‘Warum denn so ernst, schöner Mann?’ Teil 10

Warum denn so ernst, schöner Mann?’ Teil 10

Im Hier und Jetzt:

keinenummernEinige Stunden später löste Rutger den General ab und schickte ihn heim.

Da saß er nun, hielt ihr die Hand und fing an mit ihr zu reden, obwohl sie immer noch bewusstlos war: ‚Yo, ich muss dir so viel sagen, mein kleiner Schmetterling, ich weiß nicht, ob du mich verstehst, aber ich fang jetzt einfach mal ganz von vorne an. Ich bin interner Ermittler bei der Polizei und war einer Gruppe korrupter Kollegen auf der Spur. Während der Ermittlungen bin ich dann immer tiefer rein gerutscht und war nicht nur gezwungen verdeckt zu ermitteln, sondern auch noch abzutauchen. Der Boss und der General halfen uns dabei, die Kollegen zu überführen, naja und du hast uns natürlich auch geholfen. Während wir die drei Kollegen festnahmen, wurden im ganzen Stadtgebiet andere Kollegen ebenfalls überführt. Dich hab ich kennengelernt, als ich meine Kollegen in die einzelnen Clubs verfolgt habe. Du bist mir echt überall über den Weg gelaufen. Ich bin dann öfter mal privat in der Szene weggegangen, ich war sehr neugierig auf dich und irgendwann hast du mich dann abgeschleppt. Ich weiß noch genau, als wäre es gestern gewesen. Du hattest einen roten Minikilt an und ein Korsett natürlich und du hattest auch deinen roten Iro aufgestellt gehabt. Du hast mich angelächelt und gesagt: <Warum denn so ernst, schöner Mann.< Oh, Mann hab ich mich sofort in dich verschossen und dann hast du mich aufs Klo geschleift und bist mir gleich an die Wäsche gegangen. Wir sind dann zu mir. Am nächsten Morgen, bin ich in meiner Wohnung aufgewacht und du warst weg. Ich hab gedacht, ich habe geträumt, aber du hast mir den ganzen Rücken zerkratzt und mich von oben bis unten zerbissen. Also hab ich dann doch nicht geträumt. An meinem nächsten freien Tag bin ich wieder durch die Clubs getingelt, in der Hoffnung, ich würde dich wieder sehen. In irgendeiner Bar hast du mich dann gefunden. >Schon wieder so ernst, schöner Mann!< hast du zu mir gesagt und dann sind wir wieder bei mir gelandet. Du hattest ein Lackoutfit an: Pink genau, wie dein Iro. Am nächsten Tag warst du wieder weg. Das nächste Mal, hab ich dich bei einer deiner Performanceshow gesehen, da hab ich gesehen, wie du mit den Handschellen umgehen kannst. Aber ich war dienstlich dort und es war auch ganz gut, dass du mich da nicht entdeckt hast. Ich hab einen Flyer vom General in die Hand gedrückt bekommen, wo du auf dem Cover zu sehen warst, ich habe den Flyer immer noch in meinem Geldbeutel. Dann wusste ich, wie ich dich finden konnte, direkt nach einem Einsatz bin ich auf die Party gefahren und da standst du hinter der Theke. Nackt und Golden. Da musste ich dann verschwinden, weil mein Fall mich selbst bis auf die Party verfolgt hatte. Von