Des Nächtens… der Mond schien fahl!

Des Nächtens… der Mond schien fahl!

002Dunkel war’s, der Mond schien fahl, da schlichen zwei Männer durch die Nacht.

‚Hey, Tirsch! Bist du dir sicher, dass du…!‘ flüsterte der Eine dem Anderen zu.

‚Scht!‘ zischte der Andere und legte ärgerlich den Finger auf den Mund.

‚Es ist halt schon ganz schön gruselig hier draußen!‘ stotterte der Eine.

‚Spinn dich aus, Gerk!‘ rief der Andere, der wohl Tirsch hieß und einen Rucksack dabei hatte.

‚Ich mein ja nur!‘ rief der Eine, der Gerk hieß und mit sich selbst schon genug zu kämpfen hatte.

‚Halt, wer da?‘ rief jemand zu ihnen hinüber. Jemand spannte seine Armbrust, das Geräusch war unverkennbar.

‚Wir sinds!‘ riefen die Beiden, wie aus einem Mund.

‚Wenn ich jedes Mal geschossen hätte, wenn jemand ‚Wir sinds!‘ gerufen hat, dann wäre hier wegen Überfüllung geschlossen und ich wäre am Ende arbeitslos.‘ rief der Kerl und hielt eine schmutzige, alte Laterne hoch, um besser sehen zu können.

Die Beiden traten ins Licht seiner Laterne und stammelten vor sich hin: ‚Wir sinds, Tirsch und Gerk ausm Dorf!‘

‚Und was macht ihr hier draußen zu einer so unchristlichen Stunde?‘ rief der Mann, der seine Armbrust mittlerweile weggelegt hatte und eine Schaufel zur Hand nahm.

‚Nun ja, wir wollten uns vergewissern…!‘ rief der Tirsch, brach dann aber mitten im Satz ab.

‚Was vergewissern?‘ wollte der Mann wissen.

‚Die Marie ist ihm drei Mal in seiner Kemenate erschienen und jetzt denkt er, sie wär ein Nachzehrer!‘ rief der Gerk aufgeregt.

‚Ein Nachzehrer bleibt für gewöhnlich in seinem Grab und zehrt an seinem Leichentuch oder an sich selbst und man kann nur Nachts das Schmatzen und Stöhnen hören, wenn man genau hinhört.‘ rief der Mann, lehnte sich auf seine Schaufel und legte eine Hand an sein Ohr, um zu lauschen.

‚Du musst es ja wissen!?‘ meinte der Tirsch skeptisch.

‚Der Beruf des Totengräbers ist anspruchsvoller, als mancher denken mag.‘ meinte der Totengräber und zog ein kleines Büchlein aus seiner Manteltasche. ‚Wenn ihr das vorhabt, was ich denke, müsst ihr mir erst mal ein paar Fragen beantworten!‘

Die beiden Männer nickten folgsam.

‚Also, hatte die verstorbene Marie, Tochter des Waldwarts Lunz, zu Lebzeiten eine wie auch immer geartete Beziehung zu dem nächtlich Aufgesuchten?‘

‚Des geht dich einen Scheißdreck an!‘ rief Tirsch aufgebracht und machte Anstalten gehen zu wollen.

‚Wenn du weiter von der schönen Marie um deine Nachtruhe gebracht werden willst, solltest du meine Fragen beantworten!‘ meinte der Totengräber und hielt ihm ein amtliche Urkunde hin, die vorne in das Buch geheftet war. Dort stand: ‚Erfüllungsgehilfe der Jägergewerkschaft, Watzlaf, der Totengräber zu Ludwigsdorf…!‘

‚Ich wusste gar nicht, dass du Wa…!‘ plapperte Gerk, bis der Totengräber ihm blitzschnell den Mund zu hielt.

‚Nenn ihnen nicht meinen Namen, weil wenn sie deinen Namen wissen, dann haben sie Macht über dich!‘ zischte der Totengräber und lauschte bedenklich über den Friedhof. Er hätte schwören können ein Schmatzen gehört zu haben.

‚Was steht da nun?‘ fragte Tirsch. Er konnte anscheinend nicht lesen.

‚Er ist Mitglied in der Jägergewerkschaft!‘ meinte Gerk.

‚Ja, der Waldwart Lunz ist auch Jäger und dem erzähl ich auch nicht, dass ich seine Tochter gepimpert habe!‘ rief Tirsch und merkte nicht, dass er mit seinem Ausruf die Frage bereits beantwortet hatte.

‚Aber er ist nicht in der Jägergewerkschaft! Wir haben den geheimen Auftrag das Außergewöhnliche, Übernatürliche und Unerklärbare zu jagen und zur Strecke zu bringen und ihr tatet gut darin mit eurem Problem zu mir zu kommen.‘ meinte der Totengräber feierlich.

Er zog einen kleinen Kohlestift aus dem Buchrücken und kritzelte in das Buch.

‚Hast du das dauernde Gefühl, dass heute eigentlich gestern ist?‘

‚Ich hab seit 3 Nächten nicht geschlafen, ich bin mir nicht mal sicher, ob ich überhaupt wach bin.‘ rief Tirsch aufgebracht. Der Totengräber kritzelte in sein Buch und flüsterte: ‚Sagen wir mal ja! Hast du, wenn du nach oben blickst das Gefühl zu fallen?‘

Tirsch und Gerk blickten nach oben, nach einem viel zu langem Moment blickten beide den Totengräber an und schüttelten den Kopf.

Der Totengräber zog die Luft zwischen den Zähnen hindurch, kritzelte wieder in sein Buch und meinte: ‚Also nein!‘

Er blätterte um und fuhr fort: ‚Hast du kürzlich etwas gerochen, dass man am Besten beschreiben kann als Praline, obwohl dort keine Pralinen waren?‘

‚Das verstehe ich nicht!‘ meinte Tirsch, während Gerk in seiner Nase bohrte.

‚Hast du Pralinen gerochen, bevor sie dir erschienen ist.‘

‚Sie ist mir nicht erschienen, die hat mich angepackt und das war mehr als körperlich!‘

‚Was du davor irgendwas gerochen?‘

‚Ja!‘

‚Und was?‘

‚So wie sie halt immer gerochen hat. Nach Fichte, Moos und Honig, Nach Lavendel, Rosmarin und Eierlikör…‘ Bei der Aufzählung kam Tirsch richtig ins Schwärmen. ‚…deshalb hab ich sie auch reingelassen!‘

‚Neue Geschmacksrichtung. Muss weiter beobachtet werden.‘ flüsterte der Totengräber und kritzelte wieder ins Buch und fuhr fort. Fühlt sich deine Gallenblase irgendwie taub an?‘

‚Also jetzt wird’s aber hint höher wie vorn!‘ meinte Tirsch und drehte sich zu Gerk um, der nun in seinem Ohr herum puhlte. ‚Hast du auch so eine Gallenblase?‘

‚Gut, streichen wir die letzte Fragen. Nun wollen wir überprüfen, ob es sich um eine unverweste Leiche oder einen Nachzehrer handelt, oder etwas Schlimmeres.‘ meinte der Totengräber und drückte dem Gerk die Schaufel in die Hand. Er griff sich seine Armbrust und ging voran, geheimnistuerisch legte er den Finger auf den Mund und lauschte.

An der Begräbnisstätte angekommen, öffnete Tirsch seinen Rucksack und kramte darin herum. Er zog einen Rosenkranz an und biss in eine Knolle Knoblauch. Wortlos drückte er Gerk den Knoblauch in die Hand, der ebenfalls davon abbiss.

‚Ich merk schon, ihr seid ganz gut ausgerüstet. Was habt ihr denn da alles im Beutel!‘ fragte der Totengräber und blickte neugierig in den Beutel, in dem Tirsch immer noch herum kramte.

‚Großmutters Palmarec¹), Weihwasser, reichlich Knoblauch, ein Silbernagel, ein Kreuz groß, noch einen Rosenkranz!‘ fing Tirsch an aufzuzählen, reichte Gerk den zweiten Rosenkranz und fuhr fort. ‚Einen Hammer, einen Klappspaten, Leinsamen, ein Seil, eine Zitrone und Schnaps.‘

‚Der Palmarec ist aus Weißdorn?‘

‚Und vom Pfaffen gesegnet!‘

‚Tirsch, du solltest dringend lesen und schreiben lernen!‘

‚Wieso?‘

‚Nur für den Fall, dass du einen Brief von der Jägergewerkschaft bekommst, dann wäre die erste Voraussetzung, dass du ihn auch lesen könntest.‘

Ihr Gespräch wurde von einem stöhnenden Schmatzen unterbrochen. Gerk blieb der Knoblauch schier im Halse stecken und Tirsch packte sich erschrocken die Zitrone.

Kauen und Schmatzen!‘ flüsterte der Totengräber und kritzelte wieder in seinem Buch herum. ‚Bevor ihr mit dem Graben beginnt, müssen wir den Platz segnen.‘

‚Ich kann ein Gebet sprechen!‘ meinte Gerk.

Und Tirsch nahm die Flasche mit dem Weihwasser aus dem Rucksack und blickte den Totengräber neugierig an.

‚Ja, sehr gut Tirsch. Trete ans Grab heran, drehe dich zu mir herum und träufle das Weihwasser auf den Boden und gehe dabei einmal ums Grab herum.‘

Tirsch tat was ihm geheißen und Gerk begann zu beten. Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe beide Augen zu. Vater, lass die Augen dein, über meinem Bette sein. Hab ich Unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an, deine Gnad und Jesu Blut, machen allen Schaden gut. Alle, die mir sind verwandt. Gott, lass ruhn in deiner Hand, alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein. Kranken Herzen sende Ruh, müde Augen schließe zu. Gott im Himmel halte Wacht, gib uns eine gute Nacht. Amen!‘

Der Totengräber stand mit offenen Munde da und puhlte nun selbst in seinen Ohren herum. ‚Besser hätte ich es auch nicht machen können. Tirsch gib mir die Flasche und bleibe in dem gesegneten Kreis. Gerk gib ihm die Schaufel.‘

Während Tirsch sich an die Arbeit machte, kniete sich der Totengräber neben das Grab und beobachtete jeden Handgriff. Er murmelte immer wieder etwas und kritzelte in sein Buch. ‚Das Blumengesteck war wesentlich verschoben und die Erde war weich und aufgewühlter als ich sie verlassen habe.‘

Als Tirsch auf den Sargdeckel stieß, blickte er ins Gesicht des Totengräbers, der wieder den Finger vor den Mund legte. Ein schmatzendes Stöhnen erklang und Tirsch wurde unter dem Schmutz kreidebleich. ‚Nun klopfe dreimal auf den Sargdeckel, stemm ihn auf und halte die Zitrone bereit. Gerk Weihwasser und Plamarek bereithalten.‘

‚Gib mir mal den Klappspaten!‘ rief Tirsch und warf die Schaufel nach oben. Der Totengräber zog eine Axt aus dem Gürtel.

‚Die Regel 1 der Jägergewerkschaft ist eigentlich, führe immer eine Axt mit dir. Man weiß nicht für was man sie brauchen kann, aber so ein Klappspaten ist genauso gut.‘

Mit lautem Knarzen hebelte Tirsch den Sarg auf und der Totengräber leuchtete ihm.

‚Sag mal, die ist doch schon eine Woche tot und sie sieht immer noch drall und gesund aus.‘ meinte Gerk, der einen Blick riskiert hatte. Tirsch beugte sich runter und legte ihr die Zitrone in den offenen Mund. Ihre Lippen waren noch genauso rot, wie an dem Tag, als er sie das letzte Mal lebendig sah.

‚Ein Anzeichen für Untote, Strigoi, Wiedergänger oder Vampire ist, die lebenden Leichen wirken vollgefressen und feist, die Wangen schimmern rosig bis rot, die Fingernägel und Haare scheinen gewachsen zu sein!‘ meinte der Totengräber und kritzelte in sein Buch. ‚Der Mund steht meist offen und ist voll Blut, dass meist frisch zu sein scheint!‘

‚Öhm ja!‘ rief Tirsch und blickte den Totengräber ernst an, der bereits einen Haken gemacht hatte und dann fortfuhr. ‚Wenn diese Anzeichen nicht erfüllt wurden, ist ein beschimpfender Unfug an einer Grabstätte nicht gestattet und unter Strafe vom Erfüllungsgehilfen umgehend zu vollstrecken.‘

‚Also sie hat sich an mir vergangen, als ich in meinem Bette lag, dass ist ja wohl Anzeichen genug.‘ rief Tirsch aufgebracht.

‚Aber gebissen hat sie dich nicht, oder?‘

‚Wie meint ihr das?‘

‚Er meint, dass dir dein Kasper abfault und du ihn nie wieder Schnäuzen wollen wirst, wenn sie dir in den Zipfel gebissen hat.‘ rief Gerk und kicherte in sich hinein.

Tirsch zog den Gürtel seiner Hose auf und riskierte einen Blick in seine Hose. Der Totengräber leuchtete, blickte ihm über die Schulter und konnte sich auch kaum mehr zurückhalten.

‚In der Regel beißen die Vampirartigen an gut erreichbaren Stellen des Körpers, wo die großen Adern verlaufen. Also Hals, Hand- und Fußgelenk. Aber in deinem Fall sollten wir Oberschenkel Innenseite und Bauch untersuchen, nur für den Fall der Fälle.‘

Tirsch schob auch noch das Hemd hoch und blickte auf seinen Bauch, als die schöne Marie plötzlich die Augen aufriss, ihm die Zitrone gegen den Kopf spuckte, ein markerschütterndes Keuchen von sich gab und ihren Körper pfeilschnell aufrichtete. Tirsch konnte ihre spitzen Zähne sehen und das Blut, dass ihr aus dem offenen Mund auf ihre drallen Brüste rann. Während der Totengräber aufgeregt in seinem Buch blätterte, schlug Tirsch beherzt zu, noch bevor ihre langen Krallen ihn erreichen konnten.

‚Den Platz mit Weihwasser tränken, Ausgraben und/oder Gruft öffnen, persönliche Schutzzeichen, wie Kreuze und/oder Knoblauch können hilfreich sein. Wenn das Aussöhnen mit dem Verstorbenen und /oder eine Zitrone nicht helfen, ist die Tötung der Leiche empfohlen. Das Pfählen mit einem handelsüblichen Palmarec aus Weißdorn oder eisernen oder silbernen Nagel und das Abtrennen des Kopfes mit einer Axt oder einem Spaten, den Leichnam verbrennen und die Überreste mit reichlich Knoblauch, Leinsamen und einen geknoteten Strick wieder eingraben. Einen Segen und/oder ein Gebet sprechen hat auch noch nie geschadet.‘ rief der Totengräber, doch Tirsch hatte der schönen Marie schon mit dem Klappspaten den Kopf sauber abgetrennt. Gerk reichte ihm den Palmarec und Tirsch trieb ihn ihr mit einem harten Schlag zwischen die Brüste. Dabei hätte er fast seine Hose verloren. Als er aus der Grube kletterte war er mit Blut und Dreck besudelt. Er steckte sein Hemd in die Hose und schloss den Gürtel, während Gerk ihm den Flachmann reichte. ‚Von dem geweihten Schnapse sollst du kosten, liebste Marie. Möge der Herr deiner Seele gnädig sein und dich Heimholen in sein Reich. Grüße Großmutter von mir. Amen.‘ rief Tirsch und verschüttete den Schnaps über dem Leichnam. Gerk zündete einige Streichhölzer an und warf sie hinterher. In Windeseile fing alles Feuer und die Flammen züngelten aus der Grube. Während Gerk einige Knoten in das Seil band, kniete sich Tirsch neben das brennende Grab und wusch sich mit dem restlichen Weihwasser Hände und Gesicht. Dabei schien er in ein stilles Gebet vertieft zu sein.

Der Totengräber war so beeindruckt von den Beiden, dass er sein Buch wieder in seinem Mantel verschwinden ließ und sie mit offenen Mund weiter beobachtete.

‚Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet, denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder.‘ flüsterte Tirsch.

‚Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen, ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe!‘ erwiderte der Totengräber.

Als das Feuer runter gebrannt war, warf Gerk die Leinsamen, das geknotete Seil und den Knoblauch in das Loch, während Tirsch die Grube wieder zu schaufelte. Als sie fertig waren zog Gerk das große Kreuz aus dem Rucksack und steckte es in die weiche Erde. Der Totengräber zog einen Flachmann aus seiner Tasche und schüttete den Inhalt auf das Frische grab. ‚Möge sie in Frieden ruhen. Amen!‘

‚In nomine patris et filii et spiritu sancti!‘ sprachen Gerk und Tirsch wie aus einem Mund.

Ende

¹) Palmarec – bulgarischer oder rumänischer Eigenname für einen Nagel zum Pfählen oder Durchstoßen von Vampiren, der bestenfalls aus Weißdorn oder Metall besteht.

P.S. Der Wortdieb bedankt sich bei Wikipedia, Dr. Mark Benecke, Quentin Tarantino, Warehouse 13, Akte X, Supernatural und der Bibel für die vielen Inspirationen. Danke.

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 4

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 4

17.11.2008

Habe von einebernadettem Käseschinkentoast geträumt, warum weiß ich nicht so recht. Ich wache nach einem komatösen Schlaf auf und schwanke ins Bad. Als ich aufm Klo hocke, bemerke ich, dass mir ein Brief am Fuß klebt. Auf dem Umschlag steht ‚Bernadette G.‘. Ich reiße ihn auf und lese…

Liebe Bernadette,

ich weiß nicht so genau, wie ich mich ausdrücken soll. Ich hoffe ich überfordere dich jetzt nicht, wenn ich mit der Tür ins Haus platze. Ich möchte dir auf keinen Fall zu Nahe treten, aber ich habe mich in dich verliebt. Und es ist nicht nur was Sexuelles. Ich würde ich gerne wiedersehen, mein Rasierer übrigens auch.

In Liebe Björn ‚der Schweißer‘ Svenolofson

Beschließe nach dem Pissen zu kotzen…

Ende

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 3

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 3

15.11.2008 Nachtrag

bernadetteOh, scheiße, dass Wartezimmer ist voll und der Werksarzt musste zu einer Entbindung, ich glaub der will mich wohl verarschen, wo sollen denn hier Schwangere herkommen? Dem werd ich schon was entbinden, wenn er wieder da ist. Der Sören nervt mich schon die ganze Zeit, warum ich heute schon wieder zu spät bin. Der Kerl widert mich an.

Ich beginne die Wehwehchen der Werksangestellten abzufertigen und gucke dabei ganz wehleidig auf meine blauen Einlaufhandschuhe…Und was sagt meine Frau nur dazu, dass ich von der halben Mannschaft hier gepimpert wurde. Liebes Tagebuch, wie soll ich es ihr nur erzählen. Aber sie lässt sich bestimmt wieder nur die Füße von irgend so einem Flachwichser massieren… Der dann gleich wieder mit ihr durchbrennen will… Ich weiß nicht was ich denken soll… Mir ist kalt ohne meine Muschi…

Nachdem ich alle Patienten abgefertigt habe, habe ich diesen blöden Sören bitten müssen, mich in die Röhre zu schieben und von meinem Kopf eine CT zu machen. Hab ne schwere Gehirnerschütterung und durfte mich selbst Arbeitsunfähig schrieben, bis unser lieber Herr Doktor wieder von der ‚Entbindung‘ zurück ist. Der blöde Sören hat jetzt meinen Schwesternkittel an und muss Nachtdienst machen. Hahaha. Oh tut mir der Kopf weh!

Jetzt kann ich mir auch erklären, warum ich auf Einmal an den Eiern lecken so toll fand, ich muss echt einen gewaltigen Schlag haben… hm… schwere Gehirnerschütterung eben. Irgendwie war ich nicht ich selbst… geh jetzt schlafen, morgen sieht die Welt ganz anders aus!

Als ich meine Zimmertür aufmache, ist meine Wohnung im tadellosen Zustand, so als wäre nichts Geschehen und ein Zettel liegt auf dem Kopfkissen….

16.11.2008

Bin heute morgen aufgewacht und ins Bad getappt, habe erst am Spiegel gesehen, dass dieser Zettel an meiner Wange klebt. Man kann kaum mehr was lesen, weil ich ihn wohl vollgesabbert habe. Hab den Zettel weggeworfen. Wird schon nichts Wichtiges draufgestanden sein….

Hab einen Termin beim Herrn Doktor Vladimir Putinowsky. Er untersucht mich nochmal. Dass ich eine schwere Gehirnerschütterung habe, hatte ich schon gewusst, dass man auf dem CT nicht weiter was Schlimmeres sieht, hatte ich auch schon gewusst. Ich bin ja nicht auf der Brennsuppn daher gschwommen. (Des sagt meine Süße immer! Grins!) Dann wollte er wissen, wo ich die ganzen blauen Flecken her habe. Dann hat er den Werksschutz geholt. Ich sollte mal lernen besser zu lügen. Er hat irgendwie einen Blick dafür, blaue Flecken zu lesen, er ist ja auch halber Russe, der kennt sich mit Vergewaltigungen aus. Ich erstattete keine Anzeige, ich hatte keine Lust, dass noch mehr Trara um die Sache gemacht wird. Der Werksschutz meinte nur, dass es noch Konsequenzen hätte und das Werk eigene Ermittlungen anstellen wird. Ich meinte nur: ‚Recht so!‘

Der Klempner und der Schweißer wären in diesem Zusammenhang schon öfter aufgefallen, aber da handelt es sich eigentlich immer um männliche Opfer. Und dieser unbekannte Fremde wäre eh schon auf der Fahndungsliste, nachdem er beim Flüchten Betriebseigentum beschädigt hätte. Außerdem wäre mein Körperschaden auch auf den Unbekannten Fremden zurückzuführen. In der Zeit meiner 14 Tage Arbeitsunfähigkeit müsste schließlich Ersatz eingestellt werden. Blabla.

Der Doktor verschreibt mir noch dazu strickte Bettruhe.

Ich komme zurück ins Zimmer und da hatte jemand ein angebissenes Käseschinkentoast unter meiner Tür durch geschoben.

Mache mir weiter keine Gedanken darüber und falle halbtot ins Bett….

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 2

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 2

14.11.2008 Nachtrag

bernadetteEs langt ja nicht, dass ich den ganzen Tag schon diesen blöden Ohrwurm habe, von diesem blöden Lied von den Kassierer. Meine Werkskollegen singen schon die ganze Zeit dieses blöde Lied. Ich wusste gar nicht, dass es eine norwegische Version von dem Titel gibt.

Die werden doch nichts mitgekriegt haben, vielleicht sollte sie mal fragen warum mir mein Arsch so weh tut…Ding, Dong… oh der Klempner… ich muss zu Tür…

Der Klempner ist da und ich zeig ihm das kaputte Heizungsrohr und die Beulen an der Heizung. Er murmelt etwas auf norwegisch. Ich verstehe kein Wort, mein norwegisch ist nicht so gut, wie es eigentlich sein sollte. Er holt einen Hammer macht sich ans Werk. Seine Latzhose gefällt mir, aber ich finde bei den Temperaturen hätte er wenigstens ein Shirt anziehen können. Er hämmert also die Beulen aus der Heizung und bei jedem Schlag fange ich völlig unterbewusst, den Text von dem Lied von den Kassierer im Hammertakt lautstark mitzusingen. Böser Fehler, der Typ legt den Hammer weg und lässt seine Latzhosen fallen. Mein Lied verstummt, als ich den Hammer zwischen seinen Beinen sehe. Wie können Männer nur so schnell so viel Blut dahin pumpen. Ich stehe wie ein Reh bebannt vom Scheinwerferlicht da und der Mund steht mir offen….mit einem Schritt war er bei mir und steckte mir seine Zunge in den Hals. Ich bin total paralysiert. Sein Glied ist wirklich zu groß, aber er lässt sich von zu eng nicht irritieren. Des macht ihn irgendwie noch geiler. Er säuselt mir im gebrochenen Deutsch ins Ohr, dass er tierisch auf behaarte Frauen steht und dass er mich schön öfter im Schwimmbad beobachtet hätte. Als er mit mir fertig war, meinte er noch, dass des Heizungsrohr geschweißt werden müsste, er schickt da jemanden vorbei.

Ich weiß jetzt warum mein Arsch so weh tut. Habe zum Kotzen keine Kraft mehr…..

Bernadette

15.11.2008

Es klingelt, ich wach auf und hau mir den Kopf am Klodeckel an. Hab wohl die Nacht am Klo verbracht. Ich schwanke zur Tür, da steht der Schweißer mit seinem Schweißgerät. Die Gasflasche war nicht so groß, wie die Beule in seiner überaus nicht unschönen Latzhose. Ich glaub mir wirds schon wieder schlecht.

‚Dann wollen wir doch erst mal das Rohr schweißen!‘ meinte er.

‚Kommens doch rein!‘ sag ich.

‚Warum klebt hier überall Sperma!‘ fragt er und bröselt mir etwas getrocknetes Sperma aus meinem Haupthaar und stellt im gleichen Atemzug sein Schweißgerät an. Ich habe noch nie einen Handwerker so schnell schweißen sehen, wie den Schweißer. Er dreht sich um und hat immer noch die Schweißerbrille an. Mir ist schwindelig, ich habe glaub ich ins Licht gesehen. Bevor ich bewusstlos zu Boden knalle, fängt er mich auf, schleift mich ins Bad und stellt mich kurzerhand unter die Dusche. Was ich auch echt nötig gehabt hatte. Ehe ich mich versah, hatte er einen Rasierer gezückt (wo er den wohl her hatte) und rasiert mich, bis aufs Haupthaar völlig kahl. Dann lässt er mit einem breiten Grinsen im Gesicht, seine Latzhose zu Boden gleiten und sein Penis schnellte in Bereitschaftsposition.

Er kam zu mir unter die Dusche und meinte: ‚Nur wer rasiert ist, wird auch geleckt!‘

Bei allen Heilligen, er war rasiert, ich wusste gar nicht, dass an den Eiern lecken so viel Freude bereitet. Er hatte so einen großen Schwanz, dass ich ihn kaum in den Mund bekam. Was mache ich da eigentlich, ich muss mir bei den Stößen gegen Heizung, doch etwas Ernsteres am Kopf zugezogen haben. Er fickte mich von der Dusche bis ins Bett und wieder zurück. Weitere Details erspare ich euch jetzt, als er fertig war, klingelte mein Telefon, der Sören aus dem Labor, wo ich denn bleibe… oh scheiße ich muss zum Dienst. Ich zog mich an und lief los.

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 1

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 1

12.11.2008

Kein Schwein ruft mich an…keine Sau interessiert sich für mich.

Hier in Norbernadettewegen haben wir schon minus Grade und es herrscht ein Dreckswind, der einen den Schneeregen direkt ins Ohr bläst. Früher hab ich den Schnee immer gemocht, mittlerweile kann ich ihn nicht mehr ausstehen. Bei so schlechten Wetter ist hier alles Mist, der Landurlaub am Wochenende ist gestrichen, jetzt muss ich bis zum Heimaturlaub ende des Monats warten.

Bis dahin bin ich alte Lesbe mit 537 Männern hier auf dieser ‚Milchinsel‘ eingesperrt. Könnt kotzen. Die Wehwehchen der Herren häufen sich, um so schlechter das Wetter wird. Männer sind echte Memmen.

Ein Vorteil ist, seit dem ich dem Letzten (der versucht hat mich anzumachen) mit einem Einlauf gedroht habe, macht mich fast keiner mehr an.

Freue mich inständig auf Heimaturlaub.

Grüße aus Melkoya von der bald verschneiten Gasanlagen auf der schönen Milchinsel

Bernadette G.

P.S. Mein Schatz ich warte seit Tagen auf nen Anruf von dir….

13.11.2008

Es tut mir leid, ich war betrunken und ich hab dabei nicht mal an dich gedacht. Es gibt nichts zu entschuldigen. Er stand plötzlich am Hafen vom Werk, mit ein paar Flaschen Wodka im Gepäck. Er schien bedrückt zu sein und er summte immer und immer wieder dieses bescheuerte Lied von den Kassierer. Da geht es um die Probleme von Männern, die ne 15 jährige Freundin haben. Wir gingen in den Aufenthaltsraum und begossen unsere Stimmungen. Einige Kollegen betranken sich mit uns, sie waren mehr auf Party eingestellt als wir. Und wenn die Männer im Werk mal feiern, dann wird aber auch gefeiert. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mit einem von den Schweißern ein Wettsaufen begann. Ich habe keine Ahnung, wer gewonnen hat. Irgendwann muss er mich in mein Wohnklo gebracht haben. Mindestens einer von uns muss gekotzt haben. Dann fiel er über mich her. Ich war so betrunken, dass ich mich kaum wehren konnte. Ich muss ihm zumindest die Nase gebrochen, sein Unterhemd war mit Blut überströmt. Er riss mir die Latzhose vom Leib und zerriss mein Unterhemd und fesselte mich an die Heizung. Währendessen er in mich eindrang, donnerte mein Kopf gegen die Heizung. Er schrei immerzu: ‚Mein Glied ist zu Groß, sie ist zu eng für mich!‘ Immer und Immer wieder. Irgendwann muss ich bewusstlos geworden sein, da mein Kopf bei jeden weiteren Stoß gegen die Heizung stieß.

Vorhin wurde ich wach, er hatte mir eine Hand losgebunden, damit ich mich befreien konnte. Dann hat er sich wohl verpisst. Ich fand dann einen Zettel: ‚Ich musste, mir stands bis zum Hals, die konsekgekritzel trage ich allein, ich muss zurück zu ihr, sorry Robaat.‘ Ja, der Robaat, der blöde Freund meiner lieben Schwester Schackeline (17 1/2)! Ich scham mich so!

Ich war noch nie in meinem Leben so sprachlos, dass mir jetzt die Worte fehlen. Aber dass ich sturz betrunken war, entschuldigt nichts, und dass ich gefesselt war auch nicht. Ich habe so einen widerlichen Geschmack im Mund, ich kann doch gar nicht inspiriert gewesen sein… ich geh jetzt erst mal kotzen.

Bernadette

14.11.2008

Dem Kopf gehts wieder gut, ich hab mich selbst verarztet. Aber irgendwie tut mir mein Arsch weh. Ich hab immer noch so einen komischen Geschmack im Mund, dabei hab ich mir schon 5mal heute die Zähne geputzt und mit Domestos gegurgelt, des hilft alles nix.

Heute Nachmittag kommt der Werksklempner. Die Heizung scheint kaputt zu sein…

Bernadette

Hetzjagd

Hetzjagd

nebelEin junge Frau lief durch den nächtlichen Wald. Ihr Atem ging schwer. Sie blickte gehetzt nach hinten, es schien als würde sie jemand zu verfolgen. Der Waldboden war nass und rutschig, es hatte kurz vorher geregnet und es tropften immer noch schwere Tropfen von den Blättern und Ästen auf sie herab. Einige Zweige schlugen ihr hart ins Gesicht, als sie wieder nach vorne blickte. Sie keuchte vor Schmerz laut auf und hielt sich schützend die Arme vors Gesicht. Ihre Füße rutschten immer wieder über Wurzeln und herabgefallene Äste.

Aus ihrem Mund kam bei jedem Atemzug ein angsterfülltes Wimmern, hastig blickte sie wieder nach hinten. Sie konnte einen Schatten hinter sich erkennen. Augenblicklich schien sie schneller zu laufen, dabei stolperte sie unachtsam über einen Baumstumpf und kam ins Straucheln, sie fiel zu Boden, konnte sich aber gleich wieder aufraffen und lief weiter im Zickzack durch den Wald.

Die Bäume standen nun viel dichter aneinander, so dass sie sich durch das Dickicht der Äste kämpfen musste. Sie keuchte laut und kämpfte sich weiter, sie konnte ihren Atem dabei sehen. Kälte umhüllte sie und brachte Nebel mit, der sich über den moosigen Waldboden, wie eine Schlange bewegte.

Ihr ganzer Körper zitterte, ihre Kleidung war schmutzig und völlig durchnässt. In ihrem Gesicht und an den Armen waren mehrere blutige Kratzer zu sehen. Doch sie kämpfe sich weiter.

Sie kroch durch das Gestrüpp eines Busches, der ihren Weg versperrte. Das Erdreich unter ihr gab plötzlich nach und ehe sie sich versah, rutschte sie einen Abhang hinunter.

Als ihr Körper zum Stillstand gekommen war, versuchte sie sich wieder aufzuraffen. Doch ihre Muskeln waren wie gelähmt vor Kälte und Anstrengung. Doch der Schatten, den sie oben am Hang für einen kurzen Moment erblickte, beflügelte ihr Handeln. Sie musste weiter. Sie musste hier weg. Also rannte sie.

Nach wenigen Minuten kam sie auf eine Lichtung. Sie blieb einen Moment stehen, um zu verschnaufen und sich umzublicken. Weit entfernt konnte sie Lichter durch den Wald schimmern sehen. Hoffnung keimte ihn ihr auf und sie lief weiter auf die Lichter zu.

Plötzlich packte sie jemand und riss sie fast von den Füßen. Starke Arme drückten ihr die Luft aus den Lungen. Ein Schaudern lief ihr über den Rücken, als kalte, glitschige Finger die nackte Haut ihrer Arme berührten. Sie versuchte zu Schreien, doch ihr Angreifer hielt ihr den Mund zu. Ein seltsamer Geruch kroch in ihre Nase und sie konnte noch schwarze Finger sehen, bevor ihre Sinne für einen kurzen Moment schwanden.

Der Angreifer lockerte seinen Griff, als ihr Körper in seinen Armen erschlaffte. In diesem Moment war sie wieder voll da, riss sich los und kam aber ins Straucheln. Er konnte sie gerade noch an den Haaren packen, ihr Kopf machte einen Ruck nach hinten. Sie schrie laut auf, fiel hart auf den Boden und er stützte ihr hinter her.

Benommen versucht sie sich unter seinen Gewicht herauszuwinden, doch seine Finger waren immer noch in ihren Haaren vergraben. Er stand stumm auf und schleifte sie an den Haare hinter sich her. Sie schrie erstickt, weil ihr eigenes Schluchzen sie daran hinderte.

Irgendwann lies er von ihr ab. So halb gegen einen Baum gelehnt lies er sie einfach liegen. Sie hörte Schritte, die sich von ihr entfernten. Vom Schmerz war sie so benommen, dass sie kaum fort kriechen konnte. Sie versuchte es trotzdem. Der Versuch wurde je gestoppt. Eine schwarze Faust verfehlte sie nur knapp, doch der zweite Schlag sitzte und die wurde endgültig bewusstlos.

Sie erwachte erst wieder, als ein reißenden Geräusch neben ihrem Ohr ertönte. Geschockt riss sie die Augen auf und bemerkte, dass sie gefesselt war. Wieder dieses Geräusch. Und irgendwas wurde ihr über den Mund gelegt und fest gedrückt. Als sie ihren Mund versuchte zu bewegen, erkannte sie, es war Klebeband. Wieder dieses Geräusch. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, sie versuchte sich zu bewegen, doch er hatte nicht nur ihren Mund zugeklebt sondern ihren Kopf leicht nach oben gestreckt an den Baum geklebt. Sie hatte das Gefühl gleich ersticken zu müssen.

Plötzlich stand er über ihr und sie musste ihn direkt anblicken, sie erkannte aber nur schwarze Schemen und sie sah eine Klinge vor ihrem Gesicht aufblitzen. Aus Angst kniff sie die Augen zu und hoffte, dass es schnell vorbei sein würde. Aber weit gefehlt. Wieder ertönte dieses Geräusch. Er klebte ihr fast schon liebevoll ihre Augenlider mit dem Klebeband an der Stirn fest.

Trotz dessen dass sie halb am Ersticken war und ihr Kopf nach oben gestreckt war, bemerkte sie, dass ihr warmes Blut und/oder Rotz aus der Nase rann und über ihr Gesicht und Hals nach unten lief. Auch in ihrem Mund sammelte sich Blut und von dem eisernen Geschmack in ihrem Mund musste sie würgen. Sie versuchte irgendwie zu atmen, doch das Tape vor ihrem Mund und die Schlonze in ihrer Nase hinderten sie daran.

Das Messer tauchte wieder vor ihrer Nase auf und er ritzte ihr einen kleinen Schlitz in das Klebeband. Sie bekam besser Luft, aber das war nicht das was er damit beabsichtigt hatte.

Nur eine Sekunde, nachdem er das Messer aus ihrem Blickfeld genommen hatte, beugte er sich ganz nah über ihr Gesicht und stieß ihr seine Zunge in Mund. Das Tape riss weiter ein, aber sie konnte ihren Mund kaum bewegen, da auch ihr Kiefer mit dem Tape so fixiert war, dass sie sich nicht mal mit den Zähnen hätte wehren können. Irgendwann lies er von ihr ab und sie nutzte die Zeit einfach nur um zu atmen. Seine Hand strich über ihr Gesicht und endlich bemerkte sie, dass er schwarze Gummihandschuhe trug. Dann glitt er mit den kalten Fingern über ihren Hals und mit einem Ruck riss er ihr Shirt vom Leib. Mit dem Fetzen Stoff wischte er über ihr Gesicht.

Sie blickte ihn gezwungenermaßen weiter an und ihr Atmen stockte, als sie den Reißverschluss hörte…

Manchmal kommt es anders… Variante 1

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Vorgeschichte

Variante 1

IMG_0005‚Ja, das ist mein Schlafzimmer!‘ sagte er mit ungewohnter fester Stimme und folgte ihr, als sie rückwärts zum Bett ging. Völlig absichtlich stolperte sie aufs Bett und er fiel auf sie. Sein Gewicht pinnte sie aufs Bett. Sie atmete schwer und versuchte sich unter ihm heraus zu wälzen. Er hielt sie fest und küsste sie hart und unnachgiebig. Sie konnte seine Erregung spüren, als sie sich wehrte. Nach Luft schnappend blickte sie über seine Schulter und da war eine weitere Tür. War das auch das Betriebsgeheimnis, oder nur ein begehbarer Kleiderschrank? Diesen Moment der Unachtsamkeit nutzte er schamlos aus und schob ihren Pullover hoch und griff hart nach ihren Brüsten. Sie wehrte sich dagegen, das spornte ihn noch mehr an. Wie verrückt krallte er sich in ihre Haut und versuchte sie an sich zu zerren. Sie strampelte und schlug um sich. Endlich kam sie von ihm los und stürzte dabei vom Bett. Sie flüchtete auf allen Vieren zur Tür. Hastig rappelte sie sich auf und riss an der Türklinke. Die Tür war verschlossen. Panisch drehte sie sich um und blickte umher. Die falsche Tür. Da waren noch zwei weitere. Verdammt. Zwischen ihr und den anderen Türen, stand er. Er hatte ganz lässig seinen Hosenschlitz geöffnet und kam auf sie zu.

‚Hübsches Täubchen, was hast du denn?‘ flüsterte er und kam näher. ‚Ich will dich doch nur ficken!‘

Blitzartig holte er aus und schlug ihr hart ins Gesicht. Sie verlor für einen Moment die Besinnung und wurde erst wieder klar, als er sie rüttelte. Eine Tür schwang auf und sie wurde in den dahinter liegenden Raum geschleift. Sie konnte ihr Blut in ihrem Mund schmecken. Das Licht ging automatisch an und vor ihr kam eine Folterkammer zum Vorschein. Die Wände waren mit schwarzem Leder verkleidet. Es hingen schwere eiserne Ringe an der Wand. Er packte sie und schleifte durch den Raum und warf sie auf ein Bett, dass in der Mitte des Raumes stand. Von der Wucht des Aufpralles konnte sie sich auf die Knie stemmen und gleich wieder vom Bett springen. Er konnte gar nicht so schnell reagieren, wie sie schreiend und mit den Armen wedelnd aus der Folterkammer rann. Er versuchte sie zu verfolgen, aber sie war flink. Verdammt flink. Wie ein kleines zwölfjähriges Mädchen hopste sie schreiend aus dem Schlafzimmer über den Gang zur Wohnungstür. Sie war verschlossen. Völlig verängstigt, blickte sie umher, erblickte ihre Schuhe und ihre Handtasche. Sie packte ihre Docs in ihre Tasche und rannte ins Wohnzimmer. Als er ihren Weg kreuzte, holte sie aus und zog ihm die Tasche über den Schädel. Er ging zu Boden und blieb bewusstlos liegen. Das bekam sie gar nicht mehr mit, weil sie schon schreiend auf der Dachterrasse über die kleine Mauer geklettert war und nun gegen die Glastür des Nachbarn hämmerte.

Der Nachbar kam an die Tür und riss sie wütend auf. ‚Sag mal hast du kein Zuhause?‘

Dann sah er das Blut, dass ihr vom Gesicht ran. Er grinste sie dreckig an, packte ihre Haare und schleifte sie ins Zimmer. ‚Ist wohl nicht dein Tag heute, Poison Ivy!‘

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