Der unbekannte Fremde

Der unbekannte Fremde

paranoia1Kam ein unbekannter Fremder in eine Taverne und setzte sich an einen Tisch in einer dunklen Ecke des Schankraumes. Seine Gestalt war in dunkle Gewänder und schweres Leder gehüllt und er hatte eine Gugel in sein verschmutztes Gesicht gezogen. Die Schankmaid kam umgehend zu ihm an den Tisch und wischte mit einem schmutzigen Lappen darüber. ‚Was darfs sein, der Herr?‘

Verehrtes Fräulein, überrascht ihr mich mit einem süßen Wein und etwas Warmen aus eurer Küche…‘ flüsterte der Mann und schnipste ihr eine Silbermünze zu. ‚Dann soll was übrigbleibt euer Trinkgeld sein.‘

Wenig später kam sie wieder, auf ihrem Tablett stand ein Krug mit feinstem Wein, ein Becher, ein enormer Napf voll köstlich duftenden Eintopf und ein riesiges Stück frischen Brotes.

‚Bittschön, der Herr und Dankschön!‘ lächelte sie ihm entgegen, als sie ihm seine Bestellung servierte. Er schenkte sich Wein in den Becher und trank. Sie beobachtete ihn neugierig und wand sich ab.

‚Wollt Ihr mir nicht Euren Namen verraten, hübsches Täubchen!‘ fragte er sie, als sie im Begriff war zu gehen. Sie drehte sich wieder zu ihm um, setzte sich verkehrt herum auf einen leeren Stuhl und grinste ihn an. ‚Nicht bevor ich Euren erfahre!‘

Er lehnte sich zu ihr hinüber und flüsterte so leise, dass sie es kaum verstehen konnte: ‚Wenn ich das tue, dann müsste ich euch töten.‘

Blitzschnell packte er ihren Arm und zog sie noch näher zu sich hin. Sein Gesicht war jetzt direkt vor dem ihrem und sie konnte den Geruch von feuchtem Leder und Rauch riechen, vermischt mit einem Hauch von dem Sommerwein, den sie ihm gerade serviert hatte. Er zog die Luft durch die Nase in seine Lungen und kam ihr noch näher. Als er wieder zu flüstern begann, drehte er sein Gesicht nur so viel, um noch näher an sie heran zu kommen und streifte dabei mit seiner stoppeligen Wange, die ihre. ‚So ein süßes Täubchen, ihr wollt doch nicht euren Kopf verlieren?‘ Er schnupperte an ihrem Hals. ‚Ich bin vom GD! Vom Geheimdienst.‘ Er konnte sehen, dass sich ihre Nackenhaare aufstellten. ‚Schschsch. Keine Angst, ich bin Einer von den Guten. Aber ich suche Einen von den Bösen.‘

Sie nickte unmerklich und musste ein Schluchzen unterdrücken.

‚Versuch zu lächeln, hübsches Täubchen.‘ flüsterte er weiter auf sie ein. ‚Mach einfach nur dass, was ich dir jetzt sage!‘

Drei Männer kamen in die Taverne gestürmt.

‚Steh vom Stuhl auf, wackle mit deinem wunderbaren Hintern und küss mich so, als wäre es der letzte Kuss in deinem Leben!‘ Sie tat was ihr geheißen und die drei Männer waren sofort abgelenkt. Der Wirt zischte ihnen etwas zu.

‚Keine Bewegung und die Hände weg von der Hure!‘ rief einer der Kerle. ‚Wir sind vom GGD und wir sind dir schon seit Tagen auf den Fersen, schwarzer Hund.‘

‚Dein Weg ist hier zu Ende, Verräter! Dem geheimen Geheimdienst kommt keiner aus!‘ rief der Zweite.

Der unbekannte Fremde drehte ihre Hand, so dass sie kopfüber in seinen Schoß fiel, dann zog er eine futuristische Armbrust, zielte und schoss. Während der Erste getroffen wurde, hatte die Armbrust sich selbst geladen und der zweite Bolzen steckte schon im Zweiten. Dann warf der fremde Unbekannte die Armbrust auf den Dritten und sprang schwungvoll auf. Die Schankmaid fiel zu Boden und der unbekannte Fremde stürmte schon auf den Letzten der Drei vom Geheimen Geheimdienst.

Im nächsten Moment, rappelte sich die Schankmaid wieder auf und der Wirt kam hinzu.

Als der unbekannte Fremde mit dem Dritten fertig war, blickte er auf das glänzende Ende des Dolches des Wirtes. ‚Schwarzer Hund, du hast dir die falsche Taverne ausgesucht! Ich bin vom GGGD! Vom Ganz geheimen Geheimdienst!‘

In dem Moment, als der Wirt dem unbekannten Fremden die Kehle durchschneiden wollte, kam etwas mit einem lauten Knall auf ihn zugeflogen, was nach dem Einschlag seine Brust rot färbte. Als der Wirt zu Boden ging, rappelte sich der fremde Unbekannte blitzschnell auf und blickte auf die Schankmaid, die eine kleine doppelläufige Flinte in Händen hielt.

‚Ich bin vom GGGGD, vom Ganz und gar geheimen Geheimdienst. Und das ist wohl nicht euer Tag heute, Fremder!‘

Und der Knall, war das Letzte, was der unbekannte Fremde vernahm, bevor er starb.

Anmerkung: Vielen Dank Michael Koser für den ganz und gar normalen Unsinn.

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Das Bayowarische Brüllhuhn

Das Bayowarische Brüllhuhn

Guten Abend liebe Leser, wir nehmen uns heute wieder ein bisschen Zeit für die Wunderwelt der Tiere.

Heute ist wieder Tierzeit und ich berichte von meiner Expedition in den tiefen Süden Deutschlands. Also begleiten Sie mich und erfahren Sie mehr über das fast vom Aussterben bedrohte Bayowarische Brüllhuhn.

Mein Name ist Dr. Willfried Bürgel und mein wunderbarer Beruf als Ornithologe (Vögelforscher) verdanke ich meiner Vorliebe, die mich schon als kleiner Junge in die Wälder meiner Heimat trieb, wo ich dann mit dem Feldstecher meines Großvaters bewaffnet, die heimischen Vögel bei ihrem Brunft- und Balzverhalten beobachtete.

Heute nun, bin ich ein Wenig älter, habe aber doch meine Vorliebe zum Beruf gemacht. Also lassen Sie sich von mir nach Süddeutschland entführen, wo ich ihnen das interessante Leben des Bayowarischen Brüllhuhnes näher bringen möchte.

Das Bayowarische Brüllhuhn (Gallus clamat bavarie) tritt oft auf Festivitäten in der Nähe von Bierzelten oder im Umkreis von historischen Bierschänken auf. Meist mit dem Schnabel einem Krug mit Hopfenkaltschale getaucht, vernimmt man dann den Brumpftlaut, der meist weiblichen Brüllhühner, wenn sie kurz den Hals strecken, um zu schlucken. Dann muss man sich schon zu Weilen die Lauscher zu halten, das kann dann schon mal ohrenbetäubend werden. Wenn ich das mal vorführen darf: ‚Brüüüüöööööhllll!‘

Wenn man diese Brüllhuhner dann in ihrer natürlichen Umgebung beobachten will, muss man eigentlich nur auf einer Festivität in landestypische Tracht gekleidet im stillen Gedenken verharren und auf die typischen Laute warten, die dann auch gleich über den ganzen Platz schallen.

Ich bin einer der ersten Ornithologen, der die Brüllhühner bei ihrem Balztanz beobachten durfte und ich habe sogar den ein oder anderen Brüllhahn beobachten dürfen, wie er sich an ein Weibchen heranpirscht.

Diese kleinen possierlichen Tierchen sind nahezu vom Aussterben bedroht und sind nur noch in Bayern zu finden. Durch die immer größere Verbreitung von 24-Stunden-Tankstellen, werden die Bayowarischen Brüllhühner immer mehr ins Voralpengebiet zurück gedrängt. Das grelle Licht verschreckt diese scheuen Gesellen, so dass sie sich nur noch zum Oktoberfest in die Große Stadt trauen, wo man sie dann früh Morgens noch aufgeregt Bröllen hören kann, wenn sie die Norgerl aus den Masskrügen zuzeln.

Ich hoffe diese kleine Exkursion hat ihnen Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal. Wir sehen uns wieder, wenn im Frühjahr die kleinen Brüllkücken schlüpfen.

Vielen Dank und auf Wiedersehen und sein sie immer gut zu Vögeln.

Ihr Dr. Willfried Bürgel

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