Die Sprechstunde ist schon längst vorbei…Du Spasti!

Die Sprechstunde ist schon längst vorbei…Du Spasti!

astraKommt eine Frau in eine Bar, stellt ihre Handtasche auf den Tresen, zieht einen Kugelschreiber aus der Jackentasche und legt die Jacke ab.

An ihrer Bluse hing noch ein Namensschild vom Klinikum gegenüber. Ein Stammgast, der schon sichtlich betrunken zu sein schien, blickte ihr ziemlich auffällig auf die Brüste und versuchte tatsächlich ihr Namensschild zu lesen.

‚Frau Dr. Anita Lagleder, Sexualtherapeutin.‘

Der Betrunkene brauchte einen Moment um eine Frage zu formulieren und er brauchte noch einen Moment länger, bis seine betrunkene Zunge die Worte formen konnte.

‚Sexualtherapeutin, alles klar!‘ rief er und prostete ihr zu. ‚Sagen Sie mal, meine Frau hat Orgasmusschwierigkeiten, was kann man da tun?‘

Sie hatte ein Paar Worte auf den Lippen, die sie dann aber doch herunter schluckte und beließ es bei einem blöden Grinsen, während sie nur dachte: ‚Sie mal ordentlich durch ficken!‘

Dann hob sie eine Augenbraue, schob ihre Brille ein Wenig von der Nase, um den Betrunkenen über den Brillenrand hinweg besserwisserisch anzublicken: ‚Machen Sie doch mal das Radio an, bevor Sie mit ihrer Frau intim werden.‘

‚Intim werden? Wenn Sie das so sagen, bekomme ich auch Orgasmusschwierigkeiten!‘ lallte der Betrunkene viel zu laut. Der Barkeeper blickte auf und ging kopfschüttelnd ins Hinterzimmer.

‚Aber Sie sind schon anwesend, wenn Ihre Frau Orgasmusschwierigkeiten hat?‘ fragte die Frau und betete inständig darum, der Barkeeper möge ihr ein obligatorisches Feierabendbier bringen.

‚Aber klar! Was meinen Sie denn?‘

‚Sie glauben gar nicht, was ich in meinem Beruf tagtäglich zu hören bekomme.‘

‚Ehrlich, was denn zum Beispiel?‘

‚Schweigepflicht!‘

‚Ahso!‘

‚Aber machen Sie mal den Radio an oder legen Sie eine gute CD ein, bevor Sie es ihrer Frau besorgen!‘

‚Wir haben aber gar keinen Radio im Schlafzimmer!‘

‚Sehen Sie, da haben wir ja schon das Rätsels Lösung. Kaufen Sie ein Radio!‘

‚Kann ich nicht einfach den Fernseher anmachen?‘

‚Ja, könnte auch klappen!‘ meinte sie und fuhr dann mehr zu sich flüsternd fort: ‚Bei Star Wars zum Beispiel.‘

Sie hatte eigentlich so leise geredet, dass ihr Gegenüber es eigentlich nicht hätte hören können, aber sogar der Barkeeper am anderen Ende der Bar fing breit zu grinsen an, als sie das gesagt hatte. Der Barkeeper muss mehrsprachig Lippenlesen können. Er bewegte den Mund ohne zu sprechen und seine Lippen formten die Worte: ‚Star Wars?‘ begleitet von einem fragenden, frivolen Grinsen.

Sie lächelte ihm über die Brille hinweg an und formte mit dem Mund ohne zu sprechen: ‚Kriegt man in dem Saftladen auch was zu trinken?‘

‚Bier?‘ kam wortlos gegrinst zurück.

Sie nickte. Wie als hätte der Barkeeper das Beamen erfunden, stand der Barkeeper plötzlich vor ihr und ratterte sämtliche Biersorten runter und grinste sie dabei an. Ihr Mund formte das Wort: ‚Astra!‘

Der Betrunkene war anscheinend eine Weile eingenickt und als er den Kopf hob, rief er lachend: ‚Star Wars?! Nicht ihr Ernst!‘

‚Also bei mir funktioniert Star Wars immer!‘ grinste sie den Barkeeper an.

‚Na, dann möge die Macht mit Erner sein!‘ lallte der Betrunkene.

‚Danke und was machen Sie eigentlich beruflich?‘

‚Ich bin KFZ-Mechaniker, warum?‘

‚Ach wissen Sie, mein Auto rumpelt!‘

‚Ja, schön für Sie!‘

‚Sehen Sie, ich hab auch grad Feierabend und werde mit den sexuellen Unzulänglichkeiten Wildfremder belästigt…‘

Der Barkeeper brachte das Astra und meinte zu dem betrunkenen Stammgast: ‚Die Sprechstunde ist schon längst vorbei, Du Spasti!‘

Sitzt ne Frau allein an der Bar – Klappe die Zweite

Sitzt ne Frau allein an der Bar – Klappe die Zweite

6797798903_a598259c11Sie trank wieder ihr obligatorisches Feierabendbier, wie jede Woche. Der Barkeeper sprang immer noch oder schon wieder mit einer Fliegenklatsche hinter der Theke herum.

