Das Klagelied des Fuchses – Nach dem Fall an die Front

Das Klagelied des Fuchses – Nach dem Fall an die Front

arcticfoxWegen Zuspätkommens und Missachtung der Befehle wurde ich an die Front versetzt. Das habe ich nun davon, dass ich meine Nase in Dinge gesteckt habe, die mich nichts angehen. Zumindest konnte ich im Vorbeireiten die Fibel und die Stofffetzen an Alveradis und Thôn zurückgeben und das Pferd meiner Mutter gegen mein Eigenes tauschen.

So jetzt sitze ich im Dreck, in einem Schlammloch und der Regen ist in Graupel übergegangen. Der Sommer schickt sich an uns nicht mit seiner Aufwartung zu behelligen. Ist ja nicht so, als wären wir hier nicht schon völlig durch gefroren.

Wir wurden seit Tagen immer wieder angegriffen, von Kriegern der Spinne. Sie trugen kupferne Masken und schlichen nahezu so geschickt, wie wir durch den Wald.

So jagten wir seit Tagen durchs Gehölz und versuchten die Spinnenkrieger in kleinere Kämpfe zu verwickeln. Wir versuchten sie zu schwächen, ohne uns zu schwächen. Genau deshalb haben wir uns in 6 Mann Trupps aufgeteilt und sprengten durch den Wald. Mittlerweile war es auch völlig egal ob Nebelwölfe oder Grünfänge, wir waren ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Gegründet aufgrund der hohen Verluste in den vergangenen Scharmützeln.

Ich habe keine Ahnung, ob unser Plan aufgehen möge, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Eines Morgens ging doch tatsächlich die Sonne auf und die Strahlen erwärmten unsere müden  Glieder. Ein Pfeil mit einer Nachricht, eines benachbarten Trupps schoss an meinem Ohr vorbei und blieb in einem Baum hinter mir stecken. Der Pfeil vibrierte noch von der Wucht seines Einschlages, als ich ihn aus dem Baum ziehen wollte. Ich las die Nachricht und pfiff zum Sammeln.

Ein versprengte Gruppe unweit unserer Stellung wurde angegriffen und wir eilten schon zur Hilfe, ehe wir darüber nachdachten, was wir taten.

Unachtsam wie wir waren, rannten wir beinahe in eine Falle. Die Krieger der Spinne hatten unsere Mannen gefangen genommen und folterten sie. Kurz bevor sie uns entdecken konnten, kreuzte der weiße Fuchs meinen Weg. Er lief auf einen kleinen Hügel, drehte sich nochmal zu mir um und sang dann sein jammervolles Lied. Wir gingen hinter einer Kuppe in Deckung und dann erblickte ich ihn. Faran, Thôns Sohn, er trug noch seine zerrissene Clanshose und lief an unserem Versteck vorbei. Die weißen Haare waren zu einem zerzausten Zopf gebunden. Als er seinen Kopf drehte, erkannte ich die kupferne Halbmaske. Seine Züge waren hart und steif und er schien nicht nur gewachsen zu sein, sondern auch gleichsam gealtert. Die Wochen in den Händen des Feindes haben ihn um Jahre altern lassen. Sein trüber Blick streifte den Blick des Fuchses und für einen Moment kam es mir so vor, als würde sich sein Blick für den Bruchteil eines Augenblickes wieder aufklaren. Er hob seinen Bogen, legte an und schoss auf den Fuchs.

Blitzschnell zog ich meinen Bogen aus und lenkte seinen Pfeil mit meinem Pfeil ab, dann pfiff ich zum Angriff. Das Lied des Fuchses verstummte an diesem Abend nicht, doch der Körper Farans verschwand.

Einen Teil unserer Mannen konnten wir tatsächlich retten, auch wenn ein Paar von ihnen an der Folter gestorben waren, so entkam an diesen Tag nur der Körper des Jungen Faran.

Und ich will nicht eher ruhen, ehe ich ihn nicht gefunden habe und zu den Seinen zurück gebracht habe. Vielleicht konnte die Liebe der Seinen ihn wieder heilen oder zumindest zur Ruhe bringen.

Brian, Sarolfs Sohn

Reiter im Dienste des ehrenwerten Guiskard Ragin Grünfang

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

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Das Klagelied des Fuchses – Hochmut kommt vor dem Fall

Das Klagelied des Fuchses – Hochmut kommt vor dem Fall

arcticfoxDie Zeit vergeht wie im Flug und mein Dienst nimmt mich mehr denn je in Anspruch. So konnte ich es mir leider nicht mehr erlauben, weiteren Nachforschungen nachzugehen, weil ich noch eiligere Nachrichten von einem Teil des Landes zum Anderen bringen durfte. So gingen endlos lange Tage ins Land, bis ich wieder an der Stelle war, wo ich das Tagebuch gefunden hatte. Ich war unterwegs mit Nachrichten aus Raurikor und von den Nantwiga. Die Nacht hatte mich überrascht und ich musste absteigen. Ich bin schon so verwirrt, dass mich tatsächlich die Nacht überraschen konnte. Kommt sie doch nach jedem Tag zur selben Zeit.

So ist es nicht die Zeit die sich verändert hat, sondern unser Treiben, dass geschäftiger geworden ist, so dass die Zeit wie im Fluge verronnen ist und mich die Nacht auf dem falschen Fuß erwischte.

Kalt ist es geworden, obwohl der Sommer schon vor der Tür stehen sollte, kann ich meinen Atem sehen, wie er im Vollmondlicht nach jedem Atemzug aus meinem Mund getrieben wird.

Ich lief einen unwegsamen Weg entlang, den ich für sicherer gehalten hatte. In den schweren Zeiten ist mir eine unkomfortable Abkürzung lieber, als das Aufsehen, was ein Meldereiter auf dem großen Weg, hervorrufen würde.

Mein Pferd trottete gelangweilt hinter mir her. Naja, eigentlich war es immer noch das Pferd meiner Mutter. Sie wird mich umbringen, wenn ich mal wieder nach Hause komme.

So in meinen Gedanken versunken, machte ich einen unachtsamen Schritt und stürzte, aber anstatt auf dem Boden aufzukommen, fiel ich. Die Zügel machten einen Ruck, als sie sich strafften und das Pferd hielt meinen Sturz auf. Es gab keinen Laut von sich, obwohl mein ganzes Gewicht am Zaumzeug hing. Ich pfiff leise und es zog mich aus dem Loch, in dass ich gefallen war.

Als meine Beine wieder auf dem Waldboden waren, legte ich mich auf den Boden, entzündete ich eine Fackel und warf sie in das Loch. So tief wie ich erst dachte, war das Loch gar nicht. Ich versteckte mein Pferd und schlich mit dem Zaumzeug und einem Seil wieder zum Loch. Meine Fackel brannte noch. Ich band das Seil an einer Wurzel fest und kletterte nach unten.

Ich lief die restliche Nacht in den Höhlen herum. Und fand neben Unmengen von Spinnenweben nichts außer ein Paar Fetzen Clansstoff und eine verrostete Fibel.

Im Morgengrauen kletterte ich wieder herauf und ritt so schnell ich konnte nach Vargranja zurück.

Brian, Sarolfs Sohn

Reiter im Dienste des ehrenwerten Guiskard Ragin Grünfang

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Das Klagelied des Fuchses – Die Wege der Götter sind unergründlich

Das Klagelied des Fuchses – Die Wege der Götter sind unergründlich

arcticfoxKaum war ich in Vargranja angekommen, erstattete ich Bericht und mein Guiskard schickte mich nach Raurikor, um eine wichtige Nachricht zu überbringen. Also ritt ich gen Raurikor und stellte keine Fragen. Ich diente meinem Guiskard, so wie mein Vater vor mir. Sein Vertrauen lag mir im Blut und mein Guiskard konnte sich voll und ganz auf mich verlassen.

In der Stunde in dem ein Krieg in der Hag Raurik entfesselt wurde, ritt ich von einem Ende des Landes zum Anderen, um eine Nachricht meines Herren zu übermitteln. Das kam mir ganz gelegen und langsam glaubte ich, dass selbst mein Guiskard schon Vorahnungen hatte. Er gab mir die Möglichkeit ein Rätsel zu lösen und ich wette mein Pferd und dass meiner Mutter, dass der Schlüssel für unser Schicksal mit dem Tod des Jungen Faran zu tun haben muss. Ich habe es quasi im Urin.

Ich sputete mich, so dass ich genau an der Stelle, wo wir den Jungen Faran fanden, eine Rast einlegen musste. Meine Mutter wird mich umbringen, wenn ich ihr Pferd zu Grunde richte.

Ich baute ein verstecktes Lager auf, lies den Gaul zurück und schlich dann durchs Unterholz, bis ich an die Stelle kam, wo sich der gewundene Pfad durchs Gehölz schlängelte. Gerade mal so breit, dass zwei Gäule versetzt nebeneinander reiten konnten. Ich blickte nach oben, ich konnte die Wolken durch die Baumwipfel kaum sehen, die über dem Weg ein dichtes Dach aus Ästen bildeten.

An der Stelle, an der Faran in meinen Armen starb, hielt ich inne und betete. Ich bat um einen Segen der Götter, damit sie die arme Seele des Jungen sicher zu den Ahnen geleiteten. Dann kroch ich den Weg entlang, von wo er gekommen war. Man konnte seine Spuren immer noch deutlich sehen. Einige tote Spinnen lagen noch herum. Wie nachlässig, wir hätten alle anzünden sollen, nur für den Fall, dass sie auch Eier in sich trugen. Ich sammelte die Spinnen zusammen und nachher werde ich ein hübsches Feuerchen machen.

Den Spuren folgend irrte ich durchs Unterholz und dann verlor sich die Spur. So was ist mir auch nicht nie passiert, ich beschloss wieder ein paar Schritte zurück zulaufen. Ich musste irgendwas übersehen haben. Plötzlich stolperte ich über einen Ast und kam zu Fall. Das darf man echt niemanden erzählen, dass einer der Grünfänge zu blöd zum Laufen ist. Aber wenn ich nicht gestürzt wäre, hätte ich das Tagebuch des Jungen Faran nie gefunden, es lag halb in Dreck und Schlamm versteckt und wenn ich nicht direkt mir der Nase darauf gestoßen wäre, hätte ich es nie gefunden.

So schnell ich konnte rannte ich wieder zu meinem Pferd und las es hastig. Die halbe Nacht fertigte ich eine Abschrift, die der Beginn meiner Aufzeichnungen werden sollten. Und an dem Punkt, wo ich endlich davon erzählen kann, wie ich zu dem Tagebuch gekommen bin, fallen mir keine geeigneten Zeilen dafür ein. Vor allem weil ich mittlerweile weiß, dass die Leiche des Jungen Faran verschwunden war.

Im Morgengrauen werde ich erst mal gen Raurikor reiten, meine Nachricht abliefern und mich umhören. Beim Rückweg bleibt mir vielleicht noch die Zeit nach der Höhle zu suchen. Genug Kräuter gegen Gift hatte ich den letzten Tage ja sammeln können. Und so nebenbei hatte ich jetzt endlich eine Probe von dem Gift nehmen können, dass den jungen Faran danieder gestreckte hatte. Vielleicht kann mir ja die Hüterin der Halle weiterhelfen, ich hatte Leuten hören, sie hatte bereits die ‚Schlonze‘ untersucht, die die Nantwiga aus ihrem Grenzgebiet gebracht hatten.

Ich warf die letzte Spinne ins Feuer und legte mich zum Schlafen hin. In meinen Träumen selbst verfolgte mich der Junge. Der starre Blick sein trüben, toten Augen lies mich nicht zur Ruhe kommen.

Brian, Sarolfs Sohn

Reiter im Dienste des ehrenwerten Guiskard Ragin Grünfang

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

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