Drei und eine Axt – Teil 28

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 28

reiter_neu‚Ich bin als Sippenführer zu nicht zu gebrauchen.‘ meinte Halef, während Lamina ihn wusch.

‚Ach red doch keinen Unsinn!‘ rief Lamina.

‚Wie lange lieg ich schon im Bett und kann nicht helfen? Der Winter wird kommen!‘

‚Mach dir keine Gedanken, Ainur arbeitet für drei.‘

‚Ich müsste für drei arbeiten!‘

Ainur kam herein und rief: ‚Dazu hast du bald Gelegenheit.‘

Er kam ans Bett und blickte Lamina an.

‚Er hat schlechte Laune.‘ meinte sie, deckte ihn liebevoll zu und stand auf.

‚Ich werd deine Laune nicht verbessern können, ich muss gehen. Der Winter naht unablässig.‘ meinte Ainur ernst.

‚Ich weiß, Mutter hat es mir gesagt, oben bei den Ahnen schon!‘ meinte Halef und blickte Lamina hinterher, die gerade aus der Jurte schlich.

‚Mein Sippenführer, ich reite schnell und komme wieder und im Frühjahr bauen wir eine Brücke.‘

‚Bevor du gehst, müsstest du mich noch zum Donnerbalken bringen!‘

‚Sofort?‘

‚Nachher.‘

Einen Tag bleibe ich noch!‘

‚Ich möchte, dass du ein zweites Pferd mitnimmst.‘

‚Mein Dank ist Dein!‘

‚Und ich möchte dass du Róka mitnimmst. Damit du den Weg nach Hause findest.‘

‚Ich bringe dir deinen Hund heil zurück.

‚Und ich werde auf meine Mutter acht geben!‘

Vira stand in der Tür und zog eine Augenbraue hoch. Halef blickte auf.

‚Nimm mein Pferd!‘ meinte sie kurz, drehte sich um und ging. Ainur stürzte ihr hinterher.

Später kam Ainur mit Ziska zu ihm und sie flößten ihm etwas Grausames ein und dann brachte Ainur ihn zum Abort. Es war ihm sehr peinlich, dass er mit quasi runtergelassenen Hosen von seiner Tante auf den Abort gesetzt wurde. Sie drückte ihm einen Becher in die Hand und grinste: ‚Wenn du noch einen Becher trinkst, dann lassen wir dich einen Moment in Ruhe!‘

Er erwachte und sah Lamina an der Bettkante sitzen. Er konnte sich nicht erinnern, wie er hier her gekommen war, das Letzte an was er sich erinnern konnte war, dass Ainur ihn zum Donnerbalken gebracht hatte und an das widerliche Zeug, was er trinken musste. Sein Kopf sauste, aber ansonsten fühlte er sich eigentlich gut. Er regte sich und blickte auf Lamina. Das Licht, das vom Feuer herrührte schimmerte auf ihren Fingern. Sie versuchte ihren Rücken einzuschmieren, was ihr nur bedingt gelang. Er konnte nicht anders, als sie dabei zu beobachten. Sie hatte quasi nichts an, soweit er das erkennen konnte. Er bewegte sich in ihre Richtung und wollte ihr zur Hand gehen, doch sie bemerkte seine Bewegung, drehte sich halb um und blickte über ihre Schulter. Ihr Haare verdeckten ihre Brüste, sie hatte sich ihre Zöpfe über die Schulter gelegt und sie bedeckten gerade so viel, dass es ihn leicht erregte. Schwindel überkam ihn.

‚Lass mich dir helfen!‘ flüsterte er benommen. Sie zog die Beine aufs Bett und rutschte in seine Richtung. Er umarmte sie und nahm ihre Hände vor ihrem Körper in die Seinen, um das Öl von ihren Fingern aufzunehmen. Sie goss ihm etwas von dem Öl in die Hand. Er rieb über ihre Schultern und dann über den Rücken bis zum Ansatz ihres Hinterns. Als er damit fertig war, lehnte sie sich nach hinten und griff nach seiner Hand. Sie rieb ihm seine Handgelenke mit dem Öl ein. Und er die ihren, dabei wickelte er geschickt ihren Verband von der Hand, um sie zu küssen. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Er nahm sie in den Arm und sie legte sich zu ihm. Er versuchte sie zuzudecken. Mit seinen und ihren Armen verdeckte er ihre Brüste.

Es war so ein unschuldiger Augenblick, wie sie bei ihm lag, der ihn doch so erregte, dass ihm fast die Sinne schwanden. Besser wäre es wahrscheinlich, er würde wirklich ohnmächtig, sonst käme er noch auf dumme Gedanken.

Sie blickten beide ins Feuer und er hielt sie einfach weiter fest. Ihr ganzer Körper zitterte. Und er hielt sie so lange, bis sich ihr Körper beruhigte. Irgendwann stand sie doch auf und zog sich eine leichte Tunika an. Dann legte sie genug Holz nach, damit sie wieder unter seine Decke kriechen konnte. Sie küsste ihn, bevor sie sich wieder zu ihm legte.

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Published in: on 9. April 2013 at 20:58  Schreibe einen Kommentar  
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Drei und eine Axt – Teil 27

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 27

reiter_neu‚Wir können einfach keine Blutegel mehr finden!‘ meinte Ainur leise. ‚Der Herbst ist bald zu Ende!‘

‚Dann muss es so gehen!‘ krächzte Lamina. Sie versuchte ein Schluchzen zu unterdrücken.

‚Das wird schon alles wieder. Das Bein von dem alten Krüppel da draußen hat viel länger geeitert und viel schlimmer ausgesehen und wir mussten es auch nicht abschneiden.‘ Ainur versuchte sie aufzumuntern, was ihm aber nur bedingt gelang.

Ein Geräusch, dass vom Bett herrührte, lies sie aufblicken. ‚Nyúl… Róka!‘

Die Tür ging sprang auf und beiden Hunde stolperten herein. Sie hatten ihren Herren gehört und konnten es kaum erwarten ans Bett zu gelangen. Halef wand den Kopf und hielt seine Hand aus dem Bett und wieder kamen Geräusche aus seinem Mund. Lamina lief den Hunden hinterher und zischte: ‚Nicht so stürmisch, ihr Beiden! Sitz!‘

Die Hunde folgten aufs Wort und setzten sich brav neben das Bett, aber noch so nah, dass ihr Herr sie streicheln konnte.

‚Ainur. Wenn du Blutegeln finden willst. Geh in Richtung meiner Höhle. Dort ist am Fuße des Berges ein Sumpf und ein paar Tümpel. Róka bringt dich hin.‘ krächzte Halef leise.

Róka sprang auf und wedelte mit dem Schwanz.

‚Was würden wir nur ohne unseren Sippenführer machen.‘ rief Ainur, kniete sich hastig vors Bett und küsste Halef. Dann sprang er auf und lief aus der Jurte. Als er schon draußen war, rief er noch: ‚Róka los, schnell!‘

‚Aber geht nicht in meine Höhle, das ist Meine!‘ meinte Halef, doch sein Hund war schon aus der Jurte gelaufen.

‚Du hast eine Höhle?‘ fragte Lamina erstaunt, während sie ihm half sich etwas aufzurichten.

Halef nickte und versuchte zu lächeln.

Wena kam kopfschüttelnd in die Jurte, sie brachte Suppe und Brot. ‚Was war das jetzt? Erst machen die Köter die Tür auf und dann läuft Ainur, wie eine angestochene Sau, zum Gatter und klaut mein Pferd.‘

‚Er kommt wieder, mit Blutegeln! Hoffe ich!‘ meinte Lamina.

‚Und er hat mich geküsst!‘ stammelte Halef. Nyúl war aufs Bett gekrabbelt und kuschelte sich an den Körper seines Herren.

‚Du warst die letzten zwei Nächte wieder im Fieber und völlig weggetreten. Und dein Bein macht uns große Sorgen.‘ meinte Lamina und setzte sich zu ihm ans Bett und küsste ihn auf die Stirn. ‚Und jetzt musst du erst mal was essen und dann…!‘

‚Und dann schau ich mir dein Bein an!‘ rief Ziska von der Tür her.

Als sie nach dem Essen seinen Verband wechselten, wurde er während der Waschung ohnmächtig und wurde erst wieder wach, weil er ein komisches Gefühl an seinem Bein fühlte. Ziska saß an der Bettkante und wedelte mit rauchenden Käutern über seinem Bein rum.

‚Sch..sch…sch. Du musst dein Bein ruhig halten. Sonst fallen die Maden runter.‘ meinte Ziska leise, legte den rauchenden Zweig in eine kleine Feuerschale und strich ihm mit der anderen Hand über den Kopf. ‚Sie fressen das brandige Fleisch weg.‘

‚Wo ist Lamina?‘ fragte er leise.

‚Sie hat den Hund rausgebracht. Nyúl ist ganz heiß auf dein Bein.‘

‚Der Köter wollt mich doch nicht fressen?‘

‚Nein, aber dieser Mistköter wollte Lamina fressen.‘

‚Bitte was?‘ schrie er heiser.

‚Sie hat nur einen Kratzer abbekommen!‘

‚Nyúl!‘ schrie er, bis sein Schrei von einem trockenen Husten gestoppt wurde. Ziska half ihm eine Wenig hoch und drückte ihm einen Becher Tee in die Hand.

Die Tür ging auf und der Hund tapste herein und er tat so als wäre nichts geschehen.

‚Was fällt dir ein, mein Bein oder meine Frau fressen zu wollen. Böser Hund.‘

Der Hund japste unschuldig.

