Garden of Madness – Call of Radish

Garden of Madness   –  Call of Radish

Ich konnte es kaum erwarten, bis ich die ersten Pflanzerl anbauen könnte, also habe ich schon frühzeitig mit dem Ansähen angefangen und in einem Miniatur Anzuchtgewächshaus angezogen und sie dann in kleinere Töpfen umgetopft und dass alles im Wohnzimmer, weil es stellenweise im Frühjahr noch gewaltig Minusgrade hatte. Die Pflanze die schon draußen waren, wurden dann Nachts abgedeckt und morgens in die Sonne gestellt.

Bis die kalte Sophie endlich ein Erbarmen hatte und die Agrarwetterapp endlich keinen Bodenfrost mehr prophezeite.

Einige Opfer gab es zu beklagen, zwei Kürbispflanzen haben die Eisheiligen nicht überlebt und das Kraut der Unsterblichkeit auch nicht. Mein Mann wollte das Ding unbedingt haben, weil es ja angeblich bis – 15 Grad beständig wäre.

Die österlichen – 8 Grad haben der Unsterblichkeit dann den Garaus gemacht und mir schwante arges, dass womöglich nun andere Mächte in meinem Garten herrschten.

Und am 12. Mai war es mir dann völlig klar, nachdem ich meinen ersten chtulhuiden Radi erntete. Er war klein aber scharf wie die Hölle. Wir huldigten dem Großen Alten, als wir ihn in uns aufnahmen. Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.

Fortsetzung folgt …. cthulhu fhtagn

Garden of Madness – MORETVM und die Weinraute des Todes

Garden of Madness  – MORETVM und die Weinraute des Todes

Das Erste was ich angebaut habe waren meine Hochbeete mit Kräutern. Mittlerweile haben die Kräuter den halben Garten übernommen. Und das ist gut so.

Nachdem die Kräuter mittlerweile zu unserem Essen dazugehören, wie das Essen selbst, habe ich während der frühjährlichen Bärlauchschwämme vorgeschlagen, wir könnten mal ein MORETVM machen. Mein Mann schaut mich entgeistert an. Er kannte MORETVM also nicht. Dafür gibt es aber auch das Internet. Ja, die Römer waren es, die hams erfunden. Und ich kann mir nichts Leckeres vorstellen, egal ob warm oder kalt. Lecker.

Moretum nach Wikipedia hört sich erstmal ein wenig langweilig an und wenn man Eppich nicht kennt oder Sellerieblätter oder Liebstöckel in Verbindung mit weißem Käse irgendwie komisch findet, kann sich da auch gerne mit Petersilie aushelfen.

Bei der Weinraute muss man dazu sagen, dass es für schwangere Frauen nichts ist, weil sie eine abtreibende Wirkung haben kann. In manchen Ländern wir die Weinraute nur getrocknet verwendet. Meine Mutter gab mir auf den Weg, dass die Weinraute frisch giftig wäre und man sie nur getrocknet essen dürfe, dies konnte ich bisher nicht belegen. Böse Zungen behaupten, dass man davon Magenschmerzen bekommt, meine böse Zunge behauptet, es könnte auch an der halben Knolle Knoblauch gelegen haben. Auf jeden Fall ist die Weinraute für ungeübte Kräuterliebhaber anfangs vielleicht mit Vorsicht zu genießen.

An den Lattich muss ich mich selbst noch heranwagen, ich bin dann mal auf der Wiese beim Grasen…

Streng nach der Übersetzung eines römischen Textes zur Folge:

‘Simulus, ein freigelassener Eigner oder Pächter von griechischer Herkunft, rüstet sich an einem Herbstmorgen zum Pflügen. Er macht Feuer, mahlt Getreide, ruft die afrikanische Magd, Wasser zu wärmen, knätet und formt den Teig; und nachdem er die Stülpe auf dem Heerde darüber gedeckt, holt er aus dem Garten Knoblauch, Eppich, Raute und Koriander: welches er im Mörser mit Salz, Käse, Oel und Essig zerreibt, und als Würze des Brotkuchens zu Felde nimt.’

Für Moretum in Anlehnung an das antike Originalrezepten benötigt man, nach dem Motto: Alles kann, nichts muss!

  • Weißen Käse (Schafs- und/oder Ziegenkäse nach Feta-Art und/oder Ricotta)
  • Einen guten Schuß Olivenöl
  • Sehr viel Knoblauch
  • Eppich
  • Essig
  • frische Kräuter (nach Saison und Geschmack): Weinraute, Eppich, Koriander, Bohnenkraut, Minze, Salbei, Petersilie, Schnittlauch, Lattich, Thymian, Oregano, Majoran, Kapuzinerkresse oder Bärlauch oder sogar Wasabiblätter
  • eine Prise Salz
  • Optional : Walnüsse, Sesamkörner, Haselnüsse, Mandelkerne und/ oder Pinienkerne

Alles in den Mörser, Mixer oder in den Turbochef, bis die Masse streichfähig ist.

Dazu frisches Brot, vor allem Gewürzbrot ist dazu sehr lecker. Also Mahlzeit und bis zur nächsten Folge, wenn es wieder heißt: Garden of Madness

Garden of Madness – Von der Friedhofsbegrünung zum Selbstversorgergarten

Garden of Madness – Von der Friedhofsbegrünung zum Selbstversorgergarten

Hallo liebe Liebenden und Freunde der seichten Unterhaltung,

ich hab mir lange überlegt, ob ich mal wieder eine fast tägliche also wöchentliche Kolumne rausbringe. Ich habe lange mit mir gehadert, um was es denn gehen soll. Ich hatte ein paar tolle Themen wie zum Beispiel: die lieben Nachbarn, mein Mann der Hausmeister, der Postbote, Kleinstadtleben, neue Rezepte, mein Garten, Kräuterkunde und die verrückte Tier- und Pflanzenwelt.

Nachdem ich in eine echt kleine Kleinstadt gezogen bin, sind die Themen über die ich schreiben will auch echt klein geworden und irgendwie nicht abendfüllend. Deshalb habe ich während ich gegrübelt habe, über was ich jetzt genau schreiben will, ein wenig unseren Garten umgestaltet und bin zu dem Schluss gekommen, dass es ein Mix aus allem ist, was hier so passiert. Also der ganz normale Wahnsinn halt.

Ich habe mich fast 40 Jahre lang auf einen eigenen Garten gefreut und dann bekam ich einen Garten, der von einem Gärtner bepflanzt wurde, der sich glaube ich vor allem auf Friedhofsbegrünung spezialisiert hatte.

An sich ganz schön, wenn man keine Arbeit mit dem Garten haben will und wenn man auf giftige Pflanzen steht.

Was ich von zuhause gelernt habe, dass alles im Garten essbar sein sollte, vor allem wenn man so eine untriebige Bine im Garten hat, die sich alles in den Mund stopft, was andere nicht umbringt und nicht bei 3 auf dem Baum ist.

Es wurden Büsche ausgebuddelt und verschenkt, Erde angekarrt und Hochbeete angelegt und Gemüse, Kräuter und Beeren gepflanzt. Die Friedhofsbegrünung beschränkt sich nunmehr nur noch auf 2 verwaiste Buchsbäumchen, die Gartenhecke und den Efeu, den ich einfach nicht loszukriegen scheine.

Zumindest komme ich mir nun nicht mehr so vor, als würde ich auf einem Friedhof wohnen.

Die Bine mit dem grünen Daumen

P.S. Vielen Dank an die vielen Gartenhelfer und die Unterstützung beider Familien, die uns mit Rat und Tag, Material und Hausmittelchen jederzeit zur Seite stehen.

P.P.S Fortsetzung folgt…

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