Kommt eine Frau in eine Schwulenbar

Kommt eine Frau in eine Schwulenbar

WeissbierNachdem sie sich nur nach einem Feierabendabsacker sehnte, bemerkte sie nichts Ungewöhnliches.

Zwei Herren saßen an der Bar und tranken Weißbier. Der Barkeeper machte das was Barkeeper eben so tun, wenn sie so tun, als wären sie beschäftigt.

Sie setzte sich an die Bar und las die Tageskarte. ‚Krieg ich so einen Bruna?‘

‚La Bruna!‘ meinte der Barkeeper.

‚Krieg ich so einen La Bruna, bitte!‘ sagte sie und dachte sich: ‚Gott, ist der zickig!‘

‚Kommt sofort.‘

Der Koch kam aus der Küche und servierte den beiden Herren einen griechischen Salat und zweimal Besteck. Und bei dem Anblick dieses Salates kam bei ihr enormer Futterneid auf, obwohl sie bereits gegessen hatte.

Erst als sie ihren Drink serviert bekam, fiel es ihr wie Schuppen von den Haaren, dass die beiden Männer sich tatsächlich einen Salat teilten. Wenn die Beiden jetzt auch noch zusammen aufs Klo gingen, war sie wohl definitiv in der falschen Bar gelandet.

Sie zuzelte an ihrem Strohhalm und der Drink war wirklich lecker, wenn es jetzt noch richtig Sommer wäre, dann wäre der ‚La Bruna‘ perfekt zum Dunstlöschen und zum Betrunken werden.

Die beiden Herren bestellten noch 2 Weißbier. Und der Barkeeper zapfte das Weißbier von der Schankanlage zu zwei Drittel voll, dann richtete er das Glas langsam in eine aufrechte Position und entließ mit einer geschickten Handbewegung am Zapfhahn noch ein Schwall des Schaumes in das Weißbierglas. Das Weißbier war fast perfekt eingeschenkt und er tippte den Zapfhahn noch einmal an und ein letzter Spritzer ergoss sich in das Glas. Perfekt.

Er wiederholte die Prozedur beim zweiten Weißbier und erst als der Barkeeper die beiden Biere servierte, wurde ihr Gewahr, dass ihr ein leichtes Stöhnen entwichen sein musste, weil die beiden Herren sie pikiert anblickten. Sie war wohl nicht die Einzige, der bei dem Anblick des erotischen Einschenkens eines perfekten Weißbieres beinahe einer Abgegangen war.

An diesem Abend wurden noch viele Weißbiere getrunken, dabei mochte sie gar kein Weißbier. Als die beiden Herren zusammen aufs Klo gingen, legte sie 30 Euro auf den Tresen und meinte: ‚Den Rest kannste behalten!‘

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Sitzt ne Frau an der Bar und neben ihr steht ein pinker Regenschirm…

Sitzt ne Frau an der Bar und neben ihr steht ein pinker Regenschirm…

Milk_001Außer ihr saß niemand in dem Lokal. Der Barkeeper spielte Sudoku auf seinem Handy. Ein Lied von Nina Simon säuselte vor sich hin. Da kam ein Mann klitschnass in die Bar gestolpert und rutschte beinahe auf seiner eigenen Pfütze aus. Er trug einen durchnässten Trenchcoat und einen Hut. Als er den Hut abnahm, tropfte er die Bodenfliesen voll. Etwas zerstreut stolperte er an die Bar und legte seinen nassen Hut an den Tresen. Sie konnte nasse Schurwolle riechen, während er ohne weitere Unfälle versuchte seinen Mantel auszuziehen.

Sie nippte an ihrem Absinth Sprite.

‚Krieg ich hier auch was zu trinken, nicht dass es draußen nicht schon nass genug wäre.‘ rief der Mann und lachte über seinen eigenen Witz.

‚Was für ein Witzbold!‘ dachte sich die Frau.

Der Barkeeper konnte sich kaum von seinem Handy trennen.

‚Bemühen Sie sich nicht unnötig, ich nehm das Selbe wie die nette Dame!‘

‚Sie wissen ja jarnich ob ich ne Nette bin, wa!‘ berlinerte sie ihn garstig an.

‚Ja und die Plörre würd ich nicht freiwillig saufen.‘ flüsterte der Barkeeper fast unmerklich ins Glas als zum Kunden.

Sie schob ihm ihren Drink rüber und nickte ihm auffordernd zu.

‚Ich bin so frei!‘ meinte er und roch an dem Glas, zog dann etwas Flüssigkeit zwischen den Zähnen hindurch und tat so als wäre er bei einer Weinprobe. Daraufhin verschluckte er sich, verzog das Gesicht und räusperte sich mehrmals.

‚Ich nehm dann doch ein Bier!‘ meinte er kleinlaut und setzte sich endlich auf einen freien Barhocker.

‚Und was hat Sie hier her getrieben?‘ fragte er die Frau.

Sie blickte nur auf ihren tropfnassen Regenschirm und versuchte ihn so freundlich wie möglich anzulächeln.

‚Scheiß Wetter da draußen, gell!‘ meinte er aufdringlich.

Sie dachte sich nur, was er für ein Penner sei.

‚So ein Glas Milch für den jungen Mann!‘ meinte der Barkeeper und servierte ihm tatsächlich ein Glas Milch. Dann ging er zu der Frau und meinte: ‚Hey, Baby wie geht dein Rock auf? Den Rest kannst du mir erzählen, wenn wir verheiratet sind!‘

Sie grinste ihn dreckig an, legte 20 Euro auf den Tresen und meinte: ‚Stimmt so!‘

Der Barkeeper warf sein Handtuch auf die Theke und meinte: ‚Ich kündige!‘ Dann sprang er über die Bar und hielt ihr seinen Arm hin. Sie nahm ihren pinken Regenschirm und hakte sich bei ihm ein. Als sie durch die Tür verschwunden waren, kam der Koch aus der Küche gestürmt und blickte verwirrt auf den Tresen. Er nahm sich die 20 Euro, schüttelte den Kopf und verschwand wieder in seiner Küche.

Wortlos kommt eine Frau in eine Bar…

Wortlos kommt eine Frau in eine Bar…

936763_4946260140953_428428124_nWortlos kommt eine Frau in eine Bar und führt Daumen und Zeigefinger der rechten Hand zu einem O zusammen und steckt den Zeigefinger der linken Hand in das O und lächelte den Barkeeper an. Ihre Lippen formten ein Wort, dass er nicht zu deuten wusste.

‚Ah, ein Aperol Spritz, die Dame!‘ meinte der Barkeeper.

Die Frau trat schnell an die Bar heran und wiederholte die Handbewegung, rührte dabei sehr energisch mit dem Finger in dem O. Ihre Lippen formten: ‚Nicht Aperol Spritz.‘

‚Also verehrtes Fräulein, mich ehrt Ihr Anliegen, aber ich bin eher…!‘ meinte der Barkeeper und formte auch ein O mit der einen Hand, um dann mit dem Mittelfinger der anderen Hand von hinten in das O zu fahren. Sie zog nur eine Augenbraue hoch und schüttelte den Kopf.

In dem Moment kam der Koch aus seiner Küche und blickte erst auf die Hände des Barkeepers und dann auf die Hände der Frau. Er fing an zu Grinsen, strich sich mit dem Finger über den Mundwinkel und formte das Wort ‚Honig‘, dann blickte er mit einem dreckigen Grinsen zum Barkeeper hinüber und machte eine obszöne Geste mit der Hand an den Mund und der Zunge im Mund. Die Frau musste wortlos lachen und machte dann nochmal ihre Geste mit dem O und dem Finger.