‚Raus hier. Komm mir nicht mehr unter die Augen.‘

‚Halef, es ist doch nur ein Kratzer!‘ rief Lamina. Sie stand in der Jurtentür und hielt sich eine Hand. Ein blutiger Verband war darum gewickelt.

‚Los raus hier, Nyúl!‘

Der Hund ging rückwärts aus der Jurte und verzog sich geknickt.

Lamina schloss die Tür und ging langsam aufs Bett zu. Ihr liefen Tränen übers Gesicht und sie rang heftig mit ihrer Fassung.

‚Der dumme Köter kommt wieder, keine Sorge.‘ meinte Halef und griff nach ihrer Hand. ‚Hat er dir arg weh getan?‘

‚Es ist nichts, ich hab mich nur erschrocken!‘

Er wickelte den Verband ab und blickte auf die Wunde. ‚Nichts, sieht aber anders aus!‘

Die Tür ging wieder auf und Ainur kam herein gestolpert, gefolgt von Róka.

‚Róka, geh zu Nyúl, er war ein böser Hund.‘ rief Halef und der Hund machte kehrt und lief nach draußen, noch ehe Ainur die Tür schließen konnte.

‚Es hatte jemand Blutegel bestellt?‘ meinte Ainur und übergab Ziska einen verschlossenen Krug.

Published in: on 18. März 2013 at 22:58  Comments (1)  
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Drei und eine Axt – Teil 26

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 26

reiter_neuHalef konnte den pochenden Schmerz in seinem Bein spüren und in seiner Schulter. Sein Atem rasselte. Jeder seiner Atemzüge tat ihm weh. Obwohl er lag, überkam ihm ein Schwindelgefühl. Außerdem dachte er, seine Blase müsse gleich platzen. Aber er konnte sich nicht bewegen, sein Körper fühlte sich schwach und taub an. Ein übler Geruch stieg ihm in die Nase. Selbst das Öffnen der Augen fiel ihm schwer. Ihm war kalt, er fror, aber selbst zum Zittern schien ihm die Kraft zu fehlen. Ein schmerzverzerrter Stöhner kam ihm über die Lippen. Seine Kehle war ausgetrocknet, er musste husten. Der Schmerz lies ihn fast wieder die Sinne schwinden. Er hörte Holz über Holz schleifen, einen dumpfen Schlag, ein Prasseln und die Wärme, die plötzlich aufstieg. Jemand kam an seine Seite und versuchte ihn zu beruhigen. Panisch zog er röchelnd die Luft in seine Lungen. Sein Kopf wurde angehoben und Flüssigkeit wurde ihm in den Mund geträufelt. Das Gefühl jeden Moment ersticken zu müssen war mit einem Schlag vorbei. Worte wurden gesprochen, er verstand nicht welche, aber sie schienen ihm wohlgesonnen. Eine kalte, zitternde Hand berührte die Seine. Er versuchte sich zu bewegen, konnte es aber nicht. Endlich öffnete er die Augen. Erschrocken blickte er in das Gesicht seines Weibchens. Lamina sah abgekämpft aus, tiefe Augenringe unter ihren verheulten Augen waren zu sehen. Die Sorgenfalten auf ihrer Stirn entspannten sich leicht, als sie ihm über die Stirn strich. Seine Hand war an seiner Brust festgebunden. Ruckartig versuchte er seinen anderen Arm zu bewegen. Nach einem Ruck schoss ein stechender Schmerz durch sein Handgelenk. Die andere Hand war am Bettpfosten angebunden.

‚Sch… Sch…Sch… Wir mussten dich anbinden. Du hast im Fieber um dich geschlagen.‘

Sie strich über seinen Arm und löste seine Hand vom Bettpfosten. Sein Arm war taub, er konnte ihn kaum bewegen, versuchte es aber und blickte sie dabei panisch an.

‚Warte, ganz ruhig!‘ flüsterte sie ihm ins Ohr und griff nach seiner Hand.

Sie bewegte seine Finger und massierte sie. Später half sie ihm dabei den Arm zu bewegen und er legte in einer schwerfälligen Bewegung seine Hand neben seinem Körper ab.

‚Wie lang war ich…!‘ röchelte er, bis seine Stimme brach. Er musste Schlucken, doch sein Mund war wieder trocken. Sie flößte ihm nochmal etwas Flüssigkeit in den Mund und erklärte unverblümt. ‚Du hast zwölf Tage lang deine Augen nicht mehr aufgemacht.‘

Es dauert eine ganze Weile, bis er darauf etwas sagte: ‚Hab ich mir Schande gemacht?‘

‚Angst gemacht hast du mir!‘ meinte sie ernst und stand dann kopfschüttelnd auf.

