As Time goes by

As Time goes by

Bogart_in_CasablancaKommt eine Frau mit Hut in eine verrauchte Pianobar. Sie hat den Kragen ihres Trenchcoats hochgeklappt und den Hut ins Gesicht gezogen. Eine Kippe hängt ihr im Mundwinkel.

Mehr konnte man nicht erkennen. Es schien alles schwarz-weiß zu sein und es schien tatsächlich niemand zu stören, dass der offensichtlich schwarze Putzmann summend und pfeifend die kleine Bühne wischte. Als er damit fertig war, setzte er sich an den Flügel und spielte: ‚As Time goes by!‘

Sie bestellte einen Gin Tonic mit Gurke. Der blöde Jüngling an der Bar servierte ihr umgehend ihren Drink. Sie lies ihren Blick über die Theke schweifen. Ihr Blick blieb auf einer Tafel hängen: Neu: Puni Smash 8,50, € Absinthe Sprite 7,50 €, La Bruna 6,50 €

Der Barkeeper blieb vor der Frau stehen und zeigte unmissverständlich auf ein Rauchverbotsschild. Die schwarz-weiß Szenerie löste sich augenblicklich auf und die Rauchschwaden verschwanden urplötzlich. Sogar der farbige Mann am Klavier war verschwunden. Nur der letzte Akkord von ‚As Time goes by‘ hallte noch in ihren Ohren.

Der Barkeeper stand immer noch vor der Frau und hielt ihr noch unmissverständlicher einen Aschenbecher hin. Sie nahm den Aschenbecher an sich und bedankte sich lächelnd, aschte ab und stellte den Aschenbecher neben ihren Drink und setzte sich auf den Barhocker. Der Hut flog auf den Tisch, sie verstrubbelte ihre kurzen schwarzen Haare mit einer Hand und grinste den Barkeeper lässig an.

‚So klein und schon Barkeeper?‘ meinte sie und zog wieder von der Zigarette.

‚Lady, entschuldigen Sie, hier ist Rauchverbot!‘ meinte er streng und griff wieder nach dem Aschenbecher. Sie zog nur eine Augenbraue hoch, zog nochmal genüsslich an der Zigarette, um sie danach sofort auszudrücken.

Der Barkeeper lies den Aschenbecher verschwinden und nahm eine weitere Bestellung auf.

‚Vier Weizen für die Band, kommt sofort!‘ kam es wie aus der Pistole geschossen, während die Frau sich nervös umblickte und an einem Plakat hängen blieb. ‚Utongo Mtembe spielt As Time goes by. Morgen hier!‘ Sie glaubte, den schwarzen Putzmann am Klavier auf dem Plakat wieder zu erkennen. Kopfschüttelnd beobachtete sie den Barkeeper bei seiner Arbeit. Er zapfte soeben das dritte Weißbier. Sie legte völlig unbewusst den Kopf schief und starrte den jungen Mann an und beobachtete ihn leicht aus dem Mundwinkel sabbernd dabei, wie er das Weißbier zapfte. Erst ließ er Weissbierunnachgiebig die goldene Flüssigkeit in das geneigte Glas laufen, dann zog er mit einer fließenden Handbewegung das Glas in eine aufrechte Position und verringerte den Druck. Die weißschäumende Flüssigkeit lief nun langsamer in das Glas, bis es fast voll war. Er stellte es ab und widmete sich dem nächsten Glas. Als er mit dem letzten Bier fertig war, griff er sich das erste Bier und ließ nochmal einen Sprutzer des Bieres in das Glas laufen. Der Schaum ergoss sich ins Glas, bis es voll war und mit einem Seufzer kam der Schaum über den Glasrand geschossen und rann zaghaft außen am Glas herab. Das selbe machte er mit dem Zweiten und Dritten. Sie seufzte bei jeder Vollendung und am Ende standen vier perfekt gefüllte Weißbiergläser auf einem Tablett und der jugendliche Barkeeper servierte sie alsgleich an die Bühne. Die Band hatte bereits die Bühne betreten und spielte ohne Vorwarnung auf. Ein Gast griff sich ans Herz, der überstürzte Beginn der Darbietung hatte wohl seinem Herzschrittmacher den Garaus gemacht und doch bestellte er ein Weizen. Der junge Zapfgott widmete völlig unbeeindruckt von der Musik dem nächsten Weißbier. Obwohl die Band mit ihren ohrenbetäubenden und gar grauenvollen Lärm alles Menschenwürdige übertönte, konnte sie mit dem letzten Sprutz Schaum, der in das Glas schoss, den leidenschaftlichen Seufzer des Bieres schier spüren. Während man krampfhaft versuchen sollte sich den Schlagzeuger nicht nackt vorzustellen und bloß nicht beim Geschlechtsverkehr, nahm das Grauen seinen Lauf, unaufhaltsam und ohrenbetäubend! Kopfkino lässt grüßen und wenn es wenigstens schwarz-weiß gewesen wäre.

