ja, aber Duzen kann ich Euch auch nicht, ich duze nicht mal meinen Ehemann!’

Ich konnte ihm richtig ansehen, wie sehr es ihn kränkte, wenn ich so mit ihm umsprang. Er blickte mich nicht an als er weiter sprach: ‘Dann redet wenigstens nicht in der Dritten Person mit mir, wenn ich daneben stehe!’

Folgendes hätte ich nicht sagen sollen, doch ich wollte ehrlich sein mit ihm: ‘Wenn niemand anders daneben steht, kann ich das versuchen, aber versprechen kann ich es nicht, muss ich doch zugeben, dass es mir sehr gefällt Euch zu reizen. Ihr windet Euch dann immer wie ein Aal in meinen Händen, wenn ich so mit Euch spreche, vor allem wenn mir unziemliche Worte aus dem Munde stolpern.’ Er setzte schon an mir etwas an den Kopf werfen zu wollen und es wäre bestimmt nichts Nettes geworden, deshalb drückte ich nun wirklich seine Hand gegen meine Brust und legte meine Andere über seinen Mund, bevor ich fortfuhr: ‘Doch weiß ich wohl, dass ich Euch nicht so behandeln sollte, weil uns seit gestern nicht nur ein Geheimnis verbindet. Und das Vertrauen was ich von Euch gefordert habe, will ich Euch nun auch entgegenbringen, auch wenn es mit einem weinenden Auge sein wird, streite ich mich doch gerne mit Euch, weil Ihr immer etwas entgegenzusetzen wisst, ohne mir jedoch zu Nahe zu treten. Und doch nehmt ihr Euch Dinge heraus, die sich sonst niemand hier getrauen würde. Auch wenn mir völlig bewusst ist, wenn irgendjemand nur eine winzig kleine Kleinigkeit von dem belauschen würde, was wir hier tun und wie wir miteinander reden, würde der Zorn meines Mannes gnadenlos gegenüber uns beiden sein. Auch wenn die Leibeigenschaft schon seit Jahren Geschichte ist und Ihr in Lohn und Brot im Dienst meines Mannes steht, ist er doch ein altmodischer und jähzorniger Mann. Und auch wenn ich vollen Gewissens in dieses Adelsgeschlecht eingeheiratet habe, machen mir gerade die Förmlichkeiten selbst zu schaffen. Verzeiht Ihr mir meine streitlustige Laune?’

Mit einer geschmeidigen Bewegung befreite er sein Gesicht von meiner Hand und dann küsste er mich. Einfach so und auf den Mund. Meine Sinne schwanden mir und ich fühlte wie ich den Boden unter den Füßen verlor, obwohl ich immer noch auf der Decke unter dem Baume saß. Und weil ich nicht wusste wie mir geschah, war es mir auch unmöglich mich zur Wehr zu setzen. Und als seine Lippen sich von den Meinen trennten, war ich fast ein Wenig enttäuscht, dass er mich nur so kurz geküsst hatte. In dem Moment, als ich die Augen öffnete, blickte er verschämt zur Seite und als ich seine roten Wangen erblickte, war es auch um mich geschehen. Ich erkannte wie seine harte Schale vollends zerbrach und plötzlich hatte ich wieder den Stalljungen vor mir, der nervös an seiner Hemdskordel spielte und sich nicht getraute mir in die Augen zu blicken. Ich musste ihn einfach küssen und wenn ich dafür in der Hölle schmoren würde.

Als unsere Lippen sich erneut berührten, fühlte ich mich, als würde mein Innerstes in Flammen aufgehen und nur seine Lippen vermochten dies Feuer zu löschen und gleichermaßen wieder anzufachen. Immer und immer wieder.

Der Gedanke an die Unendlichkeit dieses Moments werde ich nie vergessen und so zehre ich immer noch von diesem Kuss, auch wenn er schon seit Stunden vergangen war, so brennen meine Lippen immer noch von diesem Kuss, jetzt wo ich diese Zeilen schreibe.

Ich spüre den Wind, der vom offenen Fenster herrührte, doch er schien heute nicht zu kommen, also schließe ich für heute mein Tagebuch, in der Hoffnung, dass meine Träume genauso so atemberaubend werden würden, wie es dieser eine Kuss gewesen war. ’

Tommi ließ das Buch sinken und alle am Tisch starrten ihn an. Es dauerte eine Weile, bis Herr Immerlinger zu erst etwas sagte. ‘Dieses Knopfzitat sollten wir ganz groß über den Eingang des Museums schreiben!’

