Drei und eine Axt – Teil 32

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 32

reiter_neuAm nächsten Morgen war das Lager des Khan bis auf eine Jurte abgebaut und sie waren weitergezogen. Und als Wena vor die Jurte trat, stand Merle und Elger mit ihren Kindern auf den Armen vor ihr. Merle war ziemlich blass um die Nase und sie schien geweint zu haben.

‚Der Khan hat es vorgezogen weiterzuziehen und es auf den Fluch der weißen Hure ankommen zu lassen. Ich widersprach ihm und da unten steht alles was ich noch besitze.‘

‚Was ist denn nur in ihn gefahren?‘ rief Wena aufgebracht.

‚Mutter ist dem Wahnsinn anheim gefallen und vergiftet alle mit ihren Lügen!‘

‚Dann kommt erst mal rein! Ich wecke Halef und unsere weiße Hure!‘

Wenig später saßen sie alle in der Jurte des Sippenführers und hielten Rat, während sie aßen und Tee tranken.

‚Macht es Sinn die Jurte rüberzuholen?‘ fragte Halef.

‚Wir sollten es gleich tun, bevor der Schnee zu hoch wird.‘ stammelte Otar und blickte Elger an, der ihm freundlich zunickte.

‚Haben wir genug Vorräte, um alle durch den Winter zu bringen?‘ fragte Vira nachdenklich.

‚Ähm… ich hab die letzten Tage damit verbracht, Vorräte in unserer Jurte zu verstecken.‘ beichtete Merle.

‚Ihr habt das schon kommen sehen?‘ fragte Wena.

‚Ich hab das schon kommen sehen!‘ rief Merle. ‚Als Elger und der Khan fort war, wurde mir verboten zu euch zu gehen und da hab ich angefangen Vorsorge zu treffen.‘

‚Eine schlaue Frau hast du da!‘ grinste Wena und schloss Merle in die Arme.

‚Mein Anteil an der Rinderherde habe ich heute Nacht schon über den Fluss getrieben und sie im Wald gelassen! Dein Hund war so nett mir dabei zu helfen.‘ berichtete Elger.

‚Und ich hab mich schon gewundert, wo dieser Köter sich schon wieder herumtreibt.‘ lachte Halef erstickt.

‚Na dann mal los, wir haben noch viel zu tun.‘ rief Vira und stand auf.

‚Wenn mir jemand aufs Pferd helfen könnte, kann ich nach der Herde sehen!‘ meinte Halef. Er stemmte sich hoch und humpelte durch die Jurte.

‚Alur wird dir helfen. Die Kinder sollen sich anziehen und den Schnee wegräumen.‘ meinte Otar und eilte aus der Jurte.

Elger folgte ihm und meinte: ‚Ich hab ein paar Hühner, 12 Pferde. Eine Herde Schafe und Ziegen habe ich auf der Steppe gelassen. Zum Glück hatte ich genug Seil.‘

Ziska nahm Merle auf die Seite und zischte ihr zu: ‚Wie lang weißt du schon, dass du schwanger bist?‘

‚Bitte was?‘ riefen Vira und Wena.

Merle kam ins Straucheln und Lamina konnte sie gerade noch festhalten, damit sie nicht hinfiel.

‚Ups, du wusstest es gar nicht? Herzlichen Glückwunsch.‘ rief Ziska überrascht.

‚Woher weißt du es?‘ stammelte Merle, während sie sich an Lamina klammerte.

‚Übertriebener Nesttriebbau!‘ rief Wena und grinste über beide Ohren. ‚Na dann lasst uns mal ein Nest für euch bauen.‘

‚Ja und du steigst mir auf kein Pferd mehr…!‘ meinte Vira ernst.

Dann gingen die Frauen nach draußen und machten sich ans Werk.

Am Ende des Tages waren alle völlig geschafft und saßen ums Feuer in der Jurte des Sippenführers.

‚Wir sind schon so ein Haufen!‘ rief Kejnen. Er hatte zu viel vom Likör erwischt, den Ziska zur Feier des Tages aufgemacht hatte. ‚Ein Krüppel und eine H…!‘ Er räusperte sich und meinte dann: ‚H… Hexe!‘

‚Ich dachte ich bin der Krüppel!‘ meinte Halef und lachte bitter.

‚Nein, mein Sohn. Wenn sie die Hexe ist, dann bin ich wohl die Hure.‘ meinte Vira ernst. Auch sie hatte etwas zu viel getrunken.

‚Nein, nein. War ich nicht die Hure?‘ meinte Lamina und grinste über beide Ohren.

‚Wenn hier einer das Wort ‚Hure‘ im Titel trägt, dann bin ich das, Halef Hurensohn!‘

‚Da blickt doch keiner mehr durch!‘ meinte Otar. ‚Ich bin der Schwachkopf, soviel ist mal klar.‘

‚Ja, aber mein Schwachkopf.‘ rief Wena. ‚Und ich bin die Glucke!‘

‚Und ich bin wohl die diebische Elster!‘ rief Merle und gab die Likörflasche an ihren Mann weiter, ohne zu trinken. ‚Und schwanger!‘

Elger lies fast die Flasche fallen. Er stotterte vor sich hin und brachte doch kein Wort heraus. Dann versuchte er seine Frau in die Arme zu schließen und selbst das schaffte er nicht. So rutschte Merle näher zu ihm hin und nahm ihn liebevoll in den Arm und küsste sein Stirn.

‚Gut, mein Bruder ist der Schwachkopf!‘ meinte Wena und lachte laut.