Er versuchte sich aufzurappeln, weil ihm wieder eingefallen war, dass er pinkeln musste. Doch seine Beine waren auch am Bettrahmen fixiert und stöhnte vor Schmerzen, als er sich bewegte. Lamina drehte sich erschrocken um und blickte ihn ernst an. ‚Wo willst du denn hin?‘

Er blickte nur zu dem Eimer vor seinem Bett. Mit einer eleganten Bewegung war sie wieder an seiner Seite und band auch die Füße los und half ihm auf.

Als sein Körper aufrecht war, kam der Schwindel wieder und er musste sich an ihr festklammern. Sie löste liebevoll die anderen Hand aus dem Verband und flüsterte ihm ins Ohr. ‚Du willst wahrscheinlich nicht, dass ich dir helfe, also wirst du den Eimer mit deiner verletzen Hand halten müssen.‘

Er nickte verlegen, als sie ihm die Decke vom Schoß zog und ihm den Eimer in die Hand drückte. ‚Ich muss eh frisches Wasser holen, wir müssen deine Verbände wechseln und dich waschen!‘ meinte sie, zog einige Decken aus dem Bett und schnappte sie einen anderen Eimer, der neben der Feuerstelle stand und ging aus der Jurte.

Er war mehr als erleichtert, als zumindest den Druck auf der Blase loswerden konnte, bloß verkrampfte sich seine Hand so, dass er den Eimer nach Verrichtung seines Geschäftes nicht mehr loslassen konnte. Er versuchte mit der anderen Hand die verkrampften Finger zu öffnen, schaffte es aber nicht. Währenddessen sein Urin im Eimer umher schwappte und er mit sich selbst rang, lief Lamina zum Fluss hinunter.

Sein Körper glitt krampfend auf die Seite, den Griff des Eimers weiter fest umschlossen und kam mit der unverletzten Schulter am Bettpfosten zum Stillstand.

Als Lamina die Jurte wieder betrat, lag er immer noch zuckend da. Sie eilte an seine Seite, berührte seine Hand und er lies den Eimer los. Hastig stellte sie ihn außer Reichweite und wickelte Halef eine der übrigen Decken.

Sein Körper sah abgemagert aus, doch seine Muskeln waren steinhart und zogen sich immer mehr zusammen. Aber selbst für drastische Bewegungen schien ihm die Kraft zu fehlen, so zog sie ihn in die Mitte des Bettes, stand rasch auf und warf einige Kräuter ins Feuer. Dann nahm sie etwas aus einer kleinen Schachtel, streute es auf einen Splint und hielt diesen ins Feuer.

Mit dem rauchenden Splint ging sie zu Halef hinüber und hielt selbst die Luft an. Während sie sich zu ihm aufs Bett setzte, wickelte sie sich ein Tuch um den Mund, das sie um ihren Hals getragen hatte. Der Rauch der vom Splint ausging kroch ihm in die Nase und augenblicklich entspannten sich seine Muskeln. Sie flüsterte gedämpft durch das Tuch in sein Ohr: ‚Es tut mir leid, aber es geht nicht anders!‘ Seine Augen flackerten kurz auf, bevor er wieder ohnmächtig wurde. Sie warf den Splint ins Feuer und packte alle Felle und zog sie aus dem Bett, drehte ihn auf die Seite und deckte ihn zu. Rasch ging sie mit den Fellen und dem Eimer nach draußen und kam wenig später wieder herein. Langsam zog sie das Tuch von der Nase und lies die Tür offen stehen, damit frische Luft hereinkam. Neben dem Rauch, roch es immer noch Urin, Eiter und Schweiß.

Zuerst legte sie nochmal Holz nach, setzte Wasser auf und dann öffnete sie seine Verbände. Der Arm sah gut aus und eiterte kaum noch. Doch konnte sie den Eiter riechen. Sie machte einen neuen Kräuterumschlag, der hoffentlich den restlichen Eiter aus der Wunde zog. Die Bauchwunde, war wie durch ein Wunder sehr gut verheilt und sie konnten bestimmt bald die Fäden ziehen, bevor die auch noch eine Entzündung hervorriefen. Ziska hatte ihr Bedenken geäußert, dass sich die Wunden durch die Seidenfäden vielleicht nochmal entzünden könnten. Von Glück im Unglück konnte man nicht gerade sprechen, weil das verletzte Bein immer noch aufs Doppelte angeschwollen war. Sie hatten die Fäden wieder entfernen müssen und hatten vor ein paar Tagen eine der beiden Pfeilwunden sogar ausbrennen müssen. Aber alle ihre Bemühungen waren bisher vergebens gewesen. Selbst mit Maden und Blutegeln hatten sie die Entzündung bisher nicht eindämmen können. Nur hatte Ainur und die Kinder seit Tagen schon keine Blutegeln mehr gefunden.

Als sie den Verband vom Bein löste, quoll der Eiter schon durch die letzten Lagen des Verbandes. Sie musste würgen, als sie die Wunde freilegte. Während die ausgebrannte Wunde mittlerweile nicht mehr ganz so schlimm aussah, war die Andere einfach nur grotesk.

