Lady in Black

Lady in Black

6797798903_a598259c11Es kam eine Frau langsamen Schrittes in eine Bar, ganz in schwarz und sie kam einem auf den ersten Blick irgendwie bekannt vor. Warum auch immer wurde gerade das Lied ‘Cancion Del Mariachi’ aus dem Film Desperado gespielt.

Buenas Noches, Se­ño­ri­tameinte der Barkeeper halbherzig und schaute kaum von seiner Arbeit auf. Das Gläser polieren scheint seine ganze Aufmerksamkeit einzunehmen. Es schienen wohl mexikanische Wochen zu sein, die Bar war mit Desperado Merchandising-Artikel völlig überladen und die Laune des Barkeepers war fast unterirdischer als ihre.

‘N’Absinth Sprite und nen doppelten Pfeffi!’ meinte sie und blieb am Tresen stehen.

‘Schönen Tag gehabt?’ meinte der Barkeeper mit leicht ironischen Ton und blickte endlich auf, sein Lachen gefror auf seinem Gesicht, als er ihren Gesichtsausdruck sah und sie erkannte.

Die Frau in schwarz zog nur eine Augenbraue hoch und machte eine ungeduldige Handbewegung.

‘Kommt sofort!’ rief der Barkeeper und drehte ihr den Rücken zu, um sich erst wieder rumzudrehen, als er ihre Drinks fertig hatte.

Der Nerd kam vom Raum hinter der Bar, mit einer Kippe im Mund und zwei vollen Bierträgern in den Händen. Er stellte sie ab und begann die Biere in die Kühlschubladen zu schlichten und rauchte in aller Seelenruhe weiter.

‘Hey schöne Frau. Heute ohne Walking Dead Pulli?‘ rief er zwischen zwei Zügen von unter der Bar nach oben. Der Barkeeper nahm dem Nerd die Zigarette weg und ging nach hinten.

‘Jupp!’ meinte sie und stürzte den doppelten Pfeffi hinunter.

‘Keinen guten Tag gehabt?’ fragte er und linste dabei scheel über die Arbeitsfläche hinweg.

‘So zusagen!’ meinte sie kurz und schob ihm das leere Glas hin.

Er goss einen zweiten Doppelten ein und schob ihn zu ihr rüber.

Ein Betrunkender kam an die Bar gewankt und stellte sich neben die Lady in Black. Machte ein Handzeichen für noch ein Bier, was eher aussah, wie 5 Bier fürs Sägewerk und lallte dann: ‘Hey, Lady in Black! Wo kommst n Du her? Von ner Beerdigung?’

‘Erraten!’ meinte sie, nahm den doppelten Pfeffi und stürzte ihn runter und dachte sich: ‘Du Penner!’

Der Nerd goss ihr einen Neuen ein und stellte ein Bier auf den Tresen.

‘Non mortem timemus, sed cogitationem mortis!’ lallte der Betrunkene und zog mit seinem Bier ab.

‘Nicht den Tod fürchten wir, sondern die Vorstellung des Todes.’ meinte der Nerd.

Sie zwang sich zu einem Lächeln und flüsterte: ‚Uva uvam vivendo varia fit!‘

‚Eine Traube färbt sich, sieht sie eine andere… Traube?‘ fragte der Nerd ungläubig.

Sie verzog ihr Gesicht, stellte sich gerade hin, zog einen imaginären Colt und legte auf den Nerd an und sprach dann wie ein alter aber lebenslustiger, versoffener Texas Ranger: ‘Wenn uns unterwegs jemand begegnet der Latein kann, darf er uns gerne überfallen. Ich warte schon lange darauf einmal im Leben auf einen gebildeten Menschen zu schießen.’

‘You ride with an Outlaw, you die with an Outlaw!’ meinte der Nerd und grinste bis über beide Ohren.

Dann meinten beide, wie aus einem Mund: ‘Wir vermieten keine Schweine!’

Sie schenkte ihm ein herzzerreißendes Lächeln, das erste ernst gemeinte dieses Tages, schluckte schwer und wand aber sofort ihr Gesicht ab, so dass er die Tränen in ihren Augen nicht sehen konnte. Er tat so, als hätte er es tatsächlich nicht bemerkt und stellte ihr einfach nur einen neuen Pfeffi hin.

‘Ich sag jetzt einfach nichts mehr, du wirst mich schon anrufen, wenn du was brauchst, ja!?’

 Sie schluckte den Pfeffi und hielt ihm das leere Glas hin.

 ‘Ich brauch einfach nur jemand, der mir nachher die Haare hoch und den Eimer hinhält!’ flüsterte sie leicht lallend.

‘Tote betrauert man und ehrt sie. Bedauern muss man sie nur, wenn ihr Leben vergeudet war.’ Vulkanische Weisheit

 Live long and prosper… 

Werbeanzeigen

Kommt ne Frau in eine Bar, voll bepackt mit 1000 Sachen!

Kommt ne Frau in eine Bar, voll bepackt mit 1000 Sachen!

dungeons-dragon‘Du kommst zu spät.’ meinte der Nerd mürrisch.

‘Ja, sorry. Ich war noch beim DM!’ rief sie gehetzt. Sie zog ihre Jacke aus und es kam ein ‚Winter is coming!‘ – Shirt zum Vorschein.

‘Hey komm! Zocken, kannst du außerhalb deiner Barzeiten.’

‘Sag mal bist du jetzt mein Chef?’

‘Nein, ich hatte überhaupt keinen Bock zu arbeiten heute, dieses streitsüchtige Pärchen ist schon wieder da und du sitzt zu Hause beim Zocken, während ich mich mit Becks Blue Girl und AstraMan minus Eier rumschlagen muss.’

‘Wie kommst du überhaupt drauf, dass ich gezockt habe.’

‘Na, DM halt!’  

‘Ja, DM! Ich hab Waschmittel gekauft!’ rief sie erbost und sie stellte eine Tüte vom DM auf den Tresen und versuchte ihn gleichzeitig mit einer Waschmittelflasche zu hauen.

‘Aber DM heißt doch Dungeon Master?!’

‘Ja, in deiner Welt heißt DM Dungeon Master, und wenn in meiner Welt kein Waschmittel mehr da ist, heißt DM bei mir DrogerieMarkt!’

‘Boa, du bist ja doch ein Mädchen!’

‘Ja hallo! Schau mal!’ rief sie und hob ihr Shirt hoch und darunter kam ein Walking Dead Shirt zum Vorschein. ‘Schon mal nen Kerl mit Titten gesehen?’

‘Ähm, ja. Die Transe, die hier immer mal wieder vorbeischaut hat auch Titten.’

‘Ja, FakeTitten!’ meinte sie schnippisch. ‘Und schief sind die auch noch!’

‚Sag mal hast du immer zwei Nerd-Shirts übereinander an?‘

‚Die Tendenz geht zum Zweitshirt!‘ rief sie, zog eine Augenbraue hoch und grinste ihn dreckig an.

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Neuer Tag, gleiche Bar…

Neuer Tag, gleiche Bar…

Die astraBarkeeperin kam in die Bar und der Nerd stand hinterm Tresen, wie ein Schluck Wasser in der Kurven, der schon dreimal ausgekotzt wurde.

‘Du siehst aus wie ausgekotzt!’ trällerte sie.

Der Nerd hatte ein frisches Shirt an, mit der Aufschrift: ‘I’ll be in my bunk!’ Auf ihrem Shirt stand einfach nur Vera und sie blieb vor der Bar stehen.

‘Ich finds super, dass du heute Thekendienst hast und ich heut mal mein Gehalt versaufen kann.’

‘Wo wir grad beim Thema Gehalt versaufen sind, hab ich gestern eigentlich meine Zeche bezahlt?’

‘Nein, steht noch aufm Zettel!’

Er blickte auf den Zettel und zog eine Augenbraue hoch: ‘Des ist doch ein Scherz?!’

‘24,50!’ kicherte sie.

‘Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, was?’

‘Wenn du mich nicht hättest!’ rief sie und lies ihre imaginären Hosenträger schnalzen.

‘Danke, dass du mich gestern heimgebracht hast!’

‘Und ich hab dich auch liebevoll zugedeckt und dir einen Eimer nebens Bett gestellt!’

‘Du bist ein Schatz, was kann ich dir bringen?’

‘Das Übliche!’ meinte sie und wollte sich gerade auf einen der Barhocker niederlassen.

‘Boa, deinen Absinthe Sprite kannst du selber mischen…!’

Sie stand wieder auf und ging trotzig hinter die Theke und machte sich an ihrem Drink zu schaffen. Er stand neben ihr an ein Regal gelehnt und genoss die Stille des Nichtstun.

Das Pärchen von gestern kam wieder in die Bar. Nach einer Weile klopfte die junge Frau auf den Tresen und rief schnippisch: ‘Kriegt man hier auch ein Bier…?’

Die Lady hinter der Bar reagierte nicht und der Nerd war wohl im Stehen eingenickt.

‚Hey, Hallooooho! Das macht ihr doch mit Absicht?‘ rief die Ische.

Die vermeintliche Barkeeperin drehte sich kurz um und meinte: ‚Ich arbeite heut gar nicht!‘

Dann machte sie ihren Drink fertig und kam wieder vor die Theke getreten und begann dann erst den Nerd mit ganzen Erdnüssen zu bewerfen und rief: ‚Kundschaft!‘peanuts

Der Nerd schreckte hoch und riss dabei fast das Regal um.

,Zwei Becks Blue, Bittäh!‘ rief sie reichlich eingeschnappt und pochte ungeduldig mit den Fingernägeln auf der Theke herum. Dann meldete sich ihr Freund zu Wort: ‚Ich hätte aber gern ein Astra!‘

‚Das ist viel zu teuer…‘ rief sie und wedelte nach dem Barkeeper. Er wartete aber noch, bis die beiden sich ausgestritten hatten.

Der Typ meinte irgendwann: ‚Wenn ichs doch eh selbst bezahlen muss!‘

‚Aber im Preisleistungsverhältnis…!‘

‚Jetzt wirds aber hint’ höher wie vorn!‘ rief der Nerd und stellte ein Astra und ein Becks Blue auf den Tresen. ‚5,80, bitte!‘

‚Wir…haben aber zwei Becks Blue bestellt!‘ rief die Ische empört.

‘Also, wenn du beim Astra mit’m Preisleistungsverhältnis anfangst, dann kannst auch gleich verschwinden.’ rief der Nerd aufgebracht, zeigte zur Tür und lies die Ische gar nicht mehr zu Wort kommen, also redete er weiter auf sie ein.‘Der junge Mann hat ein Astra bestellt, also bekommt er auch ein Astra!!’  

‘Ja, aber!’ stammelte die Ische.

‘Nichts aber, verdammt nochmal!’ rief der Nerd, hob seine Hand, zeigte sie den Streithähnen und drehte sich zu seiner Kollegin: ‘Ich hab was für dich!’

‘Uiuiui, Geschenke!?!’ schrie sie, wie ein 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen und klatschte mit den Händen aufgeregt aneinander, wie ein wahnsinniger Seehund.

‘Nein nein, Schätzölein! Das hier ist eine Leihgabe und wiedersehen macht Freude!’ meinte der Nerd und stellte die ersten vier Staffeln von Dr. Who auf den Tresen. ‘Damit du langsam aber sicher mal auf dem Laufenden bist.’

‘Boa, voll gut! Danke!’ flüsterte sie ehrerbietig und beäugte die Staffeln wie ein Heiligtum und berührte sie dann sachte mit den Fingerspitzen.

Der Nerd stellte sich aufrecht hin, räusperte sich, atmete tief ein und setzte zu einer wichtigen Verlautbarung an: ‘Weil alle, die das Bier, und wenn es auch noch so klein ist, nicht ehren und Dr. Who nicht schätzen, unwürdig sind.’

‘Was ist denn Dr. Who?’ fragte die Ische ihren Freund.

Der Nerd blickte die nervigste Kundin des heutigen Tages an, als würde er sie ernsthaft versuchen mit Blicken töten zu wollen, dann hob er dramatisch die Hand, so wie es Darth Vader getan hätte.

‘Man soll den Priester in der heiligen Messe ja nicht unterbrechen, aber du hast Firefly vergessen!’ rief Frau Nerd über ihren Absinthe Sprite hinweg.

Der Nerd holte wieder Luft und setzte erneut zu einer Rede an: ‘Weil alle, die das Bier, und wenn es auch noch so klein ist, nicht ehren, Dr. Who nicht schätzen und Firefly nicht lieben, unwürdig sind.’

‘Was ist denn Firefly?’

‘Jetzt schlägts aber 13!’ schrie der Nerd die Ische nun an und nahm ihr ohne einen weiteren Kommentar das Bier ab, dass sie eh noch nicht bezahlt hatte und exte es mit einem Zug. Dann zeigte er einfach wieder zur Tür, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren.

Die Ische hatte fast ein bisschen Pippi im Auge und Frau Nerd hatte ein Einsehen mit dem armen Ding. ‘Ich geb dir mal nen Tipp!’ meinte sie ruhig zu der Ische. ‘Wenn sich zwei Männer über Firefly unterhalten, dann lächle freundlich, halt deine Zuckerschnute und nicke wenn man dir eine Frage stellt!’

‘Ja, aber sie ist doch eine Frau.’

‘Nein, sie ist keine Frau! Sie ist ein Nerd!’

‘Aber auf ihrem Shirt steht Vera!’

‘Vera ist eine Callahan Großkalliber Auto-Lock mit modifizierten Abzug und Doppellauf!’ erklärt der Nerd und die vermeintliche Vera blickte ihn etwas verklärt an, ihr Mund formte ein paar Worte, die ihr geschmeidig aber ohne einen Ton zu erzeugen über die Lippen glitten: ‘Willst du mit mir zusammen Star Wars ansehen?’ Der Nerd zwinkerte ihr zu und wurde dann aber unterbrochen, bevor er etwas erwidern konnte.

Und was ist mit Starship Troopers?’ fragte der Freund von der Ische in die Runde.

‘Gibts da nicht einen 2. Teil?’ fragte die Ische.

‘ES GIBT KEINE FORTSETZUNG VON STARSHIP TROOPERS!’ riefen der Nerd, Vera und ihr Typ gleichzeitig.

Die Ische rang mit ihrer Fassung und bevor sie endgültig zu weinen begann, meinte der Nerd: ‘Vorschlag zur Güte: Du lässt deinen Typen sein Lieblingsbier trinken, wann immer er will. Ihr fahrt jetzt heim und schaut euch Firefly an und wenn ihr mit allen Teilen fertig seid, dann schaut ihr euch Serenity an und wenn ihr am Ende geweint habt, dürft ihr wieder kommen!’

Der Typ exte sein Astra, legte 4 Euro auf den Tisch und dann gingen sie wortlos nach Hause.

‘Die sehen wir nicht wieder!’ meinte Frau Nerd.

‘Und wenn schon!’

‘Zahlen!’

‘Wie? Du willst schon gehen?’

‘Hab noch ein Date!’

‘Ohne mich!’

‘Ja, Dr. Who ist immer so eifersüchtig!’

‘Ich dachte wir wollten Star Wars ansehen und in Gefilde vordringen, die noch nie ein Mensch zuvor erlebt hat?’

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

%d Bloggern gefällt das: