Garden of Madness – MORETVM und die Weinraute des Todes

Garden of Madness  – MORETVM und die Weinraute des Todes

Das Erste was ich angebaut habe waren meine Hochbeete mit Kräutern. Mittlerweile haben die Kräuter den halben Garten übernommen. Und das ist gut so.

Nachdem die Kräuter mittlerweile zu unserem Essen dazugehören, wie das Essen selbst, habe ich während der frühjährlichen Bärlauchschwämme vorgeschlagen, wir könnten mal ein MORETVM machen. Mein Mann schaut mich entgeistert an. Er kannte MORETVM also nicht. Dafür gibt es aber auch das Internet. Ja, die Römer waren es, die hams erfunden. Und ich kann mir nichts Leckeres vorstellen, egal ob warm oder kalt. Lecker.

Moretum nach Wikipedia hört sich erstmal ein wenig langweilig an und wenn man Eppich nicht kennt oder Sellerieblätter oder Liebstöckel in Verbindung mit weißem Käse irgendwie komisch findet, kann sich da auch gerne mit Petersilie aushelfen.

Bei der Weinraute muss man dazu sagen, dass es für schwangere Frauen nichts ist, weil sie eine abtreibende Wirkung haben kann. In manchen Ländern wir die Weinraute nur getrocknet verwendet. Meine Mutter gab mir auf den Weg, dass die Weinraute frisch giftig wäre und man sie nur getrocknet essen dürfe, dies konnte ich bisher nicht belegen. Böse Zungen behaupten, dass man davon Magenschmerzen bekommt, meine böse Zunge behauptet, es könnte auch an der halben Knolle Knoblauch gelegen haben. Auf jeden Fall ist die Weinraute für ungeübte Kräuterliebhaber anfangs vielleicht mit Vorsicht zu genießen.

An den Lattich muss ich mich selbst noch heranwagen, ich bin dann mal auf der Wiese beim Grasen…

Streng nach der Übersetzung eines römischen Textes zur Folge:

‘Simulus, ein freigelassener Eigner oder Pächter von griechischer Herkunft, rüstet sich an einem Herbstmorgen zum Pflügen. Er macht Feuer, mahlt Getreide, ruft die afrikanische Magd, Wasser zu wärmen, knätet und formt den Teig; und nachdem er die Stülpe auf dem Heerde darüber gedeckt, holt er aus dem Garten Knoblauch, Eppich, Raute und Koriander: welches er im Mörser mit Salz, Käse, Oel und Essig zerreibt, und als Würze des Brotkuchens zu Felde nimt.’

Für Moretum in Anlehnung an das antike Originalrezepten benötigt man, nach dem Motto: Alles kann, nichts muss!

  • Weißen Käse (Schafs- und/oder Ziegenkäse nach Feta-Art und/oder Ricotta)
  • Einen guten Schuß Olivenöl
  • Sehr viel Knoblauch
  • Eppich
  • Essig
  • frische Kräuter (nach Saison und Geschmack): Weinraute, Eppich, Koriander, Bohnenkraut, Minze, Salbei, Petersilie, Schnittlauch, Lattich, Thymian, Oregano, Majoran, Kapuzinerkresse oder Bärlauch oder sogar Wasabiblätter
  • eine Prise Salz
  • Optional : Walnüsse, Sesamkörner, Haselnüsse, Mandelkerne und/ oder Pinienkerne

Alles in den Mörser, Mixer oder in den Turbochef, bis die Masse streichfähig ist.

Dazu frisches Brot, vor allem Gewürzbrot ist dazu sehr lecker. Also Mahlzeit und bis zur nächsten Folge, wenn es wieder heißt: Garden of Madness

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