Tränen standen ihr in den Augen, als sie sich wieder das Tuch über die Nase schob. Es schien so, als hätte sie die letzten Tage, dies schon öfter getan. Sie wusch die Wunde aus und versorgte das Bein so gut sie konnte. Sie wusch ihn, bevor sie das Beine erneut verband. Sie betete inständig an alle Ahnen und Götter, die ihr einfielen, dass die Kräuterumschläge endlich wirkten. Weil Ziska hatte vor ein paar Tagen gedroht, dass Bein abnehmen zu müssen, wenn sie nicht bald was tun würde. Kejnen und Ainur hatten sich mit ihr darum gestritten. Und sie selbst, machte einfach alles, was sie ihr aufgetragen hatten, um sein Bein zu retten.

Sie rieb seinen Körper mit einem Öl ein und der angenehme Geruch, entspannte ihr Gesicht etwas. Das hatte noch nicht mal der Rauch des Mohnsaftes geschafft. Wena stand plötzlich in der offenen Tür und versuchte zu lächeln. Sie hatte eine Kanne mit Tee in der Hand.

Lamina blickte auf und lächelte einfach nur, während ihr die Tränen in den Augen standen.

‚Er war kurz wach!‘ sagte sie mehr zu ihm, als zu ihr. ‚Aber nur sehr kurz.‘

Wena rümpfte die Nase, kam näher und fragte: ‚Hat er wieder gekrampft?‘

‚Ja, nachdem er sich in den Eimer erleichtert hatte!‘

‚Das ist doch eigentlich ein Fortschritt?‘

‚Ich hab die Verbände gewechselt und das Bein sieht einfach abartig aus.‘

‚Ich schick die Kinder nochmal nach Blutegeln.‘ meinte Wena kurz, als sie endlich den Tee abstellte. ‚Ich bring dir ein paar andere Felle, die da draußen würd ich über Nacht auslüften lassen.‘

‚Ja, danke. Ist das zweite Leinentuch schon trocken?‘

‚Ja, und die Decken müssten auch schon trocken sein. Ich hatte sie bei uns in der Jurte.‘

Das Gespräch der Beiden wurde von Stöhnen seinerseits unterbrochen. Wena rannte zur Tür und rief: ‚Ich bring dir Suppe. Die Mädchen haben sie vorhin schon aufgesetzt.‘

Lamina goss einen Becher Tee ein und kniete sich ans Bett. Mit einem Holzlöffel rührte in dem Becher und flüsterte Halef beruhigende Laute ins Ohr.

‚Lamina…!‘ kam es aus seinem Mund, bevor seine Stimme brach und er schwer schlucken musste.

Sie half ihm ein Wenig hoch, setzte sich auf die Bettkante und flößte ihm langsam den Tee ein. Er öffnete die Augen, die sich sofort mit Tränen füllten. Als der Becher leer war, setzte sie den Becher ab und wischte ihm die Tränen vom Gesicht.

Published in: on 6. Februar 2013 at 22:02  Comments (1)  
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Drei und eine Axt – Teil 25

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 25

reiter_neuAls Lamina und Vira mit den Kindern aus dem Wald kamen, saßen der Khan und Elger mit blutverschmierten Klappenmänteln am Tisch. Die Pferde in der Koppel waren reichlich unruhig. Kejnen kam gerade aus der Jurte, seine Hose war voll Blut. Wena schrubbte den Tisch, der auch voller Blut war. Und Ulor saß in Kejnens Stuhl und hatte Nyúl im Arm.

‚Was ist los, was ist passiert?‘ rief Vira und Lamina wie aus einem Mund.

Wena blickte zur neuen, alten Jurte hinüber. Lamina lies den Korb fallen und lief los. Vira folgte ihr.

In der Jurte lag Halef im Bett. Es waren viele Lichter entzündet worden. Ainur verband ihm gerade sein Bein. Ein Pfeilschaft ragte aus der Schulter des Jungen. Und ein fester Verband bedeckte seinen Bauch bis zur Brust.

‚Gut, dass ihr da seid.‘ meinte Ainur. ‚Ich könnte Hilfe gebrauchen!‘

Nachdem den Frauen fast klar war, was passiert sein musste, fragten sie nicht und nickten Ainur folgsam zu. ‚Lamina, versuch ihm ganz vorsichtig den Tee in den Mund zu träufeln, er braucht viel Flüssigkeit. Und Vira halt mal das hier fest…‘ Er wies auf eine Stelle am Bein, wo man einen Blutfleck erkennen konnte und hielt ihr ein Stück gerolltes Leder hin. ‚Drück das mal da drauf.‘ Er stellte Halefs Bein auf, machte einen festen Verband und zog übers Leder den Verband fester.

