Glückskeks Calling Episode 3

Glückskeks Calling Episode 3

FortunecookieIch werde von einem nervösen Zucken überhalb meines Auges wach und denke mir, dass ich eigentlich nach entspannenden Träumen vielleicht morgens nicht mit einem kinskiesken Zucken in der Fresse aufwachen sollte. Es sei denn, meine Träume halten mich wieder dermaßen auf Trab, dass ich morgens schon total gestresst mit dem skrat’schen Augenzucken aufwache.

‚Noch einen Wunsch, Mylady!‘ flüsterte ich in mich hinein und öffne nur ein Auge und rümpfe gleichzeitig die Nase. Wo bin ich denn jetzt wieder gelandet? Hey Glückskeks, hast du mich nicht schon genug leiden lassen? Jetzt ist aber langsam mal gut mit dieser verunglückten Wunscherfüllung.

Warum ich meine Nase gerümpft habe? Es lag zumindest nicht an der gesiebten Luft, die ich schon wieder atmen muss. Danke mal dafür, lieber Glückskeks und die letzte Nummer im Männerknast hat mir ehrlich gelangt. Aber das nach Fäkalien und Verwesung stinkende Loch, in das du mich heute Nacht gesteckt hast, ist ja wirklich eine Zumutung. So kann ich nicht arbeiten. An der rustikalen Steinmauer wuchert der Schimmel und irgendwie freu ich mich doch, in der wahnwitzigen Hoffnung, dass mir wenigstens obszöne Plizgewächse lüstern entgegen nicken würden. Aber nein, keine obszönen Pilzgewächse für Frau Rösner heute.

Langsam bewegt sich meine Laune gen China und einen schwarzen Tee krieg ich hier bestimmt auch nicht. Was hab ich eigentlich verbrochen, dass mich das Universum immer so strafen muss. Weil ich nicht bis November warten wollte. Ist es das? Genau, gibt es eigentlich irgendjemand der noch ganz bei Trost ist, der 11 Monate wartet, bis sich ein Glückskeksspruch erfüllt. Nach 11 Monaten kann man den von Google übersetzten Spruch auf den von koreanischen Kinderhänden mit krebserregenden Farben billig bedruckten Glückskeksschnipseln bestenfalls gar nicht mehr lesen. Und Der Führer bin ich auch nicht geworden, obwohl diese weltverändernde Weissagung aus einem Glückskeks stammte.

Ich höre wie sich eine alte Holztür öffnete und dieses Geräusch riss mich aus meinen verwirrten Gedanken. Ich höre ein schlurfendes Geräusch und freue mich inständig auf meinen ersten Igor oder wahlweise einen echten Gamorreaner als Gefängniswärter! Aber nein, es muss der hässlichere und obendrein bucklige und wahrscheinlich uneheliche Zwillingsbruder von Malakili, der corellianische Rancorwächter aus Jabbas Palast, sein. Dieser zu groß geratene Buckelfips stand nun vor meiner Gitterzelle und sabberte vor sich hin, während er mit seinen groben Fleischpranken versuchte die Tür zu meinem Gefängnis aufzuschließen. Ohne große Reden zu schwingen oder sich wenigstens sich vorzustellen, schleifte er mich am Kragen aus meiner Zelle, eine steinerne Wendeltreppe hinunter, über einen Burghof und wieder steinerne Stufen hinauf, bis ich endgültig von diesem ungehobelten und ungewaschenen Grobian in den Staub geworfen wurde. Vor mir stand eine Person in verboten gutaussehenden Lacklederstiefeln vor einem riesigen goldenen Spieglein, Spieglein. (Mir schwant arges!)

Ein ‚Rugedigu, Rugedigu!‘ kam über meine Lippen gestolpert, das ich versuchte es in einem nervigen Husten enden zu lassen, was mir wahrscheinlich nicht wirklich gelang. Dieser verfickte Märchenvirus wird mir hier meinen Kopf kosten. Ich kann ein: ‚Ab mit ihrem Kopf!‘ zwischen Dieter Bohlen und Thomas Anders hören und ich schiebe meine Zitathalluzination auf einen meiner beiden Tinnitus.

Weil die Person vor dem Spieglein, Spieglein hatte bis jetzt nicht wirklich was gesagt und drehte sich jetzt erst ziemlich schwul um und kam wie ein 12jähriges Mädchen mit imaginären blonden Zöpfen auf mich zugelaufen. Keine Tasche, keine Competition!

Und mein Gesicht muss mir in dem Moment dermaßen entglissen sein, weil das was ich da sah, war wirklich nicht das was ich erwartet hatte. Skurrile und verkehrte Welt würde ich mal sagen. Der inzestuöse Bruder der bösen Königin aus Snow White steckte in einem viel zu engen Kleid und blickte mich ziemlich eingebildet und zugleich lüstern an. Mein Mageninhalt schreit gewaltig nach Freiheit!

‚Ach wie gut dass niemand weiß…!‘ stolpert über meine Lippen und dafür bekomme ich gleich eine geknallt. Ein Mann in einem Kleid ist immer noch ein Mann und der Kinnhaken hat mal ziemlich gesessen. Der Segen einer Ohnmacht befreit mich von weiteren Augenvergewaltigungen. Als kinskiesker Bruder der bösen Hexe war der Kerl irgendwie voll in Ordnung, aber als Tunte war er einfach nur ein ziemlich hässliches Frauenzimmer.

Ich werde wieder von einem Gesichtszucken wach und spüre dann nur noch Schmerzen zwischen den Augen und mein Mageninhalt schwappte mir in meine Mundhöhle. Ich musste schwer schlucken und war augenblicklich wach. Ich lag bäuchlings auf einem Pferd, mit gefesselten Händen auf dem Rücken und schaute mir Pferdegenitalien von unten an. Epona ich bitte dich, verschone mich vor sämtlichen, tierischen Ausscheidungen! Und danke Glückskeks, die Angst vor großen Tieren war wieder da und ich revidiere jede meiner Aussagen bezüglich jeglicher Aktivität, mir einen Penis ins Gesicht zu halten.

Mein Überlebenstrieb lasst mich nach vorne blicken, auch wenn da ein überphantasmagorischer Megapenis vor meiner Nase baumelt. Ich versuche mir zu überlegen, wie ich mich ohne mir das Genick zu brechen aus der Affäre ziehen kann, als ich durch mein Rumgehampel ganz alleine vom Pferd gefallen bin. Aua, ich bin auf meinen Schlüssel gefallen! Aber solange ich Schmerzen habe, lebe ich wohl noch. Ich liege mit der Fresse im Matsch und ich kann die bösen, bösen Schmetterlinge sehen, die um meinen verwirrten Verstand herum falterten.

Der Reiter ist ja nicht so ganz der Helle und ich tauche im Dreck ab und versuche irgendwie die Fesseln loszuwerden, ohne im Schlamm zu ertrinken.

Mein Versuch mich geschickt selbst zu entfesseln wurde je von ziemlich starken Armen aufgehalten und ich wurde aus dem Schlamm gezogen.

Vor mir stand ein ziemlich steiler Huntsman. Bingo. Auch wenn er ziemlich schmuddelig aussah und ich seine Fahne auch gegen den Wind vernahm, war der Hutsman ja schon irgendwie eine ziemlich geile Drecksau. Es muss November sein. Danke. Endlich ist der Glückskeksfluch gebrochen und ich bekomme den Jägersmann als Hauptpreis. Danke, ganz lieb!

‚Wer wird denn da weglaufen, hübsches Täubchen!‘ grinste er mich breit an und ich konnte seine widerlichen Zähne sehen. Die Kotze schwappte wieder in meinen Mund und es fehlte nur noch eine klitzekleine Kleinigkeit, dass mir die Kotze nicht aus der Nase schießt. Ich habe mir seinen Mundgeruch nur vorgestellt. Zum Glück haben meine Geruchsnerven gerade gekündigt, weil nur die nasale Vorstellung von der Zahnbaracke war schlimmer, als alles was sich mein paranoides Gehirn in meinen schlimmsten Alpträumen je geruchsmäßig hätte vorspielen können.

