Von Wasser, Sand und Krieg

Von Wasser, Sand und Krieg

hofnarrDer Narr tapste einen steinigen Abhang hinunter. Der Teufel schien nicht hinter ihm her zu sein, dennoch lief er zielstrebig bergab. Erschreckend behände schlich er über Stock und Stein, obwohl seine Schuhe viel zu groß zu sein schienen. Die Schellen seiner Narrenkappe wurden nur durch seine leisen Schritte bewegt und seine niemals stummen Begleiter raunten dumpf neben seinen Ohren. Und zwischen seinen Ohren dröhnte etwas Anderes. Nicht laut aber stetig. Es rumorte in seinem Inneren, wie ein schwaches Tier in einem dunklem Käfig, dass unablässig an den Wänden seines Gefängnisses kratzt und doch nie in die Freiheit gelangen würde.

Ein futuristisches Rauschen, schlimmer noch als jeder Wasserfall. Ein nervenaufreibendes und immer und immer wiederkehrendes Rauschen. Soviel Wasser. So viel Wasser der Himmel nie würde weinen können und dennoch rauschte es unaufhaltsam vor seinem inneren Auge, wie ein Feuer dass sich auf seiner Netzhaut eingebrannt hatte.

Er rannte einer Sehnsucht entgegen, einer Hoffnung, der Linderung seiner unsäglichen Leiden. Nur einen Moment der Stille, mehr wollte er nicht. Ruhe, einfach nur Ruhe.

Er ging dem Sonnenuntergang entgehen. Bis seine Füße nicht mehr konnten und wenn er sich auf seinen blutigen Stümpfen bis ans Ziel schleppen musste. Er würde es tun. Er wurde so lange gehen, bis die Welt zu Ende ist.

Und am Ende der ihm bekannten Welt, soll das Meer sein.

Er hatte das Meeresrauschen nie vernommen, doch hatte er eine klare Vorstellung davon, wie die Wellen endlos Wasser gegen die Felsen droschen, wieder und immer wieder, bis auch vom dem größten Stein nur noch Sand übrig bliebt. Sand im Getriebe der Zeit, der dazu verdammt war durch jeden Mannes Finger zu rinnen.

So ist die Zeit eine unerbittliche Hure, die einem am Ende das Leben kosten würde.

Und bis es so weit kommen würde, hatten die Götter noch alle Zeit der Welt, ihm bis zum bitteren Ende zu Tode zu quälen. Sich dagegen wehren wäre ein sinnloses Unterfangen.

Sinnloser noch als gegen Windmühlen zu kämpfen. Er war der Mittelpunkt eines Krieges, in dem er selbst nur ein Spielball der Götter war.jokerDer Sinn für seinen Humor war gänzlich untergegangen, vom Krieg verschlungen. Seine Witze waren nur noch Schall und Rauch und er würde niemals wieder einen Lacher hören, nur noch dieses unsägliche Rauschen. Aus seinem lachenden Auge ran eine einsame Träne. Es war nicht sein Krieg, doch hatte man ihn in den Mittelpunkt gezerrt, wie einen Sklaven in die Arena. Kämpfen sollte er, für eine Sache die nicht die Seine war. Nur dass niemals wieder jemand klatschen würde, oder ihm gar zujubeln. Doch es würde nicht sein Krieg sein, er konnte nichts tun, er konnte nur noch warten bis der Sturm vorüber war, um dann in der Stunde seines Todes festzustellen, dass er doch darum hätte kämpfen können.

Er spürte wie sein Herz zerbrach und bei jedem weiteren Schritt, konnte er die Scherben in seiner Brust klirren hören.

Wenn sein Leben Krieg sein sollte, dann hätte ich darum kämpfen können. Kämpfen. Jetzt.

Er zog die Narrenkappe vom Kopf, machte auf dem Absatz kehrt und stieg wieder den steinigen Weg hinauf.

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Don’t cry for me, Vuvuzela!

Don’t cry for me, Vuvuzela!
10517968_10202406989682706_617870398504799349_nMeine Niederlage mit der letzten Anmache des Jahrhunderst von meinem doch so geilen Nachbarn von letzter Woche habe ich kaum überwunden. Während alle im Fußballfieber waren, habe ich ein turbulentes Wochenende auf Kaltenberg verbracht. Auch ich hab mal Privatleben!

Ich komme am Endspieltag so zwischen 21 und 22 Uhr zu hause an und bin so hart fertig, weil ich ja in der Nacht nur 2 Stunden geschlafen hatte. Selbst schuld!

Die Fahrt nach Hause ging total schnell, ich hatte nämlich mal keine lästigen Traktoren, Schwerlasttransporte und / oder Gefahrguttransporte vor mir und konnte zügig nach Hause fahren. Dann schleppe ich meine unglaublich gut gepackten Sachen aus dem Auto und bemerke im Augenwinkel, dass mein doch so geiler Nachbar männliche Gäste hatte und Fußball schaute.

Ich schleppe mir an meiner Dreckwäsche den Horst und komme, man hätte es ja kaum gedacht, irgendwann schwer keuchend oben im zweiten Stock an.

Ich falle quasi mit der Dreckwäsche direkt in die Waschmaschine und stelle resigniert fest, dass ich letzte Woche tatsächlich vergessen hatte Waschmittel einzukaufen. So ein Mist, soviel Sand und keine Förmchen!

Dann lege ich mich in die Wanne und schlafe ein, bis mich ein beherzter ‘Deutschland!’ Ruf aus meinen feuchten Traum/Schaumbad riss. Und wie aus einer falschen Zeit geboren hatte ich den rechten Arm erhoben und als ich begriff, dass ich nackt in der nicht mehr ganz so heißen Wanne lag und den rechten Arm (natürlich zur Erleichterung des Ausstieges aus der Badewanne) erhoben hatte, brachten die folgenden Vuvuzelageräusche meine Tinnitus einfach nur zum Kotzen.

Naja, eines kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass mir die Nationalelf das Leben gerettet hat, weil ich sonst in meinem Lavendelbad schlichtweg ertrunken wäre, wenn nicht einer meiner Nachbarn diesen beherzten Schrei von sich gestoßen hätte. Danke mal dafür! Und vielleicht war es sogar mein doch so geiler Nachbar, wer weiß?

Obwohl ich ja mit Fußball so gar nichts anfangen kann und mir tatsächlich kein einziges Spiel angeschaut habe, wurde ich trotz meiner Fußballenthaltung über jedes Tor lautstark von meinen Nachbarn informiert. Ich soll ja auch nicht unwissend sterben. Nur eines hatte mich ein wenig hellhörig gemacht, als sie am Ende von jedem Spiel immer ihre Knarren rausgeholt hatten, um wild um sich zu schießen. Himmel, wo wohne ich eigentlich, in Kansas? Der Wilde Westen lässt grüßen!

Die Italiener vom Ende der Straße waren es diesmal nicht, die waren ja schon lange raus, oder die Mafia erschießt jetzt genau deswegen deutsche Fußballfans. Hm. Schon ne wilde Gegend in der ich da wohne. Genau!

Und eines habe ich letzte Woche auch gelernt, dass Frau während eines Jahrhundertspieles wie das gegen Brasilien keinen Porno anschauen sollte, weil immer wenn Frau…äh…. Tor Vuvuzela. ‘Deutschland, Deutschland!’  Da kann selbst ich mich nicht konzentrieren. Olè, Olè!

Nicht dass ich nicht gerne Bejubelt werde, wenn ich komme, aber was zu viel ist, ist zu viel.

Und wieviel haben die gespielt 7:1?? Nach dem 5. Tor hatte ich die Schnauze voll und hab den Laptop ausgemacht und schlafen konnte ich dann auch nicht undBerlin, East Side Gallery genauso gings mir beim Endspiel. Total im Eimer und nur noch Bettreif. Dann draußen voll der Lärm und dann sich nicht mal nen Porno anschauen können, weil man sich bei Vuvuzela und ‘Deutschland, Deutschland!’-Gesängen nicht wirklich aus seinen eigenen Orgasmus konzentrieren kann.

Zum Glück ist der Spuk jetzt rum und wir können uns wieder den ernsten Themen widmen.

Irgendwo auf der Welt ist immer Krieg, aber mittlerweile sollte es eigentlich jedem aufgefallen sein, dass während die einen noch feiern, andere vor dem Scherbenhaufen ihrer Existenz stehen, weil ein Paar PolitikerDeppen ihren machtmäßigen Schwanzvergleich, auf dem Rücken der Bevölkerung austragen müssen. Wenn die Weltpolitik mehr Pornos ansehen würde, dann wären sie weniger damit beschäftigt sich gegenseitig den Arsch wegzubomben….. Schaut mehr Pornos und macht weniger Krieg.

Die Zeit des Wartens

Die Zeit des Wartens

5309429112_aa95bcb12cDie letzten Tage waren gleichermaßen anstrengend wie aufschlussreich. Doch war der Rückzug eine bittere Niederlage gewesen. Aber es war diesmal nicht die Zeit zu kämpfen.

Doch das Warten lag ihm auch nicht so wirklich. Er wollte eigentlich nicht schlafen und doch schlief er, um seine Gedanken zu ordnen. Und genau diese Gedanken spülten nun ungeordnet durch seinen Kopf und ließen ihn erwachen. Es war kalt in seinem Zelt. Seine Decke war klamm und er fror. Die Anstrengungen der letzten Tage hatten seinen Körper ausgelaugt und seine Muskeln zitterten vor Erschöpfung.

Er roch schwachen Rauch und öffnete die Augen. Die Zelthaut war durchgefroren, es fröstelte ihn. Er blickte über eine Öllampe hinweg zur Feuerschale hinüber, in der das letzte bisschen Glut vor sich hin schwelte.

Er atmete tief ein und hatte den Eindruck Schnee riechen zu können. Dann setzte er sich auf und rieb sich über die Wange und musste schmunzeln. Es sollte der einzige Schlag ins Gesicht sein, der ungesühnt bleiben wird, weil er hatte ein sehr wertvolles Geschenk dafür erhalten. Sein Leben, dass seines Heilers und dass seines Freundes. Und sie hätte es nicht machen müssen. Sie hätte sie auch einfach bei sich behalten können. Er strich sich wieder übers Gesicht und stand mürrisch auf. Der Teppich vor seinem Bett war auch gefroren und er tappte zur Feuerschale hinüber. Er brauchte wirklich einen Diener, der Nachts das Feuer am Laufen hält. Auch so eine Sache, um die er sich kümmern musste, wenn er wieder zuhause war.

Er warf ein paar Scheite ins Feuer, kniete sich vor die Feuerschale und blies in die Glut. Ein kleines Flämmchen erhellte den düsteren Morgen für einen Moment. Und dann begannen die Trommeln wieder und der Funke der Hoffnung, der für einen Moment in ihm entfacht war, wurde wir zu Nichte gemacht. Seine schlechte Laune hatte ihn wieder. Am Liebsten würde er alleine über den Pass laufen und sich durch die Armee des Feindes schlagen, bis keiner mehr von ihnen übrig war. Aber es war nicht die Zeit des Kämpfens. Weil es war auch nicht die Zeit des Sterbens. Nicht schon wieder.

Aber das Warten liegt ihm einfach nicht. Er grummelte mürrisch und ging wieder zu seinem Bett. Sein Blick streifte über seine Sachen, die er gestern vor dem zu Bett gehen einfach nur auf seine Truhe geworfen hatte. Er brauchte wirklich einen Diener. Seine Augen blieben auf der roten Schärpe hängen, die sie ihm überlassen hatte. Er konnte den Namen im halbdunkel nicht lesen, aber er wusste, dass da stand.

Halef, der kleine Junge, der an einer Lungenentzündung gestorben war und den er eigentlich gar nicht kannte und doch hatte sie ihn ihm überlassen.

Die Trommeln wurden immer lauten, sein Kopf sauste und noch bevor er es bemerken konnte, gingen seine Sinne auf Wanderschaft, während sein Körper der Länge nach aufs Bett krachte. Nicht schon wieder.

Er öffnete die Augen und blickte einer roten Sonne entgegen, die vor roten Wolken am roten Horizont stand. Sie neigt heute wohl wieder zu leichten Übertreibungen. Während die letzten Träume eher dunkel und abgeschieden waren, wollte sie sich heute wohl in ihrer ganzen Herrlichkeit präsentieren. Pah!

Die Sonne stand über einem Berg und schien über einem See, der ebenfalls rot war und er schien nicht nur mit Blut gefüllt zu sein… Davon hatte sie ihm ja erzählt. Der See aus Blut. Er war ziemlich groß und er schien nicht überwindbar zu sein und da wurde ihm die Aufgabe wieder bewusst, die er sich da aufgehalst hatte. Aber wachsen Männer nicht an ihren Aufgaben. Er blickte über den See und sah viele in rote Gewänder gehüllte Gestalten am Ufer stehen, die wohl mit Blut gefüllte Karaffen hineinschütteten. Er war aber zu weit weg, um mehr erkennen zu können, also lief er ans Ufer hinunter.

Weil sie hatte sich bestimmt etwas dabei gedacht, dass sie ihn hier her geholt hatte. Die rotgewandeten Gestalten hatten wohl ihr Tagwerk verrichtet und gingen über das Ufer davon. Nur vereinzelt blieb Eine von ihnen am Ufer stehen und machte irgendwas Merkwürdiges. Soviel war klar, es waren alles Frauen, die so waren wie sie und es war erschreckend wie viele es von ihnen gab. Da hatte sie nicht gelogen. Er ging zielstrebig ans Ufer zu einer dieser Damen hin, weil er hatte den Namen Rutger auf einer roten Schärpe gelesen und war sich sicher dass es die Richtige war.