Der Koch drehte sich um, pochte mit dem Finger auf die ‚Angebot des Tages‘-Tafel und ging wieder in die Küche. Der Barkeeper schlug sich mit der flachen Hand auf die Stirn und meinte: ‚Nein, Griebenschmalz, warum sagens des net gleich?‘

‚Einmal Griebenschmalz!‘ rief der Koch aus der Küche.

Der Koch war wieder in der Küchentür aufgetaucht und sprach langsam und deutlich mit Händen und Kopfbewegungen in ihre Richtung. ‚Zum Mitnehmen oder zum hier Essen?‘

Sie nickte zur Tür und grinste wieder.

‚Mit Brot zum Eigenbedarf?‘ meinte er wieder langsam und deutlich.

Sie grinste wieder und entließ einen Handkuss in Richtung der Küchentür. Der Koch fing ihn mit beiden Händen auf und nahm ihn mit in die Küche.

Dann nahm sie einen Zettel aus der Hosentasche auf dem ‚Kehlkopfentzündung‘ stand und legte ihn auf die Bar.

Alpenroadmovie – Happy End

Alpenroadmovie – Happy End

Krankenhaus Trapani

12.05.2013 13.40 Uhr

naudersEnzo saß an ihrem Bett, in einem neuen Anzug und mit einem neuen Haarschnitt. Er strich sich übers Gesicht. Die Nonna hatte ihn mit der Rasierklinge ihres Vaters rasiert und ihm den Kopf geschoren. Es war ein ungewohntes Gefühl, aber auch irgendwie befreiend. Blume lag im Bett und schlief. Sie sah immer noch ziemlich angespannt aus, selbst im Schlaf. Sie hatte ein paar Falten auf der Stirn, die sich einfach nicht entspannen wollten, so oft er auch darüber strich.

Eine Schwester kam herein und brachte den Kleinen und fragte, ob sie ihn tatsächlich Bambi nennen wollten.

‚Wenn meine Frau sagt, dass er Bambi heißen soll, dann wir es schon stimmen!‘ meinte er unwirsch und nahm seinen Sohn entgegen und schloss ihn in die Arme. Er hatte Tränen in den Augen, als sein Sohn die seinen öffnete.

‚Sag mal heulst du?‘ gähnte Blume, die gerade erwacht war.

‚Ja verdammt!‘

‚Kannst du aufhören, vor dem Bambini zu fluchen?‘

‚Natürlich, wie die Signora es wünscht!‘

ENDE

Alpenroadmovie – Sicilian Standoff

 

Alpenroadmovie – Sicilian Standoff

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Krankenhaus Trapani

12.05.2013 06.40 Uhr

naudersEnzo saß am Krankenbett. Man konnte ihn wirklich kaum wiedererkennen. Sein Bart war ungepflegt und ziemlich lang, genauso wie seine Haare, die völlig ausgebleicht waren. Seine Haut war braungebrannt und faltiger, als man es in Erinnerung hatte. Er trug schmutzige, schwarze Militärkleidung, die an einigen Stellen durch gescheuert war. Seine Stiefel waren kaputt und waren mit Tape und Lederbändern umwickelt, damit die Sohle nicht abfiel. Eine kaputte Sonnenbrille steckte in der Brusttasche seiner Jacke. Seine Finger waren schmutzig und doch hielt er ihre Hand.

Blume lag im Bett und hielt ihr Baby in ihren Armen. Die Schwestern hielten es für besser, das Kind bei der Mutter zu lassen, da es Komplikationen bei der Geburt gegeben hatte. Dem Kind ging es gut, sehr gut sogar, nur Blume war, so befürchteten die Ärzte, von einer frühen Wochenbettdepression befallen. Sie wollten die Bindung von Mutter und Kind unterstützen, sie aber nicht ohne Aufsicht lassen. Deswegen wurde Enzo auch von einer Nonne misstrauisch beäugt.

Blume regte sich, während das Kind seelenruhig weiterschlief. Enzo rutschte mit dem Stuhl näher an das Bett und zischte ihr zu. ‚Blume! Ich bin hier!‘

Erschrocken riss sie beide Augen auf, erblickte den bärtigen Mann an ihrem Bett und entzog ihm ruckartig ihre Hand. Ihr Kind an sich drückend versuchte sie sich aufzusetzen.

‚Blume ich bins, Bambi! Ich bin zurück.‘ rief er etwas lauter und eilte an ihre Seite.

Sie fluchte auf italienisch, was er sehr sexy fand, obwohl er gemeint war. Die Schwester war aufgesprungen und eilte auf sie zu. Blume holte aus und verpasste ihm eine saftige Ohrfeige.

‚Dafür das du nicht da warst und dafür, dass sie mich für verrückt halten!‘

‚Ich war da, ich stand vor der Tür. Sie haben mich nicht reingelassen!‘

Die Schwester sprach auf italienisch mit ihnen und versuchte sie zu beschwichtigen. Blume drehte sich zu ihr um, benützte eine Hand zum Reden und zischte ihr auf italienisch zu, dass sie sie mal könne und das sie sich besser nicht in Familienangelegenheiten mischen sollte, das wäre nämlich ‚unsere Sache‘. Kreidebleich verließ die Nonne rückwärts das Zimmer.

Enzo musste sich setzen, seine Knie zitternden, genauso wie seine Hände.

‚Du siehst scheiße aus, Bambi!‘ zischte sie ihm zu, als sie sich wieder hinlegte. ‚Und Weihnachten ist längst vorbei und Ostern auch!‘

‚Tut mir leid, ich konnte nicht eher kommen!‘

‚Die Nonna hat die Sache mit den Münchnern und den Vinschgauern längst geklärt!‘

‚Farid war anderer Meinung.‘ meinte Enzo und zog ein Paar Schuhe aus einer Tasche. Sie sahen erschreckend sauber aus, im Gegensatz zu seinem ganzen Erscheinungsbild. ‚Er wollte die Schuhe nicht wieder hergeben. Giovanni musste erst kommen und ihm drohen.‘

‚Giovanni, dieser Stronzo hat der Nonna ein paar Schuhe geklaut und ist abgehauen!‘

‚Die Schuhe von der Nonna stehen ihm auch viel besser als Deine!‘ lächelte Enzo. Blume war erschöpft und schloss die Augen, lächelte aber leicht.

‚Ich bleib jetzt hier, ich geh nicht mehr fort.‘ flüsterte er und musste sich eine Träne aus dem Gesicht wischen.

‚Bambi, fang jetzt nicht an zu heulen!‘

‚Ich heul nicht, mir ist nur was ins Auge gefallen!‘

Sie klopfte mit der Hand auf die Matratze, sie war einfach zu schwach um zu reden.

‚Flirtest du etwa mit mir?‘ fragte er kleinlaut und setzte sich aufs Bett.

‚Hatte grad nichts anderes..!‘ Ihre Stimme brach, sie schluckte schwer, als ihr die Tränen durch die geschlossenen Augen rannen. Hastig nahm er ihre Hand und küsste sie.

‚Willst du deinen Sohn nicht in den Arm nehmen?‘ flüsterte sie krächzend.

‚Ich will ihn nicht schmutzig machen.‘

‚Stronzo!‘ zischte Blume.

gun‚Der Stronzo bin wenn dann ich!‘ kam es von der Tür. Der Auftragskiller stand in der Tür, mit einer Knarre in der Hand. Er schob einen Rollstuhl mit einer Frau herein, die auch ein Baby auf dem Arm trug. Es war Ellen, die Tochter vom Münchner.

Enzo war mit einem Satz über das Bett gesprungen und hatte zwei Waffen gezogen. Es wird nicht einfach sein, einen blonden Bengel großzuziehen, im Kreise der Familie!‘ schrie Enzo.

‚Chapeau!‘ meinte Ellen. ‚Dieser verrückte Araber hat einen Taliban aus dir gemacht, Enzo!‘

‚Ja, kleine Cousine! Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs. Wie geht’s der Familie?‘

‚War ein interessantes Weihnachtsfest!‘ meinte Ellen und zog ebenfalls eine Waffe, die sie unter dem Baby versteckt hatte.

Sie hörten das typische Geräusch einen Schrotflinte, die durch geladen wurde.

‚Der Münchner wird seinen Enkel allein großziehen müssen, wenn ihr die Waffen nicht weglegt.‘ hörten sie die krächzende Stimme von der Nonna.

Rutger zog eine zweite Waffe und zielte auf die Nonna, die gerade zur Tür reinkam, gefolgt von Giovanni. Die Nonna zielte auf Ellens Kopf und Giovanni kam mit einer zweiten Schrotflinte herein und zielte auf die Eier von Rutger.

‚Und Enzo, wie siehst du überhaupt aus?!‘

‚Mama!‘ meinte Enzo und blickte auf Ellen und Rutger.

‚Gut, wir beschließen einen Waffenstillstand und feiern stattdessen die Geburt zweier blonder Bengel für den Kreise der Familie.‘ meinte die Nonna und spuckte auf den Boden. Dann nahm sie die Waffe runter. ‚Enzo, geh dich waschen, du machst das Kind noch schmutzig.‘

Dann drehte sie sich einfach um und ging aus dem Zimmer.

Alle Anderen blickten sich verwundert an und nahmen tatsächlich die Waffen runter. Enzo streckte Ellen die Hand hin und sie gab sie ihm. Rutger nahm Giovanni in den Arm und flüsterte: ‚Nur so ein Tipp am Rande, wenn ein Auftragskiller deine Oma bedroht, dann ziele nie auf seine Eier.‘

‚Nur mal so am Rande, Killer. Ich hab auf die Handgranate gezielt.‘ meinte er cool, wand sich aus der Umarmung und bückte sich. Im Netz des Rollstuhles war eine Handgranate versteckt.

Ende… 

Manchmal kommt es anders…Der Killer wird zum Koch!

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt.

Der Killer wird zum Koch!

Grünwald bei München

24.12.2012, 20.00 Uhr

gunEin schwarzer Mercedes fährt eine lange Zufahrtsstraße hinauf zu einer riesigen Villa. An der Tür stand Ellen. Onkel Don stieg aus dem Wagen und lief ihr entgegen.

‚Ich grüße dich, schönes Kind!‘ meinte er und küsste sie auf die Stirn. Sie ging zur Tür herein.

‚Ich wünsche dir schöne Weihnachten, Onkel Don!‘ meinte Ellen und versuchte mit der Hand ihren Bauch zu verdecken.

‚Wo ist dein Vater?‘ fragte Onkel Don und blieb dann mit dem Blick auf ihrem Bauch hängen.

‚In der Bibliothek!‘ meinte Ellen und grinste.

‚Wer hat’n dich aufpumpt?‘ fragte Alfons, der einfach hereingekommen war. Er stellte zwei Koffer ab.

‚Alfons, solltest du nicht auf einem anderen Weihnachtsfest sein?‘ fragte Ellen.

‚Die Nonna hat gedroht mich zu erschießen!‘ stammelte Alfons.

‚Ich hab im Sommer deinen Sohn getroffen!‘ meinte Ellen.

‚Das habe ich gehört. Die Kugeln gingen knapp vorbei!‘

‚Schön zu hören!‘

Der Don stand immer noch mit offenen Mund da und blickte auf Ellen und stammelte: ‚Wer…?‘

Jemand, mit einer Kochschürze bekleidet, huschte über den Gang, meinte kurz: ‚Das war ich!‘

Und verschwand im Speisesaal, um gleich wieder aufzutauchen. ‚Das Essen ist gleich fertig!‘

‚Der Koch hat dich angebumst!‘ riefen Alfons und der Don gleichzeitig.

‚Der Koch ist tot!‘ grinste Ellen und machte Anstalten in die Küche zu flüchten.

‚Stronzo!‘ kam eine keuchende Stimme aus der Bibliothek.

Der Don lief in die Bibliothek und sah, einen Mann in einem Rollstuhl sitzen. Die Schiebetür zum Esszimmer war ganz offen und im Esszimmer stand eine ältere Dame auf einer Leiter und schmückte den Weihnachtsbaum.

‚Ah, guten Tag! Sie müssen Herr Don sein und ihr Chauffeur?‘ rief die Dame und stieg von der Leiter. Der Don eilte durch den Raum und griff nach ihrer Hand und half ihr, bis sie mit beiden Beinen wieder auf dem Boden stand.

‚Ernesto hat sich schon so gefreut, gell Ernesto!‘ meinte sie und ging zu dem Mann im Rollstuhl.

‚Stronzo!‘ rief er wieder. Der Don musste sich an der Leiter festhalten. Es hatte schon eine halbe Ewigkeit niemand mehr seinen Bruder Ernesto genannt.

‚Sehen Sie, wie er sich freut?‘ rief sie erregt und drehte den Rollstuhl in ihre Richtung. ‚Aber noch mehr freut er sich auf Silvester!‘

‚Kabumm!‘ rief er.

‚Seit dem Schlaganfall, hat er schon drei Wörter gelernt! Und wir können schon wieder alleine Essen, gell Ernesto?‘ rief sie und wischte ihm den Sabber vom Mund ab.

Der Münchner hatte stark abgenommen, aber er sah so zufrieden aus. Der Don fiel vor dem Rollstuhl auf die Knie und jammerte: ‚Mein Bruderherz, hätte ich gewusst…!‘

‚Schwuchtel!‘ rief Ernesto und tätschelte seinem Bruder auf dem Kopf herum.

‚Er freut sich Sie zu sehen, Herr Don!‘ rief sie und erschrak sich dann. ‚Ach, was bin ich denn für ein Schussel. Da plappere ich und plappere ich und hab mich gar nicht vorgestellt. Ich bin Ruth Hehnlein, Frau Dr. Ruth Hehnlein. Die Mutter vom Rutger!‘

‚Stronzo!‘ rief Ernesto.

‚Ja, mein Lieber und das Essen ist gleich fertig!‘ meinte die Frau Dr. und strich Ernesto über den Kopf.

‚I brauch an Schnaps!‘ meinte Alfons, zog seinen Flachmann aus der Tasche und ging kopfschüttelnd ins Esszimmer.

‚Wäre der ungehobelte Naturbursche gewillt, seine groben Bergstiefel gegen Hausschuhe einzutauschen! Sie ruinieren den guten Perser!‘ meinte sie spitz.

Alfons blieb vor dem Teppich stehen, drehte sich um und ging wieder in die Eingangshalle. Er leerte seinen Flachmann mit einem Zug und zog sich fluchend die Schuhe aus. Ruth stand neben ihm, als er sich wieder erhob. ‚So und jetzt tausche ich Hausschuhe gegen ihre beiden Knarren, Alfons!‘ meinte sie, grinste zuckersüß und fuhr fort. ‚Ich möchte nicht, dass sich Ernesto unnötig aufregen muss!‘

‚Wer sind Sie eigentlich?‘

‚Ich bin die höchst überqualifizierte Krankenpflegerin vom Münchner!‘ meinte sie bedrohlich, nahm einen blauen Gummihandschuh aus der Tasche und zog ihn an.

‚Is ja scho guad!‘

‚Sehen Sie, schon sind wir einer Meinung!‘

Sie drehte sich auf der Stelle um und ging Richtung Esszimmer, wo Ellen ihr über den Weg lief. ‚Ellen, Kind. Du sollst doch nicht so schwer heben.‘

‚Ja Mama!‘ rief Ellen, trug aber dennoch den Weihnachtsbraten ins Esszimmer. 

Fortsetzung folgt im WüstenRoadMovie

 

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