deinem Boss habe sie an diesem Abend auch Schutzgeld erpresst. Der schwarze Koffer. Ich hab dich dann auf dem Weg nach Hause aufgegabelt und du bist dann endlich mal zum Frühstück geblieben. Ich lernte den General persönlich kennen und wir kamen ins Gespräch. Ich bekam raus, dass er auch schon von meinen Kollegen erpresst wurde. Jetzt wurde es immer schwieriger, dass ich dich treffen konnte, ich riskierte nicht nur einmal meinen Job, nur für die Chance, dich vielleicht treffen zu können, bis ich untertauchen musste. Ich traf mich mit dem General und er versteckte mich in seinem Ferienhaus und dann machten wir mit dem Boss zusammen einen Plan. Ich sprach alles mit den Vorgesetzten meiner Abteilung ab. Ich musste nur noch ein paar Wochen überbrücken, bis wir alle dran kriegen konnten. Dann stieg ich zum Schein in die Firma ein und da warst du wieder. Ich musste dich ignorieren, weil es viel zu gefährlich war, dich einzuweihen. Es tat mir in der Seele weh, dich immer sehen zu müssen und aber nicht mit dir drüber reden zu können. Ich stand auf Grund dieses Falles so unter Druck, ich durfte auf keinem Fall auffliegen. Und am Samstag Abend ist dann alles eskaliert. Die Drogenfahndung hatte sich eingeschleust, weil die dachten, dass hier irgendwelche Drogengeschäfte auf der Party über die Bühne gehen würden. Dann hatten sich die korrupten Kollegen für eine Geldübergabe angekündigt und das Einsatzkommando wartete auch schon auf den Einsatz. Wir filmten die Geldübergabe und durften die drei aber nicht entwischen lassen, weil sonst die Kollegen von der Drogenfahndung womöglich uns festgenommen hätten, wir mussten warten, bis die Drogenfahndung wieder weg war und dann konnten wir die Drei erst hochnehmen. Durch deine Performance konnte eine 1jährige Ermittlung endlich erfolgreich abgeschlossen werden. Naja und ich bin bis auf Weiteres suspendiert, weil mein Chef von deiner Performance erfahren hat und wenn er jetzt noch erfährt, was da zwischen uns gelaufen ist, dann kann ich wahrscheinlich wieder auf Streife gehen. Aber eigentlich ist mir mittlerweile alles egal, nur du bist mir nicht egal. Du und das Baby. Es tut mir leid, wenn es sich vorhin so angehört hat, als würde ich nicht glauben, dass das Baby von mir ist. Ich wünschte wir hätten mehr geredet und ich hätte gerne mehr Zeit für dich gehabt und deine Nummer, dann hätte ich dich anrufen können. Was mach ich hier eigentlich, wahrscheinlich hörst du mich gar nicht und ich mach mich hier zum Affen und wenn du wach wirst, dann schreist du mich wieder an und ich weiß wieder nicht was ich sagen soll!‘ Er hatte gar nicht gemerkt, dass Yo schon eine ganze Weile zuhörte. Er seufzte und küsste ihre Hand: ‚Oh Yo, ich liebe dich!‘ Sie hatte mittlerweile zum Weinen angefangen und musste genau in diesem Moment den Rotz hochziehen.