‚Was sagt der Kammerjäger?‘ fragte sie über ihr Bier hinweg.

‚Einen Scheiß und ne saftige Rechnung!‘ rief der Barkeeper verärgert.

‚Kann ich doch so ein Grünzeug haben!‘ fragte sie und hielt ihm ihr Bier hin.

Er griff nach einem Limettenschnitz und schob ihn genüsslich in den Hals des Bieres in ihrer Hand. Kurzes betretenes Schweigen, dass sie abrupt unterbrach, als sie wieder ihr Antibrumm aus der Handtasche zog und sich selbst von oben bis unten damit ein sprühte, dann die Stühle neben sich, die Theke und den Barkeeper, der sie immer noch merkwürdig lächelnd anblickte.

‚Wo bleibt der Kleine heute?‘ versuchte sie so beiläufig wie möglich zu fragen.

Er zuckte nur mit den Achseln.

‚Ich hab ihn doch nicht unnötig verschreckt, oder?‘

‚Wahrscheinlich ist er seit dem am Wichsen!‘ grinste der Barkeeper, so dreckig es ihm möglich war.

Plötzlich stolperten 4 konservative Arbeitszombies in die Kneipe und schlichen durch den ganzen Gastraum bis in den Nebenraum. Dann waren sie nicht mehr zu sehen.

Die Frau und der Barkeeper blickten sich kopfschüttelnd an.

‚Was wollen die Anzugheinzen hier?‘ fragte der Barkeeper verwundert.

Nicht, dass ihr am Ende eine Juppiekneipe geworden seid?‘ erwiderte die Frau und nippte an ihrem Feierabendbier.

‚Nicht, dass ich am Ende noch kündigen muss.‘

Ihr Gespräch wurde von merkwürdigen Geräuschen von der Tür unterbrochen. Die Tür knallte ins Schloss und der Praktikant kam in den Gastraum gestolpert. Er schnappte sich einen Barhocker, zertrat ihn, schnappte sich zwei abgebrochene Stuhlbeine und rannte wieder zur Tür. Wenig später kam er wieder und ließ sich keuchend auf einen Barhocker fallen, der neben ihr stand. Völlig apathisch klammerte er immer noch eines der abgebrochenen Stuhlbeine an sich. Er war ziemlich blass um die Nase, er schwitzte und zitterte zu gleich.

‚Den Barhocker zieh ich dir vom Lohn ab!‘ meinte der Barkeeper und stellte ihm ein Bier hin. Der Bub schnappte sich das Bier und trank, als würde sein Leben davon abhängen.

‚Brauchst es nur zu sagen, wenn ich dich letzte Woche überfordert habe!‘ rief die Frau leicht eingeschnappt.

Er blickte sie völlig fassungslos und immer noch schwer atmend an.

‚Hey Alter, wie schaust du denn aus der Wäsche?‘ fragte der Barkeeper besorgt. Er machte sich doch tatsächlich Sorgen um seinen Schützling.

‚Ich hab tote Menschen gesehen!?!?!‘ flüsterte der Praktikant keuchend.

‚Mann, deine Mutter. Ich bin hier der Bestatter, wenn hier jemand tote Menschen gesehen hat…!‘ rief der Barkeeper aufgebracht.

Der junge Praktikant beugte sich über die Theke und flüsterte dem Barkeeper geheimnisvoll zu: ‚Zombies Mann, da draußen sind Zombies, Mann!‘

‚Ist schon klar, sag doch einfach, dass ich eine alte Kuh bin und dass du Angst davor hast, allein mit mir und einem Eimer Kunstblut in einem Raum zu sein!?!‘ rief die Frau. Sie schien mittlerweile fast schon ein Bisschen wütend zu sein.

Der Praktikant schien überhaupt nicht gehört zu haben, was sie ihm grad an den Kopf geworfen hatte. Er beugte sich zu ihr rüber und versuchte zuckersüß zu lächeln, was ihm nur bedingt gelang, dann stolperte: ‚Würden Sie eventuell mit mir vögeln, bevor wir hier alle drauf gehen?‘ aus seinem Mund, wie ein warmer Schwall Kunstblut.

Der Barkeeper gab dem Praktikanten einen Klaps mit der Fliegenklatsche auf den Hinterkopf und rief wieder: ‚Ey, sag mal, wie redest du denn mit unserem einzigen Stammgast, heute?‘

‚Ja, der Pornostammtisch war auch schon mal besser besucht!‘ meinte sie fast beiläufig. ‚Und auf die 4 Arbeitszombies da hinten können wir auch verzichten.‘

Wie von der Tarantel gestochen, sprang der Praktikant auf, hob das abgebrochene Stuhlbein hoch über den Kopf und lief dann schreiend ins Nebenzimmer. Wenig später konnte man ein Geräusch langsam auf den Boden britscheln hören.