‚Dank dem Krüppel da draußen bin ich ein ganz guter Feldscher geworden!‘ meinte Ainur, als er mit dem Verband fertig war und deckte Halef behutsam zu. Vira stand auf und ging Richtung Tür. ‚Ich muss mit dem Khan reden.‘ Lamina kniete vor dem Bett und löffelte ihm liebevoll Tee in den Mund und wischte seinen Mundwinkel mit einem Tuch sauber, wenn etwas daneben ging.

‚Lamina, kannst mir mal helfen. Ich würde ihn gerne seitlich ein bisschen hoch lagern. Kannst du auf Bett krabbeln und such mal was Weiches, was wir ihm unter den Körper schieben können.‘

Sie nickte, zog die Schuhe aus und kletterte aufs Bett. Sie zog eines der Felle zurecht und blickte Ainur an. Er hob Halef behutsam an.

‚Siehst du den Verband am Rücken? Blutet da was durch?‘ fragte Ainur.

‚Äh, nein!‘ meinte sie, während sie vorsichtig das Fell unter seinen Körper stopfte. Ainur lies ihn los und als Halefs Gewicht wieder auf seine Wunde drückte, entkam ihm ein leises Stöhnen.

‚Kann ich dich kurz allein lassen. Ich will sicher gehen, dass die Suppe fertig ist, wenn er aufwacht!‘

Lamina kletterte wieder vom Bett, warf Holz in die Glut und kniete sich wieder vors Bett.

Merle kam herein, brachte Tee und eine Schüssel Wasser und flüsterte: ‚Die Suppe ist gleich fertig. Wie geht es ihm?‘

Lamina drehte sich um und blickte sie verstört an: ‚Ich weiß es nicht.‘ Und schon kamen ihr die Tränen. ‚Ich weiß gar nicht was überhaupt passiert ist.‘

‚Kel!‘ meinte Merle kurz und kniete sich zu ihr auf den Boden. Sie nahm Laminas Hände und wusch sie und fuhr dann eindringlich auf Lamina einflüsternd fort. ‚Die weiße Hexe hat alles gegeben, was sie konnte und er atmet noch, mehr musst du nicht wissen.‘

Halef war erwacht, regte sich und stammelte verwirrt: ‚Nyúl?‘

‚Deinem Hund geht es gut, er hechelt und hat ne feuchte Nase!‘ meinte Merle kopfschüttelnd und goss frischen Tee in einen Becher.

Lamina schob ihm ein Kissen unter dem Kopf zurecht und er röchelte nur: ‚Róka!‘

‚Der ist der glücklichste Hund auf der Welt, er hat ein Pferd gerissen und Kel ein ganzes Stück aus dem Hals gebissen.‘

‚Braver Hund!‘ meinte er und öffnete die Augen. Lamina blickte ihn verschreckt an. Dann stotterte sie um ein Schluchzen herum. ‚Ich weiß, ich muss ihn belohnen, wenn er kommt!‘

Er lächelte flüchtig und schloss seine Augen wieder. ‚Gut, dass Kel so ein schlechter Schütze ist!‘ keuchte er und hustete unter Schmerzen.

Merle stand kopfschüttelnd auf und meinte: ‚Ich geh mal die Suppe holen!‘

Lamina schluckte ein weiteres Schluchzen hinunter und meinte mit erschreckend fester Stimme. ‚Du musst viel trinken.‘ Und hielt ihn den Löffel hin. Er öffnete leicht den Mund und sie flößte ihm nach und nach den ganzen Inhalt des Bechers ein.

Ainur kam mit der Suppe und setzte sich ans Bett, während Lamina immer noch vor dem Bett kniete. Sie nahm ihm die Suppe ab und rührte darin herum. Dampf stieg auf.

‚Ich hab gehört du bist wach, mein Sippenführer!‘ meinte Ainur. Halef drehte den Kopf langsam in Ainurs Richtung, blinzelte und starrte erschrocken auf den Bolzen in seiner Schulter.

‚Darüber wollte ich mit dir reden!‘

Vira und der Khan kamen in die Jurte und blieben am Feuer stehen.

Ainur wartete ab, bis Halef eine Reaktion zeigte. Lamina berührte seine Wange, er drehte den Kopf in ihre Richtung und er bekam einen Löffel mit Suppe eingeflößt. Dann blickte Halef wieder Ainur an und versuchte ein Lächeln, was in ein merkwürdiges Zucken seines Gesichtes überging.