Advertisements

Drei und eine Axt – Teil 31

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 31

reiter_neuDie ersten Schneeflocken tanzten vom Himmel und der Khan und Elger kamen wieder. Seine Laune war nicht viel besser, als die Stimmung in seinem Lager. Aber das Leben ging wieder seinen gewohnten Gang, irgendwie. Der Khan war still und alle kuschten vor ihm. Keiner wagte es ihm in die Quere zu kommen. Auch Elger erzählte nichts von dem, was sie in den letzten Tagen erlebt hatten. Und Merle schien ständig von den anderen Frauen beschäftigt zu werden, so dass sie nicht mal den Blick über den Fluss werfen konnte. Wena litt darunter, dass ihre eigene Familie kein Wort mehr mit ihr wechseln wollte. Und vor allem wusste sie nicht wieso?

Mittlerweile hatte der Winter das Land in seiner Gewalt und Ziska entschloss sich dem Schweigen ein Ende zu bereiten. Sie kleidete sich in ihr Festtagsgewand und schritt barfuß über den zugefrorenen Fluss hinüber zum Lager des Khan.

Keiner wagte es, sich ihr in den Weg zu stellen und so ließ man sie in die Jurte des Khan.

‚Auch wenn du einen Sohn schon vor Jahren verloren hast, rechtfertigt es nicht, dass du deine Tochter mit Missachtung strafst. Sie trifft keine Schuld, nur weil sie ihr Leben auf der anderen des Flusses führt.‘

‚Wir haben viel zu tun, der Winter hat uns überrascht!‘ erwiderte der Khan.

‚Wie kann etwas überraschen, was doch jedes Jahr zur selben Zeit daher kommt.‘

‚Du beschämst deinen Khan!‘ rief der Khan ungehalten.

‚Der Khan beschämt sich selbst. Wenn der Khan uns überdrüssig ist, warum seid ihr dann noch hier auf dem Land des Sippenführers.‘ spie sie ihm förmlich entgegen.

Der Khan war das erste Mal in seinem Leben wirklich sprachlos.

Sie riss sich den Kopfschmuck vom Kopf und warf ihn dem Khan vor die Füße. ‚Wenn das so ist, braucht der Khan auch keine Hexe, die für ihn zu den Ahnen betet.‘

Dann spie sie den Wachen des Khan vor die Füße und verließ die Jurte mit einem grimmigen Ausdruck auf dem Gesicht. Und als sie draußen war, fing sie an zu fluchen. ‚Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt, wenn eure Kinder krank werden und euer Samen verdorrt und eure Frauen unfruchtbar werden, dann kommt bloß nicht zu mir. Weil ich bin ja nur die weiße Hure. Ich gehe jetzt wieder zu dem Bastard, den euer Khan zum Sippenführer gemacht hat und auf dessen Land ihr euer Lager aufgebaut habt.‘

Ihre Worte hallten noch über die Ebene, als sie schon längst wieder über die Eisfläche des Flusses schlitterte.

Als sie die Jurte des Sippenführers betrat, blickten sie alle fragend an.

‚Sag mal, meinst du, dass es so schlau war…!‘ fing Vira an.

‚Ihr habt doch wieder Mäuschen gespielt…Wir kommen auch ohne dem Khan aus.‘ zischte Ziska. Sie war immer noch ziemlich wütend und strafte Kejnen mit ihrem Blick, der hastig sein Fernglas wegpackte. Dann tapste sie zum Feuer, setzte sich hin und wärmte ihre Füße.

‚Nein, die weiße Hure hat schon recht. Sie lagern auf unserem Land. Ein bisschen Höflichkeit kann man schon erwarten.‘ grinste Halef grimmig.

‚Was nutzt eine Familie, die kein Wort mehr mit uns wechselt. Wenn sie morgen weg sind, dann ist es nicht unsere Schuld.‘ flüsterte Wena traurig.

Drei und eine Axt – Teil 30

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 30

reiter_neuAinur war nun schon ein paar Tage fort und Viras Laune war so wie der Winter, der nun schon bald kommen sollte. Die Nächte waren kalt und frostig. Der Khan und Elger war immer noch nicht wieder zurück gekehrt und die Stimmung seiner Frauen war genauso eisig, wie das Wetter. Nichtmal die Söhne des Khans kamen auf ein Schwätzchen vorbei. Ziska wartete inständig darauf, dass der Khan wieder zurückkehrte, weil sie konnten ja wohl nichts für die Gesamtsituation. Also war Ziskas Laune auch dementsprechend schlecht. Kejnen versuchte mit Otar zusammen die ganze Arbeit zu machen und sie konnten dem fehlenden Ainur bei Weitem nicht gerecht werden. Halef ging es einen Tag gut und einen Tag schlecht. Heute war ein schlechter Tag, er hatte wieder Fieber.
Lamina machte ihm kalte Wickel. Sie hatte den ganzen Tag beim Holzmachen geholfen und war dementsprechend fertig. Sie schlief nur in einer leichten Tunika bekleidet am Bett sitzend ein.
Er wurde wach, weil sie zitterte. Doch er konnte sie nicht aufwärmen. Da er sich nicht anders zu helfen wusste, stand er auf, humpelte unter Schmerzen zur Feuerstelle und legte genug Holz nach, dann stolperte er zum Bett zurück und kroch wieder zu ihr. Liebevoll deckte er sie beide zu und rieb über ihren Rücken. Sie hustete im Schlaf. Er war der Meinung, dass sie Fieber hatte.

Mitten in der Nacht kam seine Mutter herein, um nach ihm zu sehen. Sie machte Tee, flößte ihn ihnen Beiden ein und schürte das Feuer hoch genug, dass sie es bis zum Morgen warm hatten.

Am nächsten Morgen ging es ihm soweit gut, dass er sich zumindest um Lamina kümmern konnte. Als sie irgendwann endlich wieder wach wurde, sah sie wie Halef ein paar Scheite ins Feuer warf. Er bemerkte, dass sie sich regte und humpelte zum Bett zurück.
‚He, meine Schöne!‘ flüsterte er ihr zu und half ihr hoch, dann versuchte er ihr Suppe einzuflößen. ‚Du hast dich erkältet!‘
Sie hustete erstickt. Er half ihr sich wieder hinzulegen und sie schlief gleich wieder ein.
‚Jetzt kann ich mich ein Bisschen um dich kümmern, meine Schöne!‘ Als er ihr mit einem feuchten Lappen über die Stirn stricht, schien sie zu lächeln.

Manchmal kommt es anders…Der Killer wird zum Koch!

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt.

Der Killer wird zum Koch!

Grünwald bei München

24.12.2012, 20.00 Uhr

gunEin schwarzer Mercedes fährt eine lange Zufahrtsstraße hinauf zu einer riesigen Villa. An der Tür stand Ellen. Onkel Don stieg aus dem Wagen und lief ihr entgegen.

‚Ich grüße dich, schönes Kind!‘ meinte er und küsste sie auf die Stirn. Sie ging zur Tür herein.

‚Ich wünsche dir schöne Weihnachten, Onkel Don!‘ meinte Ellen und versuchte mit der Hand ihren Bauch zu verdecken.

‚Wo ist dein Vater?‘ fragte Onkel Don und blieb dann mit dem Blick auf ihrem Bauch hängen.

‚In der Bibliothek!‘ meinte Ellen und grinste.

‚Wer hat’n dich aufpumpt?‘ fragte Alfons, der einfach hereingekommen war. Er stellte zwei Koffer ab.

‚Alfons, solltest du nicht auf einem anderen Weihnachtsfest sein?‘ fragte Ellen.

‚Die Nonna hat gedroht mich zu erschießen!‘ stammelte Alfons.

‚Ich hab im Sommer deinen Sohn getroffen!‘ meinte Ellen.

‚Das habe ich gehört. Die Kugeln gingen knapp vorbei!‘

‚Schön zu hören!‘

Der Don stand immer noch mit offenen Mund da und blickte auf Ellen und stammelte: ‚Wer…?‘

Jemand, mit einer Kochschürze bekleidet, huschte über den Gang, meinte kurz: ‚Das war ich!‘

Und verschwand im Speisesaal, um gleich wieder aufzutauchen. ‚Das Essen ist gleich fertig!‘

‚Der Koch hat dich angebumst!‘ riefen Alfons und der Don gleichzeitig.

‚Der Koch ist tot!‘ grinste Ellen und machte Anstalten in die Küche zu flüchten.

‚Stronzo!‘ kam eine keuchende Stimme aus der Bibliothek.

Der Don lief in die Bibliothek und sah, einen Mann in einem Rollstuhl sitzen. Die Schiebetür zum Esszimmer war ganz offen und im Esszimmer stand eine ältere Dame auf einer Leiter und schmückte den Weihnachtsbaum.

‚Ah, guten Tag! Sie müssen Herr Don sein und ihr Chauffeur?‘ rief die Dame und stieg von der Leiter. Der Don eilte durch den Raum und griff nach ihrer Hand und half ihr, bis sie mit beiden Beinen wieder auf dem Boden stand.

‚Ernesto hat sich schon so gefreut, gell Ernesto!‘ meinte sie und ging zu dem Mann im Rollstuhl.

‚Stronzo!‘ rief er wieder. Der Don musste sich an der Leiter festhalten. Es hatte schon eine halbe Ewigkeit niemand mehr seinen Bruder Ernesto genannt.

‚Sehen Sie, wie er sich freut?‘ rief sie erregt und drehte den Rollstuhl in ihre Richtung. ‚Aber noch mehr freut er sich auf Silvester!‘

‚Kabumm!‘ rief er.

‚Seit dem Schlaganfall, hat er schon drei Wörter gelernt! Und wir können schon wieder alleine Essen, gell Ernesto?‘ rief sie und wischte ihm den Sabber vom Mund ab.

Der Münchner hatte stark abgenommen, aber er sah so zufrieden aus. Der Don fiel vor dem Rollstuhl auf die Knie und jammerte: ‚Mein Bruderherz, hätte ich gewusst…!‘

‚Schwuchtel!‘ rief Ernesto und tätschelte seinem Bruder auf dem Kopf herum.

‚Er freut sich Sie zu sehen, Herr Don!‘ rief sie und erschrak sich dann. ‚Ach, was bin ich denn für ein Schussel. Da plappere ich und plappere ich und hab mich gar nicht vorgestellt. Ich bin Ruth Hehnlein, Frau Dr. Ruth Hehnlein. Die Mutter vom Rutger!‘

‚Stronzo!‘ rief Ernesto.

‚Ja, mein Lieber und das Essen ist gleich fertig!‘ meinte die Frau Dr. und strich Ernesto über den Kopf.

‚I brauch an Schnaps!‘ meinte Alfons, zog seinen Flachmann aus der Tasche und ging kopfschüttelnd ins Esszimmer.

‚Wäre der ungehobelte Naturbursche gewillt, seine groben Bergstiefel gegen Hausschuhe einzutauschen! Sie ruinieren den guten Perser!‘ meinte sie spitz.

Alfons blieb vor dem Teppich stehen, drehte sich um und ging wieder in die Eingangshalle. Er leerte seinen Flachmann mit einem Zug und zog sich fluchend die Schuhe aus. Ruth stand neben ihm, als er sich wieder erhob. ‚So und jetzt tausche ich Hausschuhe gegen ihre beiden Knarren, Alfons!‘ meinte sie, grinste zuckersüß und fuhr fort. ‚Ich möchte nicht, dass sich Ernesto unnötig aufregen muss!‘

‚Wer sind Sie eigentlich?‘

‚Ich bin die höchst überqualifizierte Krankenpflegerin vom Münchner!‘ meinte sie bedrohlich, nahm einen blauen Gummihandschuh aus der Tasche und zog ihn an.

‚Is ja scho guad!‘

‚Sehen Sie, schon sind wir einer Meinung!‘

Sie drehte sich auf der Stelle um und ging Richtung Esszimmer, wo Ellen ihr über den Weg lief. ‚Ellen, Kind. Du sollst doch nicht so schwer heben.‘

‚Ja Mama!‘ rief Ellen, trug aber dennoch den Weihnachtsbraten ins Esszimmer. 

Fortsetzung folgt im WüstenRoadMovie

 

Manchmal kommt es anders… Killer 17

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!
Killer 17

Sonntag, 19.08.12, 18.05 Uhr

Krankenhaus Trapani, Sizilien

gunEllen war eingeschlafen und lag mit dem Kopf auf dem Krankenbett. Rutger war schon eine Weile wach und blickte sie einfach nur an. Er versuchte sich unter Schmerzen zu bewegen und konnte mit den Fingerspitzen an ihr Haar gelangen. Behutsam strich er mit zwei Fingern über eine ihrer Haarsträhnen.
Sie machte merkwürdige Geräusche im Schlaf, bevor sie erwachte. Mit einer hastigen Bewegung wischte sie sich Spucke aus dem Mundwinkel und blickte ihn mit verquollenen Augen an.
‚Guten Morgen, Schöne Frau!‘ flüsterte er.
‚Rutger?‘ stammelte sie.
‚Ich kann ja hier nicht weg!‘ meinte er und zog behutsam an dem Schlauch seines Tropfes.
‚Ja und du musst noch ein paar Wochen hier bleiben!‘
‚Es sei denn…!‘
‚Was…?‘
‚Gibt mir mal dein Handy!‘
‚Ja, aber!‘ meinte sie und drückte ihm das Handy in die Hand.
‚Kann ich ein Auslandsgespräch führen?‘ fragte Rutger, wartete ein Nicken ihrerseits ab und grinste sie geheimnistuerisch an. Während er eine ellenlange Nummer eintippte, versuchte er sich unter Schmerzen aufzurichten.
‚Ja god dag, kan du forbinde mig med Dr. Hehnlein?‘
Ellen blickte ihn verwundert an.
‚Ja, ich bins!‘
Man konnte eine hohe kreischende Stimme hören. Er hielt sich das Handy ein Stück vom Ohr weg und meinte nach einer Weile: ‚Ja, Mama!‘

Es geht weiter im AlpenRoadMovie21 – Unsere Sache! Es wird sich lohnen!

Drei und eine Axt – Teil 29

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 29

reiter_neuAinur ritt im Morgengrauen fort und lies Vira in der Jurtentür stehend zurück. Er trieb die Pferde über den Fluss und blickte nicht zurück. Sein Herz war ihm so schwer und er befürchtete nicht gehen zu wollen, wenn er sie sah, wie sie in der Tür stand. Vira liefen ununterbrochen die Tränen übers Gesicht und sie klammerte sich selbst an ihrem Klappenmantel. Als er außer Sichtweite war, fasste sie sich ein Herz, lief zum Gatter hinüber und nahm sich Wenas Pferd. Sie ritt ihm hinterher, so schnell sie konnte. Weit entfernt vom Lager des Khans konnte sie ihn einholen.

‚Ainur warte!‘ rief sie aufgeregt.

‚Vira, mach es mir doch nicht so schwer.‘ meinte er, als er sich endlich umdrehte.

‚Du kannst noch nicht gehen.‘

‚Wieso?‘

‚Die Trauerzeit!‘

‚Wäre das mit Halef nicht passiert, wäre ich bis zum Ende der Trauerzeit wieder da gewesen!‘

‚Bitte geh nicht bevor…!‘ rief sie, schwang sich vom Pferd und ging die letzten paar Schritte zu Fuß. Sie klammerte sich an seinen Arm und versuchte ihn vom Pferd zu ziehen. Dabei ging ihr Klappenmantel auf und er hatte einen angenehmen Blick auf ihren üppigen Brüste.

‚Sag mal, hast du nichts drunter?‘ fragte er verdutzt und lies sich langsam vom Pferd gleiten. Sie fiel ihm in die Arme und küsste ihn stürmisch.

‚Bitte Vira, beginne nichts, was wir nicht beenden dürfen.‘

‚Die Trauerzeit ist vorbei!‘

‚Sagt wer?‘ fragte Ainur verdutzt.

‚Sag ich!‘

‚Aber ich kann dich doch nicht mitten in der Steppe nehmen.‘

‚Im Dreck, wenn es sein muss.‘ meinte sie ernst.

Er grinste nur und das war ihr Antwort genug.

Während die Pferde zu grasen begannen, ließen sich die Beiden in den Staub sinken und küssten sich wild und unnachgiebig. Sie schälte ihn aus seinen Klamotten, während er ihr genüsslich den Klappenmantel auszog. Mit einer geschickten Handbewegung öffnete sie seine Hosen und hatte im nächsten Moment schon seinen geschwollenen Schaft in Händen. Er küsste sie weiter und drängte sie auf den Rücken. Sie kam auf ihrem Klappenmantel zu liegen, während er ihre Brustwarzen mit den Lippen umschloss, um genüsslich dran zu knabbern und zu saugen.

Dann blickte er auf und flüsterte ihr zu: ‚Bist du dir sicher, dass es willst?‘

‚Du sollst wissen, warum du zurück kommst.‘ meinte sich schnippisch und griff zwischen ihren Beinen hindurch und packte seinen Schwanz. Sie drängte ihn in ihre Richtung und führte seine Schwanzspitze an ihr Allerheiligstes.