Ich werde zum zweiten Mal an diesem Tag am Kragen durch den Dreck gezogen und ich kann mir den geilen Arsch von dem Hinterwäldler noch eine ganze Weile ansehen. Wenigstens ein kleines Trostpflaster. Das Einzige was dieses Aussicht entschieden störte, war die Tatsache, dass er keine Axt bei sich hatte. Also der Huntsman aus dem schlechten Beispiel einer grimm’schen Märchenverfilmung hatte ja zumindest ein bis zwei Äxte dabei und ist der Film auch noch so schlecht, Hauptsache irgendjemand hat eine Axt dabei und dann ist meine Welt schon wieder in Ordnung. Aber nein, ich hätte es mir ja denken können, das mein glückskeks’sche Touchdown mal wieder gewaltig nach Hinten losgehen muss. Es ist nicht der Huntsman, Jägersmann oder auch nur der Jagdaufsehergehilfe. Nein, die zwei Schwerter auf dem Rücken haben ihn verraten. Es ist der Zweischwert-Hans. Neeeeeeiiiiiinnn!

(Zweischwert-Hans ¹) kurze Begriffserklärung: Das ist der typische Zweischwert-Larper und unehelicher, gehirnamputierte Zwillingsbruder von Tyron Nightfire, der grundsätzlich zwei Schwerter ninjamäßig ohne dazugehörige Schwertscheide auf dem Rücken trägt, um sie dann auch noch wie ein zugekokster Schlagzeuger einer TrashMetalBand stakkato zu benutzen, egal ob man grad In-Time oder Out-Time ist, während er immer wieder ‚Eis-Drei-Direkt‘ und/oder ‚verflucht, heilig und dämonisch‘ schreit. Und wenn man dann unter Schmerzen endlich zu Boden gegangen ist, nochmal nachschlägt, weil man noch nachgezuckt hat und einem dann noch einen blöden Out-Time–Spruch reindrückt, wie z.B. ‚Heil Das!‘ oder ‚Jetzt mal OT!‘ oder ‚Spiels aus!‘ oder ‚Larp mit, du Sau!‘ und sich auch nicht durch eine rote Karte eines Spielleiter aus dem Konzept bringen lässt.)

Blöd ist nur, ich bin grad in einem richtigen Traum gefangen und nicht auf einem Larp! Hier in meinem Traum gibt es keine Spielleitung und selbst wenn ich in meinem Traum In-Time wäre, würde es keinen interessieren, vor allem nicht Zweischwert-Hansman!

Wo wir grad beim Hansman sind, der hat mich grad ein bisschen unflätig und ziemlich dilettantisch angetatscht, als er mich aufs Pferd gehievt hatte. Nicht mal das kann er.

Er sitzt hinter mir aufs Pferd auf. Ich drehe mich nochmal zu ihm um und treue meinen Augen nicht. Nein, es ist nicht der Vokuhila des Hansman. Ich kann mein Spiegelbild in seinen blankgeputzten Waffen sehen. Damit kommt er bestimmt nicht durch den Waffencheck. Verdammt! Ich fasse mir ans Haupthaar und ziehe es in mein Blickfeld. Die Hölle muss zugefroren sein, meine Haare sind BRAUN!!!!

Schreiend werde ich wach, ich befühle mein Haar und es fühlt sich zumindest schwarz an. Mein Wecker klingelt noch. Danke. Mein Wecker hat mich gerettet. Es ist glaub ich das erste Mal, dass ich mich mal freue, dass mein Wecker klingelt, obwohl es Sonntag ist.

¹) Ich bedanke mich hochachtungsvoll bei Frl. Reophanu für die Wortneuschöpfung des Zweischwerthanses! Vielen Dank!

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Published in: on 20. April 2014 at 17:21  Schreibe einen Kommentar  
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Der geheimnisumwogende 8. Zwerg

Der geheimnisumwogende 8. Zwerg

 

spooooiVorsicht Spoiler! Vorsicht Spoiler! Vorsicht Spoiler!

Just, am 2. Weihnachtstag wart es geschehen, wir spielten ein Spiel. Es wurde gewürfelt, welch silberne Scheibe uns der magische Kasten an diesem Abend vorspielen sollte.

‚Ich bin so satt, ich mag kein Blatt!‘ und so meckerte keiner, nach diesem vortrefflichen Weihnachtsmahl, dass die Würfel es entschieden, dass wir von der Mär erzählt bekamen ‚Snow White an the Huntsman‘. Während des Filmes dachte ich mir schon, es wäre eine mittelalterliche Neuverfilmung von Hancock, nur mit einem weißen Darsteller, aber so eine Verfilmung wäre doch rassistisch, dass würde sich doch nie einer erlauben, oder?

Irgendwann entpuppte sich der Film irgendwie doch noch als Märchen. Woran habe ich es erkannt, also nicht an der bösen Hexe, nein. Nicht an dem hässlichen, perversen Bruder, nein. Nicht an dem armen, emotionsbehinderten Waisenkind, nein. Auch nicht an dem schmutzigen, betrunkenen Jägersmann, nein! An den bösen Schmetterlingen im dunklen, dunklen Wald, habe ich es erkannt. Es muss ein Märchen sein. Gut ein Modernes. In einem modernen Märchen gibt es keine Maden, nein es sind böse Schmetterlinge, die uns das fürchten lehren! Böser, böser Schmetterling!

Rugedigu, rugedigu. Ach das war ja Cinderella und nicht Schneeweißchen… ähm…Snow White ist ja Schneewittchen und der Jägersmann. Warum hast du so große… Arme. Ähm, war der Jägersmann nicht bei Rotkäppchen? Egal. Hautsache er hat eine Axt dabei. Der meistens betrunkene und ziemlich schmutzige Jägersmann mit seiner Axt. Ein Traum. Obwohl die Aussprache des Huntsman sich im Deutsch eher anhört wie Hansman! Ein neuer Superheld, nein! Nur ein Mann und seine Axt! Hansman!

Der böse Bruder, könnte ein unehelicher Sohn von Klaus Kinski gewesen sein, aber noch gruseliger war ein inzestuöses Verhältnis zu der bösen Hexe, die wirklich sehr super gespielt worden ist, von warum hast du so große Augen, Trommelwirbel. Charlize Theron. Alter, hat es mich vor der gegruselt. Nur die bösen Schmetterlinge waren gruseliger. Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer hat es erkannt, die Stimme vom T-1000 Spieglein war keine andere als die Synchronisationstimme von Heimdal aus Thor, die gab es wohl mit dem Hauptdarsteller im Sonderangebot.

Also Miss Gesichtslähmung und der steile Axtträger treffen bei der Flucht vor dem perversen Bruder der bösen Hexe auf ein Dorf voll selbst entstellter Frauen und Kinder und der Aufmachung von der Nebel von Avalon, die dann prompt überfallen werden, weil es der emotionslosen Kämpferin für das Gute und Gerechte halt völlig wurscht ist, was mit den Frauen und Kindern passiert. Die Filmkulisse haben sie neben ein paar Darstellern aus Black Death geklaut. Ist ja auch ein bisschen gesellschaftskritisch, eine Welt hinter dem Nebel an einem See, wo Selbstverstümmelung Pflicht ist. Das könnte die Heilung für Borderline sein.

Zur emotionslosen Wunderische, der Crocodile Dundee unter den Märchenprinzessinen. Sie hat ja auch den Brückentroll (übrigens eine sehr coole Darstellung eines Brückentrolls) mit ihrem Charme zum Rückzug überredet, an dem sich der Jägersmann und seine Axt quasi schon die Zähne aus gebissen hatte, also an dem Brückentroll und nicht dem Charme, obwohl, ist ja auch egal. Selbst an dieser Stelle, bemerkte der völlig zugedröhnte aber doch liebenswerte Förster, dass mit der gesichtsgelähmten Emotionslegastenikerin etwas nicht stimmt. Wenn es mal wieder länger dauert. Da lass sich mal gemerkt sein, Alkohol ist keine Lösung! Hm.

Sie fliehen weiter und treffen auf die Zwerge. Heihoh. Heihoh. Die Zwerge waren ganz cool, sogar die, die gar keine richtigen Zwerge waren, sondern richtige Schauspieler, die man für den Film kurzerhand um die Hälfe gekürzt hatte. Wer hat sie erkannt? Bob Hoskins, Eddie Marsan (Sherlock Holmes, Inspector Lestrade), Ian McShane (Die Säulen der Erde, Waleran Bigod ), Nick Frost (Shaun of the death) Ray Winstone (King Arthur, Bors) Um nur Einige zu nennen und es waren tatsächlich acht. Die Gebrüder Grimm hätten sich ja im Grab umgedreht, aber das hätten sie nach meinem Text wahrscheinlich auch.

Eines muss man mal sagen, dass das Schneewittchen kopfüber tatsächlich eine gute Figur macht, fraglich ist nur, ob sie den Stunt auch wirklich selbst gemacht hat. Ich glaube ja, dass alle coolen Szenen mit der Tussi, von einer Stuntfrau gemacht worden sind. Der gebührt unser Dank für ein paar gute Szenen in den Film. Danke. Und ich bin ja froh, dass sie nicht geglitzert hat in dem Film, ist ja schon mal was. No Sparklefool today!

So, einer der sieben Zwerge, die eigentlich zu acht waren, stirbt und die Wunderische heilt ihn nicht, obwohl sie gerade von dem gehörten Hirschgott (Conall Cernach nicht Cernunnos) gesegnet wurde. Es war auch nicht der Zwölfender im eigentlichen Sinne, weil der hatte so viele Enden, dass er mit Schwerkraft noch vorne umgekippt wäre. Aber als Gott stand er da, wie eine Eins, bis ein Böser ihn mit einem Pfeil getroffen hatte. Von dem gehörnten Hirschgott mal ganz abgesehen, frage ich mich immer noch, wenn die Schneebraut das Leben selbst ist und Wunder was für Fähigkeiten hat, warum sie dann den armen 7. ähm 8. Zwerg nicht geheilt hat. Böse Zungen könnten ja behaupten, dass die Wunderpuppe ja wusste, dass sie am Ende von dem Lied wieder sieben sein müssen, ein Bisschen wie bei den 10 kleinen Negerlein, nur irgendwie anders und eben mit sieben Zwergen. Also ist der 8. Zwerg, der spannungsfördernde Nebendarsteller, der halt sterben muss, weil es im Drehbuch steht. Der Kollateralschaden quasi! Ist ja nicht so, dass wir noch nie einen plotwichtigen NSC gleich bei der Anreise umgelegt haben, damit sich unsere Spieler so richtig einscheißen.

Ich muss jetzt auch zugeben, dass ich den ganzen Film über die Zwerge nicht gezählt habe, weil ich davon ausgegangen bin, dass es sieben sind. Aber nachdem der Eine stirbt, die in dem Abwassertunnel dann tatsächlich nur zu sechst waren (Weil sie auch noch den alten, blinden Sack nicht mitgenommen hatten!) und es am Ende dann wieder sieben waren, dass hat mich schon ganz schön verwirrt. Wahrscheinlich ist der siebte bzw. der achte Zwerg gewerkschaftlich vorgeschrieben. Weil 7 Zwerge irgendwie Unglück bringen. Ja, genau! Oder jemand hat die Rechte auf 7 Zwerge. Oder es war ein Cameoauftritt von Peter Jackson?… ähm…. Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich mir …Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpel… Langsam glaube ich, ich habe mir einen Märchenvirus zugezogen, als ich mir den Film angeschaut habe. Rugedigu…Rugedigu!

Das gänzliche Fehlen eines Hollywood Happy End stimmt mich aber doch nicht zufrieden. Was ist mit ‚Da lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage‚? Der Jägersmann darf die vermeintlich kürzlich, durch einen Apfel, Verstorbene zwar abschlabbern, und geht dann bevor sie die Augen aufschlug. Knusper, Knusper Knäuschen, wer knabbert den an meinem… ähm sorry, schon wieder ins falsche Märchen gerutscht. Hm. Wenn es mal wieder länger dauert. Böse Zungen behaupten, die Untote wäre von seiner Fahne aufgewacht. Möchte ja nicht wissen, was für eine Plörre er in seinem Flachmann hatte. Wer hat von meinem Becherchen getrunken? Und ganz furchtbar böse Schmetterlinge könnten behaupten, dass die Wunderschlampe, die sich bei der anstrengenden Filmarbeit auch noch hochgebumst hatte, ein Bisschen geglitzert hat, bevor sie von den Toten auferstanden ist. Der Förster hätte ihr seinen Pfahl in die Brust rammen sollen, bevor sie die tapferen Rebellen in ihren frühen Tod schickt. Aber dazu später.

Da kommt die untote Ische nach ihrer Auferstehung aus der Aufbahrungshalle und tappst barfüßig auf den Hof und fragt die erstaunten Mannen: ‚Wollt ihr meine Brüder sein?‘ Natürlich wollen sie alle die emotionslose Ische als Schwester haben, auch wenn sie nur barfüßig und nicht barbusig ihre Rede schwang. (Die mir erschreckender Weise ziemlich bekannt vor kam, hörte sich ziemlich nach Shakespeare an!) Bis zur Unendlichkeit und immer weiter.

Dann ziehen die Rebellen Hals über Kopf los und wollen die uneinnehmbare Festung der alten Zippe stürmen. Kurz bevor sie bei der Festung angekommen sind, fragen sie sich, wie sie denn nun da rein kommen würden. Nicht dass die Rebellen im Exil genug Zeit und Insiderwissen gehabt hätten, um einen ultimativen Plan vorzubereiten, das hätte ja MacGyver selbst vor der Erfindung des Kugelschreibers souveräner gelöst. Also schickt die Retterin der Witwen und Waisen, die Zwerge in den sicheren Tod, weil die kennen sich mit Kollateralschaden aus. Immer auf die Kleinen!

Die, wie schon erwähnt, zu sechst in dem Abwassertunnel unterwegs zur Zugbrücke waren, sie doch mit gemeinsamer Kraft hoch ziehen konnten. Auf das die voll gerüsteten Rebellen mit ihren Pferden in den Burghof galoppierten. Dann sprangen sie ab und bildeten einen Keil. Was mit den aufgescheuchten Pferden geschah, werden wir auch nie erfahren. Irgendwie schaffen die Rebellen mit samt ihrer Wunderlampe in den Spiegelsaal zu gelangen. Wo die böse Hexe auf das erste (gute) Blut dann doch nicht reagierte, aber schließlich doch zu Tode kommt. Ich sollte nicht immer alles so wörtlich nehmen.

Wen hab ich vergessen, den Prinz Charming, der Legolas unter den Märchenprinzen, der leider gegenüber dem Jägersmann den Kürzeren gezogen hat, aber am Ende kriegt sie eh keiner von Beiden. Sie ist niemandes Schneewittchen.

Warum hast du so große… ähm…Lass dein Haar hernieder. Es ist zu Kurz! Die Fortsetzung lässt grüßen, der 8. Zwerg schlägt zurück oder die Rückkehr ihrer Inzestuösität.

Ansonsten gehört der Film eher in die Kategorie Komödie, ich habe mich selten so amüsiert bei so einem Film. Erschreckend wie lustig unsere emotionslose Gesichtslegasthenikerin ist. Aber eigentlich soll man ja nicht über die Unzulänglichkeiten Anderer lustig machen.

Fazit:

Die Axt bekommt ein DoppelRRR.

Merke:

Für den KlausKinskiAward nominiere ich die Böse Hexe, ihren Bruder, ihr inzestuöses Verhältnis zueinander und die bösen, bösen Schmetterlinge, die waren wirklich gruselig.

P.S. Spendenaktion für emotionsunfähige Mimikanalphabeten ins Leben rufen.

Published in: on 30. Dezember 2012 at 18:28  Schreibe einen Kommentar  
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