‚Ein Pfeil steckt noch in deiner Schulter. Genauer gesagt in dem dünnen Knochen hier oben!‘ erklärte Ainur und tippte sich selbst an die Stelle an seiner Schulter. ‚Wenn wir ihn ziehen, dann zerbrechen wir vielleicht den Knochen, deswegen wollten wir warten, bis Ziska wieder auf den Beinen ist.‘

Halef blickte ihn fragend an und Ainur fuhr fort. ‚Sie hat dich geheilt, sogar mit Singsang und so und sie schläft jetzt! Sie hat Wena Kräuter für dich gegeben. Für auf die Wunden und für den Tee. Und mir hat sie vorhin gesagt, wie das mit dem eingedickten Mohnsaft funktioniert.‘

Halef schüttelte den Kopf, schloss die Augen und öffnete die Lippen einen kleinen Spalt: ‚Das ist keine gute Idee! Ich trauere noch und…‘ Er hustete wieder und stöhnte laut vor Schmerzen.

Lamina berührte Ainur am Knie und flüsterte ihm zu: ‚Der Mohnsaft regt ihn mehr an…ähm auf, als dass es ihn beruhigt. Das ist jetzt eher eine ungute Idee ihm was davon zu geben.‘

Ainur verstand nicht und blickte Lamina irritiert an. Lamina wurde schlagartig rot im Gesicht und lächelte ihn verlegen an.

‚Ich verstehe nicht!‘ meinte er und blickte sie weiter unverwandt an.

‚Es macht ihn…!‘ stotterte sie, machte eine eindeutige Handbewegung und schüttelte den Kopf.

Der Khan machte einen Schritt aufs Bett zu und musste sich wahrlich ein Lachen verkneifen. ‚Ainur, gib es ihm erst, wenn er alt und tattrig ist und wenn morgens sein…!‘

Vira hielt dem Khan den Mund zu und rief. ‚Gib mir den Mohnsaft, ich verstecke ihn wieder!‘

Ainur drehte sich um und blickte alle verständnislos an. ‚Ich verstehe euch nicht, wenn man mir Mohnsaft gibt, dann fühle ich mich wie ein 12jähriges Mädchen auf einer wunderschönen Blumenwiese, was ist daran so falsch!‘

‚Wenn meine Frauen mir Mohnsaft geben, wache ich am nächsten Morgen nackt vor meinem Bett auf und mir tut nicht nur der Kopf weh, sondern auch…!‘ meinte der Khan und wurde wieder von Vira unterbrochen, in dem sie ihn anrempelte.

‚Meine Knie, Vira! Meine Knie!‘ lachte der Khan.

‚Jetzt hört auf Witze zu machen, es ist doch gegen Schmerzen, dachte ich! Kejnen ist ganz wild darauf.‘

‚Ach, ist er das? Ich dachte wir trauern noch!‘ meinte Vira und musste nun auch lachen.

‚Ainur bitte, gib mir nichts davon!‘ wimmerte Halef und trotz seiner Schmerzen musste er schmunzeln. Ainur blickte ihn noch verwirrter an und Lamina holte tief Luft.

‚Es macht ihn…!‘ fing sie an und Vira hielt ihr den Mund zu. ‚Und woher weißt du das überhaupt!‘

Lamina schüttelte ihren Kopf und Vira lies sie los. ‚Ziska hat ihm vorgestern davon gegeben und es war ihm mehr als peinlich und mir übrigens auch.‘

Der Khan hatte Ainur währenddessen ins Ohr geflüstert und Ainur begriff endlich, machte die Handbewegung nach, die Lamina vorhin gemacht hatte und lachte. ‚Ach so, dann verfehlt es bei mir die Wirkung völlig!‘

Halef verdrehte die Augen und flüsterte so, dass es nur Lamina verstand, die sich dann räusperte und meinte: ‚Der Sippenführer wäre sehr ungehalten darüber, wenn morgen in allen Jurten darüber gesprochen würde, wie vielfältig die Verwendungsmöglichkeiten von Mohnsaft sein können!‘

‚Ja, Spaß bei Seite. Solange der Bolzen in deiner Schulter sich nicht entzündet und du noch einen Tag mit den Schmerzen Leben kannst, würden wir ihn erst morgen herausziehen.‘

‚Und ich frag die weiße Hexe, ob es was Anderes gegen die Schmerzen gibt.‘ meinte Vira und ging kopfschüttelnd aus der Jurte.

‚Würdet ihr mich mit ihm alleine lassen?‘ meinte der Khan. Lamina stand auf und drückte dem Khan die Suppe in die Hand. Ainur begleitete sie nach draußen.

Ohne Umschweife kam der Khan zur Sache. ‚Nachdem dein Hund und du es überlebt habt, werde ich Kel verbannen. Ich werde noch morgen aufbrechen und ihn weit fort bringen. Sehr weit fort bringen. Wenn ich zurückkomme, erwarte ich dass du wieder auf den Beinen bist.‘

Halef nickte und der Khan fütterte ihn erschreckend liebevoll mit der Suppe. Als der Napf leer war, stand der Khan auf und meinte: ‚Jetzt werde ich mir den Zorn meiner Frau abholen gehen!‘

Halef glitt in einen tiefen Schlaf über, er bemerkte nicht, dass Lamina und seine Mutter ihm weiter Tee einflößten und erwachte erst wieder als Lamina erschöpft über ihm zusammen brach. Ihr Gewicht drückte auf seine Bauchwunde. Nach Luft ringend versuchte er sie zur Seite zu schieben oder sie zu wecken. Er war so kraftlos, dass er sie nur ein Bisschen rütteln konnte. Die Schmerzen ließen ihm die Tränen in die Augen steigen. Er hatte das Gefühl, er müsste sich jeden Moment einpinkeln. Er stöhnte und wimmerte, doch Lamina lag wie eine Tote auf ihm. Zu allem Überfluss blieb er bei dem Gerangel an dem Pfeilschaft hängen. Er hörte trotz seines Schmerzensschrei ein grässliches Knacken in seiner Schulter.

Plötzlich kam Kejnen herein. Er hatte eine Kanne in der Hand und hinter ihm kam Ainur mit dem Hund auf dem Arm. Róka kam hinter ihnen in die Jurte gelaufen. Halef röchelte nur noch erstickt. Kejnen stolperte hastig zum Bett, stellte die Kanne auf eine Truhe und zog Lamina hoch. Halef stöhnte erleichtert auf. Ainur hatte den Hund auf ein Fell neben dem Feuer abgelegt und kam zum Bett und half Kejnen dabei Lamina in eine Decke zu wickeln und sie am Fußende abzulegen.

‚Die weiße Hexe ist erwacht und schickt uns mit Tee gegen Wundbrand und Schmerzen ohne Nebenwirkungen!‘

Halef schüttelte nur angestrengt den Kopf und keuchte. ‚Bevor ihr mir neuen Tee einflößt, müsste ich erst mal…!‘ Er spürte, wie ihm das Blut aus der Schulterwunde ran.

Kejnen blickte Ainur an und dieser verließ die Jurte, um wenig später mit einem Eimer und Verbandszeug wieder zu kommen, während Kejnen die Pfeilwunde untersuchte.

‚Ich glaub der Pfeil oder der Knochen ist durch!‘

‚Oder Beides!‘ keuchte Halef.

Ainur stellte den Eimer vors Bett und setzte sich an die Bettkante. Der tippte ganz vorsichtig den Pfeil an und drückte ein Tuch auf die Wunde. Dann tastete er so vorsichtig wie möglich den Knochen ab. ‚Der Knochen ist ganz und der Pfeil ist wieder frei. Dann wollen wir dich aber erst Mal pinkeln lassen…!‘

Ainur stand auf und Kejnen zog die Decke von Halefs Körper und meinte: ‚Wir werden dir die Peinlichkeit ersparen, im Liegen vor deiner Mutter oder deiner Frau pinkeln zu müssen.‘ Ainur half ihm auf und Kejnen hielt ihn fest. ‚Keine Sorge dein Weibchen schläft tief und fest.‘ meinte Ainur und hob seine Beine aus dem Bett und übernahm dann wieder Halef festzuhalten. Kejnen nahm den Eimer hoch und grinste. ‚Ihn festhalten und zielen musst du aber selbst, Junge!‘

Während Halef in den Eimer pinkelte, zitterte sein ganzer Körper so, dass Ainur ihn nach dem letzten Tropfen sofort wieder ins Bett sinken lies und ihn wusch. Er zog mit einem Ruck den Pfeil aus der Schulter und versorgte die Wunde. Halef war ziemlich weggetreten und wimmerte nicht einmal mehr. Kejnen humpelte mit dem Eimer nach draußen.

Ainur nähte die Wunde zu, verband erneut die Schulter und löffelte ihn dann den Tee in den Mund. Halef lies es benommen zu. Kejnen kam wieder rein und brachte nochmal Suppe und Tee. Sie flößten ihm in einer langen Prozedur alles ein, was sie hatten, bis Halef nicht mehr konnte.

‚Möchtest du dein Weibchen oder deinen Hund an deiner Seite haben, heut Nacht?‘ fragte Ainur leise. Wie auf Kommando wurde Lamina am Fußende wach und schreckte verwirrt hoch. Dabei fiel sie fast aus dem Bett.

‚He, Mädchen! Alles in Ordnung, dein Sippenführer verlangt nach dir.‘

Sie krabbelte vom Bett und stand verwirrt auf. Dann stürzte sie wieder zum Bett. Ainur half Lamina, aus ihrem Klappenmantel und neben Halef platz zu nehmen. Als sie lag, deckte er beide sorgsam zu. Dann wand er sich zu den Hunden und stellte ihnen einen Napf mit Wasser hin. Summend legte er Holz nach und verließ er die Jurte, um gleich wieder herein zu kommen, um den Eimer ans Bett zu stellen. ‚Der Eimer für Notfälle!‘

Published in: on 19. Dezember 2012 at 21:13  Schreibe einen Kommentar  
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