‚Wenn du so herrisch bist, wird es wahrscheinlich ein eher kurzes Vergnügen.‘ meinte er, während er ihre Hand von seinem Schwanz löste und die Sache dann selber in die Hand nahm. Langsam schob er seine Schwanzspitze in ihre Pforte, zog sie wieder heraus und lies sich verdammt viel Zeit. Das machte sie halb wahnsinnig. Sie war so feucht, dass es ihr schon heraus floss, bevor er einen weiteren Versuch anstrebte. Ihr ganzer Körper schrie: ‚Bitte!‘

Und mit einem breiten Grinsen im Gesicht, gab er der Bitte nach und schob ihr seinen steif geschwollenen Speer langsam in den Leib. Ihr Körper begann bereits zum Zucken, dabei hatte er noch nicht mal richtig angefangen. Langsam begann er in ihr zu arbeiten und treib sie dabei von einem Höhepunkt zum Nächsten. Sie schrie und stöhnte, bis ihr nur noch ein Krächzen und Wimmern aus der Kehle kam. Ihr ganzer Körper zitterte unter ihm und sie war völlig außer Stande, sich seinen harten Stößen entgegenzustemmen. Also hielt er ihren Körper fest und hämmerte weiter seinen zum Bersten gespannten Schwanz in sie ein.

‚Damit du nicht vergisst, auf wen du wartest!‘ schrie er, kurz bevor er seinen Samen in ihr entlud. Er bewegte sich weiter, gönnte ihr keinen Moment der Ruhe.

Erst als die Sonne schon längst über den Hügel gekrochen war, lies er von ihr ab. Ihr Körper bebte immer noch, als er sich erhob.

‚Ich muss…!‘ fing er an, bis seine Stimme brach. Rasch zog er sich wieder an und pfiff nach den Pferden. Sie rappelte sich ungeschickt auf und streifte den Klappenmantel über ihren nackten Körper.

‚Komm wieder, schöner Mann!‘ schluchzte sie noch, dann stieg sie auf ihr Pferd und ritt wieder zurück, ohne sich auch nur einmal nach ihm umzudrehen. Der verdutzten Ainur blieb allein in der Steppe zurück und blickte ihr noch einen Moment hinterher. Dann ritt auch er davon.

Drei und eine Axt – Teil 28

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 28

reiter_neu‚Ich bin als Sippenführer zu nicht zu gebrauchen.‘ meinte Halef, während Lamina ihn wusch.

‚Ach red doch keinen Unsinn!‘ rief Lamina.

‚Wie lange lieg ich schon im Bett und kann nicht helfen? Der Winter wird kommen!‘

‚Mach dir keine Gedanken, Ainur arbeitet für drei.‘

‚Ich müsste für drei arbeiten!‘

Ainur kam herein und rief: ‚Dazu hast du bald Gelegenheit.‘

Er kam ans Bett und blickte Lamina an.

‚Er hat schlechte Laune.‘ meinte sie, deckte ihn liebevoll zu und stand auf.

‚Ich werd deine Laune nicht verbessern können, ich muss gehen. Der Winter naht unablässig.‘ meinte Ainur ernst.

‚Ich weiß, Mutter hat es mir gesagt, oben bei den Ahnen schon!‘ meinte Halef und blickte Lamina hinterher, die gerade aus der Jurte schlich.

‚Mein Sippenführer, ich reite schnell und komme wieder und im Frühjahr bauen wir eine Brücke.‘

‚Bevor du gehst, müsstest du mich noch zum Donnerbalken bringen!‘

‚Sofort?‘

‚Nachher.‘

Einen Tag bleibe ich noch!‘

‚Ich möchte, dass du ein zweites Pferd mitnimmst.‘

‚Mein Dank ist Dein!‘

‚Und ich möchte dass du Róka mitnimmst. Damit du den Weg nach Hause findest.‘

‚Ich bringe dir deinen Hund heil zurück.

‚Und ich werde auf meine Mutter acht geben!‘

Vira stand in der Tür und zog eine Augenbraue hoch. Halef blickte auf.

‚Nimm mein Pferd!‘ meinte sie kurz, drehte sich um und ging. Ainur stürzte ihr hinterher.

Später kam Ainur mit Ziska zu ihm und sie flößten ihm etwas Grausames ein und dann brachte Ainur ihn zum Abort. Es war ihm sehr peinlich, dass er mit quasi runtergelassenen Hosen von seiner Tante auf den Abort gesetzt wurde. Sie drückte ihm einen Becher in die Hand und grinste: ‚Wenn du noch einen Becher trinkst, dann lassen wir dich einen Moment in Ruhe!‘

Er erwachte und sah Lamina an der Bettkante sitzen. Er konnte sich nicht erinnern, wie er hier her gekommen war, das Letzte an was er sich erinnern konnte war, dass Ainur ihn zum Donnerbalken gebracht hatte und an das widerliche Zeug, was er trinken musste. Sein Kopf sauste, aber ansonsten fühlte er sich eigentlich gut. Er regte sich und blickte auf Lamina. Das Licht, das vom Feuer herrührte schimmerte auf ihren Fingern. Sie versuchte ihren Rücken einzuschmieren, was ihr nur bedingt gelang. Er konnte nicht anders, als sie dabei zu beobachten. Sie hatte quasi nichts an, soweit er das erkennen konnte. Er bewegte sich in ihre Richtung und wollte ihr zur Hand gehen, doch sie bemerkte seine Bewegung, drehte sich halb um und blickte über ihre Schulter. Ihr Haare verdeckten ihre Brüste, sie hatte sich ihre Zöpfe über die Schulter gelegt und sie bedeckten gerade so viel, dass es ihn leicht erregte. Schwindel überkam ihn.

‚Lass mich dir helfen!‘ flüsterte er benommen. Sie zog die Beine aufs Bett und rutschte in seine Richtung. Er umarmte sie und nahm ihre Hände vor ihrem Körper in die Seinen, um das Öl von ihren Fingern aufzunehmen. Sie goss ihm etwas von dem Öl in die Hand. Er rieb über ihre Schultern und dann über den Rücken bis zum Ansatz ihres Hinterns. Als er damit fertig war, lehnte sie sich nach hinten und griff nach seiner Hand. Sie rieb ihm seine Handgelenke mit dem Öl ein. Und er die ihren, dabei wickelte er geschickt ihren Verband von der Hand, um sie zu küssen. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Er nahm sie in den Arm und sie legte sich zu ihm. Er versuchte sie zuzudecken. Mit seinen und ihren Armen verdeckte er ihre Brüste.

Es war so ein unschuldiger Augenblick, wie sie bei ihm lag, der ihn doch so erregte, dass ihm fast die Sinne schwanden. Besser wäre es wahrscheinlich, er würde wirklich ohnmächtig, sonst käme er noch auf dumme Gedanken.

Sie blickten beide ins Feuer und er hielt sie einfach weiter fest. Ihr ganzer Körper zitterte. Und er hielt sie so lange, bis sich ihr Körper beruhigte. Irgendwann stand sie doch auf und zog sich eine leichte Tunika an. Dann legte sie genug Holz nach, damit sie wieder unter seine Decke kriechen konnte. Sie küsste ihn, bevor sie sich wieder zu ihm legte.

Published in: on 9. April 2013 at 20:58  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Drei und eine Axt – Teil 27

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 27

reiter_neu‚Wir können einfach keine Blutegel mehr finden!‘ meinte Ainur leise. ‚Der Herbst ist bald zu Ende!‘

‚Dann muss es so gehen!‘ krächzte Lamina. Sie versuchte ein Schluchzen zu unterdrücken.

‚Das wird schon alles wieder. Das Bein von dem alten Krüppel da draußen hat viel länger geeitert und viel schlimmer ausgesehen und wir mussten es auch nicht abschneiden.‘ Ainur versuchte sie aufzumuntern, was ihm aber nur bedingt gelang.

Ein Geräusch, dass vom Bett herrührte, lies sie aufblicken. ‚Nyúl… Róka!‘

Die Tür ging sprang auf und beiden Hunde stolperten herein. Sie hatten ihren Herren gehört und konnten es kaum erwarten ans Bett zu gelangen. Halef wand den Kopf und hielt seine Hand aus dem Bett und wieder kamen Geräusche aus seinem Mund. Lamina lief den Hunden hinterher und zischte: ‚Nicht so stürmisch, ihr Beiden! Sitz!‘

Die Hunde folgten aufs Wort und setzten sich brav neben das Bett, aber noch so nah, dass ihr Herr sie streicheln konnte.

‚Ainur. Wenn du Blutegeln finden willst. Geh in Richtung meiner Höhle. Dort ist am Fuße des Berges ein Sumpf und ein paar Tümpel. Róka bringt dich hin.‘ krächzte Halef leise.

Róka sprang auf und wedelte mit dem Schwanz.

‚Was würden wir nur ohne unseren Sippenführer machen.‘ rief Ainur, kniete sich hastig vors Bett und küsste Halef. Dann sprang er auf und lief aus der Jurte. Als er schon draußen war, rief er noch: ‚Róka los, schnell!‘

‚Aber geht nicht in meine Höhle, das ist Meine!‘ meinte Halef, doch sein Hund war schon aus der Jurte gelaufen.

‚Du hast eine Höhle?‘ fragte Lamina erstaunt, während sie ihm half sich etwas aufzurichten.

Halef nickte und versuchte zu lächeln.

Wena kam kopfschüttelnd in die Jurte, sie brachte Suppe und Brot. ‚Was war das jetzt? Erst machen die Köter die Tür auf und dann läuft Ainur, wie eine angestochene Sau, zum Gatter und klaut mein Pferd.‘

‚Er kommt wieder, mit Blutegeln! Hoffe ich!‘ meinte Lamina.

‚Und er hat mich geküsst!‘ stammelte Halef. Nyúl war aufs Bett gekrabbelt und kuschelte sich an den Körper seines Herren.

‚Du warst die letzten zwei Nächte wieder im Fieber und völlig weggetreten. Und dein Bein macht uns große Sorgen.‘ meinte Lamina und setzte sich zu ihm ans Bett und küsste ihn auf die Stirn. ‚Und jetzt musst du erst mal was essen und dann…!‘

‚Und dann schau ich mir dein Bein an!‘ rief Ziska von der Tür her.

Als sie nach dem Essen seinen Verband wechselten, wurde er während der Waschung ohnmächtig und wurde erst wieder wach, weil er ein komisches Gefühl an seinem Bein fühlte. Ziska saß an der Bettkante und wedelte mit rauchenden Käutern über seinem Bein rum.

‚Sch..sch…sch. Du musst dein Bein ruhig halten. Sonst fallen die Maden runter.‘ meinte Ziska leise, legte den rauchenden Zweig in eine kleine Feuerschale und strich ihm mit der anderen Hand über den Kopf. ‚Sie fressen das brandige Fleisch weg.‘

‚Wo ist Lamina?‘ fragte er leise.

‚Sie hat den Hund rausgebracht. Nyúl ist ganz heiß auf dein Bein.‘

‚Der Köter wollt mich doch nicht fressen?‘

‚Nein, aber dieser Mistköter wollte Lamina fressen.‘

‚Bitte was?‘ schrie er heiser.

‚Sie hat nur einen Kratzer abbekommen!‘

‚Nyúl!‘ schrie er, bis sein Schrei von einem trockenen Husten gestoppt wurde. Ziska half ihm eine Wenig hoch und drückte ihm einen Becher Tee in die Hand.

Die Tür ging auf und der Hund tapste herein und er tat so als wäre nichts geschehen.

‚Was fällt dir ein, mein Bein oder meine Frau fressen zu wollen. Böser Hund.‘

Der Hund japste unschuldig.

‚Raus hier. Komm mir nicht mehr unter die Augen.‘

‚Halef, es ist doch nur ein Kratzer!‘ rief Lamina. Sie stand in der Jurtentür und hielt sich eine Hand. Ein blutiger Verband war darum gewickelt.

‚Los raus hier, Nyúl!‘

Der Hund ging rückwärts aus der Jurte und verzog sich geknickt.

Lamina schloss die Tür und ging langsam aufs Bett zu. Ihr liefen Tränen übers Gesicht und sie rang heftig mit ihrer Fassung.

‚Der dumme Köter kommt wieder, keine Sorge.‘ meinte Halef und griff nach ihrer Hand. ‚Hat er dir arg weh getan?‘

‚Es ist nichts, ich hab mich nur erschrocken!‘

Er wickelte den Verband ab und blickte auf die Wunde. ‚Nichts, sieht aber anders aus!‘

Die Tür ging wieder auf und Ainur kam herein gestolpert, gefolgt von Róka.

‚Róka, geh zu Nyúl, er war ein böser Hund.‘ rief Halef und der Hund machte kehrt und lief nach draußen, noch ehe Ainur die Tür schließen konnte.

‚Es hatte jemand Blutegel bestellt?‘ meinte Ainur und übergab Ziska einen verschlossenen Krug.

Published in: on 18. März 2013 at 22:58  Comments (1)  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Die Höhle des Verderbens schlägt zurück…

Die Höhle des Verderbens schlägt zurück…

Fortsetzung von… und von…
blobRenk wurde von den Füßen gerissen, als der Schleim ihn überholte. Er fiel auf den Zwerg Lunte, der nun gar nicht mehr so klein war. Seine Klamotten hingen ihm in Fetzen vom Leib und als auch ihn der Schleim erfasste, schrie er und presste gleichzeitig krampfhaft den Mund zu. Das Geräusch, dass ihm dabei entwich, hörte sich an wie das Quietschen eines 12jährigen Mädchens mit blonden Zöpfen an. Geistig war Renk noch bei den blonden Zöpfen des 12jährigen Mädchen, dass in seinem Kopf über eine wunderschöne Blumenwiese lief und als er tatsächlich die Blumen roch, krachten er und der Zwerg mit samt dem ganzen Schleim gegen die Rückwand des Regals. Der Schleim riss das Regal fort und Helmhalf Eisenspat und Renk schwappten aus dem Gang, wie ein Paar Bröckchen in einem Schwall Erbrochenen. Und genauso roch es auch. Durch den beißenden Luftzug der mit dem Schleimschwall in die Wohnhöhle drang, gingen sämtliche Fackeln aus. Nur noch eine kleine, gläserne Berglampe brannte noch. Lunz riss der Schleimschwall fast von den Füßen, er konnte sich aber gerade noch an der Winde festhalten.
‚Stulle komm schnell da raus, wir müssen weg hier! Schnell!‚ rief Lunz, kam zu den beiden Eingeschleimten herüber gelaufen und half Renk auf die Beine. Helmhalf Eisenspat watete bereits zu seiner Bettstatt und packte in Windeseile seinen Rucksack. Mit dem nun viel zu kleinen Rucksack in der Hand lief er voraus in den rechten Gang.
‚Jeder packt sich einen Beutel, oder Zwei! Wir haben den Schatz schon gefunden.‘ meinte Lunz und Helmhalf blickte zu Boden. Der rechte Gang füllte sich schon mit Schleim und doch sah der Zwerg die riesigen Beutel gefüllt mit seinen Schätzen. Ein breites Grinsen wanderte über sein Gesicht, währenddessen der Schleim bereits gegen seine Waden schwappte. Seltsam schillernde Pilzgewächse schwammen an ihm vorbei und nickten ihm obszön zu.

‚Wir sollten uns sputen, bevor wir hier in dem Auswurf noch ersticken.‘ meinte Helmhalf gehetzt und packte sich zwei der Säcke. Und die obszönen Pilzgewächse schwammen in ihre Freiheit.
‚Stulle, beweg dich, aber schnell!‘ rief Lunz und Renk gleichzeitig, packten sich auch jeweils zwei Säcke und liefen dem Zwerg hinter her in den dunklen Gang hinein.
Sie konnten Stulle noch hören, wie er sich durch den kleinen Gang zwängte und dabei erstickt rief: ‚Was stinkt hier so? Und warum hab ihr das Licht ausgemacht?‘
Als sie zurückblickten, konnten sie noch einen kurzen Moment einen Fackelschein erkennen und dann bracht die Hölle los. Das Gestanksgas fing Feuer und mit einem gewaltigen Schlag erbebte die Erde unter ihren Füßen. Der Zwerg duckte sich blitzschnell hinter einen Felsvorsprung, bedeckte seinen Bart mit beiden Händen und rief so laut er konnte: ‚Es brennt ihm Stollen! Es brennt im Stollen!‘
Eine Feuerwalze fegte über sie hinweg und Renk und Lenz flogen sozusagen durch den Stollen, mit samt allem Schleims.
Renk wurde erst wieder wach, als Lenz ihn anschrie und schlug zugleich: ‚Ich glaub du brennst.‘ Und er begann ihn auf den Boden zu wälzen.
Renk roch verbranntes Haar und blickte bei der nächsten Drehung auf und rief: ‚Du auch mein Freund, du auch!‘
Schließlich wälzten sich Beide im Schleim, bis sie erschrocken inne hielten. Aus dem Stollen floss unentwegt der eitrige Schleim, der stellenweise brannte. Und das was sie so erschreckt hatte, war das schlürfende Geräusch, dass aus dem Stollen auf sie zu kam.
Es kam ein riesiger Schatten auf sie zu. Er wurde größer und größer, bis dann der völlig verkohlte und verdreckte Zwerg Helmhalf Eisenspat vor Schleim triefend aus dem Stollen taumelte. Das Einzige, was an ihm noch intakt zu sein schien, war sein Bart.
Der Zwerg faselte lauter als es nötig gewesen wäre: ‚Es brennt im Stollen. Es brennt im Stollen!‘
Lunz und Renk rappelten sich auf und krochen mehr, als dass sie gingen, auf den Zwerg zu.
‚Helmhalf, geht es Euch gut?‘ rief Renk und zog sich am Felsen hoch, um dem Zwerg auf die Schulter zu klopfen und fuhr dann feierlich fort: ‚Es freut mich, Euch in eurer wahren Gestalt und wohl auf erblicken zu dürfen.‘
‚Ja, es ist wunderschön hier draußen.‘ meinte der Zwerg und blickte an ihnen vorbei über die Baumwipfel hinweg, der Sonne entgegen. Er lief einfach an ihnen vorbei und begann zu stammeln: ‚Ist das die Sonne? Ist das die Sonne, wie sehr habe ich gebetet, noch einmal die Sonne wieder sehen zu dürfen.‘
Er griff sich ans Herz und ging in die Knie. Renk lief ihm hinterher, zog eine Lederflasche von seinem Gürtel, schüttelte den Schleim herab und reichte dem Zwerg die Flasche. Als Helmhalf aber nicht darauf reagierte, öffnete Renk die Flasche und flößte ihm den Inhalt ein.
‚Das hier hebt den Mann aufs Pferd und die Frau unter’d Erd!‘ rief Renk und trank selbst davon. Beide zogen die Luft zwischen ihren Zähnen ein, schluckten schwer, rülpsten und schlugen sich dabei gegen die Brust.
‚Ich will eure Zweisamkeit ja nicht stören, aber wo ist Stulle!‘ rief Lunz und machte Anstalten wieder in den Stollen gehen zu wollen. Mit einem letzten Schwall Schleim und gefolgt von einem Rumpeln, dass wieder den Boden unter ihren Füßen erzittern lies, kullerten nur noch Steine aus dem Stollen.
‚Stulle ist noch da drin!‘ rief Lunz und fing an zu graben. Hastig schob er einen Stein nach dem Anderen aus dem Stolleneingang. ‚Los, steht nicht so dumm rum und helft mir lieber.‘
Sie arbeiteten wie verrückt daran, den Stollen von den Steinen zu befreien, aber es schien aussichtslos. Renk liefen die Tränen aus dem Auge, im seinem tiefsten Innersten wusste er, dass sein Freund Stulle Tod sein musste. Er hielt Lunz davon ab, weiter zu machen.
‚Hör auf Mann, es ist aussichtslos!‘ schluchzte er und Lunz fiel erschöpft in seine Arme und fing herzzerreißend an zu schluchzen. Selbst der Zwerg zerdrückte eine Träne und klopfte den beiden Mannen väterlich auf die Schulter.
Plötzlich erschall eine Stimme aus dem Berg. ‚Ihr weint doch nicht etwa!‘
Erschrocken blickten die Drei auf den Fels. Stulle stand in schwindelerregender Höhe mitten im Fels und grinste sie saublöd an.
‚Köpfe weg!‘ rief er und warf einen Sack nach dem Anderen aus der Felsspalte.
‚Das andere Ende der Schatzkammer endet genau hier.‘ rief Stulle aufgeregt.
‚Wie konntest du der Flammenhölle entkommen?‘ rief der Zwerg.
‚Der Schleim hat mich gerettet!‘ rief er und grinste breit. ‚Da war die Unaussprechliche doch noch zu was nützlich!‘
Dem war ausnahmsweise mal nichts hinzuzufügen.

Ende. Vielleicht.

Published in: on 6. März 2013 at 17:46  Comments (1)  
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Manchmal kommt es anders…Killer 16

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Killer 16

Sonntag, 19.08.12, 14.05 Uhr

Krankenhaus Trapani, Sizilien

gunEllen saß auf einen Stuhl neben einem Krankenbett und döste. Rutger lag regungslos im Bett. Er hing an einem Tropf und war ziemlich blass im Gesicht.

Es klopfte an der Tür und jemand trat ein: ‚Signorina Ellen?‘

Sie schreckte hoch. Es war einer der Handlanger ihres Vaters, der auf sie zulief und unterwürfig zu faseln begann: ‚Hier sind die Wagenschlüssel, Ihre Tasche und Vera liegt im Kofferraum, sie ist wie neu! Sie sollen so schnell wie es irgend möglich nachhause kommen, ihr Vater…!‘

Sie hob die Hand und unterbrach ihn unwirsch: ‚Ich komme dann, wenn ich hier nicht mehr gebraucht werde!‘

‚Aber die Geschäfte?!‘

‚Die Geschäfte werden ein paar Tage auf mich warten müssen.‘ zischte sie ihm zu und ihr Gesichtsausdruck ließ keine Widerrede zu.

‚Sollen wir jemanden hier lassen, der Sie mit dem Wagen zurückbringt, wenn Sie…!‘

‚Nein, nein. Ich kann den Wagen selbst zurückfahren. Sie können alle zurück nach München fahren und kümmern Sie sich um meinen Vater, bis ich wieder da bin, ja!‘

‚Aber natürlich! Kann ich sonst noch was tun?‘

‚Nein, nein. Ich werd der Eisernen eine Glückwunschkarte schicken und ihr zu ihrem Sieg gratulieren.‘

‚Die Eiserne war hier in der Stadt und ist dann mit einem weißen Fiat mit französischen Kennzeichen Richtung Marsala gefahren. Am Steuer saß diese Frau Müller und Giovanni daneben.‘

‚Lebt er noch, ich glaube ich hab ihn getroffen!‘

‚Er sah nicht gut aus, aber er wird es überleben. Diese Frau Müller ist eine Krankenschwester und die Eiserne wäre längst hier, wenn es was Ernstes wäre.‘

Ellen seufzte schwer.

‚Ich geh dann mal!‘ meinte der Handlanger und lief rückwärts aus dem Krankenzimmer.

‚Ja ja. Gute Fahrt!‘ sagte sie abwesend.

Weiter geht es im AlpenRoadMovie20! Es lohnt sich!

%d Bloggern gefällt das: