Die romantische Auslegung einer Duftkerze

Liebes Tagebuch Teil 7 – Die romantische Auslegung einer Duftkerze

redroseIch bins, Schackeline, eigentlich gar nicht mehr 17 ½, ich bin schon voll lange Volljährig und habe nicht nur meinen Führerschein, sondern auch meine eigene Karre. Hurra. Nicht dass mich da einer gefragt hätte, jetzt schreibt sie fast gar nicht mehr in meine Seiten. Ich hasse es, wenn du in der 3.Person von mir schreibst, wenn ich vor dir sitze. Und ich trinke nicht mehr so viel, weil ich ja immer mit dem Auto unterwegs bin. Da bleiben uns ja so Erlebnisse wie mit Cap und Capper in Zukunft vielleicht erspart? Tom und Jerry. Tim und Struppi eben. Wie auch immer. Und was war das gestern für eine Aktion? Ich habe das ja nur am Rande mitbekommen, du hast mich ja wieder weggesperrt, aber zum Glück ist ein kleines Löchlein in der Schreibtischschublade. Ich bin dir einerseits im Übrigen total dankbar, dass du mich letzte Woche daran erinnert hast, dass ich eventuell zu wenig Duftkerzen im Haus haben hätte können, aber andererseits ging die Aktion irgendwie nach Hinten los. Ja, wie Manns nimmt, würde ich mal sagen. Nicht witzig. Dank deiner weitreichenden Bemerkung bin ich dann zum IKEA gefahren und als dann der IKEA mit meinem Gehalt fertig war… Es stinkt übrigens immer noch und mir ist kalt. Maul nicht rum, du kannst gar nicht frieren, du bist ein Tagebuch. Lieber Erfroren als Erstunken! Jetzt gib nur mir nicht die Schuld, die Duftkerzen waren eine super Idee. Was kann ich denn dafür, dass manche Menschen die pure Anwesenheit von Duftkerzen evtl. in den falschen Hals kriegen könnten. Ja, wer hätte das auch ahnen können. Weil rote Kerzen im Allgemeinen eher dem Romantischen zugesprochen werden, als irgendwas anderem. Hm. Hättest vielleicht Grabkerzen aufstellen sollen? Hätte vielleicht einen Flammenwerfer benutzen sollen, um die Fronten gleich mal klar zu stellen. Und außerdem hab ich dir auf den Einkaufszettel geschrieben, kaufe die grünen Duftkerzen, die riechen ein Bisschen nach Klospülung. Aber nein, Madam muss ja wieder die Roten kaufen. Die schreien ja geradezu nach Sex! Zum Glück hatte ich den 10er Pack Duftbäume gekauft. Die machen sich ja auch wirklich gut hier drinne. Ja, gääähhh! Ein Bisschen wie bei dem Film Sieben. Würg. Nicht schon wieder. Nein, alles gut. Ist ja eh nichts mehr drin was raus könnte. Wolltest du nicht noch einen Leserbrief an Febreze schreiben? War auch eine meiner weniger guten Idee, Febreze schniefen zu wollen. Aber zumindest rieche ich jetzt Aprildurft aus der Nase, was meine Mitmenschen erfreuen würde, wenn sie denn eine Nase hätten. Darf ich mal eine indiskrete Frage stellen? Du fragst doch sonst nicht. Ja, aber bei so einem delikaten Thema, entbietet es die Höflichkeit zu fragen. Leg los. Warum hast du denn den nasalen Betriebsunfall dann überhaupt mitgenommen? Der war eigentlich ganz nett. Du weißt was man über das Wort eigentlich sagt. Ja, Mama. Und ist dir der etwas strengere Geruch in der Bar etwa nicht aufgefallen? In der Bar hat man das nicht so gemerkt. Und dann im Auto? Das steht noch vor der Bar. Ach, haben wir etwa wieder getrunken? Anscheinend musste sich mein Unterbewusstsein irgendwas schön saufen. Lass dir sagen, höre mal mehr auf dein Unterbewusstsein, junge Dame! Ja, Mama. Es waren ja nur 3 oder 5 Absinth-Sprite. Ach, deshalb der kleine Ausrutscher gestern. Ich glaube meine Geruchsnerven waren nur vorübergehend betrunken. Ach, Absinth macht nicht nur blöd, sonder auch… Ich weiß immer noch nicht, wie das heißt wenn man seinen Geruchssinn verliert. Aber Himmel Herr. Wie gerne hätte ich gestern dieses Geschenk gehabt, einfach mal nichts riechen zu können. Bloß nicht, sonst wäre dieser widerhafte Gestanksmann immer noch hier. Und am Ende wäre dir noch eine Nase gewachsen. Verschrei es nicht, wenn ich kotzen könnte, würde ich nur deinen verbalen Durchfall von mir geben. Und am Ende will das keiner lesen. Arsch. Danke, sehr erfreut. Arsch, dein Tagebuch. Ich bin nur dass, was du aus mir gemacht hast. Können wir mal beim Thema bleiben, ich habe immer noch so einen seltsamen Geruch in der Nase. Du hast gestern Febreze als Nasenspray benutzt! Und ich kann den Kerl immer noch riechen, als ob der neben mir sitzen würde…. Und dich leidenschaftlich anhaucht. Würg. Nicht schon wieder! Warte, geht gleich wieder. Ich dachte es wäre nichts mehr drinne. Sag mal riechst du das nicht, vielleicht hat er was vergessen. Manchmal bin ich ganz froh, dass ich eigentlich nichts riechen kann. Es riecht so, als hätte er eine tote Katze unter dem Bett vergessen. Du hast doch Geruchshalluzinationen?! Echt jetzt!!! Dabei ist der doch schon vor Stunden aus meiner Wohnung geflohen. Ich finde ja, eine Argumentationskette mit: Echt jetzt!!! zu untermauern, immer ein wenig geistig unbewaffnet bis einfältig. Ja, danke! Was machst du jetzt unter dem Sofa? Ich such die tote Katze! Ach zünd doch nochmal ein paar Duftkerzen an, mir ist ist schon wieder so romantisch. Das ist nicht witzig. Woher sollte ich denn ahnen, dass der Kerl gedacht hatte, dass ich mit ihm poppen wollte, weil ich ca. 30 Duftkerzen angezündet habe. Du hättest ihm vielleicht einfach sagen sollen, dass er gotterbärmlich stinken tut. Hmm? Ehrlich wert am Längsten. Und du hättest nachher nicht aufwischen brauchen. Wer den Schaden hat, braucht für den Spot nicht zu sorgen. Hättest ihn ja nicht gleich ankotzen müssen, als er versucht hat dir die Zunge in den Hals zu stecken. Aber lieber so, als dass es ansteckend ist…würg. Kopfkino funktioniert auch mit dem Geruchssinn. Würg. Ich würd dir so gerne die Haare hochhalten, aber ich habe leider keine Arme und keine Beine. Hust. Hust. Aber putz dir bloß die Zähne. Ja, Mama! Also, was ist jetzt mit dem Kerl, trefft ihr euch wieder. Ich glaub es hackt. Du wolltest doch eh eine Diät machen… Würg…

Deine Schackeline (nicht mehr 17 ½)

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

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Der lachsfressenden Wolperdinger ruft

Der lachsfressenden Wolperdinger ruft

Drei mehr oder weniger Stadtkinder ziehen aus, um den Weihnachtsfeiertagen zu entgehen. Die Berghütte liegt weit ab vom Schuss auf einem Berg (Hügel) und ist bei den Witterungsverhältnissen, die wir dieses Weihnachten hatten, nur mit dem Traktor oder äußerst beschwerlich zu Fuß zu erreichen. In der ersten Nacht, leider ohne meine Anwesenheit, gab es einen Stromausfall, da die Solarzelle auf dem Dach der Hütte so verschneit war, dass es unter Tags quasi nicht zu einer Stromerzeugung gekommen war. Es gibt zwar auch eine Gaslampe, aber die haben sie sich nicht getraut anzumachen. Und nach der zweiten Dachlawine waren sie so verschreckt, dass sie früh ins Bett gegangen sind und konnten dann somit auch die halbe Nacht nicht schlafen, da sie lauter schlimme Geräusche gehört haben. Das Knacken des Ofen und das Plätschern der Kuhtränke hören sich in der nächtlichen Stille an, als wären gleich alle irren Axtmörder der Welt mit samt ihrer blutigen Opfer, die just in diesem Moment als Zombies wieder auferstanden sind, zu dieser einen Hütte unterwegs, um die beiden Stadtkinder erst zu zerhacken und dann halb aufzufressen, aber nur um die Überreste dann den vielen bayrischen wilden Waldbewohnern vorzuwerfen. Diese waldigen Wildtiere sind es, die auch untertags ihnen nach dem Leben trachten, deswegen waren sie auch bei Tag auf der Hut. Bewaffnet mit der Axt und dem Sax, vom einzigen ‚Mann‘ auf dieser Hütte, gehen sie in der Nacht auch nur zu zweit zum Pinkeln. Eine nicht ganz so stille Nacht, wie damals beim Heiland, aber sie haben es definitiv überlebt und rufen mich am nächsten Tag ungefähr 20 mal an, weil sie tausend Sachen vergessen haben, wie zum Beispiel die Zahnbürste.

Ich komme am ersten Weihnachtstag am Vorort des Geschehens an und auf der Suche nach dem Bauernhof, wird mein Weg von einem riesigen Eisbrocken versperrt. Es scheint mir so, als würden die Bewohner des Bauernhofes keinen Besuch erwarten wollen. Hm. Ich rufe an bei den Bauersleuten an und frage, ob ich den Eisbrocken aus dem Weg schieben darf. Etwas unverstanden räume ich den Brocken weg und teste die Geländefähigkeit meines Nemos auf Herz und Nieren. Ich trete durch die Haustür und schreite mit diesem einen Schritt quasi 100 Jahre in die Vergangenheit. Vier stramme Burschen sitzen an einem Tisch und frönen dem Gerstensaft und das Spiel des geköpften Schafes. Der erste Satz den ich glaube zu verstehen ist: ‚Auweh, Voda. De derfst du aufi foarn!‘ Der Jungbauer versucht sein errötetes Gesicht zu verbergen, indem er den Kopf auf den Tisch schlägt, immer und immer wieder. Man könnte sagen, dass mein Auftritt eine einschlagende Wirkung hatte. Die drei anderen Burschen scheinen zwar von mir fasziniert zu sein, trauen sich aber nur über ihren Kartenrand hinaus auf mich herab zu blicken, obwohl sie sitzen und ich stehe. Hm. Ein schwarzer Hund kommt mir entgehen gelaufen. Er scheint ernsthaft der Einzige zu sein, der sich ernsthaft freut mich zu sehen. Er schmeißt sich gleich auf den Rücken und lässt sich von mir kraulen. Sein gotterbärmlicher Gestank treibt mir die Tränen in die Augen. Es wäre mir wesentlich lieber gewesen, wenn einer der Burschen mich auf den Rücken geschmissen hätte, um mich durchzukraulen. Hm. Meine äußerst schmutzigen Gedanken werden vom Bauern unterbrochen, der mir einen Schnaps anbietet. Ich antworte: ‚Na, na, dann werd i ja glei bsoffn!‘ Himmel, bayrisch verlernt man ja wirklich nie. Ich muss ihm aber versprechen, dass wir oben einen Schnaps trinken. Wie gut, dass mir meine Mutter einen Schlehenschnaps mitgegeben hat.

Ein noch kleinerer Bub fährt mit mir zum Parkplatz, der einzigen Wirtschaft der Gegend. Meine sieben Sachen werden auf den Traktor gepackt und ich muss auf dem Trittbrett mitfahren. Ich schwitze Blut und Wasser, dass nicht mein IKEA Sack, mit meinem Laptop drin, vom Traktor fällt. Dieses äußerst abenteuerliche Anreise, darf ich in der Arbeit niemanden erzählen, weil mit Arbeitssicherheit, hat dieses Fortbewegungsmöglichkeit nicht besonders viel zu tun gehabt. Hm. Gut, dem Bauern wird schon nichts passieren, aber der Bua und ich hinten auf dem Trittbrett, das wahrscheinlich eine Anhängerkupplung ist, haben noch eine IKEA Sack und meine Kraxe zwischen den Beinen auf der Trittfläche stehen. Nachdem es gerade jetzt taut, wird auch alles inklusive mir während der recht abenteuerliche Fahrt nass gespritzt. Der Bub hat mir einen historischen Landwirtschaftsvortag gehalten, bis ich ihm erzählt habe, dass ich Mittelalterdarsteller nur im Nebenberuf bin und eigentlich in einem Amt arbeite. Jetzt schildert er mir alle Arbeitsunfälle der Gegend, die in den letzten Jahren passiert sind. Oben angekommen, werd ich Stadtkind bis vor die Tür der Hütte gefahren und die beiden Bewohner freuen sich wie die Schnitzel, auch wenn es gerade nicht schneit. So, ausladen und dann gibt’s an Schnaps. Der Bauer ist einigermaßen vom Schlehenschnaps meiner Mutter begeistert und läd mich seinerseits auf eine Schnapsprobe im nächsten Jahr zu erm aufm Hof ein. Gut, ich oder der Schnaps meiner Mutter, oder beides, müssen doch tatsächlich einen ziemlichen Eindruck hinterlassen haben. (Der Schnaps meiner Mutter, ist auch ernsthaft ein schöner Titel für ein Buch!)

Der Bauer erklärt uns Stadtkinder die Gaslampe und fahrt dann mit dem Buben wieder ins Tal. Jetzt sind wir mutterseelen allein in der Wildnis. Die Erholung kann beginnen. Ich höre das Geräusch einer SMS. Hm. Wir haben doch Netz. Ja, Isoldes Handy schon. Meines nicht. Ich beschließe es auszuschalten. Meine Immer-wieder-Ex-Mitbewohnerin erwischt mich dabei, wie ich die ganze Hütte nach einer Steckdose absuche. Sie meint, dass da keine wären, sie hätte gestern schon alles durchsucht. Wir ratschen bis es richtig dunkel ist, dann machen wir das Gaslicht an. Ich bin jetzt die Gasbeauftragte hier auf der Hütte. Die Beiden erzählen mir von der letzten Nacht und sie geben zu, dass sie doch Stadtkinder sind. Da muss ich jetzt aber mal sagen, ich bin wesentlich näher an der Großen Stadt aufgewachsen, als die anderen Beiden, stelle mich aber in der Wildnis nicht ganz so blöd an. Gut, ich habe eine Axt mit auf die Hütte genommen, aber nur aus Prinzip, weil Hauptsache man hat ne Axt dabei. Wenn ich ehrlich bin, warte ich ja nur auf den irren Axtmörder um ihm einen Heiratsantrag zu machen. Wir kochen Rouladen. Ich bin jetzt auch Schnipselbeauftragte. Ich mache ein fast perfektes MORETVM, aber für die Jahreszeit war das MORETVM schon ganz in Ordnung. Aber finde du mal mitten im Winter mal frische Kräuter, die nicht aussehen wie obszöne Pilzgewächse. Ganz nebenbei spielen wir eine Runde Monopoly und nach dem Essen ‚Pflicht an der Wahrheit‘. Ein Mischung aus Wahrheit oder Pflicht und Flaschendrehen, nur ohne Flasche und ohne Drehen, dafür aber mit Würfel. Ich bitte nächtliche Anrufe zu entschuldigen, das war alles Bestandteil vom Spiel.

Irgendwann gingen wir dann schlafen und unsere Nachtruhe würde dann nur noch von Isoldes nächtliche Aktivitäten gestört.

Am nächsten Morgen waren wir dann erschreckend früh wach, wir machten Frühstück und stellten fest, dass unser Lachsfrühstück wohl des Nächtens von jemanden anderen gefressen wurde. Unser nächtlicher Besucher hatte sich durch unsere Vorräte gefressen und hatte auch nicht vor Plastikfolie zurückgeschreckt. Wir rätselten den ganzen Tag, wer oder was sich über unsere Vorräte hergemacht hatten. Isolde hörte überall Geräusche. Er behauptet steif und fest, es wären Ratten. Ich behaupte es war der gemeine Wolperdinger und meine Immer-wieder-Ex-Mitbewohnerin behauptet, dass der Hans in der Nacht hier rauf gekommen ist, um sich für den nächtlichen Anruf zu rächen und unsere Vorräte zu vernichten. Der vollgefressene Hans liegt jetzt irgendwo im Wald und rülpst Plastikfolie. Und deswegen die komischen Geräusche.

Nichts desto Trotz machen wir einen authentischen Wanderausflug. Wir machen voll authentische Überfallfotos. Gut, der Wikinger hätte nie einer Marketenderin aus dem 15. Jahrhundert überfallen können, aber wir wollen ja mal nicht so sein. Wir erschreckten auf dem Weg zurück zur Hütte noch ein paar Wanderer und dann rutschten wir mit IKEA-Säcken den Berg hinunter. Das sieht in mittelalterlichen Klamotten echt total bescheuert aus, macht aber einen riesen Spaß. Man muss nur schauen, dass man den Rock nicht unter den Sack bekommt, sonst haut es einen gewaltig aufs Maul. Und IKEA-Sackrutschen ist der erste Sport neben Sumo und Wettessen, wo Übergewicht ernsthaft von Vorteil zu sein scheint. Wir hatten einen Heidenspaß und kamen völlig durchgefroren in die Hütte zurück. Und jetzt begangen wir den schlimmsten Fehler, den wir je begehen konnten und ich tadle nochmal alle, die uns nicht vorgewarnt hatten. Wir bekamen das Munschkin-Fieber und spielten, selbst den unheimlichen Geräuschen und den noch unheimlicheren Stromausfall trotzend, die ganze Nacht. Es ist echt immer eine ganz komische Situation, wenn plötzlich das Licht ausgeht und alles Stock dunkel ist. Mit Gaslicht spielten wir die halbe Nacht. Am nächsten Morgen, aßen wir die Reste, putzen die Hütte und spülten das Geschirr. Mir dem Traktor ging es wieder runter ins Tal. Es waren nur ein paar Tage auf der Hütte, aber ich bin wirklich total entspannt, auch wenn ich kein Wort geschrieben habe, habe ich doch viele Eindrücke mitgenommen. Werd wohl die nächsten Tage ganz viele Berg, Wald und Schnee-Geschichten schreiben.

Seit dem ich wieder zurück bin von der Hütte, lassen mich die Berge nicht wieder los, ich hab Föhn und sehe von meinem Büro auf die Berge, die immer noch nach mir rufen. Habe mir überlegt, wie es ist allein auf der Hütte zu sein. Es ist unglaublich idyllisch dort und die Ruhe lässt einen tatsächlich entspannen, nur sobald man wieder in der Stadt ist, artet wieder alles in Stress aus. Laufe immer noch mit meinen Wanderstiefel rum, weil meine Stadtschuhe immer noch unter der Heizung stehen, sie haben den Hüttenaufenthalt nicht so sportlich überstanden, wie ich. Hm.

Die Weihnachtsfeiertage haben wir so entspannt wie möglich hinter uns gebracht und nun hat uns der Alltagsstress wieder. Freu mich schon aufs nächste Mal.

Kettensägenmassaker

Jakobsweg Zeitreise -Kettensägenmassaker

Unser Nachtlager haben wir dann schon im Dunkeln aufgebaut und das Nachtmahl, war dann wirklich ein Nachtmahl. Zum Nähen und zum Schreiben war es wirklich schon zu dunkel, wie ich jetzt grad erschreckend feststelle, ich kann meine Schrift im Tagebuch kaum lesen….Wir gingen deshalb sehr früh schlafen, und ein Käuzchen schuhute von weit her zu uns rüber.
Super, wie im schlechten Horrorfilm, man sieht eine Waldlichtung mit einer wunderschönen Blumenwiese in der Dämmerung, irgendwo flackern zwei Lichter, man kann einen kleinen Holzunterstand kaum erkennen, man hört das Gekicher zweier Mädchen und ein Käuzchen schreit, plötzlich ist alles unnatürlich still. Wie als wenn die Ordnung gestört wäre, so wie wenn man in einen Raum kommt, einen weißen Raum und in der Mitte steht ein Roter Stuhl. Cthulhu lässt grüßen. Man hört ein Knacken von weit her, die Mädchen schrecken auf und eine fängt an zu kichern: ‚Ist da wer?‘ und dann ist wieder alles ruhig auf der wunderschönen Blumenwiese.
Jetzt ist der Moment, wo eigentlich in jedem schlechten Horrorfilm, der irre Massenmörder, mit dem Dr. Zoidberg-Gesicht und seiner Kettensäge, den Unterstand zamsägt und mit ihm auch die Mädchen. Eines davon kann leicht verstümmelt entkommen. Die Quotenjungfrau, natürlich!
Nachdem wir auch noch Larper sind, spielt unsere Fantasie natürlich Ping-Pong mit uns. Und wir überlegen uns ständig, wie entweder Zombies oder Untote über uns herfallen, oder eine Horde Orks, die uns entführen und uns dann solange vergewaltigen, bis wir tot sind. Dann werden wir natürlich noch fachgerecht zerteilt und im Wald zurückgelassen. ‚Lieber Hirschgott, du Zwölfender du, bitte schick uns keine Vergewaltiger, außer die sind verdammt gutaussehend und frisch geduscht.‘

Jetzt wisst ihr auch was in meinem Kopf so vorgeht, wenn ich armes paranoides Wesen nicht einschlafen kann. Aber trotz der paranoiden Wahnvorstellungen noch Vergewaltigungsphantasien haben, irgendwas stimmt doch bei mir nicht, oder? Aber dafür machen ich ja auch meine Pilgerreise, damit ich vielleicht nur halb so wahnsinnig zurückkomme, wie ich aufgebrochen bin. Im Moment kann ich das leider noch nicht bestätigen. Aber ich arbeite daran.
Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen, bis ich dann aufgrund eines geträumten Schneegestöbers aufgewacht bin, den Grund für den Traum, habe ich dann auch gleich erkannt, mir war eiskalt. Hanna hatte mich von meinem einzigen Fell unter die Bank des Unterstandes gedrängt und nachdem wir zu zweit in meinem Deckenschlafsack stecken, gestaltet sich der Weg zurück aufs warme Fell ein bisschen schwierig. Nun gut, unter der Bank erwischt mich der Vergewaltiger wenigstens nicht gleich, dann kann ich noch zuschauen, wie er die Hanna…… Böse Bine, und es ist keiner da der mir auf die Finger haut. Jetzt bin ich auch noch rattig und kein Vergewaltiger in Sicht und auch keine Zombies zum Spielen, ich versuche also weiter zu schlafen und vermisse nicht nur mein Babyschafsfell, dass ich Depp ja aussortiert habe. Himmel, für diese Gedanken komme ich definitiv in die Hölle.


Bin die Nacht dann noch öfters aufgewacht, aufgrund von Kälte und weil ich mich wieder unter der Bank vorgefunden habe. Dann hab ich endlich tief und fest geschlafen, wie ich plötzlich Schritte höre, ich schrecke auf und da war der Jogger schon vorbeigelaufen. Es kamen dann noch mehrere Jogger und ein Radler vorbei und ich konnte noch nichtmal senkrecht im Bett stehen, mangels Bett und ich steckte ja mit Hanna im Deckenschlafsack fest.
Mich beschäftigten jetzt wieder die Männer, der letzten Wochen und ich hatte langsam das Gefühl zur Nonne zu werden, weil so wie früher ist es schon lange nicht mehr

und seit meinem letzten Fehltritt, treibe ich eher ziellos umher und treibe eigentlich gar nichts mehr so richtig. Sogar mein Vibrator liegt total verstaubt im Bad zwischen den Haarklammern und den Waschlappen. Des ist ja eben auch so ne Sache, an der ich dringend arbeiten muss. Jetzt hat der Herr Uri Geller meinen Vibrator schon repariert und ich benütze ihn gar nicht mehr, ab und zu lese ich in der Mutzenbacher und dann langt es mir meistens schon wieder, fast ohne heimwerken…Grins!
Ich brauch mich ja nicht beschweren, mir taugt zur Zeit der Tausendste nicht und selbst an dem hab ich noch was auszusetzen. Die können mir irgendwie alle geistig nicht folgen oder wollen nur vor mir auf dem Boden herumrutschen. Wenn sie mir geistig folgen können, dann sind sie mir körperlich nicht gewachsen, oder Verbal. Wenn dann alles stimmt, dann sind sie entweder schwul, oder saufen oder nehmen gar Drogen oder sind viel zu jung….oder wollen keinen Geschlechtsverkehr…. so komm ich ja nie zu meinem Traummann und meinem Haus mit Hund und einem Stall voll Kindern. Nur nicht übertreiben, Bine! So schreckst du nur wieder alle ab, unter den Voraussetzungen will ja auch kein Mann eine Beziehung eingehen. Eine Schlampe will Kinder und Haus und Hund, des passt ja so gar nicht ins Weltbild. Wo wir wieder bei diesem verfickten Volksmund wären…Wenn ich den Volksmund erwische, dann muss ich mit dem aber soooo eine aufs Maul hauen….
An diesem Morgen war so gar nichts in Ordnung, ich hab bis um 8 Uhr meine Augen gar nicht aufgebracht und ich war total bewegungsunfähig. Ob des jetzt am schlechten Schlaf gelegen hat, oder an meinen Phantasien oder meinen Träumen, wobei die teilweise vermischt sind. Ich kann gar nicht mehr richtig nachvollziehen, was jetzt Traum war und was ich mir jetzt ausgedacht habe. Dann kann es ja auch noch sein, dass alles an meinem Rausch vom Samstag Nacht liegt, ich vermute es jetzt mal. Weil wenn mich Männer nachts nicht schlafen lassen und ich tagsüber von ihnen Träume, dann muss es ja einigen heute morgen, in den Ohren geklingelt haben. Es ist jetzt übrigens Montag, der 30.03.08 und falls es bei dir geklingelt hat, dann ruf mich an…..Ich beobachtete zwei Rotkehlchen beim Vögeln….
Dass ich immer meine Holzschuhe vergesse, die mir unsere Pilgerschaft ja wirklich nicht leicht gemacht haben. Ich hatte gestern schon des Gefühl, dass die irgendwie morsch werden. Ich hab sie gestern Nacht noch mit Kerzenwachs gekittet und hab mich aber dann doch entschieden heute mit meinen selbstgebauten Römersandalen-Bundschuh-Zwitter zu laufen. Böser Fehler! Aber dazu später….
Wir packen also alles ein und ich latsche ohne Frühstück los und ich bilde mir ein, dass ich irgendwo einen Baum umstürzen höre, so als würde da jemand Bäume fällen, nur dass man keine Axtschläge und keine Kettensäge hört. Ich höre auch einen Specht und vergesse es wieder, weil im Naturschutzgebiet Neuburger Wald wird schon keiner Bäume fällen und genau deswegen haben wir uns gestern nicht getraut ein Feuer zu machen, weil im Naturschutzgebiet macht man so was nicht und so schleppen wir natürlich unseren Müll auch wieder aus dem Wald….
Wir haben nur noch wenig Wasser und meine Überlegung die Zähne zu putzen, viel dann aufgrund ‚Ich bin total gelähmt!‘ und Wassermangel aus und mir mit Innwasser die Zähne zu putzen ist mir dann doch zu authentisch.

Wir laufen also weiter und die Sonne scheint und es ist wirklich wie eine wunderschöne Blumenwiese nur mit Wald und der Frühling hat uns jetzt entgültig in seiner Gewalt. Wir laufen weiter am Inn entlang, bis mir ein großer umgestürzter Baum am Innufer auffällt. Ich schau genauer hin und da ist doch tatsächlich ein Biber am Werk gewesen. Ich machte schnell ein Beweisfoto und dann grübelte ich wieder darüber nach. Hanna machte sich einen neuen Wanderstock und ich grübelte über den Biber nach. Hab ich doch richtig gehört, da fällt tatsächlich einer Bäume im Naturschutzgebiet. Und solchene Großen! Und ich dachte schon ich bin total bescheuert. Aber der Biber hat sich da aber schon ganz schön was vorgenommen, den Inn aufzustauen. Des ist ja fast so ne Lebensaufgabe, wie unsere Pilgerschaft. In dem Tempo, wie wir mit den schweren Kraxen beladen, nicht vorankommen, werden wir in den nächsten 10 Jahren nie aus Bayern rauskommen, geschweige denn in Santiago ankommen. Ist es da wahrscheinlicher, dass dieser kleine Biber es schafft den Inn aufzustauen?
Ich sag ja auch immer ich werde irgendwann im Rentenalt

er in Santiago ankommen. Des ist mittlerweile kein Spaß mehr. Wir werden mit 60 und 70 Jahren, bebückt von jahrelangem Kraxenschleppen, uns von unseren Kindern und Enkeln nach Santiago tragen lassen müssen. Dann sollten wir aber langsam mal mit den Kindern anfangen, oder ein geregeltes Leben führen, damit wir uns welche adoptieren können. Jetzt bräuchte wir jeweils nur einen Mann. Für mich bitte einen, der mir geistig, körperlich und verbal gewachsen ist. Mit einer übersichtlichen Frisur! Bitte keine Nazis, keinen perversen Schweine und keine devoten Männer! Wenn es bei dir im Ohr klingelt, dann ruf mich an….
Und beim ganzen Bibergeschwafel hab ich unsere Griesschnitten ganz vergessen, wir haben bei unserem Nachtmahl in unserer Hütte noch die Griesschnitten vom Con gegessen, die waren dann aber so kalt, dass wir sie dann auf den IKEA-Laternen warmgemacht haben, wir haben uns ja nicht getraut, ein Feuer zu machen. Super IKEA-Griesschitten, des muss man mal gemacht haben, des ist echt der Wahnsinn.

Die sockenfressende Riesenspinne, die unter meinem Sofa lebt….

Die sockenfressende Riesenspinne, die unter meinem Sofa lebt….
In dem besagten begehbaren 2-Zimmer-Kleiderschrank, in dem ich zu Leben pflege, lebt noch etwas, schon fast zwei Jahrelang und es ist wirklich etwas richtig Großes. Meine Ex-Mitbewohnerin hatte sie damals entdeckt und wollte sich dann tagelang nicht mehr aufs Sofa setzen, weil unter meinem Sofa eine verdammt große Riesenspinne wohnt. Sie hat ekelige Haare auf den Beinen und auf dem Beißwerkzeug. (Haben Spinnen Haare auf den Zähnen, ja!) Ich frage mich quasi schon seit Jahren, von was sie sich eigentlich ernährt, weil meine Mottenpopulation ist auf Grund der für Motten paradiesischen Zustände in meinem begehbaren 2-Zimmer-Kleiderschrank leider an Überfressung eingegangen. Liebe Motten, wie bescheuert kann man denn eigentlich sein und ein Lavendelsäckchen anfressen. Nur wenn Müffelsäckchen drauf steht, muss nicht unbedingt Müffel drin sein. An Großenwahn ausgestorben, könnte man auch dazu sagen. Ich wusste gar nicht, dass Insekten auch an Größenwahn leiden können. Zurück zu dem Ernährungsverhalten meiner Riesenspinne. Ich habe festgestellt, dass in letzter Zeit immer mehr Socken, Stulpen und Stringtangas in meiner Wohnung verschwinden. Manchmal tauchen, die Socken mit riesigen Löchern wieder auf. Die Tatverdächtigen sind neben den Aliens, den Taliban und dem Bundesnachrichtendienst, diese Riesenspinne.
Die Aliens, auch kleine grüne Männchen genannt. Wie wir seit ungefähr eine Jahr wissen, untersuchen sie mein angebissenes Käseschinkentoast und versuchen aus meinem Speichel und den Überresten der Schweine- und Milchkuhgene eine neue Rasse zu züchten. Also ich, noch versauter und mit einem größerem Kopf, damit meinem Klon noch mehr Unsinn einfällt. Die Alienpopulation wird dann leider auch aussterben, weil sie die Kombination aus total versauten Sexismus und furchtbar chaotischen Unsinn nicht überleben können. Ich hoffe doch, dass sie den Selbstzerstörungsmechanismus noch einstellen können, bevor sie aussterben, ich möchte dieses Klon von mir nicht kennen lernen.
Die Taliban, waren wohl nicht in meiner Wohnung, weil ich ihnen eine Auswahl von Pilgerschuhen vor die Tür gelegt habe. Außerdem würden sie die Socken nicht wieder zurück bringen, wenn sie nicht oder nicht mehr riechen, oder? Und wenn Fußfetischisten anfangen Socken anzuknabbern, dann kriege ich langsam wirklich Angst.
Wo wir beim Bundesnachrichtendienst wären, die immer noch versuchen über meinen kaputten W-Lan-Anschluss meinen Dachsschlächter auszuspionieren und wenn sie es mal geschafft haben, in meinem PC fündig zu werden, werden sie feststellen, dass bei mir eine Zensur nicht stattfindet und werden an der Wahrheit eingehen. Haha!
Kommen wir zu meiner neuen Riesenmitbewohnerin. Sie hat ein Motiv und die Möglichkeit dazu. Also ist sie schuldig meine Socken unters Sofa entführt zu haben und sie nun mit schmerzhaften Bissen so lange foltert, bis sie in dem Magen der Riesenspinne, die nächsten 100 Jahre unter großen Qualen lebendig verdaut werden. Muss mir die Starwars-Trilogie nochmal anschauen und morgen werde ich mir beim IKEA einen Padavan…äh… Paravent kaufen…. haha…

Warum Wodka im Auge weh tut…

Warum Wodka im Auge weh tut… (13.12.2009)

‚Bleib so wie du bist!‘ sagten meine Damen und meinten es auch so. Bleib so, wie du bist. Das ist genau das, warum ich so bin wie ich bin. Und ich bleibe auch so, was anderes hatte ich nicht vor. Hm. Meine Kolleginnen meinten, ich sollte mir doch meine Haare BRAUN färben. Des würde dann viel natürlicher aussehen. Hm. Genau. BRAUN. Und am Besten noch wachsen lassen und meine verstaubten Damenanzüge aus dem Schrank holen und auf Spießer machen. Ja, klar. Macht doch am Besten noch einen Termin beim Tattooentferner für mich aus. Wie kann man nur erwarten, dass die Menschheit toleranter wird, wenn es nicht mal in meiner Abteilung klappt. Alle Menschen sind verschieden und manche sind eben verschiedener. Himmel, BRAUN. Nicht mal wenn die Hölle zufriert. Das geht ja mal gar nicht, wie kann man nur auf die Idee kommen, dass mir das gefallen könnte. Ich hatte ja noch nicht mal braune Haare, als ich noch volles Haupthaar hatte.

Egal, ich habe meinen Geburtstag im kleinen Kreis reingefeiert und ihn am Wochenende danach im großen Kreis mit Wodka begossen.

Dazwischen habe ich meinen Undecut wieder in einen Iro verwandelt und wir waren noch beim IKEA, es gab als Adventskalenderaktion *) Ludde für 10 Euro und wir haben uns mal eine mittelgroße Herde gekauft. In meinen Nemo kann man tatsächlich 56 Schafe stecken. Tote und platte Schafe, aber als sie noch auf einer wunderschöne Blumenwiese herumgesprungen sind, haben sie bestimmt ganz schön geblökt und gestunken. Hm. Jetzt sind sie gewaschen und gegerbt und gebleicht und 12 davon bleiben tatsächlich mir, die anderen werde ich noch an diesem Tag verteilen. Hihi. Aus geheimen Quellen habe ich erfahren, dass 1000 Felle auf Lager waren und dass bis 13.00 Uhr alle verkauft waren. Kuschlige Weihnachten überall.

*) Mir fällt gerade ein, dass ich euch noch ungefähr 16 Adventskalendergeschichten schuldig bin, die werde ich zwischen den Tagen nachholen, da habe ich Zeit meine Gedanken auf eine Reise zu schicken und diese Traumreisen, werde ich euch natürlich nicht vorenthalten. Haha. Hat irgendjemand von euch ‚Die Neute Pforte‘ und leiht ihn mir?

Ich schweife mal wieder vom Thema ab. Hm. Feiern wir die Feste wie sie Fallen und sie Fallen mir immer in den Schoß. Wer Glück hat im Spiel hat Pech in der Liebe. Wie sollte es auch anders sein, ich war mal wieder im Rockstudio. Drei Liter Wodka und viele lieben Menschen. Wieder mal eine bunt zusammengewürfelte Truppe. Aber diese Partys klappen immer, man muss sich nur drauf einlassen. Der Wodka floss in Strömen und ich hoffe doch, dass alle ihren Spaß hatten. Ich bin irgendwann auf dem Boden gesessen bei der Ti. im Schoß und die T. auf mir. Und da ist es dann passiert, ich habe es schon kommen sehen, dass man Frauen nicht mit Dreiliterwodkaflaschen über einem hantieren lassen sollte. Warum ich im Rockstudio auf dem Boden gelegen bin, kann ich nicht mehr so genau sagen, aber ich denke alle Mädels hatte ihren Spaß. Hm. Und die Herren der Schöpfung hatten hoffentlich ihren optischen Spaß dabei. Bis eben jemand einen neuen Wodka wollte. Den ich dann komplett erst kommen gesehen hatte. In meinem Suff habe ich tatsächlich noch versucht, meine Hand schützend vors Gesicht zu halten. Hm. Meine Reaktionsfähigkeit ist nur die Erste die betrunken ist und ich habe es nicht ganz geschafft. Mindestens 2 cl sind direkt in meinem Auge gelandet und danach in meinem Dekolleté und die anderen 2 cl sind an meiner Hand abgespritzt und dann hatten wenigsten alle noch was davon. Hm. Mein vorläufiges Fazit, für diesen Abend ist, egal ob die Haare Blau sind oder Braun, Wodka im Auge tut auf jedem Fall ganz schön weh. Und es ist unmöglich sich davor zu schützen, wenn man eine volle Ladung ins Gesicht bekommt. Es wäre sachdienlicher gewesen, einfach mal die Augen zu schließen, den Mund zu öffnen und alles zu schlucken, was da auch kommen mag. Und wenn man am nächsten Tag mit braunen Haaren aufwacht, war man mit einer Truppe Spießerfrisören unterwegs.

Habe an diesem Abend nicht nur mit sämtlichen Frauen herumgeknutscht, sondern angeblich auch mit einigen Männern. Hm. Meine Erinnerungslücken machen es mir nicht mehr ganz so einfach, nachzuvollziehen mit wem ich jetzt genau geknutscht habe…

Bin am nächsten Morgen aufgewacht und lag auf wunderschönen weißen Schafsfellen. ‚Normale Menschen schlafen nicht direkt auf Schafsfellen!‘ Ich kann die Worte meiner geheimen Quelle noch genau hören. Was bin ich gerne abartig. Wenn der Volksmund wüsste, wie geil es ist direkt auf Schafsfellen zu schlafen, dann würde er endlich mal mal die Schnauze halten und schnurren wie ein Muschikätzchen.

Ich verliere mich mal wieder in Schafsgeschichten, dabei lieg ich auf einem fremden Sofa, allein auf Fellen. Es ist warm und unglaublich gemütlich. Langsam kommen die Sinne alle wieder zueinander. Mir tut mein Auge weh und mein Finger. Ich stehe auf, bin bei Olga und trotte ins Bad. Da lächelt mir ein halbseitiger Alice Cooper entgegen. Wodka im Auge tut nicht nur auch nach Stunden noch weh, es löst auch wasserfeste Wimperntusche auf und lässt einen so aussehen, wie Alice Cooper in seinen besten Jahren. Jetzt kommt es mir auch warum ich alleine aufgewacht bin. Ich hätte Alice Cooper auch nicht ficken wollen, selbst wenn er mal bessere Jahre gehabt hätte. Egal.

Zumindest habe ich keinen Herpes, also kann ich ja nicht mit vielen Menschen rumgeknutscht haben. Hm.

Mein Fehler meine Hand vors Gesicht zu halten, habe ich auch erst am nächsten Tag bereut. Hm. Ich habe genau die Hand hochgezogen um vermeintlich mein Auge zu schützen, (was mir ja nicht im Mindesten gelang) die eh schon dermatologisch im gereizten Zustand war. Auf einen Neurodermitisfinger ist Wodka auch nicht so der Brüller. Hm.

Nachtrag: Ein paar Tage später erkenne ich, dass meine Geschichte sich ganz schön komisch anhört. Das auch mir immer solche Sachen passieren müsse. Auf die Frage, was ich mit meinem Finger gemacht hätte, antworte ich immer, dass ich Wodka ins Auge bekommen hätte. Die Geschichte wird immer komischer, um so öfter ich sie erzähle. Hm.

IKEA – Die Hölle des Imbus

IKEA – Die Hölle des Imbus

War neulich wieder beim IKEA. Bin jetzt pleite. Wollte eigentlich nur Kisten und Gewürzbehältnisse kaufen. Am Ende war ich über 200 Euro los. Hatte dann auch zu wenig Kisten gekauft und keine Gewürzbehältnisse. War ja klar. Hm. Ich wollte eigentlich auch noch nach dem tollen IKEA-Wort für Heimtextilien suchen, dass mir entfallen ist. Ich fand dieses Wort so toll, aber es fällt mir nicht mehr ein. Wenn ich mir nicht alles aufschreibe…. Im Alter werde irgendwann mit einem Zettel mit meiner Anschrift um den Hals in der Innenstadt herum irren. Es wird Radiodurchsagen über mich geben. ‚Eine 60jährige Frau mit pinken Haare und einem dazugehörigen Pudel wird vermisst. Sie ist auf der Suche nach dem IKEA-Wort für Heimtextilien. Sagen sie einfach Essplatztextilien zu ihr und sie geht nach Hause!‘ Bin aber dann an der Stelle, wo ich dieses Wort vermutet hatte, vorbei gerannt. Weil auf meinen Einkaufszettel stand: Verdammt nochmal, du brauchst keine Handtücher, keine Küchentücher, keine Topflappen…Das ist auch das Einzige was hilft. Ich bräuchte eigentlich einen Personalcoach, der neben mir hergeht und mir einredet, was ich alles nicht brauche…und mir ganz uneigennützig auf die Finger haut, wenn ich unartig bin.
Aus der Suche nach diesem Wort, bin ich im Internet über Essplatztextilien gestolpert. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es mein gesuchte Wort ist, aber als Ersatz hört es auch schon ganz schön bescheuert an. Dann ist mit aufgefallen, dass Stühle und Tische beim IKEA meist Männernamen haben. Bescheuerte Männernamen, aber Männernamen. Hm. Das hat doch Methode. Die wollen uns Frauen erst suggerieren, dass wir unseren Ingo erst mit Behandla beizen und dann mit Möbelpolitur einreiben, damit wir eine Beziehung zu unserem Möbelstück aufbauen. Dann wollen sie, dass wir uns einen echten Ingo suchen und den wir dann zum Möbelstück machen sollen. (Das ist ungefähr genau das, was mit der Herr Sailer über die Verdinglichung der Menschheit erzählt hat!) Und dann können wir unseren fleischlichen Ingo mit Behandla und Möbelpolitur einreiben….. äh…. wenn Möbel zur Leidenschaft werden…Forniphilie. Ich frage mich, ob man schon als Fetischist gilt, wenn man gerne Sex auf seinem Ingo (Tisch) haben will. Dabei liegt mir doch die dominante Ader gar nicht so, ich könnte es nicht ertragen einen weiteren Ingo (Mensch) in meiner Wohnung zu haben, den ich dann auch noch schlecht behandeln soll, (Des mit der Möbelpolitur habe ich jetzt nicht verstanden, des ist doch eigentlich gut für den Ingo! Und auf dem Behandla steht, dass man Behandla nicht auf Schleimhäute bringen darf.) damit ich Sex auf den Ingo mit dem Ingo haben darf. (Ingo ist gleichzusetzen mit Ivar und wie sie alle heißen!) Himmel ist des kompliziert. ‚Es muss sich jetzt mit der Möbelpolitur einreiben! Auch da wo es weh tut!‘ Warum ist denn nie jemand da, der mir auf die Finger haut?
Dann wollen die Schweden, dass wir ganz viele Kinder auf ihren Möbeln zeugen. Und ihnen dann auch noch die Namen geben, wie IKEA ihre Möbel getauft haben. Die Schweden sind bestimmt vom Teufel gesandt, der Imbus der Dämon, der andere zum Möbelkauf verleitet. Haha.
Blöd ist nur, dass herkömmliche Stoffe und Kissenbezüge beim IKEA meist Frauennamen haben. Ich bin ja gespannt, wann die ersten ihre Kinder Ektorp oder Ditte nennen. Haha. Beim ersten Mädchen das Bomull heißt, heirate ich meinen roten Ingo (Tisch).
Bomull ist die Billigbettwäsche, da können wir bald auf dem Spielplatz hören: ‚Bomull komm bei Mutti!‘ Bomull ist immer noch besser als Anakin.
Da fällt mir ein, dass ich mal im IKEA stand und eine Durchsage kam, bei der ich mich beinahe bepisst hätte vor lachen: ‚Der kleine Marc-Antoni möchte gerne vom Smalland abgeholt werden.‘ Ich leihe mir jetzt ein Kind aus, dass ich beim Smalland erst abgeben kann und dann ausrufen lassen kann. ‚Der kleine Lt.Col. T.C. McQueen möchte vom Smalland abgeholt werden.‘ Haha.
Auf jedenfall werde ich am Samstag eigentlich nicht mehr zu IKEA fahren wollen, aber als berufstätiger Mensch, kann ich zu einem anderen Tag eigentlich auch nicht fahren. Eigentlich wollte ich ja gar nicht mehr zum IKEA, aber ich habe ja die Gewürzbehältnisse vergessen. Vielleicht kann ich bei meinem Arbeitgeber einen Tag frei für IKEA fordern, weil es ledigen Berufstätigen nicht zuzumuten ist, am Samstag zum IKEA zu gehen. Ich leg mich jetzt auf meine Hulda und am Samstag geht es wieder zum IKEA, das Geld der Anderen ausgeben.
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