Wie der Schlagzeuger sein schmieriges Grinsen nur unterbrach, um mit seiner gierigen Zunge über seinen schmales Oberlippenbärtchen zu streichen.

Und in dem Moment erkannte sie erst, dass sie wie gebannt auf den Schlagzeuger gestarrt hatte und erst als ihr im Moment der Erkenntnis die Kotze in ihre Mundhöhle schwappte, konnte sie erst ihren Blick von diesem gentechnischen Betriebsunfall da auf der Bühne abwenden. Ungläubig wie sie war, schickte sie ein Stoßgebet ans Universum. Aber es war nicht nur wie bei einem Unfall, es musste ein Fluch sein, sie konnte einfach nicht die Augen von dem Wahnsinn da auf der Bühne lösen.

Beim Höhepunkt des Liedes hatte es erschreckender Weise den Anschein, dass der Schlagzeuger mit seinem wollüstigen und aufdringlichen Grinsen auf den behaarten Lippen sich an einer seiner Trommeln verging. Er ritt das arme Ding wie ein wildes Tier und schlug dabei wie der uneheliche Sohn von Klaus Kinski auf die Becken ein, so dass es der Frau an der Bar schier den Tinnitus aus dem Ohr drosch.

Der Bassist indes riss den Rachen auf, wie ein hysterisches Magermodel das versuchte beim Kotzen zu lächeln, aber eher wirkte wie ein wild gewordener Neandertaler der grunzte und stöhnte und mit seinem abartigen Gesichtsausdruck sogar das leise Wimmern des nächsten Bieres übertönte. Der blasierte Blick des Neandertaler-Bassisten lies ihr die Tränen in den Augen gefrieren. Sie hatte den inständigen Wunsch zu flüchten, doch sie klammerte sich in einer schockartigen Starre an ihren Drink, wie ein Ertrinkender an einen Strohhalm. Sie war gefangen, wie ein scheues Reh im Lichtkegel eines Scheinwerfers. Den Tod ins Auge blickend und unfähig sich zu bewegen… es war wie eine alptraumhafte Nahetoderfahrung in der kakophonischen Klänge die Himmelspforte zum Einsturz brachten, Engel ihre Flügel verloren, nur weil sie Ohren hatten und sich der Teufel in der Hölle seine Schlittschuhe anzog, weil sein Zuhause langsam aber sicher zufror.

Zu allem Überfluss vergewaltigte der Steinzeit-Bassist gerade seinen jugendlichen Liebhaber aus Kirschholz in dem er immer und immer wieder seine schmierigen Pranken über die Seiten schrammelten. Er hatte sein Gesicht zur Faust geballt als er endlich zum Schuss kam, während der Gitarrist wie ein unbeteiligter Depp daneben saß, sich krampfhaft an die Noten klammerte, aber in aller Seelenruhe den Takt mitzählte. Der Höhepunkt des Stücks, das leise an 12 Ton Musik erinnerte, wurde von den Flatulenzen des Saxophonisten durchbrochen, der wohl das was in ihm rumorte durch die Beblasung seines Instrument auszudrücken versuchte. Die Gäste klatschten wie verrückt. Für was? Weil der langhaarige Bombenleger mit dem gestohlenen Saxophon seinen Einsatz nicht verpasst hat?

