Jetzt schlägt’s aber 13 – Doppeldrücker leben länger?

Jetzt schlägt’s aber 13 – Doppeldrücker leben länger?

Himmel ich habe verschlafen. So ein Mist. Ich springe auf, ziehe mich an, renne ins Bad und mit der Zahnbürste im Mund ins Auto. Ich rase in die Arbeit. Scheiß auf Geschwindigkeitsbegrenzungen. Als ich endlich an der Stempeluhr ankomme, ist es kurz vor 13 Uhr. Verdammt, das wird ein langer Tag heute. Mein Kopf saust, als ich auf den Aufzug warte. Ich drücke auf der einen Seite den Knopf nach oben und natürlich geht die Aufzugtür auf der anderen Seite auf. Ich drehe mich um, schlürfe resigniert hinüber und steige ein. Fiep und ich drücke den vierten Stock. Scheiß Hochsicherheitstrakt. Im ersten Stock hält der Aufzug, die Türen gehen auf, es ist niemand da. Hm. Die Türen gehen zu und der Aufzug setzt sich wieder in Bewegung, um im zweiten Stock wieder zu halten. Ich sehe noch, wie sich auf der anderen Seite die Aufzugtüren wieder schließen. Boa, immer diese Doppeldrücker! Ich werd hier eines Tages noch Amoklaufen. Ist es denn so schwer nur auf die eine Taste zu drücken, die man extra mit einem Richtungspfeil gekennzeichnet hat:

Ich will nach oben, ich drücke auf die Taste mit dem Pfeil nach oben.

Ich will nach unten, ich drück auf die Taste mit dem Pfeil nach unten.

Ist ja nicht so schwer!

Der Aufzug hat mittlerweile im dritten Stock gehalten und ich habe mir schon überlegt, mit meinem Laptopkabel Amok zu laufen. Aber nachdem keiner im Gang war, habe ich die Doppeldrücker nochmal verschont. Murphys Law wurde ausschließlich dafür erfunden, um mich den ganzen lieben Tag damit zu ärgern, morgens, mittags, abends, Tag ein Tag aus…

Es ist bereits weit nach 13 Uhr, als ich endlich im vierten Stock ankam. Ich schleiche mich den Gang entlang, in der Hoffnung von niemanden entdeckt zu werden.

‚Jetzt schlägst aber 13, Frau Rösner!‘ höre ich aus dem Büro meines Chefs. Ich humple in einer devoten Haltung vorbei und versuche zu lächeln, während ich meine Mütze zum Gruß lüpfe.

Ich denke mir das Obligatorische: ‚Ja, ja, leck mich am A…!‘

Das morgendliche Wachwerd-Ritual, wenn auch ein wenig spät, beginnt: (Und wehe ich werde von einem Kollegen gestört, bevor mein Hintern zum ersten Mal auf meinem Stuhl sitzt und ich meinen Tee getrunken habe…)

Bürotür auf, Tasche auf den Schreibtisch, Jacke aus und über den Stuhl, PC an, ab in die Teeküche, Wasser aufsetzen, wieder zurück ins Büro, Fenster auf, Blenden und Außenjalousien runter (auch im Winter!), Passwort eingeben, mit Teebeutel und Tassen zurück ins Teekammerl, die Tassen waschen, Tee aufgießen, ab ins Büro, Tür zu und verkriechen bis mit der Wachmann mich raus wirft. Wäre ich nicht so übernächtigt gewesen, wäre mir bereits an dieser Stelle aufgefallen, dass wir einen Fehler in der Matrix haben und somit die Glaubwürdigkeit dieser Geschichte rapide gen China sinkt.

Aber ich arbeite bis ich kurz vor 18.30 fieberhaft an meinen Fällen und werde erst durch lautes Türen zuschlagen von meiner Arbeit hochgeschreckt. Irgendwann bleibt mir noch mal das Herz stehen. Der Wachmann dreht wieder seine Runden unten im dritten Stock und knallt die Türen, damit ihn auch ja jeder hört. Ich blicke zu meinem Adventskalender. Verdammt, den habe ich heute ganz vergessen. Ich denke mal wieder nicht nach und mache das 13. Türchen auf und hole ein kleines Schokoladenhandy (oder so was in der Art) heraus und vernasche es, dann renne ich zum Drucker, um meine Ausdrucke zu tackern.

Die Abteilung ist wie ausgestorben, was mich aber nicht weiter verwundert. Ist ja wie jeden Tag um 18.30 Uhr hier im Amt. Ich renne aufs Klo und als ich nach meiner Verrichtung den Toilettenraum wieder verlassen wollte, steht der Wachmann vor mir. Wir erschrecken beide und er zückt einen Elektroschocker.

Ich höre nur noch ein Knistern…brrrrrzzzzzl… und schrecke aus dem Schlaf hoch.

Verdammt Frau Rösner, wir haben den 13. Dezember 2009, es ist genau 13.00 Uhr und du hast geschlafen und geträumt, weil es Sonntag ist und am Sonntag will keiner arbeiten.

Aus der Rubrik: Die verschwundenen Adventskalender-X-Akten 2009

Wo ist der Stau geblieben?

Wo ist der Stau geblieben? Oder der Angriff der omniintelligenten Killerpollen….(03.02.2009)

Nachdem gestern alle Menschen, denen ich begegnet bin, wie aufgeschreckte Hühner, den morgigen Tag schon schlechter geredet haben, als er der Wahrscheinlichkeit nach werden würde, hab ich mich dann bis in die Abendstunden völlig von dieser ‚Morgen bricht die Welt zusammen‘-Hysterie anstecken lassen. Ich war dann quasi auch ein aufgeschrecktes Huhn und hab dann natürlich auch alle mit der ‚Morgen bricht die Welt zusammen‘-Hysterie angesteckt. Diese Hysterie ging wie eine ansteckende Lauffeuerkrankheit durch die ganze Stadt und jeder war irgendwie infiziert. Da waren sie wieder die omniintelligenten Killerpollen. Ich hab mir ernsthaft Gedanken gemacht, die Nacht in meinem vor der Arbeit parkenden Auto zu verbringen.
Ich bin dann aber doch nach hause gefahren, mit dem festen Entschluss, heute alles ganz ruhig angehen zu lassen. Ich habe mir keinen Wecker gestellt. Um 09.00 Uhr bin ich völlig entspannt erwacht, hab mich nochmal umgedreht. Irgendwann bin ich ins Bad und hab den Radio angemacht und die Verkehrsmeldung besagte:
‚München ! Stau ? Überall alles dicht!‘
Dann legte ich mich erstmal mit Fichtennadelbadezusatz zur völligen Entspannung in die Wanne. Ich habe in aller Seelenruhe meinen Kopf rasiert und meine Haare gewaschen und mir echt Zeit gelassen. Hab mich ganz langsam angezogen und für die Arbeit fertig gemacht.
Um 10.50 Uhr verließ ich das Haus und um 10.55 verließ ich mein Wohngebiet. Alle Straßen waren völlig ausgestorben. Kein Mensch war zu sehen. Vereinzelt kamen mir völlig entspannte Autofahrer in ihren Autos entgegen. Völlig entspannte Fußgänger mit ihren völlig entspannten Dackeln gingen spazieren. Es war so, als wäre nichts passiert. Als würde niemand streiken. Es war so als wäre Neujahr, nur ohne Schmutz auf den Straßen. Im Radio läuft wieder die Meldung:
‚München ! Stau ? Überall alles dicht!‘ Ich zweifle an meinem Verstand und suche noch verzweifelter nach dem Haken. Selbst als in die große Stadt hinein fuhr, konnte ich kein bisschen Chaos erkennen. Es war sogar viel zu ruhig auf den Straßen. Es war fast so, wie beim Endspiel der Weltmeisterschaft, da war ich auch mit dem Auto unterwegs und außer mir niemand. Mein Hirn spielt mir bestimmt einen Streich und ich bin im Stau des Jahrhunderts eingeschlafen und habe bestimmt wieder einen dieser Endzeitalpträume. Bestimmt klopft gleich ein Alien in Polizeiuniform aus senffarbenen Latex an meinem Autofenster und bietet mir mein lang verschwundenes angebissenes Käseschinkentoast an. Ich haue mir zu Sicherheit erst auf die Hand und dann auf die rechte Backe. Dann halte ich auch noch die Linke hin. Scheiße ich werde mein angebissenes Käseschinkentoast wohl nie wieder sehen und es ist immer noch kein Verkehrschaos in Sicht. Ich glaube der Stau streikt auch. Die Bushaltestellen sind leer. Und da fährt sogar ein Bus. Hm. Die Verdi wird doch nicht nachgegeben haben. Ein Wunder ist geschehen. Nein das kann nicht sein, nicht die Verdi. Die omniintelligenten Killerpollen sind bestimmt schon in mein Gehirn eingedrungen und malen mir Trugbilder auf die Augen. Ich fahr auf den Zubringer auf den Mittleren Ring durchs Olympia Zentrum und es ist einfach kein Auto da. Unglaublich. Auf dem Ring ist normaler Verkehr. Auf der Donnersberger Brücke ist so gut wie nichts los. Die einzige kleine Verkehrsbehinderung ist ein Schulbus vor mir, als ich in das Wohnviertel im Westend einfuhr. Um 11.10 Uhr war ich an der Stempel Uhr.
Soviel zum Thema
‚Morgen bricht die Welt zusammen‘-Hysterie. Am Besten ist es doch wirklich sich einfach von allen am Arsch lecken zu lassen und sich einfach mal nicht stressen zu lassen. Einfach alles so machen wie immer und sich mal Zeit für sich nehmen. Dem Volksmund mit der eigenen Hysterie eine aufs Maul hauen. Dann hat ‚Murphys Law‘ keine Chance einen fertig zu machen.
Nachtrag: Ich bin heute nach der Arbeit noch in der Stadt unterwegs gewesen. Vom Westend in den Norden und dann nach hause und ich bin erschreckender Weise heute den ganzen Tag nicht einmal im Stau gestanden. Unglaublich.

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