‘Da wird der Pfarrer aber nicht gerade begeistert sein!’ mahnte Frau Immerlinger, doch ihre roten Wangen verrieten, wie sehr ihr die historische Romanze gefiel.

‘Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass wir die Tagebücher der holden Gwendoline veröffentlichen sollten, auch wenn sie vielleicht gar nicht von ihr sind!’ meinte Dr. Dalek.

‘Das sollten wir beim nächsten Stiftungsrat auf die Tagesordnung schreiben.’ bemerkte Frau Immerlinger.

‘In der Hoffnung das die Frau von Waldbuch davon nicht Wind bekommt.’ warf Herr Immerlinger ein.

‘Vielleicht sollten wir erstmal rausfinden, wer das Buch nun wirklich geschrieben hat.’ meinte Tommi.

‘Ja und unseren Anwalt sollten wir vielleicht auch mal Fragen, ob es da Probleme mit dem Recht gibt.’ rief Sonja.

‘Und wenn das alles geklärt ist, könnten wir das doch als Theaterprojekt ins Auge fassen, Hermine?’ fragte Jonas.

‘Ja, aber nur wenn Tommi den Stallknecht spielt.’ grinste Hermine und stupste ihn an.

Er schüttelte nur hilflos den Kopf.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 28

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 28

OLYMPUS DIGITAL CAMERANachdem Tommi von allen am Tisch erwartungsvoll angestarrt wurde, las er schnell weiter: ‘Er war merkwürdig still heute, aber das war ich auch. Und doch lag ein befangener Schleier zwischen uns, wo er gestern aufgeregt plapperte, war er heute sehr besonnen und nachdenklich. Er grübelte bestimmt genauso wie ich.

Der Weg wurde immer enger, bis er irgendwann rücklings vom Pferd rutschte und die Zügel auf meinem Schoss zurück lies. Im nächsten Moment war er schon wieder neben mir und blinzelte mich an: ‘Es ist noch ein kleines Stück! Ihr müsst Euch ducken!’

Also klammerte ich mich um den Hals des Tieres, duckte mich und blickte erst wieder auf, als das Pferd stehen blieb.

Es war so entzückend hier, eine kleine Lichtung, durch die sich ein kleines Bächlein schlängelte. Die vielen kleinen Blümchen wuchsen zwischen Moos und Gras und die Schmetterlinge waren wieder da. Er hob mich vom Sattel und ließ mich neben dem Pferd stehen und meinte dann zu mir: ‘Diesen Ort kennt niemand außer mir. Hierher könnt Ihr Euch jederzeit zurückziehen, jederzeit!’

Wo er die Decke hergezaubert hatte, auf die ich mich später setzte, bleibt mir wahrscheinlich für immer verschlossen. Dennoch saß ich da auf dieser Decke und genoss die Stille.

Er kniete sich irgendwann zu mir und lehnte sich gegen den Baum in dessen Schatten wir saßen. ‘Herrin, geht es Euch wirklich gut, Ihr seid so still heute!’

Ich versuchte ihn anzulächeln, ohne ihm in die Augen zu blicken und schwärmte vor mich hin: ‘Wie unglaublich schön es hier ist, dass mir wirklich die Worte fehlen, die Stille auszudrücken, die mich hier zur Ruhe kommen lässt.’

Er blickte mich ungläubig an und fragte mich dann: ‘Darf ich einen kleinen Wunsch äußern?’

‘Warum denn nicht?’ sagte ich leichtfertig. War es uns doch beiden klar, dass es einzig und allein an mir lag, ob ihm sein Wunsch gewährt werden würde.

‘Wenn ich Euch gestern Nacht zu Nahe getreten bin, dann tut es mir wahrlich Leid!’ bekniete er mich wieder. Wenn das jetzt jeden Tag so geht, dass er sich für alles entschuldigte, was er vielleicht getan hat, nur weil ich mal meinen Mund halte und es vorziehe zu grübeln. Außerdem wollte er mir doch eine Frage stellen, oder etwa nicht? Ich blickte ihn also ungeduldig an und wollte ihn schon maßregeln, dass ihn seinem letzten Satz keine einzige Frage zu erkennen war, doch ich schwieg, weil ich ihm ansehen konnte, wie schwer es ihm fiel, mir sein Herz zu öffnen.

‘Wenn ich Euch zu forsch gewesen bin oder gar zu weit gehen sollte, dann haut mir bitte unmissverständlich auf die Finger!’ Und wie eindringlich er mich bei diesem Satz angeblickt hatte. Er wartete auf eine Reaktion meinerseits, also nickte ich und sagte nichts. Ich konnte ihm ansehen, dass das noch nicht alles war, was ihn bedrückte. Und dann platzte es regelrecht aus ihm heraus: ‘Es ist mir wichtig, dass nichts zwischen uns steht!’

‘Tut es nicht!’ flunkerte ich gekonnt und was sollte überhaupt das Wörtchen ‘uns’? Ein ‘Uns’ darf es einfach nicht geben, auch wenn wir es noch so sehr wollen würden. Und wie doch plötzlich etwas zwischen uns stand, das Wörtchen ‘uns’ und etwas was ich kaum in zwei Händen halten konnte und wahrlich phantasmagorisch war.

Doch sein ‘Soso!’ entlarvte meine Flunkerei sofort und stoppte meine Gedanken an der phantasmagorischen Stelle.

Er musste tief durchatmen, bevor er zu mir sprach: ‘Mir ist wichtig, dass Ihr mir am nächsten Tag noch genauso in die Augen blicken könnt, wie am Tag zuvor.’

‘Das steht ja wohl außer Frage!’ rief ich salopp. Seine ungezwungene Art schien schon auf mich abzufärben. Seine Bedrücktheit schien für einen Moment von ihm gewichen zu sein, doch ich musste natürlich wieder Einen drauf setzen, also griff ich nach seinem Kinn und zog seinen Blick förmlich in meine Richtung und fragte ernst: ‘Aber kann er es denn?’

‘Euch in die Augen sehen, natürlich! Wäre ja schlimm, wenn nicht!’ faselte er und konnte dabei meinem Blick kaum standhalten. Hilflos griff er mit seiner Hand nach meiner behandschuhten Hand und küsste sie.

Ich muss ihn wohl mit einer erhobenen Augenbraue angeblickt haben, weil er sich gleich wieder zu erklären versuchte. ‘Hab ich Euch je gesagt, wie wunderschön Eure Augen sind?’

Daraufhin meinte ich schroffer als ich vielleicht gewollt hatte: ‘Ehrlich gesagt nein, hat er nicht!’ Wann denn auch, bis gestern, war mir nicht gewahr, dass mein Stalljunge mittlerweile zum Mann geworden war und es war mir auch nicht klar, dass er überhaupt mehr sagen konnte, als ‘Hüa!’ und ‘Sehrwohl, Herrin!’. Ich seufzte sehr laut und blickte ihn wieder mit erhobener Augenbraue an. Was sollte jetzt wieder dieses Ablenkungsmanöver. Ich muss wohl fast schon ein bisschen ungehalten gewesen sein, weil ich ihm dann Folgendes an den Kopf warf: ‘Will er mich mit der Süßholzraspelei davon ablenken, dass er mir mit seiner Bitte gleich zwei Wünsche unterjubeln wollte?’

Und was er sich dann wieder heraus nahm, war wahrlich unfassbar, gibt man dem Pöbel den kleinen Finger, nimmt er gleich die ganze Hand. Meinte er doch allen Ernstes zu mir, dass er noch einen dritten Wunsch hätte. In meiner diplomatischen Weisheit griff ich wieder nach seiner Hand und rief aufgebracht: ‘Wenn ich nun Ihm zu Nahe getreten bin…?’

Ich führte seine Hand erschrocken an meinen Körper, so dass seine Pranke beinahe meine Brüste berührt hätte. Aber eben nur beinahe. Ich konnte spüren wie seine Hand zu zittern begann und ich konnte seinen Atem auf meinem Hals spüren. Unsere Gesichter waren nur noch einen Atemzug voneinander entfernt, als er resigniert seufzte: ‘Ehrlich gesagt, jedes Mal wenn Ihr mit mir redet und so tut, als würde ich nicht hier neben Euch stehen, wenn Ihr mit mir redet!’

‘Ich soll nicht in der Dritten Person… sprechen?’ Ich kam wahrlich ins Stocken, weil es mir nicht geläufig war, jemanden unter meinem Stand irgendwie anders anzusprechen.

Ein abwägendes Nicken war seine Antwort darauf.’

Tommi setzte wieder ab und blickte räuspernd in die Runde und Hermine hielt ihm lächelnd ein Hustenbonbon hin.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 27

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 27

OLYMPUS DIGITAL CAMERATommi nickte, stellte ein paar Kerzen auf dem Tisch zurecht um sich mehr Licht zu schaffen und blätterte im Tagebuch, während Hermine das bisher gelesene zusammenfasste.

‘Also Frau Gwendoline von Waldbuch war über den Winter schwer erkrankt und ihr Mann musste geschäftlich nach Prag. Die Sorge dass sie ihrem Mann keine Kinder schenken konnte, bedrückte sie sehr und dass war es anscheinend auch was sie erkranken ließ. Der Arzt verschrieb ihr Obst und frische Luft, weil er ratlos war. Der Rosengarten wurde ihr wohl zu langweilig, also versuchte sie über den Hof zu gehen. Sie wollte nur wieder zu ihren Pferden und die schöne Aussicht genießen. Jeden Tag ein Stückchen weiter. Dabei bekam sie einen Schwächeanfall und der Stallknecht Hans rettete sie. Weitere Personen die bis jetzt vorgekommen sind ist die resolute Krankenschwester Alma und der schmierige Haushofmeister, der immer als Knilch bezeichnet wird.’

‘Der hieß tatsächlich Knilch, seine Grabplatte ist in die Friedhofsmauer eingelassen.’ bemerkte Dr. Dalek.

‘Der Stallknecht machte einen Vorschlag, der Genesung Gwendolines wegen, auf die Alma einging. Er wollte sie wieder aufs Pferd bringen, weil er dachte, dass wäre es, was ihr fehlen würde. Alma ließ sich darauf ein und versprach den Knilch zu beschäftigen, damit der Stallknecht mit Gwendoline ungestört spazieren gehen konnte. Gwendoline beichtete dem Stallknecht ihre Sorgen, nachdem er ihr auf Knien geschworen hatte ihr zu helfen und dass er niemanden ein Sterbenswörtchen davon erzählen würde. Sie war fest der Meinung, dass ihre Kinderlosigkeit nicht an ihr lag, sondern an ihrem Mann. Nachdem sich der Stallknecht erst zierte ihr einen goldgelockten Jüngling zuzuführen, versprach er ihr sich selbst davon überzeugen zu wollen, ob es wirklich an ihrem Mann lag.’

‘Und wie kommt nun des Stallknechts Hosenknopf in die Finger der holden Gwendoline.’ fragte Jonas sensationslustig.

‘Er wollte sich zuerst davon überzeugen, dass es wirklich nicht an ihr lag.’ erklärte Tommi. Ein Anflug von Schamesröte huschte über sein Gesicht.

‘Das Bild in der Bibliothek, dass hat sie gemalt, nachdem der Stallknecht sie das erste Mal zum Gatter geführt hatte?’ fragte Sonja.

‘Ja und danach kletterte er am wilden Wein hinauf zu ihrer Kammer, wo er dann auch seinen Hosenknopf verlor.’ berichtete Hermine grinsend. Tommi räusperte sich und erklärte sich kurz: ‘Ich fahre fort am nächsten Morgen, nachdem sie gutgelaunt aus tiefem Schlaf erwacht war und der Stallknecht bereits wieder seiner eigentlichen Arbeit bei den Pferden nachging. Schweinische Details lass ich aus.’

Er blickte ernst in die Runde und zog ganz langsam eine Augenbraue hoch. Alle nickten.

Tommi räusperte sich nochmal bevor er zu lesen begann: ‚Später fand ich dann noch seinen Hosenknopf neben meinem Bette liegen. Ich hob ihn auf und nur das Schicksal wird es wissen, was dieser Knopf mir noch bringen wird. Es gab das Übliche und Obst zum Frühstück und mir war speiübel als mich Alma zu den Stallungen hinunter brachte. Hans stand bereits parat. Er hatte eine Haflingerstute mit einem ziemlich gewöhnlichen Sattel bestückt. Er versprach Alma, dass er mich nicht reiten lassen würde.

Mit mir sprach er kein einziges Wort, selbst nicht, als er mit mir am Arm und der Stute am Zügel bis zum Gatter hinunter lief.

Erst dann grinste er mich an, dieser Schelm und sprach zu mir: ‘Einen wunderschönen guten Morgen, werte Gwendoline. Ich hoffe es geht Euch heute morgen besser als gestern?’

Ich lächelte ihn nur an und sagte nichts. Er hatte die Zügel immer noch fest im Griff und meinte dann: ‘Ich hab Alma versprochen, dass ich Euch nicht reiten lasse, aber reiten tut nur der, der auch die Zügel in der Hand hat.’

Dann packte mich dieser ungehobelte Kerl und hob mich einfach in den Sattel. Ich saß so, wie die Männer es taten und ich fühlte mich sehr unbehaglich dabei. Wenn mich jemand so sehen würde, dann wäre das Gerede groß. Aber dennoch saß ich fest im Sattel auf dem Rücken eines Pferdes. Das erste Mal seit dem mir mein Mann verboten hatte zu reiten.

‘Schön festhalten!’ meinte er noch und dann führte er das Pferd am Rand der Koppel entlang. Ich musste meine Röcke ein wenig raffen, sonst hätte ich mich nicht am Knauf des Sattels festhalten können. Er ging mit mir Richtung See und ungefähr bei halber Strecke blieb er stehen. Wieder grinste er mich schelmisch an und mit einem Satz saß er plötzlich hinter mir im Sattel. Er packte mich und zog mich mehr oder minder auf seinen Schoss. Für uns beide schien kein Platz im Sattel zu sein.

Sein betörende Geruch hielt mich fest im Sattel, ja und seine Pranke, die mich fest umklammerte, bevor er das Pferd antrieb. Und im nächsten Moment ritten wir auch schon um den See herum und in den Wald hinein. Ich war schon ewig nicht mehr im Wald gewesen. Es war wunderbar kühl hier und die Blätter und Blüten sprossen dem Sommer entgegen.

Die Geräusche, die ihm aus dem Mund kamen, galten der Stute und es war mir so als bräuchte er die Zügel nicht, die Stute machte ohnehin was er wollte. Es war so als wäre er mit dem Tier auf eine seltsame Weise verbunden. Und ich saß dazwischen, aber ohne dabei zu stören. Dieser ungehobelte Kerl mit einem sanfteren Gemüt, als ich es je vermutet hätte, der noch dazu ziemlich gescheit war und wie ich ja bereits schrieb, ziemlich belesen war. Und dennoch war er nur ein Stallknecht.’

Tommi musste sich räuspern und trank einen Schluck.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 26

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 26

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWenig später kam Tommi wieder und grinste scheel. Mit völlig ernster Mine stellte er ein Glas Mayonnaise auf den Tisch und setzte sich wieder neben Hermine.

‘Habt ihr euch jetzt ausgesponnen? Tommi du hast mir gar nicht erzählt, dass das Tagebuch auf Sütterlin geschrieben ist.’ meckerte Sonja.

‘Die Handschrift von Gwendoline von Waldbuch ist sehr bemerkenswert und sehr klein und verschnörkelt, das macht sie selbst für Kundige fast unmöglich zu lesen.’ warf Dr. Dalek ein. Er versuchte Tommi in ein Gespräch zu verwickeln, bevor er wieder wegrennen konnte und fragte ihn unverblümt: ‘Tommi, Hermine erzählte mir vorhin wie weit Sie schon mit dem Tagebuch sind, wollen Sie mir von dem Hosenknopf des Stallknechtes berichten. Wenn wir ihn nur finden würden!’

‘Ich bin noch nicht ganz durch, aber es gibt noch ein paar andere Rätsel zu lösen, da sollte der Knopf das kleinste Problem sein.’ grinste Tommi nun in die Runde.

‘Jetzt machen Sie mich aber neugierig.’ rief Dr. Dalek.

‚Ich bin mir ziemlich sicher, dass das hier Gwendoline nicht selbst geschrieben haben kann, sondern jemand anderes?’ meinte Tommi eher beiläufig und wedelte mit dem Tagebuch, dass er einen Moment zuvor aus der Hosentasche gezogen hatte.

‘Bitte was?!’ rief Dr. Dalek aufgeregt.

‚Herr Dr. Dalek, ich will jetzt nicht all zu sehr klugscheißen und ich weiß die Möglichkeit, dass die Ahnherrin vor über 200 Jahren dieses Tagebuch geschrieben haben könnte, ist einfach zu verlockend. Aber ich hatte seit Beginn das Gefühl, dass mit dem Tagebuch irgendwas nicht stimmt und als mich Hermine vorgestern quasi mit der Nase darauf gestoßen hat, wann Goethes Faust in den Druck gegangen ist und wann Jonathan geboren ist, hat es noch ein Bisschen gedauert bis ich das Offensichtliche auch wirklich erkannt habe. Sütterlin kann theoretisch erst nach 1911 geschrieben worden sein. Die Gwendoline hätte um 1808 in Fraktur oder in Kurrentschrift schreiben müssen. Die Kurrentschrift wird zwar mit Sütterlin oft verwechselt, aber die charakteristischen Eigenschaften von Sütterlin sind hier mehr als offensichtlich. Gwendoline kann das nicht geschrieben haben.‘ berichtete Tommi und suchte unter dem Tisch nach Hermines Hand.

‚Tommi, Sie haben Recht, wie konnte ich das nur übersehen?‘ rief Dr. Dalek wieder und schlug die Hände über dem Kopf zusammen.

‚Sütterlin wurde 1928 als Schreibschrift in den deutschen Schulen eingeführt. Wenn man sich mal überlegt, dass die Nazis schon ein paar Jahre später damit begonnen haben bestimmte Bücher zu verbrennen, dann glaube ich, dass jemand in einer stillen Kammer das Tagebuch abgeschrieben hat, um es für die Nachwelt zu erhalten.‘ meinte Tommi, während er Hermine anblickte. Sie reichte ihm ein Glas Wasser und grinste ihn an.

‚Das würde ja heißen, dass das Rätsels Lösung nicht 1808 bis 1810 zu suchen ist, sondern ab 1928.‘ stellte Dr. Dalek völlig erschöpft fest.

‚Könnte es nicht sein, dass die Originaltagebücher irgendwo im Schloss versteckt wurden?‘ fragte Jonas. Er schenkte seinem Vater etwas Wein nach.

‘Tagebücher?’ fragte Tommi.

‘Ich habe ein Tagebuch von ihr, dass die Zeit beschreibt, wie sie als junges Mädchen von ihren Eltern in die Ehe mit dem Freiherren gedrängt wurde und es geht bis zu dem Zeitpunkt, wo sie krank wird. Ich arbeite seit Jahren an der Übersetzung. Ich muss es unbedingt datieren lassen, weil es ist natürlich auch in Sütterlin geschrieben. Wie konnte ich nur so blauäugig sein?’ berichtete Dr. Dalek und trank das Glas Wein auf einen Schluck leer.

‘Und wenn man die Zeit durchrechnet, von der Erwähnung von Goethes Faust bis zur Geburt von Jonathan, dann haben wir noch ein paar Jahre Zeit. Es muss noch ein Tagebuch geben und ich glaube es gab noch ein weiteres Kind!’ meinte Tommi wieder völlig beiläufig und blickte dabei in Richtung Pavillon.

‘Nein!’ riefen ziemlich viel Leute gleichzeitig, darunter war nicht nur Hermine und Dr. Dalek, es war auch seine Schwester und Frau Immerlinger dabei.

‚Jetzt müssen Sie uns etwas vorlesen, um unsere Neugierde zu stillen!‘ rief Dr. Dalek völlig aufgelöst.

‘Lass mich bitte die romantischen Details zusammenfassen, du machst mir das zu nüchtern!’ flüsterte Hermine Tommi zu.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 25

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 25

OLYMPUS DIGITAL CAMERADr. Dalek kam in dem Moment auf den Hof gefahren, als Herr Immerlinger über den Hof geschlendert kam. Die beiden verwickelten sich gleich in ein angeregtes Gespräch und so musste sein Sohn drei Blumensträuße zum Rosengarten schleppen.

‘Blumen für die Damen!’ meinte Dr. Dalek und überreichte Sonja den ersten Strauß. ‘Für die neue Schlossherrin und wundervollen Gastgeberin, Frau Weiß-Müller. Es ist mir eine Ehre und darf ich meinen Sohn Jonas vorstellen?’

‘Oh danke, Herr Dr. und herzlich willkommen!’

Jonas stand etwas bedröppelt daneben, bis sein Vater ihm endlich den zweiten Strauß abnahm und ihn Frau Immerlinger in die Hand drückte. ‘Herr Immerlinger, Ihre Frau ist die Gebieterin der historischen Rosen hier und ich ziehe meinen Hut vor der schönsten Blume hier ihm Garten!’

Jonas jedoch bewegte sich Hermine entgegen und rief bestürzt. ‘Oh mein Gott, Frl. Hermine ich bin erschüttert.’ Dann drückte er ihr den Strauß in die Hand, um im nächsten Moment seine Hand vor den Mund zu pressen. Diese zierliche Person von einem jungen Mann, war wenn man von den grauen Haaren und dem Bauchansatz mal absah eine ziemlich genaue Kopie seines Vaters, den man in einen historischen Anzug gesteckt hatte.

‘Jonas mach dir nicht ins Hemd, ist ja nichts weiter passiert!’ rief Hermine in ihrer üblichen Art.

‘Ja, dank unseres neuen Schlossherrn!’ meinte Herr Immerlinger, der sich in ihre Richtung bewegte. Er blickte seine Tochter nachdenklich an und drückte dann wieder Tommi an der Schulter. ‘Wie geht es dir heute, Kleines?’

‘Geht schon besser, Paps! Und wie gehts dir?’

‘Ja, geht schon!’ meinte er mürrisch.

Wolle stand daneben, als würde er nicht dazugehören, deshalb meinte er kleinlaut. ‘Paps, kann ich nachher meine Sachen holen, Frau Weißmüller lässt mich im Schloss übernachten.’

‘Ja natürlich!’ meinte er resigniert und versuchte ein paar Schritte zu machen.

‘Paps, geht es dir wirklich besser?’ fragten Hermine und Wolle gleichzeitig.

Hermine drückte Tommi den Strauß in die Hand, um ihren Vater zum Tisch zu führen.

‘Paps, ich mach mir Sorgen!’ flüsterte Hermine ihrem Vater zu.

‘Musst du nicht, Kleines!’ meinte ihr Vater, als er sich setzte.

‘Wir sind alle ein Bisschen wackelig auf den Beinen seit gestern.’ meinte Frau Immerlinger und setzte sich neben ihren Mann.

Sonja hatte für Burger alles vorgeschnipselt und ein paar Salate gemacht. Der Kimmelmann stand am Grill und trug ein T-Shirt mit einem Wikingerhelm mit überkreuztem Messer und Gabel als Logo und eine schwarze Schürze. Tommi blickte ihn eine Weile an und grinste dann ziemlich schräg.

‘Tommi sag mal, könntest du die Gebärdensprache, wenn du dir das Alphabet anschaust?’ fragte Wolle.

Tommi zog sein Handy raus und legte es auf den Tisch. Er tippte etwas ein, blickte kurz aufs Handy, ließ das Gebärdenalphabet durch die Finger laufen, als wäre es ihm angeboren und meinte dann: ‘Ähm, ja. Nur die regionalen Unterschiede und die Eigennamen muss ich in der Praxis üben!’ und machte dann die Gebärden zu seinem Satz.

‘Das ist ziemlich cool!’ meinte Wolle und machte dazu die Gebärden.

Während Dr. Dalek mit Hermine über das Tagebuch fachsimpelte, unterhielten sich Wolle und Tommi wortlos. Wolle entschuldigte sich nochmal über das Hinter dem Rücken Gerede vorhin und er zählte ihm von Sonja und wie es ihr gerade ging. Und dann lästerten sie anerkennend über den Kimmelmann.

‘Kann mir jemand die Zwiebeln geben!’ fragte Sonja.

‘Oh, die sind alle!’ meinte Wolle und grinste Tommi an.

Sie standen beide auf, machten seltsame Grimassen und schrien: ‘Hacka löken!’

‘Was ist denn in euch gefahren!’ fragte Sonja und blickte ratlos in die Runde.

‘Sonja, das ist Regular Ordinary Swedish Meal Time!’ meinte der Kimmelmann und zog an seinem T-Shirt.

‘In Schwenglish!’ riefen die beiden Jungs und liefen Richtung Küche.

‘Das mein Bruder verrückt ist wusste ich, aber jetzt auch noch Wolfgang!’

‘Wenn hier einer ‘Hacka löken’ macht, dann bin ich das!’ rief der Kimmelmann und lief ihnen hinterher.

‘Frau Weiß-Müller, das ist von You-Tube, machen Sie sich keine Sorgen, wir sind alle verrückt, die einen mehr, die anderen weniger.’ rief Jonas, legte das Besteck beiseite, um sein Glas zu erheben und prostete ihr dann lächelnd über den Tisch.

Fortsetzung folgt…

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