Fünfmal Blasen gildet als einmal Geschlechtsverkehr.

Erlebnisbericht einer S(M)L auf Conquest of Mythodea 2009 Teil 1

Fünfmal Blasen gildet als einmal Geschlechtsverkehr. ‚Alte Kelheimer Volksweisheit‘

So schnell geht ein Jahr vorbei und es ist wieder Sommer und das CoMquest rückt immer näher. Ich habe keine Ahnung, ob ich überhaupt Urlaub bekomme und ich habe noch keine Ahnung in welches Lager ich gesteckt werde. Aber oans woas i g’wiss, ich will auf keinen Fall nochmal ins Orklager, weil ich leider immer noch nicht meinen Namen tanzen kann. Und Asche auf mein Haupt, ich hab den Erlebnisbericht vom CoM 2008 auch noch nicht fertig geschrieben und so wie es aussieht, werde ich den Bericht irgendwann für meine Biografie nach reichen, ich hoffe ich kann mich dann noch daran erinnern.

Ich versuche schon seit Wochen die SL-Koordination zu erreichen, vergebens. Nach zwei Wochen bekomme ich einen Rückruf. Nachdem ich mich geweigert habe in ein Elementarlager zu gehen, weil da könnte ich ja mit plotenden Spielern in Berührung kommen, werde ich gefragt, ob ich in den Dungeon will. Und ich dachte immer, dass Frau sich dafür vergewaltigen oder zumindest hoch schlafen muss, um im äh… ins Dungeonteam zu kommen. Wenn es auch ohne geht, soll es mir recht sein, also sage ich zu. Kurz bevor das Gespräch zu Ende ist, erwähnt mein SL-Koordinator, das das Orklager dieses mit dem Dungeonlager zusammengelegt wurde. Mit einem Lachen legt er auf. Hm. Warum immer ich. Ich bin doch seit letzten Jahr auf der bösen schwarzen Liste der Orklagerorganisation, gut auf der Liste steht der große Organisator des CoM und die halbe SL-Koordination auch…da fühl ich mich doch verdammt wohl.

Ich bekomme eine Mail vom Dungeonteam, keiner weiß was los ist und niemand weiß warum, wieso, weshalb und warum ausgerechnet wir. Und wer ist überhaupt Lagerchef.

Nach einem Treffen mit den Münchner CoM-Teamlern erfahre ich, dass wir eine APL in unserem Dungeon haben. Was zum Teufel ist eine APL. Hört sich an wie eine Krankheit. Ja, so ähnlich, es ist eine Außenplotlocation. Super, ich komme mit plotenden Spielern in Berührung und ich bin wieder im Orklager und im Dungeonlager muss Frau sich gar nicht hoch schlafen. So ein Mist.

Es kommt die Idee auf, dass wir jeden Tag Steckerl ziehen könnten, wonach dann der Lagerchef anhand des kürzesten Stäbchens ermittelt werden würde. Ich bin nicht unbedingt begeistert, bei meinem Glück zieh ich jeden Tag die Arschkarte und den kürzesten habe ich allemal. In einem Lager, wo die meist nur männlichen SLer mindestens zwei Köpfe größer sind als ich, möchte ich definitiv nicht die Lagerchefin sein. Ich habe doch Angst vor großen Männern und ich finde, dass Frauen in Führungspositionen zu Größenwahn neigen und das möchte ich nicht. Der Lagerchef wird einstimmig von seinem Volk gewählt, es ist Der König. Es war ihm schon fast klar, weil er ist ja Der König. Es werden noch zensurpflichtige Baronsposten vergeben und ich sehe mich irgendwie schon als Hofnarr. Wie soll es auch anders sein, aber ich wirklich froh, dass der Kelch mit dem Lagerchef an mir vorbeigegangen ist und dass ich dieses Jahr ein paar starke Männer mehr habe, die sich dann mit der Orklagerorkanisation auseinandersetzen dürfen. Vielleicht kann ich auf dem Conquest meine Angst vor großen Männern bekämpfen. Hm.

Zwei Wochen von dem Conquest komme ich auf die bescheuerte Idee, ich könnte mein erstes Buch ‚Igor‘ fertig schreiben, selber drucken und von Scrap in Black (Schleichwerbung) auf dem Conquest binden lassen. Ich weiß immer noch nicht, ob ich Urlaub kriege und ich habe eine ausgewachsene igorianische Schreibblockade. So eine Scheiße. Am Freitag vorm Conquest bekomme ich endgültig das OK von meinem Chef, dass ich 6 Tage Urlaub kriege, aber auch nur ausnahmsweise und keinen Tag mehr und auch keinen Tag weniger. Ich bringe meinen letzten Filmdreh von den Blutstürmern (schon wieder Schleichwerbung) hinter mich und versuche am Sonntag, nach 3 Stunden Schlaf und einem Ganzkörpermuskelkater, den Igor zu Ende zu schreiben. Ich beschränke mich auf das Wesentliche und kriege es tatsächlich hin, ein vorläufiges Ende zu finden. Igor ist vollbracht. In meinem Kopf schwirrt bereits eine igorianische Fortsetzung. Am Montag wird gepackt und der Igor wird gesetzt. Am Dienstag fahren wir aufs Conquest und machen einen Zwischenstopp in Ansbach, die Diplomarbeit meines Fahrers abgeben. Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor…in einem Copyshop irgendwo in Ansbach und drucke mir den Wolf. Dabei stellt sich mir die Frage: kann sich ein Wolf auch einen Mensch laufen? Es dauert gefühlte 3 Stunden um 33 Exemplare zu drucken und zu falten. Komme mir vor wie im Knast beim Tütenkleben, es fehlt nur noch ein riesiger Wärter mit einer Pumpgun, der hinter mir steht und ab und zu mal durch lädt. Ich bin schon total durch und ich bin noch nicht mal auf dem Gelände.

Stunden später kommen wir endlich auf dem Gelände an, es sind schon wahnsinnig viele Leute da. Gefühlt, alle Spieler. Ich beliefere erstmal meine Händler, liefere den Igor ab und gehe meine erste Runde. Wir haben kleinere SL-Zelte, die allerdings völlig durchsichtig sind, also wieder keinerlei Privatsphäre. Das Zelt vom Dungeonteam ist zum Glück mit schwarzer Folie umwickelt. Wenigstens etwas. Ich gehe ins Lager und der Dungeon und die Palisade steht bereits. Okay. Ich bring dann mal meine Sachen in den Schlumpf und schlage meinen Schlafplatz auf einem riesigen Haufen Folie auf. Wie geil. Hoffentlich merkt es keiner, wenn ich mich heute Nacht in die Folie eintackere.

Mittlerweile kann ich mich nicht mehr dran erinnern, was ich am Dienstag gemacht habe, aber ich glaube ich saß stundenlang im Schlumpf und habe einer ganz kurzen Teamsitzung bewohnen müssen. Ach ja, wir sind ja im Schweinegrippekrisengebiet und alle machen voll die Panik. Wir haben nicht nur eine angeblich völlig unstressige APL, sondern auch eine SL-Azubine und Auslandskorrespondentin. Meine Laune ist schon wesentlich besser, dann muss ich mich zumindest nicht mehr mit Händen und Füßen mit unseren englischsprechenden Teilnehmern unterhalten. In der Nacht wurde ich vom Schwallkörper mit seiner Funke im Lager vergessen. Jetzt habe ich zu meinem wechselseitigen beständigen Rauschen namens Dieter Bohlen im Ohr noch eine Quäcke in der Hand, die in mein Ohr pfeift. Toll. Ich gehe einen Umweg über die Stadt und finde das Produkt meiner kranken Phantasie betrunkener Weise in der Black Pearl. Wo übrigens auch ein Großteil der SLer in selbigem betrunkenen Zustand schon mal am Vorglühen sind. Ab morgen ist erstmal Schluss mit Lustig. Ich glaube ich habe meiner kranken Phantasie eine schriftliche Bestätigung gegeben, dass ich seit Oktober 2008 keinen Geschlechtsverkehr (Blasen ausgenommen) mehr gehabt hatte. Irgendwann gehe ich dann ins Bett und verkrieche mich in dem riesigen Folienhaufen und weine….

Am nächsten Morgen geht’s nach dem Duschen erstmal wieder ins Lager und der Schwallkörper rutscht doch tatsächlich auf allen Vieren am Boden herum und wirft sich quasi in den Staub für seine gestrige Freveltat. Ich bin die Funke wieder los. Hurra. Ich mache Check-in und Waffencheck auf Sicht. Irgendwann kommt meine kranke Fantasie ins Lager und ich erfahre, dass die drei Kelheimer Vollchaoten unsere APL-Festrollen sind. Dann erfahre ich, dass fünfmal Blasen auch als Geschlechtsverkehr zählen. Zumindest in Kelheim. Ich formuliere in Gedanken einen Brief an das Dr. Sommer Team. ‚Liebes Dr. Sommer Team, wenn fünf mal Blasen als Geschlechtsverkehr gildet, dann kann Frau ja doch vom Blasen schwanger werden. Schackeline 17 ½‘

Meine schriftliche Bestätigung von gestern ist somit hinfällig, dann bin ich ja doch nicht so untervögelt, wie ich gedacht hatte. Hm.

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