Er blickte schockiert an: ‚Wie lang…!‘ Er brach den Satz ab und schluckte schwer. ‚Lang genug!‘ und sie lächelte ihn an: ‚Warum denn so ernst, schöner Mann!‘ Dann fing sie zu schluchzen an.

Seine Lippen zitterten und er zerdrückte eine Träne, dann presste er seinen Kopf an ihre Brust und schluchzte fast ein Wenig lauter als sie. Sie lehnte ihren Kopf gegen den Seinen und küsste seine Haarstoppeln. Irgendwann fanden sich ihre Lippen und sie küssten sich, als würde ihrer beider Leben davon abhängen.

Am nächsten Morgen kam der General kurz vor der Visite. Yo, war schon wach, aber Rutger lag wie ein Toter an ihrem Bauch, die Hände unter der Decke vergraben.

‚Willst du mir jetzt auch mal was erklären?‘ fragte er Yo.

‚Wieso? Was meinst du?‘

‚Wie zum Teufel, kann er der Vater von deinem Baby sein? Ihr kennt euch doch erst seit 3 Wochen, oder?‘

Yo, lächelte ihn nur an: ‚Du musst ja nicht alles wissen?‘

Und da war wieder ihr breites dreckiges Grinsen.

 

ENDE

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‘Warum denn so ernst, schöner Mann?’ Teil 9

Warum denn so ernst, schöner Mann?’ Teil 9

Im Hier und Jetzt:

keinenummernAls sie wieder aufwachte, lag sie in einem Krankenbett. Sie hatte eine Nadel im Arm und ein Tropf hing von der Decke herab. Jeff, oder wie er auch immer heißen mag, saß in einem Stuhl und schlief. Er hatte immer noch die selben Klamotten an, wie gestern…vorgestern, keine Ahnung. Der General stand am Fenster und drehte sich zu ihr um, als sie sich rührte.

‚Mäuschen, was machst du denn für Sachen! Ich hab mir schon überlegt deine Mutter anzurufen.‘ meinte der General zu ihr.

Jeff wurde wach und rieb sich den Dreitagebart. Gott, war der fertig.

‚Was geht den mit euch, meine Mutter anrufen, was Besseres fällt euch nicht ein?‘ zischte Yo schon leicht gereizt.

Der General setzte sich ans Bett und nahm ihre Hand. ‚Yo, du darfst dich nicht aufregen!‘ Er unterbrach sich selbst, weil er nicht wusste, was er ihr sagen sollte, aber dann sprudelte es aus ihm heraus: ‚Yo, du bist schwanger und der Arzt hat uns angewiesen, wir dürfen dich nicht aufregen!‘

Yo schnappte nach Luft und meinte trocken: ‚Die Anwesenheit von dem da, regt mich schon auf!‘ und zeigte auf Jeff.

‚Rutger, jetzt sag doch auch mal was, ich habe keine Ahnung von so was!‘ meinte der General zu Jeff. Jeff /Rutger stand auf und kam zum Bett rüber.

‚Rutger?‘ kam aus Yo´s Mund.

‚Yo, du bist in der 8. Woche.‘ sagte Jeff / Rutger zu ihr, seine Hände zitterten. ‚Ich hab nachgerechnet! Es kann sein, dass es von mir ist!?‘

Der General wurde blass und er stöhnte ein Gequältes: ‚Wie bitte?‘

Yo zog die Luft wieder tief in sich hinein und sagte ganz ruhig: ‚Du willst mir doch jetzt nicht erzählen, dass du mir jetzt auch noch ein Kind gemacht hast, du verlogenes Bullenschwein!‘

‚Yo, bitte!‘ seufzte Rutger: ‚Bitte reg dich nicht auf! Ich will dir ja alles erklären, aber bitte reg dich nicht auf!‘

‚Ich soll mich nicht aufregen, sonst noch irgendwelche Wünsche, Herr Wachtmeister! Aber sonst geht’s uns noch gut, oder? Wie stellst du dir bitte vor, dass ich mich nicht aufregen soll.‘

‚Yo, du verlierst das Baby, wenn du dich nicht beruhigst!‘ Er schaute sie eindringlich an: ‚Unser Baby?‘

Sie schnellte hoch und verpasste ihm eine Linke direkt auf die Nase, die unter ihrem Schlag brach. ‚Du kannst mich mal mit <uns>. Du bist doch nicht ganz sauber, mich behandeln wie den letzten Dreck, mich dann für so ne Bullenscheiße missbrauchen und nur weil ich vielleicht zufällig von dir schwanger sein könnte, auf einmal von einem <uns> sprechen!‘ Sie holte zu einem zweiten Schlag aus und riss sich dabei die Nadel aus dem Arm. Rutger hielt sich schockiert die Nase, Blut tropfte ihm aus seinen Händen.

‚Yo, jetzt reiß dich bitte zusammen!‘ sagte der General zu ihr und drückte auf den Knopf für die Schwester. Yo pumpte wie ein Maikäfer. Sie kroch rücklings vom Bett herab und wankte zur Tür: ‚Ihr seid doch beide total bescheuert!‘ dann verdrehte sie die Augen und die Schwester, die gerade in den Raum kam, konnte sie gerade noch auffangen.

Die Krankenschwester warf die beiden Herren aus dem Krankenzimmer und piepte den Arzt an. Draußen wurde Rutger versorgt und dann wurde er zum Duschen nachhause geschickt. Der Arzt setzte Yo auf leichte Beruhigungsmittel. Der General bestand darauf am Krankenbett zu bleiben und ihre Mutter doch lieber nicht anzurufen.

‘Warum denn so ernst, schöner Mann?’ Teil 8

Warum denn so ernst, schöner Mann?’ Teil 8

Im Hier und Jetzt:

keinenummernIm Lager war Yo gestützt und versuchte einerseits den Handschellenschlüssel aus dem Korsett zu kriegen und ihre Arme nach vorne. Wie gut dass sie bei ihrer Performance Show auch immer solche Tricks vorführte. Sonst würde sie sich wahrscheinlich genau jetzt die Schulter auskugeln und dann in der Haltung langsam ersticken. Ihr liefen immer noch Tränen runter und sie zitterte, wie ein junger Hund. Sie hatte den Schlüssel und ihre Hände waren vorne. Haha! Beim Schlüssel in die Hand spucken, fiel ihr der Schlüssel aus der Hand auf den Betonboden. Mist! Ein Klirren übertönte kurz ihr Schluchzen. Jeff kam in diesem Moment in den Lagerraum gestürzt. Sie erschrak richtig, als ihr Jeff plötzlich den Schlüssel vor die Nase hielt. Er kniete vor ihr.

‚Hey Baby!‘ Er zog seine Weste und sein Hemd aus und legte ihr sein Hemd über die Schultern. Dann machte er die Handschellen auf und säuselte ihr ins Ohr, als er sie hochhob: ‚Alles klar? Bist du verletzt?‘

‚Nein und ja, mein Stolz!‘ Sie trat ihm mit dem Knie in den Magen. ‚Du Arschloch!‘ Sie holte tief Luft, um genug davon zu haben für den folgenden Vortrag. Er hatte sich bereits aufgerappelt und sagte zu ihr: ‚Hey Yo, jetzt lass mich doch erklären!‘ Sie holte nochmal tief Luft, die Tränen steigen ihr wieder in die Augen. Er packte sie und umarmte sie ganz fest, ihr blieb die Luft weg und sie flog in Ohnmacht.

Es kamen einige Beamte ins Lager. Jeff zeigte ihnen etwas aus seiner Hosentasche, tuschelte mit ihnen, dann hob er sie ganz auf und trug sie bei der Hintertür raus.

Am nächsten Morgen wachte Sie mit unglaublichen Kopfschmerzen auf. Wo war sie denn, in einem fremden Bett. Sie schaute zitternd unter die Decke.

‚Sorry, ich habe dich ausgezogen? Ähm, sorry, ich könnte dich ja nicht in den Latexklamotten lassen…!‘

Jeff stand da, er rang nach Worten. Sie fasste an ihrem Kopf: ‚Aua!‘

Er setze sich ans Bett und stammelte: ‚Yolanda, hör mir mal zu!‘

Er hatte immer noch die selben Klamotten an, wie gestern und ihr fiel jetzt erst auf, dass er eine kugelsichere Weste trug. Ein Knarrenholster, die Knarre lag auf einem Siteboard neben einem Stuhl, auf dem eine zerknüllte Decke lag. Wie in einem schlechtem Film, er hatte wohl auf dem Stuhl geschlafen. Auf dem Nachttischchen lag ihre Handtasche und der Zettel. Sein Zettel.

‚Du bist auch ein Scheißbulle?‘ Sie holte wieder tief Luft ‚Und nenn mich nicht Yolanda!‘

‚Yooo, bitte lass mich doch erklären!‘

‚Du bist ein Scheißbulle!‘

‚Ja, nein, ich, ähm!‘

‚Ja, was jetzt?‘

‚Ja, ich bin Bulle und ich bin nicht der Bruder vom Boss!‘ Er stotterte weiter ‚Und!‘

‚Und wenn du mir mehr erzählst, musst du mich töten, stimmts Jeff!‘

‚Ich heiße auch nicht Jeff!‘

Ihr blieb der Mund offen stehen und sie fiel wieder in Ohnmacht.

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