Endlich kehrte Stille ein, man konnte den Tinnitus in der Ecke noch würgen und wimmern hören und wenn ein Tinnitus Haare hätte, dann hätte sie sie gerne hochgehalten. Der Mann mit dem Herzschrittmacher schien mittlerweile verstorben zu sein, oder eingeschlafen. Und das war erst das erste Lied. Und da wundert man sich noch warum die Selbstmordrate in Großstädten immer weiter steigt.

Sie trank ihren ersten Drink in einem Zug leer, stellte das leere Glas auf den Tresen und zeigte unmissverständlich auf die Tafel und bestellte in Zeichensprache einen Puni Smash und einen Absinth Sprite, während die Band das zweite Lied anstimmte. Eine Ballade, die auch die restlichen Gäste in einen komatösen Dornröschenschlaf versetzte.

Der Absinth Sprite kam sofort, den kippte sie ohne Anstand auf einen Sitz runter. Die grüne Fee besänftigte zumindest ihren Magen und der aromatische Geschmack des Puni Smash lies den restlichen Teil des Konzerts halbwegs erträglich werden.

Der blonde Jünglich stellte ihr einen zweiten Puni Smash auf einer Serviette hin. Auf der Serviette stand: ‚Ich seh dir in die Augen, Kleines!‘ und eine Telefonnummer.

Tief in ihrem Herzen saß ein schwarzer Mann an einem Flügel und spielte ‚As Time goes by!‘

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Die Zeit des Wartens

Die Zeit des Wartens

5309429112_aa95bcb12cDie letzten Tage waren gleichermaßen anstrengend wie aufschlussreich. Doch war der Rückzug eine bittere Niederlage gewesen. Aber es war diesmal nicht die Zeit zu kämpfen.

Doch das Warten lag ihm auch nicht so wirklich. Er wollte eigentlich nicht schlafen und doch schlief er, um seine Gedanken zu ordnen. Und genau diese Gedanken spülten nun ungeordnet durch seinen Kopf und ließen ihn erwachen. Es war kalt in seinem Zelt. Seine Decke war klamm und er fror. Die Anstrengungen der letzten Tage hatten seinen Körper ausgelaugt und seine Muskeln zitterten vor Erschöpfung.

Er roch schwachen Rauch und öffnete die Augen. Die Zelthaut war durchgefroren, es fröstelte ihn. Er blickte über eine Öllampe hinweg zur Feuerschale hinüber, in der das letzte bisschen Glut vor sich hin schwelte.

Er atmete tief ein und hatte den Eindruck Schnee riechen zu können. Dann setzte er sich auf und rieb sich über die Wange und musste schmunzeln. Es sollte der einzige Schlag ins Gesicht sein, der ungesühnt bleiben wird, weil er hatte ein sehr wertvolles Geschenk dafür erhalten. Sein Leben, dass seines Heilers und dass seines Freundes. Und sie hätte es nicht machen müssen. Sie hätte sie auch einfach bei sich behalten können. Er strich sich wieder übers Gesicht und stand mürrisch auf. Der Teppich vor seinem Bett war auch gefroren und er tappte zur Feuerschale hinüber. Er brauchte wirklich einen Diener, der Nachts das Feuer am Laufen hält. Auch so eine Sache, um die er sich kümmern musste, wenn er wieder zuhause war.

Er warf ein paar Scheite ins Feuer, kniete sich vor die Feuerschale und blies in die Glut. Ein kleines Flämmchen erhellte den düsteren Morgen für einen Moment. Und dann begannen die Trommeln wieder und der Funke der Hoffnung, der für einen Moment in ihm entfacht war, wurde wir zu Nichte gemacht. Seine schlechte Laune hatte ihn wieder. Am Liebsten würde er alleine über den Pass laufen und sich durch die Armee des Feindes schlagen, bis keiner mehr von ihnen übrig war. Aber es war nicht die Zeit des Kämpfens. Weil es war auch nicht die Zeit des Sterbens. Nicht schon wieder.

Aber das Warten liegt ihm einfach nicht. Er grummelte mürrisch und ging wieder zu seinem Bett. Sein Blick streifte über seine Sachen, die er gestern vor dem zu Bett gehen einfach nur auf seine Truhe geworfen hatte. Er brauchte wirklich einen Diener. Seine Augen blieben auf der roten Schärpe hängen, die sie ihm überlassen hatte. Er konnte den Namen im halbdunkel nicht lesen, aber er wusste, dass da stand.

Halef, der kleine Junge, der an einer Lungenentzündung gestorben war und den er eigentlich gar nicht kannte und doch hatte sie ihn ihm überlassen.

Die Trommeln wurden immer lauten, sein Kopf sauste und noch bevor er es bemerken konnte, gingen seine Sinne auf Wanderschaft, während sein Körper der Länge nach aufs Bett krachte. Nicht schon wieder.

Er öffnete die Augen und blickte einer roten Sonne entgegen, die vor roten Wolken am roten Horizont stand. Sie neigt heute wohl wieder zu leichten Übertreibungen. Während die letzten Träume eher dunkel und abgeschieden waren, wollte sie sich heute wohl in ihrer ganzen Herrlichkeit präsentieren. Pah!

Die Sonne stand über einem Berg und schien über einem See, der ebenfalls rot war und er schien nicht nur mit Blut gefüllt zu sein… Davon hatte sie ihm ja erzählt. Der See aus Blut. Er war ziemlich groß und er schien nicht überwindbar zu sein und da wurde ihm die Aufgabe wieder bewusst, die er sich da aufgehalst hatte. Aber wachsen Männer nicht an ihren Aufgaben. Er blickte über den See und sah viele in rote Gewänder gehüllte Gestalten am Ufer stehen, die wohl mit Blut gefüllte Karaffen hineinschütteten. Er war aber zu weit weg, um mehr erkennen zu können, also lief er ans Ufer hinunter.

Weil sie hatte sich bestimmt etwas dabei gedacht, dass sie ihn hier her geholt hatte. Die rotgewandeten Gestalten hatten wohl ihr Tagwerk verrichtet und gingen über das Ufer davon. Nur vereinzelt blieb Eine von ihnen am Ufer stehen und machte irgendwas Merkwürdiges. Soviel war klar, es waren alles Frauen, die so waren wie sie und es war erschreckend wie viele es von ihnen gab. Da hatte sie nicht gelogen. Er ging zielstrebig ans Ufer zu einer dieser Damen hin, weil er hatte den Namen Rutger auf einer roten Schärpe gelesen und war sich sicher dass es die Richtige war.

Sie schien ihn nicht zu bemerken, weil sie in den See hinein geschritten war. Er zog es vor, nicht hinterher zu gehen und beobachtete sie von der Seite. Sie hatte ihren Mantel abgelegt, der nun auf dem Blut schwamm. Ihr Körper war komplett gebunden, mit diesen roten Schärpen, von den er auch eine besaß. Am Ende jeder Schärpe war immer ein Name zu sehen, aus den verschiedensten Schriftzeichen geformt. Einige Schärpen schienen ihr aus der Haut zu wachsen und das bisschen Haut, die nicht von den Schärpen bedeckt war, war gezeichnet und vernarbt. Er war sich nicht ganz sicher, ob er bis jetzt nur immer mit einem Trugbild gesprochen hatte, weil ihm die Tragweite ihrer Priesterschaft bis zu diesem Moment nicht klar war. Sie war wirklich mit den Seelen verbunden, die sie sammelte. Sie blieb vor einem Stein stehen, der aus dem Blut ragte, auf dem ein Messer lag. Sie legte ein gefaltetes Stück Papier auf den Stein und nahm das Messer. Das Stück Pergament kannte er sehr gut, er hatte es für sie geschrieben. Die Halbmondschneide des Dolches blitzte in der Sonne. Sie setzte an ihrer Stirn an und schnitt sich die Schärpen mit samt ihres restlichen Haupthaares vom Kopf. Sie trennte sich von 3 Schärpen in einem einzigen Schnitt, dem ein widerliches Geräusch folgte, als sich der Skalp vom Schädel trennte. Eine kleine Strähne ihrer schwarzen Haare behielt sie in der Hand und legte eine kleine Schärpe darum, auf der wohl ihr Name stand…

In seinem Kopf konnte er eine Stimme hören: ‚Du musst dir deine Haare erst verdienen, kleines Mädchen!‘ Und es zuckte für einen kurzen Moment ein Bild eines kleines Mädchens an seinen Augen vorbei, dass bis zum Bauch im Blutsee stand und eine ältere Priesterin ihr den Kopf schor. Die niedlichen, kleinen dunkelroten Löckchen purzelten in den See und versanken nach einer Weile….Ein Traum in einem Traum, langsam hatte er ein wenig Panik, nie wieder aufwachen zu können. Doch er stand immer noch am Ufer des Blutsees und sie stand vor ihm und stieß sich das Messer in die Brust. Er zuckte zusammen und im nächsten Moment bemerkte er, dass er mit einem Bein im Blutsee stand. Er hörte ein widerliches Knacken, als sie mit beiden Händen ihren Brustkorb öffnete und etwas herausnahm, was wenig später ebenfalls in der roten Sonne glitzerte. Es war ein kristallernes Gefäß, dass wohl an der Stelle ihres Herzens in ihrer Brust wohnte. Das Blut tropfte davon herab, als sie das Gefäß abstellte. Sie öffnete es und nahm eine Locke roten Haares heraus, an der eine kleine, rote Schärpe hing. Dann faltete sie den Brief und legte ihn in das Gefäß, legte die Locke des schwarzen Haares dazu und verschoss sie wieder und schob das Gefäß wieder an die Stelle, an der irgendwann mal das Herz eines kleinen Mädchens geschlagen hatte. Wie viele Haarlocken in dem Gefäß waren, konnte er nur erahnen.

Auf dem Stein lag nur noch der Dolch und die rote Locke, als sie ins Straucheln kam und langsam im Blutsee versank. Für einen Moment stand er regungslos da und wusste nicht was er machen sollte. Der Ritter in ihm wollte hinterher springen, um sie zu retten und er konnte nicht sagen, was in ihm ihn zurückhielt. Nach einem langen Moment glättete sich das Wasser und Stille überkam ihn. Nicht einmal mehr das Plätschern des Blutes konnte er vernehmen. Und bevor er selbst einen weiteren Gedanken fassen konnte, watete er an die Stelle, an der sie eben noch gestanden hatte und griff ins Wasser. Nichts. Dort war nichts mehr. Sie war verschwunden. Als er sich wieder erhob, erblickte er auf dem Stein die rote Locke und auf der Schärpe stand ihr Mädchenname.

Nur in dem Moment als er danach greifen wollte, tauchte hinter ihm jemand auf und griff nach seiner Hand. Er drehte sich blitzschnell um und blickte ihr direkt ins blutüberströmte Gesicht. Von seinen Lippen purzelte ein erschrockenes Keuchen, dass sich wie ihr Name anhörte.

Sie öffnete den Mund und Blut rann heraus und sie sprach mit einer schleppenden, aber durchdringenden Stimme, die in seinem Kopf widerhallte. ‚Sie ist Tod. Sie lebt in uns weiter. Wir sind eins! Der Tod ist erst der Anfang!‘

Sie hob die Hand und ruderte elegant in der Luft herum und an seinem Ohr flog der Dolch vorbei und er landete direkt in ihrer Hand.

‚Du gehörst nicht hier her!‘ lachte sie ihm entgegen und stürzte auf ihn zu. So schnell, dass er tatsächlich nicht reagieren konnte und sie stach ihm den Dolch mitten in sein Herz.

In dem Moment als er den dumpfen Schmerz spürte, erwachte er neben seinem Bett. Keuchend griff er sich an die Brust und richtete sich gleichzeitig auf. Dort saß er einen langen Moment. Noch eine Nahetoderfahrung mehr und ihm würde einfach nur sein Herz stehen bleiben.

Erst als er die besorgten Rufe seines Heilers vor dem Zelt hörte, bemerkte er, dass er etwas in der anderen Hand festhielt. Die Locke roten Haares des kleinen Mädchen. Er hatte für einen Moment das Gefühl, dass er ihren Herzschlag hören konnte. Er drehte sich um und blickte sich in seinem Zelt um, doch da war nichts…

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