Sie schien ihn nicht zu bemerken, weil sie in den See hinein geschritten war. Er zog es vor, nicht hinterher zu gehen und beobachtete sie von der Seite. Sie hatte ihren Mantel abgelegt, der nun auf dem Blut schwamm. Ihr Körper war komplett gebunden, mit diesen roten Schärpen, von den er auch eine besaß. Am Ende jeder Schärpe war immer ein Name zu sehen, aus den verschiedensten Schriftzeichen geformt. Einige Schärpen schienen ihr aus der Haut zu wachsen und das bisschen Haut, die nicht von den Schärpen bedeckt war, war gezeichnet und vernarbt. Er war sich nicht ganz sicher, ob er bis jetzt nur immer mit einem Trugbild gesprochen hatte, weil ihm die Tragweite ihrer Priesterschaft bis zu diesem Moment nicht klar war. Sie war wirklich mit den Seelen verbunden, die sie sammelte. Sie blieb vor einem Stein stehen, der aus dem Blut ragte, auf dem ein Messer lag. Sie legte ein gefaltetes Stück Papier auf den Stein und nahm das Messer. Das Stück Pergament kannte er sehr gut, er hatte es für sie geschrieben. Die Halbmondschneide des Dolches blitzte in der Sonne. Sie setzte an ihrer Stirn an und schnitt sich die Schärpen mit samt ihres restlichen Haupthaares vom Kopf. Sie trennte sich von 3 Schärpen in einem einzigen Schnitt, dem ein widerliches Geräusch folgte, als sich der Skalp vom Schädel trennte. Eine kleine Strähne ihrer schwarzen Haare behielt sie in der Hand und legte eine kleine Schärpe darum, auf der wohl ihr Name stand…

In seinem Kopf konnte er eine Stimme hören: ‚Du musst dir deine Haare erst verdienen, kleines Mädchen!‘ Und es zuckte für einen kurzen Moment ein Bild eines kleines Mädchens an seinen Augen vorbei, dass bis zum Bauch im Blutsee stand und eine ältere Priesterin ihr den Kopf schor. Die niedlichen, kleinen dunkelroten Löckchen purzelten in den See und versanken nach einer Weile….Ein Traum in einem Traum, langsam hatte er ein wenig Panik, nie wieder aufwachen zu können. Doch er stand immer noch am Ufer des Blutsees und sie stand vor ihm und stieß sich das Messer in die Brust. Er zuckte zusammen und im nächsten Moment bemerkte er, dass er mit einem Bein im Blutsee stand. Er hörte ein widerliches Knacken, als sie mit beiden Händen ihren Brustkorb öffnete und etwas herausnahm, was wenig später ebenfalls in der roten Sonne glitzerte. Es war ein kristallernes Gefäß, dass wohl an der Stelle ihres Herzens in ihrer Brust wohnte. Das Blut tropfte davon herab, als sie das Gefäß abstellte. Sie öffnete es und nahm eine Locke roten Haares heraus, an der eine kleine, rote Schärpe hing. Dann faltete sie den Brief und legte ihn in das Gefäß, legte die Locke des schwarzen Haares dazu und verschoss sie wieder und schob das Gefäß wieder an die Stelle, an der irgendwann mal das Herz eines kleinen Mädchens geschlagen hatte. Wie viele Haarlocken in dem Gefäß waren, konnte er nur erahnen.

Auf dem Stein lag nur noch der Dolch und die rote Locke, als sie ins Straucheln kam und langsam im Blutsee versank. Für einen Moment stand er regungslos da und wusste nicht was er machen sollte. Der Ritter in ihm wollte hinterher springen, um sie zu retten und er konnte nicht sagen, was in ihm ihn zurückhielt. Nach einem langen Moment glättete sich das Wasser und Stille überkam ihn. Nicht einmal mehr das Plätschern des Blutes konnte er vernehmen. Und bevor er selbst einen weiteren Gedanken fassen konnte, watete er an die Stelle, an der sie eben noch gestanden hatte und griff ins Wasser. Nichts. Dort war nichts mehr. Sie war verschwunden. Als er sich wieder erhob, erblickte er auf dem Stein die rote Locke und auf der Schärpe stand ihr Mädchenname.

Nur in dem Moment als er danach greifen wollte, tauchte hinter ihm jemand auf und griff nach seiner Hand. Er drehte sich blitzschnell um und blickte ihr direkt ins blutüberströmte Gesicht. Von seinen Lippen purzelte ein erschrockenes Keuchen, dass sich wie ihr Name anhörte.

Sie öffnete den Mund und Blut rann heraus und sie sprach mit einer schleppenden, aber durchdringenden Stimme, die in seinem Kopf widerhallte. ‚Sie ist Tod. Sie lebt in uns weiter. Wir sind eins! Der Tod ist erst der Anfang!‘

Sie hob die Hand und ruderte elegant in der Luft herum und an seinem Ohr flog der Dolch vorbei und er landete direkt in ihrer Hand.

‚Du gehörst nicht hier her!‘ lachte sie ihm entgegen und stürzte auf ihn zu. So schnell, dass er tatsächlich nicht reagieren konnte und sie stach ihm den Dolch mitten in sein Herz.

In dem Moment als er den dumpfen Schmerz spürte, erwachte er neben seinem Bett. Keuchend griff er sich an die Brust und richtete sich gleichzeitig auf. Dort saß er einen langen Moment. Noch eine Nahetoderfahrung mehr und ihm würde einfach nur sein Herz stehen bleiben.

Erst als er die besorgten Rufe seines Heilers vor dem Zelt hörte, bemerkte er, dass er etwas in der anderen Hand festhielt. Die Locke roten Haares des kleinen Mädchen. Er hatte für einen Moment das Gefühl, dass er ihren Herzschlag hören konnte. Er drehte sich um und blickte sich in seinem Zelt um, doch da war nichts…

253 nach X – Teil 3

253 nach X – Teil 3

smogMeine Sinne schwinden. Die Luft ist knapp. Obwohl alles gefroren ist, ist mir ganz schön warm. Meine Finger sind taub und ich kann meine Zehen nicht mehr spüren. Der Raumanzug macht mich völlig wahnsinnig. Nicht der richtige Ort um Platzangst zu kriegen.

Sobald die Sauerstoffanzeige meiner Raumkapsel auf einen kritischen Wert sinkt, werde ich den Helm wieder anziehen müssen. Dann dauert es eh nicht mehr lange, bis ich ersticke. Eine Warnleuchte brennt schon eine ganze Weile. Der Kohlendioxidgehalt ist irgendwie zu hoch. Ich fühl mich auch irgendwie gar nicht gut. Wir Übrigbleiber sind es halt nicht gewohnt, reinen Sauerstoff zu atmen.

Der Boardcomputer sendet automatisch ein Notsignal, was mir wahrscheinlich überhaupt nichts nützen wird, es wird mich keiner retten können, man hat ja die Raumfahrt verboten. Wie kamen die nur auf so einen Mist. Ich werde hier wahrscheinlich sterben. Völlig allein im All. In der Stille. Ich war nie so deprimiert, wie jetzt und mein Leben war vor meinem kleinen Ausflug schon beschissen genug. Ich hätte gerne einmal in meinem Leben einen richtigen Whisky getrunken, nicht von dem synthetischen Zeug, einen richtigen echten Whisky. Dann wollte ich schwimmen lernen, auch wenn ich es nie brauchen werde, die Meere sind so verseucht, dass keiner mehr Schwimmen gehen kann, ohne zu verrecken. Und Wasser haben wir nie genug, dass wir auch nur eine Badewanne voll kriegen würden. Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Aber selbst jetzt, wo ich wahrscheinlich ziemlich bald verrecken werde, will ich irgendwie nicht aufgeben.

Nachdem ich mit meiner Ansprache alle Verbote aufgehoben habe, wollte ich mir eigentlich noch gepflegt den Kasper schnäuzen, bevor ich abtrete. Aber mein Raumanzug ist nicht gerade für Selbstbefriedigung konstruiert worden. Mein Leben ist wirklich ein Alptraum. Da scheiß ich doch auf die Meinungsfreiheit, ich hätte gerne mehr Bewegungsfreiheit. Ich will wenigstens noch einmal loslassen, bevor mich mein Leben los lässt.

Die Scheiben in der Raumkapsel sind vollständig zugefroren und ich habe entschieden, dass ich bis zu meinem Ende weiter die Sterne ansehen will. Ich schnalle mich also ab und ich schwebe an die Decke.

Ein Hochgefühl, mein Magen macht einen Hüpfer, als ich mich in der Luft drehe. Es strengt mich ziemlich an, als ich versuche die Scheiben freizukratzen. Die Frostbrösel rieseln mir ins Gesicht. Hm. Schnee! Schön.

Als ich endlich ein Stückchen freigekratzt hatte, damit ich hindurch linsen konnte, lies die nicht vorhandene Schwerkraft für einen Moment nach. Die Raumkapsel trudelte durchs Nichts. Ich klammerte mich fest, damit ich weiter durch die Scheibe sehen konnte. Der Mond taumelte alle paar Momente vorbei. Es sah aus, als hätte eine Maus ein riesiges Loch aus dem Käse gefressen. Boa, Käse. Ich hätte jetzt gerne Käse. Geschmolzen.

Ich muss einen Moment nicht aufgepasst haben, der Mond scheint verschwunden zu sein. Aber eben war er doch noch da. Gut, er war nicht mehr ganz vollständig, aber er war noch da! Verdammt, jetzt hab ich ein richtig schlechtes Gewissen. Ich bin der Mann, der den Mond auf den Gewissen hat. Ach, du Scheiße!

Irgendwas blendete mich. Was ist das. Doch nicht die Sonne. Altes Mädchen, dass ich dich noch mal sehen darf. Danke. Jetzt kann ich sterben. Ich lies den Haltegriff los und die fehlende Schwerkraft lies mich nur langsam auf den Sitz sinken. Aus Reflex schnallte ich mich wieder an. Aber eigentlich schloss ich grad mit allem ab. Ade, du grausame Welt. Fick dich.

Irgendwas Blaues rauschte am Fenster vorbei. Ich blickte auf, die Erde. Der Frost an der Scheibe war teilweise verschwunden und ich sah ein merkwürdiges Glühen. Die Erde huschte wieder vorbei, blau, grün. Wie hypnotisiert starrte ich auf die Scheibe. Blau, Grün, Blau!

Warum Grün. Grün. Was Grünes hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Als die Raumkapsel in die Erdatmosphäre eintrat, wurde mein Verstand von einer Ohnmacht erlöst.

Den Aufprall bekam ich schon nicht mehr mit.

Ich wurde erst wieder wach, als mir die Sonne ins Gesicht schien…

Fortsetzung folgt….vielleicht irgendwann!

253 nach X – Teil 2

253 nach X – Teil 2

smogMein Leben war immer trostlos, bis zu diesem Tag. Heute. Der Tag meiner Erkenntnis. Der Tag an dem meine Vermutungen und noch mehr ausnahmslos bestätigt wurden. Vermutungen, die eigentlich auch verboten sind. Und ‚eigentlich‘ ist auch verboten. Und vieles was ich an diesem Tag verfahren werde, würde ich gar nicht wissen wollen, wenn ich eine Wahl gehabt hätte.

Ich beginne also mal wieder einem weiteren trostlosen Arbeitstag. Ich habe jede Menge Wahlwerbung vor meiner Tür entsorgt. Sagen wir mal so, ich sammle diese Plastikblätter bis ich eine Recyclingbox voll habe, damit kann man heut zu Tage eine Menge Kröten verdienen. Papier steht mittlerweile unter Naturschutz, nachdem es keine Wälder mehr gibt. Wobei das Wort Naturschutz ist eigentlich auch schon lange überholt, weil so eine richtige Natur gibt es nicht mehr. Bei dem tropischen Klima und der Umweltverschmutzung wächst kein Gras mehr. Die Aufforstungsprogramme sind alle fehlgeschlagen. Und die paar Palmen, die Sie gepflanzt haben, animieren nicht mal die Hunde zum Pinkeln. Ach Hunde sind zwar nicht verboten, sind aber die Hauptnahrungsquelle.

In meiner Wohnung stapeln sich also die Recyclingboxen, für jede Menge Müll. Mülltrennung ist eines Jedermanns Hobby in der Großen Stadt. Und nachdem mir im Viertel R eine Wohnfläche von 18 m² zur Verfügung stehen, habe ich und mein Müll gerade mal so viel Platz, um nicht jeden Tag Amok zu laufen. Mein Heim ist so klein, dass es ganz gut ist, dass wir hier im Viertel nur Männer und Schwule haben, weil hierhin abschleppen kann man wirklich keine.

Nachdem ich also meine Geldbörse aufgebessert habe, in dem ich den Müll vor meiner Tür weggeschafft habe, habe ich ein Räumkommando gerufen, weil sich wohl mehrere Wahlhelfer vor meiner Tür gegenseitig abgestochen haben. Ich hoffe, die Jungs vom Räumkommando haben die Leichen bis heute Abend weggeräumt, weil dann stinken sie bestimmt schon, bei der Affenhitze, die wir heute wieder kriegen werden. Vorteil für mich, dass sie vor der Tür jede Menge Wahlwerbung verstreut haben, die mir eigentlich nicht zugestanden hätte. Ich sammle einfach alles auf, nachdem sich aber sowie keiner für irgendwelche Leichen interessiert, noch nicht mal die Parteien, für die sie gearbeitet haben. Als Wahlhelfer ist man nun mal der letzte Abschaum. Am Ende landen sie nur in der Leichenverwertungsstelle.

Da wird alles recycelt, was die Übrigbleiberärzte nochmal bei jemand anderes einbauen können und der Rest wird verbrannt und dabei wird Energie gewonnen. Es ist zwar nicht gerade effektiv, aber zum Verbrennen haben wir nur noch unrecyclbaren Müll und Leichen. Deswegen ist die Energie auch so teuer, die Sonne scheint ja auch nie, weil sie nie durch den Dunst kommt, und wenn der Dunst mal fort ist, regnet es.

Eigentlich ein ganz normaler Tag, bis ich zu den drei Jungs in der Aufzugbar komme und meinem Tabak holen wollte. Ich kriege auch meinen Tabak und ein Streichholzbriefchen. Ich habe noch nie ein Streichholzbriefchen bekommen. Es war ein Streichholzbriefchen mit Streichhölzern aus echtem Holz. Das Holz fühlte sich fantastisch an. Auf dem Streichholzbriefchen stand Werbung von einer Bar. Von der Mond-Bar. An der Grenze von Viertel S und Viertel R. Hinter den Streichhölzern stand: ‚Hilfe! Kommen Sie bitte!‘

Es war das erste Mal, dass ich völlig unrasiert aus dem Haus rannte. Ich radelte in Windeseile zu dieser Bar. An der Theke war niemand. Der Barkeeper hatte mir den Rücken zu gedreht. Ich ging zur Theke und legte das Streichholzbriefchen auf den Tresen. Der Barkeeper drehte sich um und deutete aufs das Klo. ‚Das Klo mit der Aufschrift -DEFEKT-! Sie werden bereits erwartet.‘

Ich ging aufs Klo, schaute kurz in den trüben Spiegel und schritt zu der Klotür mit der Aufschrift -DEFEKT-. In dem Moment als ich die Tür öffnen wollte, sah ich nur noch Sterne. Meine Lichter gingen aus, noch bevor mein Kopf auf dem Boden aufschlug.

Ich erwachte mit höllischen Schmerzen zwischen den Ohren. Ich war auf einem Behandlungsstuhl angeschnallt.

‚Ah, Sie sind wach!‘ Eine verzerrte Stimme kam durch einen Lautsprecher, der an der gegenüberliegenden Wand über einem riesigen Spiegel hing.

‚Bürger 3490564 VR0209X228! Sie wurden auserwählt mit einer Einmannrakete auf den Mond zu fliegen und dort nach dem Rechten zu sehen!‘

‚Ihr habt doch nen Schaden, ich bin Rikschafahrer, ich hab Rechte, ich bin in der Gewerkschaft!‘

‚Rechte? Hah! Ihre Gewerkschaft ist irrelevant!‘

‚Wir sind von der Gesellschaft zur Rettung der Menschheit. Es ist ihre Pflicht uns zu unterstützen.‘

‚Ihr könnt mich mal!‘

‚Wir haben ihnen den Bürgerchip entfernt. In einer Stunde schießen wir sie auf den Mond!‘

Ich hörte ein zischenden Geräusch neben mir und ich war wieder weg. Ich wachte erst wieder auf, als ich nach einem heftigen Knall in den Stuhl gepresst wurde. Ich saß in einem Cockpit und ich sah nur Sterne. Verdammt viele Sterne. Nicht nur in meinem Kopf.

Ich dachte ich hätte schlecht geträumt, die schießen mich doch nicht wirklich auf den Mond. Dafür lande ich im Knast, wenn ich die Scheiße überlebe.

Am Cockpit gingen einige Lichter an und die verzerrte Stimme ertönte wieder:

‚Dies ist eine Aufzeichnung. Sie befinden sich in einer Einmannkapsel auf den Weg zum Mond. Es ist jetzt 107 Tage her, dass wir keine Signale mehr vom Mond empfangen haben. Die Machthaber auf der Erde haben dies ignoriert. Wir nicht. Wir möchten gerne, dass sie das Kontrollzentrum finden und vom Mond aus die Wahrheit verbreiten.‘

Toll, was für eine Wahrheit. Egal. Ich kann den Mond sehen. Der Mond wird immer größer und größer. Der Mond hat eine merkwürdige Beule an einer Seite. Sieht wie ein abartiger Pickel aus. Der Mond wird immer großer, bis ich den Pickel nicht mehr sehen kann. Die Mondlandschaft füllt mittlerweile die Fenster völlig aus, keine Sterne mehr, nur noch Mond. Ich glaube jetzt ist es soweit, ich bin am Ende auch durchgeknallt. Ich sehe wieder Sterne und wache erst wieder auf, als die Kapsel auf der Mondoberfläche aufschlug. Ich kämpfte mich aus dem Sitz und aus der Kapsel. Ich habe einen Raumanzug an und an meiner Hand war meine Knarre festgebunden. An meinem Fuß war ein Metallkoffer an einer langen Kette befestigt. Ich hopse auf der Monderoberfläche zu einer gigantischen Kuppel hin. Der Pickel! Es scheint kein Licht. Nur die Sonne. Ich habe mal einen illegalen Historienstreifen von der ersten Mondlandung gesehen, dafür wäre ich auch beinahe in den Knast gekommen. Der erste Mann auf dem Mond hat gesagt: ‚Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen… ein… riesiger Sprung für die Menschheit.‘

Toll, ich hopse jetzt genauso bescheuert auf dem Mond herum, einen Metallkoffer hinter mir her schleifend. Die künstliche Gravitation ist mal voll für den Arsch. Und von wegen Atmosphäre, ich bin gerade richtig froh, dass meine Entführer mich in diesen Raumanzug gesteckt haben.

Oh Mann, ich bin wirklich entführt worden. Ich weiß gar nicht, ob Entführungen auch verboten sind. Endlich bin ich an der Kuppel angekommen, bloß wir komme ich da rein. Ich laufe an der Kuppel entlang, bis ich zu einer Tür komme. Es ist eine Luftschleuse. Und ich bin drin. Drinnen sieht es wie in einem riesigen Eisfach aus. Und wir haben endlich Gravitation und Luft. Ich öffne meinen Helm und mache mich an dem Koffer zu schaffen. Als ich ihn öffne, habe ich wohl einen Mechanismus losgetreten. Mich blinkt ein Display an, der langsam aber stetig auf null zählt. Ich habe noch 14:49 Zeit. Spitzenmäßig. Hier ist es wirklich ziemlich kalt. Es ist die Frage, ob ich erst erfriere und dann in die Luft gesprengt werde oder umgekehrt. Ich laufe einen endlosen Gang entlang, die Kofferbombe in der Hand und ich muss ziemlich aufpassen, dass ich nicht ausrutsche. Es ist spiegelglatt. Ich quetsche mich durch eine halbgeschlossene Tür und stehe in einer riesigen Halle. Das Innere der Kuppel hat tatsächlich sowas wie eine Atmosphäre, ich kann schwere Wolken sehen und es fallen weiße Punkte von der Decke. Sie sind kalt und schmelzen auf meiner Haut. Es muss Schnee sein. Es ist Schnee. Wenn ich jetzt sterben muss, gerne. Ich spüre Schnee auf meiner Haut. Am liebsten würde ich mich splitterfasernackt ausziehen und im Schnee herum springen. Piep, Piep. Ja, da war ja was. 14:45 Zeit. Ich wate durch den Schnee. In der Mitte der Kuppel ist ein großer Glaskasten. Das sieht irgendwie aus, als wäre es so was wie ein Kontrollzentrum.

Bei 13:57 Zeit trete ich die Tür zum tatsächlichen Kontrollzentrum ein. Hier ist es nur unwesentlich wärmer. Die Bildschirme haben eine dicke Eisschicht. Ich mache mich an den Schaltflächen und Tastaturen zu schaffen. Es macht erst ‚Bling‘ und dann geht ein Alarm los. Eine nette Damenstimme ertönt aus allen Lautsprechern: ‚Sie haben die automatische Selbstzerstörung gewählt. Sie haben noch 10.00 Zeit um zu den Rettungskapseln zu gelangen.‘ Ich schaue auf meinen Display im Koffer. 09:58. So ein Zufall. Ich werde in 10 Minuten mit einem gewaltigen Bums in die Annalen der Geschichte, die auch verboten sind, eingehen. Und zwar als der größte Idiot auf Erden und im ganzen Universum. Der, der den Mond gesprengt hat. Scheiße, nicht mit mir. Ich reiße meine Knarre von meinem Arm und schieße mir die Kette vom Bein.

Als ich auf den Notfallplan starre, der zufälligerweise neben dem Pult hängt, fällt mir ein großes Mikrofon auf. Ich wische die Knöpfe frei. ‚Erde (alle Kanäle)‘ Ich denke nicht mehr und drücke einfach. Ich hoffe, dass mich wenigstens irgendjemand versteht: ‚Ich bin B3490564VR0209X228 und ich wurde von der Gesellschaft zur Rettung der Menschheit entführt und zum Mond geschickt. Die Überlebenden sind alle tot. Erfroren. Welch Ironie des Schicksals, der Klimaerwärmung entflohen und dann im All erfroren. Das Vermächtnis der Überlebenden ist Folgendes: Die Übrigbleiber sollen die bewohnte Welt nach ihren Geschicken leiten und lenken. Alle Verbote sind mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Statt dessen gibt es neue Gebote. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht betrügen. Du sollst nicht lügen. Du sollst nicht wählen. Du sollst glauben an dich selbst. Du sollst sagen was du denkst. Es lebe die freie Meinungsäußerung. Die Bombe die jetzt gleich hochgeht, haben mir die Entführer ans Bein gebunden. Ich war nur der dumme Briefbote. Ich würde gerne mehr sagen, ich habe keine Zeit mehr. Ich muss dann mal weg…lebt wohl!‘

Ich schaue nochmal auf den Plan, schaue nochmal auf die Displays und renne los. 05:06 Zeit. Das wird echt knapp. Ich renne durch die Halle ans andere Ende und sehe hinter einer weiteren Luftschleuse eine Rettungskapsel. Ich habe keine Ahnung, wie ich es geschafft habe, aber die Rettungskapsel schießt aus der Kuppel und hinter mir macht es einen megamäßigen Knall. Die Druckwelle beschleunigt meinen Flug. Ich werde an den Sitz gepresst und hoffe nicht, dass der Mond jetzt wirklich explodiert ist. Wäre schade drum. Und ich hoffe inständig, dass die Raumkapsel mich irgendwie wieder heimbringt.

Jetzt treibe ich hier im All und sehe die Sterne. Es ist ganz schön kalt hier. Das Kondenswasser gefriert und rieselt von der Decke der Raumkapsel. Ich bin voll im Arsch, aber es schneit.

Es lebe die Meinungsfreiheit.

Fortsetzung folgt….vielleicht irgendwann!

253 nach X – Teil 1

253 nach X – Teil 1

smogX ist der Beginn der Zeitrechnung nach dem Was, dass wir vergessen haben. X ist, als sich alle Weltreligionen gegenseitig ausgelöscht haben. Die Welt stand vor dem aus, aber eine neue Zeitrechnung begann. Die Menschen fingen von vorne an.

Nach den Religionen gab es nur noch Die Banken, Die Industrie und Die Wissenschaften.

Die Banken, Die Industrie und Die Wissenschaften nannten sich die Überlebenden. Die Überlebenden wollten zu fernen Ufern aufbrechen.

Sie auf den Mond fliehen und schickten Pioniere auf den Mond, die sollten den Mond für die Überlebenden bewohnbar machen. Die Pionierarbeit auf dem Mond war hart und forderte noch mehr Opfer. Nach der Pionierphase des Mondes wurden die ersten Siedler, die auserwählte bessere Bürger waren, auf den Mond verbracht. Sie sollten eine neue Welt erschaffen, eine bessere Welt. Die Oberfläche des Mondes wurde bebaut, künstliche Gravitation wurde geschaffen und an der künstlichen Atmosphäre wurde fieberhaft gearbeitet.

Während sie die Oberfläche des Mondes veränderten, veränderte sich auch die Erde. Ebbe und Flut blieben aus. Die Sache mit der Ebbe und Flut hätte auch Auswirkungen auf die Klimaerwärmung, haben Sie uns gesagt. Die Menschen drehten trotzdem durch. In der vermeintlich letzten Phase der Mondbesiedelung wurde die wissenschaftliche und finanzielle Elite auf den Mond verbracht und die Übrigbleiber blieben unten.

Die Übrigbleiber sind die, die über geblieben sind. Über in einer Welt in der alles verboten ist. Und das öffentliche Leben wird von oben gesteuert. Von ganz oben. Unerreichbar von unten. Unerreichbar für einen Übrigbleiber.

Seitdem tobt also ein anderer Krieg, langsam, leise und schleichend, aber es ist Krieg. Die Banken, Die Industrie und Die Wissenschaften gründeten irgendwann die Drei Großen Parteien und die regieren, die uns bekannte Welt. Es wurden viele Dinge verboten, damit niemand mehr radikale religiöse Gedanken umsetzen könne. Es wurden erst alle Art von religiöser Ausübung und ihre Versammlungsstätten verboten. Dann wurden Rucksäcke und Vollbärte verboten, sowie Rosenkranzwürgeketten. Dann wurden alle Arten von Rollkoffern und Aktenkoffer verboten. Hochhäuser über 100 Stockwerke, Flugzeuge und Kleintransporter auch. Laptops, Computerspiele, Privatfernsehen, Geschichtsbücher, Handys und Funkgeräte ebenfalls verboten. Alles ist verboten!

Zum Glück gibt es noch ein paar Laster, die Sie den Übrigbleibern gelassen haben, wie Drogen, Alkohol, Rauchen, Mord, alle Arten von Körperverletzung, Tattoos, Körperschmuck, Kondome und Sex vor der Ehe sind überall erlaubt, auch auf der Straße! Ach, die Ehe hat man auch verboten. Mir wäre es lieber, wenn Sie die Wahlen verbieten würden. Aber den Gefallen tun Sie uns nicht.
Die Ordnungskräfte arbeitet nur noch für Die Industrie, um Die Banken zu beschützen. Die Gefängnisse sind mit Industrieverbrechern und Gläubigen voll gestopft. Gläubige, die an nichts glauben, weil sie es nicht mehr kennen. Weil sie sich nicht erinnern können. Gläubige sind nur arme Schweine, die nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Auf den Straßen herrscht dass Chaos. Irgendwann haben die 3 Großen Parteien ungefähr 250 kleinere Parteien gegründet, um uns von der Trostlosigkeit und vom Chaos abzulenken. Abzulenken von dem, was die Überlebenden aus der Erde gemacht haben. Die Funktionäre, der Drei Großen Parteien, sind auch nach oben. Nach oben mit den letzten Raumfähren. Raumfähren wurden dann auch verboten worden. Die Übrigbleiber sind sich selbst überlassen worden, aber keiner weiß es, weil überall laufen Wahlwerbetrailer und berieseln uns den ganze Tag mit nicht fundierten Halbwahrheiten. Für jede Minderheit gibt es eine Partei und jeder hetzt gegen jeden. Wir stehen ein paar Tage vor der nächsten Wahlen und es ist der Horror. Aber das ist meine Meinung und eine eigene Meinung ist ebenfalls verboten.

Ich? Ich bin ich und lebe im Jahre 253 nach X in der Großen Stadt. Die ganze bewohnte Welt ist eine Stadt. Namen? Namen sind nur Schall und Rauch und auch verboten! Meine Nummer ist B3490564VR0209X228 kurz Bürger 3490564. Sie haben jeden Übrigbleiber ein Senderchip in den Fuß gepflanzt. So haben die Ordnungskräfte immer und überall den Überblick über die Übrigbleiber. Das keiner aus der Reihe tanzt. Keinen Grund, um sich den Fuß abzuhacken…

Die Wahlen nerven. Die Wahlhelfer werden immer gerissener, um einen fest zunageln, sie geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand und die Klinge in den Hals. Die kommen sogar zu mir in den 86 Stock. Wir haben zwar einen Aufzug, aber der ist immer kaputt.

Vor meiner Tür häufen sich nicht nur die Wahlwerbehoch- glanzbroschüren, sondern jeden trostlosen Tag die Leichen der Wahlhelfer. Habe mir ernsthaft überlegt, ob ich mir eine antike Schneeschaufel kaufe. Schneien tut es auch schon lange nicht mehr, die Klimaerwärmung wurde zwar aufgehalten, das hat zwar uns allen das Leben gerettet, aber der Schnee ist ausgestorben. Ich habe noch nie Schnee auf meiner Haut gespürt. Niemand den ich kenne, hat jemals Schnee auf seiner Haut gespürt. Aber jeder träumt davon. Gerüchte sagen, wenn man mit den Fingernägeln im Eisfach kratzt und den Eisstaub sich übers Gesicht rieseln lässt, ist es wie Schnee. Seit die letzten Gletscher geschmolzen sind, hat Die Wissenschaft zwar Einiges getan, aber wir haben jetzt Tropisches Klima, Regenzeit, MalariaX und eigentlich keine Inseln mehr, aber dafür verdammt viel Meer. Die Landstriche, die nicht überschwemmt worden sind, sind entweder tropisch oder Wüste oder schlimmer. Und nachdem sowieso die Hälfte der uns bekannten Welt beim Krieg X verstrahlt und/oder verseucht worden ist, gibt es nicht mehr so viel Platz für uns alle. Die Sache mit den Hochhäusern über 100 Stockwerke macht des Ganze nicht besser. Aber seit dem der Mond alle verrückt macht, dezimieren sich die Übrigbleiber gegenseitig.
Obwohl Die Wissenschaften die letzten Jahre an der Macht waren, sind die Menschen nur noch kränker und noch irrer geworden. Es gibt weiter schlimme Krankheiten. Wenn man auf die Straße geht, ist die Frage nur die, werde ich von irgendeiner schlimmen Krankheit dahin gerafft oder werde ich von irgendeinem irren Kranken nieder gestreckt.

In einem der kaputten Aufzüge wohnen 3 Männer, die eine Bar betreiben. Sie stecken gerade auf Stockwerk 40 fest, es ist mir täglich eine Freude, wenn ich bei ihnen vorbei komme. Der künstliche Whisky ist zwar grässlich, aber nachdem ich noch nie einen echten Whisky getrunken habe, macht mir des Saufen auch keinen großen Spaß. So rauche ich irgendein künstliches Tabakzeug. Für stärkere Drogen hab ich nichts übrig. Im Erdgeschoss steckt der Aufzug mit meinem Körperkünstler, er kümmert sich darum, dass sich keiner einen Vollbart stehen lässt und er tätowiert, pierct, färbt die Haar, kümmert sich um meinen Flat und man kriegt so manche Gerüchte mit. Ratet mal, Gerüchte sind auch verboten.

Ich muss jeden Tag auf die Straße, seit dem die U-Bahnen und Züge verboten wurden. Als Solarrikschafahrer ist man nun nicht mehr ein weiterer arbeitsloser Krimineller, man hat eine ehrliche Arbeit. Und das können nicht mehr viele von sich behaupten. Aber trotz alle dem, man strampelt sich den ganzen Tag ab, nachdem Benzin auch verboten ist und weil die Sonne quasi nie durch die Dunstglocke scheint, sind die Batterien meines Solarspeichers meistens leer, also heißt es strampeln. Also kotze ich mir jeden Tag die Seele aus dem Leib, die Sonne ist zwar irgendwo da oben. Ich weiß es, ich kann ihren Schatten durch den Nebel sehen.

Ich sollte zum Rauchen aufhören. Zum Leben ist es zu wenig und zu sterben ist es zu viel. Ich wohne im Viertel R für Rikschafahrer und sonstige Hilfskräfte und Lieferanten, wie es auch anders zu erwarten war, sind in meinem Viertel fast nur Männer. Kein Grund, um schwul zu werden. Ich komme mehrmals am Tag nach S für Schwestern, Krankenschwestern, ärztliche Helferinnen und sonstigen Pflegepersonal. Und seitdem die Spitzenärzte mit nach oben sind und es den Übrigbleiberärzten verboten ist, mit dem Personal zu vögeln, fällt für uns arme Schlucker, die ein oder andere Schwester ab.

Ach, ja Selbstbefriedigung ist auch verboten, warum weiß keiner mehr, es sollte glaube ich die Wirtschaft angekurbelt werden. Also werden die meisten Männer in meinem Viertel Notschwul oder sie fallen über jede Schwester her, die ihnen unter die Räder kommen. Nachdem die im Viertel S, die Einzigen aus der Unterschicht sind, die überhaupt Kinder kriegen dürfen, ist es ihnen meistens ganz recht und viele wollen freiwillig unter die Räder kommen. Ein kleiner Gesundheits- und Gencheck und schon ist man Vater, der unzähligen Kinder, die übrigens auch verboten sind. Die Aufzucht der Kinder werden im Viertel K für Kindergärten und Krankenhäuser erledigt, das liegt direkt neben S und ist gleichzeitig der Arbeitsplatz für die meisten Schwestern. Dort werden die Kinder großgezogen und wenn sie 18 sind nach ihren Fähigkeiten auf die jeweiligen Vierteln verteilt. Wollen wir mal hoffen, dass was Besseres aus ihnen wird. An die Zeit in der Aufzuchtstation kann ich mich kaum erinnern, obwohl ich erst 25 bin und gerade mal schlappe 7 Jahre in der freien Welt lebe. Frei!? Alles klar! Aber Widerspruch ist auch verboten.

Meine Rikschafahrerpartei und Gewerkschaft hat vor Jahren gesetzlich vorgeschriebene Dienstwaffen durchgedrückt. Jetzt habe ich die Knarre und es vergeht fast kein Tag, an dem ich die nicht benutzen muss, meistens muss man sich irgendwelcher irren Amokläufern erwehren. Da wird man schon paranoid, aber Paranoia ist nur gesund und wird von der Gewerkschaft noch fördert.

Eigentlich ganz schön trostlos, ich bin ein unschwuler, bewaffneter, rauchender Rikschafahrer, ich saufe ungern und nehme keine Drogen, meine Kohle trage ich zu meinem Körperkünstler oder stecke sie in Energie, damit ich mich nicht jeden Tag ab strampeln muss. Mich zieht es jeden Tag nur auf den Bock, in der Hoffnung, mir läuft eine Schwester über den Weg. Oder auch zwei, oder drei.

Fortsetzung folgt…vielleicht

Wenn der Hahn schreit….

Wenn der Hahn schreit….

Sie lag nackt auf seiner Bettstatt. Der Hahn hatte schon zum zweiten Mal geschrien. Ihr nackter Körper war in weichen Fellen versunken. Die Decken waren zerknüllt und einige Kissen lagen auf dem Boden, der gänzlich mit Teppichen ausgelegt war. Der strenge Herbstwind blies gegen die Zeltwände und zu weilen konnte sie die Banner draußen im Wind schnalzen hören. Sie hatte sich fest vorgenommen einfach nicht aufzustehen, dann würde sich die grausame Welt da draußen vielleicht ohne sie weiterdrehen. Neben ihr lag ein Mann. Ihr Mann. Herzog Rudger. Auch er wollte nicht aufstehen. Der Hahn setzte zu seinem dritten Schrei an und er schnellte hoch und schwang die Beine aus dem Bett. Wenig später rief sein Rüstknecht und der Zelteingang bewegte sich: ‚Herzog, sie haben den Fluss überquert!‘

Schwerfällig wälzte sie sich aus dem Bett, ihr ganzer Körper zitterte. Ihre Nippel waren aufgestellt und Gänsehaut zog sich über ihren ganzen Körper. Langsam wanke sie hinter einen Vorhang, um sich anzuziehen. Rudger lief nackt zu einer Waschschüssel und wusch sich rasch. Sein Rüstknecht war herein getreten und warf einige Scheite in die Glut in der Feuerschale, die in der Mitte des Zeltes stand und ging dann zu seinem Herrn und reichte ihm ein Handtuch. Während einige Dienerinnen in das Zelt gewuselt kamen und Tee und Essen hereinbrachten. Sie machten sich sogleich daran, das Bett in Ordnung zu bringen und zu packen.

Die Herrschaften werden draußen langsam ungeduldig.‘ meinte der Rüstknecht.

Der Hahn schrie erneut.

‚Geh und töte den Hahn und lass ihn den Göttern opfern!‘

‚Das wird dem Kirchenmann aber nicht sehr erfreuen.‘

‚So die Götter wollen, wird auch er diesen unheilvollen Tag überleben. Und nun geh.‘ meinte der Herzog streng und fürsorglich zugleich.

Kaum war der Rüstknecht aus dem Zelt verschwunden, stand auch schon seine Frau hinter ihm und übernahm es, ihm beim Anziehen zu behilflich zu sein. Sie sprach kein Wort, aber ihre Geste sagte ihm mehr, als je ein Mensch hätte sagen können. Ihre Finger zitterten bei jedem Handgriff. Er konnte es bei jeder Berührung spüren, dass sie ihre Hände nur mit großer Anstrengung unter Kontrolle hatte. Bei jeder ihrer fahrigen Berührungen, bebte ihm sein Herz in der Brust. Der Rüstknecht kam mit dem Hahn herein und eine alte Dienerin folgte ihm. Sie schnitt dem Hahn den Kopf ab und vergoss sein Blut über der Glut in der Feuerschale. Sie stocherte in Asche und Glut herum und sprach: ‚Schlage dem Stier den Kopf ab und du wirst siegreich sein!‘

Mit einem Wink schickte er beide wieder fort. ‚Emma, hilf mir bei der Rüstung.‘

‚Ja, Herr!‘

Es zerbrach ihm schier das Herz, wenn sie ihn formell ansprach. Noch gestern Nacht hatte sie ihm allerlei Nettigkeiten ins Ohr geflüstert. Sie reichte ihm den schweren, gepolsterten Wappenrock aus Leder und Tränen liefen ihr übers Gesicht. Er schluckte schwer und schlüpfte in den Wappenrock. Sie schnürte den Wappenrock zu, während ihr weiter die Tränen übers Gesicht liefen.

‚Emma, ich möchte, dass du mit dem Tross heimwärts ziehst. Sobald ihr den Grenzstein passiert habt, reitest du so schnell du kannst zu deinem Onkel. Ich kann erst klar denken, wenn du in Sicherheit bist.‘ sagte er leise und drückte ihr seinen Dolch in die Hand. ‚Ich möchte dass du dich und meinen Erben in Sicherheit bringst.‘

‚Woher…?‘ stotterte sie, bis ihre Stimme brach.

‚Ich mag ein Narr sein, in Kriegszeiten meine Frau zu besteigen, aber ich weiß genau wie viele Tage wir schon unterwegs sind und ich kein Blut gesehen habe!‘ Er hob eine Augenbraue und grinste.

‚Ja, Herr!‘ sagte sie leise und drückte den Dolch an ihre Brust.

‚Versprich mir, dass du nicht zurückblickst, ehe du den ersten Hahn am nächsten Morgen hörst.‘

‚Ich verspreche es, H…!‘ Er legte ihr die Hand auf den Mund und küsste sie stürmisch.

Sie stöhnte ein: ‚Rudger!‘ hervor. Er trennte sich von ihrem Mund und wischte ihr die Tränen vom Gesicht.

Mit dem Helm in der Hand trat der Herzog vors Zelt. Er schluckte noch den letzten Bissen herunter. Sein Weib wollte ihn nicht ohne etwas im Magen gehen lassen. Er hätte wohl besser nichts essen sollen, ihm war mehr als flau im Magen, aber er wollte auch nicht sein karges Mahl vor seine halbverhungerten Gefolgsleute speien.

Seine Frau kam aus dem Zelt und hinter ihr begannen die Diener das Zelt auszuräumen und abzubauen. Der Tross hatte schon auf gesattelt und die Wagen waren gepackt. Er konnte die Schritte seiner Frau hinter sich hören, als er bei seinem Pferd angekommen war. Sie nahm ihm den Helm aus der Hand und er stieg auf. Als sie ihm den Helm zurückgab, berührten sich ihre Hände einen kurzen Moment. Als sie sich wieder von ihm trennen wollte, packte er ihre Hand und beugte sich zu ihr hinunter, um ihre Hand zu küssen. Es war ihm so, als würde ihm das Herz stehen bleiben. Er hatte nicht bemerkt, dass sie ihm etwas in die Satteltasche gesteckt hatte. Ihre Blicke trafen sich für einen kurzen Moment und er konnte in ihren verschwommenen Augen das Feuer der letzten Nacht verlöschen sehen. Erschöpft lies er ihre Hand los und sie ging langsam zu ihrem Pferd, dass ihre Leibmagd für sie bereit hielt. Er schluckte schwer und sprach laut: ‚Dann wollen wir dem Stier nicht nur den Kopf abschlagen, auf dass der Hahn heute der Einzige in unseren Reihen sei, der sein Leben lassen musste.‘

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