Die wunderbare Welt des Kabellosen

Die wunderbare Welt des Kabellosen (11.09.2009)
Ich sitze auf dem Balkon und schaue in den Nachthimmel. Das Klima meint es heute gut mit mir. Für Mitte September ist es bemerkenswert mild. Ich kann die Sterne sehen und ein laues Lüftchen trägt allerlei Geräusche an mein Ohr. Als ob ich das Gras wachsen hören könnte. Die Grillen zirpen vor sich hin und fressen hoffentlich die Monstermücken, die hier zu Lande ihr Unwesen treiben. Erst vor zwei Wochen hat mir hier eine von diesen Atommücken in die Glatze gestochen. Diese Mistmatz, ich hoffe sie ist an meinem unschuldigen Blut verreckt.
Ich sitz hier also mit dem Laptop auf dem Schoß und surfe kabellos im Internet. Es ist unglaublich, früher wäre des nicht gegangen, da war das Verschicken einer SMS noch total aufregend und vom Internet hatte man nur gerüchteweise gehört. Heutzutage erleidet man schon körperliche Schmerzen, wenn man mal nicht alle zwei Stunden seine Mails checken kann. Man könnte ja irgendwas verpassen.
Genau das wollte ich eigentlich grad tun. Meine Mails checken. Da krieg ich eine Mail über eines meiner vielen Portale. Ein ‚Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah‘ (Name wurde natürlich verändert und es soll nicht rassistisch klingen!) möchte meine getragenen Söckchen, Nylons, Sandalen abkaufen. Aha. Ich will auch viel im Leben und kriegen tu ich meistens nur einen Arschtritt. Nicht, dass des mit nicht gefallen würde, aber das ist eine andere Geschichte. Dieser junge vollbebartete Straßenkämpfer (wie er sich selbst bezeichnet!) ist vor 5 Jahren zu einem Glauben übergetreten und hat seit dem wohl keine Frau mehr angefasst. (Und es war nicht der Katholizismus!) Der Geruch von Frauenfüßen wäre ihm aber immer in Erinnerung geblieben und bei mir wäre er heute schwach geworden. (Ihr kennt mein Profilbild, da sieht man keine Füße!) So, ich bin ja nur ein bisschen paranoid, aber wenn ein junger Anhänger bestimmter Religionen mir einen fußfetischistischen Antrag macht, was soll ich denn da denken. Was macht der mit meinen Nylons. Und wenn die Nylons nach mir riechen, dann kann man doch bestimmt auch meine DNA nachweisen. Um Himmels Willen, heute ist auch noch der 11.September. Jetzt krieg ich richtig Panik. (Dann ist mir ganz nebenbei aufgefallen, dass Nine Eleven, ausgeschrieben 911 heißt und die Notrufnummer nicht nur in Amerika ist.)
Also, ich habe heute einen Entschluss gefasst, ich werde keine getragenen Höschen, Strümpfe, Nylons oder Schuhe verkaufen und wenn es noch so lukrativ zu sein scheint. Ich hab keine Lust im Knast zu landen, weil man am anderen Ende der Welt meine DNA an einem Tatort auftaucht. Nennt mich paranoid, aber bei meinem Glück, dass ich habe, lass ich mal lieber meine Schlüpfer frischgewaschen im Schrank.
P.S. Habe mir den Spaß gegönnt mich als gottesfürchtige Katholikin auszugeben und wollte dem netten Fußfreund meine Pilgerschuhe andrehen. Ich glaub dem ist richtig einer abgegangen. Kommt er jetzt deswegen in die Hölle, oder ich? Oder Beide? Was ist, wenn er erfährt, dass ich keine Jungfrau mehr bin. Und wenn er deswegen keine 99 Jungfrauen bekommt, wenn er sich mit meinen weißen Pilgerschuhen in der Hand in die Luft sprengt. Wo ist eigentlich der deutsche ganz und gar geheime Geheimdienst, wenn ich mich bedroht fühle? Fragen über Fragen. Nix füar unguat.
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