‚Der fängt ja wohl nicht ohne mich an?‘ rief sie, zog blaue Gummihandschuhe aus der Handtasche, um sie fast schon genüsslich überzuziehen. Dann schnappte sie sich ein Teil des zertretenen Barhockers und lief ihm nach. Als sie den Nebenraum betrat, stand der junge Bursche blutverschmiert auf dem Billardtisch und um ihn herum lagen ein paar zermatschte Arbeitszombies.

‚Schätzelein, sollen wirs gleich auf dem Billardtisch machen?‘ rief sie und ließ das Stuhlbein sinken.

‚Ich kündige!‘ meckerte der Barkeeper.

‚Sag mal, wenn die Zombieapokalypse in eurem Schuppen ausbricht, bleibt sie dann auch hier?‘

‚Wir sind nicht in Las Vegas, Lady!‘ meinte der Praktikant und ließ lässig das Stuhlbein fallen. Grünes Zombieblut tropfte von seinem Gesicht.

Sitzt ne Frau allein an der Bar…

Sitzt ne Frau allein an der Bar…

6797798903_a598259c11Sitzt ne Frau allein an der Bar und trinkt ihr obligatorisches Feierabendbier.

Der Barkeeper hatte eine Fliegenklatsche in der Hand und schien gerade auf der Jagd zu sein.

Die Tür ging auf und der junge Bursche kam rein, der immer hinter der Bar saß und so was wie ein Praktikant zu sein scheint.

Er sieht heute aus, wie ein Schluck Wasser in der Kurven! Die Annahme warum er ein Praktikant sein könnte, war mehr so ein Gefühl. Er durfte immer hinter der Bar sitzen, obwohl er offensichtlich nichts arbeitete, bekam aber vom Barkeeper erklärt, was er tun sollte, wenn er arbeiten täte.

Irgendwie ist er ja nett anzuschauen und ist immer so herrlich pikiert, wenn jemand einen versauten Witz macht. Meine Güte, ist der niedlich, wenn ihm was peinlich ist.

Mal ganz davon abgesehen, dass der junge Praktikant ernsthaft was fürs Auge war, schwirrten wirklich ziemlich viele kleine Fliegen herum. Aua! Es sind Mücken! Im Oktober?

‚Ja sorry! Der Kammerjäger kommt morgen!‘ meinte der Barkeeper, der gerade hinter der Theke aufgetaucht war und die Fliegenklatsche bedrohlich umher schwang.

Die Frau dachte sich ihren Teil. Aber jetzt wusste sie auch warum man eigentlich immer einen Limettenschnitz in das Desperados steckt. Damit die abartigen kleinen Drecksbastarde nicht ins Bier fliegen. Boa, da wird man ja echt aggro, bei dem Flugverkehr in der Bar.

Die Frau fing an, wie eine Wahnsinnige in ihrer Handtasche zu kramen und zog nach einer gefühlten Stunde und 1000 Mückenstichen später ein kleines rotes Pumpfläschchen hervor. Sie sprühte erst sich selbst und dann den Sitz neben ihr ein, dann die Theke und am Ende den Iro des Barkeepers, als er wieder in ihrer Nähe stand.

‚Sagen Sie mal junger Mann, würden Sie mir gerne mal Modell stehen?‘ meinte die Frau eher beiläufig.

Der junge Mann blickte interessiert auf. Er hatte versuchte ein Geldstück über die Arbeitsfläche zu schnipsen. Hach, ist der niedlich, wenn er sich dumm anstellt.

‚Öhm!?‘ meinte der junge Praktikant.

‚Ich würde Sie gerne mit einem Eimer Kunstblut beschütten und Sie dann nackt über eine Leinwand wälzen, wenn das Okay für Sie wäre?‘ meinte die Frau cool und verzog keine Miene. ‚Nur wenn es Ihnen nichts ausmacht. Es ist jetzt keine blöde Anmache, das ist Kunst mit Kunstblut.‘ Sie machte eine ziemlich lange Pause: ‚Und es ist nichts Sexuelles!‘

‚Wenn du den Kleinen mit Kunstblut einsaust, um ihn dann nackt über eine Leinwand zu wälzen, dann kannste auch die Bilder hier bei uns ausstellen.‘ lachte der Barkeeper und verschwand grinsend im Hinterzimmer.

Der junge Praktikant sagte tatsächlich ja zu dem doch eher etwas gewagten Vorhaben, verschwand dann aber doch im Hinterzimmer und traute sich den ganzen Abend nicht mehr in die Nähe der Theke zu kommen.

Ob es nun an den Mücken oder an dem Angebot lag, dass er in seinem jugendlichen Leichtsinn nicht ablehnen konnte…

Fortsetzung folgt… vielleicht?

%d Bloggern gefällt das: