Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 4

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 4

tafelZur Mittagsstunde kamen die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr wieder zurück in die große Stadt und brachten reichlich Fisch.
An der Taverne wurde sogleich ein Schild angebracht:
Heute frischer Fisch gebraten
und am Steckerl!

Aber vom Fischer weiter keine Spur.

~*~

Eines Morgens in aller Frühe kam Helena zum Dienst. Sie hatte sich eine Decke über die Schultern gezogen, es war heute Nacht richtig kalt gewesen. Die kleinen Pfützen auf der Straße waren gefroren und dabei war es ja schon fast Sommer. Das Beltanefest war schon eine halbe Ewigkeit vorbei und sie hatten schon wieder Bodenfrost. Irgendwas ist doch  faul in der Hag Raurik, langsam glaubte auch sie, dass ihnen ein großes Unheil bevorstehen würde. Alle Mann sprachen vom Krieg. Gänsehaut lief ihr über den Rücken und man konnte ihren Atmen sehen, wie er in der Luft gefror. Sie rieb sich die Nase, weil sie konnte es kaum fassen, sie konnte Schnee riechen.

Sie betrat die Taverne und ihr Blick blieb auf dem Rahmen hängen, den Börte aufgehängt hatte. Sie hatte den Liebesbrief des irrsinnigen Fischer rahmen lassen und in der Taverne aufgehängt, darunter war ein ziemlich schlecht gemaltes Bild von ihm und mit einer krakeligen Kinderschrift stand drunter: ‚Wehr kehnt diisen Mahn? Wehr haht ihn gesähn?‘

Eigentlich sollte Einer ihr mal das Schreiben beibringen. Das ist ja wirklich peinlich!
Kurzerhand nahm sie einen Kohlestift und strich die Wörter durch und schrieb drunter: ‚Wer kennt diesen Mann? Wer hat ihn gesehen? Finderlohn bei Wiederbeschaffung des Fischers!‘

Dann verschönerte sie das Bild bis es ihm auch ähnlich sah. Als sie sich wieder abwenden wollte, blieb ihr Blick nochmal auf dem Brief hängen. Sie konnte ihn mittlerweile fast auswendig, weil Rinelda ständig daraus zitierte, um Börte das Lesen und Schreiben beizubringen. Was für eine faule Ausrede.

Sie lass die ersten Zeilen und plötzlich stieg die Schamesröte in ihr auf, obwohl man ihren Atmen hätte sehen können, wurde ihr ziemlich heiß.

Ob es nun das schlechte Gewissen war, oder die Leidenschaft, die in ihr aufstieg…

Sie schnappte sich eine Kreide und schrieb auf die große Tafel:

Ich kündige und suche den Fischer.

Drunter schrieb sie:

Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde!

Helena

Dann verschwand sie, aber nachdem noch keiner wach war, sah niemand wie sie im Wald verschwand.

~*~

Etwas Später in Grimgard:
Börte war außer sich, als sie versuchte die Worte zu lesen, die auf der Tafel standen. Sie stürzte nach draußen und schrie. ‚Helena ist fort! Hilfe!‘
Die Leute auf der Straße blickten sie an, als wäre sie von Sinnen. Vor der Taverne brach sie allerdings zusammen und stürzte in den Matsch, der mittlerweile wieder aufgetaut war und fing schrecklich zu weinen an.
Asbirg kam gerade vom Eponaschrein und lief ihr entgegen, als Rinelda ebenfalls aus der Taverne lief. ‚Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde?‘
Alle Leute schüttelten den Kopf und gingen weiter. Da schickte sich eine kleine Schneeflocke an aus dem Himmel zu purzeln, dann eine Zweite und eine Dritte. Es dauerte nicht lange, dann war ganz Grimgard mit einer feinen Schneeschicht überzogen.
Der Grimgarder Bürgermopp der auf den Schneefall folgte, war diesmal in Decken gehüllt und hatte Mützen, Schal und Handschuhe an.
‚Der Winter wird kommen!‘
‚Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde!‘
‚Und wer sucht nun die Helena!‘
‚Nicht noch so einen Winter!‘
‚Ich brauch eine neue Schankmaid, wenn Helena von den Wölfen gefressen wird!‘

Aber irgendwie war allen zu kalt und der Grimgarder Bürgermopp löste sich genauso schnell auf, wie er gekommen war. Etwas später konnte man die Grimgarder Bürgerwehr beobachten, wie sie wieder in den Wald liefen.

~*~

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

tafelAm nächsten Morgen, fand man Asbirg vor ihrem Schrein schlafend vor, noch bevor die Grimgarder Bürgerwehr völlig abgekämpft wieder in Grimgard an kamen und berichteten, dass sie den Fischer, auch nach ausgiebigen suchen, nicht gefunden hätten.

Etwas später hätte man wieder ein Gespräch in der Taverne belauschen können, wenn man neugierig wäre.

‚Börte, kannst du mal aufhören zu heulen, man könnte ja glatt denken, dass du was mit dem Fischer hattest.‘ rief Rinelda und lachte laut.

‚So Einer kommt mir nicht ins Haus!‘ rief Asbirg im Halbschlaf. Sie lag mehr auf einer Bank, als dass sie saß und döste vor sich hin. Vor ihr lag Papier, Tinte und eine Feder.

Helena hatte zwar ihren freien Tag, hatte aber doch die Gesellschaft in der Taverne vorgezogen, weil sie dort von dem Gespött und den lästerlichen Blicken der Leute einigermaßen in Sicherheit war. Schlecht gelaunt war sie ohnehin, also saß sie in einer Ecke und schmollte.

‚Die ganze Affäre um den Liebes-Fischer ist fei ganz schön geschäftsschädigend!‘ meinte der Wirt.

‚Wie meinst jetzt des?‘ fragte Rinelda.

‚Börte heult seither Tag ein Tag aus. Da wird einem ja das Bier schal!‘ meckerte Nurmi.

‚Aber sie zahlen alle sofort, weil sie niemanden mehr anschreiben lässt!‘ bemerkte Rinelda.

‚Man kann ja nicht sagen, ob sie am nächsten Tag noch leben!‘ heulte Börte und schnäuzte lauthals in ihr Taschentuch.

‚Und die Helena pöbelt den ganzen Tag die Gäste an, selbst wenn sie ihren freien Tag hat!‘ motzte der Wirt weiter.

‚Ham ma net!‘ rief Helena ganz automatisch.

‚Da hörst es ja, ich bin ruiniert.‘ jammerte der Wirt.

Plötzlich hörte man das Kratzen einer Feder über schlechtes Papier. ‚Die Einzige, die hier ruiniert ist, bin ja wohl ich, zwangsverlobt, entehrt, verleumdet, gekündigt, arbeitslos und dann wurde auch noch mein Allerheiligstes geschändet.‘ meckerte Asbirg.

‚Ach, ist mein Angebot nicht gut genug? 400 Kupfer im Jahr sind eine hübsche Stange Geld und die Trinkgelder dürft ihr alle behalten! Ihr bekommt an jedem Arbeitstag ein Kupfer und an guten Tagen auch mal zwei, mehr kann ich mir beim besten Willen nicht leisten, wenn ihr weiter meine Gäste vergrault.‘ rief der Wirt aufgebracht und blickte Asbirg wütend an. ‚Und ich dulde deine Bäckerei zum Eigenbedarf und verlange noch nicht mal Untermiete!‘

‚Ist ja nicht so, als ob es nicht von nutzen wäre, dass wir unser Brot jetzt wieder selber backen!‘ meinte Asbirg unwirsch, stand auf und ging mit einem beschriebenen Zettel nach draußen.

‚Bei den Preisen heut zu Tage, werden wir irgendwann anfangen müssen unsere Körper zu verkaufen!‘ bemerkte Rinelda fast beiläufig und folgte Asbirg nach draußen.

Ab dem Zeitpunkt hing an der Tafel vor der Taverne etwas Neues zu lesen:

Der Eponaschrein zu Grimgard nimmt großzügig Spenden entgegen
zur Wiederherstellung der alten Pracht.
Geld und Sachspenden bitte in der Taverne abgeben.
Asbirg

Ergebene Eponas

~*~
Der Wirt vom Roten Keiler wischte den gebratenen Fisch von der Tafel und schon tat sich der Grimgarder Bürgermopp auf.
‚Wir wollen Fisch!‘
‚Gebraten soll er sein!‘
‚Am Steckerl!‘
‚Steckerlfisch! Steckerlfisch! Wir wolln Steckerlfisch!‘
‚Wir wollen unsere Fischer wieder haben!‘
‚Ich will auch so einen Liebesbrief!‘
Als der Grimgader Bürgermopp mit Haken und Forken vor der Ratshalle angelangt war, trat Dankrad vor die Tür. ‚Der Handelsrat hat sich entschieden die Grimgarder Bürgerwehr nochmals auszuschicken, um bei der Fischerhütte nach dem Rechten zu sehen! Oder will Einer hier unsere Bürgerwehr begleiten, wenn sie den Umweg über die Wolfsbuche gehen, um nach dem Rechten zu sehen. Oder sehe ich das Anders?‘

Der Bürgermopp löste sich blitzschnell auf, nur die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr blieben vor der Halle stehen und taten so, als wären sie beim Bürgermopp nicht dabei gewesen. Andas, erste der ungleichen Zwillinge, tippte den großen Oda an und meinte: ‚Da fühlt sich Ainar immer angesprochen!‘ Alle drei lachten etwas dümmlich.
‚Ainar, Oda, Andas, habt ihr mich nicht gehört, auf zur Fischerhütte und holt auch gleich die Netze ein und bringt die Fische zu Nurmi. Und vorher lauft ihr nochmal zur Wolfsbuche und findet dieses Fischer!‘ rief Dankrad reichlich ungehalten und verschwand wieder in der Halle.

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Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 2

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 2
tafelDie Tavernentür war geschlossen und drinnen wurde laut geredet.‚Wenn einer von euch Weibern meint, zur Wolfseiche laufen zu müssen, dann braucht ihr nicht wieder zum Arbeiten in meine Taverne kommen.‘ rief der Wirt aufgebracht.‚Ja, aber irgendjemand muss den Fischer doch zur Vernunft bringen.‘ rief Börte schluchzend.

‚Aber keiner geht zur Wolfseiche, dass ist viel zu gefährlich!‘ schrie der Wirt wieder und haute mit der Faust auf den Tisch.

‚Dann lass uns zum Handelsrat gehen und die Bürgerwehr soll nach ihm suchen. Nicht, dass mir sein stinkender Fisch abgehen würde…!‘ meinte Rinelda beschwichtigend.

Helena kam auf die Taverne zugelaufen und wollte gerade hineingehen, als sie das Wachspapier erspähte, dass neu an der Tafel, die vor der Taverne stand, angenagelt war. Sie hielt also im Lauf inne, ging einen Schritt zurück und las den Brief. Das Blut stieg ihr in den Kopf und man konnte eine Ader auf ihrer Stirn pulsieren sehen. Kurzerhand riss sie den Brief vom Brett und stürmte in die Taverne.

‚Ich glaub es hackt. Das ist ja pure Erpressung!‘ rief sie und schlug die Tavernentür hinter sich zu.

‚Ich dachte du hast gekündigt?‘ fragte Rinelda.

‚Spinn dich aus, ich kündige doch nicht!‘ konterte Helena.

‚Ach, gut dass du auch mal wieder erscheinst, ich wollte gerade zum Rat und darum bitten, dass die Bürgerwehr nach dem Fischer suchen geht.‘ meinte der Wirt fast beiläufig.

‚Wenn der Fischer meint, so bescheuert sein zu müssen, am Wolfsbaum auf ein Stelldichein mit mir zu warten, dann werden die Götter ihm hoffentlich gehörig den Kopf waschen. Wartet nur, der wird in ein paar Tagen wieder angekrochen kommen, um seinen stinkenden Fisch zu verkaufen und dann sein Geld in der Taverne versaufen.‘ meinte Helena, ging hinter die Theke und wollte gerade den Brief in den Ofen schmeißen, als Börte dazwischen ging. Sie hatte schon wieder Tränen in den Augen, schnappte sich den Brief und fing fürchterlich zu schluchzen und gleichzeitig zu schreien an. ‚Das du dich nicht schämst! Der arme Dietbert ist wahrscheinlich schon von den Wölfen zerfetzt worden und du bist schuld. Hast du den Brief überhaupt richtig gelesen? Ich wär froh, wenn mich Einer so lieben würde…!‘ Börte brach nun völlig zusammen, sie weinte herzzerreißend und presste dabei den Brief an ihre Brust.

‚Dann sind wir uns ja einig, dass ich jetzt zum Rat gehe.‘ meinte der Wirt und ging hastig aus der Taverne, um von dem Geschrei der Weiber fortzukommen.

Asbirg stürmte bei der Tür herein und war ziemlich übel gelaunt. ‚Dein Liebes-Fischer hat meinen Eponaschrein geschändet und alle Rosen geklaut!‘
Helena tat so, als würde sie nicht hören und pfiff völlig unbeteiligt, während sie auf der Theke herum wischte.
‚Hörst du schlecht, dass waren meine letzten getrockneten Rosen, so kann ich nicht arbeiten!‘ schrie sie. Sie drehte sich auf dem Absatz um und verschwand wieder. Draußen konnte man sie laut zetern Hören: ‚Die Pferdeherrin wird euch gewaltig in den Arsch treten, wo soll ich denn um die Jahreszeit Rosen auftreiben. Wenn ich den Fischer erwische…!‘

Börte blickte aus dem Fenster der Taverne und beobachtete ihre Schwester dabei, wie sie mit ihrer Armbrust bewaffnet wutentbrannt in den Wald lief.
~*~
Der Wirt kam wieder und berichtete, dass der Handelsrat die Grimgarder Bürgerwehr ausgesandt hatte, um den Fischer zu suchen.
~*~
In der Dämmerung konnte man Asbirg beobachten, wie sie aus dem Wald kam und immer noch lauthals schimpfte. ‚Die Grimgarder Bürgerwehr nimmt sich ja auch alles raus, als ob die drei Bengel irgendwas ausrichten könnten. Da werden sich die Wölfe da draußen, nen Ast lachen…wie sie sich halt zu Dritt einen Helm teilen!‘
Sie verschwand Richtung Eponaschrein und von wo man die halbe Nacht ihr Klagelied hören konnte.
Es zog schwerer Rauch durch Grimgard und die ganze Nacht hatte man den Duft herber Kräuter in der Nase.
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Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 1

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 1
tafelIn der Taverne zum Roten Keiler saßen die Schankmaiden Rinelda und Helena mit Asbirg und würfelten. Börte und Nurmi wirtschafteten gerade hinter der Theke an einem alten Fass herum. Norbert, der Bierkutscher rollte gerade ein neues Fass herein.‚Hast es wieder recht g’schüttelt?‘ rief Nurmi, der Wirt etwas ungehalten.‚Hast ja eh keine Gäste im Moment!?‘ nuschelte der Bierkutscher und hob das Fass an die Stelle, wo das alte Fass gerade noch gestanden hatte. Börte rollte das leer Fass nach draußen und summte dabei ein fröhliches Lied.‚Sind wir keine Gäste?‘ riefen die drei Frauen am Tisch.‚Aber ihr arbeitet doch hier?‘ fragte der Bierkutscher.

‚Wir haben heute unseren freien Tag!‘ riefen Rinelda und Helena. Asbirg hingegen sprang auf und rannte in die Küche.

Der Wirt und der Bierkutscher handelten ihr Geschäft ab und Asbirg kam ganz aufgelöst aus der Küche. ‚Epona sei Dank, da hätt ich doch beinahe das gute Brot verbrannt!‘

‚Seit wann backts n ihr wieder selba?‘ fragte der Bierkutscher.

‚Wir backen nur zum Eigenbedarf!‘ meinte der Wirt.

‚Ähm könnt ich zum Eigenbedarf ein Brot kaufen?‘ fragte der Bierkutscher und legte zwei verbeulte Kufperstücke auf die Theke. Nurmi blickte Asbirg an und Asbirg verschwand in der Küche. Wenig später kam Asbirg wieder, drückte dem Bierkutscher ein brotförmiges Bündel in die Hand und nahm sich grinsend die zwei Kupfer. Der Bierkutscher verarbschiedete sich fröhlich und ging.

Die Damen würfelten weiter und nachdem der Wirt und Börte auch nichts zu tun hatten, gesellten sie sich dazu.

‚Heut ist ganz schön fad!‘ meinte Rinelda.

‚Es riecht sogar ganz schön fad!‘ rief Helena und würfelte nochmal.

‚Seit der Fischer ein Auge auf die geworfen hat…!‘ meinte Börte und kicherte schelmisch.

‚Dass er die Sprichwörter auch immer gleich so wörtlich nehmen muss!‘ meinte Asbirg, stand auf und schnüffelte in der Taverne herum.

Wenig später entdeckte sie unter einem Tisch einen toten Fisch und würgte leicht. ‚Der Fischer, die alte Pottsau, hat seinen stinkenden Fisch hier vergessen!‘

‚Der muss hier aber schon seit dem letzten Bürgermopp liegen!‘ rief Rinelda und sprang auf.

‚Genauso riecht es auch!‘ stammelte Asbirg, wickelte sich ein Tuch um Mund und Nase und zündete ein paar Kräuter an, die sie aus ihrer Tasche gezaubert hatte.

‚Helena, auf dem Fisch steht dein Name, also räum ihn auch weg!‘ lachte Rinelda und zeigte auf den Fisch.

‚Ja, Helena den Dreck von deinem Jumsterer kannst schon selber wegräumen, auch wenn du deinen freien Tag hast.‘ rief der Wirt und würfelte.

‚Des ist nicht mein Jumsterer!‘ rief Helena trotzig, sprang auf und lief zum Fisch. ‚Da steht ja wirklich mein Name drauf.‘

‚Helena, ehrlich mal, er hat dein Wischtuch als Liebespfand und er schickt dir immer zu getrocknete Blumen und du bist wie ein kalter Fisch zu ihm… ist ja kein Wunder, dass jeder denkt, er wär dein Jumsterer!‘

‚Hättest ihm halt nicht immer schöne Augen gemacht.‘ meinte der Wirt und begann zu lachen.

‚Ich kann ja schlecht mit verbundenen Augen arbeiten, nur damit ich niemanden schöne Augen mache.‘ rief Helena packte den Fisch und lief damit nach draußen. Vom Fisch glitt ein Brieflein herab und fiel zu Boden.

Als Helena wieder hereinkam, meinte Asbirg: ‚Ich finde ja, dass sich tote Fische nur bedingt als Briefboten eignen.‘ Sie wedelte mit einem glitschigen Brief herum und schnupperte gespielt durch ihr Tuch, dass sie immer noch über der Nase trug. ‚Der muss für dich sein, er stinkt nach Fisch!‘

Helena drehte sich auf dem Absatz um, lief aus der Taverne und rief: ‚Ich kündige!‘

‚Wie oft hat sie diese Woche schon gekündigt?‘ fragte Rinelda in die Runde.

‚Vier mal und dabei ist erst Montag!‘ rief der Wirt und lachte wieder herzhaft.

‚Ob wir den Brief lesen dürfen?‘ fragte Asbirg, die den Brief immer noch in Händen hielt und ihn aufzufalten versuchte. ‚Huch, der ist ja gar nicht versiegelt!‘
‚Asbirg, du neugieriges Wimmerl… lies vor!‘ rief Rinelda.

Asbirg räusperte sich und las, was auf dem sorgsam gewachsten Papier geschrieben stand: ‚Geliebte und teuerste Helena, Feuer meines Herzens! Seit dem Tag, an dem ich dich zum ersten Mal erblicken durfte, ist mein Herz entfacht und brennt seither lichterloh. Doch jede Nacht, in der ich alleine bin, fehlt mir die Wärme deines Herzens so sehr, dass mir die Luft zum Atmen fehlt, so wie den Fischen das Wasser zum Leben. Doch am Morgen, wenn die Sonne aufgeht und auf mich hernieder scheint, keimt die Hoffnung in mir auf, dass mein inständiges Bitten erhört wird. Ich hoffe jeden Tag, wenn mich meine Füße nach Grimgard tragen, dass ich deine liebliche Stimme hören darf und dass dein liebreizendes Wesen, die Sonne noch mehr zum Erstrahlen bringt. So treibt es mich immer und immer wieder in die Taverne, in der Hoffnung, dass dein Blick mich findet und dein Lächeln mein Herz auf ein Neues zum Lodern bringt. Und so brennt es jeden Tag nur für dich! Deine Blicke geben dem Feuer in meinem Herzen die Nahrung und wie das Feuer das Holz verzehrt, so verzehre ich mich nach nach dir…!‘
Asbirg stockte, räusperte sich und fuhr fort: ‚Ich wusste nicht das der Fischer so ein Poet ist! Wo war ich stehen geblieben? Ach… so verzehre ich mich nach dir. Mir ist klar, dass weder meine Taten, noch meine Worte den Eisklotz, der dich zu umgeben scheint, je zum Schmelzen bringen mögen. Doch sehne ich mich nach deiner Liebe so sehr, wie die Blumen jede Nacht die Strahlen der Sonne vermissen und wie die Sonne im tiefsten Winter das Blühen der Natur vermisst. Nun scheint es mir so, dass meine Liebe nie erwidert werden wird, wenn ich dir nicht mein Herz ausschütte. So mögen meine Worte nur ein Bruchteil dessen sein, was in meinem Herzen vorgeht. Jeder meiner Gedanken, denke ich nur, um ihn dir zum Gefallen zu gereichen. Und jede meiner Taten, tue ich nur für dich, um dir meine Liebe zu beweisen. Auch wenn diese in der Vergangenheit seltsame Formen angenommen haben mögen, so tat ich alles nur, weil mein Verstand über allen Wolken schwebt. Jeden Tag, an dem du meine immerwährende Liebe nicht erwiderst, bricht ein kleines Stück meines Herzens ab. Und meine Angst gilt dem Moment an dem nichts mehr von meinem Herzen übrig ist, weil mir dann nicht mehr bleibt in meinem Leben, als nur der Trümmerhaufen meines Herzens in meiner Brust. So sind die Bruchstücke meines Herzens, mir jetzt schon so schwer, dass ich die Last kaum mehr zu tragen vermag. Aber doch trage ich deinen Liebespfand immer an meinem in Einsamkeit zerbröckelnden Herzen, auch wenn du es in der Wut nach mir geworfen hast, habe ich im Glitzern deiner Augen das Feuer gesehen, dass schon seit einer Ewigkeit in meinem Innersten brennt. Mein Leben ist trostlos und leer, ohne deine Liebe. Ohne Dich an meiner Seite, ist mein Leben nichts wert. So zieht es mich in die Kühle des Waldes, um das Lodern zu besänftigen und um mein Leiden zu lindern. Zu den Göttern betend, werde ich auf allen Vieren da hin kriechen und an meinem Ziel werde ich ausharren, bis mein Flehen erhört wird. Die Blüten der Liebe werden dir den Weg zu meinem Herzen weisen und dich zu der großen Lichtung vor der Wolfsschlucht führen und an dem großen Baum werde ich auf dich warten. In freudiger Erwartung, inständig hoffend und mit all der Liebe, die ich aufbringen kann. Dein dich ewig liebender Dietbert, dein LiebesFischer zu Grimgard.‘ Asbirg faltete den Brief wieder sorgsam zusammen und musste schwer schlucken, als sie ihn auf den Tisch legte.
‚Ich wusste gar nicht, dass der Fischer Dietbert heißt!‘ meinte Rinelda und stand kopfschüttelnd auf.
‚Ich werd mich nach einem neuen Fischer umsehen müssen, sonst kann ich den gebratenen Fisch am Steckerl von der Tafel streichen, wenn er meint auf Helena warten zu müssen!‘ meinte der Wirt ziemlich missgelaunt, stand ebenfalls auf und ging nach draußen.
Börte wischte sich ein paar Tränen vom Gesicht und schnäuzte in ihr Wischtuch. Man konnte ihren Namen auf dem Tüchlein erkennen, der in liebevoller Arbeit in das Tuch gestickt worden war.
‚Sag mal, Börte! Du heulst doch jetzt nicht, oder?‘ fragte Rinelda unwirsch, als sie, mit einem Hammer und Nägeln in Händen, wieder zum Tisch kam.
‚Doch, wenn mich nur Einer so lieben würde, ich würde sogar auf Händen bis zum großen Wolfsbaum laufen…!‘ schluchzte Börte und Aspirg nahm sie liebevoll in den Arm.
‚Du wirst heute nirgendwo hin laufen, weil du hast heut Dienst! Aber ich nutze meinen freien Tag und stelle den Brief zu.‘ rief Rinelda aufgebracht, schnappte sich den Brief und ging nach draußen. ‚Öffentlich!‘ konnte man sie noch rufen hören. Dann hämmerte sie den Brief an die große Tafel, die vor der Taverne stand. Nun hörte man nur noch, wie sich ihre Schritte von der Taverne entfernten.
Asbirg trennte sich von Börte und meinte: ‚Oh, ich muss noch ein Brot zum Eigenbedarf zustellen.‘
Während Rinelda fröhlich durch Grimgard lief, eilte Aspirg wenig später, mit einem brotförmigen Bündel aus der Taverne und lief hastig zum Laden des Fellhändlers hinüber, während Börte an der Tavernentür stand und sich mit dem Ärmel den Rotz von der Nase wischte.

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Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Feuer meines Herzens

Geliebte und teuerste Helena, Feuer meines Herzens!

Seit dem Tag, an dem ich dich zum ersten Mal erblicken durfte, ist mein Herz entfacht und brennt seither lichterloh. Doch jede Nacht, in der ich alleine bin, fehlt mir die Wärme deines Herzens so sehr, dass mir die Luft zum Atmen fehlt, so wie den Fischen das Wasser zum Leben. Doch am Morgen, wenn die Sonne aufgeht und auf mich hernieder scheint, keimt die Hoffnung in mir auf, dass mein inständiges Bitten erhört wird. Ich hoffe jeden Tag, wenn mich meine Füße nach Grimgard tragen, dass ich deine liebliche Stimme hören darf und dass dein liebreizendes Wesen, die Sonne noch mehr zum Erstrahlen bringt. So treibt es mich immer und immer wieder in die Taverne, in der Hoffnung, dass dein Blick mich findet und dein Lächeln mein Herz auf ein Neues zum Lodern bringt. Und so brennt es jeden Tag nur für dich! Deine Blicke geben dem Feuer in meinem Herzen die Nahrung und wie das Feuer das Holz verzehrt, so verzehre ich mich nach dir.

Mir ist klar, dass weder meine Taten, noch meine Worte den Eisklotz, der dich zu umgeben scheint, je zum Schmelzen bringen mögen. Doch sehne ich mich nach deiner Liebe so sehr, wie die Blumen jede Nacht die Strahlen der Sonne vermissen und wie die Sonne im tiefsten Winter das Blühen der Natur vermisst. Nun scheint es mir so, dass meine Liebe nie erwidert werden wird, wenn ich dir nicht mein Herz ausschütte. So mögen meine Worte nur ein Bruchteil dessen sein, was in meinem Herzen vorgeht. Jeder meiner Gedanken, denke ich nur, um ihn dir zum Gefallen zu gereichen. Und jede meiner Taten, tue ich nur für dich, um dir meine Liebe zu beweisen. Auch wenn diese in der Vergangenheit seltsame Formen angenommen haben mögen, so tat ich alles nur, weil mein Verstand über allen Wolken schwebt. Jeden Tag, an dem du meine immerwährende Liebe nicht erwiderst, bricht ein kleines Stück meines Herzens ab. Und meine Angst gilt dem Moment an dem nichts mehr von meinem Herzen übrig ist, weil mir dann nicht mehr bleibt in meinem Leben, als nur der Trümmerhaufen meines Herzens in meiner Brust. So sind die Bruchstücke meines Herzens, mir jetzt schon so schwer, dass ich die Last kaum mehr zu tragen vermag. Aber doch trage ich deinen Liebespfand immer an meinem in Einsamkeit zerbröckelnden Herzen, auch wenn du es in der Wut nach mir geworfen hast, habe ich im Glitzern deiner Augen das Feuer gesehen, dass schon seit einer Ewigkeit in meinem Innersten brennt. Mein Leben ist trostlos und leer, ohne deine Liebe. Ohne Dich an meiner Seite, ist mein Leben nichts wert. So zieht es mich in die Kühle des Waldes, um das Lodern zu besänftigen und um mein Leiden zu lindern. Zu den Göttern betend, werde ich auf allen Vieren da hin kriechen und an meinem Ziel werde ich ausharren, bis mein Flehen erhört wird. Die Blüten der Liebe werden dir den Weg zu meinem Herzen weisen und dich zu der großen Lichtung vor der Wolfsschlucht führen und an dem großen Baum werde ich auf dich warten.

In freudiger Erwartung, inständig hoffend und mit all der Liebe, die ich aufbringen kann.

Dein dich ewig liebender Dietbert, dein LiebesFischer zu Grimgard.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

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